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Full text of "Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich"

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L I E) RA R.Y 
OF THL 
U N IVERSITY 
Of ILLINOIS 

530.6 
V 
V.25 




Verhandlungen 

der kaiserlich-königlichen 

zoologisch-botanischen GesellschaFt 

in Wien. 



Herausgegeben von der Gesellscbaft. 
XXV. Band. 

Mit le Tafeln. 



Wien, 1876. 

Im Inlande besorgt durch W. Braumüller, k. k. Hof'buchhäudler. 
Für das Ausland in Oommission bei F. A. Brockhaus in leipiig. 

Druck von Adolf Holzhausen in Wien. 



BfENRY B. WAT?D 



Sr. kaiserlichen Hoheit 



dem dui'chlauchtigsten Kronprinzen Herrn Erzherzoge 



RUDOLF 

widmet 

diesen Band ihrer Schriften 



in tiefster Ehrfurcht 



die Gesellschaft. 



VORWORT. 



Wir wollen diesen Band, den fünfundzwanzigsten unserer 
Verhandlungen, nicht ohne Geleitbrief in die Welt schicken. Es 
drängt uns bei dieser Gelegenheit den Dank auszusprechen allen 
unseren Mitarbeitern, allen unseren Mitgliedern und edlen Gönnern, 
allen jenen Corporationen, mit denen wir im regen Austausche 
der gegenseitigen Publicationen stehen. Sind es die Ersten, 
welche uns ihr geistiges Capital vertrauensvoll in die Hände 
legen und den folgenreichsten Theil unserer Thätigkeit, die 
Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten möglich machen, so 
sind es die Zweiten, welche als imposante Gesammtheit uns das 
hohe Gefühl des Vertrauens und der Sicherheit erzeugen, bei 
jedem Wirken die sicherste Bürgschaft des Erfolges. Die Dritten 
endlich haben uns im Verlaufe eines Vierteljahrhundertes einen 
reichen Schatz literarischer Hilfsmittel gespendet, auf den wir 
heute mit gerechtem Stolze blicken dürfen. 

Zum Schlüsse noch ein Wort der Entschuldigung. Es 
betrifft das verspätete Erscheinen vorliegenden Bandes. Allein 
die Vorbereitung zu einer würdevollen Begehung unseres fünf- 
undzwanzigjährigen Jubiläums, darunter insbesondere die Edition 
unserer Festschrift, haben vielseitig die Kräfte in Anspruch 
genommen, denen seine Fertigstellung oblag. 

Möge er übrigens mit seinem Umfange und Inhalt selbst 
für sich plaidiren und nicht minder wohlwollend aufgenommen ^ 
werden als seine vierundzwanzig Vorgänger. 



Wien, im April 1876. 



Die Direction. 



INHALT. 



Sitzungsberichte. 

Seite 

Versammlung am 13. tTänner, 

Neu eingetretene Mitglieder 3 

Eingegangene Gegenstände 3 

Pelzein A. v., Olis tetrax im Marchfelde 4 

Doblhoff J. Freiherr v., Photographische Ansichten aus Indien, 

China, Japan 4 

Versammlung am 3, Februar, 

Neu eingetretene Mitglieder 5 

Eingegangene Gegenstände 5 

Pelz ein A. v., Vorlage der der Ges. zuerkannten Verdienstmedaille 5 

Rogenhofer A., Herausgabe einer Festschrift 5 

Juratzka J., Neue Standorte von Laubmoosen 6 

Versammlung am 3. März, 

Neu eingetretene Mitglieder 7 

Eingegangene Gegenstände 7 

Anschluss zum Schriftentausche 7 

Pelz ein A. v., Nistkästchen 8 

Hampe C. Dr., Neogonus Plasonii . 9 

fTahresversammlung am 7. April, 

Neu eingetretene Mitglieder 10 

Eingegangene Gegenstände 10 

Anschluss zum Schriftentausche 10 

Brunner v. Watteuwyl C, Eröfifnungsrede 10 

Rogenhofer A., Bericht 13 

Marenzeller E. Dr., Bericht 14 

Juratzka J., Bericht 16 

Vevfiammliing am 5. Mai, 

Neu eingetretene Mitglieder 19 

Anschluss zum Schriftentausche ?0 

Reichhardt H. W. Dr., Tod des Prof. Dr. L. Sehr öfter Ritter 

V. Kristelli 20 

Rogenhofer A., Steinkohlenasche gegen Pliylloxera vastatrix . . 20 



VI 



Inhalt. 



Seite 



Tersammluttg am 2* tTimi, 

Neu eingetretenes Mitglied 21 

Reichardt H. L. Dr., Bildungsabweichung von Ophrys arachnites 21 

Dorn M. A., Androgjnie der Salix hahylonica bei Wien .... 21 

Pelz ein A. v., Pastor roseus in Mähren 22 

Rogenhof er A., Miraicry 23 

Versammlung am 7. Juli, 

Neu eingetretenes Mitglied 23 

Mayr G. Dr., Tod Sr. Majestät des Kaisers Ferdinand 23 

Low F. Dr., Schädliches Auftreten von Coleophora nigricella Steph. 

in Wien 23 

Versammlung am 6. October, 

Neu eingetretene Mitglieder 24 

Eingegangene Gegenstände .25 

Pelz ein A. v., Einbürgerung der Wachholderdrossel in Mähren . . 25 

Vorlage von Manuscripten 26 

Vei'sammlung am S, November^ 

Neu eingetretene Mitglieder 27 

Anschluss zum Schriftentausche 27 

Wahl von 21 Ausschussräthen . 27 

Vorlage von Aufsätzen 28 

Scrutinium 29 

Verna m ml ung am 1, Decemher, 

Neu eingetretene Mitglieder 29 

Anschluss zum Schriftentausche 29 

St ein dach n er F. Dr., Tod Sr. Eminenz Dr. 0. Ritter v. Rauscher 30 

Vorlage von Aufsätzen . 30 

Wahl von Vicepräsidenten und des Rechnungsführers 31 

Abhandlungen. 

GT7.<'j,M.r7..-k A., Dr.: Neue Pilzuiücken aus der Sandezcr Gegend ... 1 
Clan« C. Prof. Dr.: Uehcr die Structiir der Muskelzcllen und über den 

Kr.rpf?rhan von Mncsfra paruftiics Krohn (Tafel I.) 9 

Lfiw Franz, Dr.: üchnr neno und einige ungenügend gekannte Cecido- 

myidon ihr Wiciwr (u'gcrid (Tafül II.) 13 

P^ lri'ln AugUKt v.: Afri< a-Indien 33 

Haznlirihky Frir-drirh A., Prof.: Pciträgc zur Kenntniss der ungarischen 

Pili-Flora. III. J'unffi hypoiiaci (Tafel III.) 03 

nraiicr Fr., Dr.: Itegchr.'ihung nmier und ungenügend bekannter Phry- 

fTAnWIcn niid ()<'Htrid<»n fTaf« ) IV.) .09 

Schnlzrrr von M üjf gon b u r g Stephan: Mykologische Ikiträgc .... 79 



Inhaltr VII 

Seite 

Reuter 0. M. : Hemiptera Heteroptera Austriaca, mm. Maji- Augusti 

1870 a J. A. Palmen collecta 83 

Staudinger 0., Dr.: Neue Lepidopteren des südamerikanischen Faunen- 
gebiets 89 

Äusserer Anton, Dr.: Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Aracbniden- 

familie der Territelariae Thorell. (Mi/galidae autor.). (Tafel V — VII.) 125 
Zell er P. C, Prof.: Beiträge zur Kenntniss der nordamerikanischen 

Nachtfalter, besonders der Microlepidopteren (Tafel VIII— X.) . . . 207 

Marenzeller Emil v., Dr.: Revision adriatischer Seesterne 361 

Reh mann A., Dr.: lieber die Vegetations - Formationen der taurischen 

Halbinsel und ihre klimatischen Bedingungen 873 

Palm Josef, Prof.: Beitrag zur Dipteren-Fauna Oesterreichs 411 

Dalberg Friedrich Freiherr v.: Beiträge zur ornithologischen Fauna Mährens 423 

Hibsch J. E.: Salix habylonicaL., aiidrogyna et masciilina m Oesterreich 429 

Arnold F.: Lichenologische Ausflüge in Tirol 433 

Wotoszczak Eustach: Einige im Wechselgebiete neue Weiden .... 497 

Vogl Cajetau V. : Beitrag zur Kenntniss der Land-Isopoden (Tafel XI — XII.) 501 

Schauer Ernst: Junge Perlziesel 519 

T hürnen F. v.: Beiträge zur Pilz-Flora Böhmens 523 

Jeitteles Ludwig H., Prof.: lieber das Vorkommen kurzohriger Wühl- 
mäuse bei Wien 555 

Hoffmann Hermann, Prof. Dr.: lieber thermische Constanten und 

Accommodation 563 

Kuhn M.: Bemerkungen über einige Farne von der Insel Celebes . . . 593 

Marchesetti C. v., Dr.: Botanische Wanderungen in Italien .... 603 
Voss Wilhelm, Prof.: Beiträge zur Kenntniss des „Kupferbraudes'" und 

des „Schimmels" beim Hopfen. (Mit einer Holzschnitt-Tafel.) . . . 613 

Low Franz, Dr.: Nachträge zu meinen Arbeiten über Milbengallen , . . 621 

Bergh R.,Dr.: Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. III. (Tafel XIII— XV.) 638 

Bergh R., Dr.: Neue Beiträge zur Kenntniss der Phyllidiaden (Tafel XVI.) 659 

Mayr Gustav, Dr.: Die europäischen Encyrtiden 675 

Juratzka J. : Muscorum species novae 779 

B Orb äs Vincentius de, Dr.: Symbolae ad pteridographiam et Characeas 

Hungariae praecipue Banatus 781 

Rogenhofer Alois F.: Die ersten Stände einiger Lepidopteren .... 797 
Haimh offen Gustav Ritter v. : Beobachtungen über die Blattgalle und 

deren Erzeuger auf Vitis vinifera L. (Mit drei Holzschnitten.) . . . 803 
B ruh in Th. A.: Sechsjährige Beobachtungen über die ersten Erschei- 
nungen im Thier- und Pflanzenleben New-Cölns bei Milwaukee . . 811 
Wiesbaur J.: Zur Flora von Nieder-Oesterreich. II 819 



Z. B. Ges. B. XXV. 



b 



Verzeichniss der Tafeln. 



Seite 



Tafel I. Claus C: lieber Mnestra parasites 12 

II. Low F.: üebev ueue und ung^enügend gekannte Cecidomyiden 

der Wiener Gegend 32 

„ III. Hazslinsky F.: Fungi hi/pogaei 64 

„ IV. Brauer F.: Neue Phvyganiden und Oestrideu 78 

V.- VII. Äusserer A.; Zur Arachnidenfamilie der Territelariae 202 

„ VIII.— X. Zeller P. C: Nordamerikanische Nachtfalter .... 357 

„ XL— XII. Vogl C. V.: Laud-Isopoden 518 

„ XIII.-XV. Bergh R.: Aeolidiaden 656 

„ XVI. Bergh R.: Phyllidiaden 674 



Berichtigungen. 

Abhaiidlniigeu. 

Seite 79, Zeile 19 von oben lies: 31 Cm. statt 33 Cm. 
118, ., 21 ,, unten „ Herrich statt Heinrich. 
..413, 9 „ „ flavidus statt flavescens. 

•1 41«, „ 12 „ „ ., luteipalpis statt flavipalpis. 



stand der Gesellschaft 



am Ende des 



Jahres 18?o. 



# Protector : 

Seine k. k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog- 

Rainer. 



Leitung der Gesellschaft. 

Im Jahre 1876. 

Präsident: (Gewählt bis Ende 1876.) 
Seine Durchlaucht Fürst Josef Collo redo -Maunsfeld. 

Vicepräsideuteu: (Gewählt bis Ende 1876.) 
P. T. Herr Brauer Dr. Friedrich. 

„ „ Claus Dr. Karl. • 

„ „ Fenzl Dr. Eduard. 

„ „ Pelikan v. Plaueuwald Anton. 

„ „ Öchröcki nger-Neudenberg Jul. Freih. V. (Präsid. Stellvertreter.) 
^ „ Wiesner Dr. Julius. 

Secretäre : 

P. T. Herr Eogenhofer Alois Friedr. (Gewählt bis Ende 1878.) 
« Marenzeller Dr. Emil v; „ „ „ 

Rechnungsführer: (Gewählt bis Ende 1880.) 
P. T. Herr Juratzka Jakob. 

Ausschussräthe : 

P. T. Herr Bergerstamm Julius v. 
,, Berrojer Emil. 

„ Haim hoffen Gustav Ritter v. 

„ „ Krist Dr. Josef. 
„ „ Mayr Dr. Gustav. 
„ „ Pelz ein August v. 
„ ■ „ Peyritsch Dr. Johann 

„ Reichardt Dr. Heinrich. 
„ „ Reu SS Dr. A. Ritter v. 



(Gewählt bis Ende 1876.) 



XII 



Miiglieder-Vei zeiohniss. 



T. Herr Bartsch Franz. (Gewählt bis Ende 1877.) 

, „ Kolazy Josef. „ „ 

„ Künstler Gustav. „ „ 

, „ Pelikan v. Plauenwald Anton. „ „ 

„ „ Schröckinger-Neudenberg Jul. Fftih. v. „ „ 

„ Steindachner Dr. Franz. „ „ 
, „ Brauer Dr. Friedrich. (Gewählt bis Ende 1878.) 

, „ Bruunerv. Wattenwyl Karl. „ „ 

, ,, Burgerstein Alfred. „ „ 

, ,, Claus Dr. Karl. „ „ 

, „ Felder Dr. Cajetan „ „ 

Fuchs Theodor. „ „ 

., Gassenbauer Michael v. „ „ 

, Hauer Franz Ritter v. „ „ 

, „ Kornhuber Dr. Andreas. „ „ 

, „ Letocha Anton v. „ „ 

Mik Josef. „ 

., Pokorny Dr. Alois. ^ „ „ 

Schoenn Moriz. „ „ 

, ., Steinhaus er Anton. „ „ 

S trau SS Josef. ^ „ „ 

Stur Dionys. „ ^ 

Suess Dr. Eduard. „ „ 

Türk Rudolf. „ „ 
Vogl August. 

W i c s n e r Dr. Julius. „ 



Mitglieder, welche die Sammlungen der Gesellschaft ordnen: 

Die /ooln^ix ht'ii .Saiimiliingcn ordnen die Herren: Barbieux August, Kolazy 
Juhcf, iMarenzellcr Emil v., Rogcnhofer Alois, Ronniger Ferd. 

Die Pflanzcn-ammlung ordnen die Herren: Berroyer Emil, ßnrgerstein 
Alfred, Halacsy Eugen v., Müllner Michael, Stoitzner Carl. 

Die Bethfilung von LeliranKtalten mit Naturalien besorgt Herr Josef Kolaüy. 

Die Bibliothek «)rdneii Herr Franz Bartsch und Herr Emil v. Marcnzeller. 

Dm Archiv hält Herr Antun von Letocha im Stande, 



AiiitKdieiier : 
H«Tr Macliarxfk .)., Wahring, Schulgasse 42. 



Mitglieder- VerzeicUniss. 



XIII 



Die Bruckschriften der Gfesellschaft werden überreicht: 

Im I n 1 a n d e. 

Seiner k. und k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Josef. 
Seiner k. Hoheit dem durchl. Kronprinzen and Erzherzoge Rudolf. 
Seiner k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Franz Karl. 
Seiner k. Hoheit dem durclil. Herrn Erzherzoge Karl Ludwig. 
Seiner k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Ludwig Victor. 
Seiner k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Albrecht. 
Seiner k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Josef. 
Seiner k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Wilhelm. 
Seiner k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Rainer. 
Seiner k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Heinrich. 
Seiner k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Ludwig Salvator. 

ImAuslande. 

Seiner Majestät dem Kaiser von Deutschland. 10 Exemplare. 
Ihrer Majestät der Königin von England. 6 Exemplare. 
Seiner Majestät dem Könige von Bayern. 4 Exemplare. 
Seiner königl. Hoheit dem Prinzen August zu Sachsen-Coburg. 
Dem souverainen Johanniter-Orden. 



Subventionen für 1875. 

Von dem hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht. 

Von dem hohen nieder-österreichischen Landtage. 

Von dem löbl. Gemeinderathe der Stadt Wien. 

Von der Direction der ersten österr. Sparkasse in Wien. 



XIV 



Mitglieder-Verzeichniss. 



Mitglieder im Auslande. 

Die P. T. Mitglieder, deren Name mit fetter Schrift gedruckt ist, haben 
den Betrag für Lebenszeit eingezahlt und erhalten die periodischen Schriften 
ohne ferner zu erlegenden Jahresbeitrag. 



P. T. Herr Adam s;. Arthur, R. M. S., F. L. S London. 

„ „ Adams Henri, Hann. Villas, Nottin g Hill (W.) . London. 

„ „ Agassiz Alexander Director d. Mus Cambridge. 

„ .. Albini Dr. Josef, Universitätsprofessor . . . Neapel. 

„ „ Ale fei d Dr. d. Med., bei Darmstadt .... Oberamstadt. 

,. „ All man Dr. George James, Prof. 21 Manor PI. Edinburgh. 

„ „ Alvarez Dr. Louis, Prof. u. Dir. d. Mus. . . Bahia. 

„ „ Anderson N. J., Professor Stockholm. 

„ „ An gas Georg Fr., Notting Hill London. 

10 r « Angelrodt Ernst v., Missouri St. Louis. 

„ „ Appelius Friedr. Ludw., Kaufmann .... Livorno. 

„ „ Arnold F., Kreisgerichtsrath, Baiern .... Eichstätt. 

„ „ AsbjörnsenP. Christian, k. Forstmeister . . Christiania. 
j, „ Ascherson Dr. Paul, a. Prof. d. Bot. an der 

Univers,, Custos am k. Herbar. Friedrichstr. 58 Berlin (W.) 

„ Baden Dr. Ferdinand, Zahnarzt Altona. 

„ „ Bail Dr. Th., Director dor Kealschule in . . . Danzig. 

liaillon Ernst, Prof. an d. k. Forst-Akademie . St. Petersburg. 

Uaillon H., Prof. d. Natnrg. a. d. med. Fac. . Paris. 

„ Bain Dr. Mac, Marine-Arzt Edinburgh. 

20 Halfour Dr. Hutton, Prof. 27, Moorleith Row. Edinburgh. 

Hall VahMitiii, geolog. Survey Calcutta. 

I'. um be r ger Georg, Apotheker, Schweiz . . . Zug. 

liarbosa du Bocage, Direct. des zool. Mus. . Lissabon. 

.. Barker Dr. John, Mus. Coli, of Surg Dublin. 

Bary Dr. A. de, Prof. d. Bot. a. d. Univers. . Strassburg. 

- liatfts H. W., Esq., Bartholomew-Road (NW.) . London. 

IJeling Theodor, Forstmeister am Harz . . . Seesen. 

IJellardi Luigi, Prof. der Naturgeschichte . . 'J'urin. 

Bend «'IIa Aristides v., Dr. d. M., J'rimararzt . Jassy. 

30 ^ - B<'iiiM!t Dr. G., Kh^ Sidney. 

, B' rrhon Dr. Ernest, Direct. (Gironde) .• . . Pauillac. 



Mitglieder- Verzeichniss. 



XV 



P. T. Herr Berdau Felix, Prof. am Pclytech. G. Lublin . Puiawy. 

„ „ "Berggren Sven Lund. 

„ „ Bergli Dr. Rud., Oberarzt am allg. Krankenh. . Kopenhagen. 

„ „ Betta Edoardo, Nobile de Verona. 

,, „ Beuthin Dr. Hein.^ Pulverteich 3a II. St. Georg Hamburg. 

„ „ Bianconi Dr. Josef Bologna. 

„ „ Bigot Jacq., rue de Louxembg. 27 .... Paris. 

„ „ Blauchard Dr. Emil, Professor, Mus.-Dir. . . Paris. 

40 „ •» Blanchet Ch Lausanne. 

„ Blau Dr. Otto, Consul des nordd. Bundes . . Serajewo. 

,, „ Bleeker Dr. Peter, holl. Oberst- Stabsarzt . . Leyden. 

Boek Christ., Prof. au der Univers Christiania. 

„ Bolivar Don Jose Maria C. d. Hita 4 ... Madrid. 

„ „ Bommer Dr. J. E., Prof. d. Bot. u. Gustos . . Brüssel. 

,, „ Bonizzi Dr. Paul, Prof. an der Univers. . . Modena. 

„ „ Bonorden Dr. H. F., Rgts.-Arzt, R. B. Minden Herford. 

„ „ Bonvouloir Comte Henri, Rue deTUniversite 15 Paris. 

„ Boutelou Don Esteban, Ingeniero de Montes Sevilla. 

50 n „ Bowring John j., Esq London. 

„ „ Brandt Johann Friedr.,k.Mus.-Direct., Staatsrath St. Petersburg. 

„ „ Braun Dr. Alexander, Prof. der Botanik . . . Berlin. 

„ Brehm Dr. Alfred Berlin. 

„ „ Brendegani Vinc., Rect. d. Kirche St. Rochus Verona. 

„ „ Boschniak Nik., Vicar d. serb. Klosters in . Grabovacz. 

„ „ Bretschneider Dr. Ed., Arzt d. k. russ. Ges. Peking. 

„ Brot Dr. A., Prof., Malagnou 6 Genf. 

„ „ Bruce Dr. Samuel, 43, Kensington Gard. Sq. . London. 

r B ruh i n P. Th. (Behh. Schulthess Zürich) Wisc. Centreville. 

60 „ „ Bruyn Arie Johannes de, Regimeutsthierarzt . Zütphen. 

„ „ Buchenau Dr. Fr. Director u. Prof. d. Realsch. Bremen. 

„ „ Buchinger Dr. F., Direct. des Waisenhauses . Strassburg. 

., „ Burmeister Heinrich, Thüringen Arnstadt. 

,, Bnrmeister Dr. Herrn., Dir. d. naturh. Mus. . Buenos-Ayres. 

„ „ Buschmann Eduard, Professor in Chile . . Osorno. 

„ Buse L. H., bei Arnheim Renkom. 

„ „ Busk Dr. George, Burlington-house .... London. 

„ ,, Cabanis Dr. Joh. Lud., Custos am k. Museum Berlin. 

„ „ Canestrini Dr. Johann, Prof. an d. Univ. . . Padua. 

70 „ „ Carpenter Dr. Wil].,8,Queens-Rd.,Primrose hill. London. 

„ Carte Dr. Alex., Dir. of the Mus, R. Society . Dublin. 

„ „ Caruel Theodor, Professor der Botanik . . . Pisa. 

„ „ Carus Dr. Victor v., Professor a. d. Universität Leipzig. 

„ r Castracane degli Antelminelli, Franc. Conte . Fano. 

^ Cell Dr. Hector, Dir. d. h, Landw. Schule . . Portici. 

Z. B. Ges. B. XXY. C 



XVI 



Mitglieder- Verzeichniss. 



P. T. Herr Cesati Baron Vincenz, Dir. Prof. d. Botanik . Neapel. 

„ „ Chevreul Mich., Prof., adm. d. Mus. d'hist. nat. Paris. . 

r « Chiari Gerhard Ritter v, k. k. General-Consul Salonich. 

Cleghorn H., Forstdirector Madras. 

SO ., „ Cohn Dr. Ferdinand, Prof. d. Bot. a. d. Univ. . Breslau. 

Colbeau Jules, chauss^e de Wavre 178 . . . Brüssel. 

„ Coldham James G., Dir. of Christch. school. . Cawnpore. 

„ „ Co 11 et Robert, Dr. phil. b. Christiania . . . Homansby. 

Conrad Paul, Schiffscapitain a. D Bremen. 

Cornalia Dr. Emil, Dir. d. städt. Mus. . . . Mailand. 

Cox C. James, Dir. d. naturhist. Mus Sidney. 

Crosse H., Rue Tronchet 25 Paris. 

Dana James (Connecticut) New-Haven. 

Darwin Charles, Kent, Down Beckenham . Farnborough Hants. 

90 , Davidson Dr. George, W., 13. Union-Place . Edinburgh. 

Davidson Thoraas London. 

r Davis Dr. Arthur Elson, Cambers Bridge St. . Manchester. 

De Candolle Alphons, Professor der Botanik Genf. 

Degreukolb Herrn., Rittergutsbesitzer bei Pirna Rottwegendorf. 

Deshayes Dr. G. Paul, Prof., Place royale 18 Paris. 

Desuoyers Johann, Bibliothecaire du Mus. . Paris. 

r Des plan che Emil, Marine- Arzt Neu-Caledonien. 

D eventer S. v., Resident Batavia. 

Dietrich Kaspar, Cust. am eidgen. Polyt. . . Zürich. 

löO Ding 1er Herrn., Dr. Med., Rhein-Baiern . . . Zweibrücken. 

D oderlein Dr. Pietro, Prof. an der Univers. . Palermo. 

Doenitz Dr. Wilh , Assist, am naturhist. Mus. Berlin. 

Dohm Dr. Anton, Vorstand d. zool. Station . Neapel. 

Dohm Dr. Heinrich, Stadtrath Stettin. 

Dohrn Dr. Karl A., Präs. des entom. Ver. . . Stettin. 

Douglas J.. W., Esq London. 

Douillö August, Marine-Wundarzt, Martinique St. Pierre. 

Du Rieu W. N., Conserv. an d. Bibliothek . . Leyden. 

Eden F. W. van Harlem. 

- r Khrenberg Christ. Gottfr., Dr., Professor . . Berlin. 

Eichelbaum Dr. Felix Berlin. 

Eichler Dr. A. W., Prof. d. Bot. a. d. Univers. Kiel. 

Eidam Dr. Eduard, Assist, a. d. Lehrkanzel f. Bot. Breslau. 

KilcnrifMlcr Dr. C. v., Off. d. Gezondheit, Java Buitenzorg. 

Kliot Karl W., Prof Boston. 

Elliot Waltor, PräKidcntschafts Mitglied . . Madras. 

Emery Med. Dr. Carl, Strada carozzieri 13 . . Neapel. 

Erigehnann Dr. Georg, Nordamerika ... St. Louis. 

Engler Dr. Adolf, Cuatos am k. Herbar . . . München. 



Mitglieder-Verzeichniss. XVII 

120 P. T. Herr Erschoff Nicol,, Wassili Ostroff 12. Lin. 15 Haus St. Petersburg. 

„ „ Esmark Lauritz, Vorstand des naturh. Mus. . Christiania. 

„ „ Eulenstein Theodor Dresden. 

„ ^ Fahrer Dr. Johann, k. Stabsarzt München. 

r> r Fairmaire Le'on, Directeur de l'höpital St. Louis Paris. 

„ „ Falk Dr. Alfred, an der Universität .... Lund. 

„ „ Famintzin Dr. A., Professor St. Petersburg. 

„ „ Farie James, Secr. geol. Soc. Andersonian Univ. Glasgow. 

„ „ Ferreira Man. Lag.,Vice-Präsesd.hist,-geog.Inst. Eio de Janeiro. 

„ „ Finsch Dr. Otto, Curator am zool. Museum . Bremen. 

130 „ Fischer von Waldheim Dr. Alexander, Prof. . Warschau. 

„ „ Fischer Dr. Karl, Arzt Aukland. 

„ „ Flor Dr. Gustav, Prof. an d. Univ Dorpat. 

„ „ Flügel Dr. Felix Leipzig. 

„ Pocke Dr. W. 0., alter Wall 4 Bremen. 

„ „ Förster Dr. Arnold, Prof a. d. höh. Bürgersch. Aachen. 

„ „ Förster Dr. Heinrich, hochwd. Fürstbischof . Breslau. 

„ „ Fontaine Cesar, Naturalist. Prov. Hainaut . . Papignies. 

„ „ Fontaine Julius de la, Cons. du Musee belg. Univ. Gent. 

„ „ Forel Dr. August, Kreis-Irrenarzt München (Au). 

140 „ Forst Gr., Kaufmann Halberstadt. 

„ „ Po um i er Dr. Eug., Gen. See. d. soc. bot. . . Paris. 

„ Frass Dr. Oskar Fr., Prof. Urbanstr. 13 . . . Stuttgart. 

., „ Frey Dr. Heinr., Prof. a. d. Universität . . . Zürich. 

r „ Friedländer Dr. Julius, Karlstrasse 11 (NW.) Berlin. 

„ „ Fries Dr. Elias, Prof. an der Univers. . . . Upsala. 

„ „ Fries Th. M., Adjunct a. d. Univers Upsala. 

„ „ Priest adt ß. F., Adjunct an der Univers. . . Upsala. 

„ „ Frietze R., Apotheker, Reg.-Bez. Oppeln . . Rybnik, 

„ „ Garcke Dr. Aug., Prof. u. Cust. am k. Herbar Berlin. 

150 „ Gelenzow Dr. N. v., Dir. d. Landw.-Akad. . . Moskau. 

„ „ Gemminger Dr. Max, Adjunct am zool. Mus. München. 

y, „ Gernet Karl, R. V., k. r. Staatsrath, Haus Lissitzin St. Petersburg. 

„ „ Gerstäcker Dr. Adolf, Prof. u. Cust. a. k. Mus. Berlin. 

r, „ Giraud Josef, Dr. d. Med., Rue Turenne 104. Paris. 

„ „ Göppert Dr. Heinr. Rob., geh. Med. -Rath u. Prof. Breslau. 

„ „ Gomez Dr. Ber. Ant., kön. port. Leibarzt . . Lissabon. 

,. „ Gonzenbach J. Guido, Prof. Smyrna. 

,, Graells, D. Mariane de la Paz, Dir. d. z. Mus. Madrid. 

„ Grathwohl Wilhelm Fidelis, Grosshändler . . München. 

160 „ „ GrayAsa, Prof. a. d. Haward College . . . Cambridge. 

„ „ Grönland Dr. J. b. Jüterbock Dahme. 

„ Grube Dr. Ed., k. russ. Staatsrath, Prof. . . Breslau. 

„ „ Günther Dr. Albert, Direct. am brit. Museum London. 

c* 



XVIII 



Mitglieder- Verzeichniss. 



P. T. Herr Guirao, Don Angel. Dir. del Instituto a. . , Murcia. 

„ Haast Dr. Julius, Director des Canterbury-Inst. Christ Church. 

r „ Haeckel Dr. Ernst, Prof. d. Zool. a. d. Univ. . Jena. 
„ „ Haelsen G., (pr. W. Koltze Repsoldstr. 14. 

St. Georg, Hamburg) 38 Broockgreen, Hamersh. London. 

^ r, Half er n Friedr. v., b. Aachen Burtscheid. 

„ „ Hagen Dr. Hermann, Prof. a. Mus. zu Boston Cambridge. 

170 „ r Hampe Dr. Ernst Blankenbg. a. Harz. 

„ „ Hance Dr. M. H. F., Esq., Vice-Cons. . . . Whampoa. 

Hanley Syl., Hanley-Road 1. Hoarseway Rise . London. 

Hans Wilhelm, Lausitz Herrenhut. 

,. Hanstein Dr. Joh., Prof. d. Bot. a. d. Univ. . Bonn. 

^ „ Harold Edgar Freih. V., Major a. D., Barerstr. 52 München. 

„ „ Hartmann Karl, Schweden Oerebro. 

y, Hartwig Dr. Leonhard Valparaiso. 

Harz Dr. Carl, Doc. a. Polytechnikum . . . München. 

Haskins Dr. Alfred L., 98, Boylston Street . Boston. 
180 „ „ Hasskarl Dr. J. K., Rheinpreussen . . . . ' Cleve. 

p Haus er F., Stud., Winklerstrasse 35 ... . Nürnberg. 

„ „ Haussknecht Dr. Karl, Prof. der Botanik . . Weimar. 

„ p Heaphy Ch. D., Ingenieur Aukland. 

f. „ Hedemann Wilh. v., k. r. Stabs-Capit. Frideri- 

ciag. 16 Kopenhagen. 

He den US Th., Apotheker bei Leipzig .... Neuraudnitz. 

Heer Dr. Oswald, Prof. an der Universität . . Zürich. 

Heidrei ch Dr. Theodor v., Dir. d. bot. Gartens Athen. 

Heller v. Hellwald Friedr., Red. d. „Ausland" Stuttgart. 

r, - Henri üt Josef, Marine-Wundarzt Besan9on. 

190 ^ Henry Josef, Prof, Sccret. d. Smiths. Inst. . Washington. 

Hensel Dr. Reinhold Berlin. 

Herder Dr. F. V., Bibliothekar a. k. bot. Garten Petersburg. 

Hcurck Henri v., Prof Antwerpen. 

Heuser Dr. P., Diaconissenhaus-Arzt, Wcstf. . Bielefeld. 

Hewitson, Will. C, Esq., Oatlands .... Waybridge. 

Hey den Dr. Luc. V., Schlossstr. 54 Bockenheim b. Frankfurt a. M. 

Heynemann F Frankfurt a. M. 

Hiendlmayr A., Kaufmann, Weinstrasse 11 . München. 

Hieronymus Georg E., Assist, der Univers. Arg. Cordova. 

'' " . Hil (lehr and Dr. F., Prof. d. Bot. Breisgau . Freiburg. 

Hille I>r. LouIh, Hessen Marburg. 

Hocmo Alfons, Wettinerstrasse 19 Dresden. 

Hoffiiiann Dr. Hermann, Prof. d. Botanik . . Giessen. 

Holding J. C, Gutsbesitzer Capstadt. 

Hopffer Dr. C. Custos am k. Museum . . , Berlin. 



Mitglieder-Verzeichniss. XIX 

P. T. Herr Humbert Alois v., 11 Rue de THötel deVüle . Genf. 

„ „ Huxley Thom. Henry, Dr. Mus. econom. geol. . London. 

„ ^ Irigoya Don Simon, Director des Museums . Lima. 

„ „ Jablonski Max, Gutsbesitzer Berlin. 

210 „ „ Jäckel Johann, Pfarrer, Baiern Windsheim. 

„ „ Jäger Dr. A., Hof- Apotheker, Breisgau . , . Freiburg. 

„ „ Janisch Karl, Hüttendirect. bei Seesen, Harz . Wilhelmshütte. 

„ „ Javet Charles, Rue Jean-Bologne 23, a Passy . Paris. 

,. „ Jeffreys J. Gwyn, 25 Devoush, Porti. PI. . . London. 

„ r Jessen Dr. Karl, Prof. der Landw. (Pomm.) . Eldena. 

r r Jikeli Karl, Oranienstr. 3 Berlin. 

„ „ Jonssou Joh., a. d. Univers Upsala. 

r r Joseph Dr. Gustav, neue Antonienstr. 6. . . Breslau. 

„ „ Just Dr. Leopold, Prof. a. Polytechn Karlsruhe. 

220 » ^ Kahil Anton, k. u. k. österr. Vice-Consul. . . Damiette. 

r ,, Kaltenbach J. H., Professor Aachen. 

„ „ Kawall J. H., Pastor in Kurland (pr. Mietau) . Pussen. 

„ ,, Kayserling Graf Eugen Görlitz. 

„ „ KefersteinA., Gerichtsrath Erfurt. 

r, r. Kinberg Joh. Gustav, Prof. Stockholm. 

„ „ Kir c he np au er Dr., Senats-Präsident u.Bürgerra. Hamburg. 

p „ Kirchner Dr. Oskar Proskau. 

„ .. Kirschbaum Dr. CarlL., Prof. Inspector d. Mus. Wiesbaden. 

r V Klenk Alexander Stefan, Strasse Selarilora . . Bukarest. 

230 r V Knorring Freih. v., k. russ. Gesandter . . . Haag. 

\, Koch Dr. Carl, Professor Berlin. 

„ „ Koch Dr. Ludwig, prakt. Arzt Nürnberg. 

„ „ Koch Dr. Ludwig, Assist, d. Lehrk. f. Botanik Heidelberg. 

„ „ Kock J. V., k. Maj., Gelderl. b. Nym wegen . . Hess. 

„ „ Koerber Dr. G. W., Prof. a, d. Universität . Breslau. 

„ „ Kölliker Dr. Albert, Prov. an der Univers. . Würzburg. 

„ „ Könitz Leon, Dr. der Med Warschau. 

„ „ Körnicke, D. Friedr. Prof. in Popelsdorf bei . Bonn. 

„ Kr a atz Dr. G., Vorst, d. ent. V., Linkstr. 28 (W.) Berlin. 

240 r> « Kr au ss Dr. Ferd., Prof., Director d. k. z. Museums Stuttgart. 

„ „ K refft Gerard, Secretär d. naturhist. Mus. . . Sidney. 

„ „ Krempelhuber Dr. A. V., k.Frstm., Amalienstr. 3 München. 

„ „ Kriechbaumer Dr. Josef, Adj. a. k. zool. Mus. München. 

„ „ Krüper Dr. Theobald, Gustos am Museum . . Athen. 

„ „ Kuczuran Dr. Georg v., prakt. Arzt .... Jassy. 

^ „ Kühn Dr. Julius, Direct. des landw. Inst. . . Halle. 

r Küster Dr. H. C Bamberg. 

Kuhn Dr. Max, Luisenstrasse 67 (NW.) . . . Berlin. 

,. „ Kurz Sulpiz, Custos am bot. Mus Calcutta. 



XX 



Mitglieder- Verzeichniss. 



250 r. T. Herr Laboiilbene Alexander, Prof., Rue de Lille 11 Paris. 

„ „ Landerer Fr. X., Apotheker Athen. 

„ Lange v., Hofr. Chef der Telegraphen- Stat. . Odessa. 

Lange J. Carl, k. k. öst. Secretär a. D. . . . Athen. 

Layard E., Secretär, Südam. ...... Para. 

Lea Isaac, Präsid. d. Acad. od nat. scienc. . . Philadelphia. 

Le Comte Theophil, bei Brüssel Lesines. 

Le Conte Dr. John, cor. Secr. d. Ac. of nat. sc. Philadelphia. 

„ „ Leibold Dr. Friedrich, Apotheker Santiago. 

„ „ Leidy Dr. Josef, Professor Philadelphia. 

260 r r Le Jolis Auguste, Präs. d. nat.-hist. Vereines . Cherbourg. 

Lesko Dr. C. Robert, Prof. d. engl. Sprache . Constantinopel. 

Letzner K., Hauptlehrer, Nicolaistr Breslau. 

Leuckart Dr. Rudolf, Prof. a. d. Univers. . . Leipzig. 

Leuthner Franz, Assist, a. anat. Inst. . . . Basel. 

„ Lilleborg Dr. Wilh., Prof. Upsala. 

„ Lindberg Dr. S. 0., Prof., Finnland, .... Helsingfors. 

Lindem an Dr. Eduard R, v., Hofrath .... Elisabethgrod. 

r Lind ig Alexander, Pragerstrasse 14 .... Dresden. 

L inhart Dr. Wenzel, Prof. Würzburg. 

270 - V Lischke Dr. C. E., geh. Ob.-Regier.-Rath . . Elberfeld. 

Lobscheid Dr. W. S., b. Bunzlau, pr. Schlesien Gnadenberg, 
(p. Adr. H. Major Rogalla v. Bieberstein) 

r r Lochmann Johann, Magister der Pharmacie . Jassy. 

r n Loebisch Dr. Wilhelm, Neckar- Vorstadt 11 A Tübingen. 

„ - Logan M. Thomas, Esq., Californ Sacramento. 

- Lorentz Dr. Paul Günther, Üniv.-Prof, arg. Rp. Cordoba. 

Loscos y Bernal, Senor Don Castel Serao. 

Lovdn Dr. S., Professor Stockholm. 

Low Dr. Hermann, Realschul-Dir. a. D. . . . Guben. 

Low Dr. Ernst, Dessauerstr. 5 Berlin. 

280 . Lüders Dr., Arzt Valparaiso. 

Lütken Dr. Chr. Friedr., am k. Mus Kopenhagen. 

Mac Lach) an Rob. 'Mi Limes Grovo, Lowish. . London (SE.) 

Magnus Dr. Paul, BcUevuestr. 8 Berlin. 

.MalinovKky v., kais. türk. General .... Constantinopel. 

-Malm A. W., Intendant am naturh. Mus. . . Götheborg. 

-M.'ilzine F. de, ruc de Moulin 11 Brüssel. 

Manderatjcrna Alex, v., k. General, b. Warschau Radom. 

Manzoni Dr. Angclo, b. Bologna Lugo. 

M.'irion A.F., Prof, d. Zool., alldo des Capucines 4 Marseille. 

MarkuKcn Dr. Prof., Hofrath, Ldttichaust. 10 . Dresden. 

.M.irt«MiM Dr. Kd. v., CuHtf»s am Mus., Prof. . Berlin (W.) 

.M artin M CharlcH, Prof. Dir. d. bot. Gart. . . Montpellier. 



Mitglieder- VerzeichnisB. 



XXI 



P. T. Herr Mayer Heinrich, Grosshändler Trondhjena. 

„ „ Maximowicz Carl, Colleg. R St. Petersburg. 

„ „ Medem Niki., Freih., k. r. Gen. d. Artillerie . St. Petersburg. 

„ „ Meneghini Dr. Jos. Cav., Prof. Pisa. 

„ - Mengelbier Wilh., Kaufmann Aachen. 

„ „ Merian Thurneisen Dr. Pet., Rathsh., Prof. Basel. 

„ „ Merk Carl, Stud München. 

) n » Meves W., am köuigl. Mus Stockholm. 

„ Meyer Dr. Adolf Bernd., Direct. d. k. zool.Mus. Dresden. 

„ „ Meyer Dr. Carl, Assistent am eidgen. Polyt. . Zürich. 

„ „ Mieg, Don Fernando, Prof. de Hist. nat. . . Bilbao. 

„ „ Milne Edwards Alph., Aide nat. naturh. Mus. . Paris. 

„ „ Mniszech Georg Graf v., Rue Balzac. 22 . . Paris. 

„ „ Möbius Dr. Karl, Prof. der Univers Kiel. 

„ „ Moeschier Heinr. B., Bes. d. Kronförstchen b. Bautzen. 

„ „ Moesta Dr. Friedr., an d. Sternwarte, Chile . Santiago. 

„ „ Mohnike Dr. 0. G., Gesundheitsoffic, Java . Surabaja. 

) „ „ Möller J. D., bei Hamburg Wedel. 

„ „ Moore Dr., Dir. R. bot. Gard Dublin. 

„ „ Moore Thom. J., F. L. Ph. S. Cur. a. Derby Mus. Liverpool. 

„ „ Moquin-Tandon Dr.Gaston, avenue d'Antin. 29 Paris. 

„ „ Morawitz Aug., Cust. d. ent. Abth. d. zool.Mus. St. Petersburg. 

„ „ Morawitz Dr. Ferd., Wosnessensky-Prosp. 33 . St. Petersburg. 

„ „ Mörch 0. A., am k. Museum Kopenhagen. 

„ „ Morren Ed., Prof. und Director Lüttich. 

„ „ Mosling Svend, Adj. an der Realschule . .' . Trondhjem. 

„ „ Mousson Alb., Prof., Zeltweg Zürich. 

) „ „ Müller Albert, Direct. d. zoolog. Garten . . . Basel. 

„ „ Müller Ernst, pr. Schlesien bei Namslau . . Mittel- Wilkau. 

„ „ Müller Dr. Ferdinand, Direct. d. bot. Gart. . Melbourne. 

„ „ Müller Dr. Hermann, Oberlehrer, Westphalen . Lippstadt. 

„ „ Müller Dr. Karl, Barfüsserstr. 8 Halle. 

„ „ Müller Karl, Rector a. d. lat. Schule .... Trondhjem. 

„ „ Müller Dr. N. J., Prof. d. Forst- Akad. . . . Minden. 

„ „ Mulsant E., Stadtbibliothekar Lyon. 

„ „ Naegeli Dr. Heinrich, prakt. Arzt Rio de Janeiro. 

„ „ Nägeli Dr. Karl, Prof. d. Bot. a. d. Univers. . München. 

3 „ „ Naumann Alexander, Sachsen Zittau. 

„ „ Neubauer Joh., S. J. Nordwood, Austral. . . Adelaide. 

„ „ Newmann Edward, 7, York Grove, Beckham . London (SE.) 

„ „ Nietschke Dr. Theod., Westphal Münster. 

„ Noerdlinger D. H. Ob.-Forstrath Professor. . Hohenheim. 

., Nolcken Baron J. H. W., Ins. Oesel b. Riga . Pichtendal. 

„ Notaris G. de. Prof. d. Botanik Rom. 



xxn 



Mitglieder- Verzeichnis» . 



P. T. Herr Nylander Dr. Wilhelm Paris. 

„ r, Oehl E., Dr. d. Med., am Collegium Ghisliere . Pavia. 

„ Orn stein Dr. Bernard, Chefarzt d. gr. Armee. Athen. 

340 „ „ Osten-Sacken Karl Robert, Preih. v. . . . Boston. 

„ ,, Oulianiui B., Soc. des Amis d. 1. nat. , . . Moskau. 

„ ^ Owen Richard, Esq., Prof., brit. Mus London. 

^ „ Packard Dr. A. S., Esq., am Essex Institut N. A, Salem. 

„ „ Pancic Dr. Josef, Prof. d. Naturg. am Lyceum Belgrad. 

„ „ Pardozy Sastron, Senor Don Castellote. 

„ Pariatore Filippo, Prof., Dir. d. bot. Mus. . . Florenz. 

„ „ Pas quäle Josef, Prof. Strada anticilia 13 . . Neapel. 

„ H Passerini Dr. Giovan., Prof. d. Bot. Univ. . Parma. 

„ ~ Patze C. A., Stadtrath und Apotheker . . . Königsberg. 

350 - Paulsen Don Ferd., Chile Santiago. 

„ „ Pavesi Dr. Peter, Prof. am Lyceum .... Lugano. 

„ Perez Areas, Don Laur., Prof. der Zoologie . Madrid. 

„ „ Perty Dr. Max, Professor Bern. 

Peters Dr. Carl W., Prof. u. Dir. a. k. Mus. . Berlin. 

Peters Wilhelm, b. A. Hirschwald. Buchh. . . Berlin. 

„ Pfeffer Dr. W. Prof. d. Botanik a. d. Univ. . Bonn. 

Pfeiffer Dr. Ludwig Cassel. 

Pfitzer Dr. Ernst, Prof. d. Botanik .... Heidelberg. 

„ Philippi Dr. R. A., Direct. und Prof. . . . Santiago. 

„ Pirazzoli Eduard, Ingenieur Imola. 

Ploem Dr. Jakob, k. Gouv.-Arzt auf Java . . Tjandjur. 

Prantl Dr. Karl, Docent d. Bot. a. d. Univ. . Würzburg. 

„ Preudhomnie de Borre Alfred, Secr. soc. ent. Brüssel. 

Pringsheim Dr. N., Prof. Bendlestr. 13 (W.) . Berlin. 

Purchas Arth., G. Rever Aukland. 

Puton Dr. A., Vosges depart Remiremont. 

Puxty W. C, Lehrer, Erdington Orphanage . Birmingham. 

Raben hörst Dr. Ludwig Dresden. 

Rädel! ff e firote Aug., Esq., Cur. of ent. Soc. . Buffalo. 

370 r - Rad de Dr. Gustav, Direct. des Mus Tiflis. 

lUdlkofer D. Ludw., Prof. f. Bot. a. d. Univ. München. 

lianBonnet Eug., Freih. k. k. Leg.-Secr. a. I). München. 

JUsch Hai vor H., Professor Christiania. 

RaHkovich Michael, Prof. am Lyceum . . . Belgrad. 

KecBH Dr. Max, Prof. d. Botanik a. d. Univ. . Erlangen. 

IC e gel Dr. Eduard, Direct. d. k. botan. Gartens Petersburg. 

Rehm Dr. H., Arzt, Mittelfrankcu Windsheim. 

i:cich(!nbach Dr. II. G. L., geii. Hofiaili ii. ]»rof. Dresden. 

Keinliard Dr. IIer.,Gb.-Me'l.-Rutli,.I()hiumisi)latz Dresden. 

iU-inliardt .Jr,h. k. Professf)r Kopenhagen. 



Mitglieder- Verzeichniss. 



XXIII 



P. T. Herr Reinhardt Dr. Otto, Oranienstrasse 45 . . . Berlin. 

„ „ Renard Dr. Carl v.,Vicepräsidentd.nat.Gesellsch. Moskau. 

„ „ Ribbe Heinrich, Naturalist, b. Dresden . . . Blasewitz. 

^ „ RichiardiDr. Sebast., Prof. d. Natur ^. d. Univ. Bologna. 

r, „ Riehl Friedrich, Oberzahlmeister Kassel. 

„ „ Roberts Alfred, Esq., Dr Sidney. 

„ „ Robertson David, 4, Regent Park terrace . . Glasgow. 

n r, Röder Victor von, Oekonom, Herzogth. Anhalt Hoym. 

„ „ Römer Dr. Ferd.. Prof. an der Universität . . Breslau. 

390 r r Rösler Dr. Carl Friedr. Herrn., Prof. .... Rostock. 

V Rolli Dr. Ettore, Prof. d. Bot. a. d. Univ. . . Rom. 

„ r, Rondani Dr. Camill, Cav., Prof. a. d. Univ. . Parma. 

r, r Rosen hauer Dr. W. G., Prof. Erlangen. 

„ Ross Milton, AI. Esq. Canada Toronto. 

„ „ Rossi Ludwig, a. d. zoolog. Station .... Neapel. 

r „ Rostafinski Dr. Josef, Ass. d. Bot. Thomaspl. 5 Strassburg. 

^ Rüppel Dr. M. Ed Frankfurt a. M. 

„ „ Rütimeyer-Frankhaus en Karl L., Prof. . Basel. 

„ .. SaccardoPier Andrea, Prof. d. Botanik . . Padua. 

400 . Sachsl Leopold, k. u. k. Vice-Consul . . . Phillipopel. 

r, „ Sadebeck Dr. R., Marienstrasse 10 (NW.) . . Berlin. 

„ „ Saudberger Dr. Fridolin, Prof. d. Mineralogie Würzburg. 

„ „ Sander Dr. Julius, Arzt a. der Charite . . . Berlin. 

r, Sars Dr. Mich., Prof. Christiania. 

Saunders Sidney Smith Sir, Rosenheim . Reigate. 

Saussure Henri de, City 24, Tertasse . . . Genf. 

Schäffer Ignaz Ritter v., k. k. Minist.-Resident Shanghai. 

„ r Schaufuss L. W., Naturalist, Wettinerhof . . Dresden. 

„ „ Sebent A., k. Professor, Nassau Weilburg. 

410 „ ^ Schenk A., Hofrath, Dr. und Prof. der Bot. . Leipzig. 

V n Schieferdecker, Dr. der Med., Sanitätsrath . Königsberg. 
„ „ Schierbrand Curt Wolf v., 2. I. Johannisplatz Dresden. 

„ V Schiff Dr. Moriz, Prof. a. d. Hochschule . . Florenz. 

r, V Schilling Hugo, Naturalist Hamburg. 

„ „ Schimper Dr, W. Ph., Prof. Strassburg. 

r r Schiödte J. C, Prof. u. Custos am k. Museum Kopenhagen. 

V - Schlegel Hermann, Direct. des zool. Museums Leyden. 
r n Schlerka Job., p. Med. Regie-Direct Verona. 

„ Schliep hake Karl, Fab.-Dir., Thür. b. Osterfeld Waldau. 

420 „ „ Schmeltz Dr. E., Custos am Mus. Godeffroy . Hamburg. 

„ „ Schmid Anton, Privat Regensburg. 

„ „ Schmidt Dr. J. F. Julius, Dir. d. Sternwarte . Athen. 

„ Schmitz Dr. Friedrich, Docent d. Botanik Univ. Halle. 

„ Schneider W. G., Dr. Phil Breslau. 

Z. B. Ges. B. XXV. d 



XXIV 



Mitglieder- Verzeichniss. 



P. T. Herr Schnitzer Dr., Sanitätsarzt, Albanien. . . . Antivari. 

„ „ Schräder W. H. L., b. Simssen et Comp. . . Shanghai. 

, „ Schroeter Dr. J., Oberstabsarzt Rastatt. 

„ „ Schübler Dr. Christ. Fried., Dir. d. bot. Gart. Christiania. 

Schlich Dr. G. de Capanema, Prof. .... Rio de Janeiro. 

430 „ « Schilz Dr. Emil, prak. Arzt, Würtemberg . . Calw. 

„ „ Schultz Dr. Friedr. G., Elsass Weissenburg. 

„ r, Schwager Conrad, k. Geolog, Marsstrasse 37 . München. 

, „ Schwei nfurt Dr. Georg Berlin. 

„ „ Sclater Ph. Luttley, Secr. zool. Soc, Hannov. Sq. London. 

„ „ Scott Alexander Walker, Esq., Australien . . Ash Island. 

„ „ Scott John, 37, Manor Grove Lee London (SE.) 

„ Scott Robert Henriy v, Scr. R. geol. S. of Irl. Dublin. 

„ „ Seebold Th., Ingenieur (bei Krupp) .... Essen. 

Segeth Carl Dr., Arzt, Chile ....... Santiago. 

440 Seidel C. F., Seminarstrasse 6 Dresden. 

„ Seidlitz Dr. Georg, Docent a. der Univ. (Köhler) Dorpat. 

„ „ Selys Longchamps Bar. de, Sen., Mitgl. d. Akad. Liege, 

n „ Semper Georg, van der Schmissen- Allee 5 . . Altona, 

n «1 Semper Dr. Carl, Prof. an der k. Universität . Würzburg. 

„ „ Seoanne Don Victor Lopez, Prof. d. Zool. . . Ferrol. 

« Sharpey Will., 33 Woburn PI., Rüssel Sq. 80 London. 

„ „ Siebold Dr. Theod. v., k. Hofr., Prof., Karlstr. 1 München. 

„ n Siegel C. H., Professor Athen. 

„ Signoret Dr. Victor, Rue de Seine 51 ... Paris. 

450 T, Simon sen Carl Ludw., Adj. an der Realsch. . Trondhjem. 

r, Skinner Maj., Grosvenor Place Bath. 

Smith Fried., Esq., Custos brit. Museum . . London. 

Snellen v. Vollenhofen Dr. J. S. ... I Haag. 

n Sodiro P. Alois S. J. Prof. d. Bot. Ecuador . Quito. 

Sohst C. G., Fabriksbes., grüner Deich 77 . . Hamburg. 

Solms- Laub ach Dr. Her. Graf, Prof. d. Bot. Stras.sburg. 

„ „ SouHa Jose Augusto de, am Museum zu . . . Lissabon. 

Frau Soatzo Marie Fürstin, Durclil., Moldau . . . Henzeschti. 

Herr Speyer Adolf, Dr., Fürstenthum Waldeck . . Rhoden. 

1'-" Speyer .August, Fürstenthum Waldock . . . Arolsen. 

StttCK Cöh'Hfin I)., Rur de dcux <;glises, 28 . Brüssel. 

Staintoii Henry, Mountslield Lowisham bei . liondou (SE.) 

Stalio Luigi Prof., ( ::iHs<'lleria Nr. 5288 . . . Venedig. 

Stäl hr. C.'irl. I'K.f. II. Iiitend. am zool. Mus. . Stockholm. 

Stau gen wähl Dr. Hugo, Saiidwichs-InH. . . Honolulu. 

Staiidinger Dr. Otto, Villa Diana bei Dresden Hlasewitz. 

HtearriH Hobert E. C St. Francisco. 

HtfCHMtrup J. JapetuH Sm., Mus.-Director . . Kopenhagen. 



Mitglieder-Verzeichniss. 



XXV 



n 



P. T. Herr Steiner Leon v., Dr. d. Med Bukarest. 

) „ „ Stierlin Gustav, Dr. d. Med Schaffhausen. 

„ StimpsonW Philadelphia. 

„ St oll Dr. Franz, Arzt im deutschen Spitale . Constantinopel. 

„ „ Stra SS burger Dr., Prof. d. Bot. a. d. Univers. . Jena. 

„ „ Strobel Pelegrino v., Univers. -Prof. (Cormons) Parma. 

„ Stnder Dr. Beruhard, Prof., Inselg. 132 . . . Bern. 

, „ Sullivant William S., Nordamerika, Ohio . . Columbus. 

„ „ Suringar Dr. W. F. R., Eector Leyden. 

„ „ Swinhoe Piobert, Esq. Consul London. 

„ „ Syracusa Padre Giuseppe, Sup., Insel Tinos . Lutro. 

Tacznowsky L., Conservator am Museum . . Warschau.' 

Targioni-Tozzetti Cav. Adolf, Üniv.-Prof. . Florenz. 

Tauber Eduard, stud. Chem. a. der Univ. . . Heidelberg. 

Terrae ciano Dr. Xicolo, Dir. d. k. Gart, zu . Caserta. 
Theodori Dr. Carl, g. Secr. Sr. k. Höh. 

Herz. Max München. 

Thomas Dr. Friedr., Real- Oberlehrer b. Gotha Ohrdruf. 

T omsen Allen. Prof., 3 College Court., High Str. Glasgow. 

Thoren Dr. Tamerlan, Prof. a. d. Univers. . . Upsala. 

Thümen Freiherr Felix von Baireuth. 

Tischbein, Oberförster, Preussen Herrstein. 

Todaro Agostino, Prof. Dir. d. bot. Gartens . Palermo. 

Troschel Dr. F. W., Prof. a. d. Univers. . . Bonn. 

Tryon George W Philadelphia. 

Turner W., M. B. Prof. F. R. S. E Edinburgh. 

Tyermann John S., Engl Falmouth. 

Ungern -Sternberg Dr. Franz Freih. v. . . Dorpat. 

Uricoechea D. Ezech., Präs. d. naturw. Ges. . St. Fe de Bogota. 

Üechtritz R. v.. Elosterg. 1. e Breslau. 

Yerrall G. H., Friars Cottage Laves. 

Veth Moritz. Fabriksbesitzer. Fürstenth. Reuss . Gera. 

Yisiaui Robert de, Prof. u. Dir. d. bot. Gart Padua. 

Vitorchiano P. Angelico da, ]Miss. apost. . . Tinos. 

Vogt Karl, Professor Genf. 

Volger Dr. Otto Frankfurt a. M. 

VuUers Dr. D., Univ.-Prof. u. geh. Studienrath Glessen. 

Wallace Alfred. Esq London. 

Waltl Dr., Professor Passau. 

Warming Dr. Eugen Kopenhagen. 

Weddel Hektor A Poitiers. 

Weinland Dr. Fr., bei Urach Hohenwittliugen. 

Weisbach Dr. Aug., Arzt a. öst.-ung. Nat.- 

Spital (Galatha Seraij . .' Constantinopel. 

d=^ 



XXVI 



Mitglieder- Veizeichniss. 



Strehleuer-Strasse 7. 
Schulinspect. Kröben, 



Pofc 



P. T. Herr Weis flog Eugen, 
j, „ Wenzel Hugo, k. 

„ West Tuffen 

„ „ Westerland Dr. Karl Agardh, Schweden . . 

„ „ Westwood John, Prof. a. d. ünivers 

„ „ Weyers Josef Leopold, rue des fripieres 24 . 
„ Wilde Sir Will., Vice-Präs. of the Irish Ac. . 

„ „ Win kl er Moriz, bei Neisse 

., „ Winnertz Johann, Kaufmann 

520 „ „ Wood-MasonJ. Esq., Asst. Curator Ind. Mus. 

Wright Dr. Percival Prof. naturh. Trinity Coli. 
„ „ Wright J. Strethill, Dr., Nortliumberl. Str. 55. 

„ Z ad dach G., Prof. d. Zool. und Mus.-Dir. . . 
„ „ Zeller P. C, Prof., Grünhof nächst . . . . 

„ „ Zickendrath Ernst, Chemiker 

„ „ Zimmermann Dr. Her., Bürgerschul-Lehrer . 
„ „ Zirigovich Jakob, k. k. Vice-Consul . . . 
„ „ Zwiedinek-Südenhorst Jul. , Ritter von, 
k. und k. Gen.-Cons 



Dresden. 

Rawitsch. 

London. 

Ronneby. 

Oxford. 

Brüssel. 

Dublin. 

Giesmannsdorf. 

Crefeld. 

Calcutta. 

Dublin. 

Edinburgh. 

Königsberg. 

Stettin. 

Wiesbaden. 

Limburg a/L. 

Adrianopel. 

Beirut. 



Mitglieder- Verzeicliniss, 



XXVII 



Mitglieder im Inlande. 

P. T. Herr Ab solo n Dr. Wilibald, Post Manetin b. Prag . Breitenstein. 

„ „ Adamovic Viiicenz, Bürgerschiil-Director . . Ragusa. 

Aichelburg Graf Raphael, an d. k. k. orieut. Akad. Wien. 

„ „ Altenberg Felic, Apoth., V., Margarethenstr. 75 Wien. 

„ „ Ambrosi Franz, Bibliothekar Trient. 

„ „ Andorfer Josef, Pharmaceut Langenlois. 

„ „ Anker Rudolf, Christ.-St., Fabriksgasse 155 . Buda-Pest. 

„ „ Antoine Franz, k. k. Hofgartendirector . . . Wien. 

„ „ Arenstein Dr. Josef, Gutsbesitzer Gloggnitz. 

> „ Fräul. Armatage Josefine. N.-Oe Neunkirchen. 

„ Herr Arneth Alfr. v., Dir. d. geh. Staatsarchives . Wien. 

„ „ Artner Stefan, Lehreru.Turnleiter,lX. Salzerg. 27 Wien. 

„ „ Aschner Theodor, Hochw., Domherr .... Pressburg. 

„ „ Äusserer Dr. Anton, Prof. am I. k. k. Staats- 
gymnasium Graz. 

„ „ Äusserer Carl, Prof. a. k. k. Staatsgjmnasium Troppau. 

„ „ Au st Carl, Stud. jur., III., Posthorng. 7 . . . Wien. 

„ „ Bäbek Leop., Real.-Professor, Neubaugasse 50 Wien. 

„ „ Bachofen Adolf von Echt, Fabriksbes., Nr. 33 Nussdorf. 

„ „ Badini Graf Franz Josef, k. k. Telegrafenbeamt. Ragusa. 

I „ „ Barbieux August, Rothenthurmstr. 18 . . . Wien. 

„ „ Bartsch Franz, k. k.Finanz.-Commiss., Salmg. 14 Wien. 

„ ,, Bartsch Ambros, k. k. Offic, Hauptstr. 4. III. 10 Hernais. 

„ „ Bauer Dr. med. Ivan Agram. 

„ „ Ben da Franz, Hochw., Bürgersch.-Director. VIII Wien. 

„ Benkovic Iguaz, Pfarr., Croatien, b. Karlstadt Sipak. 

„ „ Berger Emil, Stud., Gonzagag. 5. II Wien. 

„ „ Bergner Eduard, k. k. j. Ob. -Landesgerichtsrath 

Beethovenstrasse 11 Graz. 

„ ßergenstamm J., Edl. von, II., Tempelg. 8 . Wien. 

„ „ Bermann Josef, Kunsthändl. Gartenbauges. . Wien. 
I „ „ Bernfuss Gregor M., Hochw. Cooperat, Post 

Kapelln N.-Oe. Jeutendorf. 

„ „ B e r r y e r E., Juwelier, Gumpendorferstr. 63 G. 3. Wien. 

,, „ Betzwar Dr. med. Anton, IV., Favoritenstr. 17. Wien. 

„ „ Biasioli Carl, Lehramtskand. a. d. Univ. . . Innsbruck. 

„ „ Bie'sok Dr. Georg, Prof. am k. k. Gymnasium Strassnitz. 



XXVIll 



Mitglieder- Verzeichniss. 



P. T. Herr Bilimek Dominik, Custos des k. k. Museum . Miramare. 

„ „ Bisching Anton, ßealschul-Prof., Wieden . . Wien. 

„ „ Bittner Alex., Lehramts-Cand., Wien. 

„ „ Blas ich Josef, Hörer d. Philos., III., Barichg. 14. Wien. 

„ „ Bobies Franz, Bürgerschul-Dir., Pressg. 24 . Wien. 
40 „ „ Boelim Dr. Josef, Prof. d. Hochschule f. Bdklt., 

Reiterg. 17 Wien. 

„ „ Bohatsch Albert, IL, Schreigasse 2 . . . . Wien. 

„ „ Bohatsch Otto, IV., Pleischmannsg. 8, 2 . . Wien. 

„ „ Boll er Adolf, Lehrer, Post Lilienfeld .... Annaberg. 

„ Borbäs Vincenz, Realsch.-Prof., Fabriksg. 9 . Buda-Pest. 

„ ,, Boschan Dr. Friedrich, Dominik.-Bast. 5 . . Wien. 

„ „ Boue' Dr. Ami, IV., Lamprechtsgasse 6 . . . Wien. 

„ „ Brassai Samuel, Dir. d. siebenb. Museum . . Klausenburg. 

„ „ Brauer Dr. Friedrich, Custos am k. k. zool. Hof- 

cabinet, Prof. d. Zool., an d. Univ., Wollzeile 23 Wien. 

„ „ Braun Ernst, Dr. d. Med., Kohlmarkt 11 . . Wien. 

50 „ Breidler J., Architekt, ob. Weissgärberst. 15 . Wien. 

„ „ Breindl Alfred, Stationschef der Südbahn . . Steinbrück. 
„ „ Breitenlohner J., Dr. Prof. d. Hochschule f. 

Bodenkultur Wien. 

„ „ Brestl Dr. Rudolf, Exc Wien. 

„ „ Breunig Dr. Ferd., Prof. am Schott.- Gymnasium Wien. 

„ „ Bruck Otto, Freih. v., b. österr. Lloyd . . . Triest. 
„ „ Brunner v. Watten wyl, Carl, k. k. Minist.- 

Rath im Handelsminist. Theresianumg.'25, . Wien. 
„ „ Brusina Spiridion, Custos am naturh. National- 

Museura Agram. 

Bryck Dr. Anton, Prof. d. Chir. Grodgasse 38 Krakau. 

Buchmüller Ferdinand, Privat, Bur gg. 108 VII. Wien. 

„ ^ Bunz Franz, Hochw., k. k. Feldcapl., p. Nabresina Komen. 

„ n Bu rger st ein Alfred, Realsch.-Prof. IX.Hörlg. 15 Wien, 

n „ Buric Friedr., Curat-Caplan nächst Ragusa . . Brgat. 
„ Bursik Ferd., Hchw., Gymn.-Prof.. Post Za- 

liradka, Böhm Wojslawitz. 

„ , Buschmann Ferd., Freih. v., Hauptstr. 134 . Währing. 
n Caasian Joh. Ritt, v., Dir. d. D.-Dampfschifff.- 

Gcbellsch Wien. 

Chimani Dr. Ernst v. k. k. Garde-Arzt, Renn- 
weg 7 Wien. 

.. Chimani Carl. Exped.-Dir. k. k. Obersthof.-Amt Wien. 

Chornitzcr Josef, L, Renngasse 4 .... Wien. 
ChriHten Severin, P. Hchw., Gymn. -Professor, 

Kärnten St. Paul. 



Mitglieder- Verzeichniss. 



XXIX 



70 P. T. Herr Chyzer Dr. Cornel, Zempliner k. Comitats- 

Physikus S. a. Ujhely. 

„ „ Claus Dr. Karl. k. k. Prof. d. Zool. a. d. Univ. 

I. Schottenriog 24 Wien. 

' „ - CoUoredo-Mannsfeld, Fürst Josef zu, Durclil. Wien. 

„ „ Conrad Sigmund, Hochw., Wieden, Hauptstr. 82 Wien. 

^ „ Coppanizza Anton, Hochw., Domherr . . . Ragasa. 

„ „ Csap Nicolaus v,, Mediciner Wien. 

„ „ Csato Job. V., Gutsbes. u. Vicegespann Siebenb. Nagy-Enjed. 

„ „ Cubich Johann, Dr. d. Med., k. k. Bezirksarzt Veglia. 

„ „ Czarnecki Johann, Podwoloczyska, Galiz. . . Kaczonorka. 

„ „ Czech Theod. v., Dr. d. M., Mariabilfergürtel 35 Wien. 

80 V V Czeglay Johann, k. k. Bezirksvorsteher . . . Troppau. 

„ „ Cz er mak Johann, Hochw., Prof., VIIL Piaristeng. Wien. 

„ „ Czerwiako wski Ign., Dr. d. M., Prof. d. Bot. Krakau. 

„ „ Czoernig Carl, Freih. v., k. k. Finanz-Secret. . Triest. 
„ r, Dal la Torr e Dr. Carl v., Prof. d. k. k. Lehrerb. - 

Anst Linz. 

„ „ Damian itsch Martin, k. k. p. Gen.-Aud., Eli- 

sabethstr. 9 Wien. 

„ „ Dautwitz Friedr., k. k. Hofbau-Coutrolor . . Schönbrunn. 

„ „ Deschraann Carl v., Custos araiLandes-Museuni Laibach. 

„ „ Didecek Josef, Prof. d. Com. -Realschule . . . Pisek. 

„ „ Dittrich Herrn.. Forst-Ingenieur, Böhmen . . Weisswasser. 

90 V n Doblhoff Josef Freiherr v., I., Weihburgg. 26 Wien. 

„ D öl 1 Eduard,* Realschul-Direct. I. Ballg Wien. 

„ ri Dorf Inger Johann, bei Wien Nr. 28 ... . Salmannsdorf. 
„ „ Dorfmeister Georg, Ober-Ing. d. k. k. Ld.-Bau- 

direct Graz. 

„ r, Dorfmeister Vincenz, IX., Nussdorfer.str. 25 . Wien. 

„ „ Dürr Julius, Handelsgärtner Laibach. 

„ „ Dzieduszycki Graf Wladimir, Franciskanerpl. 45 Lemberg. 

„ „ Eberstaller Josef, Kaufmann Kremsmünster. 

„ „ Eberwein Josef, Ingenieur Wien. 

„ „ Ebner Dr. Victor v., k. k. a. o. Univ.-Professor Graz. 

100 „ „ Eckhel Georg v., Grosshändler Triest. 

„ n Effenberger Dr. Josef, prakt. Arzt .... Hitzing. 

„ „ Egger Graf Franz, Kärnten ....... Treibach. 

„ Egger Graf (xustay, Kärnt. P. Launsdorf . . St. Georgen. 

„ „ • Ehrenberg Hermann, Buchhalter, Weihburgg. 5 Wien. 

„ Eichler Wilh. Ritter v. Eichkrou, k. k. Hofrath Wien. 
„ „ E mich Gustav v.Emöke,k.k.Truchsess, Franzisk.- 
platz 7 Buda-Pest. 

„ „ Engel Heinrich, Hochw., Pfarrer, Ob. -Oe., Innkr. Thaiskirchen. 



XXX 



Mitglieder-Verzeichniss. 



P. T. Herr Engelthaler Hans, Lehrer d. prot. Bürger- 

Sch., Gump.-Str. 43 • • • Wien. 

„ „ Engerth Wilh. Freiherr v., k. k. Hofrath, Direct.- 

Stellv Wien. 

110 „ r Entz Dr. Geza, Prof. d. Zool. a. d. Ünivers. . Klausenburg. 

„ Erb er Josef, Naturalienhändler, Sigmundsg. 9 . Wien. 

^ „ Erdinger Carl, Hochw., Domherr St. Pölten. 

„ Etti Carl, III., Beatrixg. 16 Wien. 

r Ettingshausen Dr. Const., Freih,, k. k. Prof. Graz. 

r „ Farm ad y P. Martinian, Gymn.-Director, Ungarn Neuhäusel. 

r r Feichtinger Alex., Dr. d. Med., k. Com.-Phys. Gran. 

r, r Feiller Franz v., Privat., Leonhardstr. 48 . . Graz. 

„ „ Fekete Fidelis v., Kapuziner-Ord.-Priester . . Wien. 

„ „ Felder Dr. Cajetan, Bürgermeister, Operngasse 8 Wien. 
120 „ „ Fenzl Dr. Eduard, k. k. Regierungsrath, Prof. 

u. Dir. am k. k. bot. Hofcabinete, Rennweg 14 Wjen. 

r r Ferrari Angelo Graf, Custos a. k. k. zool. Hofcab. Wien. 

r, „ Feuer Dr. David, Waiznerstrasse Buda-Pest. 

r Feyerfeil Carl, Hochw., Dir. a. Josefst. Gymn. Wien. 

r r Fieber Dr. Friedr., I. Dorotheerg. 5 Wien. 

„ „ Filiczky Theodor, Dr. der Med Oedenburg. 

„ „ Finger Julius, Sparkassebeamter, Nr. 68 . . Unter-Meidling. 

„ „ Firganek Laurenz, k. k. Oberförster, Galizien . Alt-Sandez. 

„ r Fischbacher Alois, Cooperator, Weissgärber . Wien. 

r V Fischer Anton Ritt. v. Ankern, Elisabethstr. 12 Wien. 

130 - r Fitzner, fürstl. Reuss'scher Obergärtner, N.-Oe. Ernstbrunn, 
r „ Fleischer Gottlieb, k. k. ev. Feldprediger I. 

Dorotheerg. 17 Wien. 

„ - Foetterle Franz, w. Bergrath, Vice-Dir. d. k. k. 

geol. Reichsanst Wien. 

n n Forster Dr.Leop.,Prof.a.k.k.Thierarz. -Institute Wien. 

„ Förster J. B., Chemiker, Laaerstr. 20 . . . Wien. 

Frank Dr. Johann, Advokat, Opernring 8 . . Wien. 

Frank Leop., Stud Wien. 

Franz Carl, Dr. d. Med., Mähr. Post Zastawka Rossitz. 

r r Freyn Josef, Staats-Ingenieur der Istrianerbahn Pola. 

„ Friedrich Dr. Adolf, Apoth., Schönbrunnerstr. Fünfhaus. 
140 - Friesach Dr. Carl von, k.k. Professor, Strassoldo- 

KtraHse 900 Graz. 

FritHch Anton, Dr. med., Cust. a. naturh. Museum Prag. 

F ritsch Carl. k. k. Vice-Dir. i. P., Theaterg. 14 Salzburg. 

FritHch Josef, Privatier, Eichwaldthorstr. 16 . Teplitz. 
Fri va 1 (Iszky Johann v., dirig. Custos am k. 

Nat.-Mub Buda-Pest. 



Mitglieder-Verzeichniss. 



XXXT 



/Ibs. 



P. T. Herr Fruwirth Eduard, Stations-Ing., Westbahnhof Linz. 

„ „ Fuchs Franz, Lehrer, N.-Oe., Post Raggendorf Auersthal. 

„ „ Fuchs Josef, k. Rath, Landstr., Hptstr. 67 . . Wien. 

„ „ Fuchs Theodor, 1. Cust. a. k. k. Hofmin.-Cab. Wien. 

Fugger Eberh., Prof. d. Ob. -Realschule . . . Salzburg. 

) « . Fuka Dr. Alois, k. k. Notar, N.-Oe Waidhofen 

Funke Wilh., gräfl. Thun'scher Forst-Inspect. . Bodenbach. 

„ Furlic Franz, sup. Gymn.-Prof. d. Xaturg. . . Fiume. 

r V Fürstenberg Friedr.„ Landgraf zu, Erzbischof 

Eminenz Olmütz. 

V r Fuss Michael, Pfarrer nächst Hermannstadt . Girlsau. 

Gaiger Vinc, p. k. k. Rechn.-Official, Dalmatien Lissa. 

Gall Eduard, erzherzogl. Secr., Favoritenstr. 18 Wien. 

Gassenbauer Mich. Ed). v.,Rechngsr. Herrng. 13 Wien. 

Gassner Theodor, Hochw., k. k. Gyran.-Dir. . Innsbruck. 

Gasteiner J., Bürgerschullehr., VL Spörlingasse Wien. 

) - „ Geitler Hermann, Kaufmann u. Bez.-Schulrath Heiligenstadt. 

Ger lach Benjamin, Hochw. Dir. d. Gymn. . . Stuhlweissenburg. 

„ Giskra Dr. Carl, Excellenz Wien. 

Giuriceo Xicolaus R. v., k. k. Ob.-Ldsger.-R. Zara. 

Glowacki Julius, Prof. a. k. k. Gymnasium . Pettau. 

r Gbbanz Alois, k. k. Forstverwalt.Fleimthal, Tirol Cavalese. 

„ Gobanz Dr. Josef, k. k. Landesschul.-Inspect. . Klagenfurt, 

r „ Godeffroy Dr. Richard, Getreidemarkt 3 . . Wien, 

r „ Goldschmidt Moriz, Ritt, v., Opernring 6 . . Wien, 

r V Görlich Cajetan, Ober-Lehrer d. Volksschule . Hainburg. 

) V « Gottwald Johann, Hochw. Capitular d. Stiftes Lilienfeld. 

V „ Grab ach er Dr. Anton, k. k. Bezirksarzt . . Krems. 

« „ Graczynski Dr. Adolf, Galizien Wadowice. 

« „ Grave Heinr.,CiviMngen., Fünfhaus, Blütheng. b. Wien. 

„ „ Gr edler Vincenz, Hochw., Gymn. -Professor . Bozen. 

„ „ Gr äffe Dr. Eduard, Inspector d. zool. Station . Triest. 

„ Gremblich Julins, Hochw., Gymn.-Prof., Tirol Hall. 

„ Grimus CarlR. V.Grimburg, Realsch.-Profess. HL Wien. 

„ Grössl Franz X., IL Winterg. 28 Wien. 

„ Gründl Ignaz, Pfarrer bei Gran Dorogh. 

) „ „ Grunow Albert, Chemik. d. Metallwfab. N.-Oe. Berndorf. 

„ Grzegorzek Dr. Adalb., Hochw., Probst. . . Bochnia. 

„ G uckler Josef, Prof. am Neustädter Gymnas. . Prag. 

„ Gugler Josef, Gymn.-Prof., Ledererg. 8 . . . Wien. 
„ „ Guppenberger Lambert, Hochw., Gymnasial- 

Professor Kremsmünster. 

„ Gyergyai Dr. Arpäd v., k. Univ.-Professor . . Buda-Pest. 

„ „ Haberhauer Josef, Naturalist, Arpädg. 26 . . Fünfkircben. 

Z. B. Ges. B. XXV. 6 



XXXII 



Mitglieder-Verzeicliniss. 



P. T. Herr Haberlandt Friedr.,Prof.d.Hochschiilef.BodeDk. Wien. 

H ab er 1er Dr. Jur. Frz. Ritter V., Bauernmarkt 1 Wien. 

Hackel Eduard, Gymnasial-Professor .... St. Pölten. 

„ Hacker P. Leopold, Hochw.,Capitular des Stiftes Göttweih. 

Hack spiel Dr. Job. Conr., k. k. Gyra.-Director 

Altstadt Prag. 

Haerdtl August, Freib. v., Dr. d. M Salzburg. 

„ - Hagenauer Franz, Bäckerstr. 4 Wien. 

r „ Haider Dr. Job., k. k. Eeg.-Arzt d. 8. L-Reg. 

Mäbr. b. Znaim . Klosterbruck. 

Haim hoffen Gustav Ritter Hairn v. , Director des 

k. k. Minist.-Zahlamtes VIII., Florianig. 2 . . Wien. 

Halacsy Eugen, Dr. Med., Neubaug. 80 . . . Wien. 

Halbbuber v. Festwill Ant., Freih., Excell. . Wien. 

Haller Dr. Karl, Prini. -Arzt, allg. Krankenhaus Wien. 

Hamraerschmid Dr. Job., k. k. Recbn.-Ratb Wien. 

2Ö0 . _ Hanipe Clemens, Dr. d. M., Herrengasse 6 . . Wien. 

Handtke Robert, Prof. des Land. Proseminar . St. Pölten. 

Hanel Alois, Decbant, Böhmen Saaz. 

Kauf Blasius, Hocbw.,Pfarrer, P. Neumarkt Ob.-St. Mariahof, 
llantken Maximil. R, v. Prudnik, Professor, 

Hochstr. 5 Buda-Pest. 

- Hardegg Carl, j). Ic. k. Militär-Arzt, Neug. 169 Graz. 
Harn er Dr. Ignaz, k. k. Regim.-Arzt 1. Cl. 

22. Inft-Rcg Spalato. 

II artig Gustav, Lehrer, Böhmen Steinschonau. 

Ilartinger Aug., Hof-Chromolithograph, Maria- 

liilferstrasse 117 Wien. 

- Hasch ek .lakob Karl, Dr. d. M., Ungerg. 1 . . Wien. 
210 - Haszlinszki Friedr., Prof. d. Naturgeschichte . Eperies. 

- Hauer Franz R. v., k. k. Minist.-Rath, Dir. d. 

goolog. Reichsanstalt, ('anovagasse 7 . . . Wien. 

- Flanrk F.,k.k.T('lograpli.-Beamt.,ViaRo8etti299 Triest. 
Hau HHi an n Franz, Freiherr V Bozen. 

- " ly Ii Gustav v.,(Jyin. -Prof., III., Marokkancrg..S Wien. 

- lUynalü Dr. Ludwig, Erzbischof, Excellcnz . Kalocsa. 

II ««ger Rudolf, Apotheker, Galizicn P. Przeworsk Kanczuga. 

U'-idjiiann Alberik, Ilochw., Abt des Stiftes . Lilicnfold. 

il«'in lKid(»r. Dr. d. M., IX., Nnssdorferntr. 51 . Wien. 

IImu/H Lmlwig, Dr. d. Med., VII., Kircheng. H Wien. 
II«-iir/«'l FiT.linand. k. k. Post-Controlor i. P., 

VII. Kirrlirng. ;{ Wien. 

llflHvr JoHff, EiHrnwaaren-Fabrikshesitzer . . Gaming. 

Ih'lfiTt Dr. Jog«f Alex. Freili. v., gHi. Rath, Exc. Wien. 



Mitglieder- Verzeichniss. 



XXXIII 



P. T. Herr Heller Dr. Cariiill, k. k. Prof. d. Zool., Universität Innsbruck. 

„ Heller Karl, k. k. Gym.-Prof., Uut. Alleeg. 30 Wien. 

„ „ Hepperger Dr. Karl v Bozen. 

„ „ Herman Otto v., Custos-Adj. k. uaturh. Museum Buda-Pest. 

„ „ Hetschko Alfred, Stud. phil., an d. Univ. . . Graz. 

„ „ Hink Hermann, Gymn. -Professor Leitomischl. 

„ „ Hinte rhuber Julius, Apotheker Salzburg. 

230 „ „ Hin t er waldn er J. M., Prof. d. Lehrerbild.- Anst. Innsbruck. 

„ „ Hirn er Josef, Kaufmann, VII., Neubaug. 70. . Wien. 

„ „ Hirschler Salomon, Wollzeile 12 . . . . . Wien. 

„ „ Hi t sc h mann Hugo, Red. d. landw. Zeit., Fleisch- 
markt 6 Wien. 

„ „ Höbert Dr. Clemens, k. k. Bezirksgericht . . Hietzing b. Wien. 

„ „ Hodek Eduard, Präparator, Mariahilferstrasse 51 Wien. 

„ „ Hoefer Franz, Oberlehrer, Nussdorf bei . . . Wien. 

„ Hoehnel Franz v., Assist, a. d. k. k. Hochsch. 

f. Bodeuk Wien. 

„ Hoelzl Carl. Prof. am Leopoldstädt. Real-Gymnas. Wien. 

„ „ Hoernes Rudolf, a. d. geolog. Reichsanst., II. 

Blumauerg. 8 Wien. 

240 n „ Hoffmann Aug. R. v. Vestenhof, k. k. Lieut. 

21. Inf.-Reg., VI., Engelgasse 4 Wien. 

„ „ Hoff mann Otto, Fabrikant, Mariahilferstr. 75 . Wien. 

„ „ Hoff mann Nicolaus, chir. Instrumentenmacher Laibach. 

„ „ Hofmeister Wenzel, Official d. k. k. Punz.- 

Amt., VL Gumpend.-Str. 63 Wien. 

„ „ Hohenbühel Ludw. Freih. v., p. k. k. Sect.- 

Chef, Tirol Hall, 

^ „ Holzinger Dr. Jur. Josef B,, Advocat, Real- 

schulg. 6 Graz. 

„ „ Holuby Jos. Ludw., ev. Pfarr., Post Väg-Ujhely Nemes-Podhrad. 

„ „ Hornung Carl, Pharm. Mag,, Apotheker . . . Kronstadt. 

„ „ Horväth Dr, Geyza V., Bezirksarzt, AbanjerComit. Forrö. 

, „ Horväth Sigmund, Hochw., Prof. d. Mathematik Erlau. 

250 „ „ Hub er Eduard, Dr. Med. et Chir., I. Seilerg. 5 Wien, 

„ „ Hunka Ludw,, Prof. an der Realschule , . . Warasdin. 

„ „ Hut er Ruppert, Hchw., Weltpriester, Tirol . . Sexten. 

„ „ Hutten-Klingenstein, Moriz v., k, k. Ritt- 
meister, Neut. Com. b, Gross-Tapolcsan . . Gross-Bossän. 
„ Hyrtl Dr. Josef,k.k.Hofr.,Prof.i.P.,Kirchei!g.2 Perchtoldsdorf. 

„ „ Jablonsky Vincenz, Gymnas, -Professor . . . Krakau. 

„ „ Jachno Dr. Johann,Hauptlehrera. Seminar, Galiz. Stanislau. 

„ „ Jeitteles Ludw.,k.k.Prof. d.Lehrerinnenbildgs.- 

Anst Wien. 

e* 



XXXIV 



Mitglicder-Veizeicliniss. 



P, T. Herr Je 1 in ek Anton, Gärtner, Grinzingerstr. b. Wien, 16 Ob.-Döbling. 

„ „ Jermy Gust., Prof. der Naturg. am Gymnasium Szepes-Iglo. 

260 „ „ Je so Vits Dr. Heinrich, Apoth.,1. Kolowratring 4 Wien. 

„ „ Junovicz Kudolf, Gynmas.-Professor .... Czernowitz. 

„ „ Juränyi Dr. Ludwig, Univ.-Professor d. Botanik Buda-Pest. 
„ „ Juratzka Jakob, Ob.-Ingen. d. k. k. Dicast.-Gcb.- 

Dir. Salvatg. 12 Wien. 

„ „ Just Benedict, Suppl. d. Com.-Ob.-Realsch. . . Trautenau. 
„ „ Kaiser Josef, Dir. d. B Lirgerschule, Wieden Karls- 
gasse 11 Wien. 

„ „ Kalbrunner Hermann, Apotheker Langenlois. 

„ „ Kalchbrenner Carl, Pastor, i. d. Zips . . . Wallendorf. 

„ „ Kapeller Ludwig, Mechaniker, Wied. Freihaus Wien. 

„ „Karl Dr. Job., Adjunct a. ung. Nat.-Museum . Buda-Pest. 

270 „ „ Karr er Felix, k. k. Beamter i. P Döbling. 

„ „ Kaspar Rudolf, Hochw. Dechaut, b. Hullein, Mähr. Holeschau. 

„ „ Kaufmann Josef, IV., Neunianng. 5 . . . . Wien. 

^ „ Kempelen Ludwig v., ob. Donaustr. 29. . . . Wien. 

„ „ Kern er Dr. Anton, Prof. d. Bot. a. d. Universität Innsbruck. 
„ „ Kerner Josef, k. k. Landesgerichtisrath, Allee- 

strasse 21 Krems. 

„ „ KhevenhüHor-Metsch, Fürst Rieh, zu, Durchl. Ladeudorf. 
„ „ Kinsky Ferdinand, Fürst Durchlaucht. . . . Wien. 
„ Klein Juliut;, Prof. d. Botanik am Josefs-Poly- 
technikum Buda-Pest. 

„ Klemm Josef, Buchhändler, hoher Markt 1 . . Wien. 

28« » „ „ Klessl Prosper, Hochw., Hofmeister d. Stiftes Voran. 

„ K 1 in ge r Jos(.'f, Inslit.-Vorsteher, Huuptstr. 48 Penzing. 

„ „ Knapp Josef, Assistent d. bot. Lehrkanz. d. Univ. Klausenburg. 

Knau er Dr. Blasius, k. k. Ob.-Gymn.-Prof. . Wien. 

K n auo r Dr. Friodr.Karl, Suppl.,Ottakring.-Str. 11 Heinals. 

Knüpfler Dr. Wilhelm, k. k. Kreisarzt , . . Maros- Väsärhely. 

Koch Dr. Adolf, Gisellastr. 3 Wien. 

p „ K d e r m a n n Cölestin, Hochw., Stifts-Hofmeister, 

Steiorm St. Lambrecht. 

Köchi'l Dr. Luduife', Ritter v.,k. Rath, Hofgartstr. 3 Wien. 

Koelbei Carl, Assist, a. zool. Hofe, Wasag. 28 Wien. 

2''^' . . Kolazy Jos.f, k. k. Oflicial, Dublingerstr. 3 . Wien. 

Kolbay Johann, Stud. ))hil Eperics. 

Kolbe JoHcf, k. k. Prof., Margarcthenstr. 31 . Wien. 
K ol udorfer Jo.-ef, k. k. Fin;inz ()ljcr-CoiiinÜ8sür, 

Gfirtnerg. 43 Wien. 

K oloni bat oviö Georg, k.k. Prof., Ob.-R'.'alschulc Sj»alaio. 

„ K'iinero Carl, Kästner, Ungv. Com,, P. Csap . Salai/ion. 



Mitglieder- Yerzeichniss. 



XXXV 



T. Herr Köuigswarter Moriz^ Freiherr von .... Wien. 

Kopecky Josef, k. k. Gymnas. -Professor . . Pisek. 
Kornhuber Dr. Andr., k. k. Prof. d. techn. 

Hochsch., Kettenbrückg. 3 Wien, 

Kotschy Dr. Eduard, Advocat, Gemeindeg. 6 . Füufhaus. 
Kotzaurok Anton, städt. Steuer- Ober-Inspect., 

U. Gr. Ank.jrg. 5. I Wien. 

K owä CS Adalbert, Prof d. Natur w. a. Gynanasium Marmaros Sziget. 

Ko war z Ferd., k.k. Telegraphenbeamter, Böhmen Asch. 
„ Krafft Dr. Guido, k. k. Professor d. Tech., III. 

Ungarg. 26 Wien. 

Krauss Dr. Herrn., Assistent a. d. Lehrk. f. Zool., 

Graben 8 Wien. 

„ „ Krenberge r Jos., Caplan b. Bar. Kaiserstein, 

Brännerstr. 9 Wien. 

Kriesch Johann, Prof. am Josefs-Polytechnicum Buda-Pest. 
Krist Dr. Josef v., k. k. L.-Schul.-Iusp., Operu- 

ring 23 Wien. 

, „ Kristof Dr. Lorenz, Lyceal-Prof., Heinrichstr. 8 Graz. 

Krone Wilhelm, Professor, Dauugasse 1, YUI.Bz. Wien. 
, - Krueg Julius, Doct. d. Med., Döbling b. . . . Wien. 
,, Kuncze Leo F., Hochw., Bibl. i. Stifte Martins- 
berg bei Eaab. 

Kundrat Jos., Leibkammerdiener Sr. Maj.d. Kais. Wien. 

Kundt Emanuel, Dr. d. Med Oedenburg 

p „ Künstler Gust, A., Realitätenbes., Sobieskig. 25 Wien. 
„ Kusebauch Wenzel, Hochw., Prof., k. k. Mil.- 

Ob.-Erzhgsh Slrass. 

Kutschera Franz, k.k. Beamter, Vlll.ßeiterg. 12 Wien. 

Kuzmic Joh. E., Hochw. M. d. Phaim. F. 0. Pi. Kagusa. 

Lang Franz, Pharmac. Mag. 296 Perchtoldsdorf. 

V Lang Carl, Mag. -Secretär, Franzensbrückenstr.28 Wien. 

„ „ Langer Dr. Carl, k.k. Hufratb, Prof. a. d. Univ. Wien. 
„ „ Latzel Dr. Eobert, Prof. a. k. k. Staatsgym. 

Hegelgasse 3 Wien. 

.. Lazar Matthäus, k. k. Gymn. -Professor . . . Görz. 
„ „ L echn er Dr. Franz, Flitter V., k.k. Notar, Bauern- 
markt 8 Wien. 

Leinkauf Dr. Johann, k. k. Prof., IV. Hptstr. 65 Wien. 

Leinweber Conrad, k. k. p. Hofgärt., Feldg. 7 Baden. 
Leitenberger Heine, Prof. an der Staats- 

R-ralschule Trautenau. 

Leitgeb Ludwig, P., Capitular des Stiftes . . Göttweih. 

„ Lenhossek Dr. Josef v., Professor .... Buda-Pest. 



XXXVl 



Mitglieder- Ver?eichniss. 



P. T. Herr Lenz Dr. Oscar, (d. Z. in Afrika) Wien. 

330 „ „ Letocha Ant.Edl. V., p.k.k. Krgscom., Zeltg. 10 Wien. 
„ „ Liechtenstein Job., reg. Fürst von und zu, 

Durchl Wien. 

Liechtenstern Freih. Franz, k. k. Hauptni. 

a. D., Salzbg Aigen. 

„ „ Lihotzky Moriz, Magistratsbeamter .... Wien. 
„ „ Lindpointner Anton, Hochw., regul. Chorherr 

Ob.-Oe St. Florian. 

„ „ Lippert Christian, k.k. Ob. -Forstrath im Acker- 

bau-Min Wien. 

„ „ L ögler P. Augustin, Fr. O.Pr. P.-Unhoscht, Prag Hajek 

„ „ Lomnicki Maryan, Gymn.-Prof., Galizien . . Stanislau. 

„ Low Franz, Dr. d. Med., 43 bei Wien. . . . Heiligenstadt. 

„ Low Franz, Dr. d. Med., Wieden Hauptstr. 47 II. Wien. 

340 , „ Low Paul, IV., Hauptstr. 47 Wien. 

„ „ Lopuschan Johann, Gymn.-Prof., b. Pressburg St. Georgen. 

Lorenz Dr. Jos., Min.-Kath im k. k. Ackerb.-Min. Wien. 
,, Ludwig Dr. Ernst, a. Prof. a. d. Universität, 

allg. Krkh Wien. 

„ „ Lukätsy P. Thom.. Quardian d. Francisk.- 

Convents Eisenstadt. 

„ „ Lunkanyi Carl v., Gutsbesitzer Oedenburg. 

„ „ M adaras E., Prof. d. Ober-Realschule . . . Stuhlweissenburg. 
„ „ Majer Mauritius, Hochw., Pfarrer, Veszp. Com., 

Post Varosled Polany. 

Mako WS ky Alex., k. k. Prof. d. Techn., Thalg. 25 Brünn. 

Maly Franz, k. k. Hof-Gärtnor, Belvedere . . Wien. 

350 Mandl Dr. Ferdinand, Asperng. 1 Wien. 

Mann Jos., a. k. k. zool. Hofcab., III., Rudolfsg. 28. Wien. 

„ „ Marchesetti Dr. Carl v Triesi 

M arenze Her Dr. Emil V., Assist, am k. k. zoolog. 

Hofcabineto, Johanncsg. 1 Wien. 

Margo Dr. Theodor, Prof. d. Zoologie . . . Buda-Pest. 

r, „ Marno Ernst, Bäckerstr. 20, III. (d. Z. in Cairo) Wien. 

„ „ Marschall Graf August, Känithnerstr. 37 . . Wien. 
Maschck Adalbert, fürstl. Ilohan'scher Garten- 

director, Böhm Sichrow. 

„ MasH apu st Hugo, Prof. a. d. Hand. u. naut. Akad. 'I'riest. 

M.itz Maximilian, Hocliw., Pfarrer. N. -Oester. . Höbesbrunn. 

S^KJ Manpas i'eter Doiinns, Er/bischof, Excellenz . Zara. 

Mayr Dr. (iuntav, Prof., Landstr., Hauptstr. 75 Wien, 

.^«•iidol (liregor, llchw., I'rälat d. Augustiner . Altbrtinn. 

„ Mertlia, Johann, Bcamt. b. ob. Gerichlshofe, VI. Wien. 



Mitglieder-Verzeicliniss. 



XXXVIl 



P. T. Herr Metzger Ant., Spark.-Beamt.. II , roth. Kreuzg. 8 Wien, 

r r Mich Josef, Prof. am k. k. Gymnasium . . . Troppau. 

r r Mi Chi Anton, techn. Lehrer, YII, Breitegasse 6 Wien. 

Miebes Ernest, Hochw,, Director am k. k. Gj^mn. Schlackenwerth. 

Mihailovic Vict., Hoch w., Prof. am k. k. Gjmn. Zengg. 

.. Mik Jos., Prof. a, akad. Gymn., Nassdorf erstr. 86 Wien. 

Miller Ludwig. Adjunct im k. k. Ackerbau-Minist. Wien. 

.. Mitis Heinr. v., k.k. Mil.-Rechn.-Offic, Poststr.92 Penzing. 

V V Mojsisovics Dr. August v. Mojsvar, Assist. 

d. zoot. Inst. u. Docent a. d. Univ. . . . Graz. 
„ Möller Dr. M. Josef. VIIL Schlösselg. 3 . . Wien. 
„ Moser Dr. ph. Carl, Profess. a. d. Staats-Real- 
schule Teschen. 

„ Much Dr. Mathäus, VIIL Josefigasse 6 . . . Wien. 

Mühlich Alois, Beamter d. Nordb., III. Beatrixg. Wien. 

Müller Florian, Hoch w., Pfarrer, Marchfeld . . U. Siebenbrunn. 

,, Müller Hugo, Grünangergasse 1 Wien. 

- Müller Jos.. Verw.d. Zuckerfabrik, i.Oedenb. Com, Csepregh. 
„ Müller Dr. Theodor (Buchh. J. N. Teutsch das.) Bregenz. 

„ Müllner Michael F., Neugasse 39 Rudolfsheim. 

r Mürle Karl, Prof. d. k. k. Milit.-Unt.-Realsch. 

Consistorial-Rath St. Pölten. 

V r Nader Dr. Jos., Primararzt im Versorgungshaus Mauerbach. 
„ Ne'm et hy Ludwig V., Coop. zu St. Anna, Wasser- 
stadt Buda-Pest. 

r Neu fellner Karl, Comptoirist, Rüdigerg. 6 . Wien. 

- Neumann Dr. Filipp, prakt. Arzt Lugos. 

.. Neumayr Dr. Melch., a. Univ. Prof. d.Paläontol. Wien. 

Neu per Franz, k. k. Postmeister, Obersteier . Unt. Zeiring. 

- Nick er 1 Ottokar, Dr. d. M., Wenzelsplatz . . Prag. 

- Niessl V. Mayendorf Gust., Prof. a. d. Technik Brünn. 
Noestlberger Frz., Hchw. Pfarrer,, P. Städtel- 

dorf Ober-Absdorf. 

r - Nowicki Dr. Max., Prof. d.Zool. a. d. Universität Krakau. 

- Oberleitner Frz., Hchw., Pfarrer, Ob-Oe., P. 

Dimbach St. Pankraz. 

„ . Obersteiner P. Ignaz, Hchw., Geselienhaus . Innsbruck. 

Ofen heim Victor Ritter v. Ponteuxin . . . Wien. 

Ofenlieimer Anton, Siavonien Nasice. 

Ort mann Johann, Rechn.-Rath b. o. Rechngs.- 

Hof Wien. 

Pacher Davi-i. Hchw., Dechant, Kärnten . . . Obervellach. 

„ r Palm .losef, Prof. am Gymnas., Ob.-Oe. Innkreis Ried. 

r V Pantoczek Dr. Josef, Märzenstr. 22 ... . Pressburg. 



XXXVIII 



Mitgliedpr-Vcrzpicliniss, 



P. T. Herr Paradi Kolonian, Prof. a. Obergymnasiura . . Klausen bürg. 
„ „ Parreyss Ludwig, III., Rochusgasse 12 . . . Wien. 
„ „ Pauli nyi Paulin, Hochw., Seelsorger, Siebenb. Maros- Vasärliely. 
„ „ Pawlowski Dr. Alexander, Ritter v., k. k. Hof- 
rath u. Director d. Theresianischen Academie Wien. 
Pazsitzky Eduard, Dr. d. Med., Stadtarzt . . Fünfkirchen. 
P eitler Anton Josef v., Hchw., Bischof, Exc. . Waitzen. 
r V Pelikan v. Plauen wald Ant., Minist.-Rath u. 

Vice-Präsident d. k. k. n. ö. Fin.-Landes-Dir., 

Fleischmarkt 7 Wien. 

„ „ Pelze In Aug. v., 1. Custos ain k. k. zool. Hof- 

cabinete o . Wien. 

Perczel Johann, Lehr. a. d. evang. Bürgerschule Oedenburg. 

410 „ „ Per gen Anton, Graf und Herr zu Wien. 

Pesta Aug., k. k. Finanz-Minist.- Concipist . . Wien. 

Petter Dr. Alexander, g. Hofapotheker . . . Sal'/burg. 
Petter Karl, Cassier der öster. Spark.,Friedrich- 

strasse 6 Wien. 

„ „ Petrin Otto Freih. v., Gutsbesitzer .... Czernowitz. 

„ „ Petris Gerardo di, Podestä, Istrien .... Cherso, 
„ „ Pey ritsch Dr. Joh., Custos d. k. k. bot. Hofcab., 

Barichg. 30 Wien. 

Pichle r Johann, Realschul-Prof., Laudong. 16, 3 Wien. 

Pick Dr. Adolf Jos., Hirscheng. 33 Ober-Döbling. 

Pilaf Dr. Georg, Custos am k. National-Muscum Agram. 
420 - •• P i 1 1 n i Josef Claudius Ritter v. 1) a n n e n f e 1 d t , 

k, k. Truchspss, MaifTredygasse 2 Graz. 

„ Planer B., Knabenschul- Lehrer, II. Weintrau- 
beng. 13 Wien. 

„ „ Planner Johann, Oberlehrer zu St. Egida.Neuwld. 

Plason Dr. Adolf v., k. k. Hof- u. Min.-Secret. 

Postg. 22 Wien. 

I'lenker (Jeorg Freih. v., k. k. Min. -Ii., Seiler- 

F.tiittc 1 Wien. 

Plohn J., Dir. d. KnabciKvcliuIc, unt. Donaustr. Wien. 

I'oduschka Franz, Archit., in. Hptstr. 81 . . Wien. 
I'o etH eil Dr. Ignaz Sig., Stiftsarzt a. D. b. Gresten 

N.-f)c8t Ilandegg. 

Pr.lak Dr. J. E., Salzgries 23 Wien. 

P'.korny Dr. Alois, Dir. d. Lpopdst. Realg., k. k, 

K<'gi<'rungHrath, Taborsir. 21 Wien. 

l'okr)rny Knian,, I'räfert a. k. k. ThcroKiannni Wien. 

I'okorny liudfdf, Dir.-Adjct, k. k. Oberhofui.-Anit Wien. 

I' o n g rat z Gr-rard v.,Hf»< |iw., Prov. d. Minorit-( )rd, Miskolcz. 



Mitglieder- Verzeicliniss. 



P. T. Herr Poppinger Otto, Waldmeister d. Stiftes Gött- 
weib, N.-Oe Gurhof. 

r „ Porm Dr. Adolf, Biirgerschuldirector .... Zwittau. 

„ Porcius Florian, Distr.-Vice-Capiläii, Siebeubg. Naszod. 
„ Pospiscbill Job. N., k. k. Milit.-Buz.-Pfarrer, 

Cons.-Rtb Brünn. 

„ „ Poszvek Gustav, Gymnasial-Profcbsor . . . . Oedenburg. 
„ „ Pr au sek Vinzenz, k. k. Laudesschulen-Inspector, 

Bergst. 20 Wien. 

„ „ Preissmann Ernest, k. k. Aicb-Iuspect., Burg- 
ring 16 Graz. 

440 „ „ Pi-ihoda Moriz, VI., k. k. Milit.-Verpflegs-Offic. 

i. P., Engelg. 4 .... ■ Wien. 

„ r, Pfivorsky Alois, k. Müuzwardeiii Kremnitz. 

„ „ Procbaska Leop., grfl. Zicby'scLer Schloss- 

gäiiner, N.-Oe Haiuburg. 

„ „ Pullich Gjorg, Dr. Theul., Hocbw., Schulratb, 

Gymn.-Direct Trieat. 

„ „ Purkyne Emanuel, Prof. d. böhm. Forstsch. . Weisswasser. 

„ „ Putz Josef, Hocbw., Dir. am Piarist.-Gymn. . Krems. 

„ Rakovac Ladislav, IX. Scbwarzspanierstr. 5 . Wien. 

Rath Paul, Hocbw., Villa Metternich .... Wien. 

Rathay Emerich, Prof. d. oen.-pom. Lebraust. Klosterneuburg. 

„ „ Rauch Augustin, Hoch w., Coop. b. Wels, Ob. -Oe. Thalheim. 
450 r V Rauscher Dr. Robert, p. k. k. Finanzrath, 

Stifterg. 5 Linz. 

„ „ Rehmann Anton, Dr. d. Phil., Krzyzovva 21 . Krakau. 
„ „ Reich ardt Dr. Heinr. Wilh., 1. Cu^tos am k. k. 

bot. Hofcab., a. o. Univors. -Professor, III. 

Trauug. 4. II Wien. 

„ r, Reis in ger Alexand., p.Director, Ottakringstr. 82 Hernais. 

„ „ Reiss Franz, prakt. Arzt Kierling. 

„ „ Reithammer Ant. Emil, Apotheker, Steiermark Pettau. 

„ „ Reitter Edmund, Oekouomie-Verw., Mähren . Paskau. 
„ „ Rescetar Paul, Ritt, v., k. k. Hofrath u. Kreib- 

hptm Ragusa. 

„ „ Ressmann Dr. Juris F., Kärnten Malborgeth. 

p „ Reu SS Dr. Aug. Leop. Ritt, v., Mariahilferstr. 5 Wien. 

460 „ „ Reuth P. Emerich Ludwig, Hocbw., Katechet . Nemet-Ujvar. 
„ „ Richter Ludwig, (Adr. L.Thiering) Marie Valeria- 

gasse 1 Buda-Pest. 

„ „ Richter Dr. Jur. Vincenz, Gutsbesitzer, Tabor- 

strasse 17 Wien. 

„ „ Ried er Franz, Lehrer, Hundsthuimerstr. 50 . . Wien. 

Z. B. Ges. B. XXV. f 



Mitglieder- VerzeicLniss. 



r. Herr Rittler Julius, Gewerksbesitzer Rossitz. 

„ Eobic Sim., Hell w., Administr., Krain,P. Zirklach ülrichsberg. 
. „ Rogeuhofer Alois Friedrich, Gustos am k. k. 

zool. Hofcabinete, Josefstädterstrasse 19 . . Wien. 

„ Rollet Emil, Dr. d. Med., L, Hohenstaufeng. 10,3 Wien. 

„ Ronniger Ferd., Buchh., L, Rothenthurmstr. 15 Wien. 

Roretz Dr. Albrecht v. (d. Z. in Yokohama) . Wien. 

„ Rosenthal Ludwig Ritter v., Bäckerstr. 14 . Wien. 

„ Rossi Ludwig Agram. 

Rothschild Albert, Freiherr v Wien. 

,, Rottensteiner Franz, Wirthschafts - Dir., b. 

Pulkau Fronsburg. 

„ Rudrof Dr. Ludwig, prakt. Arzt, N.-Oe. . . . Raabs. 

„ Rupertsberger Mathias, Hchw., Coop., Ob.-Oe. Wallern. 

„ Sagburg Eurich v., I., Dorotheerg. 3 . . . . Wien. 

„ S au 1 i Ludw., Stud. phil., III. Rennweg 42 . . . Wien. 

„ Saxinger Eduard, Kaufmann Linz. 

„ Scarpa Georg, Canonicus, Schulinspector . . Lesina. 

„ Schaitter Ignaz, Kaufmann Rzeszow. 

„ Schaub Robert Ritt, v., III., Lagerg. 2 . . . Wien. 

„ Schauer Ernst, Kr. Zloczow, Post Brody . . Pieniaki. 

„ Scheffler Carl, Sparkasse-Beamter .... Wien. 

„ Scherfei Aurel, Apoth., Post Poprad .... Felka. 

„ Scheuch Ed., Nat.-Bank-Beamter Wien. 

Schiedermayr Dr. Carl, k. k. Landes-Sanit.- 

Referent, Steing. 7 Linz. 

„ Schiffner Rudolf, Apotheker, Leopoldstadt . . Wien. - 

„ Schindler Carl, VI., Schmalzhofgasse 10 . . Wien. 

„ Schleicher Wilhelm, Oekonomiebes., N.-Oe. . Gresten. 

„ Schlesinger Ed., Dr. Med., Praterstrasse 51 . Wien. 
„ Schlosser Dr. Jos. R. v. Klekowski, k. Pro- 

tomedicus Agram. 

Schmerling Anton, Ritter v., Excellenz . . Wien. 
„ Schmidek Carl, Hochw., k. k. Gymn. -Professor Brünn. 
Kraul. Schmid v. Schmi dsfelden Karoline . . . Vöslau. 
Herr Schmidt Ferdinand sen., Kärntnerstr. 70 . . Laibach. 
„ 8 ch m ölz Leopold, k. k. Förster, N.-Oe. P.Payerb. Nasswald. 
„ Schmuck J. v., Mag. d. Pharm., Tirol . . . Schwaz. 
Schoenn Moriz, k. k. Mil.-Rech.-Oflic. . . . Wien. 
Schreiber Dr. Egid, Director d. Staats-Real- 
schule Görz, 

S c h röck i n ge r- N e u den borg Julius Bar. v., 
SectionH-(/hef d. k. k. Ackerbauminist., WoU 

Zeile 28 Wien. 



Älitijlieder-Verzeicliniss. XLI 

P. T. Herr Schroff Dr. D. Carl Eitt. v., k. k. Hofratb, 

Scbotteuhof Wien. 

„ „ Schubert W., k. k. Scbulrath, Gyum.-Director Bielitz. 

r V Schüler Friedr.v., Verkehrs-Director d. Südbahn Wien. 
„ Schulze Dr. Franz Eilbard, Prof. d. Zoologie 

a. d. Universität Graz. 

„ Schütz Dr. Jak., Privat-Doc. an der Universität Prag. 

„ „ Schulzer v. Müggenburg Stef, k. k. Hptm. Vinkovce. 

r „ Schur Dr. Ferdinand, e. Prof., Eicbborngasse 72 Brünn. 

„ „ Schwab Adolf, g. Apotheker Mähren .... Mistek. 

„ „ Schwab Michael, Hochw., Domscholaster . . . Triest. 

510 V V Schwarz Gust.E. v. Mohrenstern, Praterstr.23 Wien. 

„ „ Schwarz-Senborn Freih. Wilh. v., Excellenz Wien. 
„ „ Schwarzel Felix, Oekonom, b. Böhm.-Deutsch- 

brod Bastin. 

„ „ Schwarzenberg Fürst Adolf, Durchlaucht . . Wien. 
„ „ Sedlitzky Dr. Wenzel, Apotheker, Westbahn- 
strasse 19 Wien. 

„ Seidler Adolf Kitt, v., I. Kolowratring 10 . . Wien. 

„ „ Senoner Adolf, III. Marxergasse 14 ... . Wien. 

„ „ Seri Job., Mag. d. Phar,, Apotheker, Hauptstr. 63 Penzing. 

„ „ Setari Franz, Dr. d. Med Meran. 

„ „ Seunig Eduard, Doctd., Gradischa V. 31/32 . Laibach. 

520 „ „ Sigl Udiskalk, P. Hochw., Gymn.-Director . . Seitenstetten. 

„ „ Sigmund Wilhelm j., Böhmen Pieichenberg. 

„ „ Simonie Anton, k, k. Oberlandesg.-Official . . Zaia. 

„ „ Simony Dr, Friedr., k. k. Prf., Salesianerg. 13 Wien. 

,. „ S im ny Dr. Oscar, Doc. d. Hochschule f. Bodenk. Wien. 

„ „ Sina Simon Freiherr v., Excellenz Wien, 

„ Sincich Joh,, Hochw., Domh. a. d. Kathedrale Triest. 

„ „ Sindelaf Carl, Praemonst. - Prior, Böhm., b. 

Humpoletz Seelan. 

^ Skofitz Dr. Alexander, V. Schiossg. 15 . . . Wien. 

Frau Smith Anna Maria Fiume. 

530 „ Herr Sohn Roman Graz. 

r, „ Sommer Otto, Erzh. Oek.-Verw., Wieselb. Com., Lendorf. 
„ „ S per lieh Carl, Grundbuchsführer d. k.k. Landes- 
gerichtes Wien. 

„ „ Spitzy Josef N., Handelsmann, Uutersteiermark St. Leonhard. 
„ „ Spreitzenhofer G. C, Spark. -Beamter, Post- 
gasse 20 Wien. 

„ Stadler Anton, Dr, d. Medicin Wr.-Neustadt. 

r, „ Standhartner Dr. Jos., k.k. Primararzt a. K. Wien. 

„ „ Stanka Norbert, Hochw.. Pfarrer. Alservorstadt Wien. 



XLII 



Mitglieder-Vcrzeichniss. 



P. T. Herr iStaub Moriz,Prüf. a. Seminar d. Univ., Tiibakg. 27 
„ „ Stau ff er Vinc, Hochw., Gymn. -Professor i. Stifte 
540 „ „ Stefano vi CS Thomas, Dr. d. Med., Stadtarzt 
„ „ Steindachner Dr. Fr., Director d. k. k. zool. 

Hofcabinetes 

„ „ Steiner Dr. Julius, Prof. am Staats-Gymnas. . 
„ „ Steinb auser Anton, k. Reg.-Rath,Wallner.str. 11 
„ „ Stell wag Dr. Carl Edl. v. Caiion, k. k. 

Professor an der Universität 

„ „ Stenzl Anton, Dr. Med., IX. Nussdorfcrstr. 23 

„ ,, Stern bach Otto, Freiherr v 

Stieglitz Franz, Hochw., Pfarrer, P. Ried, Jnnkr. 
„ Stöger Wilh., k. k. Ob.-Förstcr, Piesting, N.-Oe. 
„ Stohl Dr. Lukas, fürstl. Schwarzeiibg. Leibarzt 
550 „ „ Stoitzner Carl, Lßhrer, IL, Taborstr. 57 . . 
„ „ Storch Dr. Franz, k. k. Bezirksarzt, Salzburg, 

Pongau 

Strän sky P. Franz, Hochw., Post Polna Böhmen 
„ Strauss Josef, städt. Marktcommis?,, Waagg. l 
Strebitzky Irenaeus, Kapuz.-Ordens-Provinzial 
Streinz Josef Anton, Dr. d. Med., Burgring 16 
Strobl Gabriel, Prof., Hochw,, Stillgasse 16 . 
Studnicka Dr. Franz, Prof. d. Mathematik 
„ Studnicka Karl, k. k. Artiii.- Ober -Lieutenant 
Stummer Jos. R. v., Präs. d. pr. K. Ferd.-Nord- 

bahn 

560 Stur Dionys, k. k. Bergrath d. g'^olog. Reichs- 
anstalt 

Stu ssiner Josef, Elisubethstrasse Nr. 7. 11 . . 
Suess Dr. Eduard, k k. Univ.-Prof., IL, Novarag.49 
Suttncr Gundaker Karl, Freiherr von . . . 
Szabo Dr. Alois v,, Thierarz. -Inst. Director . . 
Szaniszlo Dr. Alb., Professor, Vorstadt Monostor 
Szmolay Dr. Wilhelm, Ober-Com.-Phy.sicus 
Szonta^.'!) Dr. Nicolaus v., Hosenpitz. 2 . . . 
Tau8ch<'r Dr. .Julius Aug., k. Hon. ('oin. l'hysicus, 

Ungarn 

Teller Fri'drich, AsH. d. geol. [ielirk., Ob. Weiss- 

^'jlrb<;rslr. M 

570 Tcnipnky FritMirlrh, liuchhäiidlcr 

rii an hoffer Dr. Ludw., .losef'stadt, Stationsg. '^0 
Then Franz, i'räf'-ct a. d. k. k. Theres. -Akademie 

Thun Graf liCO, ExcelhMiz 

Tief Wilh.'hn, Gyinn.-I'rof, k. k. Schlcsir-n . . 



ßuda-Pest. 

Melk. 

Temesvar. 

Wien. 

Klagenfurt. 

Wien. 

Wien. 

Wien. 

Bludenz. 

Tnmelsham. 

Hörnstein. 

Wien. 

Wien. 



St. Johann. 

Schlapenz. 

Wien. 

Wien. 

Graz. 

Innsbruck. 

Prag. 

Cattaro. 

Wien. 

Wien. 

Prag. 

Wien. 

Wien. 

Buda-Pest. 

Klausenburg. 

Temesvar. 

Buda Pe.st. 

Frcsi. 

Wien. 
Prag. 

Buda-Pest. 

Wien. 

Wi.-n. 

Kreijdenthal. 



Mitglieder Verzeichniss. 



XLIII 



P. T. H<!rr Toraas che k Dr. Ignaz, k. k. Univ.-Bibliothfjkar Graz. 

„ „ Tomek Josef, Dr. d. Med., fürstl. Leibarzt . . Ladendoif. 

„ „ Tommasiiii Miitius Josef Ritt, v., k. k. Hofrath Triest. 

„ „ Töth FraiiZ, Hochw., Gymnasial-Professor . . Fünfkirclien. 
„ Treuinfels Leo, Hocbw., O.-S.-R. Post Mals, 

Tirol Marieilborg. 

580 „ „ Tscherniki Carl, k. k. Hofgärtner Innsbruck. 

,, „ Tschusi Vict. R. v. Schmidhofen, b. Halloin Tennenhof. 

„ „ Türk Rudolf, k.k.Pinanz-Min.-Secretär, Lagerg. 1 Wien. 
,, „ Turczynski Emericb, Ritter v., Gjmn.- Prof., 

Galizien Drobobycz. 

„ Ulrich Dr. Franz, Primararzt, Spitalgasse 25, L Wien. 

„ „ ünterhuber Dr. Alois, Prof. am Real-Gymnas. Leoben. 

„ „ Urban Em., Prof. a. Real-Gymn., Ob.-Oe. . . Freistadt. 

„ „ Valenta Dr. Alois, k. k. Prof. u. Spitalsdirector Laibach. 
„ „ Vesque v. Püttlingen Joh. Freiherr v., k. k. 

Sectionschef, Kantg. 8 Wien. 

„ „ Vieh aus Claud., Hochw., Stiftscapitular und 

Küchenmeister Kremsniün.^ter. 

■^90 „ „ Vielguth Dr. Ferdinand, Apotheker, Ob.-Oestr. Wels. 

„ Villers Alexander, Freih. v., Wiesenhaus 21 . Neulengbach. 

„ Vivenot Franz, Edl. v., VIL Breiteg. 9 . . . Wien. 

„ „ Vodopich Matth., Hochw., Pfarrer .... Gravosa. 

„ „ Vogel A. F., k. k. Schlossgärtner Miramar. 

„ Vogl Dr. Aug., k, k. Prof. d. Pharm., Währinger- 

strasse 31 . Wien. 

„ „ Voss Wilh., Professor d. Staats -Ober-Realschule Laibach. 

„ „ Wachtl Friedr., eizherz. Förster Wien. 

„ „ Waginger Dr. Carl, Piaristengasse 7 ... Wien. 

Wagner Paul, Untere Donauzeile 12 ... . Buda Pest. 

300 r >i Wajgiel Leopold, Prof. am k. k. Gymnasium . Kolomea. 

„ ,, Wallentin Dr. Ign., Prof., Staats-Real-Gymn. Brünn. 

„ „ Walin er Dr. Ignaz, k. Pntfessor Oedenburg. 

„ Walter Julian, Hchw. P. O.P., Gym. -Prof., 892 II Prag. 

„ „ Wankel Dr. Heinr., frstl. Salm's<jher Hütten- Arzt Blansko. 

„ „ Watzel Dr. Cajetan, Prof. am Gymnasium . . Bohra. -Leipa. 
„ „ Wawra Dr. Hein. Ritter v. Fernsee, k. k. 

Mar.-Stabrarzt Pola. 

„ „ Weid en holz er Johann, Hochw., Coop., Ob.-Oe. Mondsee. 

„ r> Wrigels be r ger Franz, Hochw., Pfarrer, N.-Oe. Michelhausen. 

„ „ Weinke Franz Karl, Dr. d. Med., Tuchlauben 7 Wien. 

SlO ^ V Weiser Franz, k. k. Bez.-Ger.-Adj Stockerau. 

„ Weiser Dr. M. E., k. k. Reg.- Arzt u. Stadtphys. 

Croatien Buccari. 



XLIV 



Mitglieder-Verzeichniss. 



P. T. Herr Weiss Dr. Adolf, Regier.-Rath, k. k. Prof. an 









Prag. 


r> 


n 


Well Dr. Wilh. Edl. v., k. k. Hofrath, Ungerg. 41 


Wien. 


n 


?i 




Arva Värallja. 


n 


r 


Wessely Josef, p. Domainen-Iiispector . . . 


Wien. 


n 






Wien. 


n 


V 


Wierzejski Dr. Ant, Prof. d. k. k. Ob.-Realsch. 


Krakau. 


r> 


n 


Wiesbaur Job., Hchw. S. J., Professor a. Colleg. 


Kalksburg. 


» 


n 


Wiesner Dr. Jul , k. k. Üniv.-Prof., IX. Lich- 










Wien. 






Wilczek Hans Graf, Excellenz, geh. Rath . . 


Wien. 




n 


Wilhelm Dr. Gustav, Prof. a. d. tech. Hochschule 


Graz. 






Wi sing er Carl, Adjct. d. mm. Abth. d. Nat.-Mus. 


Pest. 


n 




Wittman Alois, Apotheker, Neuweltg. 123 . . 


Klagenftu't. 


r> 


« 


Wladarz Dr. Michael, k. k. Notar, Steiermk. . 


Murau. 


n 


- n 


Wolff Gabriel, Mag. d. Ph., Apothek., Siebenb. 


Thorda. 


V 


rt 


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Woloszczak Eustach, Ass. d. Lehrk. f. Bot, 










Wien. 


" 


n 




Saaz. 


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V 


Wüllerstorf-Urbair Beruh. Freih. v., Exc. . 


Graz. 


V 






Wien. 






Zebrawsky Theophil, Ingenieur, Grodgasse b. 








d. Post 


Krakau. 






Zeller Fritz, Kaufmann Postgasse 20 ... . 


Wien. 




n 


Zeni Fortunato, städt. Bibliothekar .... 


Trient. 






Zimmermann Dr. Heinrich, Edl. v., k. k. p. 








General-Stabsarzt, 1. Wallfischgasse 8 . . . 


Wien. 






Zipsor Carl Eduard, Rector der Stadtschule 


Bielitz. 






Zsigmondy Dr. Adolph, k. k. Primär i. allg. 










Wien. 



Irrthümer im Verzeichniss und Adressäriderungen wollen dem Secre- 
tariate zur Berichtigung gütigst bekannt gegeben werden. 



Mitglieder-Verzeichniss. 



XLV 



Ausgeschiedene Mitglieder, 
1. Durch den Tod. 



P. T. Herr Balsamo Crivelli Gius. 

„ Bartling Dr. Fr. Th. 

„ y, Desmoulins M. Ch. 

„ „ Dotzauer J. B. 

„ „ Gray John Edw. 

„ „ Hensche Dr. A. 

„ „ Hub er Christ. Wilhelm. 

„ „ Jelinek Franz. 

„ „ Kayser J. Georg 

„ „ Kleciach Blas, 

r, « Krzisch Dr. Josef. 

„ „ Lavizzari Dr. 

„ „ Leonhardi Dr. Hermann, 
Freih. v. 



P. T. Herr Meissijer Carl Fried. 

„ Milde C. J. 

„ „ Nietner John. 
„ „Ott Johann, Dr. 

„ „ Raus eher Dr. Ritt.Othmar. 

„ „ Redtenbacher Dr. Ludw. 

„ „ Saga Carl, Dr. 

„ „ Sekera Wenzel J. 

„ „ Steininger Augustin 

„ „ Stelzig Carl. 

„ „ Thür et Gustav. 

„ „ Tobias ch Georg, Dr. 

„ „ Türck Josef. 

„ Volxeni Camill Van. 



2. Durch Austritt. 



P. T. Herr Bahr Liborius. 

„ „ Caspar Dr. Carl. 

„ ,. Demuth Theobald Ritt. V. 

„ „ Ed er Joseph. 

^ Favarger Heinrich. 

„ „ Feldmann Johann. 

„ „ Hofmanu Franz. 

„ „ Kautetzky Emanuel. 

„ „ Kr au SS Elislago. 



P. T. Herr Mahl er Eduard. 

„ „ Mang er Julius v. 

„ „ Pazzani Alexander. 

„ „ Progner Anton. 

,1 „ Riefel Franz, Freiherr v. 

„ „ Rösler Anton. 

„ „ Schirnhofer Wilhelm. 

„ „ Wretschko Dr. Mathias. 



3. Wegen Zurückweisung der Einhebung des Jahresbeitrages 
durch Postnachnahme. 
P. T. Herren Schaffenhauer Franz, Perugia Albert, Schüler Dr. Max. 

4. Wegen Nichteinzahlung des Jahresbeitrages durch drei Jahre. 

P. T. Herren Rippel Michael, Staudach Franz Freih. v., Sauter Dr. Anton 

Sauli Ludwig. 



XLVI 



Lehranstalten und Bibliotheken. 



Lchraustiilteii und Bibliotheken, 

welche die Gesellschaftsscliriften beziel 
Oegeii Jahresbeif rag. 

Agram: K. Ober-Reali>chule. 

,, K. Gymiia iuiu. 
Berlin: K Bibliothek. 
BieJitz in Schlesien: Lehrerbildungsanstalt. 
Bozen : Lehrerbildungsanstalt. 

„ K. k. Staats-Gymuasiuni. 
Bregenz: Landes-Museumsverein. 
Brixen: Fürotbischofl. Diücesan-KMabr^nseminar. 
Brünn: K. k. deutsches Ober-Gymnasium. 
10 Budaj^e.st: K. Josefs-Polytechnicuin. 
Chrudim : Real- Gymnasium. 
Czernowifz: Griech. -Orient. Ober-Kealschule. 
Eger: K. k. Lehrerbildungsanstalt. 
Et^seg: K Gymnasium. 

FeJdlärch: K. k. verein. Staats-Mittelschulen. 

Freistadt in Ober-Oesterr. : K. k. Staats-Gymnasium. 

Garz: Landesmuseum. 

„ K. k. Ober Realschule 

Graz: Staats-Oberrealschule 
20 » ^ k. 1. Staats-Gymnasinm. 

Güns: K. kath. Gymnasium. 

JgJau: K. k. Gymnasium 

Kalkshurg: Convict dt r P. P. Jesuiten. 

Klagenfurt: K. k. Ober Gymnasium. 

Ldihach: Lehrerbildungsanstalt. 

Landskron (B<.hm(Mi): K. k. Oljer-Gymnasium. 

Lemlßcrg: /i)olo„'. Muscnuf der k. k Universilät. 

Lrohfn : Laiid« s-lt»'algymiiasiujn. 

K. k. JiOhrerbiIdungs;instiilt. 
3,, J.,h: : O. ir. ntl. Biblioth-k. 

„ Bis^}i<)fl. Kriaben-Se'ininar am Freinberge. 
„ K. k. Gymnasium. 

Mährisch- Afiustadt : Landes-Rciil j,'y m nasi n m. 

Murtfurg: K. k. Gymnasium. 

AfarioMchein bei 'J'eplilz: Bisch«>fi Knabi n Seminar. 
NoHHod: <iriech.-kath. Ober-GymnaHiuni. 
(trdenhurg: Kvang. Lyc» um. 

„ K. katli. Ober-Gymnasium 
Olmütz: K. k. Ktudien-BibliotlM-k. 



Lehranstalten und Bibliotheken. 



XL VII 



40 Olmütz: K. k. Ober- Realschule. 

PrcLg: K. k. deutsche Lehrerbildungsanstalt. 
r, Deutsches Gymnasium der Kleinseite, 
r n ^ „ Altstadt. 

Heichetiberg (Böhmen): K. k. Ober-Realgymnasium. 
Ried (Ob.- Oesterr.): K. k. Gymnasium. 
Salzburg: K. k. Gymnasium. 

„ K. k. Ober-Realschule. 
Schässburg: Ev. Gymnasium. 

St. Fetersburg: K. öffentliche Bibliothek (L. Voss, Leipzig). 
50 Szepes-Iglo: K. Gymnasium. 
Temesvar: K. Ober- Gymnasium. 
Teschen: K. k. kath. Gymnasium. 

„ K. k. Ober-Realschule. 
Troppau: Landes-Museum. 
„ K. k. Gymnasium. 

K. k. Ober-Realschule. 
üng. Hradisch: K. k. Gymnasium. 
Vülach: K. k. Real- Obergymnasium. 
Weisswasser: Forstlehranstalt. 
60 Wien: Allg. österr. Apotheker- Verein. 

„ Bibliothek der k. k. techn. Hochschule. 
„ K. k. Lehrerbildungsanstalt St. Anna. 

„ Leopoldstädter k. k. Ober-Realgymnasium, Weintraubeng. 18. 
„ Schottenfelder k. k. Ober-Realschule. 
„ Zool.-bot. Bibl. d. k. k. techn. Hochschule. 
Wiener- Neustadt : Landes-Proseminar : 

Unentgeltlich. 

Graz: Akademischer Leseverein. 
iSernals: Landes-Realgymnasium. 
Ober-HoUabrunn: Landes-Realgymnasium. 
Prag: Akademischer Leseverein. 

„ Lese- und Redehalle der deutschen Studenten. 
Waidhofen a. d. Thaya: Landes-Real-Gymnasium. 
Wien: Communal-Gymnasium Gumpendorf. 

r „ „ Leopoldstadt. 

„ „ Ober-Realschule Gumpendorf 

r r „ « Rossau. 

^ r „ „ „ Wieden. 

Naturhistorischer Verein der technischen Hochschule. 
r. Leseverein deutscher Studenten. 

Universitäts-Bibliothek. 
„ Landesausschuss-Bibliothek. 

Z. B. Ges. B. XXV. g 



xLvm 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Wissenschaftliche Anstalten^ 

mit welchen Schriftentausch stattfindet. 

Oesterreich. 

Bregenz: Museum- Verein. 
Brünn: Naturforschender Verein. 

„ Mährisch-schles. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues. 
Graz: Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark. 

„ Akademischer naturwissenschaftlicher Verein. 
Innsbruck: Naturwissenschaftlich-medicinischer Verein. 

„ Ferdinandeum. 
Klagenfurt: Naturhistorisches Landesmuseum. 

„ K. k. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues und der Industrie 
10 in Kärnten. 

Lemberg: K. k. galiz. Landwirthschaftsgesellschaft. 
Linz: Museum Francisco Carolinum. 

„ Verein für Naturkunde. 
Prag: K. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Naturhistorischer Vorein „Lotos". 
Beichenherg : Verein der Naturfreunde. 
Salzburg: Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 
Triest: Societa adriatica di scienze naturali. 

„ Societa d'orticultura del Littorale. 
20 Wien: Kais. Akademie der Wissenschaften. 

„ Redaction der österr. botan. Zeitschrift. 

„ K. k. geologische Reichsanstalt. 

„ Akademischer Verein der Naturhistoriker. 

„ K. k. geographische Gesellschaft. 

„ Oest. Reichs-Forstverein. 

r Verein für Landeskunde von Niederösterreich. 

„ K. k. Gesellschaft der Aerzte. 

„ K. k. Gartenbaugesellschaft. 

Ungarn. 

Agram: Jugoslovenska Akademia. 
.'iO BudapcHl: K. Ungar. Akademie der Wissenschaften. 
„ üng, naturwissenschaftlicher Verein. 
r K. ung. geologische Anstalt. 
I lermannHtadt : Siebenbürgisclier Verein für Naturwissenschaften. 

„ Verein für siebenbürgische Landeskunde. 

Kesmark: Ungarischer Karpathen- Verein. 
Pressbwry: Verein für Naturkunde. 



WissenBchaftliche Anstalten. 



XLIX 



Deutschland. 

Ältenburg: Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes. 
Annaberg-Buchholz: Verein für Naturkunde. 
Augsburg: Naturhistorischer Verein. 
40 Bamberg: Naturforschender Verein. 

Berlin: Königl. Preuss. Akademie der Wissenschaften. 

„ Botanischer Verein für die Provinz Brandenburg. 

„ Entomologischer Verein. 

„ Redaction der Linnaea. 

„ Naturwissenschaftlicher Verein von Neu- Vorpommern und Rügen. 
„ Redaction des Archives f. Naturgeschichte. 

„ Verein zur Beförderung des Gartenbaues in den königl. preuss. Staaten. 
„ Redaction des botanischen Jahresberichtes. 
Bonn: Naturhistorischer Verein d. preuss. Rheinlande und Westphalens. 
50 Bremen: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Breslau: Verein f. schlesische Insectenkunde. 

„ Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. 
Cassel: Verein für Naturkunde. 
Chemnitz: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Danzig: Naturforschende Gesellschaft. 

Darmstadt: Naturhistorischer Verein für das Grossherzogthum Hessen. 

„ Verein für Erdkunde. 
Donaueschingen: Verein für Geschichte und Naturgeschichte. 
Dresden: Gesellschaft Isis. 
^0 ^ Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 

„ Kaiserl. Leopold. Carolin, deutsch. Acad. d. Naturforscher. , 
Dürkheim: Pollichia (Naturw. Ver. d. bairischen Pfalz). 
Elberfeld: Naturwissenschaftlicher Verein von Elberfeld und Barmen. 
Mnden: Naturforschende Gesellschaft. 
Erlangen: Physikalisch-medicinische Societät. 
Frankfurt a. M.: Deutscher und österr. Alpenverein. 

„ Senkenbergische naturforschende Gesellschaft. 

„ Redaction des Zoologischen Gartens. 

Freiburg i. B.: Naturforschende Gesellschaft. 
70 Fulda: Verein für Naturkunde. 

Giessen: Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 
Görlitz: Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Naturforschende Gesellschaft. ^ 
Göttingen: Königl. Gesellschaft der Wissenschaften. 

Halle a. d. S.: Naturwissenschaftlicher Verein für Sachsen und Thüringen. 

„ Naturforschende Gesellschaft. 

Hamburg: Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. 
„ Naturwissenschaftlicher Verein. 

f 



L 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Hanau: Wetterauische Gesellschaft für die gesammte Naturkunde. 
80 Hannover: Naturhistorische Gesellschaft. 

Jena: Medicinisch-naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Kiel: Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein. 
Königsberg: Königl. physikalisch-ökonomische Gesellschaft. 
Landshut: Botanischer Verein. 

Leipzig: Eedaction der Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie. 

„ Königl. sächsische Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Eedaction der Botanischen Zeitung. 
Lüneburg: Naturwissenschaftlicher Verein für das Fürstenthum Lüneburg. 
Magdeburg: Naturwissenschaftlicher Verein. 
90 München: Königl. Bairische Akademie der Wissenschaften. 
Neisse: Philomathie. 

Neu-Brandenburg: Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg. 

Nürnberg: Naturhistorische Gesellschaft. 

Offenbach: Verein für Naturkunde. 

Passau: Naturhistorischer Verein. 

Puthus: Eedaction der eutomologischen Nachrichten. 

Hegensburg: Zoologisch-mineralogischer Verein. 

„ Königl. bairische botanische Gesellschaft. 
Stettin: Entomologischer Verein. 
100 Stuttgart: Verein für vaterländische Naturkunde in Würtemberg. 
„ Eedaction der Illustrirten Garten- Zeitung. 
Wiesbaden: Verein für Naturkunde im Herzogthume Nassau. 
Zwickau: Verein für Naturkunde. 

Schweiz. 

Aigle: Soci^td botanique Murithienne. 
Basel: Naturforschende Gesellschaft. 
Bern: „ „ 

r, AUgem. Schweiz, naturforschende Gesellschaft. 
Chur: Naturforschende Gesellschaft. 
St. Gallen: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
110 Genf- Soci^td de physique et d'histoire naturelle. 
Lausanne: Sociötd vaudoise des sciences naturelles. 
Neufchatel: Societc des sciences naturelles. 
Schaß'hausen: Schweizerische entomologische Gesellschaft. 
Zürich: Natorfoi sehende Gesellschaft. 

Skandinavien. 

Chrifftiania: Vcdenskabs Sclpkabet. 
Gothetiburg : K. Vetenskabs Selskabet. 
Kopenhagen: Naturhistoriske forening. 

„ K. danske vidcnHkabcrnes Selskabs. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



LI 



Lund: Universität. 
120 Stochholm: K. Vetenskaps Akademie. 

Trondhjem: K. Norske videnskabers Selskabs. 
Upsala: Vetenskaps Societät. 
„ Universität. 

Holland. 

Amsterdam: Koninklijke Akademie van Wetenschappen. 
Haag: Societe Hollandaise des Sciences ä Harlem. 

„ Nederlandsche Entomologische Vereeniging. 
Haarlem: Niederländisches Archiv für Zoologie. 

„ Hollandsche Maatschappij de Wetenschappen. 
Leyden: Nederlandsche Botanische Vereeniging. 
130 Botterdam: Nederlandsche Dierkundige Vereeniging. 

Utrecht: Provincial ütrechtsche Genootschap van Künsten en Wetenschappen. 

Belgien. 

Brüssel: Academie Boyale des sciences, des lettres et des beaux arts de Belgique. 

,, Societe ßoyale de Botanique de Belgique. 

„ Soc. entomologique de Belgique. 

„ Soc. malacologique de Belgique. 
Liege: Societe Royale des Sciences. 

Luxembourg: Societe des Sciences naturelles du Grand-Duche de Luxembourg. 

England. 

Dublin: Royal Irish Academy. 
„ Geological Society. 
140 Edinburgh: Royal Physical Society. 
„ Royal Society. 
„ Geological Society. 
London: Entomological Society. 

„ Redaction von Entomologist's Monthly Magazine. 

„ Geological Society. 

„ Linnean Society. 

„ Royal Society. 

„ Zoological Society. 

„ Redaction vom Record of zoological Literature. 
150 « Redaction der „Nature". 

. Manchester: Literary and phylosophical Society. 
Newcastle upon Tyne: Tyneside Naturalist's Field club. 

Russland. 

Dorpat : Naturforscher- Gesellschaft. 

JEkatherinbourg : Societe ouralienne d'amateurs des sciences naturelles. 
Heising fors: Finska Vetenskaps- Societeten. 
Moskau: Societe Imperiale des Naturalistes. 



LH 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Odessa: Neurussische Gesellschaft für Naturforscher. 
Petersburg: Academie Impe'riale des sciences. 
Petersburg: Kais. St. Petersburger botanischer Garten. 
160 „ Societe' entomologique de Russie. 
jRiga: Naturforschender Verein. 

Italien. 

Bologna: Accaderaia delle scienze. 
Florenz: Societä entomologica italiaua. 
Genua: Museo civico di storia naturale. 

„ Societä di letture e conversazioni scientifiche. 
Lucca: Accademia lucchese di scienze lettere ed arti. 
Mailand: Societä italiana di scienze naturali. 

„ Istituto lombardo di scieuze lettere ed arti. 
Modena: Societä dei naturalisti. 
170 n Accademia di scienze lettere ed arti. 
Neapel: Accademia delle scienze. 
Palermo: Accademia delle scienze. 
Pisa: Societä toscana di scienze naturali. 

„ Societä malacologica italiana. 

„ Redazione del Nuovo Giornale botanico. 
Venedig: Istituto veneto di scienze lettere ed arti. 

Frankreich. 

Amiens: Socidtä Linneenne du Nord de la France. 
Cherbourg: Societe' des sciences naturelles. 
Colmar: Societe d'histoire naturelle. 
180 Lille: Societe des sciences. 

Lyon: Academie des sciences, belies- lettres et arts. 
„ Societe d'agriculture. 

Socie't^ botanique de Lyon. 
„ „ Linneenne de Lyon. 

Paris: Socidte entomologique de France. 
„ Societe botanique de France, 

Redaction des nouvelles archives du Muse'e d'histoire naturelle. 
Redaction des Journal de Conchiliologie. 
Bönen: Socidte des amis des sciences naturelles. 

Türkei. 

100 ('oKsltmtuiojiel : Sooieto imp. de Mdd^cine. 

Asien. 

lUihirtfi: Bataviaasch Gonotschap van Künsten cn Wettcnschappcn. 

Natiiurknndige V«reeniging in Ned^rlandsch-Indie. 
( uh.uiia: Ahiatic Society of liengal. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



LIII 



Afrika. 

Alexandrien: Llnstitut Egyptien. 

„ Societe Khediviale de Geographie. 

Amerika. 

a) Nord- Amerika. 

Älbany: New- York State Agricultural Society. 
Boston: Society of Natural History. 

„ American Academy. 
Buffdlo: Society of Natural Sciences. 
200 Cambridge: Museum of Comperative Zoology. 

„ American Association for the advancement of science. 
Columhus: Ohio State Board of Agriculture. 

„ Geological Survey of Ohio. 
St. Francisco: Academy of Natural Sciences. 
New-Haven: Connecticut Academy. 

„ Redaction des American Journal of Science and Arts. 
St. Louis: Academy of science. 
Madison: Wisconsin State Agricultural Society. 

Wisconsin Academy of Sciences, Arts and Letters. 
210 New- Orleans: Academy of Sciences. 

Neivport: Orleans' County Society of Natural Sciences. 
Neiv-Tork: Lyceum of Natural History. 
Fhiladelphia : Academie of Natural Sciences. 
„ Entomological Society. 
„ American Philosophical Society. 

„ Redaction d. Annual Report of the Board of Mauagers of the ~ 

Zoological Society of Philadelphia. 
„ Redaction d. The Penn Monthly. 
Portland: Society of Natural History. 
Salem: Redaction d. The American Naturalist. 
220 „ Essex Institute. 

Toronto: Canadian Institute. 

Washington: Departement of Agriculture of the Unit. Stat. of N. America. 
Smithsonian Institution. 
United States Geological Survey. 
„ „ Patent Office. 

b) Süd-Amerika. 

Buenos-Äires: Museo publico. 

Cordova: Academia nacional di ciencias exactas ex. a la Uuiversidad. 
Mexico: Sociedad mexicana de historia natural. 



Sitzungsberichte. 



Z. B. Ges. B. XXV. Sitz.-Ber. 



A 



Versaoimluiig am 13. Jänner 1875. 

Vorsitzender : Herr Hofrath Carl Brunner von Wattenwyl. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 

Hartinger August, Hof- Chromolithograph. A. Rogenhofer, Dr. v. Maren- 

Mariahilferstrasse 117, Wien zeller. 

Heuser Dr. P. , Arzt des Diakonissen-PIauses 

zu Bielefeld (Westphalen) J. Juratzka, Prof. Göppert. 

Kalchbrenner Karl, Mitglied der ungar. 

Akad. d. Wissensch, zu Wallendorf (Zips) Prof. Reichardt, J. Juratzka. 

Low Paul, IV. Hauptstrasse 47, Wien ... J. v. Bergenstamm, A. Rogen- 
hofer. 

Miller Ludwig, Adjunct im k. k. Ackerbau- Freih. y. Schröckinger, Rudolf 

Ministerium Türck. 

Teller Friedrich, prov. Assistent an der 
geolog. Lehrkanzel. IIL Obere Weissgärber- 

strasse 14 A. Bittner, R. Hoernes. 

K. k. deutsches Gymnasium der Kleinseite in 

Prag Die Direction. 



Eingegangene Gegenstände : 

1 Partie Flechten von Herrn Arnold. 

4 Centurien Schmetterlinge von Herrn Mann. 



A* 



4 



Sitzung am 13. Jänuer 1875. 



Der Vorsitzende Herr Brunner v. Wattenwyl bringt der 
Versammlung einen motivirten Antrag des Mitgliedes Herrn 
J. V. Bergen stamm zur Kenntniss, wonach die Jahresbeiträge 
für neu eintretende Mitglieder auf 5 fl. von 4 fl. zu erhöhen 
seien, während für die bisherigen MitgUeder die Beiträge mit 4 fl. 
belassen werden sollen. Die Abstimmung über diesen Antrag 
wird, da Dr. E. v. Marenzeller auf einen Formfehler auf- 
merksam machte, bis zur nächsten Versammlung verschoben. 



Herr Anton Ofenheime r in Agram hat den Mitglieds- 
beitrag auf Lebenszeit eingezahlt. 



Dr. F. Low sprach über neue und einige ungenügend be- 
kannte Cecidomyiden der Wiener Gegend. (Siehe Abhandlungen.) 



Dr. E. V. Marenzeller legte einen Aufsatz des Mitgliedes 
Herrn Prof. Dr. C. Claus vor: lieber die Structur der Muskel- 
zellen und den Körperbau der Mnestra parasites Krohn. (Siehe 
Abhandlungen.) 



Custos A. V. Pelz ein berichtete, unter Vorweisung der 
betr('ff«ni(len r'.x(;mplare, über das Vorkommen der kleinen Trappe 
Otia tetraj: im Marchfelde. 



Frcilif;n- .]. v. 1 ) o b 1 Ii o ff liatt(j von seiner Reise um die 
F>rdc ('ine; groHsc Anzalil von })liotographi8chen Ansichten aus 
Indien, .lapan, (Jliirja, grösstcntheils Vcgetationsbildcr, zur Aus- 
Ht<'IIung gebracht. 



\. V. P ftl ze I n. 



5 



Versammlung am 3, Februar 1875. 

Vorsitzender: Herr Custos v. Pelzein. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr als Mitglied bezeiclinet durch 

P. T. Herren 

Dautwitz Friedr., k. k. Hof-Bau-Controllor 

in Schöllbrunn v. Bergenstamm, P. Low. 

Hart ig Gustav, Lehrer in Steinschönau, 

Böhmen C. Stoizner, A. Rogenhofer. 

Knauer Friedr. Carl, Supplent a. d. ßossauer 

Realschule, Wien Dr. Mayr, F. Bartsch. 



Eingegangene Gegenstände : 
1 Packet Pflanzen von Freiherrn v= Thümen. 



Der Vorsitzende Herr Custos A. v. Pelz ein zeigte der 
Versammlung die Verdienst - Medaille vor, welche der Gesell- 
schaft in der Wiener Weltausstellung zuerkannt v^orden war. 

Ferner theilte derselbe mit, dass Herr J. v. Bergen stamm 
seinen Antrag auf theilweise Erhöhung der Mitglieder-Beiträge 
zurückgezogen habe. 



Secretär Custos A. Rogenhofer legte das eben vollendete 
3. und 4. Heft der Gesellschaftsschriften vor und berichtete über 
den Beschluss des Ausschusses zur Feier des 25jährigen Be- 
stehens der Gesellschaft im Jahre 1876 eine separate, aus Ab- 
handlungen von Mitgliedern zusammengesetzte Festschrift vor- 
zubereiten, zu deren Redaction die Herren A. Rogenhofer, 
Dr. E. V. Mari3nzeller, J. Juratzka, Dr. H. Reichardt, 
Dr. A. Pokorny als Comite bestimmt wurden. 



6 



Sitzung am 3. Februar 1875. 



Dr. H. W. Reichardt legte folgenden eingesendeten Auf- 
satz vor: 

Friedr. A. Hazslinsky, Beiträge zur Kenntniss der un- 
garischen Pilzflora III. Fungi hypogaei. (Siehe Abhandlungen.) 

Ferner zeigte derselbe vor und besprach die zweite Lieferung 
der Icones selectae Hymenomycetum. Himgariae von Karl Kalch- 
brenne r. 



J. Juratzka berichtet über neue Standorte von Laub- 
moosen, zumeist im österreichischen Gebiete: 

Die Pottia Heimii, deren Vorkommen am Neusiedler See vom Vortragenden 
schon vorher als höchst wahrscheinlich bezeichnet wurde, ist daselbst von 
E. Berroyer im Frühjahre 1874 aufgefunden worden. Sie wächst dort, ins- 
besondere auf dem feuchten Uferlande bei Geoys, in grosser Menge. — Herr 
C. Limpricht fand das bisher nur aus den norwegischen Alpen bekannt ge- 
wesene Limnohium norvegicum auf dem polnischen Kamm des Tatragebirges. 
Ebendaselbst hat Limpricht auch das von Wahienberg in den Flora 
CarxMtliorum als unter dem Hlinzka-See ober der Krummholzregion vor- 
kommend angegebene und seitdem nicht wieder beobachtete Aulacomnium 
turgidum wieder aufgefunden. — Herr J. Breidler hat die von Metzler im 
Jahre 1868 auf der Bachalpe im Berner Oberland entdeckte und von Schimper 
Metzleria alpina benannte Art ober dem Gastl-See in den Schöderer- Alpen 
Steiermarks aufgefunden. — Höchst interessant erscheint die Entdeckung eines 
neuen Standortes der bisher nur vom Hoheneck in den Vogesen bekannten und 
von Dr. A. Sauter vor Jahren bei ßied in Oberösterreich in einem Individuum 
gefundenen Bruchia vogesiaca, bei Nittenau in der Oberpfalz, woselbst sie von 
Herrn Dr. Triera an torfigen Gräben mit Sporledera palustris verwachsen 
aufgefunden wurde - Endlich legt der Vortragende Präparate der im Wurzel- 
filze der Stengeln nistenden inännliclien Pflänzchen von Dicranum neglectum, 
palustre, undidatum, Schraderi und spurium vor, und schildert deren Aehnlich- 
keit in 'I'racht und Wachsthum mit den muscis cleistocarpis , wornach z. B. 
jene von Dicr. palustre eine vollkonunene Aehnlichkeit mit Archidium alterni- 
folinm, jene von B. neglectum, undulalum und spuri\mi im Allgemeinen eine 
solche mit Microbrynm darbieten. 

l)r. Vj\\{\\ von iM arenz(;lJer bospi ach A. Neuirniyor's 
Anleitung zu wisHcnschaftlichen licobachtiiDgcri aiil" Reisen. 

Der VoiHitzcndr, hielt eiiirn Voiinig iiber die ]>ozicliung(in 
der iithiopiHchen iriit d»;r indomalayiKclien Vogel-Fauna nebst 



A. Kogeuhofer. 



7 



allgemeinen Betrachtungen über die geographische Verbreitung 
der Säugethiere. (Siehe Abhandlungen.) 



Custos A. Rogen hofer legte zwei neue Publicationen vor: 
B. Dybowski, Beiträge zur näheren Kenntniss der in dem 
Baikal See vorkommenden niedern Krebse aus der Gruppe der 
Gammariden, und Sn eilen von Vollenhoven, Pinacographie. 
Erstes Heft. 



Versammlung am 3. März 1875. 

Vorsitzender: Herr Prof. Dr. Gustav Mayr. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 

Sodiro Alois S. J., Professor der Botanik in 

Qüito. Eep. Ecuador Prof.Dr.Reichardt, J. Wiesbaur. 

Heinzel Ferdinand, k. k. Post-Controlor, Freiherr v. Schröckinger, Dr. 

VII. Kirchengasse 3 Heinzel. 

Bauer Med. Dr. Ivan, Agram Sp. Brusina, A. Ofenheimer. 

Landes-Proseminar in Wiener-Neustadt . . . Die Direction. 

Deutsches Staats-Real-Gymnasium. Prag, Alt- 
stadt Die Direction. 



Eingegangene Gegenstände: 

9 Centurien Insecten von Herrn A. v. Letocha. 

Centurie XI -XIH Fungi austriaci exsiccati von Freih. v. Thümen. 

5 Centurien Moose von Herrn J. Breidler. 

1 Partie Phanerogamen von Dr. C. Marchesetti. 



Anschluss zum Schriftentausche: 

Voralberger Museums-Verein in Bregenz. 



8 



Sitzuug am 3. März 1875. 



Herr Custos A. v. Pelzeln berichtete über die wichtigsten 
Acquisitionen des k. k. zoologischen Hof-Museum an Säuge- 
thieren und Vögeln im Jahre 1874. 

Derselbe zeigte ferner eine Reihe von Nistkästchen für 
Vögel vor, wie solche von Herrn Fritz Zell er, Wien, Postgasse 
Nr. 20, um sehr massigen Preis entsprechend den verschiedenen, 
Insecten fressenden Vogelarten in Verkehr gesetzt werden und 
befürwortete warm dieses einfache und treffliche Mittel zur Er- 
haltung und Vermehrung unseres Vogelstandes. 

Endlich legte der Vortragende Tabellen und Karten über 
den Zug und das Wandern der Vögel in Siebenbürgen, einer 
in ungarischer Sprache publicirten Arbeit von Otto v. Hermann 
entnommen, vor. 



Herr Prof. Dr. H. W. Reichardt legte zwei Arbeiten von 
Mitgliedern vor: 

Mykologischer Beitrag von Stephan Schulz er v. Müggen- 
burg. (Siehe Abhandlungen.) 

Ueber die Vegetations - Formationen der taurischen Halb- 
insel und ihre klimatischen Bedingungen von Dr. A. Rehmann. 
(wSiehe Abhandlungen.) 

Ferner lenkte derselbe die Aufmerksamkeit der Versamm- 
lung auf eine neue botanische Publication : Blüthendiagramme. 
Erster Theil, von Prof. Dr. A. W. Eichler in Kiel. Leipzig 1875. 



Herr Prof. Dr. F. Brauer beschrieb zwei n'eue Phryganiden- 
Gattungen aus der Gruppe der Oestropsiden , Aethaloptera und 
Phanoötoma. (Siehe Abhandlungen.) 

Herr ('ustos A. Itogenhofer referirte über zwei ein- 
gesandte Abhandlungen : 

Jlfivnptera heteroptera analriaca ab ,J. A. Palmen collecta 
cnurn(;ravil (). M. Reut(;i- in IlelsingforB. (Siehe Abhandlungen.) 



C. Hampe. 



9 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Arachniden-Familie der 
Territelarien Thoreil. (Mygalidae aut.) von Dr. Anton Äusserer. 
(Siehe Abhandlungen.) 



Dr. Hampe übermittelte folgenden Nachtrag zur Beschrei- 
bung des Neogonus Plasonii. (Siehe Verhandlungen der zoolog.- 
botan. Ges. Band XXIII. S. 165) : 

Ich habe bei der Beschreibung des Neogonus Plasonii absichtlich alle 
Genas- Charaktere weggelassen, und mir vorbehalten, nach Zergliederung eines 
Exemplares, dieselben im Ganzen nachzutragen. Leider konnte ich bis jetzt 
immer noch kein Stück zu diesem Zwecke erhalten. Es bleibt mir daher nichts 
übrig, als diejenigen Charaktere anzugeben, welche auch ohne Zergliederung 
sichtbar sind. Herr Dr. Kraatz hat die wesentlichsten bereits beschrieben 
(Berliner entom. Zeitschrift XVIII, Seite 351), und ich führe dieselben mit den 
übrigen an. 

Der Körper ist länglich, der Kopf kaum breiter als der Thorax und 
dieser nur wenig schmäler als die Flügeldecken. Der Kopf steckt so tief im 
Thorax, dass der Hinterrand der Augen an dessen Vorderrand anstösst. Die 
Fühler sind länger als Kopf und Halsschild zusammen, elfgliederig. Beim 
Männchen ist das erste Glied lang, keulenförmig, das zweite kurz, breitgedrückt, 
3—6 breit, scheibenförmig, eng aneinander schliessend, durchblättert, das sechste 
kleiner als die vorhergehenden, 7 — 10 dreieckig, das elfte länglich, Vf^^^dl so 
lang als das zehnte, stumpf zugespitzt. Beim Weibchen sind die Fühler faden- 
förmig. Die Augen sind rund, gross und stark hervortretend. Das Endglied 
der Kiefertaster ist sehr gross, beilförmig. Die Hinterhüften 
sind nicht getrennt. Die Beine sind schlank, das erste Fussglied an den 
Hinterbeinen ist sehr gestreckt, deutlich länger als die folgenden zusammen, 
mehr als doppelt so lang als das zweite, das dritte ist sehr klein, kaum ge- 
spalten, das vierte und letzte Glied zeigt einfache Klauen. An den Mittelbeinen 
ist das erste Fussglied wenig länger als die beiden folgenden zusammen, zwei 
etwas länger als drei, vier sehr klein, das Klauenglied kürzer und schwächer 
als drei. An den Vorderbeinen zeigen sich dieselben Längenverhältnisse der 
Tarsenglieder wie an den Mittelbeinen, nur sind dieselben etwas stärker. 

Es handelt sich nun um die systematische Stellung dieses Thierchens. 
Ich Hess mich im ersten Augenblicke durch die grossen Augen desselben ver- 
führen, es zu den Anthiciden, nämlich zu Amhlyäerus zu stellen; allein bei 
näherer Untersuchung und durch Herrn Dr. Kraatz aufmerksam gemacht, muss 
ich diese Ansicht aufgeben, und möchte nun dem Neogonus wegen seiner Körper- 
gestalt, der grossen, beilförmigen Kiefertaster und wegen der nicht ge- 
trennten Hinterhüften bei den Fediliden, Tribus Scraptiides, namentlich 
bei Trotoma seinen Platz anweisen. 



Z. B. Ges. B. XXV. Sitz.-Ber. 



B 



10 



Jalires-Versammlung am 7. April 1875. 



Jahres- Versammlung am 7. April 1875. 

Vorsitzender : Seine Durchlaucht Fürst Josef Colloredo- 

Mannsfeld. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 

Halfern Friedrich von, in Burtscheid bei 

Aachen J. Erber, Prof. Förster. 

Latzel Dr. Robert, Prof. am k. k. Staats- 

Gymn. I. Fichtegasse in Wien .... Prof. Reichardt, Dr. Pejritsch. 
Seidler Adolf Ritter v., I. Kolowratring 10, 

Wien M. Damianitsch, A. Rogenhofer. 

Szmolay Dr. Wilhelm J., kön. Comitats- 

Oberphysikus und Präs. d. südungar. naturf. 

Gesellschaft in Temesvar Dr. Tauscher, Dr. v.Marenzeller. 

Bolivar Dr. Jose Maria, in Madrid .... Die Direction. 



Anschluss zum Schriftentausche 

Societa adriatica di scienze natural! in Triest. 
Kais, botan. Garten in St. Petersburg. 



Eingesendete Naturalien:- 
1 Partie Käfer von Herrn Sperlich. 



P»< ri( lif des Priisidciilcii - SlcllvortrcloiH Herrn lioi'raihoH Karl Bruuiier 

von Wattenwyl. 

lloclige(;hrte Herren (Jollegen! 

Arn heutigen Jahrestage des vierundzwan/igjährigen Bestandes' unserer 
GeHcllHchaft, habe ich die Khre nacJi alter Hebung den Bericht über das ab- 
gelaufene Vcrwaltunghjahr vorzulegen. 



K. Brunn er von Wattenwyl. 



11 



Die Zahl der inländischen Vereinsmitglieder beträgt 671 und hat sich 
gegen das Vorjahr etwas vermindert, dagegen ist die Zahl der ausländischen 
Mitglieder, sowie der Gesellschaften, welche sich an dem Schriftentausch be- 
theiligen, gleich geblieben. Die Zahl der öffentlichen Lehranstalten, welche 
unsere Schriften beziehen, ist auf 68 gestiegen. 

An ausserordentlichen Einnahmen sind die lebenslänglichen Einzahlungen 
der Herren Gr em blich und Ofenheim er eingelaufen. 

Folgende Geschenke fielen der Gesellschaft zu: von Herrn Wallner eine 
grosse Zahl werthvoller botanischer Werke, sowie ein schönes Herbarium; von 
Dr. Ritter v. Reuss eine Sammlung Separata seines seligen Vaters. 

Der vierandzwanzigste Band der Gesellschaftsschriften besteht aas 72 
Druckbogen und 13 Tafeln. 

Im Verlaufe des Berichtsjahres haben wir durch den Tod folgende Mit- 
glieder verloren, welchen ich einen ehrenden Nachruf widme: 

Von Inländern: 

Herr Dr. G. Boeckh, Arachnolog. 
„ Brandmeyer, Botaniker. 
„ Fuss Karl, und 

„ Semeleder Aug., Coleopterologen. 

Von Ausländern : 

Herr Droste-Hülsh off, Freih. v., Ornitholog in Münster. 
,, Hammers chmi dt (Abdullah-Bey) aus Wien gebürtig, in Con- 
stantinopel. 

„ Herrich-Schäffer, den berühmten Entomologen in Regensburg, 
welcher eine wissenschaftliche Systematik derLepidoptern begründete. 
,, Queteletin Brüssel. 

„ Stolizka Ferdinand, aus Oesterreich gebürtig, welcher als Geolog 
im Dienste der Indischen Regierung verwendet wurde und durch 
Einsendung werthvoller Sammlungen aus dem Gebiete der Natur- 
geschichte sich seines Vaterlandes mit Liebe erinnerte. 

„ Tachetti Karl, Entomolog in Padua. 

„ Walker Francis, Gustos am brit. Museum, bekannt durch die 
Herausgabe zahlreicher Kataloge über alle Theile der Entomologie. 



Aus dem Berichte des Herrn Rechnungsführers werden Sie entnehmen, 
dass trotz des Ausfalles in den Einnahmen und der gesteigerten Druckkosten 
der Rechnungsabschluss sich sehr günstig herausstellt, ein Resultat, welches 
wir der umsichtigen Geschäftsführung jener Männer verdanken, welche ihre 

B* 



12 



Jahres-Versammlung am 7. April 1875. 



Zeit und ihre Kräfte der Gesellschaft widmen und unter welchen vor Allen 
hervorzuheben sind die Herren Secretäre Rogenhofer und Dr. v. Marenzelle r, 
sowie unser bewährter Rechnungsführer Juratzka. 



Meine Herren Collegen! Im nächsten Jahr wird unsere Gesellschaft ein 
Vierteljahrhundert bestanden haben. Wir werden diesen Tag festlich begehen 
und bei dieser Gelegenheit einen Rückblick auf unsere Leistung werfen, dem 
ich heute nicht vorgreifen will. Allein während wir bei der Feier des Geburts- 
tages selbst uns der gerechten Freude hingeben werden, ziemt es sich heute, 
am Vorabend unseres Eintrittes in das Mannesalter, uns mit guten Vorsätzen 
auszurüsten, welche sich auf die ei-worbene Erfahrung stützen. Erlauben Sie 
mir zu diesem Ende einige Worte über einen Zweig unserer Thätigkeit zu 
sprechen, über dessen Wichtigkeit wir alle einig sind. Es sind diess unsere 
wissenschaftlichen Publicationen. 

Als im Jahre 1851 die Freunde der Naturgeschichte als zoologisch- 
botanischer Verein zusammentraten, beschlossen sie einerseits durch Mitthei- 
lungen sich gegenseitig zu belehren und anzueifern, andererseits die Ergebnisse 
ihrer Forschung bleibend in den Annalen der Wissenschaft niederzulegen. 
Es entstand auf diese Weise eine stattliche Sammlung von 24 Bänden, in 
welchen das Ergebniss unendlichen Fleisses, grossen Nachdenkens und vieler 
Mühe enthalten ist. In diesen Arbeiten sind allerdings die Elemente der 
Wissenschaft enthalten, allein sie bilden keineswegs ihren eigentlichen Ausbau. 
Als Monumente der Wissenschaft kön)ien nur die encyklopädischen Werke gelten, 
welche grössere Gebiete erschöpfend behandeln. 

Ich möchte die Behauptung aufstellen, dass jeder von uns für sein specielles 
Gebiet sich nach umfassenden Handbüchern sehnt und dass vielleicht in , keinem 
Zweige des menschlichen Wissens gerade jetzt die Erneuerung derselben noth- 
wendiger ist, als in unserem Felde, wo einerseits durch die strengeren Methoden 
der Beobachtung die alten Beschreibungen antiquirt sind, anderseits eine neue 
Philosojihie die Naturforschung durchweht, deren Hauch wir da und dort in 
geistreichen Zusammenstelluiigen auf dem Gebiete der beschreibenden Natur- 
geschichte fühlen, die aber noch nicht als Grundlage für grössere Systeme 
gedient hat. 

Wenn es schon für den Einzelnen unerschwinglich ist kleine Abhand- 
lungen zu verbreiten, so ist dieses in noch viel höherem Grade der Fall für 
grosse Werke, die mit Tafeln ausgestattet sein niüsscn und trotz des Bedürf- 
nisses von Seiten der Wissenschaft, immerhin einen beschränkten Leserkreis 
finden. Solche Werke können nur zu Stande kommen durcli Staats-Ünterstützung, 
durch die Munificenz einzelner Männer oder durch das Zusammenwirken vieler 
kleiner Kräfte. 

Unsere Gesell.schaft hat sidi bereits wiederholt auf das Gebiet grösserer 
Publicationen gewagt und ich halte dafür, dass unsere Soparat-Abhandlungen 



A. Rogenhofer, 



13 



zum Nutzen der Wissenschaft und zum Ruhme der Gesellschaft nicht weniger 
beigetragen haben als unsere periodischen Publicationen. 

Es war vorsichtig, mit diesen Separat- Abhandlungen sparsam vorzugehen, 
so lange die Gesellschaft nicht consolidirt war, aber durch einen fünfundzwanzig- 
jährigen Bestand werden wir unsere Existenzfähigkeit bewiesen und das Recht 
erworben haben, ausser den kleinen isolirten Häuschen die Errichtung von 
monumentalen Gebäuden für die Wissenschaft zu wagen. 

Man kann hiebei auf zweierlei Art vorgehen: erstens indem man im 
Allgemeinen den Verfassern grösserer Werke die Aussicht bietet, von Seiten 
der Gesellschaft bei dem Druck unterstützt zu werden, oder indem man geradezu 
über das Bedürfniss einzelner bestimmter Werke schlüssig wird und einen ge- 
eigneten Forscher zur Verfassung derselben auffordert. 

Bei der Ausführung selbst wird es sich schliesslich weniger um grosse 
Geldopfer handeln, als um die üebernahme eines gewissen augenblicklichen Risico. 

Wenn ich die Herausgabe grösserer Werke durch unsere Gesellschaft 
anrege, so habe ich hiebei nicht allein die Pflege der Wissenschaft vor Augen, 
für welche wir uns vereinigt haben, sondern ich denke auch an den Ruhm der 
Gesellschaft, welcher durch derartige Leistungen nur gewinnen kann. Vergessen 
wir nicht, dass es mit dem Rufe einer gelehrten Gesellschaft nicht anders steht, 
als mit der Berühmtheit eines einzelnen Mannes: man verlangt von ihm, dass 
jede folgende Leistung die vorangegangene überrage und ich ersuche Sie. meine 
Herren Collegen, zu erwägen, ob in unserer zweiten Lebensperiode, die wir 
demnächst antreten, unsere literarischen Leistungen nicht vielleicht im Sinne 
dieser Andeutungen auszudehnen wären zur Förderung der Wissenschaft, zur 
Hebung des Rufes unserer Gesellschaft und zur Ehre des Vaterlandes. 



Bericht des Secretärs Herrn Custos A. Rogenhofer. 

Das abgelaufene vierundzwanzigste Jahr des Bestandes unserer Gesell- 
schaft dürfte sich mindestens ebenbürtig seinen Vorgängern anschliessen, was 
sowohl den Umfang, als insbesondere den Inhalt der Verhandlungen so wie 
auch unsere finanziellen Verhältnisse, wenn man die Ungunst der Zeiten in 
Betracht zieht, anbelangt. 

Der vierundzwanzigste Band, welcher den Mitgliedern bereits zugekommen, 
weist ausser den Arbeiten unserer Heimatsgenossen sieben Beiträge von Aus- 
ländern auf, deren Namen wie Arnold, Bergh, Dybowski, Meyer, Baron 
Thümen und Zell er für Vorzüglichkeit der Leistungen sprechen, im Ganzen 
43 selbständige Aufsätze auf. 

Die löblichen Dampfschifffahrts- und Eisenbahn-Directionen unterstützten, 
wie seit Jahren, auch im verflossenen, theils durch Freikarten, theils durch be- 
deutende Ermässigungen die wissenschaftlichen Forschungen einzelner Mitglieder 



14 



Jahres-Yersararalung am 7. April 1875. 



in höchst dankenswerther Weisp und führton den Sammlungen dadurch werth- 
volle Bereicherungen zu. 
So ertheilten: 

die k. k. priv. Staatshahn-Gesellschaft: Herrn Agardh Westerlund die Fahrt 
von Bodenbach — Wien; Herrn Dr. F. Brauer viermalige Fahrt von Wien 
nach Parndorf und zurück; dem Pflanzensammler Th. Pichler eine Karte 
von Wien bis Bazias; 

die k. k. priv. Südbahn freie Fahrt Herrn J. Wiesbaur von Liesing nach 
Szent Mihali und zurück, und Herrn J. Mann von Wien nach Lienz 
und retour; 

die Kaiserin Elisabeth-Bahn den Herren H. Engelthal er und Em. Pokorny 

Fahrt-Ermässigung für die Strecke Wien— Salzburg. 

Schliesslich ist noch zu erwähnen, dass die Direction beschlossen hat, 
zu der im nächsten Jahre eintretenden fünfundzwanzigjährigen Jubiläumsfeier 
der Gesellschaft eine Festschrift, Abhandlungen inländischer Mitglieder ent- 
haltend, herauszugeben. 



Bericht des Seeretärs Herrn Dr. Emil von Marenzeller. 

Die Pflicht, über die naturwissenschaftlichen Sammlungen und die 
Bibliothek zu berichten, bringt mit lebhaftem Gefühle des Dankes alle jene 
geehrten Mitglieder in Erinnerung, die theils von ihnen gesammelte Objecte 
der Gesellschaft geschenkweise überliessen, theils an der Erhaltung und Ver- 
werthung des Vorhandenen zu Zwecken der Betheilung von Lehranstalten 
thätigen Antheil nahmen und so das Ganze förderten. 

Es spendeten zoologische Objecte die Herren: v. Bergenstamm, 
Kolazy, v. Letocha, Mik, Ressmann, Ronni ger, Eogenhofer, Waj giel, 
V. Zimmermann; Pflanzensammlungen die Herren: Arnold, Brandmayer^ 
Freyn, Maly, Marchesetti, Rehm, Ressmann, Strauss, v. Thümen, 
Wall n er, Wiesbaur. 

Es ordneten die zoologische Sammlung die Herren : Barbieux, v. Bergen- 
stamm, Kolazy, v. Letocha, Mik, Rogenhofer; die Pflanzensammlungen 
die Herren : Aast, Burgerstein, Mühlich, Pfihoda, Reich ardt, Stoizner. 

Herr Kolazy leitete mit gewohnter Aufopferung die mühevolle Zusammen- 
Btellung von Sammlungen für Schulen und hatte überdiess die Freundlichkeit, 
in folgendem Verzeichnisse die durch ihn vermittelte Thätigkeit der Gesell- 
schaft in dieser Pkichtung hin darzulegen. 



£inil V. M^arenzeller. 



15 



Ausweis 

über die Betheiluug- der Lehraustalten mit Naturalien. 



Im Jahre 1874 wurden 23 Lehranstalten mit 126 Wirbelthieren, 7081 lu- 
secten, 1833 Conchylien, 29 Weich-, Strahl-, Krebs- und Eingeweidethieren und 
1758 Pflanzen betheilt, im Ganzen mit 10.327 naturhistorischen Objecten. 















Weich-, 




u 




Ausge- 


W irDel- 






Strahl-, 




•g 


Name der Lehranstalt 


stopfte 
Wirbel- 


thiere 
in Wein- 


Insecten 


Conchy- 
lien 


Krebs- 
u. Ein- 


Pflan- 
zen 


o 




thiere 


geist 






geweide- 
















thiere 




1 


Wien: Lehrkanzel f. Zool. u. 
















vergl.Anat.a. d. Univers. 


— 


— 


354 


— 


— 


— 


2 


„ Staatsoberrealschule II. 
















Weintrauben gasse 14 . 


— 


— 


380 


— 


— 


200 


8 


Pirano: k. k. Oberrealschule 


— 


— 


554 


153 


3 


200 


4 


Kr um au: Staatsgymnasium . 


12 


35 


542 


185 




126 


5 


Brünn: Staats-Real- u. Ober- 


















6 


— 


458 


210 


5 


157 


6 


Freistadt: Obergymnasium . 


7 




34 


200 


1 


— 


7 


Karolinenthal: Realschule 







483 




7 




8 


ßruneck:k.k. Unterrealschule 


— 


— 


597 


— 


— 


200 


9 


Prag: k. k. deutsche Lehrer- 
















bildungsanstalt . . . 


— 


— 


— 


200 


— 


— 


10 


Wien: Mil. Lehrcurs, Kolo- 


















— 


— 


316 


— 


— 


120 


11 


Edthof bei Am Stetten :Landes- 
















ackerbauschule .... 


— 


— 


438 


— 


3 


— 


12 


Edlhof bei Zwettl: Landes- 
















ackerbauschule. . . . 


— 


— 


318 


— 


— 


— 


13 


D ö b 1 i n g : Landesblinden- 


















5 




197 


52 


1 




14 


Wien: VI. Bez. Gumpendorfer- 
strasse 2. Communal- 
















Bürgerschule . . . . 


— 


— 


124 


— 


— 


— 


15 


„ VI. Bez. Rahlgasse 2. 
















Bürgerschule . . . . 





36 


505 


86 


2 


130 


16 


Bruck a. d. Leitha: Bürger- 


















— 


— 


386 


135 


1 


200 


17 


It t* f* ^ "7 a ti • Tiii"rff PTG/^nnl o 
yjlCihitVU.* JL> Ul J^Cl öl^UUlC 






ODO 




K 
ö 




18 


Wien Volksschule der Frau 
















ß.r>lrlViQTi TTT Mar, 

vioianan jjli. dqz. . 














19 


„ Volksschule IX. Bezirk 
















Viriotgasse 8 . . . . 


10 




248 






125 


20 


„ Volksschule II. Bezirk 
Brigittenau Winterg. 82 


4 












21 


„ Volksschule II. Bezirk 
















Kaisermühlen, Linneg. . 


1 




361 


112 


1 


300 


22 


„ Volksschule II. Bez. kl. 
Sperlgasse 10 ... . 


10 












23 


Hainburg a. d. Donau Volks- 
















schule 






228 










Summa . 


55 


71 


7081 


1333 


29 


1758 



16 



Jahres-VerBammlung am 7. April 1875. 



Ausserdem wurden an obgenanute Lehranstalten 26 Bände der Gesellschafts- 
schriften und 43 verschiedene Separat- Abdrücke, ferner über 500 mikroskopisch - 
photographische Darstellungen vertheilt. 

Für die Bibliothek, welcher Herr Emil Berroyer mit Eifer vorstand, 
erwuchs in Folge des steten Zuwachses und der Eaumbeengung eine neue Auf- 
stellung. Herr Ausschussrath Franz Bartsch war es, der sich ausser opfer- 
williger Unterstützung der Secretäre dieser Aufgabe unterzog, und alle Jene, 
welche unsere Bibliothek benützen, zu grossem Danke verpflichtete. Die periodi- 
schen Schriften sind nun nach den Sprachen, in welchen sie erscheinen, gruppirt. 
Wenn auch heute die Anlage noch nicht ganz vollendet ist — es fehlt noch die 
neue Numerirung der Bücher und der Kataloge — so haben sich doch bereits 
zahlreiche Stimmen für das Zweckmässige und Uebersichtliche derselben aus- 
gesprochen. Die Sammlung selbständiger Werke oder von Separaten vermehrte 
sich durch Schenkungen der Herren Autoren um 49. ') 

Dem Schriftentausche beigetreten ist: 

Die Societe de Botanique du Grand-Duche' de Luxembourg. 



Bericht des Rechnungsführers Herrn J. Jnratzka. 



Einnahmen. 



Jahresbeiträge mit Einschluss der Eintrittstaxen und Mehrzahlungen 










fl 


3214. 


,50 






60. 








2361. 






)) 


295. 


,76 






39, 




Interessen für Werthpapiere uud für die bei der Sparcasse hinter- 










» 


178, 


.61 






71, 


.90 


Summe . 


fl. 


6220 , 


.77 


sonach mit Hinzurechnung des am Schlüsse des 








Jahres 1873 verbliebenen Cassarestcs von . . . 


» 


1764, 


.27 


und in Werthpapicrcn (worunter sich 4 Stück liudolfs- 









loose als Geschenk des Herrn M. Damianitsch, 
'/um Andenken an seinen verewigten Sohn Rudolf, 

belindenj fi. 103 0.— 

ZuKamnirn in Baareni fl. 7985.04 

und in W<rtlipai»ioren II. 1030.— 



') Hind ttufgeiührt IUI. XXIV. paK- 3H— 40 der BitzuugHborichto. 



J. J n r a t z If 



17 



Ausgaben. 

Besoldungen, Remunerationen und Honorar ... fl. 768 . 66 

Neujabrsgelder „ 80 . — 

Beleuchtung, Beheizung und Instandhaltung der Ge- 
sellschaftslocalitäten, dann Beitrag für den Sitzungs- 
saal „ 206 . 08 

Herausgabe der Druckschriften 

a) für Druck fl. 1659 . 45 

b) „ Illustrationen „ 831 . 71 

c) „ Buchbinder- Arbeit „ 54 . 50 „ 2545.66 

Bücher- Ankauf „ 8 . 40 

Buchbinder- Arbeit für die Bibliothek ' „ 79 . 97 

Kanzlei-Erfordernisse „ 132 . 63 

Porto- Auslagen „ 68.18 

Stempelgebühren „ 57 . 16 

Summe . fl. 3946 . 74 

Sonach erübrigte am Schlüsse des Jahres ein Cassa- 

rest in Werthpapieren von fl. 1030 . — 

und in Baarem von fl. 4038 . 30 



welch' letzterer zum grössten Theil bei der ersten österreichischen Sparcasse 
hinterlegt war. 

Verzeichniss 

jener der Gesellschaft gewährten Subventionen, sowie der höheren und auf 
Lebensdauer eingezahlten Beiträge, welche in der Zeit vom 1. April 1874 
bis heute in Empfang gestellt wurden. 

a. Subventionen. 



Von Sr. k. k. Apost. Majestät dem Kaiser Franz Josef .... 


fl. 


200. 




„ Sr. k. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzoge und 












80. 








100. 




,, Ihren k. Hoheiten den durchlauchtigsten Herren Erzherzogen 












160. 






?i 


50. 






n 


50. 








50. 








20. 




Wilhelm 




50. 








60. 




„ Ihrer Majestät der Königin von England (für 2 Jahre) . . . 




133 . 


68 






40. 




Von dem h. k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht .... 


V 


315. 








800. 




Z. B. Ges. B. XXV. Sitz.-Ber. 


c 







18 



.Tahres-Versammluug am 7. April 1875. 



Von dem l(ibl. Gemeinderathe der Stadt Wien fl. 200 

„ Vereine der ersten österreichischen Sparcasse .... „ 200 

b. Höhere Jahresbeiträge von 5 fl. aufwärts 

für das Jahr 1873. 
Stussiner Josef fl. 5 

Für das Jahr 1874. 

C oll oredo -Mannsfeld, Fürst Josef, Durchlaucht fl. 100 

Sina Simon, Freiherr v., Exc „ 25 

Fenzl ür. Fduard, Rothschild Anselm Freih. v., je . . . . „ 10 

Heuser Dr • „ 8 

Heyden von „ 6 

Gassner Theodor, Hochw „ 6 

B e u t h i n Dr. Heinrich, C z e c h Dr. Theodor, Engel Heinrich, Hochw., 
Fo r s ter Dr.Leopold, GallEduard, Goldschmidt Moriz R.v,, 
Hörne Alfons, Ho fm ann August R. V., Kautetzky Emanuel, 
Kolbe Jos., Kolomhatovic Georg, Krempelhub er Dr.A.v., 
Künstler G. A., Maronzeller Dr. Emil von, Peyritsch 
Dr. Joh., Porzius Florian, Rathay Emrich, Reisinger 
Alexander, Richter Dr. Vinzenz, Schön Moriz, Stur Dionys, 
Stussiner Josef je „ 5 

Für das Jahr 1875. 

Liechtenstein Johann, reg. Fürst, Durchlaucht ...... fl. 25, 

Heidmann Alberik, Hochw., Kinsky Ferd., Fürst, Durchlaucht, 
Pelikan von Plauen wald Anton, Rauscher Dr. J. 0. 
Cardinal, Fürst-Erzbischof. Eni., Roth schild Albert Freih. v., 
Schröckinger Julius Freih. v., je r, 10. 

Schwarz von Mohrenstern Gustav v „ 8. 

Hey den V „ 6 . 

Gottwald .l(.li., Hochw „ G . 

Barbieux Aug., Bartsch Franz, Bergh Dr. Rud., B ry ck Dr. Ant., 
Czech Dr. Theod. v., Demuth Theobald R. v., D ob 1 hoff 
Jo.s<'f, Fr<!ib. v., Krber Josef, Förster J. B., Fuchs Dr. 
Theodor, Goldsclnnidt Moriz R. v., Hai m hoffen Gustav 
R.v, Hanf Blasius, Hochw., Hirner Josef, Hoffmann Aug. 
R. V., Kaufmann Josef, Kolazy Josef, Kollndorfer Josef, 
Kr«;n) i»e I huhrr Dr. A. v., Latzl Dr. Robert, Iniin weher 
Konrad, Lctf>rha Ant. v., l^nkatsy P. Thomas, Müller 
Ludwig, I'azKitzky l>r. I'Mnard, l'nizrin Aug. v., Petrino 
Otto Fn'ih. v.. I'okorny Dr. Ah.is. Co I. orny Kmanuel, Prag, 
AHHfiidt<T G^rnnasiinn. RaHi iy Kincricli, Ro d te n b ac h er Dr. 
I>udwig. Reirbardt Dr. H. W,. Wfithammer A. F.., Ress- 
maiiii Dr. F.. Ronnigcr Frrd., i;r>He n t Ii Ludw. R. v., 



H. Reichardt. 



19 



Rupertsberger Math. Hochw., Schleicher Wilh., Schaub 
Josef V., Stadler Dr. Anton, Steindachn er Dr. Fr., Straus s 
Josef, Stur Dionys, Teschen, k. k. Realschule, Tonimasini 
Mutius R. V., Troppau, k. k. Ober-Realöchule, Weissflog 
Eugen, Weissbach Dr. Aug., Zimmermann Dr. Hein- 
rich Edl. V., je fl. 5 . — 

c. Beiträge auf Lebensdauer. 
Grem blich Julius Hochw., Ofen heim er Anton, je fl. 60. — 



Herr Cnstos A. v. Pelz ein legte vor: Beiträge zur 
ornithologischen Fauna Mährens von Freiherrn von Dalberg. 
(Siehe Abhandlungen.) 

Herr Professor Dr. H. Reichardt besprach, unter Vor- 
weisung eines von Mehliss eben herausgegebenen Werkes über 
St. Helena, die Vegetation dieser Insel. 



Herr Secretär Custos A. Rogenhofer referirte über 
folgende von Mitgliedern eingesandte Arbeiten: 

Neue Lepidopteren des südamerikanischen Faunengebietes 
von Dr. O. Staudinger. (Siehe Abhandluugen.) 

Beiträge zur Kenntniss der nordamerikanischen Nacht- 
falter, m. Abtheilung von Prof. P. C. Zeller. (Siehe Abhand- 
lungen.) 

Beitrag zur Dipteren - Fauna Oesterreichs von J. Palm. 
(Siehe Abhandlungen.) 

Versammlung^ am 5- Mai 1875. 

Vorsitzender: Herr Professor Dr. H. Reichardt. 



Neu eingetretene Mitglieder: 
P. T. Herr als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 

Höhnel Franz v., Assist, a. d. k. k. Hoch- Prof. Haberlandt, Prof. Koru- 

schule für Bodencultur. Wien .... huber. 
Hu her Dr. Eduard, I. Seilergasse 5, Wien . Die Direction. 
Lindberg Dr. S. 0., Prof. in Helsingfors . J. Juratzka, F. Bartsch. 



20 



Sitzung am 5. Mai 1875. 



Anschluss zum Schriftentausche : 

Societe Ouvalienne d'amateurs des sciences naturelles ä Ekatherinbourg. 
Societe botaniqiie de L3^on. 
Verein für Naturkunde in Zwickau. 



Der Herr Vorsitzende begrüsst das anwesende auswärtige 
Älitglied Herrn H. v. Saussure aus Genf. 

Er gedenkt ferner des dahingeschiedenen General-Secretärs 
der kais. Akademie der Wissenschaften Dr. L. Schrötter, 
Ritter von Kristelli. Die Versammlung gibt ihrem Beileid 
durch Erheben von den Sitzen Ausdruck. 



Herr J. E. Hibsch, Assistent an der Lehrkanzel für 
Zoologie und Botanik der technischen Hochschule in Wien, 
zeigte vor und beschrieb als eine Novität für Niederösterreich 
bei Wien aufgefundene männliche Blüthen der Trauerweide 
(Salix hahylonica L). (Siehe Abhandlungen.) 



Herr Dr. Emil v» Marenzeller nahm auf Grund eigener 
und fremder Untersuchungen eine „Revision der adriatischen 
►Seesterne" vor^ die bisherigen Anschauungen mehrfach modi- 
fifirend. fSirdie Abhandlungen.) 

Herr Vorsitzende referirtc über eine eingesandte Ar- 
beit d(is INIitghedes Herrn F. Arnold aus Eichstätt in Baiern: 
Liclieiiologisclie Ausflüge in Tirol. (Siehe Abhandlungen.) 

Wcvv (^istos A. Rogenhofer las ein Schreiben des Herrn 
.Jaeid» Boll ans Dallas in Texas, in welchem Steinkohlenasche 
als Milt'd j^cf^cn di(; Reblaus anempfohlen wird. 

I )('r K«'lbf' IxiKprjirh fcrnc^i- (iine neue Publication von Prof. 
\)v. A. Wfrismann in Kicibnrg: Studien zur Descr«.nd<>nz-Theorie. 
J. Uel>er den Saison- Diinor|»hiKunis der Schnietteilinge. 



Sitzungsberichte. 



Z. B. Ges. B. XXV. Sitz.-Ber. 



D 



A. V. Pelzel 



21 



Versammlung am 2. Juni 1875. 

Vorsitzender: Herr Custos A. v. Pelzeln. 



Neu eingetretenes Mitglied : 

P. T. Herr als Mitglied bezeichnet durch 

Dr. Franz Eilhard Schulze, Professor der 

Zoologie an der Universität Graz ... die Direction. 



Prof. Dr. H. W. Reichardt demonstrirte und besprach: 
Einen von Herrn Consistorialrath und Professor Carl Mürle eingesen- 
deten, um Staltersdorf nächst St. Pölten gefundenen Blüthenstand von Ophrys 
arachnites Eeichard, dessen sämmtliche Blüthen eine interessante Bildungs- 
abweichung zeigten. An denselben hatten sich nämlich bei normaler Ent- 
wickelung der Kelchblätter auch die drei Blumenblätter gleichmässig und zwar 
derart ausgebildet, dass auch die beiden unteren paarigen, normal kleinen 
Petalen sich vergrösserten und der Honiglippe gleich gestalteten. Es wiesen 
diese Blüthen somit eine dreigliedrige, actinomorphe Blumenkrone auf, deren 
einzelne Blätter einer normalen Honiglippe gleich geformt und gezeichnet waren. 
Das Staubgefäss, die GrilÖFelsäule und die Narbe waren normal entwickelt, der 
Fruchtknoten zeigte insoferne eine Abweichung vom Normalen, als bei ihm die 
bekannte Drehung unterblieben war und keine Kesupination der Blüthen statt- 
gefunden hatte. In Folge dessen blieb auch das dem normalen Labellum ent- 
sprechende unpaarige Blumenblatt nach aufwärts gerichtet, und die Griffelsäule 
befand sich unter demselben. 

Diese Bildungsabweichung dürfte wegen der gleichmässigen Entwicklung 
der drei Blumenblätter als eine Annäherung zur Pelorienbildung zu bezeich- 
nen sein. 



Herr Franz Albert Dorn, Techniker in Wien, sendet fol- 
gende Mittheilung ein: 

Am 7. Mai d. J. erhielt ich einen Zweig von Salix habylonica mit weib- 
lichen Blüthenkätzchen und bemerkte bei genauer Betrachtung derselben an 

D* 



22 



Sitzung am 2. Juni 1875, 



einem zwei Staubgefässe. Die sorgfältigste Durchsuchung der übrigen Kätzchen, 
um weitere Antheren zu finden, blieb fruchtlos. Ich begab mich alsbald selbst 
an den Standort der Pflanze (dem Währinger Friedhofe), und es gelang mir, 
au vier grösseren, weiblichen Bäumen die Androgynie bei dieser Pflanze, die 
bis jetzt nur in der Pfalz beobachtet wurde, nachzuweisen. Die Erscheinung 
ist deutlich ausgesprochen und an ziemlich vielen Blüthenkätzchen bemerk- 
bar. Auf dem Friedhofe findet sich noch ein fünfter weiblicher Baum, der 
kaum zwei Jahre gepflanzt ist , und die wenigen Blüthen , die ich ent- 
deckte, zeigten keine Androgynie. "Vor wenigen Tagen hat Herr Joseph 
Em.-Hibsch das Vorkommen männlicher Bäume der Salix häbylonica con- 
statirt und zwar auch auf dem Währinger Friedhofe. Auf meine Nachfragen 
erhielt ich die Versicherung, dass keiner der daselbst vorkommenden männlichen 
Bäume der genannten Salix-Art vor dem Jahre 1863 daselbst gewesen sein 
könne. Es wirft sich nun die Frage nach dem Mutterstamme auf, der doch 
auch ein männlicher Baum gewesen sein musste, wenn man das Auftreten nicht 
durch Androgynie erklärt. Dass bisher in unseren Gauen nie männliche Bäume 
von S. häbylonica sich fanden und die an demselben Standorte sichergestellte 
Androgynie stellten den Fall als wahrscheinlich hin, dass die genannten männ- 
lichen Bäume durch allmälige Umwandlung der weiblichen Sexualorgaue in 
männliche aus weiblichen Bäumen entstanden. Die sicherste Bestätigung dieser 
Annahme würde gegeben sein, wenn es gelänge, an einem der vier männlichen 
Bäume einige Fruchtknoten mit Stempel zu entdecken. 



Herr Eugen Woloszczak berichtete über einige im Wechsel- 
gebiete neue Weiden (Siehe Abhandlungen). 



Herr Custos A. v. Pelz ein sprach über: 

1. Einige neue Acquisitionen des k. k. zoologischen Hof-Museunis. 

2. Die beabsichtigte Publication einer Uebersicht der von Natterer in 
Brasilien gosainnielten Säugcthiere. 

3. Ein neues vortretriiches ornithologisches Werk von B owoler Sharpe 
Catalügue of thc Accipitrea in the Collect, of the British Museum. London 1874. 

4. Eine Mittheilung des Freiherrn Friedrich von Dalberg, nach welcher 
gegen Ende Mai dieses Jahres unweit von Datschitz in Mähren aus einem 
gro88en Flage ein Kosenstaar erlegt wurde. Das Exemplar ist später am 
k. k. zoülogiHchcn liof-Muscum ausgestopft worden. 



Ih;rr Socretär Alois Itogerihoi'er bcspnicli den Inhalt 
doH so {ihm crBchicnonen (jrstcjn colcoj)torologiHch(!n Thcilos der 
FotHclicnko'öchen Heise na(;li Turkestan, bearbeitet von Solsky. 



A. V. Polzeln, L. Jeitteles. 



23 



Ferner legte er die Beschreib iii]2:en mehrerer in Geineinschaft mit Herrn 
V. Dorfmeister entdeckten ersten Stände österreichischer Schmetterlinge vor 
und zwar von: Hesperia (SyrichthusB.) Sao Hb. Agrotis musiva Hb., Mamestra 
Serratilinea Euclidia triquetra Fb. (Siehe Abbandlungen.) 

Schliesslich erwähnt der Vortragende der auffallenden Mimiciy zwischen 
einer Fliege: Ceria conopsoicles L. und einem Schmetterlinge: Sesia tabaniformis 
Kottb. welche zu gleicher Zeit au gleichen Oi-ten an Po/jwZms- Stämmen leben. 



Versammliiiig am 7. Juli 1875. 

Vorsitzender: Herr Professor Dr. G. Mayr. 



Neu eingetretenes Mitglied: 

P. T. Herr als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 

H. Buric Friedrich, Curat-Capellau iiiBrgat 

nächst Eagusa S. Brusina, J. Kuzmic. 



Der Vorsitzende gab^ während sich die Versammlung von 
den Sitzen erhob^ der ehrfurchtsvollen Trauer der Gesellschaft 
über das Dahinscheiden Sr. Majestät des Kaisers Ferdinand, ihres 
grossmüthigen Gönners, Ausdruck. 



Herr Gustos A. v. Pelz ein legt eine Arbeit des Mitgliedes 
Herrn E. Schauer: Junge Perlziesel, vor. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr Professor L, Jeitteles bringt das Vorkommen kurz- 
ohrigej- Wühlmäuse bei Wien zur Kenntniss. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr Dr. Franz Low spricht über das schädliche Auftreten 
von Coleophora nigricella Steph. in Wien. 



24 



Sitzung am 6. Octoljer 1875. 



Schon Anfangs Juni d. J. hatten die meisten Blätter an sämmtlich'en 
Weissdornhecken im Garten des hiesigen Wiedner Spitales das Aussehen, als ob 
sie verdorrt wären. Die Ursache dieser Erscheinung war eine sacktragende 
Tineiden-Larve, welche in ungeheurer Menge auf jenem Weissdorn vorkam und 
das Parenchym der Blätter verzehrte. In der zweiten Junihälfte kam die Motte 
zum Vorschein, welche Herr Mann als Coleophora nigricella Steph. (= Ornix 
coracipenneUa Rh.) bestimmte. Die Larve dieses in ganz Mittel- und Südeuropa 
vorkommenden Insectes nährt sich von den Blättern verschiedener Bäume und 
Sträucher. Friedrich Treitschke (Die Schmetterlinge von Europa, 9. B. 
2. Abth. Leipzig 1833, p. 214) gibt an, dass sie auf Birken nicht selten sei. 
Heinr. Frey (Die Tineen und Pterophoren der Schweiz, Zürich 1856, p. 220) 
sagt, dass sie auf Kirsch-, Birnbäumen, Ulmen, Birken und bei Zürich besonders 
auf Crataegus gefunden werde, von welchem sie schon ganze Hecken verdorben 
habe. H. Stainton (A manual of british butterflies aud moths, Vol. II. 
London 1859. p. 385.) gibt als ihre Nahrungspflanzen Weissdorn, Aepfelbäume 
und Schlehensträucher an. Man sieht also, dass dieses Insect sowohl unseren 
Wald- als auch Obstbäumen schädlich werden kann. 



Herr Custos A. Rogenhofer referirt über eine eingesandte 
Arbeit des Mitgliedes Herrn Professors Cajetan v. Vogl: Beiträge 
zur Kenntniss der Landasseln. (Siebe Abhandlungen.) 



Versammlung am 6. October 1875. 

Vorsitzender: Herr Hofrath C. Brunner von Wattenwyl. 



Neu eingetretene Mitglieder: 



1». 'I'. H.;n 

W'.rr V. H utten-Klingcnsteiii Moriz, 
k. k. KittmeiHtcr in Gr.-Bosaan . . . 

Herr V, MojsisovicH AuguHt, Dr. med., 
ÄHHihtent an der Lekrkanzcl für Zoologie 
der UnivcfHität in (iraz 

IKrr Staliü Lad wig, l'rofcHHor in Venedig, 
CaHBclIcria r>288 



als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herrn 

die Directiou 



A. V. Jj'jtocha, A. Rogenhofer. 
F. Bartsch, A, Sononcr. 



A, V. Pelze In. 



25 



Anschluss zum Schriftentausch: 



Society khediveale de Geographie. 

Societä malacologica italiana. 

Ungarischer Karpathen-Verein. 

Societä toscana di scienze naturali residente Pisa. 



Eingesendete Gegenstände: 

2 Centurien Schmetterlinge, Geschenk von Herrn Generalstabsarzt 

V. Zimmermann. 
1 Paquet Pflanzen {'^/^ Cent.) aus den Apenninen und Istrien von 

Dr. V. Marchesetti. 

5 Vögel, Geschenk von Herrn P. Blasius Hanf. 

6 Centurien Insecten von Herrn Josef Kolazy. 
70 Arten Cryptogamen von Herrn Prof. W. Voss. 

Herr Hofrath Brunner von Wattenwyl hat am 4. October 
dem Redactions-Comite der Festschrift eine für diese bestimmte 
Abhandlung übergeben: Die morphologische Bedeutung der Seg- 
mente^ speciell des Hinterleibes bei den Orthopteren. Mit 3 Tafeln. 



Herr Gustos A. v. Pelz ein machte folgende Mittheilung: 
Anknüpfend an die in den Gesellschaftsschriften vom vorigen Jahre publi- 
cirten interessanten Beobachtungen über die Einbürgerung der Wachholder- 
drossel {Turdus pilaris) in Mähren hat mir Herr Friedrich Baron Dalberg den 
hier beigefügten Ausweis der im Jahre 1875 von den Jägern in drei Revieren 
angegebenen Nester dieser Vogelart zugesendet, aus dem zu entnehmen ist, 
dass das Brutgeschäft derselben in Mähren bereits in beträchtlicher Ausdehiiung 
stattfindet. 

In dem Lipnitzer Reviere sollen nach der brieflichen Mittheilung des 
Herrn Baron noch mehr Nester gewesen sein, aber der Sicherheit halber sind 
nicht so viele bezeichnet worden, indem diese angegebenen ganz sicher 
vorhanden. 

Ausweis der im Jahre 1875 aufgefundenen Nester der Wachholderdrossel. 

I. Datschitzer Revier . 17 Nester mit 84 Jungen. 



n. Dabrohvster Revier 
III. Lipnitzer Revier 



2 « „10 „ 
10 „ 45 „ 



Zusammen 29 Nester mit 139 Jungen. 



26 



Sitzung am 6. October 1875. 



Bei I 2 Nester auf Lärchen und 15 auf Kiefern. 
Bei II 2 Nester auf Kiefern. 
Bei III 10 Nester auf Kiefern. 



Herr Custos A. v. Pelz ein brachte ferner die Resultate der 
Bearbeitung; der von Natt er er in Brasilien gesammelten Affen- 
Arten vor. 



Herr Professor Dr. H. Reichardt legte folgende botanische 
Aufsätze vor: 

lieber thermische Constanten und Accommodation bei einzelnen Pflanzen- 
arten von Prof. Dr. Hermann Hoffmann in Glessen. (Siehe Abhandlungen.) 

Bemerkungen über einige Farne von der Insel Celebes von M. Kuhn 
in Berlin. (Siehe Abhandlungen.) 

Beiträge zur Pilz-Flora Böhmens von Freiherrn F. v. Tbümen iu 
Baireuth. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr Dr. E. v. Marenzell er referirte über einen von 
Dr. C. V. March es etti in Triest eingesendeten Bericht: Botanische 
Wanderungen in Italien. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr Custos A. Rogenhofer besprach auf Grund von Beob- 
achtungen des Herrn Professor W. Voss in Laibach den durch 
eine Milbe (letranychus) erzeugten sogenannten Kupferbrand des 
Hopfens, der }>ci Rolirbach in Oberösterreich verheerend auf- 
getreten war. (Siehe Abhandlungen : Beiträge zur Kenntniss des 
Kupferbrandos und des Schimmels beim Hopfen, von W. Voss.) 

Fei-ner gab derselbe ein Resume doi- Arbeiten der zoolo- 
gischen Sectiou des Naturforschertages in Graz. 



Sitzung am 3. November 1875. 



27 



Versammlung am 3. November 1875. 

Vorsitzender: Herr Professor Dr. H. W. Reichardt. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 

Hacker Leopold, Hochw. Capitular des 

Stiftes Göttweih Dr. M. Much, P. Leitgeb. 

Hofmeister Wenzel, Officialdesk.k. Haupt- 

punzirungsarates, VL Gumpendorferstr. 63 A. Rogenhofer, Dr.v. Marenzeller 
Franz Xaver Grössl, Wien, II. Bez. Winter- 
gasse Nr. 28 G. Stoizner, J. Kolazy. 

Stefan Artuer, Lehrer und Turnleiter, 

IX. Bez. Salzergasse Nr. 27 G. Stoizner, F. Bobies. 

Dr. Leopold Just, Prof. ani Polytechnicum 

in Karlsruhe die Direction. 

Dr. W. Pfeffer, Prof. der Botanik an der 

Universität zu Bonn „ „ 

Dr. J. Schroeter, Oberstabsarzt in Rastatt „ „ 
B. Plaaer, Lehrer an der Knabenschule in 

der Leopoldstadt, Weintraubengasse 13 . G. Stoizner, Dr. v. Marenzeller. 
Otto Hoffmann, Blumenfabrikant, Maria- 

hilferstrasse Nr. 75 G. Stoizner, Dr. v. Marenzeller. 



Anschluss zum Schriftentausch : 

Societe Zoologique des Pays-Bas. 
Sociedad mexicana de historia natural. 

Academia nacional de ciencias exactas existente en la Universidad de Cordova. 



Zu Scrutatoren für die in dieser Sitzung statutenmässig 
vorzunehmende Wahl von 21 Ausschussräthen wurden ernannt 
Herr Ausschussrath J. Kolazy, ferner die Herren Mitglieder 
Professor Latzel und E. Woloszczak. 



Z. B. Ges. B. XXV. Sitz.-Ber. 



28 



Sitzung am 3. November 1875. 



Herr Professor Dr. J. Wiesner hat am 26. October dem 
Redactions-Comite der Festschrift eine für diese bestimmte Ab- 
handlung übergeben: Die natürlichen Einrichtungen zum Schutze 
des Chlorophylls der lebenden Pflanzen. 



Herr Dr. F. Low gab Nachträge zu seinen Arbeiten über 
die Milbengallen. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr Dr. E. v. Marenzeller referirte über zwei von dem 
]\Iitgliede Dr. R. Bergh in Kopenhagen eingesendete Abhand- 
lungen: Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden III mit 3 Tafeln 
und: Neue Beiträge zur Kenntniss der Phyllidiaden mit 1 Tafel. 
(Siehe Abhandlungen.) 



Herr J. Juratzka charakterisirte und demonstrirte eine 
neue Hypnum-Art [H. Breidleri n. sp.) aus Steiermark. (Siehe 
Abhandlungen: Juratzka J. Muscorum. species novae.) 

Herr A. Rogen hofer zeigte die Raupen von Brahmea 
Ledereri Rogenh. vor (siehe Abhandlungen) und machte eine kurze 
Mittheilung über die von Dr. Staudi ngei- während dieses Sommers 
in Amasia gemachte Lepidopteren-Ausbeute. 



Der Herr Vorsitzende besprach: 

Ya\u' <l« r GcHelischaft eingesendete Arbeit in lateinischer Sprache von 
ProfesKor V. v. Borbjis in Pest: Syrnbolae ad ])terid()grai)hiani et Characeas 
Hungariae praecipue üanatus. Eh werden liier 18 Polypodiaceen, 1 Ophioglossum- 
Art, (\ KrinfHidaceen, U Lycopctdiaceeii, 2 ]{iiiz()carj)cen aufgezählt. Kin Anhang 
enthält eine N(»ti7, über die Cliaraceen (7 Arten), deren liestiiiinmng von 
l'rof. I)r. A. iJrann vorgciioniinen wurde. (Siehe Abhandlungen.) 

J>«'rHeJbe legt« ferner das W«'r]< von l'nd' Dr. Strasburger in Jena 
über Zellbildung und Zelltheilung vor 



Wahl der Ausschussräthe. 



29 



Das Scrutinium der Wahl von 21 Ausschussräthen ergab 
folgendes Resultat: 

Gewählt wurden 

Herr Dr. F. Brauer. Herr J. Mik. 

„ C. Brunn er V. Wattenvvyl. „ Dr. A. Pokorny. 

., Dr. A. Burg er st ein. „ M. Schoenn. 

„ Dr. C. Claus. „ A Steinhauser. 

„ Dr. C. V. Felder. „ J. Strauss. 

„ Dr. E. Fenzl. „ D. Stur. 

„ Th. Fuchs. „ Dr. E. Suess. 

„ M. V. Gassenbauer. „ R. Türk. 

„ Dr. F. V. Hauer. „ Dr. A. Vogl. 

Dr. A. Kornhuber, „ Dr. J. Wiesner. 
„ A. V. Letocha. 



Versammlung' am 1. December 1875. 

Vorsitzender: Herr Gustos Dr. F. Steindachner. 



Neu eingetretene Mitglieder: 



P. T. Herr 



als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herren 



A. F. Marion, Professor der Zoologie an der 

Faculte de Sciences in Marseille, Alle'e 

des Capucines 40 die Direction. 

Gottlieb Fleischer, k, k. Peldprediger, evang, 

Religionslehrer, I. Dorotheergasse 17, Wien 
Prantl Dr. Carl, Docent der Botanik an der 

Universität zu Würzburg . 

Grönland Dr. J. in Dahwe bei Jüterbock 



Brunner v. Wattenwyl, Jacobi. 

Dr. H. W. Reichardt, A. Rogen- 
hofer. 



in Brandenburg Dr.J.Wiesner,Dr.H.W.Reichardt. 



K. k. deutsche Staatsrealschule im Carolinenthal bei Prag. 



Anschluss zum Schriftentausch: 
„La Murithienne*' Societe de Botanique en Valais. 
Akademischer naturwissenschaftlicher Verein in Graz. 



30 



Sitzung am 1. December 1875. 



Eingesendete Naturalien : 

2 Centurieu Lepidopteren , Geschenk von Herrn Generalstabsarzt 
Dr. H. Edl. V. Zimmermann. 

1 Partie Insecten, Reptilien und Pflanzen, Geschenk von Herrn Dr. Ress- 

m ann. 

2 Fascikel Flechten, Geschenk von Herrn Dr. Rehm. 



Der Vorsitzende weist auf den Verlust, welchen die Gesell- 
schaft durch das Dahinscheiden ihres Mitgliedes Sr. Eminenz des 
Cardinais, Fürsterzbischofs von Wien, Dr. Othmar Ritter von 
Rauscher erlitten und fordert die Anwesenden auf, durch Er- 
heben von den Sitzen ihrem Beileid Ausdruck zu geben. 



Derselbe ersucht die Herren: Ausschussrath J. Kolazy, 
F. Buchmüller und E. Woloszczak, das Scrutinium für die 
Wahl von sechs Vicepräsidenten und des Rechnungsführers vor- 
zunehmen. 



Herr Dr. G. Mayr überreicht und resumirt als Verfasser: 
Die europäischen Encyrtiden, biologisch und systematisch bear- 
beitet. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr Custos A. v. Pelz ein gibt einen Auszug aus seiner 
für die Festschrift bestimmten Abhandlung: lieber die malayische 
Säugethier-Fauna, welche dem Redactions-Comit6 am 22. November 
vorgelegt wurde. 



Ihrr .1. .luratzka schildert kurz eine neue Moosart ^us 
Lienz in Tirol: Wdsnia Ganderi. (Siehe Abhandlungen: Muscorum 
novae HpecicH.) 

Herr VvuW Di. II. \V. Reic.luirdt referirt übci' die folgenden 
eingebendeten Aufsätze: 



Dr. E. T. Ma renzeller. 



31 



Sechsjährige Beobachtungen über die ersten Erscheinungen im Thier- 
und Pflanzenleben Neu-Cölns bei Milwaukee, von Th. A. Bruhin. (Siehe Ab- 
handlungen.) 

Beiträge zur Flora von Niederösterreich von J. Wies bau r. (Siehe Ab- 
handlungen.) 

Er spricht ferner über die jüngst durch Dr. Rees gemachte 
Entdeckung des Befruchtungsvorganges bei den Basidiomyceten, 
unter Vorlage dessen diesbezüglichen Publication. 



Herr Dr. E. v. Marenzell er legt eine Arbeit des Herrn 
Ausschussrathes G. Kitter von Haimh offen: Beobachtungen über 
die Blattgallen und deren Erzeuger auf Vitis vinifera L. vor. 

Derselbe demonstrirte eine von Herrn Dr. J. Sengg in Wien mitgetheilte 
.neuartige MäusefaUe''. Eine genäschige Hausmaus hatte ihren Kopf in eine 
klalfende Ostrea edulis L. der Nordsee gesteckt und wurde von der sieb blitz- 
schnell schliessenden Muschel erdiosselt. 



Das Scrutinium der Wahl brachte nachstehendes Ergebniss : 

Als Vicepräsidenten erscheinen gewählt die Herren : 

Dr. F. Brauer, Freih. J. Schröckinger - Neuden- 

Dr. C. Claus. berg. 

Dr. E. Fenzl. Dr. J. Wiesner. 

A. Pelikan von Plauenwald. 

Als Rechnungsführer Herr 
Jacob Juratzka. 



A N H A X G. 

Werke, 

welche der k. k. zoologisch - botanischen Gesellschaft im Jahre 1875 

geschenkt wurden. 
Geschenke Sr. k. Hoheit des Herrn Erzherzogs Salvator v. Toscana. 
Yacht-Reise m den Syrten 1873. Prag 1S74. 
Einige Worte über die Kaymeneu. Juli 1874. Prag 1875. 



32 



Anhang. 



Geschenke tou Herru Bonniger iu Wien. 

Manual of Botany for North America by A. Eaton. Albany 1836. 
Gartenflora 1870. 

Geschenke tou Herrn Secr. Rogenhofer. 

Macquart M. Histoire naturelle des Insectes. Dipteres. Paris 1834. 2 Bände. 
Purkyne Emanuel. Die Begattung des Arion empiricorum. 

Geschenk von Herrn Ritter v. Kochel. 

Gistel Joh. Dr., Carolus Linnaeus ein Lebensbild. Frankfurt a. M. 1873. 

Geschenk von Herrn Custos v. Pelzeln. 

de Man J. G., Dr. Overzicht der tot dusverre in de zoete wateren van Europa 
waar^enomen Turbellaria und Erste Bydrage tot de Kennis der Neder- 
landsche zoetwater Turbellarien, benevens eene beschrijving van nieuwe 
Sorten. 

Geschenk aus ßrandmayr's Nachlass. 

Heufler Lud., R. v. Specimen florae cryptogamae vallis Arpasch. Wien 1853. 

Geschenk yon Don Graells. 

Discursos heidos ante la academia des cienceas de Madrid en la reception de 
Sr. Don Kamon Llorente y Lazaro. 1875. 

Geschenk von Herrn Dr. Aug. Ritter v. Reuss. 

Lesqucrcux Leo. Contributions to the fossil flora of the Western Territories. 
Part 1. The Crutaceous flora. Washington 1874. 

Geschenk von Herrn V. Metzger. 

Fuessly J. 0. Archiv der Naturgeschichte. Zürich 1781—1784. 

Von den Herren Verfassern; 

Burger. stein Alt. Untersuchungen über das Vorkommen und die Entstehung 

des Holzstoflos in den Geweben der Pflanzen. Separat-Abdruck aus dem 

LXX. Bande der Sit/ungsber. der Wiener Akademie. 
Becker Lothar. Der BuMcrn-Tiih-dk (Mcotiana rustica) eine Pflanze der alten 

Welt. Breslau 1875. 
Haast Julius. Researches and Excavations carried on in and near the Moa 

Bone Point Cave. Christchurch 1874. 
Preudhomnie de Borre A. Note sur les Gdotrupides qui so rencontrent en 

Belgiquo. 

— Du fJorypIwra decem-lineata. Iküssel 1875. 

— Note» hur Ich emprcintes d'insectes fossiles des Environs de Maus. 
BruxellcH 1875. 

Fanzago Filipp*», Dr. Duo noto zoologichc presentate al congresso di natu- 
raÜMti italiuni ad Aroo. 



Anhang. 



33 



Kerner A. Vorläufige Mittheilung über die Bedeutung der Asyngamie für die 

Entstehung neuer Arten. Innsbruck 1874. 
Snellen van Vollenhofen S. C. Pinacographia, Illustration of more than 

1000 Speeles of North West Europaean Ichneumonidae. 1. 2. Haag 1875. 
Kegel E. Descriptiones plantarum novarum et minus cognitarum in regionibus 

turkestanicis a cl. P. 0. Fedschenko etc. collectis. Fase. II. 

— Alliorum adhue cognitorum Monograpliia. Petropoli 1875. 
Thielens Armand. Voyage en Italic 1874. Description de la Collection de la 

Marq. Paulucci. Torlement 1874. 
Barbosa du Bocage J. V. Aves das possesoes portuguezas d'Africa occidental. 

— Reptiles nouveaux de Tinterieur de Mossaraedes. 
Ross A. M. The flora of Canada. Toronto 1875. 

— The forest trees of Canada. Toronto 1875. 

Kawall J. H. Die neuen russischen Naturforscher. Riga 1874. Sep. 
Böttger 0., Dr. Ueber die Gliederung der Cyren^nmergelgruppe im Mainzer 

Becken. Frankfurt, a. M. 1875. 
Geleznow N. La mousse de marais a-t-elle la propriete d'absorber Teau 

liquide et la vapeur repandue dans Tatraosphere; aus Bullet, acad. de 

St.-Petersbourg. 

Gey 1er H. Th., Dr. Ueber die Tertiärflora von Stadecken Elsheim in Rhein- 
hessen und über eine Flechte aus der Braunkohle von Salzhausen. Sep. 
aus Jahresb. Senk. Ges. 1873/4. 

Sepp. Nederlandsche Insekten III. Nr. 25 — 36. 

Schochterus Carl. Der siebenb. -sächsische Bauer. Hermannstadt 1873. 
Knau er Friedr. Unsere Kenntniss von der Entstehung und vom Baue des 
Chlorophylls. Wien 1875. 

— Die Reptilien und Amphibien Niederösterreichs. Wien 1875. 

— Fang der Amphibien und Reptilien und deren Conservirung für Schul- 
zwecke. Wien 1875. 

— Beobachtungen an Reptilien und Amphibien in der Gefangenschaft. 
Wien 1875. 

Agassiz Alexander. Embryologie of the Ctenophorae. Sep.-Abdr. aus Mem. 

Amer. Acad. of arts and sciences. X. III. 
Lea Isaac. Index to Vol. I — XIII. Observations of the Genus Unio. 
Binney W. G. Notes on American Land Shells. V. II Part I & II. Catalogue 

of the terrestrial air breathing Mollusks of North America. 
Sorensen H. L. Beretning om en botanisk Reise, Omegnen af fremundsoen 

og i Trysit. Christiania 1867. 
Jordan Alexis, Remarques sur le fait de l'existence en societe ä Tetat sauvage 

des especes vegetales affines. Lyon 1873. 
Chatel Victor. Degäts causes aux ve'getaux par les Acarus. 
Hibsch J. E. Einiges über Ebereschen. 

Signoret M. V. Essai sur les Cochenilles. 13. und 14. Partie. 



34 



Anhang. 



Staub Moritz. Zusaramenstellnng der in Ungarn 1873 ausgeführten phyto- und 
zoophänologischen Beobachtungen. 

Zimmeter Albert. Verwandtschafts - Verhältnisse und geographische Ver- 
breitung der in Europa einheimischen Aquilegia- Arten. Steyr 1875. 

Koch Karl. Vorlesungen über Dendrologia. Stuttgart 1875. 

Halvorsen J. B. Vie et oeuvres de P. Chr. Asbjörnsen, trad. par Victor 
Molard. Christiania 1873. 

Bericht über das Auftreten der Phylloxera vastatrix in Oesterreich, erstattet 
im Auftrage des Ackerbauministeriums. 

Chapmann Dr. Disposition of the latissimus dorsi in Äteles Geoffroy and 
3Iacacus Bhesus. 

— Disposition of the flexor perforans in Paradoxurus Musanga. 
Brusina Spiridione. Secondo saggio della malacologia adriatica. Pisa 1872. 

— Cenno sugli studii naturali in Dalmazia seguito dalla descrizione di 
alcuni fossili teriarii. Zara 1875. 

Herder F. v. und Höltzer A. Systematisch geordnete Uebersichtstabelle 
über die period. Entwicklung der Freilandpflanzen in Petersburg 1872. - - 

Martens. Crustaceen der Expedition Fedschenko. St. Petersburg 1875, 

Krönig, Prof. Das Dasein Gottes und das Glück des Menschen. Materialistisch- 
erfahrungsphilosophische Studien. Berlin 1874. 

Kunze Leo Ferd. Repertorium zur Monatsschrift Natur und Offenbarung. 
I. Band für die Jahrgänge 1 — X. ßaab 1875. 

Thor eil T. Descriptions of several European and North African Spiders. 
Stockholm 1875. 

Bonizzi Paolo. Intorno alF ibridismo del colombo domestico coUa tortora 
domestica. 

Pickering Charles. The graphical distribution of animals and plants United 
States PiXploring Expedition duriug the years 1838 — 1847 under the 
command of Charles Wilkens. 

Jeitteles L. H. Ueber Nistkästchen für Vögel und deren Verwendung im 
Dienste der Garten-, Land- und Forstwirthschaft. Wien 1875. 



Neue Pilzinücken aus der Sandezer Gegend. 

Von 



Dr. A. Grzegorzek^ 

Dechant iu Podegrodzie. 



(Vorgelegt in der Sitzimg vom 2. December 1S7-1.) 

Eine Meile von Alt-Sand ez gegen Südwest, und in derselben Ent- 
fernung südlich von Podegrodzie, am rechten Dunajec-Ufer, liegen dieCanimeral- 
waldungeu von Gabon; sie bilden die südliche Umzäunung des schönen 
Sandezer Thaies, und erheben sich bis 3682' Meereshöhe, vorherrschend mit 
Tannen, theihveise mit Buchen bewachsen. Auch die Alpenflora hat hier ihre Ver- 
treter iu Potentilla aurea L., Homog y ne alpina Gass, und Gentiana 
asclepiadea L. Ein Hohlweg am Hauptwaldbache zieht sich weit hinauf zur 
Spitze des Berges. Karpathen - Sandsteiufelsen, abgerissene Blöcke, morsche 
Stumme, Pilze, üppige Rasen an Abhängen und Ufern, so wie kleine mit 
Blumen besäete Wiesen sind dem Entomologen willkommene, zum Forschen 
einladende Plätze. 

Hier fand ich die meisten und seltensten Mycetophilideu, wie: 3Iijceto- 
phila caudata Staeg., rufescens Ztt, Glaphyroptera Wintlicmi 
Lehm., Leptomor plius WalTceri Curt., Phthinia thoracica Wtz., Cero- 
platus test accus Dahn., lineatus Fabr. und andere. Daselbst fand ich 
auch die neuen Mycetophilideu, deren Beschreibung ich hier folgen lasse. 
(Beim Flügelgeäder gebrauchte ich die Winnertz'sche Terminologie). 

1. Platyura morio n. sp. und 9 9 Mm. 

Nigra nitida. Antennis paululum (^J^ capite thoraceque simul 9 dimidio 
hrevioribus. Palpis pruhoscideque fuscoflavis, 9 fasconigris. Oculi lärtnU, 
ocelli tres in fronte. Thorace nigro, nitenti, humer is macuia triangulata, 
antice sat, postice usque ad hasim alae, et inferne usque ad anticas coxas 
prolongata, flava. Halteram stylo flaüo, clava nigro-fusca. Abdomine elliptico, 
deorsum depresso, nigro nitenti, ano pariter nigro nitenti, forcipe magna, 
ramis arcuatim convergentibus, nigro-pilosis. 9 ovipositore nigro, uigro-piloso. 

Z. ß. Ges. B. XXY. Abk. 1 



2 



Dr. A. Grzegorzek. 



Coxis femorihusqm sordide flavis, coxis anticis parte anterior i pilis nigris, 
posterioribus ad basin nigra maculatis, tibiis flavo-brunneis , tarsis nigro- 
fuscis. 9 coxis nigro-fiiscis, apice ßavescentibus, femoribus posterioribus 
nigro-fuscis. 

Alis fuscescentibus, corpore brevioribus, basi obrotundatis, vena brachiali 
in costam exeunte, vena axillari ante marginem dlae abrupta; fascia ante 
apicem incompleta, nigro fusca; apice dlae fuscescenti. 

Patria: Austria (Halicia). 

Glänzend schwarz. Fühler etwas kürzer als Kopf und Mittelleib zu- 
sammen, schwarz, gelbbräunlich beflaumt. Die Geissei Hgliederig, die Glieder 
sitzend, etwas breiter als lang, das erste Glied mit gelber Basis. Wurzelglieder 
napffürmig, schwarz, das zweite am oberen Rande mit einer kurzen, schwarzen 
Borste. 

Untergesicht schwarz, am Mundrande etwas vorspringend, mit sehr 
kurzer, schwarzer Behaarung. Rüssel und Taster gelbbraun. Stirne und 
Scheitel glänzend schwarz, letztere mit kurzer, schwarzer Behaarung. Netz- 
augen rundlich, behaart. Punktaugen im erhöhten Dreiecke auf der Stirne. 

Rückenschild glänzend schwarz mit kurzer, schwarzer Behaarung, die 
an den Rändern länger ist, in gewisser Richtung mit graulichem Anfluge, und 
der Andeutung dreier Striemen. Schulterfleck gelb, dreieckig, nach vorne etwas 
vorgezogen, als Streifen bis zu der Basis der Flügel sich verlängernd, und von 
der Schulter keilförmig bis zu den Vorderhüften herabsteigend. Brustseiten 
schwarz glänzend in gewisser Richtung mit graulichem Anfluge. 

Schildchen schwarz, glänzend, auf der Unterseite gelb, mit schwarzen 
Borstenhaaren am Rande. Hinterrücken glänzend schwarz; Schildchen und 
Hinterrücken in gewisser Richtung mit graulichem Anfluge. 

Schwingerstiel gelb, der Knopf schwarzbraun. 

Hinterleib elliptisch, siebenringelig, von oben her flach gedrückt, an der 
Bajsis verengt, am vierten Ringe am breitesten; der zweite und dritte Ring am 
längsten, der siebente am kürzesten, glänzend schwarz, schwarz behaart. Am 
Bauche der zweite und dritte Ring mit braungclblichem Hiuterrandc, und der 
^ erste Ring des Bauches an der Basis in der Mitte auch gelbbräunlich. 
JjGjj Das Afterglied kurz (Fig. la), die Zange gross, die Arme ringförmig 
gegeneinander gebogen, glänzend schwarz, schwarz behaart. Beine 
schwarz behaart, Hüften und Schenkel schmutzig gelb, die Schienen 
braun, die Tarsen schwarzbraun. Vordcrhüftcn an der Vorderseite mit schwarzen 
Borstenhaaren, die an der Spitze der Hüften einen Kranz bilden, an denMittel- 
hüft«n Hind diese Borsten schütterer, an den hinteren nur vereinzelt. Die 
Hinterhüften an der Basis nach aussen mit länglichem, schwarzem Flecke. 
Die Hiiiterachienen mit einigen kurzcji Borstenhaaren. Die vorderen und 
mittleren Beine mit einem, die hinteren mit zwei schwarzbraunen Spornen. 
An den Vorderbeinen die Schienen und Fersen fast gleich lang, die Fussglieder 
folgeweibc kürzer, das letzte am kürzesten, einfach. 



Neue Pilzmücten aus der Sandezer Gegend. 



3 



(Fig. 1.) Flügel mit abgerundeter Basis, kürzer als der Hinterleib, 
bräunlich, an der Basis und am Vorderrande bräunlich gelb. Die Randader 
geht ein wenig über den Cubitus hinaus, 
erreicht aber die Spitze des Flügels nicht. 
Die Brachialader mündet in die Rand- 
ader, die Achselader vor dem Flügel- 
rande abgebrochen. Vom Vorderrande des 
Flügels hinter der Brachialader zieht sich 
eine schwarzbraune Binde, blässer wer- 
dend, bis in die untere Scheibenzelle ; die ' ' 

Spitze des Flügels und der Hinterrand Fig. i. 

etwas verdunkelt. 

9 Die Fühler halb so lang als Kopf und Mittelleib zusammen, Rüssel und 
Taster schwarzbraun, die Hüften schwarzbraun, an der Spitze gelblich, an den 
Mittelhüften die gelbe Farbe ausgebreiteter. Vorder- und Mittelschenkel bräun- 
lich, die hinteren dunkelbraun, die Schienen und Tarsen schwarzbraun. Lege- 
röhre schwarz, glänzend, schwarz behaart. Alles Uebrige wie beim . 

Im Walde Goj an morschen Tannenstämmen im Monate August. 

Diese schöne Art reiht sich nach der Winnertz'schen Monographie in die 
Abtheilung: ^B) Die Brachialader mündet in die Randader", Unter - Abthei- 
lung ^h) Achselader verkürzt", zu jenen Arten, die einen schwarzen Thorax 
haben, unterscheidet sich aber von allen hier beschriebenen Arten durch den 
ganz schwarzen Hinterleib. 

2. Empalia stylifera n. sp. cf 5 Mm. 

Nigra nitida. Antennis, hypostomate, palpis prohoscideque nigris, ori- 
ficio paululum promenente et nigro piloso. Thoracis dorso nigro, nitido, 
collari, humeris, striga hiimerali usque ad hasin alae producta et p^'osterno 
flavis, striga int er meso- et mestasternum in fuscato- flava, meso-, metasterno et 
metanoto nigris, nitidis. 

Halterihus albido flavis. Ahdomine nigro, nitido, margine segmentorum 
2—5 anteriori flavo. Ano erecto, nitido, nigro, demis longisque pilis nigris 
ohsito, forcipe rohusta, fusconigra, dorso dentis ultimi articuli dentiformis, 
stylo sat longo, arcuato, flavo. 

Pedibics albido-flavis, flavo pilosis, coxis apice, femoribus basi et posticis 
axnce nigro maculatis, tibiis apice, posterioribus etiam basi nonnihil nigro 
fuscis, posticis infuscatis, tarsis nigro-fuscis. Alis infuscatis. Vena costali 
nonnihil ultra apicem cubitalis protracta, cubitali flexuosa, basi cellulae 
posterioris quartae ante basim cellulae posterioris secu7idae. 

Patria: Halicia. 

Glänzend schwarz, Fühler etwas länger als Kopf und Mittelleib zu- 
sammen, schwarzbraun, mit kurzer gelblicher Behaarung. Wurzelglieder klein, 
napfförmig, etwas heller, Geisseiglieder sitzend, etwas länger als breit, flach 
gedrückt, das erste Glied länger und breiter als die folgenden. Untergesicht, 

1* 




4 



Dr. A. Grzegorzek. 



Taster unrl Rüssel scliwarzbrann , Mnndrand aufgeworfen, schwarz behaart. 
Stirne untl Sclieitel schwarz, gelb behaart. Rückenschihl glänzend schwarz, 
mit der Andentuns? dreier Striemen, gelb beborstet, besonders an den Seiten. 
Halskragen und Schultern gelb, die gelbe Farbe zieht sich bis zu den Vorder- 
liüften und unter dem Rückenschilde als schmaler Streifen bis zu der Flügel- 
wurzel ; von der Flügelwurzel zwischen dem Mittel- und Hintersternum verläuft 
ein eben solcher Streifen, dieser ist aber etwas bräunlich. Brustseiten und 
Hinterrücken glänzend schwarz. Schildchen glänzend schwarz mit kurzen, 
schwarzen Borstenhaaren au der Spitze. Schwinger weissgelb. 

Hinterleib schlank, walzenfiirraig, an der Basis etwas verengt, gläuzend 
schwarz, mit schmalen, gelben Binden am Vorderrande des zweiten bis fünften 
Ringes, die Binden sind am Rücken sehr schmal, an der Bauchseite breiter. 
Behaarung gelb, besonders länger an den Binden der Bauchseite, am Rücken 
bräunlich und gegen das Ende des Hinterleibes schwarz. 

Das Afterglied breiter als der letzte Ring, aufwärts gericlitet, glänzend 
schwarz, mit dichter und langer schwarzer Behaarung; die Zange schwarzbraun, 
am Rücken des gebogenen letzten Gliedes steht ein bogenförmiger gelber Griffel. 

Beine gelb, gelb behaart, Hüften und Schenkel weisslich gelb, alle Hüften 
an der Si)itze, und alle Schenkel an der Basis, die Hinterschenkel auch an der 
Spitze schwarz gefleckt. Schienen gelb, die hinteren bräunlich, an der Spitze 
braun, mit kurzen schwarzen Borstenhaaren. Tarsen schwarzbraun. Sporne gelb. 
An den Vorderbeinen die Schienen Ys länger als die Vorderfersen. 

Flügel (Fig. 2) mikroskopisch behaart, mit stumpflanzettlicher Basis, etwas 
länger als der Leib, bräunlich, gegen die Spitze, am Vorder- und Hinterrande 

intensiver. Die Mittelzelle mehr verdunkelt. 
Die Costalader geht wenig über den Cubitus 
hinaus, dieser etwas geschwungen, und bogen- 
förmig zu der Spitze des P'lügels verlaufend. 
Die Hülfsader mündet in die Costa vor der 
Mitte des Flügels, und ist mit der Subcostal- 
adcr durch eine Querader, nahe vor der mitt- 
leren Querader verbunden; diese ist ein wenig 
kürzer als das Basalstück des Cabitus. Die 
Brachialadcr liegt senkrecht, die Mittelzelle ist klein, trapezförmig. Der Stiel 
d<T 'Spit/rngabol ist fünfmal kürzer als die obere Scheibenader. Die Basis der 
nint<'r/.ollc liegt vor der B.isis der mittleren Scheibenzelle und der Basis des 
('iibifu.'< fast g.'geiiiibcr. Acliscladcr derb, am ersten Viertel der Hintcrzelle 
ah^jebrochen. Aft^radcr ib nllirli 
Flugzeit: Juli. 

i'hronia umbricula n. sj». 4 Mm. 9- 
p HHCd. AnleiDiarum arlicuHs hamiihus, hifpostomale, jialpis prohoRcide- 
ffur. parin, nnlrtinoruw jltKjrlht nüjj-o-fusco. 'J'/ifmicis dorno ni<jro-/'H,sco, cincreo 
miraulr^ vuu uhi liiniu rdli (hiva, <i<l ro.mv mdcrioi'cs prol.racht. Ahdomine nifp'O- 




Neue rilzraüctea aus cler Sandezer Gegend. 



5 



fmco, margine posteriori segmenforum S — 7 flavo, ano ferugineo-fusco. Pedi- 
Ims hiridis. Coxis apice jmncto nigro, posticis exterius ab apice tisqiie ^/-^partem. 
femoribus j^osticis apice nigro-fiiscis, femoribus omnibus inferius striga nigro- 
fiisca notatis. Tarsorum articulo primo viodice, secundo et tertio areuaiim 
incrassatis. Alis fuscescentibus, vena mediastinaU e basi crassiori j^^detentim 
tenuior disparet in medio ceJluUae, vena costali cubifalem apice modice excedente, 
in cellida axillari infra ramiim inferiorem furcae posticae umbricuJa fiisca, 
vena axillari et spnria distincta. 
Patria: Halicia 

Schwarzbraun. Fühler so lang als Kopf und Mittelleib zusammen, 
schwarzbraun mit weissgelblicheu Flaume, die Glieder rundlich, etwas breiter 
als lang. Wurzelglieder napfförmig, das zweite kürzere gelb. Untergesicht, Eüssel 
und Taster gelb. Stirn und Scheitel schwarzbraun, granschimmernd. Rückenschild 
schwarzbraun, an den Seiten heller mit Andeutung drei schwarzbrauner Striemen, 
die mittleren keulförmig mit kurzen schwarzen Borstenhaaren an ihren Rändern^ 
grauschimmernd, am Rande längere gelbe Borstenhaare. Schultern gelbbraun, 
die gelbe Farbe zieht sich bis zu den Vorderhüften, Brustseiten schwarzbraun. 
Schildchen schwarzbraun, am Rande lange gelbe Borstenhaare. Hinterrücken 
schwarzbraun. Schwinger weisslich. Hinterleib an der Basis verengt, schwarz- 
braun, etwas glänzend, gelb behaart. 

Der erste Leibring schwarzbraun, 2—7 mit gelben Hiuterrande. Legerühre 
braun, oder röthlich braun. 

Beine schmutzig gelb, das erste Hüftenglied mit gelben Borstenhaaren. 
Alle Höften mit schwarzem Punkte an der Spitze, und längeren gelben Haaren. 
Hinterhüften von der Spitze bis zur Basis schwarzbraun, an dem Vordertheile 
und den Seiten steigt die schwarzbraune Farbe nicht so hoch Hinterschenkel 
an der Spitze schwarzbraun, alle Schenkel unterseits an der Basis mit schwarz- 
braunem Striche. Mittel- und Hinterschienen an der Spitze schwarzbraun und 
mit kurzen schwarzen Borstenhaaren. Sporne braun. Tarsen braun. An den 
Vordertarsen die Fersen an der Spitze etwas verdickt. Das zweite und dritte 
Fussglied bogenförmig erweitert. 

An den Vorderbeinen die Fersen und Schienen fast gleich lang. (Fig. 3). 

Flügel mit abgerundeter Basis, gelb bräunlich, mikroskopisch behaart, 
etwas länger als der Hinterleib. Die Costalader geht etwas über den Cubitus 

hinaus. Die Hülfsader an der Basis derb, ver- — ^— ^ 

schmälert sich und verschwindet in der Mitte 
der Schulterzelle; Axillarader in der Mitte des 
Stieles der Hinterzelle verschwindend und die After- 
ader etwas kürzer. Unter der hinteren Gabelzinke 
der Hinterzelle liegt ein kleiner brauner Schatten; 
der Vorderrand des Flügels, die Spitze und der 
Hinterrand etwas verdunkelt. — Diese Art unter- ^' 
scheidet sich von Phr. austriaca Wtz. durch die Farbe des ganzen Körpers, 
von Phr. crassipes Wtz., squalida Wtz. und pigra Wtz. durch den gelb- 




6 



Dr. A. Grzegorzek. 



braunen, länglichen Scliulterfleclv, der bis zu den Vorderliiiften reicht, durch 
den schwarzbraunen Strich an der Unterseite der Schenkel und durch den 
braunen Schatten unter der Hinterzelle. 
Flugzeit: Juni- August. 

4. Phronia aterrima n. sp. 9 4 Mm. 

Afra. Äntennis nigro-fuscis, articulis hasälibus flavo-fuscis, hypostomate 
nigro, palpis ])rol)Oscideqne flavis, thoracis dorso atro, opaco, ad margines 
pallidiori hicque einer eo micante; humeris et prosterno flavido-fuscis, meso- et 
metasterno fusco-nigris, paulisper cinereo micantibus, metanoto nigro, cinerea 
micante. Halterum stylo flavo, nodo nigro. Äbdomine aterrimo, opaeo, segmento 
2", 3^ et 4" maculis ad marginem ventralem alhidis, ano nigro. Pedibus obscure 
fuscis. Alis fiiscis, vena costali ultra apicem sat longe producta, vena auxiliari 
hrevissima, in subcostali desinente, vena axillari ad iertiam pai'tem petioli 
furcae posticalis, spuria ad marginem alae producta, non tarnen eundem 
aitingente. 

Patria: Halicia. 

Tief schwarz. Fühler kürzer als Kopf und Mittelleib zusammen, schwarz- 
braun, weisslich beflaumt. Wurzelglieder napfförmig, gelblich braun, mit gelben 
Borstenhaaren; Taster und Rüssel gelb. Untergesicht schwarz. Stirn und Scheitel 
schwarz, mit brauner, grauschimmernder Behaarung. Rückenschild hochge- 
wOlbt, tief schwarz, an den Seiten heller und hier grauschimmernd, gelb behaart. 
Der Ilalskragen unter dem Rückenschilde gelblich braun, dieselbe Farbe zieht 
sich von den Schultern bis zu den Vorderhüften. Die Brustseiten dunkelbraun 
etwas grauschimmernd. Schildchen schwarz, mit schwarzen Borstenhaaren 
am Rande, etwas grauschimmernd. Hinterrücken schwarz, grauschimmernd. 
Schwingerstiel an der Basis gelb, dann braun werdend, der Knopf schwarz. 
Hinterleib schlank, keulenförmig, an der Basis verengt, tief schwarz; am zweiten, 
dritten und vierten Ringe an der Bauchnaht kleine weissliche Makeln. Lege- 
rr.hre schwarz, Beine dunkelbraun; die Vorderhüften und alle Schenkel heller 
gelb behaart; das erste Glied der Vorderhüften mit 
gelben Borstenhaaren. Die Sporne gelb. Die Glieder 
der Tarsen einfach. An den Vorderbeinen die Schienen 
Vo kürzer als die Vorderfersen. 

Flügel (Fig. A) mit lanzettlichcr Basis, verdunkelt 
braun, am Vorderrande gesättigter, auch an der Spitze 
und am Hinterrande, mikroskopisch behaart, fast so 
lang als der Hinterleib. Die Costalader geht ziemlich 
weit über den Cubitus hinaus; die Ilnlfsadcr ist sehr kurz und mündet in 
die SiihcoHtaladcr gegenüber dem oberen Zweige. Die Axillarader geht bis 
zum dritten Viertel den Stieles der i'osticalgabcl , die Afterader ist derb, 
nnmiitelhar \ur d< rn Flügclrande a))g»'bro(;hen. 




Neue Pilzmückeu aus der Saudezer Gegend. 



7 



Die Aveit über den Cubitus hinausgebende ßandader verbindet diese Art 
mit Plir. lepida Wtz., triang iilaris Wtz., vittata^iz. midi flav icauda 
Wtz., aber ihre charakteristische tief schwarze Farbe unterscheidet sie von 
diesen, wie von allen übrigen Arten. 

Flugzeit: Juli. 



Da Herr Winnertz in seiner Monographie der Pilz mücken, Verhandl. 
der k. k. zool. bot. Ges. in Wien, 1863, von Leptomorphus Walkeri Curt. 
nur das Männchen beschreibt, gebe ich hier die Beschreibung des Weibchens 
dieser seltenen Art. 

Die Fühler desselben sind etwas länger als Kopf und Mittelleib zusam- 
mengenommen, mehr gelblich als beim Männchen. Der schwarze Rand au den 
Geisseigliedern ist ausgeprägter. Das schwarze 
Fleckchen vor der Flügel wurzel hat mehre schwarze 
Borstenhaare, auch an den Seiten; das Schild- 
chen hat am Rande schwarze Borstenhaare; am 
Hinterrücken stehen ausser den gelben auch 
schwarze Borstenhaare. Der Hinterleib ist rost- 
gelb mit schwarzen Einschnitten, das Ende des 
letzten Ringes ti'ägt dichte, kurze, geibe Haare; 
die Legeröhre ist gelb, wenig vorstehend. Die Schenkel haben au der Spitze 
unterwärts schwarze Punkte. Alles Uebrige wie beim Männchen. (Fig. 5). 




Fig. 5. 



Die Lestreminen- und Chirouomus-Arteu der Saudezer Gegend. ') 



Campylomyz 


a pumila Wtz. 


Catocha latipes Hai. 




analis W^tz. 


Lestremia leucophaea Mg. 




fusca Wtz. 


— defecta Wtz. 




aequalis Wtz, 


— fusca Mg. 




flavida Wtz. 


Chironomus flavipes Mg. 




lepida Wtz. 


— vernus Mg. 




perpusüla Wtz. 


— pusio Mg. 




sqiialida Wtz. 


— latus Staeg. 




rudis Wtz. 


— hilarellus Ztt. 




sylvicola Wtz. 


— tenuis Mg. ' 




fuscipennis Wtz. 


— nuheculosus Mg. 




picea Wtz. 


— flexüis L. 




flaviventris Wtz. 


— quadrimaculatus 




Kollari Wtz. 


— scalaenus Scbrk. 




fiiscipes Wtz. 


— Iiistrio F. 




munda Wtz. 


— pictulus Mg. 



>) Nachtrag zu der: Uebersicht der Sandezer Dipteren, Bd. XXIII. p. 25 dieser Abhd. 



8 



Dr. A. Grzegoizek Neue Pilzmückeii aus der Saude^er Gegend. 



Chironomm maculipeniiis M.^. 

— plumosus L. 

— iiitermedius Staeg. 

— aprilinus Mg. 

— tentans F. 

— venustus Fries. 

— prittacinus Mg. 

— prodiictiis Ztt. 

— albimanus Mg. 

— cliloris Mg. 

— tendens F. 

— viridis Mg. 

— hrevitibialis Ztt. 

— pedelus Deg. 

— elegans Mg. 

— incomptm Ztt. 

— fuscipes Mg. 

— vitripennis Mg. 

— pallidicollis Mg. 

— atratulus Ztt. 

— coraciuus Ztt. 



j Chironomus glabriculUs Mg. 

! - testaceiis Mg. 

— carbonarim Mg. 

— albipjennis Mg. 

— sordidellus Ztt. 

— atomar ins Z. 

— melaleucus Mg. 

— tibialis Mg. 

— bicinctus Mg. 

— tricinctus Mg. 

— trifasciatus Pz. 

— tremulus L. 

— motitator L. Mg. 

— annuUpes Mg. 

— sylvestris F. 

— ornatiis Mg. 

— barbicornis F. L. 

— stercorarius Deg. 

— byssimis Schrie. 

— atcrrimus Mg. 

— miniinus Mg. 



Ueber die Stnictur der Muskelzellen und über den 
Körperbau von Mnestra parasites Krohn. 

Von 

Prof. Dr. C. Claus. 

Mit Tafel I. 

(Vorgelegt in der Sitzung vom 13. Jänner 1875.) 

Der merkwürdige Körper, welcher als constanter Parasit an PhylUrhoe 
huceplwlum anhaftet, von H, Müller für ein glockenförmiges Auhangsorgan 
unbekannter Bedeutung gehalten, von Kroh n als eine parasitische Meduse erkannt 
und als Mnestra parasites beschrieben worden war, gab mir Anlass zu Beobach- 
tungen, welche insoweit sie die Structur der Schirminuskeln betreffen, von 
Interesse zu sein scheinen. 

Quergestreifte Muskelbänder und Muskelzellen sind bereits bei zahhvichen 
craspedoten Medusen und Acalephen, ebenso am Schwimmsack und Velum der 
Siphonophoreuglocken bekanntgeworden. Vor längerer Zeit hat E.Brücke die 
Differenz, welche in den Angaben von M. Schulze und Virchow über die 
Structur der Muskelbänder von Medusa aurita bestand, zu beseitigen versucht, 
indem er zeigte, dass zwischen den quergestreiften kernlosen Bändern Streifen 
einer mit kleinen Körnchen erfüllten Substanz liegen, welche je einen elipsoi- 
dischen Kern mit Kernkörpei:chen umschliessen und als die zugehörigen kern- 
haltigen Protoplasmareste der bandförmigen Zellen zu betrachten sind. Genetisch 
legt Brücke gewiss mit vollem Rechte grossen Werth auf die Thatsache, dass 
bei allen quergestreiften Muskelfasern die quergestreifte Substanz nur einem 
grösseren oder geringeren Theil des Zellinhaltes entspricht, dessen nicht metamor- 
phosirte Theile als feinkörniges Protoplasma zurück bleiben, während hinsichtlich 
der Entwicklung und des Wachsthums mannigfache Unterschiede bestehen. An 
den Herzmuskelzellen des Wirbelthier-(Schweins-)Embrjos differencirt sich die 
äussere Partie des Zellenleibes in die contractilen E'lemente, während in der 
Achse Protoplasmareste mit dem Kerneinschluss unverändert bleiben. Bei den 
Crustaceen — und ich habe vor Allem die quergestreiften Muskekellen von 
Argulus im Auge (einzellige Muskelprimitivbündel) — liegt umgekehrt die 
quergestreifte Substanz in einem Schlauche feinkörnigen Protoplasmas einge- 

Z. B. Ges. E. XXV. Atli. 2 



10 



Dr. C. Clans. 



schlössen, in Avelchem sich auch der Kern der Zelle findet. Bei den Muskel- 
zellen der Ohrenqaalle und vieler craspedoten Medusen gestaltet sich die Metamor- 
phose der quergestreiften Substanz einseitig — vergleichbar der Differenzirung der 
platten Muskelzellen zahlreicher Nematoden, an denen sich die contractile Sub- 
stanz von dem feinkörnigen, den Zellkern umschliessenden Zellenanhang sondert. 

An V der Schirmmuskulatur der kleinen parasitischen Meduse zeigt die 
quergestreifte Substanz wieder ein anderes Verhältniss zu dem feinkörnigen 
Plasma mit dem Kerneinschluss, indem die langgestreckten, theilweise allerdings 
merklich verbreiterten Spindelzellen (Fig. 1) Längszüge von quergestreiften 
Fibrillen enthalten, welche durch breite Zwischenschichten feinkörnigen Plasmas 
getrennt, unter Verästelungen nach den Spitzen der Spindelzellen zusammen- 
laufen. Der grosse ellipsoidisclie, meist zwei Kernkörperchen umschliessende 
Kern liegt ziemlich in der Mitte der Spindelzelle in körnigem Protoplasma. 

Im Anschluss an diese durch E. Brücke's Bemerkungen (über di^ 
mikroskopischen Elemente der Schirmmuskeln von Medusa aurita) veranlasste 
Mittheilung, will ich zur Ergänzung unserer Kentniss von Bau und Organisation 
der an der Phyllirhoe schmarotzenden Mnestra einige Bemerkungen folgen 
lassen. Eine erschöpfende Untersuchung dieser Meduse lag mir während meines 
vorjährigen kurzen Aufenthaltes in Neapel fern ; ich beobachtete mehr zu 
meiner Orientirung, sehe nun aber, dass nicht einmal eine Abbildung von 
Mnestra Krohn's Arbeit beigegeben worden ist. 

H. Müller 1) beschreibt den Anhang als eine flache, rundlich viereckige 
Kuppel, welche am vordem Dritttheil des unteren Leibesrandes von Phyllirhoe 
mit der Mitte ihrer hohlen Seite angeheftet ist und an den vier Ecken öfters 
contractile Zipfel trägt. Anfangs war Müller geneigt, den kuppeiförmigen An- 
hang für etwas Fremdartiges, etwa für eine anhaftende Qualle zu halten, ge- 
langte jedoch später zu der Ansicht, dass sie unmittelbar mit Phyllirhoe zu- 
sammenhänge und sonach ein Organ sei, dessen Function noch ermittelt werden 
müsse. Auch in der später veröffentlichten trefflichen Abhandlung 2) von 
H. Müller und Gegenbaur über PhyUirhoe buceiithalum war die Natur des 
glockenförmigen Anhangs als Qualle nicht erkannt, obwohl nicht nur der zur 
Anhaftung dienende Stiel der Glocke beschrieben Avar, sondern auch die der 
vier liadiargefässe und die Nesselzellen ähnlichen Kapseln, jene als Kippen, diese 
als lichtbrechende Nesselzellen ähnliche Körijcrchen Erwähnung gefumlen hatten. 
Krohn «leckte freilich noch in demselben Jahre die BcMleutnng des glocken- 
fönnigen Anliarigs ;ils j)arasitische M(!dnsa auf und machte die wesentlichen 
Eigenthünilidikeiten derselben bekannt. 

Auffallend ist es mir, dass eine sofort in die Augen fallende Erscheinung 
nicht Erwähnung gcfun<len, nämlich di<; mehr oder minder tiefe Einschnürung, 
durch welche die Medus«; usynimetriseh in zwei ungleiche Hälften abgetheilt 
wird. (Fig. 4.) DioHc aHyrnin<'lriscli<' (Jcstaltnng ist nicht etwa zufälhg, sondern 



7Ml>"Ut i'ir v,n . Tom. IV., p. 

*j Kboii'lM., 'J'om. V., p. 3W». 



Ueber die Stmctur der Muskelzelleu \iad Körperbau von Mno.stra parasites Krolin. 11 



an mehreren Exemplaren beobachtet und offenbar eine Folge der Anhaftung 
am Phyllirhoeleib und des Parasitismus. Wenn man in Anschlag bringt, dass 
es stets der Bauchrand ist, an dem sich die kleine Kuppel anheftet und dass 
sich der Schirm des Quallenkörpers bei seinen lebhaften, wahrscheinlich die 
Aufsaugung der Nahrung fördernden Contractionen auf die rechte und linke Fläche 
des Phyllirhoeleibes andrückt, so wird man als endliches Kesultat die Aus- 
bildung einer mit der Kante des Phyllirhoekörpers zusammenfallenden Furche 
und Einschnürung des Quallenleibes begreifen, die wohl symmetrisch ausfallen 
kann, aber in der Regel gewiss ungleiche Lappen von einander abgrenzen wird. 

Der Magenstiel, mit dessen Ende die kleine Meduse fixirt ist, erscheint 
im Verhältniss zum Durchmesser der flachen, übrigens durch die Gestaltung 
des Gallertschirms kuppeiförmig erhabenen Scheibe kurz. (Fig. 3. Mst.) Am 
Grunde desselben entspringen vier enge nach dem Scheibeurande verlaufende 
und hier durch ein Ringgefäss verbundene Radiärgefässe. Indessen entspringen 
von denselben noch eben so viel Mantelgefässe, welche dicht unter der Ober- 
fläche aufwärts nach der Kuppel streben und von breiten „Nesselkapselzügen^ 
begleitet sind. Der letztern gedenkt bereits Krohn und ich kann hinzufügen, 
dass an diesen Stellen die Oberfläche des Schirmes rippenartig vorspringt. 
Vier vom Scheitel des Schirms bis zur Wurzel der Tentakeln verlaufende Er- 
hebungen bezeichnen den Verlauf der Nesselkapselzüge und Mantelgefässe. Ein 
schmälerer Zug von Nesselkapseln begleitet das Ringgefäss am Scheibenrande, 
der begreiflicherweise ein sehr verkümmertes Velum trägt Aber auch Sinnes- 
organe und Fangapparate erscheinen wesentlich rückgebildet. Randkörper habe 
ich ebensowenig wie Krohn beobachtet; die Tentakeln oder Randfäden waren 
auf vier bulböse Anschwellungen am Rande reducirt, an denen freilich Krohn 
noch kurze mit Seitenanhängen wie mit Nesselknöpfen besetzte Fäden be- 
obachtete, von denen er freilich bemerkt, dass es nur selten gelingen dürfte, 
sie in der Vollzahl anzutreffen, da sie leicht mit Zurücklassung ihrer bulbösen 
Wurzel verloren gehe. „So fehlt denn bald der eine, bald der andere, und noch 
häufiger vermisst man sie alle insgesammt." Von Geschlechtsproducten habe 
ich ebensowenig wie Krohn auch nur eine Spur entdecken können. 

Die parasitische Ernährungsweise ist bereits von dem letztern Forscher 
ausreichend klar gestellt, abgesehen von ihrer Fixation mittelst des Mundstiels 
am Phyllirhoeleibe überzeugt man sich durch Untersuchung der in dem Gastro- 
vascularraum vorhandenen Speisereste von der Uebereinstimraung dieser Stoffe 
mit gelben und schwärzlichen Körnern aus der Haut der Phyllirhoe. Wahr- 
scheinlich wirkt die so kräftige Muskulatur des Schirmes, deren lebhafte, fast 
rhythmische Bewegungen leicht bemerkt werden, zur Unterstützung des Saug- 
acts, wie bereits Krohn hervorgehoben hat. 

Ueber die systematische Stellung von Mnestra parasites möchte ich mir 
nach den vorliegenden Anhaltspunkten kein Urtheil erlauben. 



2 



12 Dr. C. Claus. Ueber Structur der Muskelaellen u. Körperbau v. Mnestra paro.sites Krohn. 



Erklärung der Abbildungen. 

Fig. 1. Muskelzelle von der Schirmmuskulatur der Mnestra parasitica. 

Fig. 2. Phyllirlioe huceiyhalum, von der Seite unter Lupenvergrösserung, 
mit Mnestra parasitica c. aa die beiden Fühler, h das flossenförmige Hinterleibs- 
ende; d Oesophagus; e Magen; /" Enddarm; <;i/(5f(/ die vier Leberschläuche ; 
h Speicheldrüsen; i Herz; Tc Niere; l Mündung derselben nach aussen; 
m Oeffnung derselben in den Pericardialsinuis ; nn die beiden Zwitterdrüsen; 
vereinigter Ductus elferens; p Sameublase, Uterus und Penis, in einen 
Knäuel zusammengedrängt; N Nervensystem. 

Fig. 3. Mnestra parasitica am Rande der Phyllirhoe befestigt, zur Seite 
geschlagen, unter starker Lupenvergrösserung; Mst. Mundstiel; Mgf. Mantel- 
gefässe; Rgf. Kadiärgefässe. 

Fig. 4. Dieselbe isolirt von der untere u Schiruifläche aus betrachtet. 



/ 



Ueber neue und eiuige ungenügend gekannte 
Ceeidomyiden der Wiener Gegend. 

Vou 

Dr. Franz Low. 

Mit Tafel IL 

(Vorgelegt in der Sitzung vom 13. Jänuer 1^75.) 

Auch im verflossenen Summer habe ich auf die Galleu und deren Er- 
zeuger mein Hauptaugenmerk gerichtet, und die vorliegende Abhandlung ent- 
hält jenen Theil meiner diesbezüglichen Forschungen , welcher sich mit den 
Ceeidomyiden und den durch dieselben hervorgerufenen Pflanzen-Deformationen 
beschäftigt. Alle in den folgenden Zeilen mitgetheilten Resultate meiner Be- 
obachtungen wurden in dem nordwestlichen Theile der Wiener Gegend, in der 
Umgebung von Klosterueuburg und Weidliug gewonnen. Die Beschreibungen 
der einzelneu Arten sind, sowie in meinen früheren Abhandlungen über Gall- 
mücken, nur nach lebenden Exemplaren angefertigt. 

Cecidomyia asperiilae n. sp. 

Auf dem sich zwischen Kirliug und Weidliug ausbreitenden Hasehbcrge 
fand ich gegen Ende Mai an den Triebspitzen von Äspenda tinctoria L. Gallen, 
welche ich anfangs als von Cec. galii H. Lw. herrührend betrachtete, da sie nicht 
nur nahezu denselben Bau zeigten, sondern auch auf einer dem Labkraute 
nächstverwandten Pflanze sich vorfanden. Der Zufall fügte es, dass ich in 
geringer Entfernung von dem Fundorte dieser Gallen, die schon durch 
H. Low und Winnertz bekannt gewordenen Galleu der letztgenannten Cecidomyia 
in Menge an Galium Mollugo L. antraf, wodurch mir Gelegenheit wurde, die 
aus den Zuchten beider hervorgegangenen Imagines mit einander zu vergleichen. 
Ich hatte das Glück aus jeder Zucht beide Geschlechter zu erhalten, deren 
Yergleichung Verschiedenheiten constatirte, welche die Annahme, dass man es 
hier mit zweierlei Arten zu thuu habe, berechtigt erscheinen lassen. Die 
wesentlichsten Unterschiede sind folgende: 

Cec. galii H. Lw. Cec. aus den Asj^er iila-GaUeü. 

Gelb oder bräunlich gelb, das (j' Dunkelhonigbrauu , das Q lichter 

lichter als das Q ; i als das (f' ; 



Dr. Franz Low. 



14 

Fühler blassbraun, die Basalglieder 
derselben heller, beim 17gliederig, 
Stiele und Geisselglieder gleichlang, 
beim 9 16— 19gliederig; 

Unterseite des Thorax sammt den 
Hüften bräunlich- oder röthlichgelb ; 

Beine braun, alle aussen glcich- 
iniissig dunkel- oder schwarzbraun, 
nur beim 9 Schenkel an der Basis 
gelbbraun. Alle Beine an der Unter- 
seite mit weisslichem Schimmer; 



Nach dem Tode der Hinterleib und 
die Unterseite des Thorax beim 
gelbbraun. 



Fühler dunkelbraun, deren Basal- 
glieder schwarzbraun, beim ISglie- 
derig. Stiele nicht so laug als die 
Geisselglieder, beim 9 14 — 15gliederig; 

Unterseite des Thorax sammt den 
Hüften dunkel- oder fast schwarz- 
braun ; 

Beiue licht- oder gelbbraun, die 
Vorder- und Mittelbeine aussen durch- 
aus dunkel- oder schwarzbraun, an den 
Hinterbeinen nur die Tarsen und 
Schenkel aussen mehr oder weniger 
dunkelbraun, die Schienen jedoch gelb- 
braun, aussen kaum dunkler. Alle 
Beine an der Unterseite mit gelb- 
lichem Schimmer; 

Nach dem Tode der Hinterleib des 
(:^, sowie fast der ganze übrige Leib 
desselben schwarzbraun. 



So sehr nun wohl die Lebensweise dieser beiden Gallmücken übereinzu- 
stimmen scheint, so nehme ich doch Angesichts ihrer vorstehend aufgezählten, 
gewiss nicht unbedeutenden Verschiedenheiten keinen Anstand, die aus den 
Galleu von Asperula tinctoria L. stammende, unter dem Nameli Cecidomyia 
astperulae m. als neue Art aufzustellen, deren Beschreibung hier folgt : 

Cecidomyia asperulae m. Männchen: Kopf klein, hinten stark 
gepolstert, schwarzbraun; Untergesicht dunkelbraun, graulich behaart; Augen 
schwarz, am Hinterrande mit lichtgrauem Haarsaume; Rüssel sehr kurz, dunkel- 
braun: Taster blassbraun; Fühler 1 Mm. lang, dunkelbraun, ISgliederig, die 
beiden Basalglie<ler schwarzbraun, Geisselglieder kugelig, gestielt, jedes mit 
einem Dopiielwirtel graubrauner Haare, Stiele nicht ganz so lang als die Glie- 
der; 'l'horax dunkelhonigbraun, an der Unterseite fast schwarzbraun, welche 
Färbung sich an den Seiten sehr weit nach oben zieht, so dass nur der Pro- 
thorax, die Schultern, eine Stolle um die gelbbraunen Flügclwurzeln und ein 
Fleck beiderseits des Schildchens die eigentliche Grundfarbe des Thorax re- 
präsentiren; liftckensdiild schwarzbraun, in gewisser Richtung graulich schira- 
rneriid, mit /wri samnilschwarzen, schmalen Längsfurchen, in denen je eine 
Reihe von gelblichgraucn Haaren steht, die mit schwärzlichen untermischt sind; 
Scbildchen schwarzbraun, die graugelbe Behaarung desselben bildet jederseits 
ein lockeres Schöpfehen; Hinterrücken dunkelbraun; Hüften dunkelbraun; 
Beine schlank, licht- oder gelbbraun, die Vorder- und Mittelbeine aussen durch- 
aas dunkel- oder schwarzbraun, an den Hinterbeinen nur die Tarsen und 
Schenkel ausKcn mehr oder weniger dunkelbraun, die Schienen jedoch gelb- 
braun, aussen wenig dunkler, alle Heine untcrseits mit gelblichem Schimmer; 



Ueber ueue und einige ungenügeud gekannte Cecidomyiden der Wiener Gegend. 



15 



Schwinger gelblich- oder röthlichweiss; Flügel 1*5 Mm. lang, glashell, in ge- 
wisser Richtung röthlichbleigrauschiinmernd, dicht graubraun behaart und 
befranst, Vorderrand dick, schwarzbraun, Adern braun, die dritte etwas blässer; 
erste Längsader sehr nahe dem Vorderrande, mündet nur wenig innerhalb der 
halben Flügellänge in denselben; zweite Längsader von ihrer Basis an bis zu 
ihrer ein wenig vor der Flügelspitze liegenden Einmündungsstelle in den 
Flügelrand ganz gerade; dritte Längsader in der halben Flügellänge gegabelt, 
beide Gabelzinken münden mit spitzem Winkel in den Hinterrand, Querader 
sehr zart und undeutlich, in V3 der ersten Längsader gelegen (von der FJügel- 
basis gemessen), Flügelfalte ziemlich deutlich; Hinterleib dunkelhonigbraun, 
oben mit breiten, schwarzbraunen Schuppenbinden, unten in der Mitte mit 
einer Längsreihe schwärzlicher, kurzer Querstriche, durchaus mit kurzer, gelb- 
lich weisser Behaarung; Haltzange schwärzlich. 
Länge des Männchens: 1*5 Mm. 

Weibchen: In der Färbung im Ganzen lichter als das Männchen; 
Hinterleib fleischroth, unten ein wenig lichter, die Binden auf der Oberseite 
desselben blässer; Legröhre lang vorstreckbar, blass bräunlichgelb, besonders 
gegen die Spitze bleich, am Grunde meist etwas schwärzlich. Die Fühler sind 
nur 0*8 Mm. lang, 14 — ISgliederig, Geisselglieder ungestielt, länglich oval, gegen 
die Fühlerspitze kleiner werdend; Beine etwas lichter, als beim Männchen. 

Länge des Weibchens: 1*7 Mm. 

Larve: Die. 2 Mm. lange Larve dieser Gallmückenart lebt in weissen, 
kugeligen Gallen auf Asperula tinctoria L. (Taf. II, Fig. 1). Sie geht zur Ver- 
wandlung in die Erde, aus welcher nach Verlauf von 12 — 14 Tagen die Imago 
hervorkommt. Man findet von Ende Mai bis September stets frische und be- 
reits verlassene Gallen gleichzeitig, ein Beweis, dass bei dieser Cecidomyia die 
Generationen unregelmässig auf einander folgen. 

Galle: Die Galle besteht, wenn sie gipfelständig ist, blos aus defor- 
mirten Blättern. Die gedrängter stehenden, 4 — 6 endständigen, schmallinealen 
Blätter werden entweder ganz oder blos in ihrer Basalhälfte ausserordentlich 
stark schwammig aufgetrieben. In dieser Auftreibung eines jeden Blattes be- 
findet sich oberseits eine längliche Einseukung, deren Seitenränder mehr oder 
weniger zusammenneigeu, und welche der Larve als Lager dient (Taf II, Fig. la). 
Es sind daher in jeder Galle stets so viele Larven als an der Deformation 
theilnehmende Blätter. Durch die starke Anschwellung pressen sich die de- 
formirten, gedrängt stehenden Blätter immer mehr an einander, bis sie endlich 
zusammen einen festen, etwas höckerigen, weissen oder weisslich grünen Knopf 
von 4 — 6 Mm. Durchmesser bilden, aus dem die noch normalen Spitzen der an 
der Galle theilhabenden Blätter hervorragen. Bildet sich eine solche Galle aber 
in einer Blattachsel, dann wird auch der Stengel in die Missbildung mit ein- 
bezogen und in gleicher Weise wie die Blätter deformirt. Sobald die in diesen 
Gallen befindlichen Larven vollkommen ausgewachsen sind und keine Nahrung 
mehr zu sich nehmen, hört auch der Reiz auf, den sie sonst auf die Pflanze 
ausüben; der Saftzufluss lässt nach, die deformirten Theile schrumpfen ein 



16 



Dr. Franz Low. 



und es entstehen Zwischenräume, welche für die Auswanderung der Larven 
aus der (.lalle geniigend Raum bieten. 

Cecidomyia onohrychidis Br. 
Bremi, Neue Denkschr. d. allg. Schwz. Ges. f. d. gas. Naturw. Neuenburg, 1847, 
IX. Bd. pag. 27 und 53, Taf. II., Fig. 30. 

Bremi hat in seinen „Beiträgen zur Monographie der Gallmücken" 
(1. c.) unter obigem Namen eine Gallmücke beschrieben, deren Larven in gallen- 
artig zusammengefalteten Fiederblättchen von Onobrychis sativa Lam. leben. 
Seit Bremi's Zeiten scheint diese Art nicht wieder gezogen worden zu sein, 
denn in keiner späteren Publication über Gallmücken findet sich eine diess- 
bezügliche Stelle und Dr. Schiner führt sie in seiner Fauna austr. Dipt. II. 
p. 414 noch in der Liste jener Arten auf, welche nur ungenügend bekannt 
sind und daher in die betreifenden Gattungen nicht eingereiht werden können. 

Ich habe nun diese Gallraücke in grösserer Menge gezogen und beob- 
achtet und sehe mich so in der Lage, nicht nur an Stelle der mangelhaften 
Beschreibung Bremi's eine ausführlichere zu setzen, sondern auch die Ent- 
wicklungsgeschichte derselben durch die Anführung meiner Zuchtresultate zu 
bereichern. Ich lasse hier vorerst die Beschreibuug der Imago folgen: 

Männchen: Kopf brauu, bräunlich behaart; Hint/Crhaupt schwarzbraun; 
Untergesicht braun, auf der Mitte mit einem Büschel weisslicher Haare; Rüssel 
und 'J'aster blassbraun; Augen schwarz, am Hinterrande mit lichtgrauer Haar- 
leiste; Fühler I S Mm. lang, braun, IGgliedrig, Geisseiglieder gestielt, rund- 
lich, :ille mit zwei graulichen Haarwirteln, Stiele so lang als die Glieder, das 
Endglied etwas kleiner als die vorhergehenden; Thorax fast ganz schwarzbraun, 
nur der Prothorax, die Schultern und Flügelwurzeln röthlich honigbraun oder 
gelblichbraun; Rückenschild mit zwei braunen Längsfurchen, in denen je eine 
Reihe röthlich graugelber Härchen steht, eben solche Härchen befinden sich am 
Rande des Rückenschildes und um die Fingelwurzeln herum; Schildchen und 
Hinterrücken schwarzbraun, ersteres am Hinterrande röthliciibraun gesäumt; 
Beino schlank, braun, aussen schwarzbraun, die Schenkel an der Basis, die 
»Schienen an der Spitze etwas lichter, alle an der Unterseite sammt den braunen 
Hiifien durch Behaarung graulichgelb schimmernd; Schwinger blass bräunlich- 
gelb; Flügel Pf) Mm. lang, glashell, blau, roth und goldgelb irisirend, schwärz- 
lichgiaii behaart nn<l befranst, Vorderrand dick, schwarz, Adern braun; erste 
Längxader kurz, niiindct in '7r, <^cr Flügellänge in den Vorderrand, zweite 
LängHadcr anfangH gerade, dann im sanften Bogen zum Vorderrande geschwun- 
g<*n und ziemlich weit vor der Flügel,sj)itze in denscdbcn mündend, beide Gabel- 
zinken der dritten liängsailer, welche sich in der halben Flügellängo gabelt, 
gehen Kcliiff zum Hinterrande und bilden mit demselben spitze Winkel; Quer- 
a<ler «ehr zart und nndeullich, ebenso die Flügelfalte; Hinterleib g(!lbbraun, oben 
mit breiten, srhwiirzliehen Srliijj)perd)inden auf den Segmenten, unten in der 
Min«; mit einer Läng sn iln- kurzer, meist verblasster, schwärzlicher Querstriche, 



Ueber neue und einige ungenügend gekannte Cecidomyiden der Wiener Gegend. 1 i 



die Segmente am Rande und besonders an den Seiten graugelb behaart und 
daselbst mit lichterem Schimmer; Haltzange ziemlich gross, schwärzlich. 
Länge des Männchens: 1*5 Mm. 

Weibchen: Das 9 hat nur 08 Mm. lange, Ugliederige Fühler mit 
ungestielten Geisselgliedern; einen rothen oder gelblichrothen , nach hinten 
etwas lichter werdenden Hinterleib mit breiten, schwarzen Schuppenbinden auf 
der Oberseite der Segmeute, mit Ausnahrae des letzten, welches daselbst statt 
der Binde zwei feine schwarze Längslinien hat; Legröhre lang vorstreckbar, 
blass biäunlichgelb, am Grunde meist etwas schwärzlich. Alles Uebrige wie beim 
Männchen. 

Länge des Weibchens: 1*8 bis fast 2 Mm. 

Larve: Die 1-75 bis 2 Mm. langen, lichtorangegelbeu Larven dieser Gall- 
mücke leben in hülsenförmig zusammengefalteten Blättchen verschiedener krau- 
tiger Papilionaceen. Ich erzog sie nicht nur wie Bremi aus solchen Gallen 
von Onobrychis sativa Lam., sondern auch und oft häufiger noch aus den der- 
artig gefalteten Blättchen von Medicago fdlcata, sativa und lupulina L., Ästra- 
galiis onobrychis L., und Ä. asper Jacq. Sie verlassen, wenn sie erwachsen 
sind, die Galle, worin sie zu 1 bis 5 anzutreffen sind, und begeben sich zur 
Verwandlung in die Erde. Nach etwa 14 Tagen Puppenruhe erscheint die 
Imago. 

Galle: Was die deformirten Blätter betrifft, so sind dieselben mehr oder 
weniger stark knorpelig verdickt, ein wenig bauchig, bleichgrün, gelb oder an 
der Sonnenseite röthlich. Man findet sie vom Mai bis September oft recht 
zahlreich auf trockenen Bergwiesen. Die von den Larven verlassenen Gallen 
werden ganz dürr und braun, diejenigen aber, in denen die Larven vor ihrer 
gänzlichen Entwicklung durch irgend eine Ursache absterben, bleiben grün, 
und werden, falls die Deformation noch nicht zu sehr vorgeschritten war, wie- 
der nahezu in den normalen Zustand zurückgeführt. Alle von den vorerwähnten 
Pflanzen stammenden Gallen dieser Cecidomyia-Art sammelte ich in der Umge- 
bung von Weidling und Klosterneuburg. 

Dir. Herrn. Low führt in seinen Dipterologischen Beiträgen IV. Theil 
1850 p. 25 Deformationen von Astragalus Cicer L. und Vicia Oracca L. an, 
welche er „schotenförmig zusammengefaltete, verdickte Fiederblättchen nennt. 
Es dürften dieselben wohl mit den vorstehend beschriebenen Missbildungen 



1) Die von G. v. Frauenfeld (Verh. d. zool.-bot. Ges. Wien 1863 p. 123.3) ans eingerollten, 
verdickten Fiederblättchen von Astragalus austriacua L. gezogene Cecidomyia Giraudi Frfld. ist 
von der Cec. onobrychidis Br. wesentlich dadurch verschieden, dass bei beiden Geschlechtern der- 
selben die Geisseiglieder der Fühler gestielt sind und auch und Q eine gleiche Fühlerglie- 
derzahl haben. 

Die von mir in dem 24. Bande der Verh. d. zool.-bot. Ges. Wien 1874 p. 143 beschriebene, 
in den zusammengefalteten Blättern von Trifolium pratense. L. lebende Cec. trifolii m. weicht von 
der Cec. onobrichidis Br. nicht nur durch geringere Grösse, andere Färbung und die Zahl der 
Fühlerglieder ab, sondern auch noch insbesondere durch die Lebensweise, indem ihre Larven 
nicht, wie die der letzteren, die Gallen zum Behufe der Verpuppung verlassen, sondern ihre voll- 
ständige Verwandlung in der Galle selbst durchmachen. 

Z. B. Ges. ß. XXV. Abb. " 3 



18 



Dr. Franz Low. 



identisch sein, wodurch die von H. Low für deren Erzeuger proponirten Namen 
„Cec. cistrcKjali und Cec. craceae" synonym mit Cec. onohrychidis Br. wären. 

Cecidomyia sonchi n. sp. 

Männchen: Kopf klein, kugelig, etwas flach gedrückt; Hinterkopf 
schwarzbraun, grauhaarig; Stirn und Untorgesicht fahlbraun, ebenso Taster 
und Rüssel; Augen am Scheitel nur schmal zusammenstossend, schwarz; Fühler 
1 Mm. lang, lichtbraun, ligliederig, Geisseiglieder gestielt, Stiele so lang als 
die kugeligen Glieder und diese mit einem Doppelwirtel graulicher Haare; 
Thorax fahlbraun, am Rücken mit drei schwarzbraunen, breiten, nach hinten 
verschmälerten Striemen, von denen nur die zwei seitlichen bis nahe zum Schild- 
chen reichen, die mittlere aber abgekürzt ist, zwischen den Striemen und am 
Rande des Rückenschildes Reihen von gelblichen Haaren, welche mit schwärz- 
lichen untermischt sind, der ganze Rücken in gewisser Richtung graulich 
schimmernd, zwischen den Hüften der Vorder- und Mittelbeine eine schwarz- 
braune Querbinde, welche sich mehr oder weniger an den Thoraxseiten ver- 
breitert, am Grunde der Schwinger eine schwarzbraune, runde Mackel; Schild- 
chen fahlbraun, Hinterrücken dunkelbraun, Hüften lichtbraun; Beine schlank, 
licht- oder auch dunkelbraun, aussen sehr dunkel- oder schwarzbraun, Schenkel 
an der Basis nur wenig lichter, Tarsen an der Spitze weisslich; Schwinger gelb, 
mit schwärzlichen Schuppenhaaren am Knopfe; Flügel 1"5 Mm. lang, schwach 
weisslichgrau tingirt, in gewisser Richtung etwas roth und blau schimmernd 
und grau behaart und befranst, Vorderrand dick, schwarzhaarig, welche Be- 
haarung noch ein wenig über die Flügelspitze reicht, Adern braun; erste Längs- 
ader nahe dem Vorderrande, mündet in 2/5 Flügellänge in denselben ; 
zweite Längsader ganz gerade, nahe vor der Flügelspitze in den Flügelrand 
mündend; dritte Längsader gabelt sich in der halben Flügellänge, innere 
Zinke bogig zum Hinterrande gehend; Querader undeutlich; Flügelfalte ziem- 
lich deutlich; Hinterleib fahlbraun, oben mit breiten, schwarzbraunen Schuppen- 
hindcn, welche die Grundfarbe fast ganz verdrängen, durchaus mit bleicher Be- 
liaarnng; Haltzange klein, an den Enden ])raun. 

Länge des Männchens: TS- 15 Mm. 

Weibchen: Mciir rüthlich gefärbt als das Männchen. Fühler nur 
0-5 Miti. lang, Hgliederig, Geisselglieder oval, ungestielt, gegen die Fühler- 
spitze «.'twaH kleiner; Hinterleib wie bei Cec. hierarcii m., am Ende geknüpft, 
Baacli«eite fast weiss, vor dem etwa« geschwärzten Knopfe ein schwarzer 
Punkt; liCgröhre lang vorstrerkbar, sehr hlassbraun, fast weiss. 

Länge des Weibchens: 2 Mm. 

Larve: Die 2 Mm. langen, anfangs W(assen, später gelblich werdenden 
Larven leben in Hdgenannteii Bhisongalle.n, welche Kie in den Blättern von 
SonchuH nln-accuH und urvemis \,. erzeugen. Sie verlassen zum Behufe der 
Verwandhmg die (i.'illen nicht, sondern verpnppi^n sich in ein(!ni weissen Cocon 
in der Galh* Kelhsf. Die braune riippe dnr<lil»rieht vor dem Aussctlilüpfen der 
Iinago die'fcn Coe(»n und schiebt sich am Ranfle der Galle dur(;h di(! äusserst 



üeber ueue uuJ einige uugenügeud gekauute Cecidomyideii der Wiener Gegend. 19 



zarte, dünne, unterseitige Gallenwand heraus. Nach dem Ausschlüi'fen der 
Imagü findet mau daselbst noch die leere Puppenhaut stecken. 

Galle: Die Galle ist eine dunkelpurpurruthe (selten gelbgrüne), in der 
Mitte stets heller gefärbte, runde, 4 — 5 Mm. im Durchmesser haltende Auf- 
treibung des Blattparenchyms nach oben, wodurch auf der oberen Blattfläche 
eine mehr oder' minder coiivexe, blasenähnliche Erhabenheit entsteht. An der 
Unterseite des Blattes befindet sich an der betreffenden Stelle eine mulden- 
förmige Einsenkung. welche durch ein sehr zartes, weissgraues Häutchen ge- 
schlossen ist und der Larve als Wohnung dient. Dieses Häuteben ist nichts 
anderes als die Epidermis der Blattunterseite, welche sich durch den Einfluss 
der Larve von dem galleuartig verbildeten, nach oben ausgebauchten Paren- 
chyme loslöst und so die untere Wand der Larvenkammer bildet. In ihm be- 
findet sich regelmässig ein äusserst kleines Löchelchen, welches meines Dafür- 
haltens die Stelle markirt, an welcher das dem Ei entschlüpfte Gallmücken- 
lärvchen in das Blatt eingedrungen ist. Solcher Gallen sind meist mehrere, 
oft sehr viele auf einem Blatte, in Avelchem Falle sie dann fast reihenweise 
angeordnet erscheinen. Man findet sie von den ersten Tagen des Juni an bis 
in den Herbst in allen Eutwickiungsstadien, am häufigsten auf solchen Pflanzen, 
die einen sonnigen Standort haben, auf Feldern, wüsten Plätzen, Weingärten 
und Wegrändern. Sie sind in der Umgebung von Wien allenthalben keine 
seltene Erscheinung. 

Vallot macht in den Compt. rend. 1837, tome V, p. 510 Mittheilung von 
einer in den Blättern der Gänsedistel (Sonclius) lebenden Larve, welche er für 
die einer Cecidomyia hält und daher Cec. sonchi nennt. Es ist aber sehr 
fraglich, ob er die oben beschriebene Cec. sonchi m. vor sich gehabt hat, da 
er nur angibt, dass seine Larve in den Blättern von Sonchus zwischen der 
Ober- und Unterbaut sich ihren Weg bahnt (,,en se frayant un chemin entre 
les membranes superieure et inferieure"), was auch die Minirlarven der Agro- 
myzinen thun. Die eigentlichen Mückengallen von Sonchus wurden zuerst von 
Bremi aufgeführt, welcher 1. c. p. 19, Nr. 13 eine ganz kurze Beschreibung 
derselben gibt, die Gallmücke jedoch, die er zahlreich daraus erzog und für 
die er den Namen „Cec. sonchi" proponirt, unbeschrieben Hess. In den 
Sitzungsberichten d. math. natui w. Cl. d. k. Acad. der Wiss. Wien 1851. p. 342, 
Taf VII findet sich von Heeg er unter dem Titel: „Naturgeschichte der La- 
sioptera pusilla Wied., Meig." die Beschreibung and Abbildung einer Gall- 
mücke aus linsenförmigen, violett gefärbten Anschwellungen in den Blättern 
von Sonchus oleraceus L. Ein Blick auf die Zeichnung der Fühler und Flügel 
und eine Vergleichung der, wenn auch in den wichtigsten Punkten ungenügen- 
den Beschreibung mit der vorstehenden gibt darüber völlige Gewissheit, dass 
Heeger keine Lasioptera, sondern nichts anderes als die in Rede stehende Cec. 
sonchi m. vor sich hatte, als er die erwähnte Abhandlung schrieb. 

Cec. sonchi m. ist mit Cec. hieracii m. sehr nahe verwandt, in der 
Lebensweise jedoch der Hauptsache nach verschieden. Die wesentlichsten 
körperlichen Unterschiede dieser beiden Arten sind folgende: 

3* 



20 



Dr Franz Low. 



Cec. hieracii m. 
Rückerischild mit einem fast kreis- 
runden, dunkelbraunen Fleck, welcher 
blos die vordere Hälfte desselben ein- 
nimmt ; 

die Binden auf der Oberseite des 
Hinterleibes blässer, in der Mitte 
unterbrochen ; 

die Grundfarbe im Leben durch- 
wegs mit einem röthlichen Stich, nach 
dem Tode lichtgelb. 



Cec. sonchi m. 

Rückenschild mit drei schwarz- 
braunen, breiten , nach hinten ver- 
schmälerten Striemen, von denen blos 
die zwei seitlichen bis nahe zum Schild- 
chen reichen; 

die Binden auf der Oberseite des 
Hinterleibes breit, sehr dunkel, in der 
Mitte nicht unterbrochen; 

die Grundfarbe im Leben fahl- 
braun, am Bauche fast weiss, nach 
dem Tode viel dunkler, beim 9 <ier 
Hinterleib roth. 

So gering auch diese Unterschiede erscheinen, so können meines Er- 
achtens die beiden Mückenarten doch nicht als identisch betrachtet werden, 
indem sie sich durch ihre Metamorphose, ihre Lebensweise und die Form ihrer 
Gallen auffallend von einander unterscheiden; denn die gelblichen Larven von 
Cec. sonchi raachen ihre Verwandlung bis zur Imago in den die Oberfläche des 
Blattes halbkugelig emporwölbenden Gallen durch, welche sich nur an sonnigen 
Orten, an den tiefsten und höchsten Blättern von SoncJius finden, während die 
etwas dunkleren Larven von Cec. hieracii mm Behufe der Verwandlung in die 
Erde gehen und ihre die Blattoberseite gar nicht überragenden Gallen blos an 
den Wurzelblättern von Hieraciim und stets nur im Waldesschatten anzu- 
treflFen sind. 

Diplosis centmireae n. sp. 

Männchen: Kopf fast so breit als der Thorax, braun ; Hinterkopf 
schwarzbraun, fast nackt, am hinteren Augenrande ein schmaler, lichtbrauner 
Saum mit einer Leiste von bleichen Haaren; üntergesicht auf der Mitte etwas 
erhaben und daselbst mit einem dünnen Büschel bräunlicher Haare; Augen 
schwarz, erhaben gekörnelt; Taster blassgraubraun; Rüssel etwas vorstehend, 
dunkelbraun; Fühler 1'6 Mm. lang, blassgraubraun, die 24 gestielten Geissei- 
glieder abwechselnd einfach und doi)pelt, jedes mit einem kurzen vorderen und 
einem langen hinteren, bräunlichen Haarwirtel, Stiele nur so lang als die ein- 
fachen Glieder, das i'.Ddglied knüs|)enförmig; Thorax graubraun, an den Seiten 
und zwischen den Hüften mit schwarzbraunen Mackeln, oben schwarzbraun mit 
zwei »chwarzen, seichten Längsfurchen, in denen, so wie am Rande des Riicken- 
BchildeB, Reihen von schwärzlichen Haaren stehen; Schildchcn und Hinterrücken 
Hchwaizbraun, Kchwär/.Iich behaart; Fiiigelwurzeln blassgraubraun, ebenso be- 
haart; deHgleichen die Schwinger; Beine sclilank, graubraun; die Hinterbeine 
ctwan lichter, ausnen nur wenig verdunkelt; Vorder- und Mittelbeine aussen 
dunkelbraun, iin <ler Basis der Schenkel mehr oder weniger lichter; Tarsen 
grauHchimniernd; Flügel 2 2 Mm lang, grau tingirt, in gewisser Richtung blei- 
graubchirutnernd, «ehr achwach iri.sirend, grau behaart und befranst; Adern 



üeber neue und einige ungenügend gekannte Cecidomyiden der Wiener Gegend. 



21 



braun; Vorderraiid nicht auffallend, nur wenig dicker als die übrigen Adern; 
erste Längsader mündet nur ganz wenig innerhalb der halben Flügellänge in 
den Vorderrand; zweite Längsader an der Basis ein wenig nach vorn ge- 
schwungen, dann gerade und im äusseren Flügelviertel in flachem Bogen in die 
Flügelspitze gehend; dritte Längsader gabelt sich kurz ausserhalb der halben 
Flügellänge, innere Zinke kurz, fast rechtwinkelig in den Hinterrand mündend; 
Qaerader ziemlich deutlich, ebenso die aderartige Flügelfalte ; Hinterleib schmal, 
graubraun oder röthlichbraun, die ersten fünf Segmente oben mit dunkelbraunen, 
breiten, in der Mitte unterbrochenen Binden, die Segmentränder mit langen, 
bleichen Haaren gesäumt; Haltzange gross, schwärzlich. 
Länge des Männchens: 2 Mm. 

Weibchen: Das Graubraune des Thorax und der Beine hat beim 9 
einen Stich ins Gelbliche; der Hinterleib ist spindelförmig, fleischroth mit 
schwärzlicher Spitze, oben mit blassen, schwärzlichen Schuppenbinden; Leg- 
röhre kurz, wenig vorstreckbar, mit zwei länglich ovalen Lamollchen an der 
Spitze, licht gelblichbraun; Fühler 1 Mm. lang, die 12 Geisselglieder cilin- 
drisch, an beiden Enden gerundet, gegen die Fühlerspitze kürzer werdend, 
alle sehr kurz gestielt. Stiele kaum so lang als die Glieder dick sind, letztere 
mit zwei bräunlichen Haarwirteln; an den Beinen ist die Basalhälfte der 
Schenkel gelbbraun. Alles Uebrige wie beim Männchen. 

Länge des Weibchens: 2'5 Mm. 

Larve: Die 2'5 bis 27 Mm. langen, citronengelben Larven dieser Gall- 
mücke leben in pustelförniigen Gallen in den Blättern von Centaurea scahiosa 
L. Sie gehen zur Verwandlung in die Erde, zu welchem Behufe sie sich an der 
Oberseite des Blattes aus der Galle herausbohren. Die Puppenruhe dauert 
16 — 20 Tage. In den ersten sechs Tagen nach dem Ausschlüpfen der ersten 
Imago erschienen bei meinen Zuchten bloss Weibchen (30 Stück), hierauf aber 
vorherrschend Männchen. Die erste Imago erhielt ich Anfangs Juli. 

Galle: Die Gallen sind pusteiförmige, 3 — 5 Mm. grosse, unregelmässig 
länglichrunde, beiderseits flacherhabene, knorpelige Auftreibungen des Zell- 
gewebes der Blätter von Centaurea scahiosa L., welche sich stets nur in einem 
Seitennerven des Blattes befinden, von hellgelber Farbe und etwas uneben, 
kleinhöckerig, wie gekörnelt sind. Sie werden meist von einer gelben, zuweilen 
und diess besonders, wenn sie an den oberen Stengelblättern sich befinden, 
auch von einer röthlichen, ja sogar dunkelpurpurfarbenen Zone des Blattparen- 
chyraes umgeben. Man findet sie vom halben Juni au bis in den Herbst in 
allen Eutwicklungsstadien, sowohl an den unteren als auch an den Stengel- 
blättern dieser Pflanze, jedoch an den ersteren zahlreicher, oft zu 10 — 15 auf 
einem Blatte, wodurch sie zuweilen so nahe an einander zu stehen kommen, 
dass mehrere von ihnen zusammenfliessen und scheinbar eine grössere Galle 
bilden. Am häufigsten traf ich sie im ßothgiaben bei Weidling. 

Kalteubach führt in seinen „Pflanzen-Feinden" p. 318 eine Gallmücke 
an, welche er aus ähnlichen Gallen, wie die vorstehend bcbchri ebenen, die sich 
aber in den Blättern von Scahiosa (KnaiUia) arvensis M. et K. vorfanden. 



Dr. Frauz Low. 



erluilteii bat und die er, ohne von ihr eine Beschreibung zu geben, Cec. sca- 
biosac nannte. Da nun duicli den Mangel einer Beschreibung die Möglichkeit 
einer Vergleichung dieser Gallmücke mit der vorbeschriebeneii Dipl. centaureae 
m. entfällt, so ist auch vorläufig nicht zu ermitteln^ ob sie mit Letzterer iden- 
tiscli ist. 

Asphotulylia verhasci Vall. 

Cccidomyia verbasci Vallot, Actes de l'acad. de Dijon 1827, p. 92. 

- — Dufour, Ann. sc. nat. 1846, S. III., zool. T. V. p. 5, pl. II. 

Asplioiuhjla scrophulariae Schiner, Verh. d. zool. bot. Ges. Wien 1856, p. 220. 
Asplwndylia verhasci Schiner, Fauna austn Dipt. II. 1864, p. 396. 

Nach Beobachtungen, welche ich zu machen Gelegenheit hatte, ist diese 
Galhuücke mit ihrer Entwicklung nicht allein auf die Scrophularineen, an denen 
ihre Galleu bisher ausscliliesslich gefunden wurden, ^) angewiesen, sondern auch 
Angehörige anderer Pflanzenfamilien dienen derselben als Wirthpflanzen für 
ihre Nachkommenschaft. Ich habe bereits zwei solche Pflanzen aufgefunden, 
eine Papilionacee und eine Boraginee, nämlich: Astragalus asper Jacq. und 
Echiiim vulgare L. 

Am 8. August 1874 traf ich auf der Höhe der Bachleiten nächst Weid- 
ling, auf welcher einige mit Gallen von Asph. verhasci besetzte Exemplare von 
Verhascum Orientale M. a. B. standen, eine circa 4 G Meter grosse Stelle, die 
fast ausschliesslich mit Astragalus asper Jacq. bewachsen war. An diesem 
Traganth fiel mir auf, dass unter den bauchigen, theils noch weisslichen, theils 
schwarzen, der Reife nahen Hülsen sich auch viele nur halb so grosse, weniger 
bauchige, sehr dunkelgrüne befanden, welche augenscheinlich auf einer gewissen 
Stufe ilirer Entwicklung stehen geblieben waren. Ich sammelte sogleich mehrere, 
um sie einer Untersuchung unterziehen zu können. Als ich anderen Tages 
diese vornehmen wollte, sassen die ausgeschlüpften Gallmücken bereits an den 
Wänden des Glases und aus den verkümmerten Hülsen ragten ihre Puppenhäute 
durch kleine Löcher heraus, welche sie sich zum Behufe des Ausschlüpfens 
selbst gel»ohrt hatten. Eine genaue Vergleichung dieser Mücken und ihrer 
Puppen mit den Iniagines und Pui)pen der gleichzeitig aus den an demsidben 
Orte geKaninielten und in einem separaten Glase gehaltenen Verbascum-Gallen 
aa8geschlö|»tten Afj/h. verhasci Hess eine in jeder Beziehung vollständige Ueber- 
eiiiHtiminung beider erk(Minen, wornach die Asiragalus-Gallen, als von der 
genannten Asjihondylid herrührend, betrachtet werden müssen. 

l'.hfUün verhält c-s sich mit den so häufig vorkommenden, knospenloriiii- 
gen BliithengHlhMi an PJchiuin rulgare in deren Erzeuger v. I^^rauenfeld 
(Verh. d zo(d. bot. (jle.s. Wien 1861, p. 172) die Aspk. eckii H. Lw. verniuthete. 

1' '..illfii Villi Anjih vr.rlin».! Villi wiirddii in Fraiikroiili, Itali'H iiml Otihtrir- 

r<ii ti .III iiMiiiiriMi VcrliiiNruiii- iiiii| Si'rii|iliiilaria-Ati,oii und dun-li v. h' r a ii c ii 1 1 d auiJi aii 
CeUia nrttfüali» I/. K«i'iiiirl*«ii. Uobur <lai. Vorkoiiiinon (iioHor (Jallcn an lützteror IMlanao berichtot 
*. Frau OD r«! I'l in »I«« Vcili. -1. äooI. Imt. (Ii.h. Wion m\H, |. ifisj. 



Ueber neue und einige un^jenügfend gekannte Cecidoiuyiden der Wiener Gegend. 



23 



Ich besass sie von den verschiedensten Localitäten und erhielt daraus stets 
nur eine Gallmückenart, die auch bei der minutiösesten Vergleichung mit Äsph. 
verbasci sowohl lebend als nach dem Tode nicht die geringsten Verschieden- 
heiten von dieser Art zeigte. Es müssen daher die von v. Heyden dem Herrn 
Dir. H. Low mitgetheilten Echium-Gallen, als deren Erzeuger Letzterer die 
Asph. echii angibt, von den vorgenannten verschieden sein, was sich jedoch 
nicht mit Sicherheit bestimmen lässt, da H. Low in seinen Dipt. Beitr. IV, 
p. 27 über dieselben nur folgende kurze Angabe macht: ^ÄsjjJi. echii n. sp. 
deforrairt die von ihr bewohnten Seitenknospen von Echium vulgare nur wenig, 
sie bleiben, wie v. Heyden entdeckte, im Herbste an der Pflanze sitzen, die 
Mücke schlüpft im zeitigen Frühjahre aus denselben aus". 

Obgleich die Gallen der Asph. verbasci schon seit Reaumur bekannt sind, 
welcher sie in der Vorrede des V. Bandes seiner „Memoires" erwähnt und in 
deren Bewohner er eine Tipulidenlarve vermuthete, ist trotz vielfacher späterer 
Beobachtungen durch Vallot, Dufour, Lacaze-Duthiers, Hammerschmidt, 
V. Frauenfeld, Schiner und Rondani doch bis heute das eigentliche Wesen 
derselben, entweder nicht untersucht worden, oder doch wenigstens unbcsprochen 
geblieben, Dufour, welcher auf diesen Gegenstand grosse Aufmerksamkeit 
verwendete, ist der Einzige, der eine ausführlichere Beschreibung der Galle 
gegeben hat. In dieser (1. c. p. 10) sagt er: „Elles (d. h. die Gallen) sont 
exclusivement formees aux de'pens de la corolle et des etamines: l'ovaire, le 
calice et le pedoncule n'y participent en rien." und setzt dann (1. c. p. 11) 
hinzu: „Le pistil echappe ä la turgescence des organes mäles, mais il subit 
souvent le sort de Tinfecondite". Diese Angaben stimmen mit den Ergebnissen 
meiner an zahlreichem Materiale vorgenommenen Untersuchungen nicht völlig 
überein, denn nach denselben ist es in den deformirten Blüthen stets nur der 
missbildete Fiuchtknoten, welcher der Asphondylia-Larve zum Aufenthalte dient, 
also die eigentliche Larvenkammer der Galle bildet. Blumenkrone und Staub- 
gefässe werden zumeist in die Gallenbildung mit einbezogen, der Kelch aber 
nie. Erstere bleibt dann wie in der Knospenlage geschlossen, erscheint auf- 
getrieben und erhält eine lederige Consistenz, die Staubgefässo hingegen ver- 
breitern sich zwischen der geschlossenen Blumenkrone und dem zur Galle ver- 
wandelten Pistile und legen sich fest an Letzteres an, so dass sie mit demselben 
verwachsen zu sein scheinen. Diess ist jedoch nicht immer der Fall, denn ich 
fand an Verhascum Orientale M. a. B. öfters Asphondjlia-Gallen, welche nur 
der stark aufgetriebene, meist etwas schiefe, dicht behaarte Fruchtknoten waren. 
Bluraenkrone und Staubgefässe hatten an der Deformation nur insoferne Antheil, 
als sie ganz verkümmerten. 

Bei Astragalus asper Jacq. beschränkt sich die Deformation, wie bereits 
erwähnt, bloss auf den Fruchtknoten. li]s wird in der Regel nur je ein Fach 
der zweifächerigen Hülse dieser Pflanzenart von der Aspbondylia-Larve be- 
wohnt, während das andere Fach mit einem sehr loson, wolleähnlichen Zell- 
gewebe erfüllt wird. Solche missbildete Hiilsen zeigen von aussen keine auf- 
fallende Veränderung ihrer Form, nur bleiben sie klein, d. h. sie erreichen 



24 



Dr. Franz Low. 



kaum 8 Mni. Länge und sehen stets sehr dunkelgrün aus, werden aber nicht 
wie die normalen, meist 13 Mm. langen schliesslich schwarz. Sie sind selbst- 
verständlich unfruchtbar und enthalten wie die Gallen an Verbascum eine 
innen ganz kahle Larvenkammer. 

Bei den Gallen an JEchium vulgare L. wird nur einer der vier Theile des 
Fruchtknotens zur Galle, resp. Larvenkammer, über welche dann die missbildete, 
blassröthliche Blumenkrone mit den Staubgefässen knospenforjnig zusammen- 
geschlossen bleibt; die übrigen drei Theile des Fruchtknotens verkümmern. 

Da alle bis jetzt existirenden Beschreibungen der Imagines von Asphon- 
dylia verhasci Vall. entweder sehr mangelhaft oder ungenügend sind und selbst 
die ausführlichste unter ihnen, die von Schiner (1. c.) gegebene, nur nach 
trockenen Stücken angefertigt ist, so lasse ich hier eine genaue und ausführ- 
liche Beschreibung dieser Art nach lebenden Exemplaren folgen, bei deren An- 
fertigung mir die aus meinen diessbezüglichen Zuchten hervorgegangene, grosse 
Individuenzahl sehr zu Statten kam: 

Männchen: Kopf verhältnissmässig klein; Hinterhaupt grau mit gelblich- 
weissen, langen, nach vorne gebogenen Haaren dicht besetzt, der hintere Augen - 
rand weisslich gesäumt; Stirn und Untergesicht blassrotli. Letzteres ober dem 
Mandrande in der Mitte mit einem dünnen Büschel gelblich weisser Härchen; 
Taster sehr blassbräunlich, das letzte Glied derselben schmal, spindelförmig und 
fast so lang als die vorhergehenden zusammen; Rüssel kurz, blassbräunlich; 
Augen schwarz, am Scheitel breit zusammenstossend ; Fühler 3 Mm. lang, schwarz- 
grau, Hgliederig, alle Geisselglieder gleichlang, bleichhaarig; Thorax bräunlich- 
grau, l'rothorax, Schultern, Flügelwurzeln und ein gnisserer Fleck unter den 
Letzteren blassroth, die kleinen Schulterbeulen weisslich, auf dem Rücken vier 
Längsreiiien gelblich weisser Haare, von denen die beiden äusseren randständig 
sind; Schildchen lichtgrau, am Rande röthlich, dicht gelblichweiss behaart; 
Hinterriicken rüthlichgrau ; Schwingerknopf an der Spitze durch Behaarung 
weisslich, am Grunde schwärzlich, der Schwingerstiel blassröthlichbraun; Hüften 
grau; Beine sehr schlank, fahlbraun, aussen durch schwarzbraune Schuppen- 
haare dunkler erscheinend, an der Unterseite mit weisslichem Schimmer, Schen- 
kel auch aussen an der Wurzelliälfte lichter; Flügel 4 Mm. lang, bräunlichgrau 
getrübt, matt glänzend, wenig irisirend und bräunlichgrau behaart und befranst; 
Adern blaH.sbraun, Vorderrand nicht auffallend dick; erste Längsader nahe dem 
Vorderrando. mündet in der halben Flügcllänge in denselben; zweite Längsader 
Uli der Basis etwas naeli vorn gebogen, dann ein Stück mit dem Vorderrande 
parallel und sclilicHsürh mit sanflem Dogen zur Flügelspitze gjdiend; dritte 
Längnader gabelt sich in d<!r halben Flügellänge, beide Gabelzinken münden 
mit Kpitzem Winkel in den Hinterrand; Flügelfalto deutlich, aderartig; Quer- 
a<ler f<dilend. oder sehr un<ieutlieh ; Hinterleib blassroth, mit bräunlichgrauen, 
broit/'n Segmentbinden, weldir an den Seiten unterbrochen sind; der ganze 
HinU-rli'ib und beKonders dl«- Seilen desselben (lieht gelblichweiss behaart; Halt- 
/unge xieniliei) klein, graulich. 

Länge dc'M MännelienH: 4 bis 4 r> Mm. 



Ueber neue und einige ungenügend gekannte Cecidomyiden der Wiener Gegend. 



25 



Weibchen: Die Fühler desselben sind Ugliederig, etwas kürzer als 
beim cf, 2*5 Mm. lang, die Geisselglieder gegen die Fühlerspitze kürzer werdend; 
Legröhre bräunlich-hornfarbig, fast so lang vorstreckbar als die ganze Körper- 
länge und von der den Asphondylia- Arten eigenthümlichen Bildung. Im Uebrigen 
wie das Männchen nur der Hinterleib etwas mehr röthlich. 

Länge des Weibchens: 4-3 bis 4*7 Mm. 

Die Puppe, welche schon Dufour (1. c. p. 13, pl. IL fig. 9—11) aus- 
führlich beschrieb und abbildete, stimmt im Baue mit der von Äs^ih. ononidis 
m. annähernd überein und bohrt sich vor ihrer Verwandlung, so wie diese, 
mittelst der an ihrem Vorderende befindlichen Dornen aus der Galle. Asph. 
verhasci hat zwei Generationen im Jahre; die Individuen der ersten Generation 
erscheinen vom Juli bis August, die der zweiten überwintern in den Gallen als 
Puppen und erscheinen erst im Mai des nächsten Jahres. Jedoch habe ich auch 
schon Imagines der zweiten Generation, sowohl aus den Gallen von Echium, 
als aus denen von Verhaseum bei der Zimmerzucht noch im Spätherbste er- 
halten. 

Aus der Gruppe derjenigen Asphondylien, welche sich durch die gleich- 
langen Fühlergeisselglieder von den übrigen Arten dieser Gattung unterscheiden, 
habe ich bis jetzt drei Arten gezogen, nämlich: Asph. verhasci Vall., ononidis 
m. und pimpinellae m., die in der Umgebung von Wien vorkommen. Die 
Letztere unterscheidet sich von den zwei anderen Arten nicht nur durch ihre 
geringe Grösse (2 bis 2 7 Mm.), sondern auch hauptsächlich durch ihre 
Metamorphose, indem ihre Larven zur Verpuppung in die Erde gehen, während 
die von Asph. verhasci und ononidis ihre ganze Metamorphose in den Gallen 
durchmachen. Diese beiden stehen einander schon viel näher, doch sind ihre 
Unterschiede noch bedeutend genug um sie nicht miteinander verwechseln zu 
können. Ich führe nachstehend die wesentlichsten von ihnen an: 



Asph. verhasci Vall. 
Larve lebt in Blüthengallen ; 
cf 4 bis 4-5 Mm. 9 4-3 bis 4-7 Mm. 
lang. 

Thorax oben bräunlichgrau; 

Schildchen grau, am Rande röthlich, 
nach dem Tode blassgrau; 

Beine sehr schlank, fahlbraun, aussen 
durch schwarzbraune Schuppenhaare 
dunkler erscheinend, an der Unter- 
seite mit weisslichem Schinnner; 

Flügel bräunlichgrau tingirt; 

Hinterleib blassroth, oben und unten 
mit bräunlichgrauen Binden auf den 
Segmenten, welche die Seiten breit 
frei lassen. 

Z. B. Ges. B. XXV. Abb. 



Asph. ononidis m. 
Larve lebt in Blattgallen; 

3 bis 3-5 Mm., 9 3-4 bis 4 Mm. 

lang; 

Thorax oben aschgrau; 

Schildchen braun, vorn etwas dunk- 
ler, nach dem Tode graubraun; 

Beine mässig schlank, mehr robust, 
ganz schwarzbraun, nur die Schenkel 
an der Basalhälfte gelbbraun, an der 
Unterseite mit lichtem Schimmer; 

Flügel dunkler als bei Asph. verhasci; 

Hinterleib oben intensiv schwarz- 
braun, unten braun oder braunroth. 



26 



Dr. Franz Low. 



Im Leben sowie nach dem Tode erscheint selbst dem unbewaffneten Auge 
die Asph. ononidis viel dunkler als die Äsph. verbasci, indem bei jener die 
Färbung mehr einen schwärzlichen, bei dieser hingegen mehr einen bräunlichen 
Stich hat. 

Hormomyia millefolii H. Lw. 

Cecidomyia millefolii H. Low, Dipt. Beitr. IV. 1850, p. 37. 9- 

— achilleae Inchbald, E. W. Intell. VIII. 1860, p. 195. 

— millefolii Schiner, Fauna aust. Dipt II. 1864, p. 380. 

— - A. Müller, Ent. M. Mag. VII. 1870, p. 89. 

Von dieser Gallraücke, über deren Vorkommen in Oesterreich ich in den 
Verh. d. zool. -bot. Ges. Wien 1874 p. 151 bereits Mittheilung machte, ist es mir 
nunmehr gelungen, nicht nur das Weibchen, sondern auch das noch unbeschriebene 
Männchen zu ziehen. Ich wurde dadurch in die Lage gesetzt, die von Schiner 
(1. c.) ausgesprochene Vermuthung, dass diese Art zur Gattung Hormomyia 
gehöre, bestätigen zu können. Diess geht besonders deutlich aus dem Habitus 
des Männchens hervor, der sich in einem verhältnissmässig kurzen, sehr hoch 
gewölbten, seitlich etwas zusammengedrückten Thorax, kleinem, tiefstehendem 
Kopfe, langem Hinterleibe, welcher mehr als die Hälfte der Totallänge des 
Insectes ausmacht, sehr schlanken Beinen und grossen, breiten, fast glanzlosen 
Flügeln ausprägt. Ich gebe im Folgenden die ausführliche Beschreibung desselben : 

Männchen: Kopf sehr klein, durchaus schwarzbraun und schwärzlich 
behaart; Taster und Rüssel kurz, pechbraun; Augen schwarz; Fühler 2 Mm. 
lang, ganz gerade vorgestreckt, 19gliederig, Geisseiglieder braun, oval, gestielt 
und mit einem Doppelwirtel graulicher Haare, Stiele nicht ganz so lang als die 
Glieder, lichtbraun, die Grundglieder pechbraun; Thorax kurz, seitlich zusammen- 
gedrückt, hochgewölbt, aber nicht über den Kopf vorgezogen, pechbraun, an 
den Seiten gelbbraun, Prothorax fahlbraun, Rückenschild schwarzbraun mit 
schwachem, graulichem Schimmer und vier Längsreihen schwarzer Haare, von 
denen die äusseren randständig sind; Schildchen schwarzbraun und schwarz 
behaart; Hinterrücken gelbbraun; Hüften lichtpechbraun; Beine sehr schlank, 
fahlbraun, die Schenkel aussen durch schwarze Schuppenhaare dunkler erschei- 
nend; Schwinger sehr lang, der Knopf pechbraun, gegen den Stiel lichter, 
Letzterer gelbbraun; Flügel 3 Mni. lang und verhältnissmässig sehr breit, fast 
glanzlos, nicht irisirend, woisslichgrau getrübt, dicht graulich behaart und lang 
befranat, im Vorderrande, besonders in der Nähe der Flügclwurzel, einige 
schwarze Härchen eitigestreut; Flügcladern blassbraun; erste Längsader kurz, 
mündet innerhalb der Fliigelliälfte in den Vorderrand; zweite Längsader schwach 
gebogen, fast parallel mit dem Vorderrande, geht in die Flügcls])itzc; dritte 
LiirfgHader gabelt bich in der lialb<!n Flügellänge, innere Zinke rund abgebogen, 
mit dem liinterrande an der KinriiündungsHtelle in denselben fast rechte Win- 
kel bildend; Qu<'rarler fehlt; Flügelfalte sehr deutlich; Hinterleib fast zweimal 
Bo lang uIh d<T Thorax, schmal, fast cilindiiscb, pechbraun, an den Einschnitten 



Ueber neue und einige ungenügend gekannte Cecidomyiden der Wiener Gegend. 27 



und Seiten lichter, von langen, grauen Haaren sehr rauh; Haltzange massig 
gross, plump, mit dem Hinterleibe gleichfarbig, 
'Länge des Männchens : 2 8 bis 3 Mm. 

Das Weibchen stimmt mit der von Dir. H. Low (1. c) gegebenen 
Beschreibung völlig überein. Seine Länge variirt von 2 5 bis 3 Mm. Der Rücken 
desselben ist nicht so stark gewölbt als der des Männchens. 

Die Galleu dieser Hormomyia, von denen ich manchmal sogar fünf in 
einer Blattachsel von Achillea miUefolium L. antraf, kommen ausser dem von 
mir (1. c.) angegebenen Fundorte noch an vielen anderen Orten des Wiener- 
waldes vor, man findet sie jedoch dort meist nur an höher gelegenen Stellen. 
Die Ueberwinterung geschieht wahrscheinlich als Puppe in der Galle, weil oft 
schon im Spätherbste einzelne Imagines zum Vorschein kommen. Die beste 
Zeit zum Einsammeln der Gallen für die Zucht sind daher, so wie bei Horm, 
fagi , püigera, juniperina u. a., die allerersten Frühlingstage, Ende Februar 
und Anfangs März. 

Bemerkuugeii über einige Weidengallmücken. 

Die grosse Aehnlichkeit, welche einige Arten von Weidengallmücken in 
Hinsicht auf ihre körperlichen Merkmale besitzen und die hieraus sich ergebende 
Schwierigkeit, sie durch Diagnosen scharf von einander abzugrenzen, haben 
Schiner zu einer Zusammenziehung derselben in die eine Art Cec. heterobia 
H. Lw. veranlasst, welchen Vorgang er (Fauna aust. Dipt. II. p. 373) in einer 
Anmerkung mit folgenden Worten zu rechtfertigen sucht: „Ich kann zwischen 
Cec. heterobia, iteophila und terminalis keinen fassbaren Unterschied finden 
und gestehe, dass ich auch Cec. salicina von den genannten Arten kaum zu 
trennen vermag und mich nur durch das Verhalten der Larve bestimmen lasse, 

letztgenannte Art als selbständige besonders anzuführen Mag sein, dass 

Cec. iteophüa und terminalis besondere Arten sind, so lange sie aber durch 
Diagnosen nicht uuterscheiubar sind, nützt deren Anführung nichts." 

Diese Begründung seines Vorgehens enthält jedoch eine Inconsequenz. 
Während er nämlich bei Cec. salicina sich durch das Verhalten der Larve 
bestimmen lässt, sie als besondere Art anzuführen, mithin die Lebensweise 
derselben als ein für die Unterscheidung specifisches Merkmal ansieht, lässt er 
diess bei den anderen Arten ganz unberücksichtigt und beschränkt sich nur auf 
ihre körperlichen Merkmale. Abgesehen davon, dass diese Letzteren, wenn auch 
geringe, so doch Unterschiede bieten, haben die von Dir. H. Low, Winnertz, 
Dr. Giraud und A. Müller gemachten Beobachtungen gerade in Hinsicht auf 
Metamorphose und Lebensweise der genannten Gallmücken Verschiedenheiten 
dargethan, welche nach den bisherigen Erfahrungen die Annahme mehrerer 
Speeles gestatten. 

Meine eigenen Beobachtungen über die in Rede stehenden Gallmücken 
stimmen mit denen der vorgenannten Forscher vollkommen überein und bestä- 

4* 



28 



Dr. Franz Low, 



tigen somit von Neuem die Selbständigkeit von Cec. salieina, termindlis, hete- 
robia und iteophüa. 

Die BlattpolsteranschwelluiJgen, welche die Larve der Cec. salieina 
Schrk. an den Zweigenden von Salix alba L., purpurea L. u. a. Weidenarten 
hervorruft und welche Dr. Giraud in den Verh. d. zool.-bot. Ges., Wien 1861, p. 477 
Taf. 17, Fig. 3 mit gewohnter Ausführlichkeit beschrieb und abbildete, unter- 
scheiden sich wesentlich von den durch die drei letzteren Arten bewohnten 
Pllanzendeformationen, indem sie nicht wie diese Blatt- oder Knospen-Miss- 
bildungen, sondern eher Stengelgallen sind und dass sie je nur von einer Larve 
bewohnt werden, die ihre ganze Verwandlung in denselben durchmacht. 

Cec. terminalis H. Lw. scheint hingegen bloss auf Salix fragilis L. 
angewiesen zu sein, da sie bisher ausschliesslich auf dieser Weiden art beobachtet 
wurde. Ihre Larven leben zwischen den nicht besonders auffällig deforrairten, 
zusanunenschliessenden, eine 2—3 Cm. lange, spindelförmige Hülse bildenden, 
3 — 5 Endblättern (Taf. II, Fig. 2) an den Zweigspitzen der genannten Weide 
bis zu 20 und selbst mehr an der Zahl; sie verlassen zum Behufe der A'^er- 
puppung ihre Wohnung und gehen in die Erde. Nur zuweilen bleiben einzelne 
von ihnen in der Galle zurück und verpuppen sich daselbst. Die Galle wird 
schliesslich braun und dürr und fällt ab. Diess wiederholt sich im Laufe des 
Sommers. (Siehe H. Low. „Zur Kenntniss der Gallmücken" Lin. ent. 1851, V. 
375 und A.Müller „Cec. terminalis pruning the top-shoots of Salix fragilis'' 
Ent. M. Mag. 1870 — 71 VII. p. 89). In einem Thale des Wienerwaldes, dessen 
Bach vorwiegend mit Salix fragilis L. gesäumt ist, und in dem nur hie und 
da einzelne Exemplare von Salix amygdalina L. vorkommen, fand ich auf 
ersterer Weidenart die Deformationen der Cec. terminalis H. Lw. in erstaun- 
licher Menge, während sie auf *S'. amygdalina gänzlich mangelten. Von Miss- 
bildungen anderer Weidengallmücken war in dem ganzen Bereiche keine Spur 
zu entdecken. Im Herbste nach dem Blätterfalle konnte ich daselbst die Beob- 
achtung machen, dass fast an allen Ruthen- und Zweigspitzen von S. fragilis 
die Endkiio.spe, in Folge der früher daselbst stattgehabten Deformation durch 
Cec. lermimdis, fehlte. Die zuletzt von den Larven dieser Gallmücke bewohnt 
gewesenen Triebspitzen waren mit den übrigen Blättern abgefallen und lagen am 
Boden. Die Larven selbst hatten sich zur Ueberwinterung in die Erde begeben. 

Die Larven von Cec. heterobia H. Lw. finden sich in der Regel in selbst 
veranlassten Missbildungen an verschiedenen Weidenarten, doch kommen sie 
auch al« In'inilinen in den Weidenblattrosetten der Cec. rosaria II. Lw. vor. 
Alle von ihnen bewohnten Dcfonnationen haben einen gleichen Charakter. Es 
hind stetn zu schupjtenförmigen Gebilden deformirtc Pflanzentheile, zwischen 
denen die Larven ge«ellig leben. So in den männlichen Blüthenkätzchen von 
iSV amygdalina, deren niüthentheile schuppenförmig verbildet und vergrösscrt 
Mind, ho in den kleinen Blattro.srttchen an den Zweigspitzen derselben Pflanze 
und eben :o in fant unnH-rklich aufgetriebenen, einzelnen Hlattkno.spen dieser 
und anderer Weidenartm, weh h«.' im Wachsthume stehen geblieben sind und 
worin nur 2 bi» i Larven die.',er Gallmücke wohnen. Auch in den Fällen, wo 



Ueber neue und einige ungenügend gekannte Cecidomyiden der Wiener Gegend. 



29 



die Larven als Inquilinen auftreten, sind ihre Behausungen schuppenförmige 
Blattgebilde. Ihre ganze Metamorphose findet in den Deformationen auf der 
Pflanze statt, worin sie auch überwintern. (Siehe auch H. Low 1. c. p. 374). 

Cec. iteophila H. Lw., welche sich schon durch ihre geringere Grösse 
und etwas lichtere Färbung von den drei vorstehenden Arten leicht unter- 
scheiden lässt, kenne ich nur als Inquiline der Cec. rosaria H. Lw. Sie lebt 
zwischen den Schuppen der durch letztere an verschiedenen Weidenarten ver- 
ursachten, vielgestaltigen Blätterrosen gesellig, oft in grosser Menge und ver- 
wandelt sich auch daselbst. Die von Bremi aus lärchenzapfenförmigeu, auf 
Salix purpurea L. gefundenen Blätterrosen in grosser Anzahl gezogene, kleine, 
aber von ihm nicht beschriebene, sondern nur „Cec. strobilina'' benannte Gall- 
raücke dürfte mit ihr vollkommen identisch sein. 

Gallen vou noch unbekannten Gallmücken. 

Ich führe im Nachstehenden von den Pflanzendeformationen, die ich in 
der Umgebung von Wien sammelte, deren Erzeuger zu ziehen mir bisher jedoch 
noch nicht gelaug, diejenigen an, welche nach der Beschaftenheit der in ihnen 
lebenden Larven zweifellos von Gallmücken herrühren. Unter denselben be- 
finden sich: 

A. Mückengallen, welche zwar von anderen Orten her schon 
bekannt sind, von deren Vorkommen in der Wiener Gegend jedoch 
noch nirgends Erwähnung geschieht. Diese sind: 

1. Linsenförmige, gelb oder roth gefärbte Blasengallen in den Blättern 
von Viburnum Lantana L. Sie sind beiderseits flach convex, meist zahlreich 
auf jedem Blatte und werden von einer gelben GallmückeiUarve bewohnt, welche 
zur Verwandlung in die Erde geht. Man findet sie schon im Mai und dann 
bis zum Herbste, besonders häufig auf dem Haschberge zwischen Kirling und 
Weidling. Reaumur hat diese Gallen schon gekannt und in seinen Mem. HL 
p. 434, Taf. 38, Fig. 1 beschrieben und abgebildet. Er will daraus einen 
Käfer erhalten haben, was jedoch nach den jetzigen Erfahrungen auf einem 
Irrthume beruhen dürfte. Nach ihm beschrieb sie Bremi (1. c. p. 18) abermals. 
Er gibt an, die Gallmücke daraus in Menge gezogen zu haben, belegte sie mit 
dem Namen ,,Cec. Beaunmri', unterliess es jedoch, sie zu beschreiben. Die 
Mücke ist bis heute noch unbekannt. 

2. Hülsenförmig zusammengefaltete Fiederblättchen von Mosa canina L. 
Die Faltung ist in der Regel eine vollständige, so dass die gezähnten Blättchen- 
ränder fest an einander schliessen; die so gefalteten Blättchen sind aussen 
beiderseits bauchig erhaben, uneben buckelig und haben eine ziemlich stark 
verdickte Blattsubstanz. Sie werden von mehreren orangegelben Gallmücken- 
larven, welche zur Verwandlung in die Erde gehen, bewohnt und kommen in 
der Umgebung von Wien vom Mai bis zum Herbste an vielen Orten vor. 
Bremi hat diese Deformation (1. c. p. 27, Taf. II, Fig. 31) zuerst beschrieben 
und abgebildet. Die Mücke, für die er den Namen „Cec. rosae'' proponirt, 



30 



Dr. Franz Low. 



vermochte er nicht zu ziehen und sie ist auch bis heute noch unbekannt. Dir. 
H. Low beobachtete diese Rosenblattfaltungen in der Gegend von Meseritz 
sehr häufig auf mehreren Rosenarten (Siehe Lin. ent. V. 375). Nach A. Müller's 
Mittheilungen im Ent. M. Mag. VII. p. 88 kommen sie auch in England vor, 
James Hardy beschrieb in den Annais and Magazine of Natural History 
Vol. VI, 2. Serie, 1850, p. 186 eine weibliche Gallmücke, welche er auf Rosen- 
büschen in dem Momente fing, als sie eben ihre Eier in die noch ungeöffneten 
Fiederblättchen der Rosen legte. Er nannte sie Cecidomyia Rosarum und 
hielt sie für die Erzeugerin dieser Galle. 

3. Taschenförmige, etwas bauchige, aussen und innen kahle Blattfalten 
von verschiedener Grösse auf Prunus domestica und spinosa L., welche sich 
längs der Mittel- oder Seitennerven der Blätter bilden und unterseits wulst- 
artig von denselben abstehen (Taf. II, Fig. S—a Durchschnitt der Galle). Sie 
sind von dem betreffenden Blattnerven meist schwach gekielt, grün, gelb oder 
rothgefärbt und gewöhnlich einzeln, selten zu zwei oder mehreren auf einem 
Blatte. Auf der Blattoberseite bemerkt man die Anwesenheit dieser Deforma- 
tion nur schwer, indem die lange^ spaltartige OetFnung derselben fest geschlossen 
ist und nur wie ein etwas vertiefter Blattnerv aussieht. Diese Gallen, die ich 
bis jetzt nur in geringer Anzahl in der Gegend von Weidling fand, werden von 
2—10 orangegelben. 3"5 Mm. langen Gallmückenlarven bewohnt, welche schon 
gegen Ende Juni in die Erde gehen, woraus die Imagines aber erst im nächsten 
Frühlinge hervorzukommen scheinen, da ich die Larven im September in der 
Erde zwar eingesponnen, aber noch unverpuppt fand. Dieser Umstand macht 
die Zucht derselben sehr schwierig. Nach der Auswanderung der Larven aus 
der Galle ist Letztere weit klaffend und dann auch leichter zu entdecken. 
Kaltenbach fand diese Gallen auch bei Aachen und erwähnt ihrer in seinen 
nPflanzen-Feinden", p. 175. Er belegt den Erzeuger derselben mit dem Namen 
,.Cec. pruni'\ ohne ihn jedoch im geringsten zu kennen. 

4. (Gekrauste Fiederlappen der jungen Blätter von Heracleum Sphondy- 
lium L. Diese Deformation hat grosse Aehnlichkeit mit der durch Cec. pli- 
catrix H. Lw. an den Blättern von Eubus caesius L. hervorgerufenen. (Siehe 
H. Low, Dipt. Beitr. IV. p. 25 und 36, Fig. 1«.) Sie besteht in einer Con- 
striction des endständigen Blattlappens der nach jungen, gefalteten Blätter an 
einer Stelle zu beiden Seiten der Mittelrippe, wodurch jener ausser seiner nor- 
malen Faltung auch noch eine ganz oigcnthümliche in entgegengesetzer Rich- 
tung erführt, ho daws solche Ficd<!rlaj)pen ganz kraus aussehen. Den Grund 
dicHer Faltung bilden verdickte Hlattstcllen, auf denen weisse (lallmückcnlarven 
gesellig leben. Diese gehen gegen Mitte Juni zur Verwandlung in die Erde. 
Nachdem da« deformirtc Blatt von den Larven verlassen ist, öffnen sich seine 
Faltangen und e« kehrt annähernd in den normalen Zustand zurück. Die ver- 
dickten HUttstellen jedoch werden braun und dürr und fallen aus dem Blatte. 
K alten ha rh, welcher diese Deformation gleichfalls bei Aachen fand, gelang 
CH, die Galluiiirke zu ziehen; er bcKchrieb sie jedoch nicht, sondern legte ihr 
nur den Namen „Ccc. hcrdclci' bei. (Siehe K al Len biich „Die deutschen Phyto- 



Ueber neue und eiuige uasfenü^end geVannta Cecidomvidea der Wiener Gegend. 



31 



pliagen", Verb. d. nat. Ver. d. pr. Rheinlande 1862, p. 34 und Pflanzen-Feinde" 
p. 285). 

JB. Mückengallen, welche bisher noch nicht beschrieben 
wurden, nämlich: 

5. BlattrandroUungen an Lonicera Xylosieum L. (Taf. II, Fig. 4), Diese 
RoUungeu, welche sich meist nur an einer Seite der Blätter tindeu, haben 
IV4— IV2 Umgänge, sind ziemlich runzelig, aber nicht merklich verdickt. Sie 
werden je von 1 — 2 weissen, 2V2 — 3 Mm. langen Gallmückenlarven bewohnt, 
welche im Juni zur Verwandlung in die Erde gehen. Ich fand diese Deforma- 
tion am 11. Mai in wenigen Exemplaren auf dem Haschberge bei Weidling. 

6. Aehnliche BlattrandroUungen, wie die vorstehend beschriebenen, an 
den Blättern von Orohus vernus L. Sie unterscheiden sich von jenen durch 
ihre grosse Härte, welche eine Folge der ausserordentlich starken Verknorpelung 
der Blattsubstanz ist. Die einzeln darin lebende GaUmückenlarve ist gelblich- 
weiss und 2V2 Mm. lang. Diese Deformationen kommen auf der Bachleiten bei 
Weidling an schattigen Waldrändern jedoch nicht häufig vor, wo ich sie am 
28. Mai antraf. 

7. Deformirte Triebspitzen von Prunus spinosa L. (Taf. II, Fig. 5). 
Die Blätter der Triebspitzen schliesseu sich ziemlich fest übereinander und 
bilden einen länglichen Blätterknopf. Jedes einzelne Blatt ist dabei knorpelig 
verdickt, runzelig uneben, wie die Blätter des Gemüsekohls, und purpurroth 
gesprenkelt. Zwischen diesen Blättern leben weisse, 2— 27^ Mm. lange Gall- 
mückenlarven in grosser Menge gesellig, welche zur Verwandlung in die Erde 
gehen. Merkwürdig hiebei ist, dass jede derart befallene Triebspitze langsam 
fortwächst und sich die innen neu bildenden Blätter immer wieder deformiren, 
während sich die äusseren von dem Blätterknopfe ablösen und schliesslich in 
normalen Abständen (wie in der Abbildung ersichtlich) als verrunzelte Blätter 
am Zweige stehen. Ist aber eine solche Triebspitze einmal von den Larven 
ganz verlassen, so wächst sie wieder in normaler Weise weiter. Ich fand diese 
Deformationen in der zweiten Hälfte des Mai sehr häutig an den Gebüsch- 
gruppen zwischen den Weingärten von Klosterneaburg und Weidling. 

8. Deformirte Triebspitzen von Campanula rapunculoides L. Mehrere 
der an den Triebspitzen stehenden Blätter bilden einen langen, spindelförmigen 
Blätterknopf, in dem sich viele weisslich hyaline, 2V2 Mm. lange Gallmücken- 
larven gesellig aufhalten, welche zur Verwandlang in die Erde gehen. Die in 
diese Deformation einbezogenen Blätter sind nur wenig verdickt und etwas 
lichter gefärbt als die normalen. Solche missbildete Triebspitzen sterben 
schliesslich ab und werden welk und dürr. Ich fand diese Gallen in der Nähe 
von Weidling an schattigen Stellen unter Gesträuch. 

9. Kraus gefaltete Blätter von Almis glutinosa Gaert. Durch eine Con- 
striction, welche meist in der Mitte der jungen Schwarzerlenblätter eintritt, 
werden diese in ähnlicher Weise, wie vorstehend unter Nr. 4 bei den Blättern 
von Heracleum angegeben ist, eigenthümlich kraus gefaltet. Den Grund dieser 
Faltung bilden wie bei jenen verdickte Blattstellen, welche später absterben 
und braun werden. Urheber dieser Deformation sind gelbliche, 2 Mm. lange 
Gallmückenlarven, welche zur Verwandlung in die Erde gehen. Man triift diese 
Blattdeformationen vom Mai bis Juni nicht selten hie und da im Wiener Walde. 
Dr. Thomas erwähnt derselben in Giebel' s Zeitschr. f. d. ges. Natur wiss., 
Bd. 42, p. 535 und spricht daselbst schon die Vermuthung aus, dass sie von 
einem Dipteron herrühren. 



32 Dr. F. Löw. Ueber neue u. einige nn^enügentl gekannte Cecidomyidea d. Wiener Gegend. 



An Vicia cracca L. fand ich einige Male deformirte Blüthen, welche die- 
selben Abnormitäten zeigten, wie die mit den Larven der Diplosis loti Deg. 
besetzten von Lotus corniculatus L. und Medicago falcata L. Da auch die 
Larven, welche die Deformation der Vicia-Blüthen verursachen, mit denen der 
eben erwähnten Art in Farbe und Grösse übereinstimmen , so ist es wahr- 
scheinlich, dass sie dieser Art angehören. 

Aehnliche Fruchtgallen, wie sie durch Äsphondylia pimpinellae m. an 
Pimpinella saxifraga L. erzeugt werden und wie solche auch an Daucus Ca- 
rota L. und Pastinaca sativa L. gefunden wurden (siehe Verh. d. zool.-bot. 
Ges. Wien 1874 p. 157 und 326), habe ich im verflossenen Sommer ausser an 
den drei genannten Pflanzen, auch noch an Pimpinella magna L. und Toriiis 
Anthriscus Gmel. gefunden. Ob nun alle diese Gallen der genannten Asphon- 
(lylia angehören, oder ob hier noch andere Gallmücken-Arten mitwirken, bleibt 
noch zu ermitteln, 

Ebenso verhält es sich mit den an verschiedenen Umbelliferen vorkom- 
menden, von Gallmückenlarven bewohnten, knotigen Anschwellungen der Dol- 
denstrahlen, welche mit den von mir im XXIV. Bande dieser Verhandl. p. 151 
von Carum Carvi L, beschriebenen und durch Lasioptera carophila m. hervor- 
gerufenen gleichen Bau haben. Sie wurden bisher auch an Laserpitium lati- 
folium L., Daucus carota L., Toriiis Anthriscus Gmel. und vom Herrn G. R. von 
Haimh offen auf der Türkenschanze bei Wien auch auf Falcaria Rivini 
Host und Pimpinella saxifraga L. gefunden, die Mücken daraus jedoch noch 
nicht gezogen, wcsshalb es noch fraglich bleibt, ob sie auch von obiger Lasi- 
optera herrühren. 



Erklärung der Abbildungen auf Tafel II. 

Fig. 1. Ein Zweig von Asperula tinctoria L. mit einer gipfel- und einer 
achsclständigen Galle von Cec. asperulae m. a) eines der diese Galle 
zusammensetzenden, deformirten Blätter sammt der darin lagernden 
Tjarve. (Vergrössert.) 
r, 2. Eine durch Cec. terminalis H. Lw. deformirte Zweigspitze von Salix 
frag Iiis L. 

„ 'i'astlienfr>rniige Gallen auf den Blättern von Prunus domestica Tj. er- 
zfutjt durcli eine noch unbekannte Gallmücke, a) Durchschnitt der 
GallH. 

„ 4. Karulrolhiiigen an den Blättern von Jjoniecra Xylosteum L. verursacht 

durcli eine nocli unbekannte Gallmücke. 
„ 5. Deformirte 'rriebs)>itze von Prunus sjnnosa L. hervorgerufen durch eine 

no( Ii unbekannte Gallmücke. 



•) H. Brhollz (ZoitHclir. f. Kntmn. l'.rOKlau, 184!>, p. 12) beobaohtoto Rolcbe Fru('btt,'allen 
an Silaui yrntfuti» K<-hii. 

K. iNirriM (Amial. Hoc. «nl de Franco, 4. Serie, Tome X. 1S7(), |). 177) fand blasig auf- 
gittrifbciio FriK liUi an l'imphirlla maqua \,., f.nafrjiitiuvi prutJicniriim l<. und Anrthum forninulum L. 

i>r. <tuNt. Jtfayr Ui«;ilt« mir mit, daNH er im Ict'/.tcn Sommer ähnliclie (iaileu an J3u- 
pUurum /alcainm L. und 'lorUit Anthritctit Om«l. in dHr Umgebung von liaden bei Wien ge- 
funden hat. 



Africa-Tndieii. 



Darstellung der Beziehungen zwischen der africanischen und 
indo-malayischen Vogel-Fauna nebst allgemeineren Betrachtungen 
über die geographische Verbreitung der Säugethiere 

von 

August von Pelzeln, 

Custos des k. k. zoolog Hof-Cabinets. 



(Vorgelegt in der Sitzung vom 3. Februar 1875.) 

Namhafte Paläontologen und Zoologen haben die Ansicht ausgesprochen, 
dass zwischen Madagascar und den naheliegenden Inseln und dem indischen 
Archipel, nach einigen zwischen Africa und Indien einst ein nunmehr versenkter 
Continent bestanden habe. 

Gervais (Zoologie et Paleontol. fran^. 1848- 1852. 184) sagt, dass 
Madagascar durch die Eigenthümlichkeit seiner Naturproducte eher (plutöt) 
der Rest eines kleinen Continentes im indischem Meere, als eine africanische 
Insel sei. 

Wallace, in seinem wichtigen Aufsatze über die geographische Verbrei- 
tung der Vögel (Ibis, 1859. 453), bemerkt: Celebes ist in mancher Hinsicht eigen- 
thümlich und verschieden von beiden Regionen (der indischen und australischen), 
und ich bin geneigt zu denken, dass es ein sehr altes Land darstellt, welches 
in verschiedenen Intervallen mit beiden Regionen, oder vielleicht mit einem 
anderen Continente, der eine directe Verbindung mit Africa bildete, verbunden 
gewesen sein mag. Es mag auch zu einer Zeit einen Zusammenhang mit den 
Philippinen gehabt haben. All dieses ist angedeutet, durch ein eigenthümliches 
Genus von Wiederkäuern in Celebes (Anoa); durch eine Gattung von Affen, die 
auf Celebes, den Philippinen und Batchian gefunden wird und näher verwandt 
ist den africanischen Pavianen als einer der archipelagischen Species; durch 
den merkwürdigen Babirusa von Celebes, einen Typus von mehr africanischem 
als indischem Gepräge und durch einige anormale und eigeuthümliche Vögel 
und einige Hymenoptera von Celebes, welche von M. Sm.it h als identisch mit 
africanischen bestimmt wurden, wie andere mit indischen und chinesischen 
Speeles. 

Z. B. Ges. B. XXV. Abb. 5 



34 



August von Pelzeln. 



Kirk (Ibis, 1864. 312) spricht die Ansicht aus, dass die weite Aus- 
dehnung der Untiefen in der See um Madagascar und die Sechellen auf einen 
alten, nun unter der See befindlichen Continent hinweisen. 

Sclater (Mammals of Madagascar in Quart. Journ. of Sc. 1864. 216) 
gelangte zu dem Resultate, dass vor der Existenz Africas in seiner jetzigen 
Form, ein grosser Continent Theile des atlantischen und indischen Oceans ein- 
nahm, sich gegen (das jetzige) America im Westen und bis Indien und seine 
Inseln im Osten ausdehnend, dass dieser Continent in Inseln zerstückelt wurde, 
von welchen einige verbunden wurden mit dem gegenwärtigen Continent von 
Africa, und einige möglicherweise mit dem, was jetzt Asien ist, und dass wir in 
Madagascar und den Mascarenen -Inseln existirende üeberreste dieses grossen 
Continentes haben, für welchen, als den ursprüglichen Brennpunkt der „Stirps 
Lemurum", er den Namen Lemuria vorschlägt. 

A. Murray (Distrib. Mammal. 28. 29) sagt: Der Saum tertiärer Schichten 
an den entgegengesetzten Küsten Africas muss nach der Senkung abgesetzt 
worden sein, und daher muss die Küste S.Africas (und da der Saum an der Ost- 
und Westküste sich erstreckt, ganz S.Africa und Madagascar mit ihm) zuerst 
eine Senkung erfahren haben, hinreichend um die Absetzung dieser tertiären 
Schichten zu ermöglichen und dann eine spätere Erhebung, um die Schichten 
emporzubringen. Diese Tertiärablagerungen werden der oberen Miocen-Epoche 
beigezälilt; die Senkung muss daher nicht später als in der Mitte dieser Epoche 
stattgefunden haben. Die Ausdehnung des damals überflutheten Landes können 
wir nicht angeben, aber wir können schliessen, dass ein grosser Continent 
sich zwischen Africa und Indien ausbreitete. Die zahlreichen seichten Stellen 
(shoals) im indischen Ocean sind eine Andeutung davon, aber eine viel wich- 
tigere ist das Factum, dass die Faunen von Indien und Africa, mit wenigen 
Ausualimen, zu denselben Familien gehören, zu Familien welche diesen beiden 
Gebieten eigenthümlich sind. Soweit dies die Säugethiere betrifft, werden häufige 
Bestätigungen dafür in den folgenden Blättern sich finden. Dieser africanisch- 
indische Continent war begrenzt im Norden durch die Sahara-See und durch 
die See, welche nach den nummulitischen eocenen Schichten in Arabien, Persien, 
Beludschistan und späteren tertiären Schichten in N.Indieni damals diese Län- 
der bedeckt zu haben scheint. 

Alph. Milne Edwards (Compt. rend. LXV. 1867. 1121—1125) glaubt von 
den Mascarenen-Inscln, dass jene vulcanischen Kegel, welche den Kern (noyau) 
dieser im grossen Ocean zerstreuten Inseln bilden, statt sich vom Grunde des 
Meeres erhoben zu liaben, vor dem Hinabsinken (abaissement) von Land von 
beträchtlicher Ausdelinung existiit liaben, und als letzter Zufluchtsort dienten 
der zoologischen Bevölkerung der umliegenden Region, welche heute über- 
schwemmt iHt. Er sprach sich aber (ebenda LXXIV. 1872. 1030, 1031) dahin 
aii8, daH8 Madagascar nicht mit diesen Inseln in Verbindung war. 

Derselbe Geleinte führt (Rechorch. Faune ornitli. eteinte des Ues Mascar. et 
Madag. 1866 - 187.''i. 1 '!.'{) neuerlich an, dass die Inseln Mauritius, Reunion und 
Rodriguez, zur Zeit ihn r Aullindung, ein«! eigenthümliche Fauna besassen, welche 



Africa-Tndiea. 



35 



sehr merkwürdig war durch sonst unbekannte, grosse flügellose Vögel, gigan- 
tische Schildkröten, Saurier und viele andere Landthiere, welche nicht über das 
Meer gekommen sein konnten. Es scheint, dass diese reiche Thierbevölkerung 
nicht auf diesem beschränkten Eaume ihren Ursprung gehabt haben konnte und 
M. Edwards hält daher, wie bereits früher ausgesprochen, diese Inseln für 
Reste eines Continentes. Nach dem allgemeinen Charakter der ursprünglichen 
Fauna der Mascarenen könne man versichert sein, dass die präsumirten Länder 
keine dieser Stationen weder mit Madagascar oder Africa, noch mit Indien 
oder Australien verbunden haben. Die madagassische Fauna ist ganz eigent- 
thümlich, aber sie hatte mit der neuseeländischen und jener anderer Theile der 
antarktischen Region Aehnlichkeitspunkte, so dass man nicht anstehen kann, 
sie den australen Faunen zuzuzählen. Es ist daher möglich, dass sie sich einst 
mehr nach Süden ausgedehnt habe, und man findet sich hingeführt zur Idee 
eines grossen Landes, welches einst in dem Theile des antarktischen Oceans 
existirte, welcher heute durch die immensen Bänke von Seepflanzen, welche 
man mit dem Vulgäruamen Kelp bezeichnet, eingenommen wird. Gegenwärtig 
können über das Ganze der Fauna, von welcher jene der Mascarenen einen Theil 
zeigt, nur Conjecturen gemacht werden, es ist aber zu hoffen, dass wenn rei- 
sende Naturforscher die Sümpfe, Höhlen und AUuvionen (terrains meubles) der 
Crozet-Inseln, von Kerguelenland, St. Paul und einigen andern Punkten der- 
selben Region erforscht haben werden, sie fossile Reste finden werden, aualog 
jenen auf Rodriguez oder Mauritius, und dass mit Hülfe dieser Reste man die 
erloschene Bevölkerung dieser Region vollständiger reconstituiren und ihre Be- 
ziehungen mit der neuseeländischen Fauna, von welcher sie vielleicht nur ein 
Zweig war, würdigen wird können. (Auszug.) 

Dr. J. V. Haast (Ibis. 1874. 217) hält dagegen die vorliegenden Daten für 
nicht genügend, um eine Verbindung so entfernter Inselgruppen (wie Neu-Seeland 
und die Mascarenen oder Madagascar) anzunehmen und glaubt dass Neu-Seeland, 
wenn auch einst vielleicht von grösserer Ausdehnung, nie mehr als ein oceani- 
sches continentales Eiland, vom zoologischen Gesichtspunkte aus, gewesen sei. ^) 

Verschiedene Zoologen haben bereits die Beziehungen zwischen der afri- 
canischen und indischen Fauna hervorgehoben. So Pucheran: Esquisse sur 
laMammologie du Continent africain in Rev. de Zool. 1855 u. 1856, und Murray, 
Distrib. Mammal. 108 hinsichtlich der Säugethiere; Hartlaub: Ornith. W.Africas, 
Einleitung XIV. und Beitr. Fauna Madag. 10, und Elwes: On the Geographical 
Distribution of Asiatic Birds in Proceed. Zoologie. Society 1873. 645 hinsicht- 
lich der Vögel. 

Diese Beziehungen näher zu betrachten, und ähnliche in dem gesammten 
Umfange der Ornithologie aufzusuchen, dieselben in eine Uebersicht zu bringen 
und die hieraus sich ergebenden Folgerungen zu ziehen, war die Bestimmung der 
vorliegenden Arbeit. Es schien hiebei unerlässlich auch theilweise die austra- 



1) Atweichende Ansichten hierüber hat Capt. F. W. Hutton entwickelt. (Geographical 
Relatioüs of the New-Zealand Fauna in Transact. N. Zeal. Inetit. V. 1872. 227. 

5* 



36 



August von Pelzeln. 



lische Fauna iu Betracht zu ziehen. Bei den Zusammenstellungen habe ich 
Gray's Haud List of Birds zu Grunde gelegt. 

Uebersicht jener Gruppen und Arten, welche eine Beziehung 
der Ornis Africas, Madagascars und der benachbarten Inseln 
mit der indischen, malayischen und australischen Fauna an- 
deuten. 1) 

Gyps africanus Salv. {moschatus Fr. Württ.) aus NO.Africa dürfte kaum 
vom indischen G. bengalensis (Lath.) verschieden sein. 

Die Gattung Polioliier ax besteht aus zwei Arten: F. semitorquatus Sm. 
in NO. und SO.Afiica und P. insignis Waiden, in Burmah. 

Ebonso Chicquera mit Ch. ruficollis Sw. in W. und NO.Africa und 
Ch. typiis Bp. in Indien. 

Ebenso Machaerhamphus mit M. Ander soni Gurney vom Üamara-Land 
und M. alcinus Westerm. aus Malacca. ^ 

Baza cuculoides (Swains.) ist in W.Africa heimisch, B. Verreaiixi (Lafr.) 
in P. Natal, B. madagascariensis (Sm.) in Madagascar und Nossi-be; 
die übrigen Arten gehören N.Australien, N.Guinea, den austro-malayischen 
und Sunda-Inseln, Malacca, Ceylon und Indien an. 

Ninox madagascariensis Bp. ist ein Vertreter dieser Gattung in Mada- 
gascar, während die übrigen Species in Japan, China, Celebes, den Sunda- 
Inseln, Andamanen, Malacca, Ceylon und Indien zu Hause sind. Schlegel 
und Pollen (Ptech. Faun. Madag. 137 und 156) halten den Vogel von 
Madagascar für identisch mit der östlichen hirsuta. 

Scops manadensis Quoy et Gaim. kommt einerseits in Madagascar (und 
Mayotte?), andererseits auf Celebes, den Sula-Inseln, der Insel Siao der 
Sanghir- Gruppe und Flores vor. (Vgl. Pollen und Schleg, Rech. 
Faune Madag. 48, L. Waiden in Transact. Z. S. VIII. p. 2. 1872. 40, 
Schlegel, Mus. Pays-bas Rev. Ois. de proie 1873. Notuae J2). Ein 
von M. Grandidier aus Madagascar erhaltenes Exemplar habe ich mit 
einem von Dr. A. B. Meyer aus dem Osten mitgebrachten verglichen 
und selbe übereinstimmend gefunden. 

Collocalia francicu (Gm.) lebt auf Mauritius und Bourbon. Die Collo- 
calicn bilden eine für die malayische und australische Inselwelt (bis Ncu- 
Guinea) und Polynesien charakteristische Gruppe, welche auch in Indien 
noch sparsam repräsentirt ist.^) 

Die Gattung üromitus zählt in NO.Africa JJ. ruficeps (Licht.), in 
SO.Africa U. atrocoerulea (Sundev), in Indien U. filifera (Steph.) 

Coraciaa ist ausser Africa (und der auch in das paläarktische Gebiet reichen- 
d«?n C. garrula) xwiv in Celebes, nurmah und Indien vertreten. 

Hiob«i iiin'l ni<:ht bftrricVsichtijft wor^Ioti: Arton, wf-lche der paliiarktiHchen Kegion 
äf,((Mi'.r^n, wie vi<iU) Rauliv«'»];«!, »olchfi, waIcIio nur im /u^e Africa berühren, win z. B. Krißliro- 
pu$ arnurtn$lt, «n'Ilirh diu weit verbreiteten und vv.indornden Strand- und viele Hchwiminvögel. 

Nach L. Waiden (lbin lf<74. 1J)2) iot C. fruncicn von den Hecbellen, MauritiuH und 
R«unioo idi-ntiHch mit Vögeln von den Andaniunen, von Hikini und Ceylon. 



Africa-Indien. 



37 



Eurystomus gularis V. und h. afer (Lath.) finden sich in W.Africa, 
E. glaucu rus Müller in Africa, der Insel Pemba, Madagascar, Xossi-be', 
Nossi-folie, Bourbon, vielleicht auch Mauritius; die übrigen Arten von 
Australien und Neu-Guinea bis Indien und Ceylon. 

Von den Trogoniden der alten Welt treffen wir Apalo derma NarinaN. 
in Süd- und A. Co nsta ntiae ■) in W.Africa, alle übrig-n auf den 
Philippinen, Malacca, den Sanda-Inseln und in Indien. 

Halcyon chloris (Bodd.) der auch an der Ostküste Africas vorkommt, ist 
über Oeeanien und die malayische Inselwelt weit verbreitet. Im Osten 
ist er auf Neu-Guinea, den Molukkon, Philippinen, Su!:da-Inseln, Hinter- 
und, Vorder-Indien heimisch. 

Die Gruppe der Kectarinien (Subfamilien Nectarininae, Promeropinae und 
Arachnotherinae in Gray's Hand List) verbreitet sich über ganz Africa 
(auch Palästina). Madagascar, Mayotte, Joanna, die Sechellen, anderer- 
seits von N.Australien und Neu-Guinea über den Archipel bis Ctiina und 
Indien. (Eine Art N. flav igastra Goold ist von Neu-Irland). 

Pholidornis Rushiae Cassiu vortritt in W.Africa die Dicaeen, welche sich 
von Polynesien und Neu-Guinea über die Inselwelt bis Indien erirtrecken. 

Zosterops , dieser westliche Au-läufer der für die australische Region so 
charakteristischen Moliphagiden reicht von Polynesien, Neu- Seeland und 
Australien nach den Philippinen, Japan, China, tlen Sunda-Inseln und 
Indien, aber auch nach Continental-Africa, Madagascar, Mauritius, B'^ur- 
bon, Mayotte und die Sechellen. Die Gattung ist in Africa durch meh- 
rere Arten, auf Madagascar durch Z. madagascar iensis L., oliva- 
cea Gm. und horhonica Bodd., auf Mauritius durch mauritanica Gm. 
und curvirostris Bl.?, auf Bourbon durch Z. haesitata Hartl und 
mauritanica, auf Mayotte durch mayotte nsis Pollen, auf den Sechellen 
durch modesta E. Newton und semi flava E. Newt. vertieten. 

Die africanische Gattung Tliamnohia hat au Th. camhaiensis einen Reprä- 
sentanten in Indien. 

Saxicola deserti Rüpp. kommt sowohl in NO. Africa als in Indien (atrogu- 
laris BIJ vor. 

Copsychiis Pica Natt, ist in Madagascar zu Hause, die übrigen Arten auf 
den Philippinen, Sunda-Iuseln, in den malayischen Ländern, Ceylon und 
Indien, Gervaisia albispecularis Eyd. et Gerv. von Madagascar und 
G. Sechellarum E. Newt. von den Sechellen sind Copsychus sehr 
nahe verwandt und kaum davon zu trennen. 

Die Familie Eupetidae hat nur auf Madagascar in d^r Gattung Mesites 
und in Sumatra und Neu- Guinea in Eupetes und Ajax Reprä- 
sentanten. 

Die Familie Pycnonotidae ist mit wenigen Ausnahmen ^in Japan, Australien, 
Neu-Seeland) indo-malayisch und africanisch. 



1; Sharpe und Ussher, Ibis 18 1 2. 181. 



38 



August von Pelze In. 



Die Gattung Pycnonotus ist Africa, dann Indien, Hinter-Indien 
und Sumatra gemeinsam und nur dort voriianden. 

Von Hypsipetes kommen in Madagascar H. madagascariensis, 
auf Mayotte dieselbe Art, auf Bourbon H. horbonica, auf Mauritius 
H. olivacea Jard. et Selby, auf den Sechellen H. crassir ostris 
E. Newt, vor; die übrigen Speeles in China, auf Formosa, den Philip- 
pinen, Sunda-Inseln, Hinter-Indien, den Nicobaren, Ceylon und Indien, 

Tylas JEdwardi Ila,vtl auf Madagascar sieht Hypsipetes sehr nahe. 

Auch Phyllastrephus (cap ensis Sw. von S, Africa und sene- 
gallus Müll, von W, Africa) ist in naher Beziehung zu Hypsipetes. 
Criniger ist einerseits in W, und S. Africa (Subgenera: Ixonotus, 
Baeopogon, Pyrrhurus, Trichites, Hypotrichas, Xenocichla, 
Macr osphenus), andererseits auf den Molukken, Sula, Sunda-Inseln, 
in Hinter-Indien, Ceylon und Indien vertreten. 

Die nahe verwandte Bernieria (B. madagascariensis Gm. und 
B. minor Bp.) ist Madagascar eigenthümlich. 

Andropadus mit acht africanischen und einer madagascarischen 
Art (A. insular is Hartl) nähert sich Criniger in bedeutendem Grade, 

Argyia Acaciae Rüpp. aus NO, Africa und A. squamiceps 
Rüpp, aus Arabien (auch der äthiopischen Region angehörig) haben 
ihren einzigen Gattungsverwandten A. Malcolmi Sykes in S.Indien, 
alle stehen übrigens den indischen Malacoc er cus- Arten sehr nahe. 

Chatarrhaea rubiginosa Rüpp. ist aus NO. Africa, die übrigen 
Speeles sind aus Indien, Burmah und Palästina. 

Crateropus (nur C. Salvadorii Def. stammt aus Persien), dann 
die Subgenera: Ischyropodus, Hyper gerus und Cichladusa sind 
ausschliesslich africanisch. 
Die Familie Dicruridae, welche von Polynesien, Australien und Neu-Guinea 
über die iftdo-australische Inselwelt bis in die malayischen Länder und 
Indien verbreitet ist, zählt in Africa folgende Gattungen: 

Dicrurus (7 sp.) in S., SW. und NO. Africa; Z>. Waldeni Pollen et 
von Dam in Mayotte. 

Edolius (forficatus L.) im Zambeseland und Madagascar. 

Melaenornis (edolioides Sw. und Ludwigi Sw.J in W. u. S.Africa. 

Melanopepla (einzige Art pammelaena Stanley). 

Bradornis (4 sp.) S. und NO. Africa. 

Sigelus (3 sp.) S. und W. Africa. 

Die letzten fünf Gattungen sind ausschliesslich africanisch. 
Die Ar tamidae, welche über Polynesien, Australien, Neu-Guinea und die 
Inselwell sich ausdehnen, in Indien noch sparsam repräsentirt sind, und 
zu den Charakterformen Oceaniens gehören, sind in W. Africa durch 
Fseudochelidon eury stomina vertreten, in Madagascar durch die 
dieser Inael eigenthümlicheu Genera amia, Leptoplerus, Cyano- 
l antun und Oriolia. 



Africa-Tndien. 



39 



Die Oriolidae, welche von Australien und Neu-Guinea bis Indien reichen, 
(und auch eine Art in das paläarktische Gebiet aussenden) besitzen in 
Africa mehrere Speeles von Oriolus. 

Die Pittidae erstrecken sich ebenfalls von Australien und Neu-Guinea durch 
den malayischen Archipel bis Japan und Indien, und haben in W.Africa 
einen Vertreter an Pitta angolensis V. In Madagascar sind sie 
durch Philepitt a (castanea Müll, und Schlegeli Poll.) repräsentirt. 

Die Gruppe der Äegithinidae oder Timaliidae bildet eine Charakterform 
Indiens und besonders der malayischen Gegenden, und besitzt nur wenige 
Ausläufer in China, Formosa, Celebes, den Mollukken, Neu-Guinea. In 
Africa finden sich Dry mocataphus Cleaveri Shelley^) (die anderen 
Arten von Brymocataphus gehören Malacca, den Sunda-Inseln und Cey- 
lon an), ferner Lioptilus nigricapillus V. in S.Africa, drei Arten 
von Alethe in W.Africa und Illadopsis fulvescens (Gass.), eben- 
falls in W.Africa. 

Die Gattung Tchitrea hat ihren Verbreitungsbezirk einerseits in Continental- 
Africa (10— 12 sp.) Madagascar (mutata Gm., caudata Müll.), Nossi- 
be, Nossi-folie (mutata), Mauritius (bourbonnensis) , Bourbon (hourhon- 
nensis), Mayotte (mutata), den Sechellen (corvina E. Newton), anderer- 
seits in Indien, Malacca, Java, China, Japan, Corea. 

Die Subfamilie der Campephaginae reicht von Polynesien, Neu-Seeland, 
Australien und Neu-Guinea über den Archipel bis Indien und spielt in 
der Ornis Oceaniens eine bedeutende Kolle. Sie besitzt aber auch in 
Africa, Madagascar und den Mascarenen Vertreter in den diesen Gegen- 
den eigenthümlichen Gattungen: 

Cehlepyris (caesia Licht. S.Africa, pectoralis Jard. und Selby 
W. u. 0. Africa, frenata Heugl. 0. Africa, cinerea Müll. Madagascar). 

Campephag a (nigra S. und W.Africa, quiscalina Finsch 
W.Africa). 

Cyrtes (phoenicea Lath. SW. und 0. Africa, melanoxantha 
Licht. SO. Africa). 

Lohotos (lohata Temm. W.Africa). 
Cyanograucalus (azureus Cass. W.Africa). 
Oxynotus (rufiventer Cuv. Mauritius, Newtoni Poll. Bourbon). 
Die Subfamilie der Pachycephalinae, so charakteristisch für Polynesien, 
Australien und den iudo-papuanischen Archipel, werden in W.Africa durch 
die den Pardaloten nahestehende Parmoptila Woodhousei Cass., 
in Madagascar durch Calicalicus madagascar iensis (L.) vertreten. 
Lanius Lahtora (Sykes) kommt ausser Indien in NO. und 0. Africa vor. 2) 
Cryptorhina (Ptilostomus) mit den beiden Arten afra (L.) und poe- 
cilorhyncha Wagl. von W. und NO. Africa scheint die malayischen 

^) Ibis 1874. 89, wo ausdrücklich auf diesen merkwürdigen Fall des malayischen Elementes 
in der Avifauna W.Africas hingewiesen wird. 

Finsch und Hartl. Vög. O.Africas 328. 



40 



August von Pelzeln. 



(theilweise auch indischen) Gattungen Temnurus, Dendrocitta und 
Crypsirhina zu vertreten. 
' Die Subfaniilie luidinae bietet eine merkwürdige Vertheil ang. Üeber Poly- 
nesien bis Neuseeland und Australien breitet sich Aplonis aus, von 
Polynesien, Australien und Neu-Guinea reichen die Calornis- Arien 
über die Inselwelt bis zu den Philippinen, Java, den Nicobaren und Ma- 
lacca (das Vorkommen von C. mauritiana auf Mauritius ist zweifel- 
haft), Celebes besitzt die Gattungen Enodes und Scissirostrum, 
der Himalaya Saraglossa, Msiäsigdiscsiv Ha rtlauhi us, die Insel Bour- 
bon Fregilupus. Continental-Africa endlich ernährt die z. Th. zahl- 
reichen Arten von luida, Lamproeolius , Pholidaug es , Ony- 
chog nathus , Notauges, Nah ourupus, Ämydrus, Pilorhinus 
und Oligomy drus. Nur Ämydrus Tristrami lebt in S.Palästina, 
ist aber wie einige andere Formen dieses Landes nur als ein Ausläufer 
der äthiopischen Ornis zu betrachten. 

Die Subfamilie Ploceinae ist in Africa in grosser Zahl und Mannigfaltigkeit 
heimisch und bildet einen wesentlichen Charakterzug der Avifauna dieses 
Continentes. Auch auf Madagascar und den benachbarten Inseln finden 
sich Vertreter derselben. Aber auch in Indien, Ceylon, den Philippinen 
und den malayischen Ländern ist diese Gruppe durch die Gattung Ploceus 
repräsentirt, deren Arten besonders dem madagascarischen Ploceus saTca- 
lava Harth und auch dem derselben Insel ang''hörigen Nelicurvius 
(Ploceus) pensilis nahe stehen. 

Von der Sulifaniilie Spermestinae ist ein sehr grosser Theil africanisch und 
Hypargos auf Madagascar heimisch, aber von den Estrelden ist die 
Gattung Ämandava von Timor bis Indi-n verbreitet, Pytelia for- 
musa Lath. wird als indisch angoführt, die Gattungen Aidemosyne, 
Bathilda, Emhlema und Neochmia sind australisch. 

Von den Amadinen sind mehrere Arten in Africa und Lepido- 
pygia in Madagascar zu Hause, aber diese Gruppe reicht andererseits 
von Polynesien, Australien und Neu-Guinea über die papuanisehen und 
malayischen Inseln bis nach Indien. 

Die wesentlich africanische Gattung Pyrrhulauda ist in Indien und Ceylon 
durch P. grisea (Scop.) und P. affinis Bl. vertreten. 

Die Familie liuccrotidae reicht von Neu-Guinea über die pajtuanischen und 
malayischfn Inseln bis zu den ?]ii!ij)pincn und nach Indien und bat ausser- 
dem nur in Africa liepräsentanten. 

Die indo-mahiyischc Gattung Palaeornis ist in Africa durch den mit Indien 
gemeiiiBamen P. torquatus (docilis Y.), in Mauritius durch P. eques 
(Bodd.), auf den Sochellen durch P. Wardi E. Newton und auf Uodri- , 
guez durrh 7^ cxsul A. Newton'; vertreten. 



Africa-Iudien. 



41 



Die sonst ausschliesslich indo-malayische Subfamilie Megalaiminae besitzt 
in Africa die Gattungen Buccanodon, Stictolaema, Barbatula, 
Xylohucco, Gymnohiicco, Trachyphonus. 

Die malayische Gattung Sasia ist in W.Africa durch Ve^'reatixia africana 
Verr. ersetzt. 

Die sonst für Africa charakteristische Subfamilie Indicatorinae hat merk- 
würdigerweise in Indien einen Vertreter Indicator xanthonotus B\. 
(für den M. Hume die Gattung Pseudofringüla errichtet hat), und einen 
anderen in Borneo an Indicator archipelagicus Temm. 

Dagegen ist die indo-malayische (auch auf Celebes sich ausdehnende) Subfamilie 
Phoenicophainae in Africa "durch Ceuthmochar e s (aereus in 
S.Africa und Madagascar, C. flavirostris (in W.Africa) repräseutirt. 

Die Subfamilie Centrop odinae besitzt in Australien Polophilus, in Poly- 
nesien, den papuanischen und malayischen Inseln und den Philippinen 
Nesocentor, auf Celebes und den Philippinen Pyrrhocentor, den 
Philippinen, Timor, malayischen Inseln, Hinter- und Vorder-Indien, Ceylon, 
China, Formosa Centr ococcyx, auf Madagascar Corydonyx, in Con- 
tinental- Africa Centropus. 

Die Gattung Chrysococcyx (Lamprococcyx Cab. H., LampromorphaB-p.) hat 
ihre Verbreitung einerseits in Neu- Seeland, Australien, Neu- Guinea, Mysol, 
Amboina, Borneo, Siam, Java, andererseits in Africa. (7 Arten.) 

Dem africanischen Coceystes glandarius (L.) entspricht in Indien C. co- 
r omandus (L.). 

Die Gewürztauben (Treron mit Einschluss der in neuerer Zeit abgetrennten 
Gattungen) reichen (abgesehen von einigen Ausläufern in Polynesien) 
von den Molukken, Timor und Celebes über die malayitchen Inseln und 
Länder bis Indien und Ceylon und erscheinen dann wieder in Madagascar 
und Nossi-be (T. australis) und in Continental- Africa (Phalocro- 
treron 5 Sp.). 

Ptilonopus (die verwandten modernen Genera eingeschlossen) reicht von 
Polynesien, Australien und Neu- Guinea über das papuauische Gebiet, die 
Philippinen und Sunda-Inseln bis Malacca und erscheint wieder auf 
Madagascar und den benachbarten Inseln. Es kommen dort vor: auf 
Madagascar Pt. (Erythrolaema) pulcherrimus, Pt. (Funingus) 
madagascariensis, auf Mauritius Pt. (Alectroenas) nitidissi- 
mus, auf den Comoren (Anjuan, Mayotte) Pt. (Funingus) Sg ansini, 
auf den Sechellen P^. (Erythrolaema) pulcherrimus, Pt. (Funin- 
gus) Sganzini. 

Geopelia striata (L.) kommt auf Java, Lombok, in China, dann auf Mau- 
ritius undBourbon vor. Schlegel und Pollen (Rech. Faune Madag. XVI.) 
betrachten diese Art in den zwei letzten Fundorten als eingeführt, aber 
ohne einen Nachweis dafür zu liefern. 

Die africanischen Francoline haben ausser dem in die paläarktische Region 
reichenden jPra WC in WS Repräsentanten in Indien, Siam und 

Z . B. Ges. B. XXV. ALh. 6 



42 



August von Pelzein. 



China und auf den Sunda-Inseln lebt die verwandte Bhizothera 
longirostris (Teuiin). Francolinus pintadeanus Scop. (mada- 
gascariensis) auf Mauritius und Bomhon nndi Fr. 2^onticerionus [Gm.) 
auf Mauritius, Bourbon und Madagascar werden von Schlegel und 
Pollen (a. a. 0. XVII.) aber ohne Nachweis für eingeführt gehalten. 

Von der Gattung Tiirnix, welche eine Speeles auch in das paläarktische 
Gebiet vorschiebt, kommen von Australien bis Indien, dann in Africa 
Arten vor, eine (T. nigricollis Gm.) auch in Madagascar. 

Bei den früher in Madagascar heimischen Äepyornis-Arien dürfte eine ge- 
wisse Verwandtschaft mit papuanischen und australischen Casuaren und 
Dromaeus, ja auch mit den Moas immerhin anzunehmen sein. Die frühere 
Existenz dieser Vögel, so wie die erloschenen Formen auf den Mascarenen 
deuten auf eine einstige grössere Landausdehnung hin. 

Die Otididae gehören grosstentheils Africa an, doch finden sich in dem palä- 
arktischen Gebiet 2—3 Arten, eine in Australien und vier in Indien; 
der indische Houbara Macqueeni wird in N. Africa durch H. un- 
dulata (Jacq.) repräsentirt. 

Cursoriiis (mit Bhinoptilus Strickl.) ist Africa, von wo aus C. gallicus bis 
Europa hinüberreicht, und Indien ( C. coromandelicus Gm. und bitorqua- 
tus Jerd.) gemeinsam. 

Ciconia episcopus (Bodd.) kommt in N.Africa, dann in Indien, auf Java 
und Sumatra vor. 

Die Marabus (Leptoptilus) sind auf Africa, Indien und die Sunda-Inseln 
beschränkt. 

Von den beiden Anas to 771 us- Arten lebt eine (lamelligerus) in Africa, die 

zweite (oscitans Bodd.) in Indien. 
Ihreskiornis ist in Australien, Indien, Java, Madagascar und Africa vertreten. 
Dromas ardeola Payk. ist Indien, Madagascar, den Sechellen und N.Africa 

gemeinsam. 

Orty gometra (Litnnocorax) flavirostris Sw., die in W. und Central- 
Africa heimisch ist, wurde durch Dr. A. B. Meyer auch auf Celebes 
gefunden. ') 

Podica von welcher drei Arten in Africa leben, hat in P. personata Gray 

einen Vertreter in Burmah. 
Phoenicopterus antiquorum Temm. und Ph. minor J. Geoffr kommen 

sowohl in Africa als Indien vor. 
Sarkidiornis melanonota Penn, ist in Indien, Africa utul Madagascar 

h^'imiHch, 

N (t 1 1 upuH findet hIcIi in Africa, Madagascar und Noasi-bc (auritus BodJ.), 
in Indien und 'J'fnasHeritn (coromandelicus L.) und in Australien 
(pulchelluH Gotild, alhip cnnis Gould. 2) 

») Joorn. fßr Ürnith. 1873. 40.0. 

') lias Vorkoirinien Tnn JJ <• n f/ r <>' ,/(/ n n / u I v a ((3ni.) in Africa iiiiri Imlioii, iHt nicht iti 
lii-no Kat(;((orie zu »ttfllnn, da diAH«? Art im (Ii in AiiiHrica heimisch int. 



Äfrica-Indien 



43 



Plotus melanogaster (Gm.) kommt auf Madagascar und Nossi-be vor. 
Schlegel und Pollen (Rech. Faune Madag. 137) heben das merk- 
würdige Factum hervor, dass der Anhinga Madagascars zur indischen 
(und australischen) Art und nicht zur africanischen gehöre. 
Nachdem die einstige Verbindung Madagascars und der Mascarenen mit 
dem Osten bestritten wird, namentlich eine so gewichtige Autorität wie Pro- 
fessor A. Milne Edwards sich dagegen ausgesprochen hat, so dürfte es zweck 
mässig erscheinen, das folgende gesonderte Verzeichniss beizufügen. 
Gruppen und Arten, welche eine Beziehung der Ornis Madagascars und der 
benachbarten Inseln mit der indischen, malayischen und 
australischen Fauna andeuten : ^ 
Baza madagascariensis (Sw.) Madagascar, Nossi-be. 
Ninox madagascariensis Bp. Madagascar. 
Scojys manadensis (Q. et G.) Madagascar, Mayotte? 
Collocalia francica (Gm.) Mauritius, Bourbon, Madagascar, 
Eurystomus glaucurus Müll. Madagascar, Insel Pemba, Nossi-be, Nossi-folie, 

Bourbon, Mauritius? 
Zosterops haesitata Harth Bourbon. 

— mayottensis Poll. Mayotte (Comoren). 

— modesta E. Newt. Sechellen. 

— semiflava E. Newt. Sechellen. 

— mauritanica (Gm.) Mauritius, Bourbon. 

— curvirostris Bl.? Mauritius. 

— madagascariensis (L.) Madagascar. 

— olivacea (Gm.) Madagascar. 

— borbonica Bodd. Madagascar. 
Copsychus Pica Natt. Madagascar. 

Gervaisia albispecularis Eyd. et Gerv. Madagascar, 

— sechellarum E. Newton Sechellen. 
Mesites variegata Geoffr. (unicolor) Madagascar. 
Hypsipetes madagascariensis (Müll.) Madagascar, Mayotte. 

— borbonica (Gm.) Bourbon, 

— olivacea Jard. et Selby. Mauritius. 

— crassirostris E. Newton Sechellen. 
Tylas Edwardi Harth Madagascar. 
Bernieria madagascariensis (Gm.) Madagascar. 

— minor Bp. Madagascar. 
Andropadus insularis Harth Madagascar. 

Dicrurus Waldeni Pollen et van Dam Mayotte, Anjuan? 
Edolius forficatiis (L.) Madagascar. 
Artamia viridis (Müll.) Madagascar. 
— rufa (L.) Madagascar. 

1) Grösstentlieüs nach Hartl. Ornith. Beitr. Fauna Madag. 1861, Schlegel und Pollen 
Rech. Faune Madag. und Gray's Hand List. 

6* 



44 



August von Pelzein. 



Leptopteriis viridis (Gm.) Madagascar. 
Cyanolanius bicolor (L.) Madagascar, 
Oriolia Bernieri J. Geoffr. Madagascar. 
Philepitta castanea Müll. Madagascar. 

— Schlegeli Poll. Madagascar. 

Tchitrea mutata (Gm.) Madagascar, Nossi-be, Nossi-folie, Mayotte. 

— caudata Müll. Madagascar. 

— bourhonnensis (Müll.) Mauritius, Bourbon. 

— corvina E. Newt. Sechellen. 
Ceblepyris cinerea (Müll.) Madagascar. 
Oxynotus rufiventer Cuv. Mauritius. 

— Newtoni Poll. Bourbon. 
Calicalicus madagascariensis (L.) Madagascar. 
Calornis mauritiana (Gm.) Mauritius (zweifelhafte Art). 
Hartlaubius auratus (Müll.). 

Fregilupus varius (Bodd.) Bourbon. 
Ploceus pensilis (Gm.) Madagascar. 

— sakalava Hartl. Madagascar. 

Foudia madagascariensis (L.) Madagascar, Mauritius, Bourbon. 

— erythrocephala (Gm.) Mauritius. 

— eminentissima Bp. Madagascar. 

— flavicans Newt. Insel Rodriguez. 

— sechellarum E. Newt. Sechellen. 

— algondae Poll, et Scbl. Mayotte. 

— comorensis Gab. Johanna. 

— borbonica (Gm.) Bourbon. 

Hypargos (Habropyga) margaritata Strickl. Madagascar. 
Lepidopygia nana Puch. Madagascar. 
Palaeornis eques (Bodd.) Mauritius. 

— Wardi E. Newt. Sechellen. 

— exsul A. Newt. Insel Rodriguez. 
Ceuthmochares (Zanclostornus) aereus Vieill. Madagascar. 
Corydonyx (Centropus) toulou Müll. Madagascar. 

Lafrcsnayanus J. Verr. Madagascar. 
Treron australis Mont. Madagascar, Nossi-be. 

Ptilonopus (Erythrolaema) pulcherrimus Scop. Sechellen, Madagascar. 

— ( Alectroenas) nitidissimus Scop. Mauritius. 

— (Funingus) madagascariensis L. Madagascar, Nossi-be. 

— Sganzini Verr. Ins. Johanna (Sechellen), Anjuan, 
Mayotte (Comoren). 

Geopelia striata (Ii.) Madagascar, Mauritius \ 

FrancolinuH pinladeanus Scop. Mauritius, Bourbon f nach Schlegel und 
ponticerianus ((im.) Mauritius, Bourbon, j Pollen eingeführt. 
Madagascar ] 



Africa-Indien. 



45 



Turnix nigricolUs (Gm.) Madagascar. 
Threskiornis Bernieri Bp. Madagascar. 
Dromas ardeola Payk. Madagascar, Sechellen. 

Aphanapteryx Broeckii und Herberti, welche nach M. Edward's Forschungen zu 

den Rallen gehörten. Mauritius. 
Sarkidiornis melanonota Penn. Madagascar. 
Plotiis melanogaster (Gm.) Madagascar, Nossi-be. 

Nach den vorliegenden Materialien zeigen sich folgende Ergebnisse: 

Familien, welche sieh von Australien (z. Th. auch Polynesien) über die 
Inselwelt bis zu den Sunda-Inseln und Indien erstrecken und in 
Africa, Madagascar oder den benachbarten Eilanden wieder auf- 
treten, somit der australischen, indo-malayischen und äthiopischen 
Region gemeinsam und eigenthümlich sind: 

Nectarinidae (Subfamilien: Nectarininae, Promeropinae, Arachotherinae nach 
Gray's Hand List). 

Meliphagidae (durch den westlichen Ausläufer Zosterops). 

Eupetidae (westlich Madagascar, östlich Sumatra und Neu-Guinea). 

Pycnonotidae. 

Dicruridae. 

Artamidae. 

Oriölidae (nur eine Art als Zugvögel im paläarktischen Gebiet). 
Pittidae. 

Aegithinidae (östlich nur bis Neu-Guinea reichend). 
Bucerotidae. 

Subfamilie derselben Verbreitung: 

Campephaginae. 

Pachycephalinae (Parmoptila W.Africa, Calicalicus Madagascar). 

luidinae. 

Spermestinae. 

Phoenicophainae (östlich nur bis Celebes). 

Centropodinae. 

Treroninae. 

Turnieinae (mit einem Ausläufer auf paläarktischem Gebiet). 

Africanisch- indische Familie, 

Dromadidae. 

Subfamilien, welche einerseits indo-raalayisch, andererseits africanisch sind 



Ploceinae. 
Megalaiminae. 



Indicatorinae. 
Anostomatinae. 



46 



August von Pelzeln. 



Einzelne Gattungen, welche in der äthiopischen Region östliche Typen 

repräsentiren : 

Oestlich : 



Westlich: 
PhoUdornis Africa. 

Cryptorhina Africa. 



Verreauxia Africa. 



Dicaeum, Polynesien und Neu-Guinea 

bis Indien. 
Temnurus i 

Dendrocitta \ indo-malayisch. 
Crypsirhina ) 
Sasia, malayisch. 



Gattungen, welche einerseits der australischen und indo-malayischen, anderer- 
seits der äthiopischen Region angehören: 

Amadina s. l. 



Baza. 
Collocalia. 
Eurystomus. 

Dicrurus sensu latiori. ^) 
Edolius s. l. 

Oriolus (mit einem Ausläufer auf 

paläarktischem Gebiet). 
Pitta. 

Estrelda s. l. 



Chrysococcyx. 
Treron s. l. 
Ptilonopus s. l. 

Turnix (mit einem Ausläufer auf 

paläarktischem Gebiet). 
Threskiornis. 
Nettapus. 



Gattungen, welche einerseits der indo-malayischen, 
sehen Region angehören : 



andererseits der äthiopi- 



Poliohierax (eine Art Africa, eine 
Burmah). 

Chicquera (eine Art Africa, einelndien). 
Mdchaerhamphus (eine Art Damara- 

Land, eine Malacca). 
Ninox (östlich bis Celebes). 
Uromitus (zweiArten Africa,eine Indien). 
Coracias (eine Art in das paläarktische 

Gebiet reichend; östlich bis Celebes). 
Thammhia. 
Copsychus. 
Pycnonotus. 
IlyjmjteteH. 
Criniger. 
Anjya 

JJrymocataphuM. 
Tchitrea. 



Ploceus. 
Pyrrhulauda. 
Palaeornis. 
Indicator. 

Zanclostomus s. l. (Ceuthmachares 
Africa — Zanclostomus, Taccocua, 
Uhododytes östlich). 

Coccystes. 

Francolinus (eineArt auf paläarktischem 
Gebiet). 

Cursorius (eine A rt auf paläarktischem 

Gebiet). 
Leptoptilus. 

Anastomus (eine Art Africa, eine Indien). 
Uromas (die einzige Art in Africa, auf 

Madagascar, den Sechellen und in 

Indien). 



'/ i»t mit Kiribchliiht» (l«r in <\i-r Hand I^IhI aulijeliiliiton Subgenera. 



Africa-Indien. 



47 



Species, welche Gegenden der äthiopischen und indo-malayischen Region in 

manchen Fällen auch von Celebes und selbst Australien gemeinsam sind: 
Gyps hengalensis Africa — Indien. 

Ninox hirsuta? (madagascariensis) Madagascar — O.Asien. 

Scops manadensis Madagascar — Celebes, Sula- und Sanghir-Inseln, Fiores. 

Halcyon chloris Ostküste Africas — Neu- Guinea. Molukken, Philippinen, Sunda- 

Inseln, Hinter- und Vorder-Indien. 
S'axicola deserti NO. Africa — Indien. 
Lantus Lahtora NO. und 0. Africa — Indien. 
Palaeornis torquatus Africa — Indien. 

Geopelia striata Mauritius, Bourbon — Java, Lombok, China 
Frayicoliyms pintadeus Mauritius, Bourbon — Indien 

— ponticerianus Mauritius, Bourbon, Madagascar-- 

Indien. 

Ciconia episcopus N.Africa — Indien, Java, Sumatra. 
Dromas ardeola N.Africa, Madagascar, Sechellen — Indien. 
Ortygometra flavirostris W. und Central- Africa — Celebes. 
Phoenicopterus antiquorum Africa — Indien. 

— minor — Africa — Indien. 
Sarlcidiornis melanonota Africa, Madagascar — Indien.^) 
Dendroeygna fulva (L.) Africa — Indien. 2) 
Plotus melanogaster Madagascar — Indien, Australien. 

Aus den angeführten Daten geht hervor, dass mehrere Familien und 
Subfamilien der australischen, indo-malayischen und äthiopischen Region und 
nur diesen gemeinsam sind, dass einige andere nur den beiden letzteren an- 
gehören, dass ein analoges Verhältniss bei einer ziemlich bedeutenden Zahl 
von Gattungen eintritt, dass einzelne Genera der äthiopischen Ornis östliche 
Typen repräsentiren, und dass endlich selbst eine nicht unbeträchtliche Reihe 
von Species der äthiopischen und indo-malayischen, ja in einigen Fällen selbst 
der australischen Region gemeinsam sind. 

Von besonderer Wichtigkeit erscheint, dass mehrere Gattungen in den 
beiden ersteren Gebieten mit je einer Art vertreten sind, so wie das identische 
Vorkommen von Scops manadensis auf Madagascar und Celebes nebst nahe- 
liegenden Inseln, und der africanischen Ortygometra flavirostris in Celebes. 
Denn, wenn bei manchen gemeinsamen Arten eine Verbindung durch die am 
persischen Golf gelegenen Länder oder ein Vorkommen auf dem Zuge ver- 
muthet werden könnte, so ist bei den letztgenannten Species jede derartige 
Annahme wohl als ausgeschlossen zu betrachten. 3) 

I) S. regia (Mol.) aus S. America dürfte sich nur durch dunklere Körperseiten unterscheiden. 

Auch in Central- (Veracruz) u. S. America, vgl. Finsch inFinschu. Hartl Vög. 0. Africas 
807, und Pelzeln zurOrnith. Brasil 319, gehört daher streng genommen nicht in diese Kategorie. 

Eine auffallende, kaum zu erklärende Thatsache ist es, dass eine Anzahl von Typen, 
welche nach Osten hinweisen, wie Machaerhamphus, Pholidornis, Pseudochelidon, Pitta angoUnsis, 
Drymoeataphus, Alethe, Illadopsis , Lohotoa , Cyanograucalus , Parmoptila , Verreauxia W. Africa 
eigenthümlich ist. Analogien unter den Sängethieren bieten Pterodicticus , Aretocebus, Hyemosehus. 



ob eingeführt? 



48 



August von Pelzeln. 



Durch die vorhergehende Darstellung dürfte wohl hinreichend nach- 
gewiesen sein, dass zwischen der äthiopischen Avifauna einerseits, und der 
indo-malayischen und theilweise der australischen andererseits eine innige Be- 
ziehung obwalte, so dass es nahe liegt, dieselben als auseinander gerissene 
Theile einer einst zusammenhängenden Fauna zu betrachten. 

Durch die Voraussetzung, dass diese Regionen einst durch einen nun- 
mehr versenkten Continent verbunden waren, würde für diese Erscheinungen eine 
Erklärung geboten werden. 

Wenn angenommen wird, dass auf dem alten Festlande die gegenwärtig 
zu beiden Seiten des nunmehrigen Oceans vertretenen Gruppen, und zwar wie 
nach der . Analogie anzunehmen ist, nach den verschiedenen Theilen in ver- 
schiedenen Arten, heimisch waren, dass ein- entsprechendes Verhältniss hin- 
sichtlich der Gattungen obwaltete, und dass endlich selbst einzelne Arten, 
welche die Grenzen des versunkenen Landes überschritten hatten, sowohl am 
westlichen als am östlichen Rande des gegenwärtigen Meeres ihre Existenz er- 
halten haben, so dürften die durch anscheinende Anomalien in der geographi- 
schen Verbreitung sich aufdrängenden Fragen, wenigstens zu grossem Theile, 
eine befriedigende Lösung finden. 

Wir könnten daher jene Typen, welche auf eine Verbindung der äthio- 
pischen mit den östlichen Faunen hinweisen, als einen unter der einheimischen 
Thierbevölkerung Aethiopiens und Malaiasiens erhaltenen Rest der Fauna des 
überflutheten Continentes ansehen und dadurch einen, wenn auch unvoll- 
kommenen Einblick in den Charakter derselben erlangen. 

Da es aber immerhin denkbar ist, dass manche Formen derselben sich 
noch gegenwärtig jenseits einer der Grenzen erhalten hätten, ohne an der 
anderen eine Spur übrig zu lassen, so beanspruchen die in den angrenzenden 
Regionen vorkommenden isolirten Typen ein besonderes Interesse und es ist 
vielleicht künftigen Forschungen vorbehalten, über manche derselben Licht zu 
verbreiten.') 



') Inolirte Fonnoii bind u. A.: 

Aul" MadagaHcar 
In Afrira: und don benac.liharten 

InHein : 
dio Familie: 
Dididae 

die SuliCaiuilien : 



die Familien : 
Culiidat- 
ilutojifiuyidar. 

die Hiil>r:iniilii-ii 
Irritorimii 
Viduanar 
l'ogimorliijitrhiiiuf. 
Niimidinar. 

die (jattungen 
(iyiK/hirru:r 
JIelt4artiu 



Le.ptoBominue, 
(.'i/nanaK 

die Cjattuugeii : 
I'(jlyljoroide.» 
(Jotmrtornin 
J''uli;ulia 
Vungu 

Xf,vopiroilri$ 



Malayische: 

die Familie : 
Kiirylaimida« 

die Gilttungen : 
Nyctiornia 

'J'caia \ 

i Ilimalaya 
Awira \ 

Orlhotomua (auch In- 
dien, Ceylon, Phi- 
lippinen; 

ifrgalurui (a\ich Timor) 

Notodela 



Auf Celebes: 

dio Gattungen (nach L. 

Waiden) : 
Monachalcyon 
Cittura (Sanghii-Ins.) 
Ceycopais 
Artamidea 
Oatzola 
Streplocitta 
J'Jnodea 
Hciaairuatrum 
liaailornia (auch Ce- 
ram) 



Africa-Indien. 



49 



Seit längerer Zeit war es meine Absicht gewesen, über die geographische 
Verbreitung der Vögel eine umfassendere Arbeit zu unternehmen. 

Ich konnte mir jedoch nicht verhehlen, dass befriedigende Resultate 
über diese Verbreitung und die dieselbe leitenden Gesetze nur dann erzielt 
werden könnten, wenn es gegönnt wäre, auch die der jetzigen Epoche voraus- 
gegangenen Faunen in Betracht zu ziehen und dadurch zur Kenntniss der 
Schöpfungscentreu und der Weise, in welcher die Ausbreitung der Arten von 
denselben aus stattgefunden hat, zu gelangen. 

Ein solches Studium gehört aber leider, wenigstens gegenwärtig, noch 
zu den Unmöglichkeiten, denn unser Wissen von fossilen Vogelresten ist noch 
so eng begrenzt und so lückenhaft, dass von begründeten allgemeinen Folge- 
rungen keine Rede sein kann. 

Wir sind daher hinsichtlich der genannten Classe des Thierreiches bei- 
nahe gänzlich auf die' Betrachtung der Gegenwart beschränkt. 

Diese Betrachtung hat allerdings ein sehr wichtiges Ergebniss geliefert, 
nämlich die von M. Sclater^) vorgeschlagene Eintheilung der Erdoberfläche 
in die paläarktische, äthiopische, indische, australische, nearktische und neotro- 
pische Region. Diese zunächst in Hinblick auf die Ornithologie gegebene 
Eintheilung ist meiner Ansicht nach eine Avahrhaft geniale Conception, da die- 
selbe nicht nur über die geographische Verbreitung der Vögel überraschendes 



In Africa? 



die Gattunge 
Polyborüides 
Serpentaritus 
Scortomis 
Macrodipteryx 
Cosmetomis 
Meropiscus 
Bombylonax 
Promerops 
Sylvietta 
Chaetops 
Hypocolius 
Corvinella 
Urolestes 
Picathartes 
Dilophus 
Buphaga 
Himantorniif 



Auf Madagascar 
und den benachbarten 
Inseln : 
die Gattungen : 
Euryceros 
Freyilupus 
Coracopsis 
Aphaiiapteryx 



^) Proceed. Linn, Soc. II. 130; Zusätze 
Z. B. Ges. B. XXV. Abh, 



Malayische: 

die Gattungen : 
Grandala 
Enicurus 
Zoothera 

Myiophonus (auch In- 
dien) 
Sibia 
Yuhina 
Myzornis 

Phyllomis (auch Indien) 
Bhringa 

Chibia (auch China) 
Chaptia 

Irena (auch Indien und 

Philippinen) 
Analcipus 
Cochoa 

Pericrocotus (auch In- 
dien, Ceylon, Chiaa, 
Andamaneu, Philippi- 
nen, Lombok) 

Pytiriasis 

Platylophus 

Cissa 

hiezu von Wallace Ibis 



Auf Celebes: 

die Gattungen (nach L. 

Waiden) : 
Prioniturus (auch Phi- 
lippinen) 
Megacephalon. 



1859. 449. 
7 



50 



August von Pelzeln. 



Licht geworfen hat, sondern da weitere I^bvschungen auf anderen Gebieten 
dargethan haben, dass die wesentlichen Grundzüge derselben auch für andere 
Thierclassen und wohl auch für die Pflanzenwelt Geltung besitzen, so dass es 
offenbar dem genannten Zoologen gelungen ist, allgemeinen Normen Ausdruck 
zu verleihen. 

Während also diese Eintheilung jedenfalls als Grundlage einer Bearbei- 
tung dieses Gegenstandes zu betrachten wäre, bin ich der Ueberzeugung, dass 
eine nähere Begründung derselben aus den Resultaten der Forschung über 
andere Classen entnommen werden könnte, und dass zu diesem Zwecke ganz 
vorzüglich die Classe der Säugethiere geeignet sei. 

Bei diesen ist nämlich die Erforschung der fossilen Reste früherer 
Epochen und ihrer Verbreitung in hohem Grade vorgeschritten, und auch in 
der Jetztwelt machen die oft grossen, sehr in die Augen fallenden, häufig innig 
mit den Interessen des Menschen verknüpften Formen dieser Classe eine. viel 
detaillirtere Feststellung ihrer Heimatsgebiete möglich. Auch kann bei der 
geringeren Bewegungsfähigkeit eine so leichte und bedeutende Verwischung der 
Grenzen, wie sie bei Vögeln eintritt, nicht stattfinden. 

Da der heutige Stand der Wissenschaft lehrt, wie innig die Existenz der 
verschiedenen Thierclassen aneinander gebunden ist, wie dieselben Gesetze für 
sie Geltung haben und wie sie denselben Ereignissen in der Zeit ausgesetzt 
waren, so dass keine Thierclasse isolirt betrachtet werden kann, so ist man 
gewiss berechtigt von den Erscheinungen in der Classe der Säugethiere auf 
jene bei den Vögeln zu schliessen. 

Ich habe daher durch längere Zeit mit Studien über die geographische 
Verbreitung der Säugethiere mich beschäftigt und biebei nicht bloss den gegen- 
wärtigen Zustand im Auge behalten, sondern auch die den jetzigen voraus- 
gegangenen Faunen in Betrachtung gezogen. Die nächste Anregung zu diesen 
Arbeiten verdanke ich der Anwesenheit des Herrn Geheimrath J. F. Brandt 
in Wien, in dessen Gesellschaft ich mir unvergessliche Stunden verlebte. 

Eine angenehme Pflicht ist es mir auch meinem geehrten Collegen Herrn 
Dr. Theodor Fuchs, Custos am k. k. Hof-Mineraliencabinete, der mich durch 
Mittheilung von paläontologischen Werken und eigenen Excerpten in der 
liebenswürdigsten Weise unterstützte, meinen wärmsten Dank auszusprechen. 

Es würde zu weit führen die Ergebnisse der erwähnten Arbeiten im 
Detail hier anzuführen : hier möge mir nur gestattet sein, die Schlussresultate 
in g«,'drüngter Kürze anzugeben und nur jene Regionen, welche den Gegenstand 
dieser Abhandlung unmittelbar berühren, etwas eingehender zu behandeln. 

Die paläarkti sehe Region scheint mir von der nearktischen nicht 
trennbar zu sein, sondern beide dürften ein Ganzes bilden, welches man als 
arkÜKche Kegion bf'zeichnen könnte. Ihre Zusammengehörigkeit tritt mit voller 
Evidenz in d< n hochnordisclien Ländern des alten und neuen Continentes hervor 
und »THt in niedereren IJreitf-n macht sich die Differcnzirung geltend. Die Ver- 
gleidiung der Thierwelt beider (kontinente zeigt nämlich, dass die circumj)olare 
Fauna in beiden dieselbe ist, dass in der Hochgebirgsfauna noch bedeutende 



Africa-Indien. 



51 



UebereiüstimmuDg herrscht, dass in der übrigen paläo- und neoborealen Thier- 
bevölkerung sowohl identische Arten als gemeinsam eigenthümliche Gattungen 
sich finden, endlich dass selbst jene Typeu, welche jedem Continente eigen- 
thnmlich sind, doch eine gewisse Uebereinstimmung hinsichtlich des Charakters 
der Fauna an sich tragen, so dass sie einander näher stehen als Angehörigen 
anderer Regionen. In der neuen Welt ist eine Modification der Fauna auch 
durch das Eindringen neotropischer Formen gegeben. 

Wenden wir uns von der Betrachtung der Gegenwart den fossilen Resten 
der jüngsten Vergangenheit zu, so finden wir in den quaternären Faunen der 
alten und neuen Welt gemeinsame Arten, gemeinsame Gattungen mit nahe 
verwandten, gleichsam stellvertretenden Arten, eigenthümliche Formen, welche 
jedoch dem allgemeinen Charakter der borealen Faunen nicht widersprechen 
und in America aus der neotropischen Region heraufreichende Typen, so dass 
das Ergebniss mit dem, aus den lebenden Formen gezogenen, übereinstimmt. 

Die quaternäre Fauna des nördlichen und mittleren Europas bis nach 
Oberitalien, ja vielleicht bis zu den Apeninnen herab, enthält ausser vielen noch 
heute weit verbreiteten Typen, solche, welche nur noch auf enge Verbreitungs- 
bezirke beschränkt sind oder in das Hochgebirge oder sogar in den Hochnorden 
zurückgedrängt wurden. Ausserdem finden sich Reste mancher erloschener 
Arten, von welchen einige jedoch in historischer Zeit vom Schauplatze des 
Lebens verschwunden sind, andere vielleicht von lebenden Arten nicht ver- 
schieden sein dürften. 

Aehnlich verhält es sich mit den quaternären Faunen Sibiriens ^) und 
N.Americas. ^] 

Aus den Resultaten neuerer Forschungen und besonders jener Brandis, 3) 
ergibt sich, dass die gegenwärtig Europa, Nord- und Mittelasien, dann X.America 
bewohnende Fauna die quaternäre sei, welche nur durch Ausrottung mehrerer 
Glieder ärmer geworden ist. 

Wie Brandt, mit Bezugnahme auf die neueren Entdeckungen, aber die 
miocene Flora des Hochnordens und die derselben entsprechenden Insecten an- 
nimmt, hätte die in Rede stehende Fauna während der Tertiär- (Miocen-) Zeit 
den Hochnorden (Grönland, Spitzbergen), der damals ein bedeutend wärmeres 
Klima besass, bevölkert, und als in der Gletscherzeit der Norden allmälig ver- 
eisete, sich südlich in Asien, Europa und N.America ausgebreitet und in der 
Diluvialzeit die Stelle der ausgestorbenen oder zurückgedrängten subtropischen 
oder tropischen Miocen-Fauna Mitteleuropas eingenommen. 

1) Brandt: in Bullet. Acad. St. Peterst., XV, 1871. 147—202. 

*j Cope; Synopsis of the exstinct fossil Mammalia of the cave-formation of tlie United 
States. Proceed. Ämeric. Philos. Soc. Philadelphia, 1869, 171, — Idem: Preliminary Keport on the 
Vertehrata discovered in the Port Kennedy cave. ib. 1871 (7. April). — Leidy: The esstinct 
Mammalian Fauna of Dakota and Nebrasca , inclndiiig an account of some allied forms from 
other localities, together with a Synopsis of the Mammalian remains of North America. 1869, 4. in 
Journ. Acad. Nat. Sc. Philadelphia, Vol. VU. 2 series. 

^) Zoogeographische und paläontologische Beiträge 1867, 210, und Beiträge zur Natur- 
geschichte des Elens. Mem. Acad. St. Petersb. 7 ser. XVI, 1870. 

7* 



52 



August von Pelzein. 



Bestätigt wird diese Annahme dadurch, dass, wie auf dem alten Con- 
tinente, auch in ]S. America eine Zurückdrängung der früheren einem wärmeren 
Klima angehörigen Fauna eingetreten ist-V) 

Ob die gegenwärtige Configuration der Continente unter anderen klima- 
tischen Verhältnissen die Verbreitung dieser Fauna ermöglicht habe, oder ob 
die frühere Continuität auf einer einstigen Verbindung O.Asiens und N.Americas 
oder auf einem ehemaligen Zusammenhang Europas mit America durch einen 
nunmehr versenkten Continent (Atlantis) hergestellt war, muss noch der Hypo- 
these anheimgestellt bleiben. 

Die Erscheinung, dass ausser den gemeinsamen Formen in der alten Welt 
und in America auch solche vorkommen, welche entweder verschiedene Arten ge- 
meinsamer Gattungen sind oder nur einem Continente eigenthümliche Typen reprä- 
sentiren, dürfte darin ihre Erklärung finden, dass zur Miocenzeit bereits secundäre 
Verschiedenheit der Faunen obwaltete, so dass vielleicht schon damals auf der 
americanischen Seite des Polarlandes theilweise andere Thiere lebten als auf der 
asiatischen, sowie dadurch, dass verschiedene Arten der ursprünglichen Fauna in 
verschiedene Gegenden ausgewandert sind, oder sich nur daselbst erhalten haben. 

Die Fauna der n eotrop is eben Region 2) ist eine höchst eigenthümliche 
und in sich abgeschlossene. Als Centrum derselben muss die südamericanisch- 
tropische Fauna (bei welcher die bei den Vögeln scharf charakterisirte colum- 
bische und südbrasilische Abtheilung sich kaum nachweisen lassen dürfte) an- 
gesehen werden, von welcher die westindische, centralamericanische und 
chilenisch-patagonische eigentlich bloss als Ausläufer zu betrachten wären. 

Auch in der neotropischen Region trägt die gegenwärtige Thierbevölke- 
rung den Charakter der dortigen quaternären oder diluvialen 3) an sich, jedoch 
ist die Zahl der sowohl lebend als fossil angetroffenen Arten eine geringe, und 
die überwiegende Zahl der diluvialen Arten wird als verschieden von denen der 
Jetztwelt angeführt, welches Verhältniss sich aber wahrscheinlich bei fortschrei- 
tender Forschung wesentlich modificiren dürfte. Die riesigen Edentaten, welche 
mit den noch lebenden für die dortige Thierwelt so charakteristischen Formen 
dieser Gruppe zum Theile in sehr naher Verwandtschaft stehen, einige höchst 
merkwürdige Pachydermen u. s. w., sind gänzlich verschwunden. 

Von der australischen Region'') kann hier nur die papuanische und 
anstralische Unterregion in Betracht gezogen werden, da die übrigen (die neu- 



') Vgl. Copft Procftflfl. Acad. l'hilad. 1868, 298 und Proceed. Amer. PhiloH. Poe. 1871 
(7. April), dann Mnrray Distrib. Mamnialia 4(1. 

*) Uehfir di« r.hiiraktftriHtiHrhftn Züff« der neotropiMclieu HpRion Sclater: The Mammal« 
of B.America in Quart. .loiirn. of Hc. 186.»). Octoher. rm. 

*) üftbftr di« r|uatftrnAr« neotropiHche Fai^na : GervaiH, RochercheH Rur Iok MammifereH 
fonBilft« d« l-Am/irifiuft nx-ridionale, \Hf,r, (wo auch die von Land in den Knochenhöhlen BraHilienfi 
«ntducktAn Arl«fn aufKeffthrl, Kind). HurmeiHter: LiHta de Iob MamiforoB CoBHileH del terreno 
dilnviano. FHuna Arjfpintina in Analen Muh. puhlico, HuenoH AireH. I, 1804 -1869, 87. 

•) P:inth<^iliinK dr-r auMtrallHrhr-n lle^fion in die aubre(?io pupnana, auHtraÜH, maoriana, 
poljrnMicft «nd Mandwirenhin Hrlater, Proceed. Zool. Hoc. London, 18<i», 12.*). 

Heber die HAuffethior« An»itrali«nn, ver^jL Hclater Quart. Jonrn. Sc. 186f), .Jan. l.H. 



Africa-Indien. 



53 



seeländische. poljTiesisehe nnd die Sandwich-Inseln), ausser etwa einigen Fleder- 
mäusen kaum eigenthümliche Landsäugethiere besitzen dürften. 

Es scheint aus der Betrachtung der Thierwelt hervorzugehen, dass Con- 
tinental-Australien und Van Diemensland (Tasmanien) für den Sitz der unver- 
raischten auscralischen Thierbevölkerung zu halten seien, während Nen-Guinea 
eine TJnterabth eilung derselben beherbergt, von wo aus manche Glieder sich 
westlich über die Molukken bis Celebes erstrecken, aber daselbst mehr oder minder 
mit indo-malayischen Formen zusammentreffen. In Celebes treten auch einige 
höchst merkwürdige isolirte Typen (Cynopiihecus, Anoa, Babirusa) auf, welche 
einen Anklang an die äthiopische oder eine derselbe nahestehende Fauna bilden. 

Nur vom australischen Continente sind Reste dUuvialer Thiere bekannt 
und diese zeigen noch existirende Gattungen von Marsupialien und Monotremen, 
in, wie es scheint, erloschenen Arten und einige ausgestorbene Genera.-) 

Es würde demnach auch die australische Fauna als eine diluviale (qua- 
ternäre) erscheinen, aus welcher manche Genera erloschen sind, üebrigens 
spricht Manches für die Annahme, dass während der Tertiärperiode nur ein 
Theil Australiens unter Wasser gewesen, ein anderer aber über dem Wasser 
geblieben sei und auf diesem die alte Fauna sich erhalten habe, so dass die 
australische Thierwelt ein noch viel höheres Alter hätte, ja vielleicht als eine 
mesozoische oder eocene zu betrachten wäre.^) Hierauf würde nicht nur das 
üeberwiegen der aplacentalen Säugethiere. sondern auch die Beziehung der 
oolithischen und eocenen Flora Europas zu der gegenwärtigen australischen 
hindeuten. 

Die Fauna der äthiopischen Fiegion zeigt ein von allem bisher Be- 
trachteten sehr verschiedenes Gepräge. Sie bietet innerhalb ihrer bedeutenden 
Ausdehntmg grosse Gleichförmigkeit, so dass man, wenn von Madagascar ab- 
gesehen wird, nur von einer Fauna sprechen kann, innerhalb welcher aller- 
dings in einigen Gebieten gewisse Formen mehr oder minder hervortreten, 
einige auch auf eng umschriebene Bezirke beschränkt sind. 

Eine Zusammenstellung der aus Continental- Africa bekannten Gattungen 
ergab unter der Zahl III. 62 der äthiopischen Fauna eig-enthümliche . von 
welchen nur einige nach X.Africa eingedrungen sind. Unter diesen eigen- 
thümlichen Gatttmgen befinden sich sämmtliche Affen und Lemuriden, nur ein 
Chiropter. 2 Insectenfresser, 10 Carnivoren, 9 Nager. 1 Edentat, 25 Wieder- 
käuer (worunter 22 Antilopen). 1 Einhufer und 5 Pachydermen. 

Als hervorragende Charakterformen wären die Troglodjten. Coloben, 
Meerkatzen und Paviane, die Lemuriden CFterodicticus, Arctocebus xmö. Galago), 
die äusserst zahlreichen Antilopen, die Giraffe und die grossen Pachydermen. 
insbesonders der Hippopotarans zu betrachten, während andere Gruppen, z. B. 
die Hirsche, vollständig fehlen. 

^1 Vgl. Murray: Distrib. Mamm. 362. 

') Ueter Diprotodon haben sicli bei den Eingeborenen noch Tiaditionen erhalten. M.King, 
Brief an Dr. G. Bennett publicirt durch Prof. Owen, Ann. nat. hist. 4 ser. IX, 1872, 315. 
Milrray: Ebenda 23. 



54 



August von Pelzein. 



Ausser den weit über die Erde verbreiteten Gattungen finden sich mit 
Europa und deui paläarktischen Asien nur einige wenige Genera wie Plecotus, 
Myoxus, Dipus, Camelus gemeinsam, eine ziemlich bedeutende Anzahl aber 
mit Hindostan und Malaiasien. Es sind diess: Megaderma, Wiinopoma, 
Nijcteris, Cynailurus, Crossarchus, Ratelus, Acomys, Manis, Bubälus, Mephas, 
JRhinoceros, welchen, wenn auch in manchen Fällen, vielleicht als Wanderer, 
etwas weiter verbreitet Hyaena, Viverra, Genetta, Herpestes, Meriones bei- 
gefügt werden könnten. 

Aus diesen Thatsachen ergibt sich, dass die äthiopische Fauna zwar 
einige Beziehungen mit der europäisch-asiatischen, zunächst mit der mittel- 
ländischen und Steppenfauna zeigt, dass sie aber der malayischen und ins- 
besondere der hindostanischen bei Weitem am nächsten steht. 

Wichtige Gründe für diese Ansicht bilden ferner die gleichsam parallele 
Stellung der Gruppen der Affen, der Lemuriden, der Viverren und Herpesten, 
der Schuppenthiere, Büffel, Antilopen (von welchen in anderen Regionen nur , 
vereinzelte Vertreter sich finden), der Traguliden, Elephanten und Nashörner 
und besonders eine Anzahl gemeinsamer Arten wie Felis leo, F. pardus, 
F. chaus, Lynx caracdl, Cynailurus guttatus, Canis aureus, Hyaena striata, 
Halicore cetacea. 

Wenden wir uns zur geologischen Vergangenheit der äthiopischen Region, 
so sprechen Gründe dafür anzunehmen, dass das Gebiet derselben, abgesehen 
von zwei schmalen Streifen von Tertiärformation längs der Ost- und Südwest- 
küste, seit der Secundärepoche keine wesentlichen Veränderungen erfahren hat, 
wenigstens nicht überfluthet wurde und dass daher die Fauna derselben als 
eine tertiäre zu betrachten sei.^) 

Da ferner anzunehmen sein dürfte, dass zur Miocenepoche ein nunmehr 
versenkter Continent zwischen Africa und Indien sich erstreckt habe, so ist 
auch die hindostanische Fauna als tertiär anzusehen und die früher hervor- 
gehobene Uebereinstimmung derselben mit der äthiopischen würde dadurch 
wenigstens theilweise Erklärung finden. Die Annahme von dem tertiären 
Charakter der äthiopischen Region wird durch die Resultate paläontologischer 
Forschungen bestätigt. 

Die oberiniocene (möglicherweise unterpliocene) Fauna von Pikermi in 
Grieclienland^) trägt den africanischen Charakter an sich, obwohl einige Thiere, 
besonders Quadrumanen und Carnivoren (auch Rhinoceros), indische Affinitäten 
zeigen, (iaudry hat sehr lebendig geschildert, wie das damalige Thierleben 
Attikas mit seinen Giraffen, zahlreichen, vielen in Africa lebenden Gattungen 
verwandten Antiloj)en, den gleich den Zebras und Quaggas wohl in grossen 
Heerden lebenden Hipparionen , den mächtigen Nashörnern und elephanten- 
artigen Tliieren einen Habitus geboten habe, welcher jenem der heutigen 
äthiopischen Hegion sehr nahe stellt. 

') V>{1 Miirrjiy; \)\Htn\>. Mamm. 2H, 2!», wo diiH Zeu^jnisH Sir MurchiHon'H 

(0[»»;ning adflrftH« to thf. dmffr. Hoc. in IWi) iiuf^c.fCihit winl. 

») OamJry: Ariirnuux fohwiloB ol (i^oloxio d« l'Attiquo. IH(i2. 4. 



Africa-Indien. 



55 



Aber diese, dem Schluss der miocenen Epoche angehörige Fauna, war 
nicht auf Griechenland beschränkt, sondern erstreckte sich, wie Gaudry be- 
merkt, über Spanien (Concud bei Ternel), Frankreich (Cucuron, Vaucluse,^) 
Mont Leberon,) 2) Ungarn (Baltavar im Eisenbnrger Comitat), Griechenland 
(Pikermi) und Ostindien fSivalik-Hügel, Ava, Insel Perim)'). 

Auch Professor Suess bemerkte,^) dass er nicht mehr daran zweifeln 
könne, dass die Fauna von Pikermi mit seiner zweiten Säugethierfauiia des 
Wiener Beckens, mit Inzersdorf und dem Belvedere, mit Eppelsheim und dem 
miocene superieur des H. L artet (Cucuron) übereinstimmt. Nach Gaudry 
dürften die Reste von Eppelsheim etwas älter sein und sich mehr der indischen 
Fauna nähern. 

Nach dem Angeführten dürfte es wohl nicht zu gewagt erscheinen an- 
zunehmen, dass gegen den Schluss der Miocenperiode eine in den hauptsäch- 
lichsten Punkten harmonirende Säugethierfauna das südliche Europa (das wie 
auch Gaudry bemerkte, in der tertiären Zeit theilweise mit Africa verbunden 
gewesen sein dürfte), und eine, wenn auch in den Arten meist verschiedene, 
aber in den Gattungen vielfach conforme Thierbevölkerung, einen Theil Ost- 
indiens bewohnt habe, welche beide in den wesentlichsten Charakteren mit der 
gegenwärtigen äthiopischen Fauna übereinstimmen. 

Wird hiebei erwogen, dass, wie oben gesagt, Africa südlich der Sahara, 
mit Ausnahme schmaler Küstensäume, seit der Tertiärzeit oberhalb des Meeres 
geblieben zu sein scheint, so dürfte der Schluss nicht ungerechtfertigt sein, 
dass wir in der äthiopischen (theilweise auch in der hindostanischen) Region 
noch jene Fauna lebend erblicken, welche anderwärts durch nachfolgende 
Ueberfluthung vernichtet worden ist. 

Manche ausgezeichnete Tertiärformen sind allerdings von der Erde ver- 
schwunden, indess ist es immerhin möglich, dass dieselben entweder in Africa 
ausgestorben sind (wie viele quaternäre Typen der arktischen, neotropischen 
und australischen Region) und dass sich ihre Reste, wenn einmal das Terrain 
der äthiopischen Region geologischer Forschung unterzogen wird, noch auffinden 
werden, oder aber, dass diese erloschenen Typen nie in Africa heimisch waren 
und bloss auf gewisse Gebiete, z. B. Griechenland oder N.Indien beschränkt 
geblieben sind, so dass z. B. Sivatherium nur in Indien gelebt hätte, was um 
so wahrscheinlicher ist, als in der miocenen Zeit bereits eine Verschiedenheit 
der Faunen in verschiedenen Theilen der Erde eingetreten war. 

Höchst auffallend unterscheidet sich von der Fauna des africanischen 
Continentes jene Madagascars. 

1) Gervais: Zool. et Paleontol. franQ. 

*) Gandry: Compt. rend. LXXIV, 1872. 1034 und LXXVI, 1873. 1096, wo eine üebersiclit 
mit kurzen Charakteren aller tertiären Faunen gegeben wird. 

^) Falconer und Cautley: Fauna Antigua Sivalensis. 1845 — 1840. — • Falconer und 
Walker: Descriptive catalogue of the fossil remains of Vertebrata from the Sewalik Hills, the 
Nerbudda, Perim Irland. 8. Calcutta, 1859 (mir nicht zugänglich). — Gaudry: Annal. des sc. nat. 
5 ser. VIT. 1867. 55 et 56. 

*) Sitzgsber. d. k. Akad. Wien. XLIII, 1861. * 



56 



August von Pelzeln. 



Diese Insel ist die hauptsächliche Heimat der Lemuriden, von welchen 
neun eigenthüniliche Gattungen vorhanden sind, das Vaterland merkwürdiger 
Insectenfresser, der seltsamen Formen Cryptojßrocta und Eupleres' u. a. • 
Gattungen. Von Arten kommen nur ein oder zwei Pteropen und Felis cafra 
in Africa vor. Höchst überraschend ist das Fehlen der Affen, der hundeartigen 
Thiere und der grossen Thierformen Africas, darunter sämmtlicher Wieder- 
käuer, Einhufer und, mit Ausnahme von Potamochoerus und dem subfossilen 
Hipjjopotamus Lemerlei,^) aller Pachydermen. 

Dass die Fauna Madagascars aus Africa stamme, wie z. B. Murray an- 
nimmt, möchte bei den tiefgehenden Differenzen sehr zu bezweifeln und eher 
für wahrscheinlich zu halten sein, dass dieselbe, wie jene der Mascarenen und 
übrigen benachbarten Inseln, als ein Rest der Thierbevölkerung des zwischen 
Africa und der malayischen Inselwelt einst bestandenen Continentes, der übri- 
gens, wie die Betrachtung der Avifauna lehrt, auch zu Africa in Beziehung 
stand, zu betrachten sei. 

Die Fauna Madagascars und der benachbarten Inseln wäre demnach am 
naturgemässesten der malayischen anzureihen. 

Die indische Region Sclater's scheint mir in die hindostanische 
und malayische zu theilen, von welchen die erstere Vorder-Indien mit Aus- 
nahme des Nordostens und Ceylon umfasst, die zweite sich über China südlich 
vom Flusse Yangtsze und Formosa, über Tibet, den Himalaya, Nepal und 
Butan, Hinter-Indien, die Andamanen, Nicobaren, Sumatra, Java, Borneo, Saigon, 
Hainau und die Philippinen erstreckt. 2) 

Die Abgrenzung der betreffenden Faunen ist allerdings bei den Säuge- 
thieren schwierig, da keinerlei physicalische Hindernisse dieselben auseinander- 
halten und desshalb mannigfaches Ineinandergreifen und zahlreiche Verraengungen 
stattgefunden haben, und diese Schwierigkeit tritt bei den Vögeln in noch 
weit höherem Grade ein. 

Werden von der Gesammtzahl der Gattungen der hindostanischen 
Fauna abgezogen die weitverbreiteten Genera, jene, welche na^h N.Indieu vor- 
gedrungene Glieder der arktischen Thierbevölkerung sind: Talpa, Erinaceus, 
Ardomys, Ärvicola, La(fomys, Amiun, Ceryus, Moschus, Capra, Ovis, dann die 

') Grandidior: (Jonipt-rend. LXVII, 1868. 1165. 

*) W. Blanford (Kep. Ahhüc. adv. Hcience at Exeter. 18ß9. 107) iuibsoite sich über die 
Fauna von HritiHch-lndien dahin, daHH wie nidil, wie man nouerlicb fast allgomoiii annahiri, mit 
der nialayiHchon id«iiitiH<:li h«), Fainiii doH Himalaya, nannMitlich nach Osten zu, sei eine 

uialayiHche und dl« der H(i;,'(d lanjjs der inalabarischen KiiHtu und in Ceylon habe aelir auflallendü 
inalayih'JiM VorwandtKchaft, aber die Fauna der Kbonen Indiens sei niolir mit der alriciinischen 
vfirbundini alh mit der von Malaiasien. 8o (^ohAren von grösuorea Säu^utliioreu der Umgegend 
von Nagpur eineH zu einer Indien eigenthiiniliohon Gattung, i) zu Gattungen, die Africa und 
roalayiHchen Gegenden gemeinHam ^ind, II zu Gattungen, die auch uf'ricanisch sind (MeUivora, 
Cynailurxu, Jlyofiia, Cani«, Vulpe«, l.r.piu, Antiüjjjc, Gazr.ll.aJ aber in Malaiasien fehlen und nur 
!i (Prr.ahytU, dium, Huna, Axii, Oavaeu»), <iie auch in Alalaiasien vertreten uiud, aber nicht in 
Africü. TroHcheTH Anh. 1870, II, -UKi. DiuHe und ähnliche Anuichten wurden auch von 
\)T. Htuliczka auNgertprochen. (Cuntrib. to Malayan Grnithology Journ. Auiat. Soc. liengal. 
Vol. XXXIX, Part. II. 1H70. X70 -»«1. — Vorgl. au.b W. liliinford: ober Malabai- Vögel und .Im^ 
Malabarfauna im Allgemeinen. Ibi», 1874, 'Jl. 



Africa-Intlieu. 



57 



als Ausläufer der raalayischen Fauna anzusehenden, wie z. B. Tupaia, so 
finden wir 



Gemeinsam mit Africa 
nnd Malaiasien: 

Megaderma 

Mhinopoma 

Viverra 

Herpestes 

Rhizomys 

Hystrix 

Manis 

Buhdlus 

Elephas 



mit Africa allein: 

Nyctinowus 

Hyaena 

Ratelus 

Cynailurus 

Gazella 



mit Malaiasien allein : 

Semnopithecus 

Macacus 

Cynopterus 

Nycticejus 

Paradoxurus ' 

Cervus 

JRucervus 

Rusa 

Axis 

Cervulus 

Tragulus 

Gavaeus 



der hindostan. Fauna 
eigenthümlich : 

Loris 

Caelops 

Gerbillus 

NesoJcia 

Leggada 

Flatacanthomys 

Golunda 

Neodon 

Portax 

Tetracerus 

Antilope 

Hemitragus 

Platanista. 



Hieraus ist zu entnehmen, dass sowohl die hindostanische als die 
malayische Fauna mehrere Gattungen mit der africanischen gemein haben, 
worunter die charakteristischen Formen Manis, Biihahis, Elephas, dass die 
hindostanische aber, wenn sie auch, wie nach der geographischen Lage leicht 
anzunehmen ist, Vieles gemeinsam mit der malayischen zeigt, doch auch einige 
Gattungen nur mit Africa theilt. Wird ferner erwogen, dass von den bei der 
äthiopischen Fauna aufgezählten Africa und Indien gemeinsamen Speeles Felis 
leo, F. chaus, Lynx caracäl, Cynailurus guttatus, Canis aureus und Hyaena 
striata bloss in Hindostan vorkommen, während nur Felis pardus und Halicore 
cetacea sich auch in die malayische Eegion erstrecken und" dass unter den 
Hindostan eigenthümlichen Formen sich Portax, Tetracerus und Antilope be- 
finden, welche africanischen Typen entsprechen, so zeigt sich die bedeutende 
Annäherung der hindostanischen Fauna an die äthiopische. 

Die schon bei Besprechung Aethiopiens berührte obermiocene Fauna 
Indiens zeigt das Hervortreten des africanischen Typus in noch höherem Gr^de 
als die, gegenwärtig lebende, indem wir dort ausser Büffel und Elephanten auch 
dem Kameel, der Giraffe und verwandten Formen, Equiden, Ehinoceroten und 
Hippopotamus begegnen. 

Nach dem Charakter ihrer Formen und da zur Miocenzeit Indien mit 
Africa verbunden gewesen zu sein scheint, muss die hindostanische Fauna jeden- 
falls als eine tertiäre und zwar spät miocene, mit der äthiopischen vielleicht 
gleichzeitige betrachtet werden, ja es wäre nicht unmöglich, dass beide eigent- 
lich ein Ganzes bilden und in einem ähnlichen Verhältnisse stehen dürften wie 
die paläo- und neoborealen der arktischen Region. 

Z. B. Ges. B. XXV. Abb. 8 



58 



Auguet von Pelzeln. 



Die malayische Fauna besitzt eine grosse Anzahl nur ihr eigenthüm- 
lichen Gattungen wie: 



Elaphodus 
Panthalops 
Budorcas 
Poephagus. 

Nur mit America gemeinsam ist die Gattung: Tapirus. 

Sie zeigt demnach einen bedeutenden Reichthum an nur ihr angehörigen 
Formen, worunter die schwanzlosen Affen Pithecus und Hylohates, die Lemuriden 
Nycticebus, Tarsius und Galeopithecus gleichsam den Troglodytes-Aiten und 
den Makis Africas parallel erscheinen, der Tapir aber in der ganzen sogenannten 
alten Welt vereinzelt dasteht. Auch die Rhinoceroten und die (zugleich hin- 
dostanischen) Formen von Jßlephas und Buhalus repräsentiren gleichsam ihre 
africanischen Gattungsverwandten, wogegen von sonstigen grossen Wiederkäuern 
die alpinen Gattungen Budorcas und Poephagus, dann das malayisch-hindosta- 
nische Genus Gavaeus und mehrere Hirsche erscheinen, welche der äthiopischen 
Kegion gänzlich fehlen, wogegen die in letzterer so reich vertretenen Antilopen, 
welche auch in Hindostan eigenthümliche Repräsentanten haben, in der ma- 
layischen Fauna nur die Gattungen J^afdhalops und Nemorhoedus aufweisen, 
von welchen die letztere übrigens von Jerdon zu den ziegenartigen Thieren 
gerechnet wird. Kino höchst merkwürdige Thatsache ist das Vorkommen von 
HyemoschuH in W.Airica, das gleichsam die hindostanisch-malajischen Traguli 
dort vertritt. 

Aus dem Vorliergeliendcn dflrfte ersiditlich sein, dass die malayische 
Fauna zwar allerdings ein der äthiopischen und hindostanischen analoges all- 
g<'[iieine« Gepräge z<;ig/!, dass sie aber von b(!i(lcn verschieden und ihnen in 
iiiaiicher Hinsicht parallel sei, so wie, dass sie iriannigfache Anknü])fungspunkte 



Pithecus 

Hylohates 

Nycticebus 

Tarsius 

Galeopithecus 

Macroglossa 

Chiromeles 

Ptilocercus 

Hylomys 

Gymnura 

Arctonyx 

Mydaus 

Hemigalea 

Cynogale 

Urva 

Nyctereutes 



alpinen Gattungen: 
Rhinopithecus 
Scaptonyx 
Uropsilus 
Nectogale 
Anourosorex 
Ailuropus 
Ailurus 
Prionodon 



Rhinosciurus 

Hapalomys 

Atherura 

Hydropotes 

Nemorhaedus 

Porcula 

dann die ausschliessend 



Africa-Indien. 



59 



mit der Thierwelt Madagascars biete. Es liegt daher nahe anzunehmen, dass 
wir in ihren charakteristischen Formen Reste jener alten Thierbevölkerung 
sehen, die einen Continent belebte, der einst vom Sunda-Meere bei Madagascar 
sich erstreckte, ja vielleicht an manchen Punkten selbst mit dem africanischen 
Festlande in Verbindung stand. 

Betrachten wir die hervorragendsten Gruppen an den übrig gebliebenen 
Grenzpunkten, so bieten sich mannigfache Anhaltspunkte für solche Vermuthung. 

In Madagascar treffen wir die zahlreichen merkwürdigen Lemuriden, 
welche in Afrika nur durch wenige Formen, worunter die den malayischen 
Nycticeben verwandten Pterodicticus und Arctocebus in W.Africa, vertreten und 
deren Analoga sonst nur in den malayischen Gattungen Nycticebus, Tarsius 
und Galeopitliecus (und den hindostanischen Loris) zu finden sind. Pteropus 
Edivardsi von Madagascar, den Comoren und Sechellen steht einer indischen 
Art so nahe, dass beide constant verwechselt worden sind, auch Tt. Dupreanus 
Schleg. und Poll, aus Madagascar ist kaum verschieden von Ft. stramineus aus 
Ostindien und Pt. päleaceus Pet. aus Africa.') Die madagascarische Viverra 
Schlegeli steht F. indica sehr nahe. Die igelartigen Thiere Madagascars, 
Cryptoprocta und Eupleres sind höchst charakteristische, isolirte Typen, wäh- 
rend die für Africa so charakteristischen grossen Thierformen, wie Wieder- 
käuer und Einhufer, fehlen oder nur höchst sparsam vertreten sind wie die 
Pachydermen. 

An der entgegengesetzten Seite der nunmehrigen See finden wir, wie be- 
reits bemerkt, Orangs und Gibbons, Lemuriden, Pteropen und Viverren, 
eigenthümliche Insectenfresser, wie Ptilocercus, Hylomys und Gytnnura, endlich 
den malayischen Tapir, der ebenfalls eine vereinzelt stehende Charakter- 
form bildet. 

Aber selbst jenseits der Grenzen der malayischen Region, in dem bereits 
der australischen angehörigen Celebes, treffen wir in Cynopitliecus, Anoa und 
Bahirussa Gestalten, welche in der australischen Thierwelt ganz fremdartig 
dastehen und auf eine der äthiopischen analoge Fauna hinweisen und von denen 
wohl anzunehmen wäre, dass auch sie dem untergegangenen Continente eigen 
waren, aber die Grenze überschritten hatten, so dass nur die östlichsten Wan- 
derer in Celebes bis auf unsere Tage erhalten worden sind. 

Wir sehen daher an den beiderseitigen jetzigen Grenzen theils directe 
Verwandtschaften, theils isolirte Typen, welche mit keiner der jetzt bestehen- 
den Thierbevölkerungen in Verbindung gebracht werden können und welche 
daher wohl als Reste einer dem grösseren Theile nach vernichteten Fauna an- 
zusehen wären. 

Weitere Gründe für diese Anschauungsweise bietet die Ornithologie, wie 
diess im ersten Theile dieser Abhandlung dargestellt worden ist. 



1) Schlegel und Pollen: Kechercli. Faune Madagascar 17. — Die beiden Pteropodidae 
Madagascars gehören, wie Sclater (Quart. Journ. Sc. 1864) bemerkt, seltsamerweise zur indischen 
und nicht zur africanischen Section dieser Gruppe. 

8* 



60 



August von Pelzel 



Was die geologischen Beziehungen der malayischen Fauna betrifft, so 
verdanken wir den verdienstvollen Arbeiten von Prof. 0. Fr aas über die 
miocene Fauna Steinheims in Württemberg werthvolle Aufschlüsse. ') Gegen 
den Schluss seiner Abhandlung (S. 277) sagt der genannte Forscher: „Alle 
Säugethiere ohne Unterschied weisen nach dem Südosten der Erde als der 
Gegend hin, da ihre näheren oder entfernteren Verwandten noch leben. Und 
zwar ist die Mehrzahl dieser lebenden Typen dem indischen Archipel eigen- 
thümlich, ohne sonstwo" in der JetztweLt verwandte Formen zu haben, so dass 
man unwillkürlich zu dem Gedanken hingerissen wird: die miocene Periode 
unseres Schwabenlandes lebt im Archipel noch fort, und können wir uns von 
der untergegangenen Fauna und Flora der schwäbischen Alb zu Anfang der 
Miocene keine richtigere Vorstellung machen, als wenn wir eine Landschaft, 
etwa von Java und Sumatra diesen Begriffen zu Grunde legen." 

Nach Dr. Fraas ist Steinheim der Stufe von Langhe (etage langhien)*) 
anzureihen, in welche nach Mayer Weissenau fällt, Oppenheim, Kreuznach, 
Kiein-Karben, Hohe Rhonen, Lausanne, Günzburg, Kirchberg, Radoboj, im Westen 
Europas Soucats, Leogran, im Süden ausser Langhe, Serravalle, Arquato, 
Saperga, Malta u. s. w. Die dritte Stufe Mayer's, die helvetische, in welche 
marine Ablagerungen fallen, erreichte Steinheim schon nicht mehr, so wenig 
als die nächstfolgenden Stufen (IV. Tortonien, V. Messinien) mit Steinheim 
etwas gemein haben. 

Dass einzelne Arten Steinheims sich noch in dieser Zeit finden, in welche 
z. B. Oeningen fällt oder Eppelsheim, Laubenheim, Simorre wird Niemand 
überraschen. Aber gerade diejenigen Arten, auf welchen nach den seitherigen 
Erfahrungen der Gelehrten ein Hauptwerth ruht, reichen nicht in jene Stufen. 

Dagegen nimmt Fraas keinen Anstand, Steiuheim und Sansan*') in die 
gleiche Zeit zu versetzen, während Mayer die letztere Localität der tortonischen 
Zeit zurechnet. Als dritte ebenbürtige Localität wäre nach Fraas etwa noch 
Eibiswald*) zu nennen. 

Bereits im Jahre 1863 hatte Professor Suess^) die Aufeinanderfolge 
zweier miocener Landfaunen in der Niederung von Wien dargethan und die- 
selben anderweitigen als gleichzeitig angereiht. So würden nach ihm gehören 
zum Miocene moyen Lart.: Sansan, Orleans, Touraine, Elgg, Oeningen, 
Georgensgmünd, Reichenberg u. s. w., dann die Braunkohlen von Jauling, 
Schaucrleiten in Oesterreich, Parschlug, Eibiswald in Steiermark. 

') Wiirtteinb, naturw. JahroHlieCt« XXVI, 1870. 145 30(5. 

Charles Major: 'J'abloau Hynchroti. deH terr. tort. Zürich, 18<;8, 4 cdit. 

') Uobor 'lio Kaiina von Hiinsan, Döpart. du Gors in S.Frankreicli : CJorvaiH: Zool. et 
raleontol. franf. lOxpl. den IMancli. XXIII n;u;h Lartet: Notice sur la collino do SanHan. 18r)l. 

♦) 8ue«H: Aufzfihlnnff dor MeIling'H(;hen Hamrnhing (von KoHten aiiH Kibiswald) in Vorli. 
d. k. k. güoliiK. ItoicbsanHtalt, 18<!7. ß, und PeterH: Zur J{cnnliiiHK der WirboIthierroHte von 
KibiHwald in Hteiormark, Uenkupbr. d. k. Akad. 1868, 18i;9, I III. Zu vurKleiclion auch: SiiebH: 
UnterHcheidnnK zweier Laadlaunen im Uoroichc der ÖHterroicbiK(;bün MiocoiiKohildo, hil/.i^Hh. k. 
Acad. XLVIl, lH<i3. :m und Huohh: ibirl. LIV, 87. 218. 

Ilobor die VerHcbiedonhnit und die Auroiniindorrol;,'!) dor tertiarou Landlauiiün in der 
Niederung von Wien, tiitzgabr. d. k. Akad. X^Vil. 



Africa-Indieu 



61 



Miocene superieur Lart. : Cucurori, Eppelsheim, Stettenhof und 
Inzersdorf in Oesterreich, Baltavar, Ajnacskö im Gömorer Comitate Ungarns, 
Pikermi u. s. w. 

Es kann nach dem Angeführten daher die Existenz einer früh inioceaen 
und einer spät mioceiien Fauna als dargethan angenommen werden. In der 
ersteren, welche zu Steinheira, Sansan und Eibiswald reich vertreten ist, finden wir 
mannigfache Beziehungen zu der gegenwärtigen malayischen Thierwelt, so einen 
dem Gibbon verwandten Affen, einen Tupaja nahestehenden Insectivoren, Viverren, 
einen Edentaten, der Gattung Cervulus verwandte Typen, verschiedene Rhino- 
ceroten, einen Tapir, und es dürfte daher nicht ungerechtfertigt erscheinen, die 
malayische Fauna als eine früh- (oder mittel-) miocene zu betrachten, während, 
wie bereits erörtert, die äthiopische und hindostauische Fauna der spätmiocenen 
zu entsprechen scheinen. 

Hiedurch würden sowohl die allgemeine Charakterverwandtschaft der 
erwähnten Faunen, als auch die Verschiedenheit und theilweise Parallelstellung 
derselben eine Erklärung finden. 

Auf eine Aufeinanderfolge der malayischen und hindostanischen Fauna 
weist auch die merkwürdige Thatsache hin, dass einige erhöhte Districte 
S. Indiens und der Malabarküste in ihrer Thierwelt Verwandtschaft mit der 
lualayischen zeigen, eine Thatsache, welche den trefllichen Kenner der indischen 
Geologie und Zoologie, Dr. Stoliczka, veranlasst hat, die Frage aufzuwerfen, 
ob die Fauna von ganz Indien einst malayisch war.^) 

Wir haben gesehen, dass grosse Wahrscheinlichkeit vorhanden ist, dass 
sowohl die malayische Welt als Hindostan einst mit Africa in Landverbindung 
gestanden, dass aber zwei verschiedene Faunen, die malayische und die äthiopisch- 
hindostanische, sich nachweisen lassen, von welchen die erstere älter zu sein 
scheint als die leztere. 

Diese Erscheinungen dürften sich wohl nur durch die Annahme erklären 
lassen, dass in der unteren oder mittleren Miocenepoche Land von den gegen- 
wärtigen Suuda-Inseln bis Madagascar sich erstreckte und vielleicht theüweise 
bis nach Continental-Africa reichte. Dieses Land wäre von einer Fauna be- 
völkert gewesen, deren Ueberreste wir einerseits im malayischen Osten, anderer- 
seits auf Madagascar und den benachbarten Inseln, ja vielleicht selbst auf dem 
äthiopischen Festlande noch finden. 



^) Bedeutend verschieden ist die Fauna von S. und SW.Indien, welche bekanntlich theil- 
weise eine starke africanische Beimischung besitzt. Die einzige Ausnahme davon bildet theil- 
weise die Fauna einiger der erhöhten Districte S. Indiens und der Malabarküste. Diese letztere 
zeigt wieder Verwandtschaft zur östlichen malayischen Fauna und die Frage, wie diese isolirte 
malayische Fauna zur Existenz kam, erhält ein ebenso hohes Interesse, als jene hinsichtlich der 
Beimischling des africanischen Elementes in der übrigen indischen Fauna. War die Fauna von 
ganz Indien zu einer Zeit malayisch? Wurde sie theilweise veruichtet. oder wurde ihre Entwick- 
lung anderweitig aufgehalten durch eine vergangene geologische Katastrophe, so wie jene gewesen 
zu sein scheint, welche Indien getroffen haben muss, während der sogenannten trappischen Ablage- 
rungen (truppean deposits), welche über den grösseren Theil von Central- und S.Indien ausgedehnt 
sind? Sicher müssen diese enormen vulcanischen Wirkungen von grossem Einfluss auf die Fauna 
sowohl als die Flora gewesen sein. Nach oder in Verbindung mit diesen Katastrophen mag die 
angenommene Verbindung von Indien mit Africa stattgefunden haben, von welcher Professor 
Huxley in seiner neuerlichen (1870) Ansprache an die geologische Gesellschaft Erwähnung that. 
Zu jener Zeit begann die africanische Fauna einzuwandern, mischte sich theilweise, und unter- 
drückte tht?ilweise in dem flachen Lande die übrigbleibenden Elemente der originalen malayischen 
Fauna, welche nicht schnell genug vom Osten genährt werden konnte, da die Gewässer d^'r Bai 
von Bengalen wahrscheinlich zu jener Zeit die Basen der noch wenig erhobenen Himalayaberge 
bespülten, und so eine Trennung der beiden Faunen erhielten. Durch alle diese Ereignisse scheint 
die Fauna der mehr erhöhten südindischen Districte wenig afticirt worden zu sein. — Diess sind 
natürlich blosse Speculationen, aber sie haben einen hohen Grad von Wahrscneinlichkeit, unter- 
stützt durch die Differenzen in der Fauna, welche vor einigen Jahren von M. W. T. Blanford 
hervorgehoben worden sind. Stoliczka: A Coutribution to Malayan Ornithology in Jouru. Asiat. 
Soc. Bengal, Vol. XXXIX, Part. II, 1870. 280—281. 



62 



August von Pelzeln. Africa-Indien. 



In der Zeit der oberen Miocene scheint ein Continent zwischen Africa 
und Hindostan bestanden zu haben, welchen die nunmehr äthiopische und 
hindostanische Fauna belebte. 

Ob nun diese beiden Continente auch gleichzeitig bestanden oder nicht, 
ob sie vielleicht im Zusammenhange waren und im nördlicheren Theile die ältere 
Fauna durch die jüngere ersetzt worden sei, zur Lösung dieser Fragen fehlen 
die Anhaltspunkte und es muss künftigen Forschungen vorbehalten bleiben 
darüber Licht zu verbreiten. 

Werfen wir einen Rückblick auf das Vorhergehende, so ergibt sich, 
dass folgende Regionen, beziehungsweise Faunen, meiner Ansicht nach anzu- 
nehmen wären: 

I. die arktische: Europa, N.Africa, Asien nördlich vom Himalaja, N. America; 
IL die araericanisch-tropische: Westindien, Central- und Ö. America; 

III. die australische: Oceauien von Wallace's Linie östlich, Neu-Holland, 

Neu-Seeland; 

IV. die äthiopische: Africa südlich der Sahara; 

V. die hindostanische: Hindostan (mit Ausschluss des Nordostens) und 
Ceylon. 

Die Selbstständigkeit dieser Region und die wesentliche Ver- 
schiedenheit ihrer Thierbevölkerung von der äthiopischen erscheint noch 
zweifelhaft; 

VI. die malayische: Himalaja, Tibet, S.China mit Formosa, Hinter-Indien, 
Sunda-Archipel bis zu Wallace's Linie. Hieher wohl auch Madagascar, 
die Mascarenen, Comoren, Sechellen. ^) 

Ihrem Ursprünge nach dürften diese Faunen sich darstellen wie folgt: 

Quaternäre: 

die arktische (die früher in der Miocenzeit den Hochnorden bewohnt zu haben 

scheint) ; 
die americanisch-tropische; 

die australische (möglicherweise bis in die Secundär-Periode zurückreichend). 

Tertiäre: 
Ober Miocene: die äthiopische, und 
die hindostanische. 

Unter Miocene: die malayische. 

Auf diesem Wege scheinen sich mir die zoologischen und geologischen 
'l'hatsacheii, so weit uns dieselben gegenwärtig bekannt sind, am meisten in 
Harmonie bringen zu lassen. 

Diose Anschauungen lassen sich auch mit der heiligen Schrift ganz in 
Piinklang bringen, in<lem es nicht noth wendig ist, anzunehmen, dass die letzte 
grosse Katastrophe, die mosaische Fluth, auch die entlegensten Theile der 
ErdobeHläche, welche damals sicher noch nicht von Menschen bewohnt waren, 
überfliithet habe, wie diess namentlich der gelehrte Priester P. Pianciani'^) 
gezeigt hat. 



') Mehrfach« nhindo Hprfichon auch für «lio Aniialime ein«r antarktiechen K.egion, 
hinHichtlich welclmr alx-i fli« HäiiKotliiero wf-ni« oder nicht in l'.otracht koniineu würden. Vergl. 
Ornith. Novara Vorwort S. III. 

CoHmogonia naturale cornparata col (ioncHi lloina 1802. Anliang: Hui Diluvio. 



Beiträge 

zur Kenntniss der ungarischen Pilzflora. 
III. Fungi hypogaei. 

Von 

Prof. Friedrich A. Hazslinsky. 

(Mit Tafel 3). 

(Vorgelegt in der Sitzung vom 3. Februar 1875.) 

Nach langer Pause will ich meine Mittheilungen über die ungarische 
Pilzflora fortsetzen und wähle jetzt die hypogäen Pilze. 

Mein Material ist zwar so gering, dass ich es kaum ohne Erröthen dem 
botanischen Publicum vorzeigen kann, besonders wenn ich bedenke, dass Ungarn 
schon vor ein und ein halb hundert Jahren, durch die Arbeiten des Professors 
E. Brückmann wegen seiner Trüffel und Trüffelhunde berühmt wurde, denn 
es besteht nur aus der subcarpathischen weissen und rothen Trüffel, und aus 
fünf Arten, die ich im Scharoscher Comitate sammelte. Dazu kamen später 
nur eine Speeles von Xalchbrenner aus der Umgegend von Wallendorf, eine 
echte Trüff'el aus der Schümeger- und Neutraer-Gespanschaft und drei Formen 
von Schulz er. 

Weil das hieher bezügliche literarische Material für Ungarn zur Wieder- 
erkennung keine sicheren Anhaltspunkte bietet, bin ich gezwungen, auch bei 
dieser Pflanzengruppe mich rein an mein Herbar zu halten. 

Von den gymnospermen Hypogäen ist hier nur die Gruppe der Basidio- 
sporen durch Gautiera vertreten; von den angiospermen Hypogäen hingegen 
haben alle drei Gruppen, nämlich die der hyphosporen, der basidiosporen und 
der ascosporen ihre Repräsentanten, doch fehlt aus der letzten Gruppe die dis- 
cophore Form ( SjphaerosomaJ . 

1. Gautieria. 

Gautieria mor chellaeformis Vitt. Ich habe diese Species aus 
den Tannenwäldern bei Wallendorf wiederholt geprüft, und mit G. graveolens 
Vitt, verglichen, finde aber keinen erheblichen Unterschied. Auch die erstere 
erscheint in länglicher oder auch eiförmiger Form, doch sind ihre periphärischen 



64 



Prof. Friedrich A. Hazslinsky. 



Kammern grösser und ihre Sporen, bei gleicher Länge (0-015 Mm.) bauchiger 
und um 1 — 2 Mik. dicker als bei graveölens, deren Sporen gewöhnlich nur 
6—7 Mik. im Querdurchmesser messen. Die vom Verlaufe der Riefen an der 
Oberfläche der Sporen genommenen Unterscheidungs-Merkmale sind nicht con- 
stant, denn bei beiden Arten ist diejenige Sporenform die vorherrschende, bei 
welcher die Riefen meridional verlaufen, und bei beiden kommen netzaderige 
Formen vor. Zwischen diesen beiden Extremen liegt eine grosse Mannigfaltig- 
keit von Zwischenformen. Noch verdient der polsterartige Ansatz zwischen der 
Spore und ihrem Stiel, welchen ich an beiden Arten beobachtete, Erwähnung. 
Diesen seltenen Pilz sammelte raeist Kalchbrenner an dem angezeigten 
Standorte, wo er jedoch gegenwärtig nicht mehr zu finden ist. 

2, Hydrangium. (Taf. III.) 

Es war noch im Jahre 1846 als ich die Umgegend der Stadt Bartfeld, 
theils in geologischer, theils in botanischer Hinsicht durchstreifte. Ich nahm mir 
als Führer den ehrsamen Tschismenmacher Burgowszky, der mich auch zu dem 
Fundorte der Bartfelder Trüffel führte, von der bisher noch nichts bekannt wurde, 
als was Schulze r nach Hören und Sagen in seinem Pilzbilderwerke bei Tuber 
cibarium anführt. Es ist derselbe Pilz, der auch gegenwärtig im Bartfelder 
Bade als Trüffel käuflich zu haben ist. Er stimmt mit keiner bekannten 
Speeles, wessAvegen ich ihn hier als JEC, nudum, nov. spec, anführe. H. sub- 
glohosam vel coadunatione individiorum difforme, glabrum, fuscum,- totuni ex 
fibris hyphoideis conßatum; peridio proprio nullo, in mycelio albo, radici- 
formi. Gieba elastica, solida, ochroleiica, multilocellata, nonnisi e loculoriim 
disscpimentis simplicibus et sporis constans. Locellis majusculis subgloboso- 
jiolygonis, prima juventute farctis, mox aeriferis seu inanibus. Dissepimentis 
in ulraque pagina fructiferis exceptis auperficialibus vices peridii gerentibus. 
Basidiorum distinctum Stratum nuUum. Sporis globosis in apicibus hypharum 
evolutis, denium cum' articulo hypharum coniformi deciduis ; maturis ochraceis 
episporio pellucido verrucosa tectis, diametro 016— 0-018 Mm. 

Die Grösse des Pilzes wechselt von V2— 2 Zoll Durchmesser. Grössere 
Exem])lare sind durch Verwachsen mehrerer neben einander entwickelter 
Sporocarpien entstanden. Der ganze Pilz ist aus Hyphen gebaut, welche in 
der Mitte der Scheidewände ziemlicli parallel verlaufen, und aus stark verwebten 
Zweigen beiderseits eine diclite, im Durchschnitt fast ])seudoparenchymatisch 
aussehende Keimscliicht bilden. Die peripherischen Scheidewände sind nicht 
dichter als die der inneren (ileba, bauschen sich nach aussen, und scheiden 
dort eine braune schleimartige Masse aus, welche die Stelle des Peridiums ver- 
tritt. Die S|)oren bihbdi sich, wie bei den Hypodermiern, in den Enden der 
Keiiiischichthyiiheri, und schnüren sich endlich sammt dem kegeligen IJ_yj)heii- 
gliede ab. Solche glatte, ja auch ganz leere Sporen erhält man, wenn man 
V(m dein Obj<.'cte, wiederholterwciwe wo nxiglich die Sjjoreninasse wegHchweuimt. 
Die vollkommen entwickelten Sporen hingegen besitzen alle ein durchsichtiges 



Beiträge zur Kenntniss der ungarischen Pilzflora. 



65 



grosswarziges Episporkim, welches mich am meisten bewog diesen Pilz als 
selbstständige Speeles anzuführen. Die Entwickelung der Sporen zeigen 
Taf. ni, die Fig. 1 — 8. Unentwickelte Sporen noch in den Hyphenenden zeigen 
Fig. 9—12. Keife Sporen die Fig. 13—14. Den Pilz in natürlicher Grösse 
zeigt Fig. 15b. 

Entwickeln sich auf dem Mycelium zwei oder mehrere Sporocarpien in 
geringer Entfernung, dann verwachsen sie in einen Fruchtkörper. Ein solches 
Exemplar habe ich in Fig. 15 a, 16 und 17 doppelt vergrössert abgebildet. 
Fig. 15 a zeigt die Aussenseite, 17 von demselben Abschnitte die innere Fläche 
und 16 die Durchschnittsfläche, senkrecht durch die Mitte des Pruchtkörpers. 
Die Verwachsung ist so vollständig, dass sich nirgends doppelte Scheidewände, 
selbst keine Verfärbung an der ursprünglichen Berührungsfläche zeigt, welche 
Erscheinung aus dem Fehlen des Peridiums erklärlich ist. 

3« Khizopogou. 

JRh. ruhescens Tul. Ein schwierig zu erkennender polymorpher Pilz, 
worüber seine reiche Synonymik Zeugniss gibt. Auf einem oft karg und nur 
wurzelartig entwickelten Mycelium erscheint das oft nur hasselnussgrosse Sporo- 
carpium in der Form wie Hysterangium stoloniferum bei Tul. fung. hypog. 
Tab. 11, Fig. 8, doch kommen auch verkehrt eiförmige und nierenförmige 
Fruchtkörper vor. Ich fand den Pilz bei Kesmark im Walde am Ziegenhals; 
Kalchbrenner später bei Lautschburg ebenfalls in der nördlichen Zips. 

Dieser Pilz ist ebenfalls ganz aus Hyphen gebaut, selbst das dünne 
Peridium; nur sind hier die Hyphen dicker und gefärbt. Die KnoUen sind zu- 
erst weiss, dann roth, später schmutziggelb und endlich braun. Die Lücken 
der Gieba sind immer hohl, doch anfangs verbogen, mehr denen des Htjsteran- 
gium clathroides (nach Tul. fung. hyp. p. 80) ähnlich, später erscheinen sie mehr 
rund und der Pilz siinulirt einen Melauogaster, besonders wenn die Gieba sich 
anfängt zu bräunen oder schwarz zu werden. Die Verfärbuog beginnt im Cen- 
trum, und ergreift die ganze Masse gleichförmig. Auch Basidien findet man 
mt rosetteuartig an der Spitze gestellten Sporen wie bei Melano gaster. 

Bei Untersuchung der Oberhaut eines Exemplares aus dem Kalch- 
brc '"'sehen Herbar fielen mir zwei grosse 36 Mik. lange elliptische, mit 
möglicu isstem kugelförmigem Kern versehene, schwarzbraune Sporen auf, die 
ich sogleic als zu Sphaeria Zobelii Corda gehörig, erkannte. Perithecien 
fand ich zwar weder au diesem Pilz noch in den hiesigen Choiroiuyces-Aiten, 
doch glaubelich, dass durch diese Beobachtung das Vorkommen dieser Sphaerie 
in Ungarn angezeigt sei. Die Zeichnung der Sphaerie s. Tul. fung. hyp. 
tab. Xni. 

4. Elaphomyces. 

Den gemeinen E. gramüatus mit dem dicken, harten scheinbar structur- 
losen Peridium und warziger schmutzig gelber Rind«, fand ich in meinem 
Excursionsgebiete noch nicht. Meine beiden Hirschenschwämme gehören in die 

Z, ß. Ges. B. XXV. Abh. 9 



66 



Prof. Friedrich A. Hazslinsky. 



Gruppe mit gelber oder gelblicher warziger Rinde, und im Querschnitt zierlich 
marmorirten Peridien. Der eine mit dünnem Peridium und durchsichtigen 
glatten 0*024 Mm. messenden Sporen entspricht dem E. reticulatus Vitt. 
Ich fand selben 1854 hier an einem Abhänge hinter dem Calvarienberge beim 
Ausgraben einer Coryddlis. Der andere ist E. variegatus Vitt. Ich fand 
denselben ebenfalls bei Eperies im Jahre 1847 in dem Humus einer ganz zer- 
fallenen Buche; Sein Peridium ist auffallend dicker, deutlich von der Gieba 
abgesetzt, sehr zierlich roth, gelb und braun im Querschnitte marmorirt. Die 
Sporen messen 0*026 Mm. und sind wegen der dicken Episporien undurch- 
sichtig, selbst dann, wenn sich letzteres wie bei Pachyphloeus melaxanthus in 
dicht gestellte stumpfe Stacheln auflöst, welche Erscheinung auch schon von 
Quelet (Les Champignons du Jura, p. 372) an E. decipiens beobachtet wurde. 

Auffallend war mir bei meinem E. variegatus der Bau des Peridiums, 
in welchem die Fasern der Adern senkrecht auf die Wände der Areolen gestellt 
sind. Schliesslich will ich zu meinen Messungen bemerken, dass ich die einmal 
begonnene Methode festhalte (Linse 5, 6, 7 und erstes Ocular), obwohl meine 
Messungen von den Tulas ne'schen abweichen, damit einst alle mit Hilfe 
eines und desselben Quotienten rectificirt werden können. 

5. Tnber. 

Eine echte Trüffel erwähnt zuerst Lumnitzer in seiner Fl. pos., 
p. 535 und zwar von der Donauinsel Schütt. Nachdem es aber weder den 
rühmlichst thätigen Pressburger Botanikern, noch dem aufmerksamen Botaniker 
Mich. Rezsely, Pfarrer zu Sommerein, gelang, während seines dreissigjährigen 
Aufenthaltes auf der Insel Schütt, den obgenannten Pilz ausfindig zu machen: 
so muss Tuher cibarium von dort verschwunden sein, oder es wurde nur 
durch Leichtgläubigkeit hin versetzt. 

Der Name Szarvasgomba macht mir nämlich in der ungarischen Literatur 
viele Schwierigkeit. — Das magyarische Volk bezeichnet nämlich damit (auch 
auf der Schütt) die ästigen Clavaricn, die Deutschen und Slaven aber übersetzen 
damit ins Magyarische die Namen Elaphomyces und Jelcna huha. Anderseits 
aber kann die Hebung unserer Phissbecte, welche so ausgedehnte Eichen- 
waldnngen schon in das Inundationstcrrain versetzt hat, die Trüffel voi der 
Insel Schütt vertrieben haben. 

Eine echte Trüffel erhielt ich von Herrn Mich. Rezsely und Professor 
lUithas. Er.sterc stammt aus dem Cameralwalde bei Selye im Sürnegher 
Coinitatc und geh'irt zu Tuher aestivum Vitt. Tul. p. 137, Tab. VII, 
Fig. III. kann sie wegen der grossen glatten, nicht quergestreiften 

Warzen und der Dimorphie der Sporen von der ty])ischcn Form als Abart 
getrennt werden, was ich jedoch aus dem Grunde nicht thue, weil eine ähn- 
liche Diniorphif! schon h<i zwei anderen Triiffelarten beobachtet wurde. Die 
aüffallend dau<;rhaft<!n Schläuche sind kug(!lrund, oft oval oder auch eiförmig, 
irri r<;if< n ZuKtand frei, K<!lloner auf kurzen LulcnfVlrniigfin, am Grund«! verdickten 



Beiträge zur Kenntniss der ungarischen Pilzflora. 



67 



Stielen. Sie enthalten 3, 4, 5, 6 Sporen von zweierlei Form und Grösse. Die 
grossen sind oval zu dreien, höchstens zu vieren in einem Schlauche, und 
messen in der Länge 03— 0'04 Mm. Die kleinen sind kugelig mit einem 
Durchmesser von 0*022 — 0*026 Mm. und liegen fünf bis sieben in einem Schlauche. 
Alle sind in ein farbloses grossmaschiges Episporura — 18 — 26 Maschen auf 
der ganzen Sporenoberfläche — eingehüllt. Die Warzen sind sehr grosse, ab- 
gestutzte, mehrseitige Pyramiden mit durchbrochener Scheitelfläche. Auf der 
stark erhobenen Seitenkante zeigt sich zuerst eine Furche, welche sich später 
so sehr erweitert, dass der Pyramidalstutz endlich doppelt so viel Seitenkanten 
erhält. Die angezeigte Fundstätte wäre einer nähern Durchforschung werth, 
weil dort, wie mir mitgetheilt wurde, zweierlei Trüffeln, nämlich weisse und 
blaue vorkommen sollen. Die Erde berstet ober dem Trüffelneste und die Sporo- 
carpien drängen sich zur Oberfläche hervor. 

Zu Tuber aestivum Vitt, gehört auch die Neutraer Trüjffel von Pösteny- 
ßzenäsfalva und Ujlak, die ich der Freundschaft des Professors Böthar's in 
Pressburg verdanke. Es ist die typische Form mit quergerieften Warzen und 
vorherrschend 3— 4sporigen Schläuchen. Selten erscheinen 1-, 2- und 5sporige. 
Diese werden auch gegenwärtig besonders durch Grafen Stephan v. Eszter- 
häzy mit Hilfe geschulter Hunde gesammelt und zwar von August bis Novem- 
ber. — Der Ertrag ist so bedeutend, dass ein einziger Abnehmer im verflossenen 
Jahre ungefähr 20 Centner acquiriren konnte. 

6. Choiromyces. 

Die am meisten verbreiteten und beliebtesten Trüffeln Ungarns sind 
ohne Zweifel (s. v. v.) die Saupilze oder Choiromijces-Arten, auf welche sich 
auch die Bruckmann'schen Arbeiten beziehen. Sie erscheinen sporadisch vom 
Fasse der hohen Tatra fast bis zum Ufer der Save (Vinkovce Schulzer) in 
verschiedenen Formen, welche sich jedoch schwer als gute Speeles fixiren lassen, 
lass die Corda'schen Speeles nicht haltbar sind, sahen schon Vittadini 
^ Tulasne ein, denen ich mich hier anschliesse, mit der Abweichung, dass ich 
'm Corda wahrscheinlich synonym mit Aschion concolor WaXlv. vorläufig vom 
Ch. i)^ ^'iformis Vitt., zu dem er näher steht als zu meandriformis Vitt., trenne, 
bis ich 1. ^. über die Entwickelung seiner Sporen ins Reine komme. Die 
Sporen sina k A allen von mir untersuchten Formen gleich, und zur Charakte- 
ristik des Genus ganz gut geeignet, doch sollte man dann consequent, auch 
die Tuber- Alten mit undurchsichtigen stacheligen Sporen, in eine eigene 
Gattung vereinigen. 

Ch. Dormizeri Corda = Ch. meandriformis Vitt. exci. Tubere albo 
Corda. Das Sporocarpium erscheint in ziemlich runden erdäpfelartigen Knollen 
von schmutzigweisser Farbe und mit meist glatter, selten holperiger Oberfläche 
von 1—4 Zoll Durchmesser. Frisch im Bruche ist es weiss, fest, fast wie fester 
Käse, auf der glatten Schnittfläche mit linienförmigen bleichbräunlich 
oder röthlichen dädaleischen Fruchtgängen. Getrocknet wird er fast bein- 

9* 



68 Prof. Friedrich A. Hazslinsky. Beiträge zur Kenntniss der Ungar. Pilzflora. 



hart. Diese Art hat unter allen Formen die dauerhaftesten Schläuche — 
meist von bauchig keulenförmiger Form, welche, wie schon Cor da angibt, 
symmetrisch angeordnet erscheinen. Auch zählt jeder Schlauch acht Sporen. 
— Hieher gehören meine Exemplare aus den Eperieser und Kajutaer Laub- 
walde. wie auch die von Schulzer bei Baläzsvägäs und zu Kamenitz unweit 
Peterwardein gesammelten. 

Ch. g angin formis Vitt, stimmt in Bezug auf Form und Farbe des 
Fruchtkörpers und der Sporen mit dem vorhergehenden, unterscheidet sich aber 
auffallend durch die Form und Färbung der Fruchtgänge. Diese erscheinen 
als rundliche durch lineale Bänder verbundene Höhlungen, deren Keim- 
schicht bald eine braunschwarze Färbung annimmt. Diese Entfärbung macht, 
dass die Fruchtgänge im Querschnitt braunschwarz gesäumt erscheinen. 
Die Schläuche sind kürzer als in der vorhergehenden Form, ja oft oval und 
stiellos. Sie entwickeln sich aus Hyphenenden und sind 1 — Ssporig. Die Sporen 
entwickeln sich frei aus dem Protoplasma wie bei den Sphaerien und Lichenen. 
Ja- es kommen, jedoch selten, auch leere Schläuche vor. Die Sporen sind zu- 
erst glatt, dann flach warzig und nur im vollkommen entwickelten Zustande, 
mit den für Clwiromyces charakteristischen cylindrischen stumpfen Warzen 
armirt. Hieher gehört mein Exemplar aus dem Laubwalde bei Haunsdorf und 
das Kalchbrenner'sche aus der Umgegend von Wallendorf, doch ist letzteres 
noch jung mit wenig gebräunter Keimschicht. 

Ch. albus Cor da schliesst sich zunächst der vorhergehenden Form an, 
unterscheidet sich aber schon durch die mehr unregelmässige Form des Sporo- 
carpiums, mehr durch die Form und Farbe der Fruchtgänge und am meisten 
durch die Structur der Gieba. Die Fruchtgänge sind sehr bleich, von ver- 
schiedener Form, meist rundlich und gelappt, und von schwarzen baumartig 
verzweigten Adern durchzogen, wodurch der Pilz im Durchschnitt einigen echten 
Trüffeln sehr ähnlich wird. Die weiteren Stellen dieser Adern erscheinen als 
Luftgänge, in welche sich wahrscheinlich die Sphaeria Zobelii ansiedelt, doch 
fand ich darin kein abweichendes Gewebe. Die auffallendste Ab\yeichung zeigt 
die Structur der Gieba mit ihren unregelmässigen Höhlungen, durch welche 
kreuz und quer einzelne Hyphen laufen — so dass die Sporen zwar in Gruppen 
meist zu acht Stück, doch zwischen diesen Hyphen Avie eingestreut erscheinen. 
Zweimal fand ich auch einzelne gestielte Sporen. Dieser Bau wie der Umstand, 
dass es mir bei mehr als hundert mikroskopisch geprüften Schnittchen nicht 
gelang, einen Schlauch aufzuKnden, bewogen mich, diese Form noch als selbst- 
ständige Species zu behalten gegen die Meinung der Brüder Tulasne, welche 
geneigt sind, alle Choiromyces-F ormen in eine Species zu vereinigen. Nur 
einmal beobachtete ich zwei abnorme Sporen, welche als kugelförmige Conglo- 
meratc kleiner Zellen erschienen, von welchen sich einzelne Kügelchen bei 
geringem Druck lösten. Solche Gebilde mag Wallroth bei seinem Aschion 
concolor fl. cr)i;. p, 806 beobachtet haben, von denen er schreibt: spcridiis ad 
amhitum arillatum alias glohulos minutissimos secedentes gerentihus. So bald 
jch Gelegenheit finde, will ich alle Sporocarpien eines Mycelimus (5 — 30 Stück) 
einer neuern Prüfung unterwerfen, um die Frage zu entscheiden, ob nicht diese 
drei Fruchtformen, durch Entwickelungs-Hindernisse veranlasst werden. 



Beschreibung neuer und ungenügend bekannter 
Phryganiden und Oestriden. 

Von 

Dr. Fr. Brauer. 

Mit Tafel IV. 

(Vorgelegt in der Sitzung vom 3. März 1875.) 

J. I^hryganidae. 
Hydropsychidae. 
Dipseudopsis fasciata n. sp. 

Verwandt mit capensis Wik. ; Flügel bald heller ( 9 ), bald dunkler ((j^) pech- 
braun, mit feinen goldgelben Flaumhaaren, die an zwei Stellen dichter stehen 
und Binden bilden; eine innere quer vom Thyridium zum Arculus, eine äussere 
vom Pterosti^ma zum Hinterrande. Geäder der Vorderflügel von D. collaris 
verschieden, Discoidalzelle im äusseren Drittel durch eine Querader mit dem 
Radius verbunden, dritte Gabel lang, fast bis zur Querader der Anastomose 
reichend; auf der fünften Zelle keine Querader, diese nach einwärts gerückt, 
zwischen Thyridium und Ramus clavalis (am Stiel der fünften Gabel) liegend- 
Drittes Tasterglied sehr dick und gross, fünftes nur ^/^ so lang, wie das 
zweite compress. Pronotum stark entwickelt, längs getheilt, weissgelb. Fühler 
pechbraun, bleich geringelt. Innerer Sporn der Hinterbeine des Mannes länger, 
am Ende gewimpert, an der Spitze mit einem krummen Haken, einem spitzen 
und stumpfen Höcker versehen. Beim Weibe ist der Sporn nur länger. Mittel- 
beine des 9 erweitert. Zweites Fühlerglied schief abgestutzt, innen in einen 
Lappen verlängert. 

Körperlänge mit gelegten Flügeln 12 Mm. cf, 13 9- 

Vorderflügel 10 Mm. cf, 11 9. 

Fühler U Mm. 

Von Dr. Steindachner am Senegal gesammelt. — Beide Geschlechter 
im kaiserl. Museum. 

Oestropsidae. 
Phanostoma n. g. 

Spornzahl 2, 4, 2; Sporne der Vorderschienen sehr klein und schwer 
zu sehen, obere Sporne der Mittelbeine am ersten Drittel der Schiene dicht 
nebeneinander sitzend, gleich lang und an der Spitze gebogen, Endsporne un- 



70 



Prof. Dr. Fr. Brauer. 



gleich, der äussere kurz, der innere Sporn viel länger (ca. viermal); Eudsporne 
der Hinterbeine ebenso verschieden. Erstes Tarsenglied der Mittelbeiue 2/3 
lang als die Schiene, länger als die anderen zusammen; das untere Ende der 
Schiene etwas, das erste, zweite und dritte Tarsenglied an den Mittelbeinen 
stark seitlich erweitert und gewimpert (c^). — (Weibchen unbekannt). Taster 
vorhanden, zart, die Kiefertaster der Unterseite des Kopfes anliegend nach vorne 
und oben laufend. Erstes Glied kurz knopfartig, zweites mehr als doppelt so 
lang, cylindrisch, drittes etwas länger, cylindrisch vorne schwach erweitert, 
viertes dem zweiten gleich, vorne erweitert, Endglied so lang als die drei vor- 
hergehenden zusammen, in mehrere secundäre Glieder getheilt, so zwar, dass 
ein ziemlich langes erstes, drei folgende kurze und ein längeres spindelförmiges 
Endglied undeutlich zu unterscheiden sind. An den vier Hauptgliedern sitzen 
längere feine Borsten, an dem zusammengesetzten Endglied feinere kurze Haare. 
Lippentaster nach unten gerichtet, kaurh Y2 so lang als die Kiefertaster, erstes 
Glied sehr kurz, zweites zart und lang, cylindrisch, drittes Glied schwach 
spindelförmig, etwas länger als das zweite, beide fein behaart. Kopf vorne mit 
breitem verkehrtherzförmigen kurzbehaarten Gesichtsschilde, dessen Seitenränder 
eine Kerbe zeigen; unter demselben sieht man eine schmale, in der Mitte eine 
dreieckige Spitze zeigende Lippe, hinter welcher der Kopf an der Unterseite 
ausgehöhlt ist und seitlich die Kiefertaster verlaufen. Zwischen der Fühler- 
basis geht das Gesichtschild in eine Spitze aus. Kopf oben mit zwei grösseren 
vorderen und zwei kleineren mehr linearen hinteren Seitenwülsten, welche 
einen sechsseitigen, vorne breiteren, schwach gewulsteten Scheitel ein- 
bchliessen. 

Pronotum in zwei schmale senkrechtstehende Lappen getheilt, deren 
oberer Rand etwas wulstig erscheint. Mesothorax nicht besonders buckelig. 
Fü/iler lang und fein, erstes Glied kürzer als der Kopf, dick kugelig, an der j 
Innenseite mit einer Verdickung, zweites kurz klein, drittes am längsten. Die j 
Geisselglieder gegen das Ende sehr fein, aber fast alle gleich lang. Yorderflügel 
lang und schmal mit parabolischer Spitze, zwischen Costa und Subcosta nur 
ca. fünf Queradern; vorderer Ast des Sector radii mit dem Kadius fast ver- 
wachsen und dicht anliegend; der Sector überhaupt gleich an der Wurzel im 
ersten Drittel des Flügels getheilt und daher die Discoidalzelle sehr schmal 
lind lang und nicht gestielt, vorne geschlossen. Zwischen Thyridium und 
Sector eine verdickte Stelle der Fliigelhaut, eine Vena s])uria bildend und ein 
Zelle über der Thyridiumzelle undeutlich abschliessend, welche bei der folgende 
Gattung durch stärkere Entwicklung der Verdickung deutlich ausgeprägt i 
und von in'ix als falsche Discoidalzelle bezeichnet wird. Alle fünf Endgab in 
vorhanden, die Adern der lünfien am Grunde stark verdickt. Die Flügelpr .kte 
in der dritten Gabel und nach innen vom Thyridium gelegen, llinterfiügel 
breit dreiseitig, Sector radii und ranius subdiscoidalis am Grunde vereinigt, 
daher die zweite Endgabel der dritten anliegend, erüte deutlich, vierte hinten 
durch Unvüllständigbleiben der hinteren Zinke offen, fünfte vorhanden. Ani 
Vorderrandc au der SubcoHta zahlreiche krumme Boraten als Retinacula. 



Beschreibung neuer nnd ungenügend bekannter Phryganiden und Oestriden. 



71 



Phanost. Senegalense n. sp. 

Bleich gelbbraune fast nackte Art; Scheitel und Abdomen bleich grün, 
Thorax weissflaurahaarig, Fühler rothgelb, am Ende braun, die Enden der 
Geisselglieder mit schmalen schwarzen Ringen an den Gelenken. Vorder- 
fliigel blass gelbbraun hyalin, alle Adern blass gelbbraun, zuweilen rüthlich- 
grau, Pterostigma mit graubraunem Nebelfleck, der einen helleren Fleck und 
hellere Adern umschliesst und von da sich längs der falschen Querader zum 
Thyridium erstreckt. Die Endgabeln etwas dunkler. Hinterflügel ungefärbt, 
die Adern bleich. Hinterrand der Vorderflügel (^f) eingebogen und am Ueber- 
gang in den Aussenrand stark erweitert. 

Hinterleibsende des Mannes schief, von hinten und oben nach unten und 
vorne abgeschnitten, oben ragt nach hinten eine am Grunde verengte, hinten 
breite Platte, an deren fast quer abgeschnittenem Hinterrand zwei dreieckige (eine 
jederseits) Zinken breit von einander getrennt stehen. (? obere App.) Untere An- 
hänge sehr lang, das Grundglied 2/3 des Endgliedes betragend und etwas ver- 
dickt, beide eine sanftgebogene Zange bildend, die die Platte mit dem End- 
drittel überragen und behaart sind. Als mittlere Anhänge erscheinen unter der 
Platte zwei nach innen gekrümmte Spitzen. 

Körperlänge 7 Mm. 

Vorderflügel 13 Mm. 

Fühler 33 Mm. 

Von Dr. Steindachner in derselben Zeit und an denselben Orten ge- 
sammelt, wie die folgende Gattung. 

Aethaloptera. 

Spornzahl (0), 3, 2; Sporne der Vorderschienen rudimentär (? 2) beimpf 
oder fehlend (Q), oberer Sporn der Mittelschienen ganz am Grunde an der 
Ausscnseite sitzend, äusserer Endsporn der Hinterbeine Vs kürzer und feiner 
als der innere, erstes Tarsenglied der Mittelbeine ^/^ so lang als die Schiene, 
beim Weibchen, sowie letztere stark seitlich blattartig erweitert. Taster ab- 
fällig, bei allen Exemplaren fehlend, Gesichtschild blasig, Kopf oben neben den 
Augen mit zwei vorderen grösseren und zwei hinteren kleineren Wülsten, auf 
welchen steife feine Haare sitzen. Prothorax nach oben eine fast senkrechte, 
in -der Mitte gebuchtete Lamelle (Pronotum) bildend, die sich an die Vorder- 
seite des Mesothorax eng anlegt. Letzterer stark vorspringend, die Lamelle 
überragend, buckelig, schief nach hinten und unten abfallend. — Männchen 
grösser und kräftiger als das Weibchen, Flügelgeäder beider Geschlechter 
verschieden und sehr unregelmässig. Zwischen Costa und Subcosta ca. acht 
Queradern, letztere mit dem Radius fast verwachsen und an beide der vordere 
Ast des Sector radii eng anliegend, daher die Discoidalzelle sehr lang, aber 
scheinbar nur vom hinteren Sectorast gebildet ((^) (falsche Discoidalzelle) oder 
scheinbar ganz fehlend (9), da bei letzterem die Querader zwischen Rarnus 



72 



Prof. Dr. Fr. Brauer. 



Thyrifer und hinterem Sectoraste fehlt oder daselbst nur eine Trübung zu 
sehen ist, wodurch eine falsche Discoidalzelle nicht zu Stande kommt. 

Alle fünf Endgabeln vorhanden. Die Flügelpunkte in der falschen Dis- 
coidalzelle (cf) oder nach innen von der Anastomose an derselben Stelle (9) 
und hinter dem Thyridium gelegen. — Hinterflügel dreieckig, mit breitem 
Hinterfeld, erste, zweite und dritte Gabel deutlich, aber der Sector radii und 
Raums subdiscoidalis am Grunde vereinigt. — Am Vorderrande stehen auf der 
Costa viele lange, an der Spitze gekrümmte feine Borsten als Retinacula. — 
Nebenaugen fehlen. — Fühler sehr lang und fein, Basalglied so lang (cT) oder 
kürzer als der Kopf; beim 9 überhaupt viel zarter, drittes Glied lang, am 
Grande erweitert. 

Aethalopt. dispar n. sp. 

Lauchgrün, nackt, an den Wülsten des Kopfes, Mundtheilen, an dem 
Hinterleibe und Analrande der Hinterflügel sehr feine weisse Haare; Unter- 
seite bleich gelbbraun, Fühler gelb am Grunde, das Basalglied beim unten 
mit einem runden Höcker, die Geisseiglieder an den Gelenken fein schwarz 
geringelt, am Basalende jedes Glied weiss, weiter gegen die Mitte der Geissei 
alle Glieder schwarzbraun, weiss geringelt. Beim Weibchen die Fühler sehr 
fein, in der Basalhälfte gelb, dann braun undeutlich geringelt. Augen braun 
mit queren Silberbinden. Thorax oben mit zwei gelben Längsstriemen. Hinter- 
leib bleich. Flügel hyalin, glänzend, die Adern lauchgrün, nur eine Querader 
in der Area interclavalis und eine der Area cubitalis im Vorderflügel schwarz- 
braun und so beraucht. Beim Weibchen liegen beide Adern noch im Basal- 
drittel, beim Manne liegt die erstere in der Mitte, die letztere im Basalviertel 
des Vorderflügels. 

Hinterleibsende beim Manne von hinten und oben nach vorne und unten 
schief abgestutzt, oben zwei durch eine Spalte fast bis zum Grunde getrennte, 
leicht einwärts gebogene Platten (? obere Appendices) zeigend, die wie eine 
Gabel nach hinten liinausragen und zwischen sich einen Wulst nach unten 
vortriiteu lassen. Untere Anliänge lang, die Gabel überragend zweigliedrig und 
etwas aufwärts und S-förmig gebogen, fein behaart, das Endglied '/a so lang 
als das Grundglied. 

ilintcrleibsende des 9 ''i dicke kurze cylindrische, warzenartig* 

Afterrölire auslaufend, an deren freiem Ende zwei kurz»; Dornen und einig 
feine divergirendti Haare sitztMi. - Am scliiefabgestutzten Endo unten f' 
Legeklappen. 

Körperlänge (c/) 8, (9j 7 Mm. 

Länge d<'s Vorderflügels ((j^) 11, (9)0 Mm. 

Länge d< r Fühler ((^) 'M, (unvollständig). 

Von Herrn I)r. F. S tei ndacli n e r am Senegal (bei Taoue) im November 
maHMeiiliaft gefunden. 



BescliieihuDg neuer und ungenügend bekannter Phryganiden und Oestriilt-n. 73 



Oestropsis bipunctata n. sp. 

9. Flügelgeäder genau wie bei Oestrops. Semperi m. Die Flügelspitze 
parabolisch, der Rand hinter derselben nicht ausgebuchtet, ganz. Erste Apical- 
gabel im Hinterflügel fehlend wie dort (9). Siebente Apicalzelle im Vorder- 
flügel länger, mehr nach innen reichend als die Discoidalzelle, spitz. Die 
Queradern im Costaistreifen sind weniger zahlreich, nebst der Basal- und End- 
querader finden sich nur ca. vier in der Mitte desselben nebeneinander. Körper- 
farbe bleich olivengelb, im Leben vielleicht grün, Unterseite und Beine gelb- 
braun, die Spitze der Vorder- und Mittelschienen schwarzbraun. Mittelbeine 
stark erweitert an den Schienen und Tarsengliedern, erstere nur etwas länger 
als die Hälfte des Schenkels, scheinbar das erste Tarsenglied bildend. Der 
Mittelsporn klein, dünn über der Mitte sitzend. Hinterschienen cylindrisch, der 
Mittelsporn gleich unter der Basis, sehr klein. 

Endsporne ungleich, der äussere klein, der innere stark. Wimpern der 
Mittelbeine goldgelb. Mundtheile braun, die Kiefer- und Lippentaster nur in 
kurzen Rudimenten vorhanden. 

Erstes und zweites Fühlerglied gelbbraun, aussen dunkel schwarzbraun, 
drittes schwarzbraun, die folgenden heller braun, an den Gelenken fein schwarz, 
in der Endhälfte jedes dunkler, gegen die Spitze des Fühlers alle schwarz, 
sehr fein; Fühler IV2 Kürperlänge betragend (9). Mesoscutellum mit zwei 
runden, tiefschwarzen grossen Punkten. Flügel bleich, weisslich hyalin, die 
vorderen grünlich, in der Pterostigma-Gegend bräunlich. 

Körperlänge 14 Mm. 

Vorderflügel 21 Mm. 

Hinterflügel 15 Mm. 

Von Herrn Ernst Marno am blauen Nil (Beni Schaugol) gesammelt. M. C. 

Es ist wahrscheinlich, dass Walker's Polymorphanisus nigricornis aus 
Indien auch in diese Gattung gehört und vielleicht sogar mit dieser Art identisch 
ist. In dieser Ansicht werde ich noch bestärkt durch M'Lachlan's neuere 
Mittheilung (Ann. d. 1. Soc. Entomolog. de Belgique, T. XV, 1872, p. 69. 
Mater, p. une Faune Neuropt. de l'Asie sept.) nach welcher Polymorphanisus 
nigricornis Walk, für die Sporne die Formel 2, 3, 3 haben muss. Indess 
muss ich die Bemerkung zurückweisen, dass ich und Hagen eine unrichtige 
Zahl angegeben hätten, da ich wenigstens die Type Walker's nie gesehen habe 
und somit die fehlerhafte Angabe der Spornzahl 2, 2, 2 nur durch Walker 
gemacht werden konnte. Die von mir zu Walker's Gattung Polymorphanisus 
gerechneten Arten haben in der That die Formel 2, 2, 2 und gehören also 
nach dieser Erläuterung in eine neue Gattung. Ich möchte überhaupt hier mir 
die Frage erlauben, ob eine so fehlerhaft charakterisirte und mangelhaft be- 
schriebene Gattung wie Polymorphanisus und Philanisus noch eine Berück- 
sichtigung verdienen. Bei der Art mag der erste Name seine Geltung haben 

Z. B. Ges. B. XXV. Abh. 10 



74 



Prof. Dr. Fr. Brauer. 



auch ohne genügende Beschreibung, ob aber bei der Gattung, möchte ich schon 
darum bezweifehi, weil auf Grundlage solcher unwahren Charaktere, Arten, 
welchen diese Charaktere wirklich zukommen, unter diesen Begriff eingereiht 
werden, wie obiges Beispiel zeigt, 

Soll vielleicht Derjenige, welcher schlecht untersucht und mangelhaft 
beschreibt, das Recht besitzen die Namen zu streichen, denen richtige Beschrei- 
bungen zu Grunde liegen, durch die er zudem vielleicht noch aufmerksam 
wurde seine Fehler aufzusuchen und zu verbessern? Der Gattungsbegriff schliesst 
die Charaktere ein, welche einer Reihe von Arten gemeinsam sind. Wenn nun 
diese Charaktere unwahr sind, so hat die Gattung keine Berechtigung und 
auch der Name mit seinem Autor ist zu streichen. — Will man den Namen 
beibehalten, so hätte man in unserem Falle ahei Polymorphanisus M'Lachlan 
non Walker zu sagen. 

Was den Bestand der Unterfamilie der Oestropsiden betrifft, so muss 
ich bemerken, dass dieselbe vollkommen gleich berechtigt ist mit den Hydro- 
psychiden und Leptoceriden, denn bei allen findet sich ein flexibles letztes 
Kiefertasterglied. Das Rudimentärwerden der Taster ist hei den Oestropsiden 
graduell verschieden nach Gattungen und vielleicht nach den Geschlechtern, 
gerade so wie das erstere bei den Oestriden unter den Dipteren der Fall ist. 
Alle Oestropsiden haben indess eine, bei keiner anderen Phryganiden-Familie 
vorkommende blasige Gesichtsbildung und ein eigenthümliches Geäder, welches 
zum Theile bis jetzt unrichtig aufgefasst wurde. So ist auch bei Amphipsyche 
MX. (1. c. p. 68, Fig. T. II, 7j eine Discoidalzelle vorhanden, da sich der 
vordere Sectorast eng an den Radius anlegt und mit ihm verwächst oder häutig 
wird. Seine Endgabeln aber sind stets vorhanden. Auch die Ausbildung des 
Pronotums, ähnlich wie bei Dipseudopsis ist für die Gruppe charakteristisch, 
ebenso sind es die Retinacula an den Hinterfiügeln. Interessant wäre es, die Rück- 
bildung der Taster während der Verwandhing verfolgen zu können und zu 
wissen, wie sich dieselben bei den Nymphen verhalten. Die Trichopteren sind 
in dieser Hinsicht ein interessantes Beispiel zur Erklärung der Umformung 
beissender Mundtheile in saugende, wie es weit weniger augenfällig bei Lepi- 
dojjteren vor sich geiit. Die Piiryganiden-Nymphe besitzt noch gut entwickelte 
Ober- und Unterkiefer. Die linago keine Oberlviofer oder nur Rudimente der- 
selben, Unterkiefer und Lippe bilden eine Art Saugrüssel mit Taster, und 
let/.tere gehen endlich auch verloren bei einer Anzahl Oestropsiden. Durch 
grössere Lebensdauer der linago und Gebrauch des Rüssels Hesse sich wohl 
denken, dass dieser eine Vervollkommnung eingehe und damit wäre das für 
Lubbük Unverständliche gelöst (Origin of Insects), wie die Mundtheile der 
Kaujicn .sich in die der Schmetterlinge umbilden können; denn aucii bei letzteren 
iit yd der P^üssel in aehr veruchiedeneni Grade entwickelt. 



Beschreibung neuer und ungenügend bekannter Phryganiden und Oestriden. 



75 



II. Oestriden, 

Hypoderma Clarkii Shuckard. 

Clark, Trans. Linn. Soc. Vol. XIX. II, p. 91 Oestrus Clarkii Shuck. 
Joly, Rech. s. 1. Oestr. p. 287 Gastrophilus Clarkii. 
Brauer, Monographie p. 159 Oestrus s. s. Clarkii. 

cf. Nackte grauscheckige Art, Kopf vorne und Mund gelbbraun, Taster 
fehlend, Gesichtsschild breit, fast kreisrund. Nebenaugen schwarzbraun, gross, 
Hinterkopf gelbbraun. Rückenschild grau, mit vier durch die Quernaht unter- 
brochenen und verwischten Längsstriemen, hinter der Quernaht die mittleren 
zwei Punkte, die äusseren zwei lange Striemen bildend, tief schwarz. Hinter- 
rücken glänzendschwarz. Schildchen dunkelbraun, höckerig. Beine kräftig wie 
bei Bovis, schwarzbraun, die Gelenke und die Tarsen gelbbraun, ebenso die 
Klauen und Haftlappen, doch erstere am Ende schwarz. Erstes Tarsenglied 
fast dreimal so lang als das zweite, Flügel grau, faltig, Flügelwurzel schwarz- 
braun, Plügeladern gelb. Schüppchen sehr gross, kreideweiss, gewölbt, etwas 
faltig, Randader weiss. Hinterleib kurz stumpf, höckerig, graumarmorirt mit 
erhabener schwärzlicher Mittellinie. 

Körperlänge 13 Mm. 

Länge des Flügels 12 Mm. 

Durch die freundliche Vermittlung des Herrn Dr. Hoffmann erhielt 
ich aus dem Stuttgarter Museum diese Oestriden-Art vom Cap der guten Hoff- 
nung zur Bestimmung und fand sie übereinstimmend mit der von Shuckard 
ebendaher beschriebenen Art: Oestrus Clarkii, welche ich in meiner Mono- 
graphie p. 159 ff. mit einigem Zweifel in die Gattung Oestrus im engeren 
Sinne gestellt habe. Das Thier selbst zeigt nun, dass meine Bedenken gerecht- 
fertigt waren; denn es gehört nicht in diese Gattung, sondern zu Hypoderma 
und ist somit eine Hautbremse. In der Gattung Hypoderma steht sie zunächst 
Silenus, weicht jedoch von allen bekannten Arten dadurch ab, dass sie nackt 
ist. — Zu der von Clark gegebenen, von mir 1. c. reproducirten Beschreibung, 
mögen obige Bemerkungen als Ergänzung dienen. 

Hypoderma Bonassi n. sp. aus der Haut von Bonassus americanus. 

Larven im dritten Stadium, noch nicht ausgewachsen. 

Larve schlank, länglich birnförraig, in der ganzen Gestalt der von 
Hypoderma Diana m. ähnlich, die knopfartigen Warzen auf den oberen Seiten- 
wülsten und der Ober- und Unterseite deutlich vortretend. Bedornung, beson- 
ders der letzten Segmente von allen ähnlichen Larven abweichend, so von 
Hypoderma aus Capra Aegagrus und Diana ebenso wie von H. bovis, von der 
sie noch durch den Bau der hinteren Stigmenplatten differirt. 

An der Oberseite am Vorderrande des zweiten und dritten Ringes 
zwei oder drei kleine Dornengruppen, am vierten, fünften und zuweilen bis zum 
achten in der Mitte eine Querreihe von Dornen. Am Hinterrande des fünften 
Ringes eine Reihe, am sechsten, siebenten, achten und neunten Ringe mehrere 

10* 



76 



Prof. Dr. Fr. Brauer. 



Reihen sehr kleiner brauner dichtstehender Dornen. Am zehnten Ring 
daselbst noch ebenso zahlreiche Reihen oder weniger Dornen, selten derselbe 
dort nackt. 

Am Vorderrande des zweiten bis siebenten oder achten (incl.) oberen 
Seitenwulste eine Gruppe (am zweiten bis vierten) oder Reihe (fünften bis 
siebenten oder achten) von Dornen. 

Am zweiten bis vierten oder sechsten mittleren Seitenwulste eine Gruppe 
von Dornen. 

Zweiter bis achter unterer Seitenwulst mit einer Dornengruppe am Vor- 
derrande. 

Am Hinterrande zieht sich über dem vierten bis zehnten mittleren Seiten- 
wulste ein Dornengürtel hin, der am fünften bis zehnten Ring breit und mehr- 
reihig ist, ebenso über den Hinterrand des zweiten bis zehnten (incl.) unteren 
Seitenwulst. (Bei H. bovis sind der neunte und zehnte Ring mit allen Seiten- 
wülsten nackt und am achten findet sich nur eine Dornenreihe). 

An der Unterseite zeigt der zweite bis neunte Ring am Vorderrande eine 
unterbrochene Reihe etwas grösserer, am Hinterrande der zweite bis zehnte 
(incl.) Ring viele (12 — 14) Reihen sehr kleiner Dornen. Der elfte (letzte) Ring 
ist nackt. 

Stigmenplatten am letzten Ringe flach, jede gegen die Mitte etwas seicht 
trichterförmig einsinkend (d. h. gegen die sogenannte Stignaenöffnung zu), und 
eine Sichel um letztere herum bildend, deren convexer Rand oben stark vor- 
gezogen ist, wodurch die ganze Platte fast dreiseitig wird. 

Die Hörner jeder Sichel treffen fast innen zusammen und schliessen so- 
mit die sog. Oeffnung der Stigmen fast ganz ein. Die Platten sind radiär 
tief gefurcht (ca. 14 Furchen) und fein und dicht punktirt. (Bei Bovis sind die 
Platten stark wulstig, convex auf der Fläche). 

Länge der Larven 18—20 Mm., Breite am siebenten Ring 7—8 Mm. 

Farbe wie bei den übrigen Hjpodermen -Larven , anfangs gelb, später 
bräunlich oder schwarz. 

Nach der vorgenommenen Untersuchung ist die Hypoderma- Art, welche 
den amerikanischen Büffel bewohnt, von den bekannten Arten verschieden und 
dürfte zunächst mit Hypoderma lineata oder Diana verwandt sein. 

Bomerkenswerth scheint es mir, dass die zwischen //. bovis unJ Diana 
stehenrle 7/. lineata auch in America sich findet (Monogr. d. Oestriden, p. 124) 
und deren liarve zudem bis jetzt nicht bekannt ist, wenn wir nicht die Larve 
aus Capra Aegagrus (ebenda p. 134) dafür halten wollen. Ein Exemplar der 
//. lineata (Image cf) aus Kentucky im kaiserlichen Museum unterscheidet sich 
von den europäischen nur durch den etwas schmäleren Scheitel (ca. 1 Mm.) und 
das etwas län^'cre Gesichtsschild. 

I)r. Hagen, welcher mir dio liarven freundlichst zur Beschreibung über- 
wandt bat, berirbtct darüber Folgond»«: Herr Allen fand während seines ein- 
jährigen AufenihaltrK in Colorado unter den PiüdVdn ein einziges Stück, welches 
am Rücken ganz von Oestrim-hcuhn b isetzt war. 



Bescbrei>)ung neuer und ungeuügenii bekannter Phiyganiilen und Oestriden. 



77 



Beschreibung der Larve yon Cephenomyia Trompe L. 

Durch Herrn Gustos Heinrich Frauberger erhielt ich bei seiner Rück- 
kehr aus Lappland mehrere Exemplare der wohl hinreichend oft erwähnten, 
aber nirgends beschriebenen Larve der im Rennthiere lebenden Cephenomyia. 
Dieselbe zeigt nur wenig Verschiedenheit von jener der Ceph. stimidator, wie 
diess vorauszusehen war, da auch die Imagines einander sehr nahe stehen. 

Beschreibung. 
Larve im letzten Stadium: An der Oberseite am Vorderrande des zweiten 
und dritten Ringes drei, am vierten vier Querreihen von Dornenwarzen, die 
Dornen der vorderen Reihen am zweiten und dritten Ring am kräftigsten, die 
des vierten Ringes fast gleichgross, nur die der hintersten Reihen sehr klein. 
Am fünften bis achten (incl.) Zwischenwulst zwei Querreihen, am 
neunten drei unregelmässig alternirende Reihen von Dornenwarzen. 

Am fünften Ring vier Reihen solcher Warzen am Vorderrande hinter 
dem Zwischenwulst, am sechsten und siebenten Segment ebenda fünf Reihen, die 
hinterste Reibe jedesmal kleine Dornen enthaltend; am achten Segmente die 
vier Reihen lückenhaft (3—4 Lücken), die Dornen wellig gestellt, nach hinten 
zu kleiner; eben solche vier Reihen am Vorderrande des neunten Ringes. 
Vorderrand des zehnten Ringes ganz nackt oder nur eine Gruppe 
von wenigen Dornen (vier) zeigend; am Hinterrande desselben vier 
Reihen in der Furche. Am Seitenrande des vierten bis neunten Ringes eine 
Reihe Dornenwarzen, die nach unten sich an eine Gruppe solcher anschliesst. 

An der Unterseite am Vorderrande des ersten Range^ vier, am. zweiten 
Segment in der Mitte drei, seitlich davon vier bis fünf Reihen, am dritten fünf, 
am vierten sechs, am fünften sieben, am sechsten, siebenten, achten und neunten 
acht Pieihen regelmässiger paralleler Querreihen von Dornenwarzen. Am 
zehnten nur sechs bis sieben, etwas lückenhafte unregel- 
mässige, am elften zwei alternirende im Bogen in eine seitliche 
Gruppe übergehende Reihen solcher Warzen. — Die nackten Stellen 
am Vorderrande der bedornten Zone des Ringes sind sehr klein, reichen am 
vierten und fünften Ring nur bis zur zweiten, am sechsten, siebenten, achten, 
neunten und zehnten nur bis zur dritten Reihe. 

Stigmenplatttin halbrund, senkrecht gegenüber gestellt, die obere Sichel 
breiter, genau wie bei Stimidator. Die Färbung scheint ganz wie bei der 
Larve von letzterer Art zu sein, vielleicht weniger dunkle Punkte. 

Länge der grössten vorhandenen Larve 37 Mm. 

Breite derselben am fünften Ring 8 Mm. 



Cephenomyia stiinulator Cik. 

Als Notiz will ich zu dieser Art nur erwähnen, dass ich von Herrn Prof. 
Grube eine Larve aus Cervus pygargus Pils, erhielt, welche sich von der der 



78 Prof. Dr. Fr. B r aue r. Beschr. neuer u. ungen. bekannt. Phryganideii u. Oestriden. 



Ceplien. stimidator durch nichts unterscheiden lässt. Da man diese Hirsch-Art 
nur für eine klimatische Varietät des Rehes hält, so dürfte letzteres auch der 
Parasit bestätigen, obschon es auch vorkommt, dass ein und dieselbe Speeles 
in verschiedenen Zonen andere Parasiten zeigt, und Parasiten in gewisser Hin- 
sicht eine vom Wirthe unabhängige Verbreitung haben. 



Erklärung der Tafel IV. 

Fig. 1. und la. Hypoderma ClarJäi Shuck, cT. 

a. Kopf von vorne. 
„ 2. Larve von Hypoderma Bonassi. 

2a. deren hintere Stigmenplatte. 
„ 3. Spitze des inneren Spornes der Hinterschienen des Männchens von 

Dipseudopsis fasciata. 
n 4. Äethaloptera dispar, Weibchen. 
„ 4a. „ „ Flügel des Männchens. 

„ 4b. „ „ Appendices anales des Männchens von oben. 

V 4c. „ „ « „ « von der Seite. 

„ 5. Phanostoma Senegalense. Kopf und 5a Taster (j^. 

„ 5b. „ „ Flügel, . 

„ 5c. „ „ App. anal, von der Seite. 

„ 5d. „ „ „ „ von oben. 

„ 5c. „ „ „ „ von unten. 



Mykologische Beiträge. 

Von 

Stephau Schulzer you Müggenburg. 



(Vorgelegt in der Sitzung vom 3. März 1875.) 

1. Pachy derma Schlzr. Gemts novum Gasteromycetum. 

Peridium sessile, valde crassum, coriaceum, fragile, sponte non dehis- 
cens, glabrum, intus ahsque loculamentis ; flocci capillitii e hasi emergentes 
erecti, ramosi, ubique verruculosi ; sporae singulae in his verruculis nascentes, 
sessiles, glohosae. 

Speeles: P. Stros smayeri. Peridium depressum, adultum furvum, 
siccum, humorem absorhens; sporae granulatae. In caespititiis. 

Diesen schönen Fund machte ich im verflossenen Jahre, Mitte October, 
auf dem „Rondelle" genannten Rasenplatze des hauptsächlich aus überständigen 
Eichen bestehenden Kunjevcer Waldes unweit Vinkovce und zwar vereinzelt, in 
bereits reifem Zustande. 

Das Peridium ist einfach, hat die Gestalt einer nicht ganz regelmässigen, 
von oben nach unten etwas zusammengedrückten Kugel, ist somit dicklinsen- 
förmig. Der horizontale Durchmesser betrug in der einen Richtung 6'1, in der 
anderen 5-6, die verticale Höhe in der Mitte 3'3 Centimeter, Das Peridium ist 
1-6 bis über 2'2 Millimeter dick, mit matter, Wasser begierig einsaugender, 
dunkelschwarzbrauner, stellenweise sehr flach eingedrückter Oberfläche, ohne 
irgend welche Protuberanzen oder Spuren einer etwa verschwundenen äusseren 
Bekleidung. Der Anschnitt zeigt eine umberbraune, compactlederartige, jedoch 
nicht zähe, sondern brüchige Substanz. Diese Brüchigkeit ist zur Fortpflanzung 
der Art unbedingt nothwendig, weil die Sporen nur durch das, mittelst Anstoss 
von aussen, bewirkte Zerbrechen des dicken Peridiums frei werden können, 
denn man sieht nirgends die leiseste Andeutung, dass es geneigt wäre, sich zu 
diesem Zwecke aus freien Stücken zu öffnen. In der Mitte der Unterseite be- 
findet sich eine faltigverwachsene Narbe, d. i. jene Stelle, wo das stiellose 
Peridium ursprünglich mit seinem Mycel in Verbindung stand. Die Hyphen, 
aus welchen das Peridium construirt ist, sind verschiedenartig verzweigt, dicht 
verflochten, glatt, unseptirt, angefeuchtet durchscheinend, dabei stellenweise 
mit einer dunklen Flüssigkeit gefüllt und haben eine Dicke von 0'0025 bis 
0'005 Mm. Von der Innenwand des Peridiums gehen an der Basis und in der 
unteren Hälfte in verticaler Richtung die das Mark bildenden Fruchthyphen ab 
und enden am oberen Theile der Innmwand, ohne daselbst mit dieser sich zu 
verbinden, daher dort das Capillitium von der Hülle leicht trennbar ist. Sie 
sind in ihrer ganzen Länge strauchförmig ästig und fructificirend, unter Wasser 
durchscheinend, nur sparsam septirt, durchschnittlich 0*008 Mm. dick und enden 
als pfriemförmige, seltener stumpfe Zweige. Ueberall, vom Fusse bis zum 
äussersten Ende, sind sie mit Wärzchen, conischen Vorsprüngen oder kurzen 
Zweigen besetzt, so wie letztere ihrerseits wieder mit Vorsprüngen und Wärzchen, 
wovon jedes eine Spore hervorbringt. Diese Organe stehen häufig quirlförmig 
und an solchen Stellen ist die Hyphe gewöhnlich etwas angeschwollen erweitert. 



80 



Stephan Schulzer von Müggenburg. 



Die kugeligen, 007—0 01 Mm. breiten, sehr fein warzigen Sporen sind, 
gleich dera zur Zeit der Reife trockenen Capillitium dunkel purpurbraun, unter 
Wasser weniger durchscheinend und nicht in Loculamenten gesarnnielt, von 
denen hier nichts zu sehen ist. Sie legen sich nach dem Abfallen einzeln an 
die Hjphen an. 

Obschon die Sporen recht zahlreich sind, so bemerkt man doch hier 
nicht das masslose Ueberwiegen derselben gegenüber den Hyphen, wie bei den 
meisten anderen Gasteromyceten. 




Fig. 1.(1. 

Fig. I. a. Uinriws und Ati.siclit von oben und b. Vcrticalduichschnitt in natür- 
licher Ci rosse ; c. ein Stüc.kch.'n j<;rH!r Hyphen, aus welchen das Peridiuiri construirt 
ist und <\. (Iah Ende einer Frudithyplie nebst S|)oren, 390nial vergrüssert. 

Die Art bin ich ho frei, nach dem tliätigsten Beförderer der Wissen- 
Kchaften im Süden der Monarchie zu benennen. 



Mykologißche Beiträge. 



81 



2. Hygro2Jhorus (Camarophyllus) insignis ii. sp. Fungus nohi- 
lissimus, totus albidus, lamellae in adultis pallidae. Pileus centro carnoso 
margine primo involuto tenui, e turhinato-gibhoso planus paululum depressus. 
Lamellae deciirrentes, liaud distantes; stipes solidns, firmus deorsum sensim 
incrassatus, evanide flocculosus. Odor et sapor non ingratus. Serotinus, in 
pratis catervatim nascens. 

In der „Leskovac" genannten Gegend bei Vinkovce auf Wiesen, welche 
zu Neudorf gehören, im October und November ansehnliche Gruppen bildend. 

Dieser prächtige Schwamm ist in- und auswendig weiss; Hut und Stiel 
matt ins kreidefarbige, die Lamellen sind erst wässerigweiss, sie dunkeln aber 
im Alter in eine etwas röthliche Tinte nach, das Fleisch endlich ist unver- 
änderlich reinweiss. Der sehr bald wagrecht ausgebreitete, lange am Rande 
eingerollte, meist regelmässig kreisrunde, nur in der Mitte namhaft, sonst 
wenig fleischige, 6'6— 14'5 Centimeter breite Hat, hat im Centrum einen mäch- 
tigen Hügel, Ümbo, der sich selbst im Alter, wo sich die Mitte etwas vertieft, 
nicht ganz verliert. Die sanft anzufühlende Oberhaut hat einen matten Glanz 
und ist kaum feucht zu nennen. Die beiderseits zugespitzten, in der Mitte 
6"6 bis über 8-8 Millimeter breiten Lamellen sind am Hutrande wohl etwas 
dicht, nach rückwärts aber, wo die eingeschobenen kürzeren aufhören, aber 
nicht. Sie enden am Stiele nicht aderförmig. Der oben in den Hut erweiterte, 
nach abwärts sanft conisch verdickte, aufrechte, compactvolle, im mittleren 
Theile 15'4— 22 Mm. dicke, 5'92 bis über 11 '85 Centimeter lange Stiel ist zwar 
nicht schuppig, hat aber einen später sich verlierenden zartflockigen üeberzug. 
Das Fleisch riecht angenehm, etwas nach Lauge und schmeckt süsslich; über- 
haupt ist das ganze Gewächs zum Genüsse sehr einladend. Die reinweissen, 
kugligen, abwärts fast ins Eiförmige ausgezogenen Sporen haben 0*004 bis 
0-006 Mm. im Durchmesser. 



3. Agaricus (Clitocyhe) albo-flavus n. sp. Serotinus, sidicaespi- 
tosus, in pratis seriatim crescens. Pileus disco carnoso, margine inaequali 
tenui, mox expansus, valde irregularis, subhygrophaniis, ex albido flavescens. 
Lamellae postice rotundatae, subdecurrentes, sublineares, confertae, pallidae; 
stipes passim basi incrassatus, sub lente fibrosus, spongioso-farctus, sordide 
albidus. Odor non ingratus, sapor dulciculo-aquosuS. 

Im October und November fand ich auf Neudorfer, im sogenannten 
„Leskovac" bei Vinkovce befindlichen Wiesen diesen Schwamm, in einer etwas 
geschlängelten langen Linie üppig wachsend. Die Reihe bestand nur aus- 
nahmsweise aus einzelnen Individuen, meistens waren deren 2 — 5 am Fusse zu 
einem Räschen verwachsen. Auf dem dunkeln, grünen Grunde hebt er sich 
vom weiten weiss ab, aber genauer angesehen, findet man, dass die Hüte 
stellenweise gelblich, gelb, bei jungen Individuen sogar bis ins Braune gefärbt 
sind, während andere Stellen weisslich sich darstellen. Obschon die dunkelste 
Färbung häufig sich in der Mitte befindet, so ist dieses doch keineswegs Regel. 
Die bald entfaltete Form des Hutes ist eine höchst unregelmässige, am Rande 
ungleiche, buchtige, eingerissene, bald niedergebogene, bald ausgeschweifte; die 
Mitte ist jedoch immer anfangs gewölbt, dann aber flach. Er ist selbst bis 
zum Rande etwas fleischig, hygrophan, jedoch ohne auffallende Farbenänderung, 
1'97 — 10 54 Centimeter breit und hat eine matte, sanft, beinahe feucht anzu- 
fühlende Oberfläche. Die dichten, fast linearen, 2-2—11 Mm. breiten, am 
Hutrande mehr oder weniger zugespitzten, hinten abgerundet oder beinahe ent- 
randet angehefteten, mit den breiten Enden fast ein wenig herahlaufenden 
Lamellen sind erst licht-, dann etwas dunkler bräunlich. Der meist walzen- 
Z. B. Ges. B. XXV. Abh. 11 



82 



Stephan Schulz er vou Müggenburg. Mykologische Beiträg( 



förmige, mitunter wohl auch am Fusse verdickte, 4'4 bis etwas über 8*8 Milli- 
meter dicke, 2*63 — 7*9 Centiraeter lange, unter der Lupe der Länge nach faserige, 
bräunlichweisse Stiel ist voll, aber sein Fleisch in der Mitte weit lockerer als 
die äussere Schicht. Er geht exact in den Hut über. Das trübweisse, zuletzt 
im Stiele, von unten beginnend, röthlirh werdende Fleisch riecht schwach, aber 
angenehm schwamraartig, und schmeckt süsslichwässerig. 

Fries' neueste Ansichten in der zweiten Ausgabe der Epicrisis theilend, 
stelle ich diesen Schwamm, ungeachtet der hinten nicht zugespitzten Lamellen, 
zur Sippschaft Clitocyhe, in die Unterabtheilung Difformes, wofür ganz deut- 
lich der üebergang des Stieles in den Hut nebst der Beschatfenheit seiner 
Substanz sprechen. 



4, Paxillus (Lepista) laetipes ii. sp. Püeus e pulvinato explana- 
tiis margine subinvolidus dein patens, carnosus, versus marginem aequaliter 
attenuatus, gldber, p)t'imitus fuscus dein expallens, nec hygrophanus. Lamellae 
liherae, postice rotundatae, ab liymenophoro facile secedenies, aquoso-alhidae 
dein fuscescentes, confertae; stipes vulgo cylindricus, saepe hasi ohesus, eva- 
nescente-ßoccidosus, laete violaceus , spongioso-farctus, mycelio alho submem- 
hranaceo insidens. Caro sordide-alba. Odor et sapor gratus. Sporae albido- 
luteae, in cuniulis dilute-alutaceae. Serotinus, in pratis ordinatim l. circina- 
tim nascens. 

Wächst im October und November auf Wiesen, bald in unregelmässigen 
Reihen, bald ein grosses Kreissegment darstellend. Neudorfer Antheil des 
Leskovac bei Vinkovce. 

Der anfangs halbkugeliche, am Rande eingerollte, gepolsterte Hut breitet 
sich flach aus, mit etwas vertiefter Mitte. Er ist fleischig, am stärksten in der 
Mitte, 3'94 bis über 10*54 Centimeter breit, kahl und matt, nicht hygrophan, 
anfänglich licht nussholzbraun, später mit meist etwas dunklerer Mitte ins 
Bräunlichweisse abblassend. Die dichten, 4"4—13'2 Mm. breiten, wässerigweissen, 
fast bräunlichen Lamellen sind hinten abgerundet, vorn zugespitzt, nicht herab- 
laufend. Bei alten Exemplaren kann man ihre Masse vom Hutfleische ohne 
besondere Mühe trennen, was sogar mitunter spontan erfolgt, Avobei die unterste 
Fleischschicht mitgeht, ohne sich durch Heterogenität irgend auffällig vom übrigen 
Hutfieische zu unterscheiden. Das Mycclium erscheint früher als der Schwamm 
auf der Oberfläche des Rasenbodens, unrcgelmässig, auf beiläufig sieben Quadrat- 
Centimeter verbreitet, als weisses, beim Berühren schleimig zusammenfliessen- 
des Gewebe. Die ästigen, wenig scptirten Hyphcn, aus welchen es besteht, 
sind unter Wasser hyalin und sehr dünn. Bei entwickelten Schwämmen be- 
kleidet ein Theil davon oft in Form von häutigen, anschliessenden Lappen den 
Fus8 des Stieles. 

In der Mitte dieses Myceliums und davon überaus leicht trennbar, sitzt 
der Stiel selbst mit der meistens platten Basis. Er geht in den Hut über, ist 
walzenfi'innig, mitunter wohl auch unten kaum merkbar viu'dickt oder zuge- 
Hjiitzt, 0- 10-H Mm. dick, 2 03 — 5 27 Cm. lang, durch Zerfasern der äusseren 
Schicht vergänglich schujtpig, schrm lichtviolctt, später abblassend. Er ist 
zwar voll, aber di(; Dichtigkeit des Fleisches nimmt vom Umfange zur Mitte ab. 

l)agegen ist <IaH glei(;hg(!f'ärbte, nilinlich triiltweisse Fleisch des Hutes 
dicht. iW-idc haben einen ungetudimcn Schwammgeruch und (jleschmack. 

Die Sporen sind gelblichweiss, in dicken Lag(!n licht gelbl i eh brau n, 
oval bei 005 Mm. lang; sie haben eine dünne Membran, und einen grossen, 
kugligen, stark contourirten Kern, 



Hemiptera Heteroptera Austriaca, mm. Maji- 
Augusti 1870 a J. A. Palmen collecta. 

Enumeravit 

0. M. Reuter, Helsingsforsiae. 

(Vorgelegt in der Sitzung am 3. März 1875.) 

1. Eury gaster maurus L. Ad Laibach d. 19. Maji; Istria jn-ope 
Klana d. 11. Judü; Triest d. 19. Juni, ad Duino prope Triest d. 28. Junii 
(iraago et nympha). 

2. Odontotarsus grammicus L. Duino prope Triest d. 28. Junii 
in fruticeto ad flum. Recca. 

3. Graphosoma lineata L. Istria inter Elana et Sabizhe d. 11. Junii; 
Görz d. 24. et 26. Junii. 

4. Gr. semipunctata F. Görz d. 26. Junii frequ. in Athamanta 
3Iatthiolii. 

5. Aelia acuminata L. Wien ad Kahlenberg d. 12. Maji. 

6. Apariphe intermedia Wolff. In vallicula ad Görz d. 30. Junii. 

7. Eysarcoris aeneus Scop. Duino ad flum. Recca prope Triest 
d. 28. Junii. 

8. Carpocoris haccarum L. Dali. (— fuscispinus Boh.). Görz 
d. 24. Junii; Tyrolia ad Brixen d. 24. Augusti, 

9. C. nigricornis F. Circa Laibach ad Utik d. 20. Maji; Gross- 
Kahlenberg d. 27. Maji, Thiergarten d. 31. Maji; Istria inter Klana et Sabizhe 
d. 11. Junii; inter Adelsberg et Prevald Carniolia d. 19. Junii; Görz d. 25. et 
26, Junii (imago et nympha adulta); Duino frequ. in fruticeto d. 28. Junii 
(imago et nympha). 

10. Bolycoris Verhasci De G. Laibach d. 20. Maji; Elana Istria 
d. 11. Junii; Adelsberg d. 19. Junii; Triest ad Duino d. 28. Junii (nympha); 
in alpibus noricis ad Nassfeld (5—7000") d. 2. Augusti. 

11. Palomena viridissima Poda. Ad Semmering d. 16. Maji; Lai- 
bach ad Gross-Eahlenberg d. 27. Maji; ad lac. Zirknitz Carniolia d. 8. Junii. 

12. Piezodorus incarnatus Germ. Duino prope Triest indiv. uni- 
cum. d. 28. Junii. alterum in paludosis ad Görz d. 1. Julii. 

13. Tropicoris rufipes L. In cacumine Prstrelnik prope Flitsch 
(6- 7000'') in nive d. 15. Julii. 

11* 



84 



0. M. Reuter. 



14. Eurydema pustulataFieh. Triest d. 14.— 18. Junii, indiv.unicum. 

15. Eur. oleraceaJj. Laibach d. 21. Majim JEuphorhia cyparissia 
d. 24. et 31. Maji; ad lac Zirknitz Carniolia d. 8. Junii; Tyrolia ad Brixeu 
d. 24, Augusti. 

16. Äcanthosoma haemorrhoidale L. Laibach (Gleinitz) d. 20. et 
21. Maji. 

17. Cyphostethus lituratus F. Laibach ad Gross - Kahlenberg 
d. 23. Maji. 

18. Zier na caerulea L. Tyrolia ad Brixen d. 24. Augusti. 

19. Sehirus duhius Scop. Ad Kutjin in promontoriis alpis Km. 
(35000 ad fluni. Isonzo d. 11. Julii. 

20. Gonocerus venator F. In vallicula ad Görz d. 24. Junii, 3 exx. 

21. Syromastes marginatus L. Semmering d. 18. Maji; Laibach 
d. 19. Maji, ad Gross-Kahlenberg d. 27. Maji. 

22. Dasycoris ])ilicornis Klug. Laibach d. 19. Maji; Adelsberg 
d. 8. Junii. 

23. Stenocephalus alhipesF. (=neglectusIl.Sch.) Wien (KaMen- 
berg) d. 12. Maji; Istria inter Klana et Sabizhe d. 11. Juni. 

24. Campt opus lateralis Germ. Duino prope Triest d. 28. Junii 
frequ. in fruticeto; Görz d. 30. Junii (imago et nimpha). 

25. Alydus calcaratus L. Triest d. 14. Junii; Görz d. 24. Junii 
(imago et nympha); Duino d. 28. Junii. 

26. Megalotomus Umhat us Klug. Specimen unicum in vallicula ad 
Görz d. 24. Junii. 

27. Rhopalus parumpunctatus Schill. Wien d. 12. Maji; Laibach 
d. 24. Maji; Adelsberg d. 8. Junii; Tyrolia ad Lienz in parte inf. alpis Kirsch- 
baumer Alpe dicta d. 20, Augusti. 

28. Rh. capitatus F. Carniolia ad Sagor d. 29. Maji; Duino 
d. 28. Junii; Görz d. 30. Junii et 1. Julii. 

29. Stictopleurus crassicornis F. Stlil. ►Semmering d. 16. Maji; 
Adelsberg d. 8. et 19. Junii. 

30. Berytus minor H. Sch. Semmering d. 16. Maji; Tyrolia ad Brixen 
d. 24. Augusti. 

31. Metacanlhus elegans Curt. D. 24. Junii et 2. Julii in vallicula 
l>rope Görz. 

32. LygaeuH ((rraptolomus) equestris L. Laibach (Gleinitz) 
d. 21. Maji ; in Al))ibiis noricis, reg. subal])ina ad Mallnitz (Seebuch) d. 28. Julii. 

33. Yy. (»Spilos tel/iusj saxalilis Scop. Adelsberg d. 19. Junii; 
GOrz d. 24. Junii. 

M. (Ujm iiH claviculus Fall., Reut. (— glandic()lor \\w\\\\). Semmering 
d. 16. Maji; I^aibacli d. 19. Maji. 

35. C. (irtdelluH lieut. (= claviculuH Halm), Wien (Kahlenberg) 
<\. 12, Maji; S<'mmcring d. 15. Maji; Görz d. 1. Juli. 

36. AeomjtuH ru/'i/>es Wolll. Wien (Kalilonberg) d. 12. Maji. 



Uemiptera Heteroptera austriaca. 



85 



37. Stygnus pygmaeus F. Sahlb. (= pilosulus Thoms.). Tyrolia in 
alpe Kirschbaumer Alpe dicta ad Lienz, unicum specimen d. 20. Augusti. 

38. PacUymerus (Graptopeltus) lyyicens F. Laibacli ad Schloss- 
berg d. 23. Maji. 

39. P. (Meland iscus) phoenic eus Rossi. Tyrolia ad Brixen d. 
24. Augusti. 

40. Platyplax Salviae Schill. Carniolia inf. inter Rakek et Zirknitz 
prope Adelsberg d. 8. Junii; inter Adelsberg et Prevald d. 19. Juuii; Istria 
(Klana-Sabizhe) d. 11. Juuii. 

41. Piesma Laportei Fieb. Wien (Kahlenberg) d. 12. Maji; Laibach 
d. 19. Maji. 

42. Tingis sinuata Fieb. Wien (Kahlenberg) d. 12. Maji, exempl. 
unicum. 

43. Catoplatus costatus F. Laibach d. 19. Maji et 3. Junii. 

44. Miris (Brachytropis) calcarata Fall. Duino d. 28. Junii; 
Tyrolia Brixen d. 24. Augusti. 

45. M. virens L. Carinthia in parte inf. alpis Dobracz (3—3500') d. 

24. julii; Tyrolia ad Lienz d. 20. Augusti. 

46. M. laevigatus L. Wien (Kahlenberg) d. 12. Maji; Laibach d. 
19. Maji; ad Kutjin in promontoriis (3500') alpis Krn prope Tolmein ad Isonzo, 
d. 11. Julii; Tyrolia in Kirschbaumer Alpe ad Lienz d. 20. Augusti. 

47. M. sericans Fieb. Inter Adelsberg et Prevald Carnioliae inf. d. 
19. Junii. 

48. M. hüls at US F. Böckstein (Salzburg) d. 3. Augusti; Tyrolia Lienz 
d. 20. Augusti. 

49. Megaloceraea longicornis Fall. Görz d. 30. Junii; ad Kutjen 
in promontoriis (3500') alpis Krn d. 11.- Junii. 

50. Leptoterna dolobrataL. Laibach d. 2. Juniis; Adelsberg-Prevald 
d. 19. Junii (imago et nympha). 

51. Phytocoris ulmi L. (= diverg eus Mey.). Görz d. 24. Juuii. 

52. Alloeonotus distinguendus H. Sch. ' Laibach in Thiergarten 
d. 31. Maji; inter Rakek et Zirknitz (Carnioliae) d. 8. Junii in gramine; inter 
Adelsberg et Prevald frequenter locis graminosis d. 19. Junii; inter Klana et 
Sabizhe (Istriae) in valle graminosa d. 11. Junii. 

53. Calocoris himaculatus HofFg. Laibach d. 31. Maji; Prevald 
d. 21. Junii. 

54. C. striatellus L. Laibach d. 19. Maji (nympha), d. 21. Maji ad 
Gleinitz; Gross-Kahleuberg in quercetis d. 27. Maji et in Stadtwald d. 3. Junii. 

55. C. 6- gut tat US Fall. Carinthia ad Villach in Astrantia etc. d. 

25. Julii. 

56. C. var iegatus Costa, Reut. (= Closter o tomus hifasciatus 
Fieb.) Frequ. inter Adelsberg et Prevald d. 19. Junii; ad Kutjin in promon- 
toriis (3500') alpis Krn d. 12. Julii; Alpes noricae, Nassfeldthal in reg. syl- 
vatica d. 3. Augusti. 



86 



0. M. Reuter. 



57. C. fulvomaeulatits De G. Laibäch in pratis d. 24. Maji (Nym- 
pha), d. 3. Juiiii (imagines) in Stadtwald; inter Adelsberg et Prevald d, 19. Junii. 

58. C. seticornis F. Laibach (Stadtwald) d. 3. Junii (specimen cuneo 
toto fusco); Adelsberg d. 19. Junii (sp. cuneo ad partem rufo) ; Prevald Car- 
nioliae d. 21. Junii; Duino prope Triest d. 28. Junii (sp. cuneo nigro) ; Tyrolia 
Brixen d. 24. Augusti. 

59. C. Ueicheli Fieb. Unicum specimen ad Görz d. 25. Junii. 

60. G. V andalicus Rossi. In vallicula ad Görz spec. unicum d. 2. Julii. 

61. C. detritus Mey. Tyrolia Brixen d. 24. Augusti. 

62. C. pilicornis Panz. Laibach d. 3. Junii frequ. 

63. C. bipunctatus F. Specimen unicum inter Adelsberg et Prevald 
d. 19. Junii. 

64. C. Chenopodii Fall. Görz d. 25. Junii; Duino d, 28. Junii. 

65. C. alpestris Mey. Görz in Tarnowaner Wald ad Karniza d. 5.— 6.Julii; 
in paite inferiori (3500') alpis Dobracz (Carinthiae) d. 24. Julii, et ad Yillacli 
frequ. in Astrantia, Dauco etc. d. 25. Julii; Alpes noiicae in Nassfeld (Salz- 
burg) in reg. sylvatica d. 3. Augusti. 

66. C. affinis Mey. Görz d. 2. Julii; ad Kutjin in promontoriis (3500') 
alpis Krn d. 12. Julii. 

67. C. (Pycnopterna) Palmeni Reut. ii. sp. 

Niger, supra dense nigro-pilosus, suhtus griseo-subpruinosus, opacus, 
pdllido-puhescens, antennis nigris, hrevibus, articulo secundo apicem versus 
sat fortiter incrassato, duöbus ultimis simul sumtis secundo parum longiore; 
rostro articulo primo caput superante, nigro, nitido; pronoto fmco-testaceo 
vel lurido, marginibus omnibiis, strictura apicali callisque disci, lateribus 
vitlisque tribus disci postice abbreviatis, nigris, disco transversim rugoso; 
scutello nigro; hemelytris fusco-testaeeis, commissura, sutura clavi venisque 
corii nigris; cuneo aurantiaco, ajnce anguste nigro; membrana venis auran- 
tiacis, extus fusco-marginatis, areola minore margineque exteriore lote fuscis; 
coxis nigris) trochanteribus testaceis; femoribus ferrugineis, ima basi nigris; 
tibiis ferrugineis, apicem versus nigris, nigro-spinosis ; tarsis nigris; antennis 
pedihusque n igro-pilosis. 

Long. 7V2 Mm. 

Duo specimina d. 2. Augusti in Alpibus noricis ad Nassfeld (Salzburg) 
in medio fere lateris cacuininis Iladhauslvogl (circa 5 -7000'), supra regionem 
Jihodod. hirsuli sed infra »Silc nis puviilionis, \erosum\itcr in i)raecipitiis 
ubi Cacaliu ulpina viget. 

68. Oncogna thus bino latus F. Carniolia, inter Adelsberg et Pre- 
vald (I. 19. .Iiiiiii; ad Knfjiii in i)rürnontoriis alpis Krn (3500') d. 11. Julii; 
Carintliia ad Kronau locis uliginonis graniinosis d. 19. Julii. 

69. JjopuH viat itoHsi. Inter Adelsberg et Prevald, <l. 19. .Iiinii. 

70 LyguH (J^ygocoris) p abulimis L. ('aiintliia in parte inl'. alpis 
Dobracz i'.i- 3500'; d. 24. Julii. 

71. Jj. Hpinolac Mey. huiiio ad 'I riest d. 28. Juiiii. 



Hemiptera Heteroptera austriaca. 



87 



72. L. pratensis L. Wien, Semmering, Triest, Görz, prope Ter- 
glou, Lienz. 

73. L. (Orthops) Kalmi L. Laibacli et Triest; Kutjin infra Krn 
(35000 d. 11. Julii. 

74. L. (Orthops) transversalis F. (= Pastinacae Fall.). Laibach 
d. 26. Maji; inter Adelsberg et Prevald d. 19- Juüii. 

75. Poeciloscytus (Charagochilus) Gyllenhali Fall. Laibach 
d. 21. Maji; Duino prope Triest d. 28. Junii; Gürz d. .30. Junii. 

76. P. (Systratiotus) holosericeus Hahn. Inter Adelsberg et 
Prevald (Carniolia) d. 19. Junii. 

77. P. unifasciatus De G. Laibach (Stadtwald) d. 3. Junii; ad 
Kutjin in promont. (3500') Alpis Krn d. 11. Julii. 

78. Liocoris tripustulatus L. Duino d. 28. Junii. 

79. Deraeocoris rutilus H. Sch. Duino prope Triest ad flum. Recca 
d. 28. Junii unicura specimen. 

80. Der. c axillaris F. Görz d. 24. Juni — 2. Julii. 

81. Capsus ater L. Laibach (Stadtwald) d. 3. Junii. 

82. Monalocoris Filicis L. Tyrolia, in alpe Kirschbaumer Alpe 
dicta prope Lienz d. 20. Augusti. 

83. Heterocordyliis tumidicornis H. Sch. Inter Adelsberg et 
Prevald specimen unicum d. 19. Junii. 

84. H. unicolor Hahn. Laibach d. 3. Junii; Gürz d. 30. Junii. 

85. Pilophor US clavatus L. Ad Kutjin in promontoriis (3500 — 
4500') alpis Krn d. 11. Julii. 

86. Stiphrosoma leucocephalum L. Carinthia ad Kronau in 
pratis uliginosis d. 19. Julii- spec. unicura. 

87. Halticus pallicornis F. Duino d. 28. Junii; Böckstein (Salz- 
burg) d. 3. Augusti. 

88. Systellonotus triguttatus L. Laibach d. 3. Junii. 

89. Cremnocephcilus alb olineatus B,ent (■= umhratilis Fieb. nec 
L.) Alpes noricae ad Mallnitz d, 29. Julii, in pratis alpinis lateris occid. vallis. 

90. Cyllocoris histrionicus L. Laibach d. 24. Maji — 3. Junii. 

91. Glohiceps sphegiformis Rossi, In vallicula ad Görz d. 24. Junii 
et 2. Julii, duo specimina. 

92. Gl. (Kelidocoris) fulvipes Scop. (= flavomaculatus Fieb. 
nec F.) Carniolia ad Flitsch d. 17. Julii. 

93. Orthotylus concolor Kirschb. (forte). In Terglou (5000') d. 
18. Julii. 

94. 0. (Litocoris) ericetorum Fall. In Kirschbaumer Alpe ad Lienz 
Tyroliae, d, 20. Augustii. 

95. Heterotoma 7neriop)tera Scop. Duo spec. in vineto ad Görz 
d. 8. Julii. 

96. Hoplomachus Thunher gi Fall. Istria (Klana) d. 11. Junii. 

97. Phylus Coryli L. Inter Adelsberg et Prevald d. 19. Junii. 

98. Atractotomus apicalis Reut. ii. sp. 

Niger, nitidus, pilis fragüihus cupreis vestitus, antennis articnlis duo- 
hus primis nigris, seeundo primo paiülo magis quam quadruplo longiore, fusi- 
forme, hreviter nigro-püosido , idtimis albidis; hemelytris nigropiceis, corio 
margine apicali extus anguste cuneoque apice albis; memhrana infuseata, 
venis fuscis, vena externa tota areolae minoris venaque marginali areolae ma- 
joris (-vena hrachiali) apice albis, areola majori magis minusve pellucida, 
pone apicem cunei macida triangulari hyalino-albida apicem areolae majoris 
attingenie; femoribus omnibus piceis, posticis nigro-piceis, tibiis obscure testa- 
ceis, nigro-spinulosis ; tarsis testaceis, articido tertio fusco. Long. 2V3 Mni. 

Unicum specimen Q infra Gross-Kahlenberg ad Laibach d. 23. Maji. 



88 



0. M . Reuter. Ilemiptera Ileteroptera austriaca. 



99. Psallus (Apocremnus) variahilis Fall. Laibach (Stadtwald) 
d. 3. Junii. • 

100. Ps. lepidus Fieb. Laibach (Stadtwald) d. 3. .Junii. 

lOL Plagiognathus fulvipennis Kirschb. Ad Flitsch Carnioliae d. 
17. Julii: Görz d. 30. Junii. 

102. PI. alpinus Beut. n. sp. cT 9- 

Supra glauco-virescens, sat dense nigro-vel fusco-nigr'O-piloms, et suh- 
füifer adpressim aureo-pubescens, subtus virescens, subtiliter pallido-jnibescenR, 
was et femina concolores; antennis totis pcdlidis, articulo xorimo tantum intus 
atomo nigro notato; hemelytris innotatis, membrana dilute infamata venis 
pcdlidis, areola minore tota et majore apicem versus obscurioribus, macida 
ap>icem cunei areolam majorem attingente hyalina, postice fuscescenti-termi- 
nata, striola apici venae brachialis parallela nigricante; pedibus testaceis, 
femoribus nigro- guttulosis, anterioribus guttulis in medio seriatis, tihii>< fipi- 
niäis nigris e punctis nigris nascentibus, basi nigra; oblongus, fronte ocnlo 
circiter duplo latiore. L. Mm. 9 sub-elliptica, front% oculo paullo p)lns 
quam duplo latiore, femoribus posticis sat incrassatis. L. 4^/^ Mm.) ^) 

Duo specimina (cf, 9) in Tyrolia in alpe Kirschbaumer Alpe dicta prope 
Lienz d. 20. Augusti inventa. 

103. Äcompocoris (Reut. = Temnostethus Fieb. partim.) alpinus 
Zett. ined. 

Niger, antennis totis nigris vel articiüo secundo medio picea; hemely- 
tris piceo-testaceis, membrana fumata, venis albidis (unde membrana fiisco- 
vittata); pedibus piceo-testaceis, femoribus basin versus nigro-piceis. Long. 
3V2 Mm. 

Ä. pygmaeo Fall, (lucorum Fall.) major, colore piceo signaturaqiie 
mcmbranae mox distinguendus. Tetraphlepi vittato colore simillimus, 
structura pronoti, strictura hujus apicali libera, articulo antennarum j?9rmo 
apicem capitis attingenti, articidoque rostri primo medium ocidorum attingente 
differt. 

Specimen unicum ad Semmering loco humido ultimo fundo vallis, que 
a Semmering versus Styriam patet, d. 17. Maji captum. 

104. Phymata crassipes L. Laibach d. 24. Maji. 

105. Pygalampis bifurcata Gmel. Laibach in prato humido ad 
Rosenbach d. 19. Maji. 

106- Reduvius (Rhinocoris) iracundus Scop. Görz d. 24., 2{). et 
30. Junii; Duino d. 28. Junii; Villach d. 25. Junii. 

107. Coriscus lativentris Boh. (= subapterus Fieb. nec. De G.). 
Laibach (Rosenbach) d. 19. Maji, prope Gross-Kahlenberg d. 23. Maji. 

108. C. ferus L. Wien (Kahlenberg) d. 12. Maji. 

109. C. rugosus L., Reut. Wien (Kahlenberg) d. 12. Maji. 

110. II y drometra lacustris L. Laibach d. 20. Maji. 

111. Velia currens F. Görz d. 25. ,Tunii. 

112. Jfebrus pusillus Fall. Tolmein ad flum. Isonzo d. 13. .Tulii. 

Obs. Specics omnes enumerata in niusco Universitalis Ilelsini-forsiao 
Fenniae asservantur. 

•) ('oloro liitbitii priuio inliiitii M acrorolvo vLollirulo KimiliH. A viri<lii,lo 
antonnarutn colore mox diHtinffUcnduH. 



Neue Lepidopteren des südamerikanischen 
Faunengebiets. 

Beschrieben von 

Dr. 0. Staudillger, in Blasewitz bei Dresden. 



(Vorgelegt in der Jaliressitzung vom 7. April 1875). 

Das südamerikatiische oder neotropische Faunengebiet ist hinsichtlich 
der Lepidopteren nicht nur das bei Weitem reichste, sondern es zeigt auch die 
eigenthümlichsten Formen derselben, d. h. es steht im Vergleich zu den andern 
Faun engebieten der Erde am isolirtesten da. Das Gebiet umfasst ausser dem 
eigentlichen Südamerika auch Central- Amerika, die westindischen Inseln und 
Süd-Mexiko. Nord-Mexiko ist ein Uebergangsgebiet zum nordamerikanischen 
(nearktischen) Faunengebiet. Fast möchte ich aber glauben, dass ursprünglich 
(d. h. vielleicht vor Millionen von Jahren) das südamerikanische Gebiet auch 
räumlich völlig vom nordamerikanischen getrennt war, während letzteres da- 
mals höchst wahrscheinlich mit dem europäischen, oder richtiger dem palä- 
arktischen Gebiet (den nördlichen Theil der östlichen Erdhalbkugel umfassend) 
in engem räumlichem Zusammenhange stand. Erst als durch gewaltige Erd- 
revolutionen, vielleicht der Erhebung der mächtigen Andes- (Vulcan) Kette, 
Südamerika mit Nordamerika vereint wurde (zu welcher Zeit auch letzteres 
durch weite Meere von Europa und Asien getrennt worden sein mag), konnten 
sich die Arten der beiden Gebiete vermischen, und solche, deren Lebensweise 
dies erlaubte, tief in das andere eindringen. So findet sich die nordamerika- 
nische und europäische Art, Vanessa Äntiopa, in Guatemala vor, einem sonst 
rein südamerikanischen Gebiet. Die mir speciell noch viel zu wenig bekannte 
Lepidopterenfauna von Chile scheint merkwürdigerweise ihrer Mehrheit nach 
gar nicht zum eigentlichen südamerikanischen Eaunengebiet zu gehören, son- 
dern gewissermassen eine Enclave des ne- oder gar paläarktischen Gebiets zu 
sein. Die sehr hohe Lage des grössten Theils von Chile, so wie der Umstand, 
dass es nicht mehr in die Tropenzone hineinreicht, mag wohl mit die Ursache 
dieser so verschiedenen Fauna sein. 

Während das Flächenareal des südamerikanischen Faunengebiets höch- 
stens den siebenten Theil des Areals aller anderen Faunengebiete der Erde ein- 
nimmt, sind uns von demselben schon weit mehr Ehopaloceren (Tagfalter) 
bekannt, als von allen andern Gebieten zusammen. Nach Kirby's Aufstellung 

Z. B. Ges. B. XXV. Abli. 12 



90 



Dr. 0. Staudinger. 



waren vor einigen Jahren etwa 7700 Rhopaloceren im Ganzen bekannt, und 
von diesen gehörten 4200 Arten dem südamerikanischen Gebiet an! Ich möchte 
aber die Vermuthung aufstellen, dass dies wenig mehr als die Hälfte der wirk- 
lich in Südamerika vorkommenden Arten sei, und dass man einst deren 
7 — 8000 Arten wird aufzählen können. Abgesehen davon, dass sehr grosse 
Districte noch ganz unerforscht sind, und dass die meisten Sammler die kleine- 
ren, unscheinbaren Arten vernachlässigten, finden sich fast in jeder Sendung 
von Localitäten, wo schon früher (selbst verhältnissmässig viel) gesammelt 
wurde, neue Arten vor. Herr Heinrich ßibbe, der auf meine Anregung vor 
nun drei Jahren nach Panama, behufs Einsammlung von Lepidopteren, reiste, fand 
auf einem räumlich sehr kleinen Terrain (höchstens einige Qaadratmeilen gross), 
in der Nordprovinz Chiriqui in einem Zeiträume von sieben Monaten (Januar 
bis Anfang August), gegen 650 Arten Rhopaloceren. (Die bei Panama, Colon etc. 
gesammelten natürlich nicht mit eingerechnet). Von diesen war vielleicht der 
achte Theil noch neu oder doch unbeschrieben. Herr Thamm der zugleich 
ra^t Ribbe nach Europa zurückkehrte, und dessen entomologische Ausbeute 
ich auch acquirirte, brachte aus dem Südosten Perus, aus derselben Localität 
(Chanchamayo), die er bereits früher mehrere Jahre durchsucht hatte, wiederum 
eine grössere Anzahl neuer Arten mit, darunter höchst ausgezeichnete und 
eigenthümliche Formen. 

Indem ich hoffe, dass es mir vergönnt sein wird, später über diese beiden 
Localitäten ganz specielle Arbeiten zu liefern, mache ich im Nachstehenden 
einige zum Theil auffallende neue Arten der von diesen beiden Sammlern mit- 
gebrachten neuen Lepidopteren bekannt. Freilich wären gute Abbildungen 
gleichfalls erwünscht, allein die grossen Schwierigkeiten und Kostbarkeit der- 
selben verbieten dies vor der Hand. Auch erkennt man nach guten Abbil- 
dungen wohl sofort solche Arten, die andern nicht sehr ähnlich sehen, während 
sehr ähnliche Arten durchaus noch einer guten Beschreibung bedürfen. Leider 
lassen die Beschreibungen in den meisten grossen Bilderwerken (auch in andern) 
sehr viel zu wünschen übrig. Besonders fohlt bei den meisten derselben die 
Hauptsache, die Vergleichung derselben mit andern nahen Arten 
(die comparative Beschreibung) und die Angabe der Unterscheidungs- 
merkmale von diesen. Ich möchte jedem Autor es dringend an das Herz 
legen, dies mehr zu berücksichtigen, und will es im Folgenden selbst versuchen. 

Recht störend ist es auch, dass die Benennung mancher Theile der 
Lepidopteren bei manchen Autoren noch eine verschiedene ist, und wäre eine 
«■ndgültig f'jstgesetzte, von allen Nationen angenommene gleiche, Terminologie 
ebenso erwünsclit wie gleiche Gesetze über die Nomenclatur. Schliesslich will 
ich noch erwähnen, dass es oft sehr schwierig ist, gewisse Farben genau zu 
bezeichnen; ganz abgesehen davon, dass der Farbensinn bei manchen Menschen 
ein sehr abweichender ist. Aber ch gibt wirklich Farben, die kaum zu bezeich- 
nen sind, und jener IlauHboKit/cr hatte nicht ganz unrecht, als er, entrüstet 
über den Farb<'nt(*ri mit dem ein Anstreicher seine Hausthür geziert hatte, aus- 
rief: „Streiciit mir der Kerl die 'J'liür mit einer Farbe an, die es gar nicht 



Neue Lepidopteren des südatnerikanii-chen F<tunengebiet8. 



91 



gibt!" Glücklieberweise ist die genaue Angabe der Farbentöne nicbt so wesent- 
lich bei einer Beschreibung. 

1. FapiUo Guaeo. cT Ö5 Q 84 Mm. Sammtschwarz , VdflJ) mit 
einem grossen dreitheiligeu weissgrünen Flecken unter der Mittelzelle liegend. 
Htfl. mit einem Tiertheilig^n rothen Flecken dicht unterhalb der Mittelzelle. 
Fransen weiss gescheckt. 

Herr Ribbe brachte drei Exemplare dieses schönen neuen PapiUo mit, 
von denen der eine sich jetzt in der Sammlung des Herrn Hewitson befindet. 
Er fing diese Art in Chiriqui, kann aber nicht mit Bestimmtheit sagen, ob in 
der unteren Region oder auf dem Vulcan; er vermuthet das Letztere. Ich 
benenne das Thier nach den Guacos-Indianern, die in früheren Jahrhunderten 
diese Gegenden bewohnten. 

Pajj. Guaco steht dem mir in Natur unbekannten P. Cyamon Gray, 
dem Hippason Cr. und dem Äriarathes Esp. am Nächsten. Allein die 
Form und die Lage des grossen dreitheiligeu weissgrünen Fleckens der Ydfl. 
unterscheidet Guaco sofort von diesen drei und allen andern mir bekannten 
Papilio-XTieu. Derselbe besteht aus drei einzelnen Flecken, welche durch 
Medianast 3 und 2 (Rippe 2 und 3 nach Herrich-Schäff.) getrennt sind, und 
in schräger Richtung dicht unter der Mittelzelle liegen, beim 9 dieselbe sogar 
berühren. Der untere Fleck, der grüsste und intensivste, geht nicht bis zum Inrd., 
sondern schneidet bei der Submediana (Rippe 1 nach H.-S.) ab. Er iit etwas 
länger als breit (hoch), nach aussen nicht scharf begrenzt. Der zweite ober- 
halb liegende Fleck ist kleiner, nicht so intensiv weiss, aber auch länger als 
breit. Der dritte obere Fleck ist der kleinste, beim kleiner als beim Q, 
wo er noch länger als breit ist, eigentlich (besonders beim cf) nur aus auf- 
gestreuten helleren Schuppen gebildet. Bei P. Cyamon und Hippason sitzt 
der unterste Fleck unmittelbar auf dem Inrd. und die ganze Fleckenreihe liegt 
weit von der Mittelzelle ab. Bei P. Äriarathes ist nur ein zweitheiliger Flecken 
vorhanden, der oben unter der Mittelzelle sitzt; der bei Guaco allergrösste 
untere Fleck fehlt ganz. Die Unterseite ist ganz schwarz, nur das Q zeigt 
einen kleinen aufgelösten weissen Fleck, unter dem grossen Basalflecken der 
Oberseite sitzend. Die sehr kurzen Fransen sind nur nach dem Innenwinkel 
zu, sehr wenig hervortretend, weiss gescheckt. 

Htfl. ziemlich gleichraässig und nicht stark gezähnelt, etwa wie bei 
Branchus Dbld. oder Hepihaestion Feld. Der grosse roth§ viertheilige Flecken 
unter der Mittelzelle stösst beim Q unmittelbar an den hinteren Theil der 
Zelle. Er besteht aus vier langgezogenen einzelnen Theilen; die beiden grössten 
(längsten) sind die mittleren (zwischen Mediauast 3, 2, 1 gelegen). Der äusserste, 
etwas keilförmige Theil ist am kürzesten; oberhalb desselben (in ZeUe 5) 
liegen beim Q noch einzelne' rothe Schuppen, die sich wohl bei anderen 
Stücken zu einem fünften Fleck ausbilden können. Der innerste ist unregel- 



Die 60 eehr Läufig wiederkehrenden Worte Vorderflügel, Hinterflügel. Vorder- 
rand. AuEsenrand, Innenraiid kürze ich mit Ydfl., Htfl., Vdrd., Assrd., Inrd. ab. 

12^ 



92 



Dr. 0. Staudinger. 



massig ausgeschnitten, fast beilförraig. Auf der Unterseite sind diese rothen 
Flecken kürzer, erreichen auch beim Q nicht ganz die Mittelzelle, und weit 
blasser, besonders die mittleren nach oben mehr weisslich. An der Basis be- 
finden sich vier rothe rundliche Flecken; der eine liegt unmittelbar an der 
Basis des Vdrds., die drei andern stehen hinter der Basis, unter einander. Der 
oberste liegt auch hart am Vdrde., der mittlere steht in der Mittelzelle, der 
unterste unmittelbar unter derselben. Dieser letztere ist mehr länglich und 
sendet (besonders beim Q) einen feinen rothen Strich (auf der Inrd. -Rippe) bis 
zu dem unteren rothen beilförmigen Fleck. Der sonst ganz schwarze Kopf hat 
nur auf dem Scheitel jederseits einen kleinen blassrothen (gelben) Punkt. Auf 
dem Prothorax steht jederseits ein grösserer röthlicher Fleck. Die Schulter- 
decken sind, zumal beim 9» ^^^.ch Innen roth gerandet. Die Brust hat in der 
Mitte einen mattröthlichen Fleck, die Vorder- und .Hinterhüften an der Basis 
einen weissen. Der schwarze Leib hat auf den mittleren Segmenten am Bauch 
jederseits eine Reihe weisser Fleckchen. Beim 9 ist diese Fleckreihe jeder- 
seits doppelt, und ist hier das Schwarz zwischen den weissen Flecken weit 
intensiver, sammtartig. 

Styx iiOY. genus Palpen sehr kurz, kaum über die Stirn vorragend, 
schwach behaart. Fühler sehr kurz, nur etwas über Y3 der Vorderflügellänge 
lang, allmälig in eine ziemlich stumpf endende, flach gedrückte Kolbe aus- 
laufend. Sechs völlig entwickelte, gleichfalls sehr kurze Beine bei beiden Ge- 
schlechtern; Schienen ungespornt. Der schwach behaarte, seitlich zusammen- 
gedrückte Leib ist gleichfalls kurz, besonders beim c^. Vdfl. ziemlich lang ge- 
streckt, mit abgerundetem Vorderwinkel (vorzugsweise beim 9)« Mediaua 
sendet vor dem Schluss der Mittelzelle nur einen Ast ab, der oberhalb des 
Innenwinkels in den Assrd. verläuft. An dem spitzen unteren Winkel der 
Mittelzelle theilt sie sich dann in zwei in den Assrd. verlaufende Aeste. Aus 
der Mitte der Querader (Discocellularis) verläuft eine vierte Rippe in den Assrd. 
Die fünfte ist der untere Ast der Subcostalis, welche dicht hinter dem oberen 
gleichfalls spitzen Winkel der Mittelzelle entspringt. Diese beiden spitzen 
Winkel werden dadurch gebildet, dass die Querri])})e nach innen zu ziemlich 
stark convex ist. Die Subcostalis läuft unmittelbar in die Vorderflügelspitze 
aus, wo sie sich bei zwei nieiiier drei Stücke ganz kurz gabelt. In den Vdrd. 
sendet sie vier fast parallel verlaufende Aeste, deren erster oberhalb des Schlusses 
der Mittelzelle entspringt und schräg nach vorn hinläuft. Die Costaiis verläuft 
ziemlich parallel mit der Subcostalis und deren ersten Ast in den Vdrd. aus. 

Die etwas länglichen Iltfl. sind nach aussen so gerundet, dass von einem 
Vorder- und Analwinkel nicht die Rede sein kann. Sie haben zwei freie Inncn- 
rand.sripjK ii, die innere sehr kurz und dem Inrd. sehr nahe. Aus der Mediana 
entbpringt, ganz wie auf dem Vdll., nur ein Ast vor Schluss der Mittelzelle, 
au8 deren unteren spitzen Winkel ebenfalls unmittelbar nebeneinander die 
Gabelung Htattfiiidct. Die Querrippe schliesst die Mittelzelle oben in einem 
Htiinipfen Winkel und verläuft von da schräg nach aussen, bis sie die Mediana 
in einen Hpitzeii Winkel triffl. Aus ihr entspringt, etwas mehr nach vorn eine 



Neue Lepidopteren des südamerikanischen Faunengebiets. 



93 



in den Assrd. verlaufende Rippe. (Discoidalis). Der obere Theil der Querrippe 
verläuft grade, der untere macht eine kleine Biegung nach innen. Die Sub- 
costalis verläuft etwas divergirend mit der Discoidalis und sendet am Schluss 
der Mittelzelle einen kurzen Ast in den Vdrd. Die Costaiis ist an der Basis 
gegabelt und gibt etwa in der Mitte noch einen kurzen in den Vdrd. verlaufen- 
den Ast ab. 

2. Styxlnfernalis, 46 — 49 Mm. Schwarz, Flügel halb durchscheinend, 
glasartig, trübweiss mit schwarzen Rippen und mattschwarzen durchaus nicht 
scharf abgesetzten Aussenrändern. 

Von dieser höchst eigenthümlichen Art brachte Thamm zwei cfcT 
ein 9 vom Chancharaayo (Südost Peru) mit. Das Thier sieht so eigenthüm- 
lich aus, dass ein sehr namhafter Entomologe, der jedoch nicht speciell Lepi- 
dopterologe ist, glaubte, es könne ein Heteroceron sein. Die Fühler, so wie 
der, wenn auch sehr eigenthümliche, Rippenverlauf lassen aber kaum einen 
Zweifel, dass es eine Pieride ist, was besonders die zwei freien Innenrands- 
rippen der Hinterflügel darthun. Vielleicht wird diese Art nicht nur eine neue 
Gattung, sondern auch eine neue Familie bilden müssen; doch bin ich viel zu 
wenig Systematiker, um hierüber endgültig aburtheilen zu können. Die ange- 
gebenen Gattungsmerkmale, so wie die kurze Diagnose erschöpfen die Beschrei- 
bung dieser seltsamen Art vollständig, die eher aus der Unterwelt zu stammen 
scheint, wie aus der prachtvollen Tropenvegetation des südöstlichen Peru; was 
mich auch zu der etwas bizarren Benennung veranlasste, 

3. Eurema (Terias) Venusticla, 25 — 44 Mm. (durchschnittlich 30 Mm.) 
citrongelb mit breitem schwarzem Assrde. der Vdfl. und schwarzem, zuweilen 

in Flecken aufgelöstem Assrde. der Htfl. 9 schwefelgelb mit breiter schwarzer 
Aussenbinde der Vdfl. und schwarzen Raudflecken der Htfl. 

Unter den Arten der Gattung Eurema Hübn. (Terias Swains) herrscht, 
meiner Ansicht nach, noch eine grosse Unklarheit, und dürfte es einem künf- 
tigen Monographen dieser Gattung, selbst bei sehr reichem Material, grosse 
Arbeit machen, hier etwas Licht hinein zu bringen. Wenn .ich es dennoch 
wage, hier eine Art als neu zu beschreiben, so geschieht dies nur deshalb, 
weil so gewiegte Lepidopterologen wieHopffer und Hewitson dieselbe nicht 
kannten, und ich davon eine grosse Reihe von Exemplaren vor mir habe. 

Eurema Venustula steht der Venusta Bois. jedenfalls sehr nahe; viel- 
leicht ist es nur die centralamerikanische Form dieser Art. An Grössen variiren 
die Stücke ausserordentlich. Der Hauptunterschied von E. Venusta besteht 
darin, dass bei Venustula der schwarze Assrd. bedeutend breiter ist, besonders 
nach der Spitze hin. Beim erreicht derselbe meist vollständig den Innen- 
winkel, biegt sich sogar noch nach dem Inrde. zu um, und ist am unteren 
Theil, nach innen, mit 2—3 Auszackungen versehen. Bei den 9 9, sowie bei 
denjenigen cfcT wo die Htfl.-Randbinde in schwarze Flecke aufgelöst ist, 
erreicht diese Aussenbinde den Innenwinkel nicht ganz. Auf den Htfln. ist der 
schwarze Assrd. bei den 9 9 stets, bei den cTcf zuweilen, in schwarze Flecke 
aufgelöst, was bei Venusta stets der Fall sein soll, doch trennt der weit breitere 



94 



Dr. 0. Staudinger. 



schwarze Vdrd. der Vdfl. diese Stücke leicht davon. Boisdiival erwähnt bei 
seiner Venusta auch nicht, dass ^nd Q ganz verschiedene Färbung zeigen, 
die bei Venustula sehr auffallend ist, das cf schön citron-, das Q blass schwefel- 
gelb. Auf der Unterseite tritt dies auch, wenn auch weniger scharf hervor. 
Sonst zeichnet sich dieselbe durch einen scharf markirten schwarzen Punkt 
am oberen Ende der Mittelzelle der Vdfl. aus, der allen mir bekannten 
nahen Arten fehlt. Auch die beiden untereinander stehenden schwarzen Punkte 
in der Mittelzelle der Htfl. sind sehr deutlich. Ebenso finden sich fast stets 
sehr scharf markirte schwarze Randpunkte, wie sie in dem Masse keine ähn- 
liche Art zeigt. Die Htfl. führen die, den nahen Arten ganz analoge, unregel- 
niässige bräunliche Fleckenbinde, welche indessen bei einzelnen Stücken fast 
völlig verschwindet. . 

Herr Ribbe fing diese Art in den unteren Regionen von Chiriqui häufig 
und fast zu jeder Jahreszeit, besonders im Juni bis August. 

4. Daptonoura Panamensis, 53 — 56 Mm. Vdfl. weiss mit schwarzer 
Spitze und oberem Assrd., Htfl. gelb angeflogen mit sehr feiner schwarzer 
Aussenlinie; 9 ^^Ib, Htfl. etwas ockergelb, mit breitem schwarzen Assrd, und 
schwarzem Fleck am Ende der Mittelzelle der Vdfl. 

Unter diesem Namen beschreibe ich Stücke einer Art, von denen Herr 
Ribbe in der Stadt Panama selbst an einem freistehenden Kalabassenbaum 
die Raupen und Puppen im August fand. Dieselben sahen denen unserer 
Gonopteryx Rhamni sehr ähnlich. Die Schmetterlinge entwickelten sich im 
September. 

Bapt. Panamensis steht wahrscheinlich der Pieris IsandraB. sehr nahe 
und ist möglicherweise nur eine Localform davon. Doch passt die allerdings 
sehr kurze Beschreibung von Boisduval in manchen Stücken nicht; auch weiss 
dieser Autor von seinem einzigen Stücke nicht einmal gewiss anzugeben 
ob es ein oder ein Q ist. Dies ist um so auffallender, als die (j^cT der 
Daptonoura- kxian sehr lange, weit hervorragende Afterklappen haben. Da 
Boisduval auch nichts von dem schwarzen Vdrds. -Flecken sagt, den das 9 
dieser Art so auffallend zeigt, so müsste er, falls diese Art seine Isandra 
wäre, ein gehabt haben, da könnte er aber über das Geschlecht unmöglich 
zweifelhaft geblieben sein. Weshalb Kirby als Vaterland zu Zsan(lra B. „Amer. 
mer." angiebt, während Boisduval ausdrücklich sagt, sein Stück sei aus 
Mexiko, begreife ich nicht. Vielleicht ist Isandra B. gleich mit Lenoris 
Heak. die auch aus Mexiko sein soll, und unter welchem Namen ich ein Paar 
aus der Sommer'schen Sammlung von Mexiko besitze. 

TJapt. Panamensis rf hat weisse Vdfl. mit schmaler schwarzer Spitze, 
die sich am Asnrde. bis zur Mitto desselben als Aussenbinde schmal fortsetzt. 
Der Vdrd. ist nur narh vorne ganz fein schwarz. Die ganze Unterseite dieses 
F)üg«'lH ist citrongclb ungcllogen; am Stärksten am Vdrd. Ausser der auch 
oben Hchwaizen Spitze und Assrd. ist hier ein am Ende der Mittelzelle ani 
Vdrd. aufsilzendcr längliclier bchwarzer Flecken (Streifen) vorhanden. Die Ulli, 
»ind oben gelb angeflogen, unten schön citrongelb mit sehr feinem schwarzen 



Neue Lepidopteren des südamerikaniöchen Faunengebiets. 



95 



Assrde., der unten etwas breiter auftritt. Die Basis des Vdrds. ist unten 
ockergelb. 

Die Färbung des Q ist oben citrongelb, auf den Htfln. ockergelb ange- 
flogen, unten ockergelb, am intensivsten auf den Htfln. Die schwarzen Zeich- 
nungen sind wie beim cf, nur weit stärker, und tritt der schwarze Endzellen- 
Flecken auch auf der Oberseite der Vdfl. auf. Der Vdrd. der Htfl. ist unten 
an der Basis lebhaft orange. 

Als vai\ Anceps beschreibe ich hier zunächst ein kleineres Pärchen, 
das von Eibbe in Chiriqui, vielleicht oben am Vulcan, gefangen wurde, welches 
auch sehr wohl eigene Art sein kann. Das cT hat auch auf den Htfln. oben 
weisse Grundfarbe, nur ganz am Innenwinkel zeigt sich ein gelblicher Anflug. 
Die Vdfl.-Spitze wie der Assrd. der Htfl. sind viel breiter schwarz als bei Pana- 
mensis, wohingegen merkwürdigerweise der schwarze Endzellenflecken der Vdfl. 
auf eine feine Linie reducirt ist. Das 9 ist etwas matter als das von Pana- 
mensis; auf den Htfln. oben nicht ockergelb. Der schwarze Endzellenflecken 
ist namentlich oben weit schwächer; die schwarzen Aussenränder sind, auch 
im Verhältniss, hier nicht breiter. Der schwarze Assrd. der Htfl. zeigt aber 
auf der Oberseite deutliche gelbliche Flecken, von denen man bei Panamensis 
Q keine Spur bemerkt. 

Als var. Chagris beschreibe ich ein grösseres Paar, das Ribbe von 
San Juan am Rio Chagres (Ostseite des Panama-Isthmus) mitbrachte. Die 
Grundfärbung ist hier ia beiden Geschlechtern mit der von Panamensis sonst 
ziemlich gleich, nur ist die Unterseite der Vdfl. weiss mit gelben Vdrd., wie 
Boisduval dies bei seiner Isandra angibt. Doch sind in beiden Geschlechtern, 
namentlich auch beim die Vdfl.-Spitze und die Assrdr, breiter schwarz als 
bei Panamensis (und gar Isandra). Das Q hat auf der Oberseite der Htfl. in 
der schwarzen Aussenbinde noch grössere gelbe Flecken als dies bei der Var. 
Anceps der Fall ist. 

Ob diese verschiedenen Formen Local- oder Zeitvarietäten oder wirklich 
getrennte Arten sind, kann erst eine grössere Zahl von Exemplaren, mit ge- 
nauer Beobachtung der Erscheinungsperioden lehren. 

5. Daptonoura Ghiricana, 54 — 58 Mm. cT citron-, Q ockergelb mit 
schmalem schwarzem Assrde. und Endzellenflecken der Vdfl. (beim nur 
unten). Auf der Unterseite zeigt die schwarze Aussenbinde der Vdfl. besonders 
in der Spitze gelbe Flecken. 

Herr Ribbe fing diese Art in Chiriqui (etwa 1000' hoch) wo sie einzeln 
im Schatten des Urwaldes zu verschiedenen Zeiten des Jahres flog. Die völlig 
citrongelbe Oberseite aller Flügel des c^, die fast ockergelben Flügel des 9> 
besonders auch die gelben Flecken in der Aussenbinde der Vdfl.-Unterseite 
unterscheiden diese Art sofort von Panamensis und deren Varietäten, so wie 
allen andern mir bekannten Baptonoura-krien. Sonst sind die schwarzen Zeich- 
nungen fast ebenso wie bei Panamensis, nur dass hier der Vdrd. der Vdfl. von 
der Basis an deutlich schwarz ist. Bei dem 9 sind die schwarzen Endzellen- 
flecken der Vdfl. schmäler als bei Panamensis. Das eine der mir vorliegenden 



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Dr. 0. Staudinger. 



drei Q 9 ist auf der Oberseite durchweg orange; die andern sind auf den 
Vdfln. mehr citrongelb und tritt hier das Orange erst nach dem Innenrande zu 
auf. Nameütlich ist -dies auch auf der Unterseite der Fall; ganz entgegen- 
gesetzt wie bei Panamensis, wo gerade die Färbung des Vdrds. am intensivsten 
gelb ist. Ausser dem orange Flecken an der Basis des Vdrds. der Htfl. zeigt 
namentlich ein hier noch einen stark orangef. Anflug vor dem Inrde. Am 
Auffallendsten sind die unten stehenden gelben Flecken in dem schwarzen 
Assrde. der Vdfl., die ich sonst bei keiner Daptonoura- Art finde. Diese Flecken 
sind nicht scharf begrenzt, aber doch deutlich erkennbar, und lassen sich deren 
bei den 9 Q "^j cf cT .l^ vier zählen. 

Ich glaube bestimmt, dass diese D. Chiricana niemals als Varietät zu 
der Panamensis gezogen werden kann, die ja übrigens auch als var.f Änceps 
in Chiriqui gefunden wurde. 

6. JEutresis Imitatrix, 86 Mm. Ganz ähnlich gezeichnet wie die 
Thyridia- Arten. Glasartig mit schwarzen Rändern, zwei schwarzen Querbinden 
der Vdfl. und einer solchen der Htfl. 

In der von Doubl eday aufgestellten Gattung Eutresis war bisher nur 
eine Art, Hijpereia Dbld., aus Venezuela bekannt. Ich besitze von dieser 
Hypereia drei (j^c? Ribbe in Chiriqui fing, während ich von der neuen 
Eutr. Imitatrix nur ein schön erhaltenes von Thamm ans Peru (Chan- 
chamayo) erhielt. In der Zeichnungsanlage ahmt diese neue Art fast vollständig 
die drei bekannten TJiyridia- Arten, sowie auch Aprotopos Pytho Feld., nach, 
machte also einen ganz andern Eindruck wie Eutr. Hypereia. Das Geäder der 
Htfl. stimmt aber so vollständig mit dieser überein, dass gar kein Zweifel über 
ihre Gattungsgleichheit sein kann, und auchHewitson bestimmte sie mir als 
eine neue Eutresis. . 

Als Grundfarbe der Flügel muss man den durchscheinenden, gelblichen 
Glaston annehmen. Vdfl. schwarz umrandet, der Inrd. am breitesten. Etwa 
durch die Mitte der Mittelzelle verläuft ein schräges dunkles (schwarzes) Band, 
schräger als bei den Thyridia- Arten, aber lange nicht so schräg wie bei 
E. Hypereia. Unterhalb der Zelle verbreitet es sich stark und verbindet sich 
bald mit dem dunklen Inrd. Eine zweite dunkle Querbinde verläuft ziemlich 
parallel damit, am Vorderrand beim Schluss der Mittelzelle beginnend bis in 
<len Assrd. Hinter dieser Binde steht am Vdrd. ein langer gelber Costalflock, 
ganz wie bei E. Jfypereia. Hinter demselben hängt am Vdrde. der Anfang 
einer dunklen Binde, die sich bei Hypereia nach unten biegt und zu einer 
Assrd. -Binde wird. Bei Imitatrix ist dieselbe sonst nur nach oben durch 
einige verloschene dunkle Flecken angedeutet, während sie nach dem Innen- 
winkel hin deutlich auftritt, und hier zwei deutliche Glasrandflecken bildet, die 
Hypereia am ganzen Assrde. zeigt. Auf der sonst ganz ähnlichen, nur etwas 
jfiatteren Unterseite stehen noch weisse Randflockchon, besonders in der S])itzc 
deutlich, die aber nicht ganz bis zum Innenwinkel gehen. 

Die Htfl. führen ausser dem breiten dunklen Assrde., in dem eine sehr 
verloschene AusKcnrcilic lichter Punkte steht, eine breite dunkle Querbinde. 



Neue Lepidopteren des südaraerikanischen Faunengebiets. 



97 



Diese durchsetzt, ganz wie bei den Thyridia-krien, das Ende der Mittelzelle 
und ist etwas concav nach aussen. Von dieser Binde zeigt die auf den Htfln. 
vorherrschend rostrothe Hypereia keine Spur. Die Unterseite ist ebenso ge- 
zeichnet, nur steht hier am Vdrde. hinter der Mittelzelle ein langer weisser 
Streif, wie bei Hypereia, und hat der Assrd. ebenso eine Reihe (12) runder, 
gleich weit von einander abstehender weisser Fleckchen. Bei den Thyridia- 
Arten sind diese Fleckchen nicht rund und je zwei stehen einander näher. 

Die Palpen sind an der inneren und äusseren Seite schneeweiss, nach 
unten schwarz. Auf der Stirn stehen vier einander sehr nahe Haarbüschelchen, 
auf dem Scheitel zwei kleine, weit getrennte weisse Punkte. Die Fühler sind 
bis V3 schwarz, dann honiggelb. Bei E. Hypereia sind sie ganz gelb, bei den 
Thyridia-Avten ist nur der äusserste Kolben gelb. Der Prothorax hat zwei 
weisse Flecken; der Mesothorax vorn einen schwachen weisslichen Mittelstreifen 
und zwei seitliche Streifen oder Fleckchen (der äussere Theil der Schulter- 
decken). Zwei scharfe weisse Punkte stehen noch hart an der Basis der Vdfl. 
auf dem obersten Theil der Flügeldecken. Die Brust zeigt hinten je zwei weisse 
Seitenflecken, die kleinen Vorderbeinchen sind vorwiegend weiss, ebenso stehen 
weisse Flecken am Ende der Schienen. Das erste Segment des Hinterleibes ist 
oben gelblich behaart; dahinter steht ein kleiner dreieckiger weisser Fleck. 
Unten ist auf den ersten Segmenten seitwärts je eine gelb umrandete Rinne. 
Ganz am Bauch steht hier der Anfang einer sehr verloschenen weissen Mittel- 
linie, die sich auch auf den letzten Segmenten sporadisch wiederfindet, wo 
seitlich weisse Flecken deutlicher auftreten. 

7. Melinaea JRihhei, 11 — 90 Mm. Rothbraun, Vdfl. nach aussen 
schwarz, mit unregelmässiger gelber Querbinde hinter der Mitte und vier gelben 
Flecken (3 in der Spitze, 1 aminrd.); Htfl. nur mit schmalem schwarzen Rande. 

Diese Art hat ungefähr die Grösse, so wie Färbung und Zeichnungs- 
anlage (der Vdfl.) der Mel. Mneme L. Die rostbraunen Vdfl. sind nach aussen 
schwarz. In der Mitte der Zelle steht ein grosser breiter schwarzer Flecken. 
Hinter der Mittelzelle, oben am Vdrde. beginnt eina unregelmässige gelbe Quer- 
binde, welche schräg nach aussen zieht, und etwa bei der Mitte des Assrds. 
vor demselben endet. In der Flügelspitze stehen drei grössere gelbe Flecken, 
von denen der oberste, am Vdrde., der grösste und unregelmässig viereckig ist. 
Ein rundlicher gelber Flecken steht im Analwinkel. Die braune Grundfarbe 
zieht sich nicht selten streifenartig bis zu diesem gelben Analflecken, besonders 
bei den Q9- kvii der Unterseite ist dies stets der Fall; sonst ist dieselbe 
der Oberseite ganz ähnlich. 

Die Htfl. sind eintönig rostbraun mit schmalem schwarzen Assrde. Der 
Vdrd. bei den cfcf, mit den dieser Gattung eigeuthümlichen langen gelben 
Haaren versehen, ist schmutzig grau; bei den 9 9 steht hier etwas hinter der 
Mitte ein schwarzer Streifenwisch. Auf der Unterseite steht an der Basis des 
Vdrds. ein kurzer gelber dreieckiger Strich. Der Vdrd. ist auch bei den cTcf 
hin und wieder etwas schwarz angeflogen. An der inneren Seite des schmalen 

Z. B. Ges. B. XXV. Abb. 13 



98 



Dr. 0. Staudinger. 



schwarzen Assrds. zeigen sich hie und da kleine weisse Pieckchen, manchmal 
nur am Vorderwinkel, zuweilen fehlen sie ganz. 

Der Kopf ist schwarz; auf dem Scheitel steht ein gelber Strich und seit- 
wärts je ein solcher Punkt; Palpen nach aussen gelb; Fühler nur an der Basis 
schwarz, dänn bräunlich und etwa von der Mitte an blassgelb. Röcken und 
Schulterdecken braun; Mitte des Rückens schwarz, mit gelber Längslinie. Brust 
mit gelben Flecken; auch die Vorderhüften gelb. Hinterleib oben grauschwarz, 
nur das erste Segment braun, unten gelb. 

Durch die zeichnungslosen Hinterflügel ist Mel. Bibhei sofort von allen 
mir bekannten Melinaea- Arien zu unterscheiden; auch das Fehlen der weissen 
Randflecke unten trennt sie von ähnlichen Arten. Ich habe diese stattliche 
neue Art ihrem Entdecker, Herrn H. Ribbe, zu Ehren genannt, der unter seiner 
reichen Ausbeute in dem Staate Panama so viele schöne und neue Arten mit- 
brachte. Diese Art flog in der nördlichen Provinz Chiriqui, meist im März 
und April, an einer einzigen Stelle im Urwald (circa 1—1200' hoch) auf einem 
Kreuzwege, aber dort häufig. Doch befinden sich unter der grossen Zahl mit- 
gebrachter Stücke nur einige 9 9 • 

8. Heliconius Hewitsoni, 65 — 80 Mm. Schwarz mit stahlblauem 
Glanz, Vdfl. mit zwei parallel laufenden schwefelgelben Querbinden, die erste 
im letzten Theil der Mittelzelle beginnend und kurz vor dem Innenwinkel 
endigend, die zweite vor der Flügelspitze. Htfl. mit einer breiten gelben, dem 
Assrde. mehr genäherten Längsbinde. 

Diese interessante neue Art steht dem Heliconius Pachinus Hew. so nahe, 
dass nicht nur der Entdecker derselben, Herr Ribbe, sie beim Fangen dafür 
hielt, sondern auch Herr Hewitson selbst, dem ich ein Stück davon sandte, 
sie zuerst durchaus fiir nichts weiter als seinen Pachinus anerkennen wollte. 
Dennoch ist es eine sehr gute Art; nur die völlig gleiche Färbung, so wie an- 
scheinend auch gleiche Zeichnungsanlage veranlassten diese Täuschung. 

Beide Arten haben schwarze Grundfarbe mit ziemlich starken stahl- 
blauem Glanz, besonders auf der inneren Hälfte der Flügel bis zu der gelben 
Binde. Bei Jlel. Pachinus beginnt die erste schwefelgelbe Querbinde der Vdfl. 
hinter der Mittelz eile, unmittelbar am Vrde., und verläuft dann ziemlich 
gleich breit bis zum Innenwinkel. Bei H. Hewitsoni beginnt diese Binde 
bereits in der Mittelzelle, olme dieselbe nach vorn oder aussen zu über- 
schreiten und setzt sich dann in ähnlicher Weise bis znm Innenwinkel fort. 
Sie ist in Folge dessfMi hier nur von 2 (3) schwarzen Ri|)i)en durchschnitten, 
während bei Pachiwis 5 (G) Rippen schwarz' durchgehen. Auch ist diese Binde 
bei IIcwilHoni scliärfer begrenzt und nach innen tiefer unregelmässig ausge- 
schnitten. Kin gelber Innenrands.streif unter dieser Binde, der bei Pachinus 
nie f<'hlt, fehlt bei llewiisoni durchaus. Iki beiden Arten vorlänft ziemlich 
parallel mit der ersten eine zweite gelbe Querbinde, der Flijgelsj)itze etwas 
näher stehend als der ersten gelben Binde. Auch diese ist bei llcwilsoni weit 
Kchärfer begrenzt als bei Pachinus. Auf der Unterseite sind die gelben Binden 
fast ebenso; I/ewitsoni hat aber die Subco.stalis bis zur ersten Binde stark 



Neue Lepidoptoreu des sudamerikauischeü FauneDgebiete. 



99 



gelb bestäubt, was bei Pachimis nie der Fall ist. Bei beiden Arten ist die 
Costaiis an der Basis schön meuuigrotli, bei PacJiinus etwas länger. Bei 
Pachimis ist der lurd. des q sebr breit weissgrau, beim 9 braunroth mit 
dem oberen gelben Costaistreif am Ende, bei Heivitsoni ist ersteres sebr ge- 
ring, letzteres gar nicht der Fall. 

Die Htfl. beider Arten haben eine, hinter der Mittelzelle liegende, dem 
Assrde. mehr genäherte breite schwefelgelbe Längsbinde. Diese geht bei Heivit- 
soni fast bis zum Yorderwinkel am Ydrd., der hier nicht wie bei Pachimis 
breit weissgrau, beim 9 öfters rothbraun ist. Bei Hewitsoni ist diese Binde 
nach aussen stark gezähnelt; bei Pachinus fast ganz glatt. Auf der Unterseite 
ist diese Binde wie oben. Beide Arten haben hier au der Basis fünf schön 
mennigrothe Streifen oder Flecken (zwischen den Eippen). Während aber bei 
Pachimis der vordere rothe Streifen bis über die Mitte des Vdrds. geht und 
hier bei Weitem der längste ist, erreicht er bei Hewitsoni nur etwa den dritten 
Theil der Flügellänge und wird von dem folgenden rothen Streifen an Länge 
fast stets übertrofFen. Bei Pachinus ist aber grade dieser folgende rothe Streif 
auf einen fleckenartig dreieckigen sehr kurzen reducirt. Die drei folgenden 
kurzen rothen Flecken sind bei beiden Arten ziemlich gleich. Pachinus zeigt 
sehr häufig eine Eeihe länglicher milchblauer Flecken vor dem Assrde. (zu- 
weilen nur am Yorderwinkel sichtbar; bei einigen Stücken sogar auch auf den 
Ydfln.), die bei Hewitsoni durchaus fehlen. 

Färbung und Zeichnung des Kopfes, Thorax und Hinterleibes sind bei 
beiden Arten fast gleicb, schwarz und gelb. Palpen nach aussen gelb gesäumt; 
Kopf und Prothorax oben mit je zwei gelben Punkten. Leib unten gelb, seit- 
wärts mit gelben Wischen. Dahingegen sind die ganz schwarzen Fühler bei 
Pachinus entschieden länger als bei Hewitsoni. 

Unter mehr als hundert Hei. Pachimis, die Herr Ribbe aus Chiriqui 
mitbrachte, fanden sich nur vier Stück dieser neuen Art vor. Herr Ribbe hat 
die durchaus nicht häufig fliegende Hei. Pachimis vom Januar bis August in 
der Nähe seines Staudquartiers (1—1200' hoch) einzeln züsaiumeu gefangen. 
Er hat aber auch mehrere Stücke oben am Yulcan (etwa 6000' hoch) gefangen, 
während er auf dem Wege hinauf die Art nicht beobachtete. Fs ist uns daher 
mehr als wahrscheinlich, dass diese oben am Yulcan im Mai gefangenen 
wenigen Stücke der vorliegende Heliconius Heivitsoni gewesen sein \Nird. 

9. Eueides Lylioides, 60—65 Mm. Ydfl. schwarz, mit gebogenem 
breiten braunen Mittei-Läugsfeld, schmalem braunen Inrd. und gelblich brau- 
nem grossen Apicalbaud Htfl. braun mit breitem schwarzen Assrd. 

Diese Art sieht der bekannten Eueid. Lyhia F. fast völlig gleich, unter- 
scheidet sich aber sofort und constant durch das gänzliche Fehlen der rothen 
Basalpunkte, deren Lylia auf der Unterseite stets drei hat (einen kurzen Streif 
auf den Ydfl. und zwei rundlichen Flecken am Htfl.), von denen der eine auch 
klein auf der Oberseite zu sehen ist (in Zelle 1 c der Htfl). Ein anderer 
Unterschied ist der, dass bei Lylioides das braune Apicalband blasser als das 
Mittelband ist, zuweilen diiect lehmgelb. Auch ist dasselbe etwas länger 

13* 



100 



Dr, 0. Staudinger. 



gestreckt als bei Lybia. Ferner ist die Vdfl. -Spitze auf der Unterseite bei 
Lyhioides verloschen weisslich gefleckt, was bei Lyhia nie in dem Masse der 
Fall ist. 

Diese Art flog nicht eben häufig an etwas lichteren Plätzen im Urwald 
von Chiriqui (1—2000' hoch) und brachte Ribbe circa 50 ganz gleiche Stücke 
von dort mit. 

10. Morpho Bhetenor var. Cacica, 131 Mm. Glänzend blau wie 
Rhetenor, mit langem (doppelten), weissen Costaistreifen und einer Eeihe von 
5 — 6 rundlichen weissen Flecken vor dem Assrde. Ich beschreibe diese in 
zwei cTcf von Thamm am Chanchamayo (SO. Peru) gefundene prachtvolle 
Form als Varietät von Bhetenor. 

Gewisse Autoren einer benachbarten Nation würden gewiss eine „magni- 
fique espece nouvelle" daraus machen. Die Form der Flügel ist wie die bei 
Mhetenor aus Surinam, Das prachtvoll glänzende Blau der var. Cacica ist 
aber mehr das Violettblau des M. Cypris als das Grünblau des Menelaus, 
welches mein einziges des ächten Mhetenor zeigt. Während dieses auf der 
Oberseite gar keine weisse Zeichnung hat, sehen wir bei Cacica vor dem Assrd. 
eine Reihe von 5 — 6 rundlichen weissen Flecken (in Zelle 2—7), von denen die 
in Zelle 3, 4 die grössten sind. Ferner steht am Vdrd., oberhalb des Endes 
der Mittelzelle, bei Cacica ein langer weisser Doppelstrich (durch einen Sub- 
costalast getheilt), von dem ich bei meinem Bhetenor nur eine ganz leise An- 
deutung finde. 

Auf der Unterseite fehlen zunächst bei Cacica die beiden auffallenden 
weissen Basal-Längsstreifen in der Mittelzelle der Vdfl., oder sie sind doch nur 
sehr schwach durch einen etwas lichteren Ton angedeutet. Die drei weissen 
Flecken im Eudtheil der Mittelzelle sind bei einem Stück wie bei Bhentenor, 
bei dem andern sind deren nur zwei, davon der innere nur rudimentär, vor- 
handen. Die Flügelspitze ist bei Cacica lichter und die gelben Flecken hinter 
der dunklen Basalhälfte der Vdfl. weit grösser. Die drei runden schwarzen 
Flecken (in Zelle 3, 4, 6) sind sehr viel hervortretender und grösser bei Cacica. 
Die weissen Randflecken der Oberseite sind unten auch erkennbar; die grössten 
(in Zelle 3, 4) berühren hier den äusseren Theil der schwarzen Augenflecken. 
Auffallend ist, dass diese weissen Flecken bei BJielenor auf der Unterseite in 
Zelle 2, 3, -1 reichlich so gross vorhanden sind als bei Cacica; oben aber keine 
Spur davon bemerkbar ist. Auf der Unterseite der Htfl. sind besonders die 
Augenfleckc hinter der lichteren Mittelbinde weit stärker hervortretend als bei 
lih^lenor. Nach unten (hinten) stehen fünf in einer graden Reihe die weit 
dunkler gekernt sind, als die fast ganz bräunlichen des Uheienor, und die nach 
auoKCD an Gröswe zunehnitn. Aussen stehen drei schwarze Augenflecken unter- 
einander, bei Uheienor nur zwei. 

Wenn auch dies schöne Thier nur eine Jjocalforni des 71/. Jlhelenor sein 
rnag, ho ist doch diese jedenfalls aullalleiid genug, um einen eigenen Namen 
zu verdienen. 



Neue Lepidopteren des südamerikanischen Faunengetiets. 



101 



11. Morpho Candelariae , 105 Mm. Oberseite wie bei Peleides 
glänzend blau, mit breitem schwarzen Assrd. Vdfl.-Spitze aber viel breiter 
schwarz; Vdrd. ohne schwarzen Costalfleck. Unterseite völlig von der bei 
Peleides und Verwandten verschieden, viel reicher gezeichnet und der von 
Achilles ähnlich. Die grossen Augenflecken unten rostbraun (nicht gelb) 
umrandet. Basis der Htfl., Inrd. uud Assrd. roth gebändert. Tor dem Assrd. 
der Vdfl. eine scharf gelbliche, dann schwarze Linie, nach innen von einer ge- 
zackten bräunlichen Binde begrenzt, in der schwarze Längsstriche stehen. Htfl. 
stark gezackt. 

So unendlich schwierig auch sonst die Arten der Peleides- und Achilles- 
Gruppe sind, und so sicher auch einige der hier bereits aufgestellten Arten 
nur Localformen oder gar Synonyma anderer sein werden, so nehme, ich doch 
gar keinen Anstand nach dem einzigen mir vorliegendem, sehr schön gehal- 
tenen (f hier noch eine neue Art aufzustellen. Herr Ribbe fing dies Stück 
im September am Pdo Candelaria, oder eigentlich im Fluss selbst, während er 
in demselben herumwatete. Dieser Fluss ist ein Nebenfluss des Kio Chagres 
auf der Ostseite der Landenge von Panama. 

Morpho Candelariae gehört oben zur Peleides- unten zur J.cÄi7?es-Gruppe. 
Die breite schwarze Vdfl.-Spitze (mit einem vorderen kleinen weissen Costal- 
fleck, bei Peleides noch im Blau stehend, und vier weissen Apical- oder Assrds.- 
Flecken) und der gänzliche Mangel des schwarzen Costalfleckens unter dem 
auch hier vorhandenen grossen weissen, trennen diese Art auch oben sofort von 
Peleides. Die breitere schwarze Vdfl.-Spitze trennt M. Candelariae auch von 
Montezuma Gn. und einer Varietät (?) desselben aus Chiriqui. Die Unterseite 
ist aber völlig von den Arten der Peleides-Gmi^-pe verschieden, und gleicht auf 
dem ersten Anblick der von Achilles und Verwandten. Die gestreiften Zeich- 
nungen des Basaltheils, ähnlich wie bei Achilles, sind kaum durch eine Be- 
schreibung, sondern nur durch eine Abbildung kenntlich zu machen, weshalb 
ich erstere unterlasse. Sehr verschieden von allen mir bekannten Arten der 
Peleides- und Achilles-Giü\^]^e sind die grossen schwarzen Augenflecken.- Die- 
selben sind hier rostbraun umrandet; bei allen anderen Arten zuerst gelb, 
dann schwarz, dann noch einmal gelb oder grün, und zwar jedes Auge für 
sich. Nur ein enorm grosses 9 "^on Peleides aus Venezuela weicht hievon ab 
und zeigt ein ähnliches Verhalten der Umrandung (ausser der verschiedenen 
Farbe) wie bei M. Candelariae. Hier zeigen die obersten Augen eines jeden 
Flügels auch noch eine zweite, auf den Htfln. sehr feine lichte Umrandung, 
während die beiden unteren Augen des Vdfls. und die drei unteren des Htfl.s. 
je zusammen fein licht umzogen sind. Die Htfl. führen rothe Basalstreifcn 
und rothe Innen- und Aussenrandslinien, ähnlich wie bei Peleides. Die Franzen 
sind weit schmäler hell gescheckt, namentlich oben. Die Aussenrandszeichnung 
der Vdfl.-Unterseite weicht sehr wesentlich von der aller mir bekannten Arten 
ab. Auf eine scharfe gelbliche und dann schwarze Aussenrandlinie folgt ein 
nach innen stark gezacktes bräunliches Band, in welchem (5 — 6) schwarze 
Längsstriche, je in der Mitte zwischen zwei Rippen stehen. Die Htfl. sind bei 



J02 



Dr. 0, Staudillger. 



dem vorliegeuden Stück weit stärker gezackt, als bei irgend einer mir bekannten 
Art der Feieides- oder ^cM/es-Gruppe. 

12, Synchloe Adelina, 36 — 49 Mm. (durchscbnittlich 40 Mm.). 
Schwarz mit stark weiss gescheckten Fransen, vier langen weissen Fleckstreifen 
hinter der Mittelzelle der Vdfl., einer weissen Punktreihe vor dem Assrde. (auf 
der Oberseite der Htfl. meist fehlend). Unterseite wie oben. Htfl. noch mit 
gelber Fleckenreihe vor den Fransen (und zuweilen mit einer solchen an der 
Mitte des Vdrds. sitzend) und einem rothen Analfleck; Vdfl. mit rothcm 
Basalstreif. 

So ausserordentlich auch manche Arten dieser Gattung (vielleicht nur 
an gewissen Localitäten) aberriren und variiren, so glaube ich doch, dass diese 
Syn. Adelina keine Varietät einer schon bekannten Art sein kann. Am meisten 
ähnelt sie oben einer kleinen Synch. Hippodrome. Doch das breite rothe 
Fleckenband, welches letztere stets in der Mitte der Unterseite der Htfl. führt, 
so wie das gänzliche Fehlen des rothen Analflecks lässt nicht an ein Zusammen- 
gehören beider Arten denken. Auch fehlen der Syn. Adelina constant die 
3-4 weissen Basalpunkte der Vdfl. Dies Merkmal trennt sie auch am besten 
von der gleich grossen Synch. Lacinia Hb., die nebenbei einen grossen rost- 
braunen Basalthcil der Htfl. hat. Unter der grossen Zahl der S. Adelina, die 
Piibbe sowohl von Panama als Chiiiqui mitbrachte, ist nur ein Stück, das auf 
der Oberseite der Htfl. eine kurze Pteihe von vier rothen Flecken hinter der 
Mittelzelle zeigt. Da Herr Eibbe auch die ächte S. Lacinia zu derselben 
Zeit und an denselben (freien) Plätzen,' sowohl bei Panama als in Chiriqni 
fand, so ist der Beweis geführt, dass S. Adelina weder eine Local- noch Zeit- 
varietät der Lacinia sein kann. Auch eine zufällige Aberration kann es nicht 
sein, da beide Arten in grösserer Zahl ohne alle Uebergänge gefangen wurden. 
Sollten sich diese Uebergänge an einer andern, entfernten Localität finden, so 
würde das nur beweisen, dass sich dort die ursprüngliche Art noch nicht zu 
zwei verschiedenen Arten herausgebildet hätte, welcher Fall bei manchen frag- 
lichen Arten (auch in Europa) vorzukommen scheint. 

Synchloe Adclina ist oben ganz schwarz mit überwiegend weissen, oft 
nur ganz gering schwarz gescheckten Franzen. Vor dem Ausseniande verläuft, 
wie bei den nahen Arten, eine Keihe weisser Flecken, die jedoch auf der Ober- 
seite der Htfl. meist fehlen. Besonders auffallend sind vier oft lang gezogene 
weisse Flecken, oben hinter der Mittelzelle bogenförmig stehend. Zwischen der 
weissen Punktreihe und den Fransen, bei der Mitte des Assrds. stehen meistens 
noch drei weisse Flecken, von denen der mittlere oft sehr gro.ss wird und als 
P'ortsetzung der vier weissen grossen Streifen hinter der Mittelzelle erscheint. 
Die Unterseite zeigt dieselben weissen Zeichnungen der Oberseite. Die Vdfl. 
haben liier nur noch einen rothen Basalstrich des Vdrds. Die Htfl. führen fast 
stets einen deutlichen dreieckigen rothen Analfleck, der sich nur bei dem einen 
Stück nach olien hin als schwache rothe Fleckbinde fortsetzt, das auch oben 
diese in der Mitte (4 Flecken) zeigt. Ausserdem ist fast stets eine Keilie 
(0— 7j gelber Fleeken \or dem Asside. vorhuii'len, die indessen zu\veih;n ganz 



Neue Leijidopteren des südamerikanischen Fauaengebiets. 



103 



fehlt. Weit seltener findet sich am Vdrd. hinter der Mittelzelle häno^end der 
Anfang einer gelben Flecken- Querbinde, gewöhnlich ans vier Flecken bestehend. 
Diese könnte man als den ersten Anfang des gelben Basaltheils bei S. Lacinia 
oder der gelben Querbinde von deren Varietät Tellias ansehen. Doch die oben 
angegebenen Unterschiede und Gründe hindern mich vor der Hand die >S'. Ade- 
lina als eine Varietät davon anzusehen. 

Herr Ribbe fand auf dem Kirchhofe von Panama die Raupen und Puppen 
dieser Art; erstere an einer ihm unbekannten niederen Pflanze. Die Raupe sah 
der von Mel. Cinxia ganz ähnlich, nur hatte sie keinen rothen Kopf; die 
Puppe ähnelte der von Mel. Äurinia (Artemis). Auch die Schmetterlinge 
sollen ganz den Flug und das Benehmen unserer 3Ielifaea- Arten haben. 

1?. Catagramrna Bug ab a, 33—40 Mm. Schwarz, Vdfl. mit schräger 
breiter orange Querbinde nach aussen, Htfl. mit grossem blauen Analfeld. Unter- 
seite der Vdtl. mit der oberen matteren orange Querbinde, mit drei gelben 
Basal-Längsstreifen und einer schmalen gelben Apicalbinde. Zwischen letzterer 
und den hier schwarz und weiss gescheckten Fransen eine glänzend blaue Lim- 
ballinie, öfters bis über die Mitte des Assrds. reichend. Htfl. schwarz und gelb 
bandirt, in der Mitte mit zwei gelb umrandeten runden schwarzen Flecken, der 
vordere mit einem, der hintere mit zwei blauen Kernen. Fransen an der 
unteren Hälfte des Assrds. weissgefleckt und hier vor denselben eine glänzend 
blaue Limballiuie, die sich allmälig nach vorn, wo eine gelbe Limballinie auf- 
tritt, verliert, sich aber vor dieser in Spuren noch bis an den Vdrd. hin er- 
kennen lässt. 

Cat. Bugaha ist der Cat. Denina Hew. so ähnlich, dass Hewitson sie 
uns als solche bestimmte und wir sie zuerst unter diesem Namen versandten. 
Es fehlt ihr jedoch stets am Inrd. der Unterseite der Htfl. der charakteristische 
orange (rothe) Fleckstreif, den Hewitson sowohl abbildet als auch in seiner 
Beschreibung erwähnt. Herr Hewitson hatte auch die Güte mir ein Original 
seiner Cat. Denina zu senden, und da ist es für mich zweifellos, dass wir es 
hier mit einer derselben sehr nahen, aber doch sicher verschiedenen Art zu 
thun haben, Ueber hundert Cat. Bugaha, die ich vor mir habe, bleiben sich 
alle im Wesentlichen ganz gleich. Der in die Augen fallendste Unterschied von 
Denina ist das Fehlen des oben erwähnten rothen Vorderrandstreifens an der 
Basis der Htfl.- Unterseite. In Folge dessen erreichen bei Bugaba der zweite 
gelbe und zweite schwarze Querstreif vollständig den Vdrd. Ferner ist auch 
das breite orange Querband der Vdfl. bei beiden Arten constant verschieden. 
Bei Cat. Bugaba ist es schmäler und länger, von der Mitte des Vdrds. be- 
ginnend und fast den Innenwinkel erreichend. Bei C. Denina ist es weit 
breiter, mehr flecken- als bindenartig, kommt dem Innenwinkel lange nicht so 
nahe und ist nach aussen convex. Besonders auf der Unterseite tritt der Unter- 
schied noch mehr hervor. Ausserdem ist das Orange des Bandes auf der 
Oberseite bei den (^(^ der Bugaba weit mehr mit Roth gesättigt als bei 
Denina (bei den sehr seltenen 9 9 cler Bugaba ist die Binde fast gelb). 



104 



Dr. 0. Staudinger. 



Cat. Benina stammt aus Neii-Granada, während Herr Ribbe die Caf. 
Biigaha in Chiriqui fand. Die Art flog vom Jannar bis August niemals häufig 
und vor/ugswt-ise an offenen Plätzen, wo sie sich, wie ihre Verwandten gern 
an die Häuser und Eohrhütten setzte und sogar Besuche in dieselben abstattete. 
Der Flug ist ein sehr rascher und sind diese wilden aber neugierigen Thiere 
schwer zu fangen und selten ganz rein. Ich benannte die Art nach dem 
District Chiriquis, San Miguel de Bugaba, in dem Ribbe wohnte und die 
Art fing. 

14. Megalura (Timetes) Livius Kirby, 47 Mm. Ich habe diese in 
wenigen Exemplaren aus Peru (Chanchamayo) von Tharam erhaltene Art in 
einigen Stücken als Älcibiades in litt, versandt, da ich zu spät sah, dass 
Kirbj bereits in seinem Catalog p. 221 für das Berania Hew. Q Fig. 2 den 
Namen Livius gegeben hatte. Herr Hewitson hält noch heute diese Art für 
das Berania Q, obwohl ich ihm von meinen zwei cfcf <^3,s eine Stück sandte! 
Auffallend ist es immerhin, dass, während sonst die Megalura 9 9 sehr selten 
sind, Thamm von dieser Art etwa zehn 9 2 i^^^ zwei (^(^ mitbrachte, 
während er von Berania nur cTcf in Anzahl mitbrachte. Man könnte daher 
annehmen, dass die beiden Livius cfcJ^ eine dimorphe Form des gewöhnlichen 
Berania cf seien, obwohl mir ein Dimorphismus bei den (^^^ irgend einer 
Lepidopteren-Art bisher ganz unbekannt ist. Aber abgesehen davon, dass Herr 
Ribbe in Chiriqui das wirkliche, vom wenig verschiedene 9 zu Berania 
fing, ist denn doch der Unterschied der Meg. Livius aus Peru mit den 
Berania derselben und anderer Localitäten zu gross, um nicht zur Annahme 
einer eigenen Art zu zwingen. 

Meg. Livius hat (so wenig ich auch sonst auf die von den meisten 
Autoren so hochgeschätzte Flügelform gebe) weit mehr vortretende Vorderflügel- 
spitzen und in Folge dessen einen weit mehr eingebogenen Assrd. als Berania. 
Die Vdfl. -Spitzen sind bei Livius scharf weiss umrandet, bei Berania nie. Die 
dunkle Oberseite des Livius führt 3 (oder 4) ganz breite noch dunklere 
Querstreifen (noch breiter als bei Meg. Chiron und Thertiistocles) , Avährend 
grade diese schwarzen Streifen auf der licht rostbraunen Oberseite der Berania 
sehr schmal sind. Dann hat Berania an dem mit Blau und Weiss gezeich- 
neten Analwinkel der Htfl. (welche Zeichnung bei Livius ganz fehlt) einen 
sehr hervorragenden gelb umsäumten la])pcnartigen Fortsatz vor dem langen 
Schwanz. Dieser Fortsatz fehlt bei lAvius durchaus, wo hier höchstens eine 
schwache Ausbiegung zu bemerken ist. Bei Hewitson's Figur von Berania 
ist dieser Fortsatz viel zu wenig hervorgehoben. Endlich ist die Unterseite 
des oben ganz dunklen Livius unten fast silberweiss, während die von Berania 
gelblich weiss ist. Auch der Verlauf der Querbinden, ihre Entfernung von 
einander etc. ist bei beiden Arten etwas verschieden. 

15. Megalura Alcihiades. Unter diesen Namen beschreibe ich jetzt 
eine sehr intercHsante kleine Art, von der Ribbe nur zwei gleiche c/'c/ aus 
rhiriqui niitbrachte, da er sie vielleicht für den gemeinen, ihr oben sehr ähn- 
lichen Chiron hielt. Das eine dieser Stücke erhielt Herr Hewitson; nach 



Neue Lepidopteren des südamerikanischen Faunengebiets. 



105 



dem andern beschreibe ich. Dies misst 47 Mm. Flügelweite, sieht oben dem 
Chiron ähnlich, während es unten der Berania sehr nahe kommt. Der Grund- 
ton oben ist etwas lichter (gelbbraun) als bei Chiron. Die Vdfl. führen zu- 
nächst der Basis zwei kurze parallele dunkle Streifen, die nur in der Mittel- 
zelle stehen- Dann folgt ein nach vorn gegabelter Querstreifen oder Querband. 
Hinter der Mittelzelle verläuft das vierte und nicht weit davon parallel das 
fünfte dunkle Querbaud; der Assrd. ist gleichfalls breit schwarz. Statt der 
meist grellen weissen Fleckeo, die bei Chiron in dem oberen breiteren Theil 
der letzten dunklen Binde vor dem Assrd. stehen, haben wir bei Älcibiades 
vier grössere, untereinander stehende braune Flecken, welche diesen breiten 
oberen Theil eigentlich in zwei Binden zerlegen. Auf den Htfln. verlaufen die 
vier dunklen Querbinden ähnlich wie bei Chiron. Unmittelbar vor der feinen 
schwarzen Aussenrandslinie verläuft aber bei Älcibiades eine sehr scharfe braune 
Linie, welche auch den langen Schwanz (mit weisslicher Endspitze) völlig um- 
säumt und am Inrd, endet. Hier am Innenwinkel fehlt gleichfalls der starke 
lappenartige Fortsatz wie er bei Chiron und Berania stets vorhanden ist. An 
dessen Stelle tritt der Saum nur wenig gebogen hervor. Oberhalb befinden 
sich hier die zwei runden schwarzen Analflecke, von denen nur der innere 
Spuren einer weissen Umrandung zeigt. 

Die Unterseite ist von der des Chiron total verschieden und ähnelt ganz 
auffallend der von Berania: Sie ist weissgelb, nur nach dem Assrde. und der 
Flügelspitze zu bräunlich. Die braunen Querlinieu verlaufen hier fast genau 
so, nur die siebente, mit dem Assrd. parallel laufende der Berania fehlt hier 
ganz. Statt deren zeigen sich bei Älcibiades in der Spitze einige weissliche 
Flecken. Das auf der Oberseite gegabelte dunkle Band der Vdfl. zeigt sich 
unten als zwei nach dem Inrde. zu convergirende gelbe Linien, denen zwei 
völlig parallel laufende bei Berania entsprechen. Die Htfl. sind unten fast 
genau wie bei Berania, nur nach aussen etwas bräunlicher. Das Fehlen des 
läppen artigen Fortsatzes, bei Berania mit ziemlich grossem schwarzem Basal- 
fleck, ist hier sehr auffallend. 

16. Euptychia Mollis, 29 — 33 Mm. Weissgrau (Q weiss) an der 
Vorderspitze und nach aussen rauchbraun angeflogen mit zwei mittleren dunklen 
Querbinden, einer solchen Aussenbinde der Vdfl. und kurzer Basalbinde der 
Htfl., die noch eine dunkle unregelmässige Aussenbinde zeigen. In der Spitze 
des Vorder- und Hinterflügels, so wie im Analwinkel des letzteren ein grosses 
mattschwarzes, blassgelb umrandetes Auge. 

Die Butler'sche Arbeit „A monograph of the genus Euptychia etc." in 
den Proceedings of the Zoological Society of London, 1866. p. 458 fi"., so ver- 
dienstvoll sie sonst ist, leidet an dem grossen Fehler fast aller englischen und 
vieler anderer Autoren, dass die Arten fast gar nicht comparativ beschrieben 
werden. Da Butler ferner fast nur die neuen Arten beschreibt (meist auch 
nicht eben schön abbildet), so ist es kaum möglich hiernach die so sehr 
schwierigen Arten dieser Gattung zu bestimmen. Dennoch glaube ich, dass die 
vorliegenden ziemlich ausgezeichneten Arten noch nirgends beschrieben sind. 

Z. B. Ges. B. XXV. Abb. 14 



106 



Dr. 0. Staudiuger. 



Eupt. Mollis Steht zunächst bei Mollina Hb. und Westwoodn Butl., ist 
aber etwas grösser und dunkler als diese beiden Arten. Die Grundfarbe ist ein 
beim cT sehr stark mit Grau bestäubtes Weiss, und daher bei diesem eher grau 
zu nennen. Nach dem Assrde. und besonders der Vorderspitze zu ist auch das 
Q stark grau angeflogen. Auf den Vdfl. stehen zwei grade parallele graue 
(beim 9 röthlichbraune) Querbinden; die eine bei V3 der Flügellänge, die 
andere das Ende der Mittelzelle durchschneidend. Eine dritte Aussenrands- 
binde ist namentlich nur an ihrem unteren Ende sichtbar. Auf den Htfl, setzen 
sich die beiden mittleren Querbinden fort; ausserdem verläuft kurz hinter der 
Basis eine dritte, kurze, parallel damit. Der Assrd. ist unregelmässig dunkler, 
in der Mitte zieht er etwas breiter hinein und bildet hier meist drei Zacken. 
Weiter nach dem Analwinkel zu löst sich dieser dunkle Assrd. auf und tritt 
hier auf grauweissem Grunde eine sehr scharfe etwas gewellte Limballinie auf. 
In der Vdfl. -Spitze steht ein ziemlich grosser mattschwarzer Augenfleckeu, der 
mattgelb umzogen ist. Zwei ganz ebensolche aber grössere x^ugenflecke 
stehen im Htfl., der eine im Vorder- der andere im Analwiukel. Oberhalb des 
ersteren steht beim zuweilen, beim 9 stets noch ein ganz kleines älinliches 
Auge. Bei E. Mollina sind diese Augenflecken lange nicht so auffallend, bei 
Westwoodii fehlen sie fast ganz. 

Die Unterseite aller Flügel ist reinweiss und die eigentlich oben nur 
durchscheinenden dunklen Binden treten hier scharf rostbraun auf. Ausserdem 
steht hier noch an der Basis des Vdrds. der Vdfl. ein rostbrauner Streif und 
am Analwinkel der Htfl. ein ebensolcher ziemlich grosser Flecken. In dem 
silbergrauen Assrd. verläuft eine weisse, auf den Vdfl. stark gewellte Linie, 
die nach innen rostbraun umsäumt ist. An Angenflecken bemerkt man zunächst 
die der Oberseite, welche hier scharf schwarz, in der Mitte weiss gekernt und 
nach aussen breit gelb umrandet sind. Unterhalb des Auges im Vdfl. steht 
noch ein kleines mattschwarzes, breit gelb umrandetes; oberhalb desselben bei 
manchen Stücken ein ganz kleiner runder gelber Fleck. Im Htfl. steht ober- 
halb des oberen und unter dem unteren (im braunrothen Analfleck) noch je 
ein sehr kleines, scharf schwarzes, weiss gekerntes und aussen gelb unirandctes 
Auge. Dann steht nocli oberhalb des grossen Anahiugcs (in Zelle 3) ein gelber 
schwarz gekernter runder Flecken. Die gelbe Uiiirandung des vorderen grossen 
AugCK zieht sich meist nach unten lang aus und führt darin einen schwarzen 
Punkt. DicKC ganze Augenfleckeriitartie steht auf einem dunkleren Grunde in 
dem hinter den Augen eine unregelmässig etwas geschwungene gelbe Quer- 
binde hteht. Unten kommt E. Mollis der weit kleineren Westwoodii sehr 
nah*', floch hat diese, ausser andern Unterschieden, stets zwei deutlich ge- 
tfimtf, gelbe, Hchwarz gekernte Auge?ifl«'ckc /wischen den beiden grossen der 
lltfl. Die» ist auch bei MoUina der Fall, die auch auf den Vdfl. drei Augcn- 
fleckc unter dem hier weit kleineren Apicalflcckcn zeigt. 

Herr Hibbe fing dießrf Art zahlreich in ('hirifjui. 

17. Euptychia Mncrofi/i/hahna/.jO'-'.i'Jt Mu\. Kiiii. Iihr.uiii (',' licliici) 
mit drei dunklen Qiicrbindcn <lurcli die Flügel, einem verloocli'jnen Auge in 



Neue Lepidopteren des südameritaui?cben Fauueugebiets 



107 



der Vdfl. -Spitze und einem dessgleichen sehr auffallend grossen im Analwinkel 
der Htfl. 

Diese Art steht der vorigen nahe und hat auch gleiche Grösse mit ihr. 
Sie ist aber besonders oben, weit dunkler, die c/'cf völlig rauchbraun ohne 
Weiss und zeichnet sich vor allen anderen Arten durch das auffallend grosse 
Analauge des Htfls, aus. Da sowohl die Augen- als Bindenzeichnung oben 
eigentlich nur die untere durchscheinende ist, so sage ich hier von der Unter- 
seite das Nöthige. Die drei rostbraunen Querbinden aller Flügel verlaufen fast 
grade so wie bei Mollis. Vor dem Assrd. steht aber nicht wie bei dieser eine 
scharf gezinkte weisse, dunkel umsäumte Limballinie, sondern nur eine ein- 
fache scharf schwarze, die mit Ausnahme des unteren Theils der Vdfl. gewellt 
ist. Das unterscheidet Macrophthalma auch von Mollina und Westwoodü, 
mit welchen Arten sie übrigens sonst gar nicht zu verwechseln ist. In der 
Vdfl.-Spitze zeigt Macrophthalma ein ziemlich grosses scharf schwarzes, weiss 
gekerntes, gelb umrandetes Auge, darunter ein kleines mattschwarzes, gelb um- 
randetes wie bei Mollis. Auf den Htfl. ist das Auge im Analwinkel ganz auf- 
fallend gross, mindestens doppelt so gross wie das des Vdfls. In dem, wie bei 
Mollis, rothbraunem Analwinkel steht hier kein Auge wie dort, wenigstens 
nicht bei meinen mir vorliegenden vier Stücken. Dahingegen stehen hier auch 
am Vorderwinkel zwei schwarze kleine weissgekernte Augenflecke übereinander, 
das untere grösser ; aber beide unter sich an Grösse lange nicht so verschieden 
wie bei Mollis. 

Auch diese Art wurde von Herrn Ribbe mit der vorigen zugleich in 
Chiriqui gefangen . 

Ich muss hier noch, des Vergleiches wegen, einer sehr nahen Art er- 
wähnen, von der mir leider nur ein von Ribbe in Chiriqui gefangenes vor- 
liegt, das mir Hewitson als Insolata benannte. Ob die Art bereits unter 
diesem Namen besclirieben ist, weiss ich nicht. E. Insolata steht oben der 
Macrophthalma sehr nahe, nur ist das Analauge lange nicht so gross und 
scheint viel matter durch. Auf der Unterseite verlaufen die brauneu Querbinden 
ähnlich, nur stehen die mittleren des Vdfls. weiter auseinander und divergireu 
etwas nach dem Inrd. zu. Auch die Stellung der Augenflecke ist ähnlich; im 
Vdfl. steht unter dem grossen ein kleines, hier aber weiss gekernt. Im Htfl. 
stehen zwei grosse, eins vorn eins hinten; an beiden hängt nach innen zu ein 
kleines an. Ein kleines Auge oberhalb des grossen vorderen, wie bei allen 
ähnlichen Arten, fehlt ganz. Der Hauptunterschied von allen diesen Arten be- 
steht aber darin, dass alle diese weissgekernten Augenflecke bei Insolata 
doppelt gelb umrandet sind. Der innere schwarze Theil ist zunächst fein 
gelb, dann fein schwarz und darauf breit gelb umrandet. Die schwarze Aussen- 
raudlinie ist ähnlich wie bei Macrophthalma. 

18. Oxeoschistus Thammi. Diese Art wurde mir von Herrn Hewit- 
son als ein neuer Oxeoschitus bestimmt, und versandte ich sie als Ox. Lasio- 
philus in litt., da sie den Lasiophila Zapatoza und Orbifera sehr ähnlich 
sieht. Ohne mich jetzt auf Gattungs-Untersuchungen näher einlassen zu können. 

14* 



108 



Dr. 0. Staudinger. 



glaube ich doch, dass die bisher aufgestellten Gattungen noch sehr wandelbar 
sein dürften, und ziehe ich es daher vor dieser Art den Namen ihres Ent- 
decliers zu geben. Herr Thamm fand dieselbe mit vielen andern neuen oder 
interessanten Arten im Südosten Perus am Chanchamayo-Fiuss. Ich glaube, 
dass er diese Art, wie die meisten Satyriden in einer Höhe von 3—5000' ge- 
fangen haben wird, auf den sogenannten Cejas (Augenbrauen), wie dort die 
seitlichen Ausläufer der hohen Andes-Kette heissen. Leider brachte er nur 
cf cT mit- 

Flügelspang. 55 — 56 Mm., ungefähre Grösse der Las. Orbifera Butl., 
der sie auch auf der Oberseite am Meisten ähnelt. Grundfarbe ebenso kastanien- 
braun. Vdfl., am Assrd. ziemlich stark nach oben eingebogen, fast von der 
Mitte an nach aussen schwärzlich. In diesem äusseren schwarzen Theil stehen 
übereinander drei rundliche braune Flecken, der unterste am Inrde. vor dem 
Innenwinkel. Eine braune Zeichnung in der Flügelspitze wie bei Zapatoza 
und Orbifera fehlt durchaus. Die Htfl., mit gezähneltera Assrde. wie bei Or- 
bifera, haben einen nicht eben breiten, nach innen stark gezackten dunklen 
Assrd. Vor demselben stehen nur unten (in Zelle 2, 3) zwei deutliche runde 
schwarze Flecken, während die vorderen (in Zelle 5, 6) zwei kleineren schwarzen 
Flecken verwischt und ganz undeutlich sind, da hier die Rippen stark schwarz 
angeflogen sind. Bei L. Orbifera und Zapatoza stehen hier stets fünf deut- 
liche grosse runde schwarze Flecken , die oberen beiden meist zusammen- 
hängend. Die grösseren Assrd. -Zacken beim Innenwinkel sind bei Ox. Thammi 
(wie auch bei Orbifera etc.) vorwiegend braun gefärbt. 

Die Unterseite des Ox. Thammi erinnert mehr an die der oben so ganz 
verschiedenen Irmina Dbld. als an Orbifera. Die Vdfl. sind wie oben nur 
noch dunkler; die drei braunen Flecken treten schärfer hervor. Vor der Spitze 
am Vdrde. sitzt ein grosser dreieckiger weissbestäubter Flecken, ganz ähnlich 
wie bei Irmina. Die Htfl. sind auch ganz unregelmässig weiss und gelb be- 
streut und lassen eine Art sehr schwach begrenzter Mittelbinde erkennen. Auch 
hier sind (in Zelle 2, 3) nach hinten^ zwei auffallende weisse Doppelflecke vor 
dem Assrde. Der erste Doppelfleck (in Zelle 2) ist stets getrennt und steht 
ein dritter kleiner, gelblicher darüber, mit dem sie sich zuweilen vereinen. 
Dahingegen ist der zweite stets oben, wie an zwei Stielen, blattartig zusammen- 
hängend. Oberhalb desselben (in Zelle 4) steht meistens noch ein sehr kleiner 
weiHHlicher Punkt. Die Franzen sind wenig hervortretend schwarz und gelb- 
lich gescheckt. Fühler ganz schwarz; Pal|>en aussen lebhaft gelb gerandet. 

19. OxeoschistuH Leucopilos, 57—58 Mm. Rauchbraun (schwarz) 
mit grossem unregelmäsHigem schneeweissem Flecken hinter der Mittclzelle 
der Htfl. nnd schwärzeren braun umzogenen Randaugenflecken am Innenwinkel 
alier Flügel, die indess^-n nur sehr wenig hcrvortreti'n. Franzen lebhaft weiss 
gescheckt. 

Dies«' auHgezeichn«'t<; neue Art wurde ghiichfalls von 'riiannu aus Peru 
leider nur in wenig<!n milnnlich«n .Stücken mitgebracht. Das Auffallendste, der 
grosse schneeweisse Flecken <It Htfl., wie er sich sonst bei keiner mir 



Neue Lepidopteren des südamerikanischen Faunengebiets. 



109 



bekannten Art findet (Irmina hat einen milchblauen Flecken), besteht aus drei 
Theilen (in drei verschiedenen Zellen liegend). Der Haupttheil liegt in Zelle 3, 
beginnt gleich hinter der Mittelzelle, und zieht sich als langer etwas keil- 
förmiger Fleck bis über die Hälfte der Zelle nach aussen hin. Darauf sitzt 
oben in Zelle 4 ein ziemlich grosser weisser oblonger Fleck scharf an der 
Mittelzelle beginnend und ebenso scharf bei 2/3 cl^r Länge des unteren auf- 
hörend, so dass er mit diesem ziemlich einen rechten Winkel bildet. Dann sitzt 
noch in Zelle 2 ein ganz kleines dreieckiges weisses Fleckchen, etwa in der 
Mitte, unter dem grössten mittleren. Die diese einzelnen drei Flecken theilen- 
den Kippen (3 und 4) sind sehr wenig (dunkel) hervortretend. Die am Innen- 
winkel aller Flügel übereinander stehenden schwarzen, braun umsäumten Augen- 
flecke scheinen nur von unten matt durch; die unteren an der Vorderspitze 
sind fast gar nicht zu erkennen. Die Htfl. zeigen noch am Analwinkel den 
Anfang einer deutlichen braunen Assrds. -Linie. 

Die Unterseite der Vdfl. ist rauchgrau (schwärzlich), nur in der Mitte 
(Discus) ist eine kleinere braune Stelle, auch die Flügelspitze ist braun an- 
geflogen. In derselben steht ein kleiner schwarzer, weiss gekernter und licht- 
braun umzogener Augenflecken, oberhalb desselben ein kleiner weisser, unter- 
halb zwei gelbliche untereinander. Zwischen dieser Zeichnung und der Mittel- 
zelle hängt noch am Vdrd. ein grösserer schräger weisslicher Fleck (dicht am 
Vdrd. gelblich). Die übereinanderstehenden breit braun umzogenen beiden 
schwarzen Analflecken sind sehr auffallend. Die fast ganz braun bestäubten 
Htfl. führen etwa bei Vs ihrer Länge eine w*^isse unregelmässige Querlinie, die 
den Inrd. nicht erreicht. Weiter nach aussen hinter der Mittelzelle befindet 
sich ein breites weisses Querband, welches aber vorn und hinten mit je zwei 
grossen schwarzen, weiss gekernten und breit braungelb umrandeten Augen- 
flecken ausgefüllt ist, so dass hier nur schmale weisse Umrandungen bleiben. 
Der mittlere ganz weisse Theil entspricht genau dem oberen weissen Flecken. 
Das unterste Auge am Analwinkel ist ein doppeltes. 

Zu verwechseln ist Ox. Leucospilos mit keiner bekannten Art; der 
Oberseite nach muss sie neben Irmina Dbld. gestellt werden, die einen weit 
grösseren und milchblauen Flecken der Htfl. hat; deren Unterseite aber ganz 
verschieden ist, ähnlich dem Ox. Thammi. 

20. Euryhia Persona, 55 — 58 Mm. Rauchschwarz (grau). Vdfl. mit 
zwei matten lichten nach aussen gelegeneu Querflecklinien und einem grossen 
schwarzen, schön blau gekernten , gelb umrandeten Augenflecken im Endtheil 
der Mittelzelle. Htfl. mit breitem rostbraunem Aussenband und schwarzen 
Flecken darin. 

Diese schöne Art ist eine der grössten der Gattung Euryhia. Die rauch- 
schwarzen Vdfl. sind denen der Lycisca ähnlich gezeichnet, besonders ist das 
grosse Mittelauge ganz ebenso. Hinter der durch einen lichteren Mondfleck 
geschlossenen Mittelzelle verläuft eine unscheinbare lichtere Fleckenquerlinie; 
eine zweite parallel damit vor dem Assrd., diesem auch parallel. Während 
aber die Htfl. bei Lycisca mit prächtigem Blau Übergossen sind, zeigen die der 



110 



Dr. 0. Staudioger. 



Persona gar kein Blau, sondern einen breiten rostbraunen Assrd., der aber 
nach vorn nicht den Inrd. erreicht. In dieser braunen Binde stehen vier runde 
schwarze Flecken (in Zelle 1 c. 2, 3, 4), denen je nach innen ein langer 
schwarzer, kegelförmiger Fleck folgt, durch einen schmalen Streif lichteren 
Brauns getrennt. Beim Q fehlt dieser braune Assrd. und sind hier nur die 
vier runden schwarzen Flecken mit lichtem Braun umzogen; dahingegen tritt 
hier eine lichtere Fleckenquerbinde hinter der Mittelzelle deutlich auf. In der 
Mittelzelle ist das hier nur auf der Unterseite vorhandene Auge durch eine 
verloschene rothbraune Umrandung angedeutet. Unten besteht dies Auge in 
einem scharf schwarzen runden Fleck der breit gelb umrandet ist. Das weit 
grössere Auge des Vdfls. ist unten fast genau so wie oben. Sonst zeigt die 
lichtere graue Unterseite noch eine Reihe dunkler Assrd. -Flecken, welche 
besonders nach innen lichter umsäumt sind. Ferner tritt hier die lichtere 
Fleckenbinde hinter der Mittelzelle weit deutlicher auf und stehen auch unter 
der Mittelzelle in lichterem Grande ein Paar dunklere Flecken. 

Die Palpen sind gelb mit schwarzem Endgliede. Stirn schwarz, mit 
gelben Binden vor den Augen; Scheitel gelb; Fühler schwarz, mit scharf ab- 
gesetzter kurzer gelber Endspitze. Rücken und Leib oben rauchschwarz, unten 
mit den Beinen lichter grau. Zu verwechseln ist diese schöne neue Art mit 
keiner mir bekannten. 

Herr Ribbe fand sie nur im schattigsten Urwald bei Chiriqui (1—2000'), 
wo sie eben so selten als schwer zu fangen war. 

21. Esthemopsis Strigosus, 34- 38 Mm, Schwarz mit grünlichem 
Schiller. Htfl. ganz, Vdfl. nur an der inneren Hälfte weiss gestreift, letztere 
mit vier grossen weissen Flecken vor der Spitze. 

Diese Art .steht der Clonia F. nahe; unterscheidet sich aber durch die 
von der Basis bis zum Assrd. gehenden (5) weissen Streifen der Htfl. sofort 
davon. P^benso stehen auf der inneren Hälfte der Vdfl. parallel mit dem Inrd. 
drei verloschene lichte Streifen, die bei Clonia ganz fehlen. Diese weissen 
Streif<;n treten unten weit deutlicher auf. Während Clonia vor der Vdfl. -Spitze 
stets eine R»jihe von fünf weissen Flecken zeigt, haben die vorliegenden Stri- 
gosus deren nur vier; können deren auch nie mehr haben, da bereits unter 
dem- letzten der obere lichte Längsstreifen beginnt. Diese vier weissen Flecken 
sind bei den Stücken ans Chiriqui nur wenig länger als breit; bei einem Stück 
aus Neu-(jranada sind sie weit mehr in die Länge gezog(m, besonders die 
obersten beid<;n lang streifenförmig. 

Die kleinen l*al|)en und Scheitelhaare sind ganz orange. Stirn schwarz 
bei (Himia deren liniere Hälfte schön rolh. Die schwarzen Fühler sind be- 
deuU-nd kürzer und dicker als die der Clonia, so dass möglicherweise beide 
Artrn noch einmal in zwei verschiedene Gattungen gesetzt werden. 

ii<;rr lühb«* fand diese Art nicht häufig mit der vorigen zusannnen im 
dunklen Urwald vcju (Ihin'qui. 

22. C/iui in Iris, 21 — 2-) Mm. S<;liwarz, mit zwei dicht nebeneinander 
Hteh<inden glun/endt n Itlaneii AusHenrandslinien , völlig schneewei ssen 



Neue Lepidopteien des südamerikanischen Fannengebiets. 



III 



F ranzen der Htfl. und nur sehr wenig schwarz gescheckten der Vdfl. Die 
beim ganz zeichnungslose dunkle Unterseite zeigt einen prächtigen (nach 
der Lichtdrehung verschiedenen) dunkelblauen Glanz und eine grün schillernde 
Assrds.- Linie. Das 9 ist unten matt, mit dunkleren Querlinien und zwei grün 
schillernden Assrds.-Linieu. 

Diese Art steht der Qi. Cleodora God. am Nächsten; auf der Oberseite 
auch noch der Cleonus Cr., Zama Butl. und anderen Charis- Arten. Von allen 
diesen unterscheidet sie sich sofort durch die reinweissen Franzen der Htfl. 
und die nur nach vorn etwas schwarz gescheckten weissen Franzen der Vdfl. 
Die ganz eintönige dunkle Oberseite der Flügel führt zwei nebeneinander ver- 
laufende blau schillernde Aussenrandslinien, wie bei Cleodora und allen ähn- 
lichen Arten, Die äussere verläuft grade mit dem Assrd., die innere der Htfl. 
parallel damit, die der Vdfl. ziemlich gebogen, divergirt nach dem Vdrde. 
etwas, und besteht eigentlich nur aus einer Reihe von Querstrichen. Beim 
hat die völlig eintönige (zeichnungslose) Unterseite einen prächtigen blauen 
Glanz, doch nicht so lebhaft (grünlich) wie bei Cleodora, die nebenbei auch 
auf der Fläche dunkler gebändert ist. Vor dem Assrde. steht eine schön grün 
schillernde Aussenlinie, die am Analwinkel beider Flügel den kurzen Ansatz 
einer zweiten solchen inneren Binde zeigt; von der man auch am Vdrd. der 
Vdfl. bisweilen einige Spuren bemerkt. Das weit seltnere Q zeigt unten gar 
keinen Glanz. Es ist undeutlich, fleckenartig dunkler bandirt (welches auch 
oben matt durchscheint) und führt auch unten zwei grünblau schillernde Aussen- 
randolinieu. Die innere derselben ist breiter und besteht aus fast zusammen- 
hängenden Flecken. 

Herr Ribbe fing diese Art in Chiriqiü, wo sie nur im dunklen Urwald 
an feuchten Stellen, an Bächen u. s. w. flog. 

23. Telegonus Chiriquensis , 42 -52 Mm. Rauclibraun, mit grün- 
lichem (goldigen) Glanz. Basaltheil aller Flügel, Kopf, Rücken und Hinterleib 
glänzend spangrün. Unterseite mit breitem schmutzig gelben Assrd. der Htfl. 

Diese neue Art steht dem T. Elonis Hew. am Nächsten, auch dem 
Creteiis Cr. gleicht er auf der Oberseite fast ganz. Die Form der Flügel etwa 
wie bei diesen Arten: die Htfl. ziemlich langgestreckt mit scharf hervortreten- 
dem Analwinkel. Auf dem dunklen äusseren Theil der Vdfl. bemerkt man 
(ähnlich wie bei Elorus, Creteus etc.) zwei sehr verloschene dunkle Querbänder, 
das äussere stark S-förmig gebogen, das innere vom Vdrd. aus nur etwa bis 
zur Flügelmitte reichend. Die schöne mehr spaiigrüne, wie blau glänzende 
Färbung des Basaltheils aller Flügel ist bald mehr bald weniger ausgebreitet, 
auf den Vdfl. oft nur sehr geling, weniger als bei den ähnlichen Arten. Die 
Franzen der Htfl. sind lehmgelb, bei Elorus grau. 

Die dunkle Unterseite der Vdfl. ist nach vorn und aussen etwas gelb 
bestäubt, nur bei einem 9 zeigt sich am Innenwinkel ein grösserer gelblicher 
Fleck, als Anfang einer Aussenbinde. Die oberen dunklen Querbinden treten 
hier etwas deutlicher auf, die kurze innere vereint sich am unteren Ende fast 
mit der äusseren. Die dunklen, gleichfalls etwas gelb bestäubten Htfl. führen 



112 



Dr. 0. Stau (ii nger. 



eine breite gelbe Aussenbinde, die nach vorn zu obliterirt. Rein gelb (lehm- 
gelb) ist sie nur nach dem Innenwinkel zu, besonders bei den 9 9- B^i einem 
cf, aus Panama, ist sie fast ganz verdunlielt, und tritt hier das Gelb nur noch 
am unteren Theil nach innen auf. Der diese gelbe Aussenbinde begrenzende 
innere Theil ist am dunkelsten, lässt sich jedoch nur bei einigen Stücken als 
dunkles Querband erkennen. Ein zweites nach innen liegendes Querband, wie 
bei Elorus, Creteus etc. ist kaum je herauszudeuten. 

Palpen und Beine, besonders die Vorderhüften, sind stark gelblich ge- 
mischt; bei einigen cfcf sind die Fühler vor der Spitze gelb bestäubt. Die 
breite gelbe Aussenrandsbinde der Unterseite trennt T. Chiriquensis sofort von 
den andern ihr oben ähnlichen Arten. Sie wurde von Ribbe in Chiriqui 
mehrfach gesammelt; nur das eine etwas variirende Stück ist bei Panama 
gefunden. 

24. Telegonus Henricus, 44 Mm. Braunschwarz; das erste Dritt- 
theil der Vdfl. stark grünblau schillernd, Kopf und Thorax grün, Basis des 
Hinterleibs und der Htfl. grünlich. Htfl. unten mit scharf begrenzter rein- 
gelber Aussenbinde; Franzen gelb. 

Diese kleinere Art weicht auch an Flügelform von der vorigen ab. Die 
Vdfl. sind etwas länger gestreckt, die Htfl. viel kürzer, beim mehr drei- 
eckig, am Innenwinkel abgerundet, beim 9 breiter, mehr gerundet mit kleiner 
Einbiegung nach hinten. Die braunschwarze Grundfarbe ist ganz eintönig, 
ohne jede Spur von (Binden-) Zeichnung, sowohl oben wie unten. Der präch- 
tige, mehr blau als grün schillernde Basaltheil der Vdfl. ist ziemlich scharf, 
wenn auch unregelmässig auslaufend begrenzt. Auf den Htfln. ist der Schiller 
mehr grün und weit geringer; ebenso ist die Behaarung der ersten Hinterleibs- 
segmente. Der Thoiax und besonders der Kopf mit den Palpen sind glän- 
zend grün behaart. Die Palpen sind nur nach unten gelblich gemischt. Die 
Franzen der Htfl. und des unteren Theils der Vdfl. sind rein gelb, nach der 
Vdfl. -Spitze zu werden sie schwarz. 

Die eintönig dunkle Unterseite hat eine ziemlich scharf abgesetzte, breite 
gelbe Aussenbinde, die aber vor dem Vorderwinkel abgerundet aufhört. Diese 
Binde wird von den scharf schwarzen Rippen (4) durchschnitten. Auf den 
Vdfln. zeigt sich der Assrd. beim 9 ziemlich weit hinauf, beim nur am 
Innenwinkel gelblich. Die Beine, besonders Hüften und Schenkel, sind wie die 
BruHt grün behaait. Die schwarzen Fühler sind auf der Unterseite vor den 
Spitzen gelb. 

Diese niedliche Art ist mit keiner der oben ähnlichen zu verwechseln. 
Die andere Form, die eintöJiigc Grundfarbe, die scharf gelbe von schwarzen 
lüftpen durchsetzte Aussenbinde unten trennt sie genügsam von der vorigen. 
Herr Ribbe brachte nur ein frisches Pärchen des Telegonus Henricus aus 
Chiriqui mit. 

25. Pyrrhopyge Aesculapus, -16 51 Mni. Schwarz; Vdfl. prächtig 
dunkel stalilhlau glänzend; Htfl matter, scliwarz und dunkolstahlblau gestreift 
mit scharf abgeschniLtcntn orange Franzen. 



Neue Lepidopteren^des südamerikanischen Faunengebiets. 



113 



Durch letzteres Merkmal ist diese schöne Art sofort von der ihr ähn- 
lichen Hygieia Feld, und der folgenden Insana Stgr. zu unterscheiden, wo die 
orange Farbe der Franzen sich noch in den Flügel mindestens eben so breit 
hineinzieht. Auch sind bei Aesculapus die Franzen vollständig bis zum Vdrd. 
orange; bei Hygieia und Insana hört diese Farbe schon vorher bei der Dis- 
coidalrippe (Rippe 5) auf. Auf den Vdfln. ist oben nur der Assrd. und die 
Spitze sehr schmal mattschwarz, doch zieht sich auch hier noch zuweilen das 
glänzende dunkle Stahlblau der Flügelfläche hinein. Unten sind die Vdfl. 
matter, schwarz mit stahlblauem Glanz bis zur Hälfte des Vdrds. und im Dis- 
cus. Nur bei ein Paar Stücken sind kleine Partien der Franzen, besonders 
beim Innenwinkel orange. Die Htfl. sind oben mehr sammtschwarz mit violett- 
blau schillernden unbestimmten Längsstreifen, Die Rippen bleiben stets schwarz, 
ebenso die starke Behaarung auf dem inneren Theile des Flügels. Die Unter- 
seite zeigt hier stärkeren Glanz als oben, wohl weil sie weniger behaart ist. 
Die Franzen sind also hochorange. 

Sonst ist alles schwarz, nur auf dem Kopf sind die Haare zwischen den 
Fühlern und unterhalb der Franzen weisslich; auch auf dem Scheitel und 
Prothorax stehen einige wenig auffallende weisse Haare. 

Herr Ribbe fing diese Art nicht häufig in Chiriqui. 

26. Pyrrhopyge Insana, 47—50 Mm. Schwarz; Vdfl. glänzend 
dunkel stahlgrün (blau), Htfl. gleichfalls, wenn auch etwas matter mit schmalem 
orange Assrd. vom Innenwinkel bis über die Mitte hinaus. 

Diese Art wurde mir von Herrn Hewitson als Hygieia Feld, bestimmt, 
ähnelt ihr auch ausserordentlich ; allein die ganz schwarzen Palpen, bei Hygieia 
schön roth, trennen sie sofort davon. Ausserdem geht bei dieser Insana der 
prächtige Glänz der Flügel (bei einem Stück glänzend grün, bei dem andern 
mehr blau) völlig bis zum Assrd. sowohl oben wie unten, wo der Glanz matter 
ist. Bei Hygieia Feld, soll aber der Rand überall breit schwarz, ohne Glanz, 
bleiben. Das Auffallendste beim ganzen Thier, der orange Assrd. der Htfl., 
vom Innenwinkel bis zu etwa V3 der Assrds-Länge sich erstreckend ist bei 
beiden Arten sehr ähnlich, um nicht zu sagen gleich. Denn nach Felder's 
Abbildung (in natura kenne ich die Art nicht) ist derselbe bei seiner Hygieia 
bedeutend breiter, besonders nach dem Innenwinkel zu. Bei Insa.na geht er 
höchstens von der Breite der Franzen in die Flügel hinein, und wird auch nur 
nach vorn unmerklich schmäler. Nach innen hat dies Band bei Rippe Ib. 2, 
3, 4 starke Einzackungen. Kopf, Brust, Leib bei Insana bleiben absolut 
schwarz. Dies, sowie die völlig glänzenden Flügel, . trennen Insana, wie ich 
bestimmt glaube specifisch von Hygieia, selbst wenn der orange Assrd. in 
Felder's Figur nicht genau sein sollte. 

Kirby zieht in seinem Catalog p. 586 Hygieia Feld, als Synonym zu 
Zereda Hew. Leider kann ich die Beschreibung letzterer Art jetzt nicht ver- 
gleichen; da aber Hewitson selbst mir meine Art als Hygieia Feld, bestimmte, 
so vermuthe ich, dass es seine Zereda gewiss nicht sein kann. 

Z. B. Ges. B. XXV. Abb. 15 



114 



Dr. 0. Staudinger. 



P. Hygieia Feld, staramt aus Neu-Granada (von Lindig), während ich 
meine beiden sehr schön gehaltenen cfcf der P. Insana von Tharam aus 
Peru erhielt. Ich besitze noch ein drittes sehr schlechtes Stück, von dessen 
Vaterland ich aber nichts sagen kann. 

27. Pyrrhopye Cyclops, 55, 9 63 Mm. Schwarz; Vdfl. stark 
grün oder stahlblau glänzend, Htfl. weniger glänzend mit einem grossen runden 
ziegelrothen Analflecken. 

Die grösste und eigenthiimlichste aller Pyrrhopyge-Artein, falls es über- 
haupt eine solche ist. Die regelmässigen dreieckigen Vdfl. haben bt^im mehr 
blauen, beim 9 mehr grünen Stahlglanz. Beim cT ist der Assrd. und die 
Spitze breiter mattschwarz als beim Q, wo der Glanz fast bis zu den Franzen 
geht. Unterseite wie oben, nur am Inrd. lichter. Die Htfl. sind rundlich; der 
runde Assrd. ist vor dem Innenwinkel ziemlich, in der Mitte sehr wenig aus- 
gebuchtet. Ihre Grundfarbe ist mehr sammtschwarz mit wenig auffallendem 
violettblauem Schiller. Das Auffallendste ist der ziemlich grosse, etwas ovale 
(runde) ziegelrothe Flecken im Analwinkel, doch etwa 4 Mm. davon entfernt. 
Unten ist derselbe ebenso, nur etwas lichter. Sonst sind alle Tbeile der 
P. Cyclops völlig schwarz. 

Ich habe ein gut erhaltenes Paar dieser prächtigen Art vor mir. Herr 
Ribbe brachte das Q aus Chiriqui mit, das erhielt ich später von dort 
nachgeschickt. 

28. Pythonides Amaryllis , 36 — 40 Mm. Braunschwarz; Vdfl. mit 
langen grossen Glasflecken hinter der Mitte, dessen oberer Theil das Ende 
der Mittelzelle vollständig durchzieht, gegen die Spitze hin eine Reihe von 
5 — 6 kleiner Glasfleckchen. Htfl., mit Ausnahme des Vorder- und Aussenrandes, 
schön amaryllblau, beim 9 Rippen ziemlich breit schwarz. 

Diese Art ist dem Jovianus Cr. sehr ähnlich, besonders nur durch den 
grossen Glasflecken der Vdfl. sofort zu unterscheiden. Bei Jovianus ist der- 
selbe stets getheilt, namentlich zerfällt der bei Amaryllis die Mittelzelle breit 
durchziehende obere Theil in zwei kleine ziemlich weit getrennte runde Flecken. 
Sonst ist bei beiden Arten fast Alles gleich. Die Vdfl. haben bei beiden Arten 
Qmc. mehr oder minder stark auftretende blaue Saumfleckenlinie; die Glas- 
fleckenreihe vor der Spitze ist auch fast gleich. Ebenso bieten die blauen, 
schwarz umsäumten, und besonders bei den Q 9 starken schwarzen Rippen 
durchzogenen Htfl. weder oben noch unten einen wesentlichen Unterschied. 
Nur eine grosse Reihe ganz gleicher Stöcke, die Ribbe aus Chiriqui mit- 
brachte, und mit denen auch ein Stück aus Neu-Granada von Nolcken gut 
stimmt, hat mich veranlawst, diese Art als neu zu beschreiben. Sogar Herr 
Hewitson, der sonst nicht so leicht sich sehr ähnliche Arten für verschieden 
hält, bezeichnete mir dies 'l'hier als eine neue Art bei Jovianus. 

2iK Achlyodes Osyris, 4i — 47 Mm. Brannschwarz; Vdfl. verloschen 
grau gewölbt, besonders nach detn Assrde. zu; Htfl. nur am Innenwinkel mit 
kleinem grauen Winch. Auf der Unterseite haben die Vdfl. in der Spitze einen 
kleinen gelben WiHch, die Htfl. sind hier überwiegend gelb, nur die Basis und 



Neue Lepidopteren des südamerikanischen Faunengebiets. 



115 



der Vdrd. breit dunkel. .Durch das Gelb läuft hinter der Mitte eine brei- 
tere, vor dem Assrd. eine schmälere (verloschene, fleckenartige) dunklere Quer- 
binde. Die dreieckigen Vdfl. haben einen gebogenen Vdrd. und oben am Assrd,, 
gleich unter der Spitze, eine ziemlich starke Ausbiegung nach aussen. Die 
gleichfalls dreieckigen Htfl. sind vorn stark abgerundet und ist der Assrd. auch 
ziemlich rund und glatt. Diese ausgezeichnete neue Art kommt hinsichtlich 
der Färbung ziemlich ganz mit der weit grösseren Busiris Cr. überein, deren 
Flügelform aber völlig verschieden ist. Die grau gewölkte Zeichnung des Vdfls. 
ist namentlich nur als eine Art Binde vor dem Assrde. und am letzten Dritt- 
theil des Vdrds. bemerkbar. Auch lässt sich eine solche undeutliche Basal- 
querlinie und ein Fleck in der Mittelzelle erkennen. Auf der ganz schwarzen 
Unterseite tritt besonders der kleine gelbe Wisch (Fleck) in der Spitze grell 
auf; vor demselben am Vdrde. steht ein grösserer undeutlicher gelber Fleck, 
und auch am Innenwinkel ist öfters eine gelbliche Stelle bemerkbar. Die Htfl. 
sind oben ganz schwarz, nur mit einem wenig auffallenden grauen Fleck im 
Analwinkel. Unten sind sie vorwiegend gelb, weit mehr als bei Busiris, mit 
den oben angegebenen beiden dunkleren Querbinden. Alles andere ist ganz 
schwarz. 

Herr Kibbe fing diese Art in Anzahl in Chiriqui, fast nur in Fluss- 
betten; wo Siuch Busiris, Thrason und ähnliche Arten sich fast allein aufhielten. 

30. Achlyodes (Helios?) Anacreon, 33—38 Mm. Braunschwarz; 
Vdfl. sehr unregelmässig und verloschen silbergrau gebändert und gefleckt; 
Htfl. mit violettgrauer Basis und zwei solchen Querbinden, einer mittleren 
breiten und einer äusseren verloschenen schmalen. 

Diese Art ist weit verbreitet, da ich sie aus Brasilien (Rio und Novo 
Friburgo), Neu-Granada, Panama und Chiriqui vor mir habe; allein beschrieben 
scheint sie nirgends zu sein. In Prittwitz's Sammlung steckte der cf als 
Anacreon, das etwas lichtere 9 3,1s Alhunea, doch ist schon dabei bemerkt, 
dass beide als eine Art zusammengehören. In Herrich-Schäffer's Samm- 
lung steckt ein Stück mit der Unterschrift „Claudianus", aber nicht von ihm 
geschrieben; jedenfalls ist es nicht Claudianus Latr. 

Die braunschwarzen Vdfl. sind sehr stark mit violettgrau gezeichnet, 
meist so, dass das Grau überwiegt. Der Basaltheil ist stets grau ; dann kommen 
einige (3) graue Flecken in dunklerem Grunde. Oberhalb derselben hängt am 
Vrdrd., hinter dessen Mitte, ein grösserer grauer Flecken, der sich biuden- 
förmig nach unten auszieht. Hinter demselben beginnt, fast stets deutlich 
sichtbar, eine fein gezackte, S-förmig gebogene Assrd.-Linie auf. Vor den 
Franzen tritt häufig noch eine lichtere, meist punktartige Linie. Alle diese 
Zeichnungen sind aber sehr variabel und stets sehr verschwommen. Die cf 
sind dunkler als die 9 Q 5 bei einem erkennt man fast nur den lichteren 
Basaltheil und die fein gezackte Aussenlinie. Die Unterseite ist eintöniger, 
mit violettbraunem Glanz, zwei bis drei dunkleren, verloschenen Querbinden 
nach aussen und einer hellen Aussenlinie, meist nur am Vorder- und Innen- 
winkel auftretend. Bei den 9 9 ist der ganze Assrd., besonders am Innen- 

15* 



116 



Dr. 0. Staudiüger. 



wiukel lichter. Auf der Oberseite der Htfl. ist die Zeichnung mehr violett- 
grau, und zwar die Basis, eine breite Mittelbinde und eine verloschene, schmale, 
stark gezackte Aussenbinde. Auf deren Unterseite ist die ganze hintere (untere) 
Hälfte des Flügels lichter aschgrau; bei dem Q aus Brasilien mehr graugelb. 
Unten treten drei verloschene dunkle Querbinden auf, der oberen dunklen 
Grundfarbe mehr oder minder entsprechend. Ich will wünschen, dass diese 
gewiss in mancher Sammlung befindliche, sehr intricate Art, nach der vor- 
stehenden Beschreibung bestimmt werden könne. 

31. Helias Äscalaphus, 24—26 Mm. "li* langem Umschlag des 
Vdrds. der Vdfl., etwa bis 3/4 ihrer Länge. Htfl.-Saum schwach gewellt mit 
tieferem Ausschnitt in der Mitte des Assrds. Flügel beim fast schwarz, beim 
9 lichter brauugrau, wesshalb bei letzterem zwei dunkle Querbinden, in der 
Mitte und aussen deutlich auftreten. Charakteristisch sind 4 — 5 äusserst kleine 
glasartige weisse Punkte im Vdfl. Von diesen sind zwei gegen das Ende des 
Vdrds. (bei ^/j seiner Länge) dicht unter einander stehende stets vorhanden; 
auch ein im oberen Ende der Mittelzelle stehendes weisses Pünktchen fehlt nie. 
Ein seitwärts nach aussen unter diesem stehendes (dem Inrd. mehr genähertes) 
Pünktchen, bei den 9 9 grössten, ist bei einigen cf kaum noch zu er- 
kennen; ebenso fehlt auch das fünfte oberhalb des Inrds., etwa bei V3 seiner 
Länge stehendes weisses Pünktchen zuweilen ganz. Bei den cfcf, welche die 
zwei deutlichen dunklen Querbinden der 9 Q oben nicht erkennen lassen, be- 
merkt man noch eine sehr verloschene lichtere Assrds.-Linie, besonders auf den 
Vdfl. Die Unterseite ist mit gelblichen Atomen ziemlich stark bestreut, be- 
bonderb der Assrd. der Vdfl. und die Htfl. Letztere zeigen hier ebensowenig 
wie die Vdfl. dunklere Querbindeu. Die fünf glasartigen weissen Punkte treten 
aber stets auf. 

Diese Art flog sehr gemein bei Panama und in Chiriqui, besonders in 
der Nähe der Häuser an den Uriustellen, wo Ribbe sie oft massenhaft be- 
obachtete. 

Ich besitze zwei selir nahe Arten, aber beide ohne Namen; eine nur in 
einem ^^s Novo Friburgo, Brasilien (aus Sommer's Sammlung). Diese ist 
etwas grösser; hat am Vdrd. drei weisse Punkte unter einander, und einen 
andern ziemlich grossen unter dem Ende der Mittelzelle. Mit der Loupe be- 
merkt mau aussenwärts des letzteren noch ein sehr kleines, so wie zwei fast 
noch kleinere im Ende der Mittelzelle. Die dunklen Htfl. zeigen oben zwei 
lichtere Querbinden, eine mittlere und eine äussere. Die Unterseite der Vdfl. 
ist eintönig graubraun mit den weissen oberen Punkten, dahingegen sind die 
Htfl. dies nur auf der vorderen Hälfte, nach hinten sind sie völlig weissgrau, 
besonders nach dem Analwinkel zu; also ganz verschieden von denen des 
AncalaphuH. Sollte dieae Art noch nicht benannt sein, so schlage ich dafür 
den Namen (32.) Ascalon vor. 

Die zweite ähnliche Art besitze ich in zwei cfc^ aus Buenos Aires. Sie 
unterwclieidet sieh sofort von Ascalaphm und Ascalon dadurch, dass die ganze 
obere Kopfpartic, Scheitel, Stirn 00 wie Palpen oben, und Prothorax orange 



Neue Lepidopteren des südameritanischen FauneDgebiets. 



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sind. Bei den ersten Arten bleibt dies Alles dunkel, nur die Palpen sind nach 
unten gelb gemischt, bei Ascalon mehr als bei Äscalaphus; dies ist auch bei 
der Art aus Buenos Aires der Fall. Die Flügel sind bei dieser Art auf beiden 
Seiten ganz eintönig rauchbraun, mit gelblichen Schuppen seLr sparsam be- 
streut. Die Vdfl. zeigen nur die zwei unter einander stehenden glasartigen 
Punkte am Vdrde. Diese kleine Art mag den Namen (33.) Aurocapilla 
erhalten, unter welchem sie, wenn ich nicht irre, im Berliner Museum unbe- 
schrieben steckt. 

34. Hellas (f) Ribbei, 27—30 Mm. Rauchbraun, sehr dicht weiss 
bestreut, so dass Leib und Flügel grau erscheinen. Vdfl. mit intensiv braun- 
schwarzem dreieckigen Costalfleck, kurz vor der Spitze; in demselben am Vdrde, 
ein, und an demselben nach aussen zwei ziemlich grosse Glasflecke. Htfl. an 
dem vorderen Theil schwarz (grosser schwarzer Vdrds. -Flecken), ganz fein und 
dicht beschuppt, anscheinend nackt. Der Inrd.-Theil lang behaart mit zwei 
übereinander stehenden glasartigen Flecken nahe dem Inrd. Nur cf cf. 

Ob diese eigenthümliche neue Art eine Ilelias ist, bleibt mir sehr 
zweifelhaft, Herr ßibbe, dem zu Ehren ich sie benenne, brachte davon eine 
grosse Zahl aus Chiriqui mit, wo sie um seinen Rancho (Rohrhütte) niemals 
häufig, aber während seines ganzen Aufenthalts vom Januar bis August stets 
flogen, auch wohl in dieselbe hineinkamen. Leider befindet sich auch nicht 
ein 9 darunter. Die Vdfl. sind ziemlich regelmässig dreieckig; die Htfl. in 
die Länge gezogen mit mehr oder minder spitzen, am Ende etwas abgerun- 
detem Analwinkel; doch macht derselbe keineswegs einen schwanzartigen Ein- 
druck. Die rauchbraune Grundfarbe ist so stark mit Weiss und Grau bestreut, 
dass sie eher grau zu nennen ist, nur der Assrd. bleibt meist braun. Hinter 
der Basis steht eine nach aussen etwas convexe verloschene dunkle Querbinde. 
Etwas vor der Mitte des Vdrds. steht an demselben ein langer nach auswärts 
ziehender brauner Wisch. Am Auffallendsten ist der am Vdrd., kurz vor dem 
Ende, stehende lange, abgerundet dreieckige, scharf braunschwarze Flecken 
(mehr einem Kreissegment ähnlich). In der Mitte desselben am Vdrd. steht 
ein kleiner langer dreieckiger Glasflecken, und an demselben, nach aussen, 
stehen untereinander zwei unregelmässig viereckige Glasflecken. Die Unterseite 
ist rostbraun, besonders nach der Spitze zu; der. Inrds. -Theil bis zur Mitte ist 
schmutzig grauweiss. Die Franzen sind grauschAvarz ; der Limbalrand schmal 
weiss, besonders nach dem Innenwinkel zu. Die drei oberen Glasflecken sind 
unten ganz ebenso in der rostbraunen Vorderspitze (der dunkle Costalflecken 
fehlt aber ganz). Die Htfl. zeigen oben nur am Assrd. die feine graue Be- 
stäubung der Vdfl., der innere Theil ist auch grau, aber mit langen grauen 
Haaren bekleidet. Der ganze vordere Theil, ziemlich tief in den Flügel hinein 
ziehend' und die kurze Mittelzelle ganz umfassend, ist glatt schwarz, anscheinend 
unbeschuppt. Durch das Mikroskop sieht man aber, dass er mit äusserst 
feinen, nach oben gerichteten Haarschüppchen ganz dicht bedeckt ist. Diese 
Haarschüppchen gehen aber sehr leicht verloren, und es kommt dann die 
schmutzig braune Hornfarbe des Flügels zum Vorschein, mehr oder weniger 



118 



Dr. 0. Staudinger. 



bei den meisten Stücken, bei einigen fast ausschliesslich, was dann einen ganz 
anderen Eindruck macht. Vor dem Assrd. ist dieser Theil ausgezackt, lichter 
braun begrenzt. Etwa in der Mitte unter demselben, in dem behaarten Inrds.- 
Theil stehen dicht untereinander zwei kleine viereckige Glasflecke, die besonders 
auf der Unterseite deutlich sind. Sonst ist die Unterseite hier auch vorwiegend 
rostbraun, am Inrd, stark grau bestäubt und mit feiner grauer Assrds. -Linie, 
besonders nach hinten. Am Ende der Mittelzelle steht ein sehr verloschener 
grauer Fleck und dahinter eine ganz verloschene grade Querbinde, an der sich 
unten die beiden Glasflecke anschliessen. 

Die Palpen sind unten fast schneeweiss, oben schwarz. Die Fühler etwa 
von 2/3 der Vdrds. -Länge, haben die Spitze des Kolbens sehr dünn hacken- 
förmig umgebogen. Sie sind schwarz, nach innen braun angeflogen. Der Thorax 
mit den Beinen, so wie der Hinterleib ist dicht grau behaart oder beschuppt. 
Die Hinterbeine haben sehr kurze Mittelsporne, die, wenn anliegend, kaum zu 
erkennen sind, bei einigen Stücken auch ganz rudimentär werden. 

Ein Stück dieser Art fand sich unter den Herrich-Schäffer'schen 
Vorräthen ohne Namen vor. Ein darunter stehender Zettel enthält Folgendes: 
„C. R. sehr nahe v. Kad. Mex. 1864. H. B. ohne Mtsp.V!" Er erhielt es also 
wohl von Kaden als aus Mexiko stammend und war sehr verwundert über den 
Mangel der Mittelsporne an den Hinterschienen. Doch lassen sie sich, wenig- 
stens an der rechten Schiene noch rudimentär erkennen. Sollten die Mittel- 
sporne auch hier ganz bedeutungslos für generische und gar specilische Unter- 
schiede sein, wie dies bei Acidalia Busticata und Vulpinaria nachgewiesen 
ist? Letztere Art basirte Heinrich Schaff er besonders auf das Fehlen der 
Mittelsporne und trennte sie desshalb von ersterer. Später erzog Herr Dr. 
Rössler in Wiesbaden aus den Eiern ein und desselben Weibchens von Acid. 
Rusticata Männchen mit und ohne Mittclsporne! 

Ich besitze ferner noch ein vom General Nulcken am 5. Januar bei 
Baranquilla (Mündung des Magdalenenstronis in Columbien) gefangenes schlechtes 
cf, das hinsichtlich der Färbung und Zeichnung liieher zu gehören scheint. 
Nur ist der Vdrds.-FIeck der Vdfl. etwas kleiner und die Htfl. zeigen unten 
zwei weit deutlichere weisse Fleckeubinden. Die Htfl. sind aber weit mehr ge- 
rundet (gar nicht lang gezogen) als bei Uibbei, und würde dies vielleicht den 
meisten Autoren oiine Weiteres genügen, um das Stück speciflsch davon zu 
trennen. Ich habe aber zu viele sichere Beispiele, dass die Fliigelform ein und 
derselben zweifellosen Art ziemlich stark abändern kann, so dass ich auf die- 
selbe im Allgemeinen sehr wenig Gewicht lege. Leider begründen gewisse 
Autoren auf diese, obenein meistens noch sehr schwer kenntlich zu machenden 
Flügelform-UnterHchiede, ihre Hauptmoniente für Arttrennungen! Haben wir 
doch eben gesehen, »laws anscheinend wichtige Organe, wie Mittclsporne, bei 
derselben Art vorhanden sein och-r fehiun können! 

raiJij/fjonia lloplferi, e>4 -70 Mm. Vdfl. am Assrd. unter der 
Spitze tief eingebogen, braunschwarz mit liclitem Mittelpunkt, zwei undeutlich 
lichten Babal- und einer Auasenlinic; Htfl. schwarz mit zwei fleischfarbenen. 



Nene Lepidopteren des südaraprikaniscLen Faunengetiets. 



119 



nicht ganz parallel verlaufenden Aussenbändern. und einer solchen verloschenen 
Binde im inneren Theil. 

Diese interessante Art, welche ich zn Ehren meines Freundes Hop ff er 
in Berlin benenne, steht der Pacliyg. Caliginosa Feld, aus Brasilien und Suri- 
nam nahe. Sie unterscheidet sich aber davon sofort durch den Ausf^chnitt des 
Assrds. unter der Vrdfl. -Spitze, welcher bei den mir vorliegenden drei P. Cali- 
ginosa, so wie auch bei der Feiderschen Figur desselben fehlt. Auch ist die 
Färbung bei Pack. Hopfjeri weit dunkler, mehr braunschwarz. Am Ende der 
Mittelzelle steht bei beiden Arten ein lichter (braungelber) Punkt. Ebenso 
verlaufen bei beiden Arten an der Basis zwei bis drei lichtere Quer- 
linien. Dieselben sind auffallend stark und braun bei einem P. Caliginosa Q 
aus Surinam; ebenso bei einem grossen Q (90 Mm.) aus Chiriqni, mit Hopfferi 
zusammen gefangen, aber wohl sicher als Varietät zu Caliginosa gehörend. 
Hinter der Mitte, mehr dem Assrde. genähert, verläuft bei P. Hopfferi noch 
eine solche lichte undeutlich gezeichnete Querlinie, ganz grade, die sich be- 
sonders nur durch weisse Stellen auf den Rippen markirt. P. Caliginosa zeigt 
hier drei bis vier dicht nebeneinander verlaufende parallele bräunliche Quer- 
streifen, die ebenso bei dem etwas fraglichen grossen Q von Chiriqui auf- 
treten. P. Caliginosa hat in der Flügelspitze, hart am Assrd., einen grossen 
lichten (weissen) Flecken, von dem bei Hopfferi kaum eine schwache Spur 
vorhanden ist; bei einem 9» ^i^^" deutlich auftritt, verläuft er anders, 

und zwar parallel mit der hier befindlichen Einbiegung des Assrds. Bei dem 
mehrmals erwähnten grossen Q aus Chiriqni fehlen leider die beiden Vdfl.- 
Spitzen. Der spitz nach unten ausgezogene Änalwinkel ist bei beiden Arten 
lichter bestäubt. Die rauchgraue Unti^rseite hat einen lehmgelben Vdrd. und 
zwei solche unbestimmte Querbinden vor dem Assrd., der in seinem unteren 
Theil fast ganz und in der Mitte fleckenartig gelb angeflogen ist. 

Die Htfl. kann man als schwarz mit zwei nicht ganz parallel unter sich 
and dem Assrde. verlaufenden schön fleischfarbigen äusseren Binden bezeichnen, 
deren innerer Theil auch noch eine verloschene rüthliche Querbinde zeigt. Die 
beiden äusseren rothen Binden erscheinen daher als von drei fast ebenso breiten 
tief schwarzen Querbinden eingefasst. Bei P. Caliginosa sind diese Binden 
lange nicht so lebhaft roth und verlaufen viel näher parallel nebeneinander. 
Auch biegt sich die innere Binde bei P. Hopfferi am Inrde. nach demselben 
um, was bei Caliginosa nicht der Fall ist: die äussere ist gleichfalls am Anal- 
winkel nach aussen bläulich bestäubt. Das grosse 9 Chiriqui diff'erirt 
etwas von beiden Arten ; die innere rothe Binde biegt sich hier nicht am 
Inrde. um. aber sie ist von der äusseren breit schwarz getrennt wie bei Hopfferi. 
Die Unterseite ist braungelb mit einem schwarzen Flecken am Vorderwiukel 
wie bei Caliginosa. Vor dem Assrde. verläuft eine scharf gezackte, meist sehr 
deutliche schwarze Querlinie, der nach innen zwei andere weniger deutliche 
folgen. Diese Querlinien sind bei meinen P. Caliginosa viel verloschener. 

Pach. Hopfferi flog besonders im Juli an den wohlriechenden weissen 
Blüthen eines Herrn Ribbe den» Namen nach unbekannten Baumes nicht 



120 



Dr. 0. Staudinger. 



selten, während der dort so kurzen Dämmerung. Doch waren sie schwer zu 
fansjen und die meisten der erbeuteten Stücke sind nicht gut erhalten. Herr 
Ribbe sagte mir, dass sie nach drei bis vier Stunden in der Nacht noch ein- 
mal geflogen hätten, während sie in der Zwischenzeit völlig unsichtbar blieben. 
Da alle gefangenen Stücke eine fast gleiche Grösse haben, so glaube ich um 
so mehr, dass das mit denselben zusammengefangene weit grössere 9 nicht 
dazu, sondern höchst wahrscheinlich als Varietät zu Caliginosa gehört. 

36. Glaucopis (Cosniosoma) Ilector, 37—39 Mm. Kopf und Thorax 
schwarz, Stirn, Scheitel, Prothorax und Mesothorax prächtig blau schillernd. 
Hinterleib, Brust, Hüften und Schenkel prächtig zinnoberroth; beim cf das 
zweite Hinterleibssegment auf der Bauchseite weiss. Flügel glasartig mit 
schwarzen Rippen und Aussenrändern. 

Diese schöne neue Art steht der von Menetries abgebildeten Laemo- 
charis fulviventris nahe, die aber einen gelben und nicht zinnoberrothen 
Hinterleib hat. Von dem prächtig blauen Schiller, den Gl. Hector auf Kopf 
und Thorax zeigt, erwähnt Menetries nichts bei seiner Art, ebensowenig 
dass das zweite Segment des Hinterleibes auf der Bauchseite ganz weiss ist. 
Das Geäder des Gl. Hector stimmt ziemlich mit dem der Laem. fulviventris; 
nur ist bei unserer neuen Art die Querrippe der Vdfl. breiter schwarz. Brust, 
Hüften und Schenkel sind ebenso schön roth als der Hinterleib, nur die Schien- 
beine und Tarsen sind schwarz. Doch sind die letzten 2—3 Tarsenglieder der 
hintersten Beine auch stets röthlich; bei einem Stück sind auch die Schien- 
beine roth angeflogen. Die Fühler sind beim gekämmt, beim Q stark ge- 
zähnt, fast kamnifürmig. Sie sind schwarz, an der Spitze weisslich. 

Herr Ribbe fand nur zehn Stück dieser schönen Art im Juni und Juli 
in der Nähe seiner Wohnung am Grase sitzend, selten fliegend. 

37. Isanthrene Grabroniformis, 42—53 Mm. Kopf, Rücken und 
Hinterleib schwarz, stark gelb gefleckt; die letzten Hinterleibssegmente ein- 
farbig stahlgrün glänzend. Bauch mit vier weissen Mittelflecken, Hüften weiss. 
Beine, Palpen und Fühler schön karminroth, letztere beim cT innen theilweise 
^^chwarz. Flügel glasartig mit gelbem Ton, Rippen und Assrd., besonders die 
Vdfl.- Spitze schwarz. 

Diese Art steht der Melas Cram. sehr nahe, welche Walker als Synonym 
zu Flavicornis Fabr. zieht. Die sehr auffallend rothen Fühler und Beine der 
/«. Orahronif ormis trennen diese Art aber sofort von Flavicornis F., bei denen 
dieselben gelb sind, od(!r von Melas Cr., wo die Beine gelb und schwarz ge- 
fleckt sind. Bei Is. Orabroniformis ist die Stirn (auch der vordere Theil des 
Säugrüssels) und der vordere Theil des Scheitels ganz gelb, nur der hintere 
Theil desselben ist schwarz. Die Palpen, beim 9 ^^^^ ß^"''^ sind beim cT 
vorwiegend gelb, nur mit rotheiri Aussenstrcif und rolhem Fndgliede. Die 
Fühler, }>eim kanimförmig, beim 9 «tark sägeförmig, sind beim 9 ganz 
roth, mit alh*iniger Ausnahme des starken Basalgliedes. Beim ist der obere 
Tlicil des Schaffes, etwa bis Va der Länge schwarz, und sind bis dahin auch 
die Kammzähnc mehr oder minder schwärzlich. Der Pro- und Mctathorax 



Neue Lf-pidopteren fies südamerikanischen Fauiiengebiets. 



121 



haben je ein Paar grosse gelbe Flecken ; der Mesothorax einen breiten gelben 
Mittel- und zwei Seitenstreifen. (Die Ränder der Schulterdecken). Die Brust 
hat drei seitliche gelbe Flecken. Die Hüften sind bei den schneeweiss, 
bei den Q 9 weniger, die vordem mehr gelblich, Schenkel, Schienen und 
Tarsen sind schön karniinroth, oben lebhafter als unten. Diese rothe Farbe 
ist so auffallend, besonders im Gegensatz zu den citrongelben Zeichnungen 
des Leibes, dass sie von Fabricius oder Gramer erwähnt sein müsste, 
selbst wenn sie ältere oder schlechtere Exemplare dieser Art vor sich gehabt 
hätten. Der schwarze Hinterleib führt oben auf dem ersten Segment einen 
grossen hufeisenförmigen gelben Fleck, dessen Ausschnitt (nach hinten) nur 
sehr schmal ist. Beim 9 ist derselbe stark mit Weiss gemischt. Segmente 
2, 3 und 4 führen oben jederseits einen sehr grossen länglichen gelben Flecken. 
Bei dem 9 ist hier der mittlere schwarze Theil vorn auf jedem Segment stahl- 
grün schillernd. Diese ersten vier Segmente führen noch je seitlich, mehr 
nach unten hin, grosse gelbe Flecken. Segmente 2, 3, 4 und 5 haben je am 
hinteren Theil einen grossen schneeweissen Flecken mitten auf der Unterseite. 
Segment 1 führt davon zwei kleine seitlich am Bauch, die aber in dem hier 
meist anliegenden tiefen Ausschnitt ganz verborgen sind. Die letzten dunklen 
Segmente sind schön stahlgrün (oder blau) glänzend, das fünfte weniger als 
die allerletzten. Beim cT ragt stets aus dem letzten Segment ein scharfer 
Stachel nach unten hervor, genau wie der einer Biene oder Wespe aussehend; 
ob der Penis? 

Die glasartig durchsichtigen Flügel haben einen gelblich lederartigen 
Ton. An der Basis, besonders des Inrds. sind sie etwas gelb behaart. Alle 
Rippen, so wie der Assrd. sind schwarz. Die Vdfl.-Spitze und Htfl. -Innenrand 
sind am breitesten schwarz. Die Querrippe der Vdfl. ist gleichmässig dünn 
schwarz, kaum dicker als die anderen Rippen. 

Herr Ribbe fing eine kleine Anzahl dieser Art in Chiriqui gegen Mittag 
auf sonnigen Wegen im Urwald fliegend in den Monaten Juni und Juli. Drei 
Stücke fing er in denselben Monaten bei Panama. Ein Stück brachte General 
Nolcken mit, das am 27. Januar bei Honda (Neu- Granada) am Magdalenen- 
strom gefangen wurde. 

38. Agyrta Nolckeni, 35 — 40 Mm. Kopf glänzend grünblau; Thorax 
und Hinterleib mit einem grünblauen Dorsal- und zwei Seiten streifen; Bauch 
weiss. Vdfl. schwarz mit einem langen blauem Basalstreif vor dem Inrd. (und 
zuweilen einem kurzen am Vdrd.). Eine weisse durchscheinende Binde ver- 
läuft von der Subcostalis durch das Ende der Mittelzelle schräg nach der Mitte 
des Assrds Die Flügelspitzen sind schmal weiss. Die dunklen Htfl. zeigen 
eine lange glasartige Längsbinde hinter der Mittelzelle, von zwei schwarzen 
Rippen durchschnitten. 

Ich erhielt diese Art zuerst in fünf Exemplaren aus Neu-Granada vom 
Herrn General Nolcken, dem zu Ehren ich die Art benenne. Dieselben wur- 
den dort vom März bis Juni gefangen. Später brachte Herr Ribbe davon 
mehrere Stücke aus Panama und Chiriqui mit. Mir wurde diese Art als eine 

Z. B. Ges. B. XXV. Abb. 16 



122 



Dr. 0. Staudinger. 



Agyrta n. sp. von Herrn Hopffer bestimmt und finde ich sie im Walker 
nirgends beschrieben. Der gänzliche Mangel irgend welcher rothen Färbung 
am Kopf und Pröthorax trennt Agyrta NolcJceni sofort von den meisten Walker- 
schen Arten. Der auch blauköpfigen Dioptis Glaucopoides Wik. scheint sie am 
nächsten zu kommen, doch soll bei dieser der Hinterleib einen schmalen weissen 
Mittelstreifen und zwei breite blaue Seitenstreifen haben. Auch die Unterseite 
des Leibes soll bei Glaucopoides zwei weisse Streifen haben, während bei 
Nolckeni die ganze Bauchseite weiss ist. Dioptis Hoemonthus Walk, ist auch 
hinsichtlich der Flügelzeichnung ähnlich, hat aber ein ganz anderes Geäder, 
z. B. eine ausserordentlich schmale Mittelzelle, ferner einen rothen Kopf, keinen 
gestreiften Hinterleib u. s. w. 

Ag. Nolckeni hat einen ganz blauglänzenden Kopf, nur der hintere 
Theil des Scheitels ist schwarz. Palpen schwarz, an den unteren Spitzen mehr 
oder minder weiss. Fühler schwarz, beim gekämmt, beim 9 stark säge- 
förmig. Prothorax glänzend blau. Brust mit blauen Flecken; Hüften rein 
weiss; Schenkel und Schienen unten mehr oder minder weisslich, oben schwarz 
wie die Füsse. 

Die schwarzen Flügel haben keinen blauen Glanz. Aus der Basis der 
Vdfl. entspringt ein schöner blaugrüner Längsstreif, unmittelbar auf der Sub- 
mediana gelegen und bis über die Mitte der Flügel hinausgehend; zuweilen 
findet sich ein ähnlicher weit kürzerer Streifen am Vdrde. Ein schmales weisses 
glasartiges Querband schneidet durch das Ende der Mittelzelle und verläuft 
schräg nach der Mitte des Assrds., vor demselben endigend. Im oberen Theil 
desselben steht die weisse Querrippe, in der Mitte wird es durch Medianast 
1 und 2, meist schwarz angeflogen, durchschnitten. Die Flügelspitze ist schmal 
weiss umsäumt. Auf der Unterseite ist die weissliche Querbinde ebenso, aber 
ein viel kürzerer blauer Basalstreifen verläuft dicht unterhalb der Mittelzelle. 
Die schwarzen Htfl. haben etwa in der Mitte einen langen schmalen Glasstreifen, 
dicht nnter der Mitl:(;lzelle liegend und von zwei Rip))en (2 und '\) schwarz 
durchschnitten. Unten steht im oberen Theil der kurzen Mittelzclle ein blauer 
Ba.sal8treifen. 

'.V.). Agyrta Haphira, .34 -38 Mm. Dunkelblau glänzend mit weiss 
eingefasKten Ang<'ii nn<l weissem Bauch. Vdfl. mit langem dreieckigem Basal- 
glasfeld, flurfli i\u' M''(liana oben geilieilt, und feiner ghiidibrciiten glasartigen 
AnHHenqn<'ri)in<l<-. Ilfll. glasarfig niil schwarzen IJipiKin und breit(!n dunklen 
Jtänih'rri. 



"Seixe Lepidopteren des iüdam» rikanibchen Fannengebiets 123 

Diese Art scheiüt der Ag. Dux Wik. nahe zu stehen, die aber nach 
unten einen ruthen Halskragen hat, sich auch durch einen gestreiften Hinterleib 
sofort unterscheidet. Die Grundfarbe ist ein prächtig schillerndes Dunkelblau, 
• auf dem Leibe am glänzendsten , auf dem Kopf imd Thorax mehr grünlich. 
Die Augen sind auf der Stirn tmd hinten weiss eingefasst. Die Palpen sind 
unten etwas weisslich. Die Fühler des scheinen etwas länger gekämmt zu 
sein, als bei den vorigen Arten, die des Q sind ebenso stark sägeförmig. Die 
Schulterdecken sind nach aussen ganz schwarz behaart. Die Hüften, Schenkel 
und Schienbeine sind unten weiss, oben mit den Füssen schwarz. Das erste 
Segment des Hinterleibes zeigt beim Q oben deutlich zwei weisse Seitenstriche, 
die sich am Ende des Segments nach unten rechtwinklig in den weissen Bauch 
verlaufen. Die Ydfl. haben an der Basis einen grossen langen dreieckigen 
Glasflecken, dessen längste Seite tmten dem Inrd. parallel läuft; nach oben 
(vom) ist derselbe durch -die breite dunkle Mediana durchsetzt; es liegt also 
der obere Theil in der Mittelzelle. Ein gleich breites etwas weissliches Glas- 
querband verläuft hinter der Mittelzelle, sonst ganz ähnlich wie bei Ag. Kol- 
ckeni, nur breiter. Es wird oben durch einen Ast der Subcostalis, unten durch 
die ersten beiden Queräste der Mediana schwarz durchschnitten; die ganz 
lichte Discoidal-Ptippe (aus der Querrippe) verläuft kaum sichtbar oberhalb des 
ersten Median-Astes. Die Unterseite ist ebenso, nur mit matterem blauem 
Glanz. Die Htfl. sind vorwiegend hell glasartig mit dunklen Rippen und 
breitem blauschwarzem Assrd. und Vdrd., besonders nach dem Vorderwinkel zu. 

Herr Eibbe brachte drei Stücke dieser Art aus Chiriqui mit. 

40. Elysius Cardinalis , 42 — 15 Mm. Purpurroth; Vdfl. mit zwei 
grossen weissen schwarzumzogenen Flecken, einem unregelmässig viereckigen 
an der Basis beim Inrd. und einem runden hinter dem Ende der MittelzeUe. 
Htfl. weiss mit breitem verloschenem grauschwai-zem Aussen- und Vorderrand. 
Hinterleib unten gelblich, seitlich schwarz gefleckt. 

Diese prachtvolle Art brachte Herr Thamm in nur wenigen männlichen 
Exemplaren aus Peru mit. Sie steht wohl der mir in Natur vöUig unbekannten 
Phal. Sanguinolenta Cr. am nächsten, die aber auch ganz rothe Htfl. und nur 
einen weissen Flecken der Vdfl. hat. Kopf ganz roth, nur das kurze Endglied 
der Palpen, so wie die gekämmten Fühler schwarz. Thorax, Brust, Hüften und 
Schenkel roth: Schienbeine und Füsse schwarz. Auf dem Prothorax stehen 
zwei kleine schwach gelb umrandete schwarze Flecken. Der Leib ist auf der 
vorderen Hälfte lang roth behaart, nach hinten wird das Pioth mehr gelblich, 

16* 



124: Dr Staudinger. Neue Lepidopteren deß südamerikanibcheii FaunengebietB. 



wie die ganze Bauchseite. Seitlich stehen je zwei Eeihen schwarzer Flecken, 
von denen nur die obere von oben sichtbar ist. Die oben prachtvoll purpur- 
rothen Vdfl. haben etwas dunkel angeflogene Rippen und zwei sehr auffallende 
grosse weisse, fein schwarz umzogene Flecken. Der erste steht unterhalb der 
Mittelzelle an deren Basis, dem Inrd. mehr genähert. Er ist meist unregel- 
mässig viereckig, bei einem Stück dreieckig, mit etwas ausgezogener ge- 
krümmter Spitze nach dem Inrd. zu. Der zweite zwischen dem hinteren 
Schluss der Mittelzelle und dem Assrd. (zwischen Rippe 5 und 6) steht dem 
Vdrd. näher, ist mehr rund und nicht so stark schwarz umzogen, wie der erste. 
Ein Stück aberrirt in sofern, als es dunklere, fast braunrothe Vdfl. hat mit 
einem weit kleineren weissen Aussenfleck. Die Unterseite ist völlig rauch- 
braun mit den beiden oberen, hier etwas kleineren, weissen Flecken. Die 
weissen Htfl. sind an der Basis auf den Rippen etwas röthlich behaart und 
haben einen mehr oder minder breiten rauchschwarzen Assrd., der nach innen 
sehr unregelmässig begrenzt ist. Der dunkle Vdrd. ist schärfer begrenzt und 
hinter der Mitte nach innen etwas ausgezogen. Die Unterseite ist wie oben, 
nur ist der dunkle Assrd. hier schärfer begrenzt, und die Enden der Rippen 
nach diesem Rande zu deutlicher schwarz als oben. 



Zweiter Beitrag 

zur Kenntinss der Arachniden-Familie der Territelariae 
Thorell. {Mygalidae Autor.), 

Von 

Dr. Anton Äusserer, 

k. k. Gymnasial-Professor in Graz. 
(Vorgelegt in der Sitzung vom 3. März 1875.) 

Mit 3 Tafeln (V— YII). 

Die vier Jahre, welche seit der Pablication meiuer „Beiträge zur Kennt- 
niss der Territelariae'*^) verstrichen sind, brachten wei-thvoUe Bereicherungen 
unserer Kenntnisse über diese interessante Thierfamilie, von denen ich ganz 
besonders die mit grosser Liebe zum Gegenstande ausgeführten Untersuchungen 
J. T. Moggridge's über die Lebensweise der Deckelspiunen hervorhebe, eine 
Arbeit, welche auf dem Contiuente nicht weniger Würdigung fand als jenseits 
des Canales; die umfangreichen und mit vielem Beifalle aufgenommenen Werke: 
Dr. Ludwig Koch's Arachniden Australiens, so wie A. Gerstäckers Glieder- 
thier-Fauna des Sansibar- Gebietes führen eine Reihe neuer Territelarien in die 
Wissenschaft ein und in Eügland und Frankreich wurden mehrere mediterrane 
Thiere aus dieser Familie beschrieben. 

Ich selbst war in der glücklichen Lage, die an noch unbeschriebenen 
Formen reichen Sammlungen des Herrn Grafen E. Keyserling und des Herrn 
Dr. L. Koch, so wie die seit dem Jahre 1870 dem zool. Hof- Museum in Wien 
zugewachsenen Vogelspinueu für meine Studien benützen zu dürfen. 

Da der von mir auf diesem Gebiete eingeschlagene Weg die Billigung 
der Zunftgenossen erhalten hat und von ihnen selbst beti-eten worden ist, be- 
sonders aber da ich bei den grossen Lücken, die erst durch jahrelanges Sam- 
meln in den verschiedensten Erdstrichen und durch fleissige Beobachtungen 
über Lebensweise und Entwickelung dieser Thiere ausgefüllt werden können, 
eine wirklich natürliche Gnippirung und Scheidung der Genera, ja vielfach 
auch der Speeles vorderhand für unmöglich halte, schliesse ich mich in diesem 
^s'achtrage vollständig an meine frühere Arbeit an , als deren Ergänzung er 
übrigens zu gelten hat. 



Siehe diese Verhandlungen 1-3(1, Bd. XXI, p. 117 --224 u. T. I. 



126 



Dr. Anton Äusserer. 



Ich sali mich daher veranlasst, wieder einige neue „Gattungen und 
Untergattungen" aufzustellen, von denen — ich bin davon selbst am besten 
überzeugt — gewiss ein Theil eingehen wird, so bald man die verbindenden 
Zwischenglieder gefunden haben wird, gegenwärtig aber scheinen sie mir zur 
Orientirung auf diesem schwierigen Gebiete nicht gut entbehrt werden zu können. 

Das Studium der Territelarien ist, trotzdem diese Thiere im Allgemeinen 
eine bedeutende Grösse besitzen, mit zahlreichen Schwierigkeiten verbunden, 
hauptsächlich wohl deswegen, weil die Charaktere,' die bei den übrigen Spinnen 
vorzügliche Dienste bei der Unterscheidung der Arten leisten, uns hier häufig 
im Stiche lassen. So bieten hier dem Systematiker die weiblichen Copulations- 
organe gar keine, die männlichen wegen ihres im Allgemeinen ziemlich gleich- 
ai-tigen, einfachen Baues nur wenig Anhaltspunkte. Ueber die Entwickelung 
dieser Thiere wissen wir noch gar nichts, über ihre Lebensweise liegen nur 
vereinzelte Daten vor. Dass aber in ihrer äusseren Erscheinung einander sehr 
nahe stehende und im weiblichen Geschlechte oft kaum zu unterscheidende 
Thiere dieser Familie in ihrer Lebensweise sehr auseinander gehen, haben die 
sorgfältigen Beobachtungen J. T. Moggridge's, auf welche in dieser Schrift 
öfter verwiesen wird, evident dargethan. 

Es ist nun Aufgabe der Arachnologen zu untersuchen, ob sich die 
Lebensweise einer Art nach den Localvcrhältnissen so sehr verändern und sich 
denselben anpassen kann, wie es Moggridgc von den an der Kiviera leben- 
den und entschieden nahe verwandten Deckelspinncn nachgewiesen hat, ob wir 
es speciell in diesem Falle mit Localvarictäten, werdenden oder guten Arten zu 
thun haben und, wenn letzteres der Fall, wie sich dieselben sicher erkennen lassen. 

Den Herren Dr. L. Koch in Nürnberg, liev. 0. P. Cambridge in 
Blandford, A. Kogenhofer, Custos am zool. Uof-Museum in Wien, be- 
sonders aber dem Herrn Grafen Eugen Keyserling für die werthvollen 
Unterstützungen, durch welche allein diese Arbeit möglich wurde, erstatte ich 
auf diesem Wege meinen besten Dank. 



Literatur- Verzeichniss 

enthaltend die seil dein Julire 1870 über diesen Gegenstand publicirten Schriften 
nahtii eiiiig<'ii ;ilt<;r(.'ii , welclie in meinen Beiträgen aus Verseli(!n nicht auf- 

gefiiiirt wurden. 

Cambridge O. I'. An introduction to tlie study and c(dlecti(m ol tiie Araneidea 
in New /ealainl. Witii a description and li-rures of (Jamhridyea fas- 
ciala L. K. froni Cliatliain Island; and also of a new s|)ecieH of Macro- 
tlidc Auws., M. lliiU<mii, (>anibr. fonnd at Wellington, New Zealand. 
Kead bcforc the Wellington l'liilosopliical Society, '22'"' Sept. 1873. 
(Tran». N. Z. Inatitut. Vol. VI. )). 187 207, IM. VI). 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae. 



127 



Cambridge 0. P. Specific descriptions of Trap-door-Spiders, vide: Moggridge. 

Carruccio A. Sulla piü esatta determinazione dei caratteri della Nemesia 
fodiens. (Bullett. della Soc. Entora. Ital. III. 1871). 

Eichwald E. Zoologia specialis, quam expositis animalibus tum vivis, tum 
fossilibus potissimum Eossiae in Universum et Poloniae in specie, in 
usum lectionum publicarum in universitate caesarea Vilnensi habendarum 
edidit T. II. Vilna 1830. 

Gerstäcker A. Gliederthier-Fauna des Sansibar-Gebietes: III. Bd. 2. Liefe- 
rung von Baron C. C. von der Decken's Reisen in Ost- Afrika. 
Leipzig 1873. 

Koch Dr. Ludwig. Die Arachniden Australiens nach der Natur beschrieben 
und abgebildet. 9. und 10. Heft, Nürnberg 1873-74. 

Moggridge J. Traherne. Harvesting Ants and Trap-door-Spiders. Notes 
and observations on their habits and dwellings. London 1873. 

Moggridge J. Traherne. Supplement to harvesting Ants and Trap-door- 
Spiders, with specific descriptions of the Spiders by the Rev. 0. Pickard 
Cambridge. London 1874. 

Seils W. Notes respecting the nest of Cteniza nidulans, Trans. Entom. 
Soc. London IL p. 207-210. 1837. 

Simon E. Note sur trois especes fran^aises du genre Atypus Latr. in Annal. 
de la Socie'te Entom. de France. V«^ ser. tom. III. p. 109-110. PI. 4 
Paris 1873. 

Simon E. Arane'ides nouveaux ou peu connus du Midi de l'Europe (2*^ Me'moire) 
in Memoires de la Soc. royale des sciences de Lie'ge. 2^ ser. t. V. 1873. 
Thoren T. Remarks on synonyms of European Spiders, üpsala, 1870—73. 



Wohnungen der Territelarien. 

Es liegt durchaus nicht in meiner Absicht umfassenden Bericht zu er- 
statten über die Untersuchungen über die Lebensweise der Territelarien, um so 
mehr als ich nicht Gelegenheit hatte selbst Beobachtungen anzustellen und 
mir daher der Massstab zur richtigen Beurth eilung der sich häufig widersprechen- 
den Angaben der verschiedenen Forscher, welche sich mit diesem Gegenstande 
beschäftigten, abgeht. Demungeachtet glaubte ich nicht Umgang nehmen zu 
dürfen von einer gedrängten Zusammenstellung der Resultate der durch Jahre 
hindurch mit vieler Umsicht und an verschiedenen Orten Süd-Europas ange- 
stellten diesbezüglichen Beobachtungen J. T. Moggridge's, da sie einerseits 
sehr geeignet sind, die Naturforscher auf dieses noch wenig betretene und 
gewiss höchst lohnende Gebiet zu locken, andererseits aber, da sie mit zum 
Verständniss dieser Thiere (confer genus Nemesia) nothwendig scheinen. 

Bekanntlich graben Territelarien der verschiedensten Gattungen mit 
Hülfe ihrer starken Kieferfühler Gänge in die Erde, welche mit Spinnstoff aus- 
gekleidet und häufig auch mit einem Deckel (Fallthüre) verschlossen werden. 



128 



Dr. Anton Äusserer. 



Man hat deswegen auch die Trionichi speciell häufig Tapezir- oder Deckel- 
spinnen genannt, wie wolil aucli Dionichi , ja selbst die grossen „Vogel- 
spinnen", freilich bis jetzt erst in einzelnen Fällen, in solchen Erdgängen be- 
obachtet wurden. Die folgende Uebcrsicht wird einen Einblick gewähren in 
die Älannigfaltigkeit der wenigen bis jetzt genauer beobachteten Behausungen 
der Territelarien. 

I. Nester ohne Deckel. 

A. Einfach schlauchförmiges Nest. 

Der aus der Erde vorragende Theil des Seidenschlauches läuft an ge- 
schützten Stellen, unter Steinen etc. horizontal auf dem Boden eine kleine 
Strecke, seine Oeffnung ist nicht erweitert. 

Atypus. (Nemesia cellicola Sav.? Leptopelma meridionalis Costa? 
Theraphosa Blondii Latr. teste Bates Naturalist on the Amazonas, 
Ed. 2, 1864). 

B. Trichterförmiges Nest. 

Dieses sonderbare Nest wurde nur bei Cyrtauchenius (f) elonga- 
tus E. S. in Marocco, aber nicht selten gefunden. Der blendendweisse Seiden- 
schlauch, welcher den ziemlich tief vertical in die Erde dringenden Gang aus- 
kleidet, erhebt sich etwa drei Zoll hoch über den Boden und läuft von Pflanzen 
gestützt in einen weiten Trichter aus. 

II. Nester mit Deckel. 

A. Korkdeckelnest. (Cork nest). 

Der dicke, nach innen sich verschmälernde Deckel passt genau in die 
Rundung des Ganges, wie der Kork in eine Flasche. Er ist aus mehreren 
Schichten von Seide, von denen jede mit einem Rahmen von Erde versehen ist, 
zusammengesetzt. Die bisher beobachteten Gänge sind einfach. 

Cleiiiza MoggridgiiCamhr., Sauvagei Rossi, c ali f ornica Camhr., 
aedificatoria Westw., orientalis Auss. (teste Erber), Cyriocarenum 
Arianum W., jonicum Saunders, Neinesia caement aria Latr., Mog- 
gridgii (!annbr., Kury pelma Steindachneri n. sp. 

B. So id cn deck ein est. (Wafcr nest). 

Dm I)<'ckel ist bloss aus Seide constrnirt, dünn («nns einer Seiden- 
Bchichte), auf <lor Oeflnnng aufliegend, nicht in diescdlx! hineinpassend. 
a Mit einfacher Fallthiiro. 

I)(r hcfkrl liegt dem Ausgange des Nestes auf. 
■i. Mit u n vfrrz w f i giem Gange (Single- door, unbranched wafer 
nest.), J'achylomerus niduLans Fabr., Nemesia Simoni 
('anibr. 



Zweiter Beitrag zur Kenntnis«? der Territelariae. 



129 



ß. Mit verzweigtem Gange (Single-door, branehed wafer nest). 

Nemesia suffusa Cambr., Idioctis helva L. K. 
b. Mit zwei Fallthüren. Ausser dem dünnen Deckel, der den Ein- 
gang der Röhre verschliesst, ist mehrere Zoll tiefer in derselben 
eine zweite solide Fallthüre aus Seide angebracht, 
a. Mit un verzwei gtem Gange. (Double-door , unbranched 

wafer nest). Der unterirdische Deckel im einfachen Gange ist 

pferdehufartig. 

Nemesia Eleanora Cambr. 
ß. Mit verzweigtem Gange. (Double-door, branehed wafer nest). 
Vor dem in der Tiefe sich abzweigenden, meist unter einem 
Winkel von 45° nach aufwärts steigenden, blindsackartigen 
Seitengange ist eine längliche, zungenförmige Fallthüre aufge- 
hängt, die den Eingang versperrt, 
ß 1. Der Hauptgang ist einfach. 

Nemesia congener Cambr. 
ß 2. Dem aufsteigenden Neben gange gegenüber findet sich am 
Hauptgange eine nicht tiefe, absteigende Höhlung, welche 
bei Nestern älterer Thiere mit Erdstücken u. s. w. gefüllt 
erscheint. (Double-door branehed cavity wafer nest). 
Nemesia Manderstj ernae L. K. 

Geographische Verbreitung der Territelarien. 

Wenn auch unsere Kenntnisse über die geographische Verbreitung der 
Territelarien äusserst mangelhaft sind, da grosse Länderstrecken, in welchen 
doch sicher hierher gehörige Thiere vorkommen dürften, darauf noch gar nicht 
erforscht sind, so hielt ich es dennoch für angezeigt, die Resultate der zer- 
streuten Beobachtungen hier kurz und übersichtlich zusammenzustellen und 
wäre es auch nur um durch Aufdeckung der grossen Lücken reisende und 
sammelnde Naturforscher anzuregen, diesen, durch ihre Lebensweise merkwür- 
digen Geschöpfen, in Zukunft mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Soviel ich 
über diesen Gegenstand in Erfahrung brachte, existiren z. B. wohl in Reise- 
büchern Angaben über das Vorkommen von Vogelspinnen in Indien, es wurde 
aber bis jetzt noch keine Art aus diesem Lande beschrieben und doch können 
wir mit Sicherheit annehmen, dass es viele Formen beherbergen dürfte, da die 
auf den umliegenden Inseln vorkommenden Territelarien sehr verschiedenen 
und mitunter höchst sonderbaren Gattungen angehören. Auch die Berichte 
der Afrikareisenden wissen allerlei von grossen Vogelspinnen zu erzählen und 
Livingstone erwähnt auch der Fallthürnester i) — doch die Genera und Species 
sind uns grösstentheils unbekannt. 



1) Dr. Livingstone, Populär accoiints of travels in South- Afrika, p. 221 
Z. B. Ges. B. XXV. Abb. 17 



130 



Dr. Anton Äusserer. 



Die Territelarien sind fast durchgehends Bewohner heisser Erdstriche und 
nur verhältnissmässig' wenige zwerghafte Formen graben ihre bewunderungs- 
würdigen Wohnungen in den Boden gemässigt warmer Gegenden. Die Grenzen 
ihres Verbreitungsbezirkes fallen ziemlich genau mit der Jahresisotherme von 
10° C. zusammen. Auf der nördlichen Erdhälfte ist es das Genus Atyxms, das 
am weitesten nach Norden vorgeschoben erscheint und im Süden schon durch 
die Jahresisotherme von 15° C. begrenzt wird. Seine nächsten Verwandten, die 
Gattungen Gdlommata, und Pelecodon sind wahre Kinder der Tropen und 
leben merkwürdigerweise die einander sehr nahe stehenden Arten der Gattung 
Calommata, ähnlich wie die der Gattung Ätypus in der alten und neuen Welt. 
Eriodontinae und Theraphosinae reichen niemals so weit in die gemässigte 
Zone hinein als die Atypinae und scheinen besonders die Dionichi gegen 
Winterkälte empfindlich zu sein, da ihr Verbreitungsbezirk nur ausnahmsweise 
über die Isochimene von 10° C. hinausfällt. 

Erwähnenswerth ist der im Allgemeinen sehr beschränkte Verbreitungs- 
bezirk der Gattungen. Nur von der Gattung Ischnocolus sind Arten aus 
allen Erdtheilen bekannt, eine ähnlich weite Verbreitung scheint Idiops zu 
haben, von welcher Gattung Repräsentanten aus Süd-Amerika, Süd- und Ost- 
Afrika, sowie aus den Mittelmeerländern beschrieben wurden, auch Cteniza 
findet sich in Mittel- Amerika* und Süd- Asien — doch ihre eigentliche Heimat 
acheinen die Mittelraeerländer zu sein. 

Nach dem dermaligen Stande der Wissenschaft vertheilen sich die Terri- 
telarien auf folgende 6 ziemlich natürlich abgegrenzte Reiche: 

1. Mittelmeerländer. Dieses Gebiet, das aus leicht begreiflichen 
Gründen auf Territelarien noch verhältnissmässig am besten durchforscht ist, 
zeichnet sich besonders durch die grosse Zahl der kleinen , aber robust ge- 
bauten Deckelspinnen aus; die Gattungen Cyrtocarenum, Cyrtauchenius 
und Lept opelma gehören diesem Reiche ausschliesslich an; ein besonders 
zahlreiches Contingent stellt aber die Gattung Nemesia, von der nur noch 
einige zweifelhafte Speeles aus dem südlichen Asien bekannt sind. Syrien und 
Aegypten beherbergen einige schon sehr an tropische Formen erinnernde grosse 
und zottig behaarte Arten aus der cosmopolitischen Gattung Chaetopelma. 

Die Zahl der aus diesem Reiche bekannten Species beträgt 60, also 23 % 
.sämmtlicher bekannter Territelarien (260 sp.) ^) 

2, Nordamerika, begrenzt durch die beiden Jahresisothermen von 
10" und 20" C; die Küdlich von letztgenannter Isotherme liegenden Länder, 
als: Florida, ein grosser Theil von 'J'exas, Mexiko und Californien weisen eine 
Fauna auf, welche von der rnittelamorikanischen nicht getrennt werden darf. 
DiescH Kelch hat, ho viel bis jetzt bekannt, mit dem erstgenannten nur die 
Gattungen Atypus und Cteniza gemein, doch zeigen die unserem Reiche eigen- 
ihlhiiliclien (iattiingen: (JIomI nrochilus , Thera(jr<:ten, Madognalha, 
CyclocoMTnia und I* achy lomcruH einen ähnlichen < 'lianikter , wie die 



') Di<! Oattnijg AtypuH fn^ilir.li üliur dio NonlKroir/.o ilioHon tioii.liuH boiltMiiom) liiiiuuH. 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae. 



131 



mediterrane en Trionichi. Besondere Erwähnung verdient Catad y sas aus 
Alabama als Kepräsentant der Catady soidae. Mau kennt übrigens erst 11 nord- 
amerikanische Territelarien, also etwa 4% der Gesammtzahl. 

3. Central- und Süd- Amerika, die Heimat der grossen Vogelspinnen, 
hat mehr als zwei Drittel der bekannten Gattungen der Territelarien aufzuweisen 
und diese Arten (125) betragen circa 48% der Gesammtzahl. Dabei zeichnet 
sich Centrai-Amerika durchaus nicht durch den Besitz wirklich charakteristischer 
Genera (etwa Chorizops ausgenommen) aus, sondern fast alle sind auch durch 
nahestehende Formen in Süd-Amerika repräsentirt. Die Äejncephali (Pachylos- 
celis, Äctinopus Idiops u. s. f.) treten auffallend auf Kosten der Tapinocephdli 
und Dionichi zurück. Charakteristisch für dieses Reich sind die artenreichen 
Gattungen: DipUira, Crypsidromus, Avicularia, Lasiodora und 
Eiirypelma. 

4. Africa mit Ausnahme des dem mediterraneen Gebiete angehörigen 
nördlichen Theiles. Charakteristisch für dieses noch wenig erforschte Gebiet 
ist die artenreiche Gattung Harpactira, die sich ihrem Habitus und soviel 
bekannt auch ihrer Lebensweise nach der südamerikanischen Eurypelma an- 
schliesst. Die Trionichi gehören lauter Gattungen der mediterranen Fauna 
(Idiops, Cyrtocaretium, Brachy thele und Macrothele) an und die 
Gattung Idiommata hat dieses Gebiet mit Australien gemein. Freilich 
kennt man erst 17 Speeles, also etwa 6.5% der Gesammtzahl. 

5. Süd-Asien mit den südasiatischen Inseln. Noch weniger wissen 
wir über die Territelarien - Fauna dieses Reiches, als über die des vorhin 
genannten. Die wenigen aus diesem Reiche bekannten Gattungen sind jedoch 
sehr charakteristisch. Die prächtige, in Ceylon einheimische, Scurria vertritt 
hier offenbar die südamerikanische Avicularia und um das Vicariatsverhältniss 
noch deutlicher auszusprechen, wird die in Südamerika massenhaft auftretende 
Eurypelma nicht weniger zahlreich auf Java und den umliegenden Inseln 
durch Selenocosmia ersetzt. 

Die sonderbare Gattung Liphistius hat auch hier ihre Heimat. Wir 
kennen aus diesem Reiche nur 11 Speeles. 

6. Australien und Neu-Seeland. Dieses Reich, dessen Arachniden- 
Fauna durch das epochemachende Werk Dr. L. Koch's zu den bestbekannten 
der Welt gerechnet werden muss, enthält eine verhältnissmässig geringe Zahl 
von Territelarien, nämlich nur 31 Speeles, also 12% sämmtlicher bekannten 
Arten. Nur die Gattungen Diplura, Brachythele , Idiommata und 
Ischnocolus hat dieses Reich mit andern gemein, die grosse Mehrzahl der 
Formen gehört jedoch bisher nur in diesem Gebiete gefundenen Gattungen an. 
Freilich stehen einzelne unter ihnen in sehr naher Verwandtschaft zu einigen 
Gattungen der mediterranen Fauna (so Arbanitis zu Nemesia, Ixalus 
zu Macrothele), andere wieder erinnern an nordamerikauische, wie z. B. 
Hadronyche an Closterochilus. Kleine grabende Formen sind vorherr- 
schend. Besonders erwähnenswerth sind die Gattuv^ gen Er iodon, Idiosoma, 
Tritame, Idioctis und die auf Neu-Seeland vorkommende Hexathele. 

17* 



132 



Dr. Anton Äusserer. 



Das eigenthümlichste hierhergehörende Thier ist jedoch Mi gas paradoxus, 
das durch die Bildung seiner Mandibeln sich weit von allen anderen Terri- 
telarien entfernt. 

lieber die verticale Verbreitung der Territelarien liegen nur ein paar 
Daten vor. So erwähnt Moggridge in seinem Supplement to Trap-door- 
spiders p. 252 eines Fallthürnestes, das im April 1873 auf der Spitze des 
4032 Fuss hohen Mont Aiguille bei Mentone gefunden wurde. 

Cyclosternum Schmardae wurde von Schmarda in den Cordilleren in 
einer Höhe von 4000^—5000' ziemlich häufig gefunden. 

Ad p. 123 der Beiträge etc. 

Die für die Familie der Liphistioidae gegebene kurze Charakteristik 
dürfte nach gefälligen brieflichen Mittheilungen Rev. 0. P. Cambridgers zu 
ändern sein. Wie mir nämlich genannter Arachnologe schrieb, findet sich im 
British Museum eine wohlerhaltene Spinne, welche in jeder Beziehung mit 
Liphistius desuUor Schiödte übereinstimmt, nur besitzt sie vier sehr deutliche 
Spinnwarzen, welche unmittelbar hinter den hinteren Respirationdeckeln an- 
gebracht sind. Die vier Lungentracheendeckel sind nicht, wie bei den meisten 
übrigen Territelarien durch einen bedeutenden Zwischenraum von einander 
getrennt. Bedenkt man, dass das Exemplar, welches Schiödte zur Beschrei- 
bung vorlag, am Abdomen geöffnet und mit Baumwolle gestopft war, so klärt 
sich der Irrthum leicht auf. Das durch die neun bestachelten Hornplatten 
gleichsam gegliederte Abdomen entfernt diese Gattung noch immer soweit von 
allen Territelarien, ja selbst von allen anderen Spinnen, dass die Einreihung 
desselben in eine eigene Familie — Liphistioidae — mehr als gerechtfertigt 
erscheint. 

Ad p. 124. 

Die Anzahl neuer Gattungen und Untergattungen hat sich seit dem Er- 
scheinen der „Beiträge etc.'* so sehr vermehrt, dass eine neue analytische üeber- 
sicht derselben nothwendig wird. 



Analytische Uebersicht der Gattungen der Theraphosoidae. 

1 Maxillen mit mehr minder erweiterter Basis, auf welcher die Palpen ein- 

gefügt sind (also seitlich) 2 

Maxillen an der Basis nicht breiter, Palpen an der Spitze derselben ein- 
gefügt. [ Theraphosinae / 6 

2 Maxillen am Grande plötzlich sehr stark erweitert. Mandibeln vorn ohne 

Zähne. Kopftheil in eine Spitze vorgezogen, auf welcher die vorderen 

Mittclaugen sitzen, j AlypinneJ 3 

Maxillen am Grunde nur alhnälig erweitert. Mandibeln vorn iriit Zähnen, 
die eine Art Egge bilden, howaffnet. Vier Spinnwarzon. [Erio- 
dontinae/ 



Zweiter Reitrag zur Kenntniss der Territelariae. 



133 



3 6 AugeD. Maxillen stark zurückgebogen. Pelecodon Dol. 

8 Augen. 6 Spinnwarzen 4 

4 Maxillen wie bei Pelecodon stark zurückgekrüramt. Die drei Augen- 

gruppen etwas weit von einander entfernt; die drei letzten Fusspaare 
auffallend stärker. Calommata Luc. 

Maxillen divergirend, mit gradem inneren Rande. Die drei Augengruppen 
einander ziemlich nahe stehend. Füsse in ihrer Stärke nicht auffallend 
verschieden. Atypus Latr. 

5 Lippe mehr als doppelt so lang als am Grunde breit. Eriodon Latr. 

Lippe nicht länger als am Grunde breit. Antrodiaetus Auss. 

6 2 Hauptkrallen und eine Afterkralle an den Tarsen. (Trionichi). 7 

Afterkralle fehlt, dafür 2 starke Haarbüschel. (Dionichi). 35 

^ Rücken grübe nach vorn offen, uförmig, Kopf hoch. (Aepicephali). 8 
Rückengrube quer, oder '-^förmig, nach hinten offen. Kopf nicht erhöht. 
(Tapinocephali.) 25 

8 Tibia III an der Wurzel oben mit tiefem Eindrucke 9 

Tibia III „ „ „ „ ohne solchen Eindruck 10 

9 Augen vom vorderen Kopfrande sehr weit entfernt; Abdomen hinten 

gerade abgestutzt, Stutzfläche lederig. Ghorizops Auss. 

Augen vorn am Kopfrande; Abdomen hinten abgerundet, weich. 

Pachylomerus Auss. 

10 Lippe bedeutend länger als am Grunde breit 11 

Lippe höchstens so lang als am Grunde breit » . . 16 

11 Mandibeln in eine meistens bezahnte Spitze vorgezogen; männliche Palpen 

fünfgliederig I 12 

Mandibeln vorn gerundet, wehrlos; männliche Palpen sechsgliederig (ob 
auch bei Hadronyche L. K.?) 13 

12 Augen in 2 parallelen durch das Höherstehen der Mittelaugen gebogenen 

Reihen. Hintere Seiten- und Mittelaugen mehr als um ihren Durch- 
messer entfernt. Lippe an der Basis breit. Theragretes Auss. 
Augen der hinteren Reihe durch das Tieferstehen der Mittelaugen ge- 
bogen (also mit der Concavität nach hinten). Hintere Seiten- und 
Mittelaugen höchstens um ihren Durchmesser entfernt. Lippe spindel- 
förmig, an der Basis nicht viel breiter. Pachyloscelis Luc. 

13 Lippe nach vorne sich verjüngend mit gerundeter Spitze 14 

Lippe im Umrisse rechteckig, vorne gerade abgeschnitten, nicht schmäler 
als am Grunde, dicht wie die Maxillen granulirt. Augen in 2 gebogenen, 
mit der Convexität gegen einander gerichteten Reihen. 

Hadronyche L. K. 



134 



Dr. Anton Ausseier. 



14 Augen gedrängt, in 2 durch das Höherstehen der Mittelaugen gebogenen, 

parallelen Reihen. Madognatha Auss. 
Augen etwas entfernt von einander, entweder in 2 parallelen geraden, 
oder in 2 gebogenen, nicht parallelen Reihen 15 

15 Hintere Mittelaugen von den hinteren Seitenaugen gleich weit entfernt, 

wie von den vorderen Mittelaugen. Closterochilus Auss. 

Hintere Mittelaugeu den hinteren Seitenaugeii wenigstens um das drei- 
fache näher stehend als den vorderen Mittelaugen. Hintere Seiten- und 
Mittelaugen einander sehr nahe. Äctinopus Perty. 

16 Augen in 2 getrennten Gruppen, die eine aus 2 Augen bestehend vorne 

am Kopfrande, die zweite aus 6 bestehend in ziemlicher Entfernung 

zurück 17 

Augen in einer Gruppe vereint 18 

l'S Abdomen hinten abgestutzt, mit Längsfurchen und Stacheln. 

Idioso ma. Auss. 
Abdomen hinten gerundet, weich, ohne Furchen und Stacheln. 

Idiops Perty- 

18 Mandibeln über der Insertion der Klauen wehrlos. Nur die Tarsen und 

Metatarsen der beiden vorderen Fusspaare mit Scopula versehen. 

Aname L. K. 

Mandibeln vorne über der Insertion der Klauen mit Zähnen, oder starken 
Stacheln bewaffnet 19 

19 Abdomen hinten gerade abgeschnitten, Schnittfläche lederig. 

Cyclocosmia Auss. 

Abdomen hinten gerundet, nicht lederig 20 

SO Mandibeln in eine bezahnte Spitze vorgezogen. Tarsen bestachelt . . 21 
Mandibeln vorne gerundet, gleichmässig bezahnt 24 

31 Die ovalen Seitenaugen übertreffen an Grösse mehrfach die Mittelaugen. 

Äepicephalus Auss. 

Die Seitenaugen höchstens doppelt so gross als die Mittelaugen; Augen 
der hinteren Reihe wenig von einander verschieden 22 

22 Die 4 Seitenaugen bilden ein Rechteck, dessen Höhe kaum dem dritten 
Theilc der Basis gleichkommt. Vordere Mittelaugen unbedeutend höher, 
als die vorderen Scitenaugcn. Cyrtocarenum Auss. 
Die 4 ovalen Scitenaugcn bilden ein Trapez, dessen Höhe höchstens der 
halben Basis gleichkommt 23 

3!{ Sämrntlichc Flüsse und Palpen ohne Sc(*pula, Endglieder der Palpen, sowie 
Tarsen und Metatarsen mit Reihen starker Stacheln. (Jteniza Latr. 
Tarsen und Metatarsen der beiden ersten Fusspaare mit deutlicher Scopula; 
die in seitlichen Reihen an denwelben Glied' iu angebrachten Stacheln 
schwach. Jb^ucteniza nov. subgen. 



Zweiter Beitrag zur Kenntiiiss der Territelariae. 



135 



34 Tarsen und Metatarsen der beiden ersten Fusspaare, sowie das Endglied 
der weiblichen Palpen mit dichter breiter Scopula; zugleich sind die 
Glieder wehrlos, Cyrtauchenius Thoreil. 

Scopula fehlt; Tarsen mit schwachen Stacheln bewaffnet 

Bolostromus nov. gen. 

25 Mandibeln unbedeutend länger als breit, an der Basis knieförmig stark 

vorgewölbt, an ihrem vorderen Ende nach hinten gedrückt, wehrlos. 
Kopftheil deutlich durch Furchen vom Thorax getrennt Migas L. K. 
Mandibeln wenigstens doppelt so lang als breit, nicht kuieförmig hervor- 
gewölbt. Kopftheil nur undeutlich durch seitliche Furchen vom Thorax 
abgesetzt 26 

26 Mandibeln vorne über der Insertion der Klauen mit einem Rechen von 

Zähnen 27 

Mandibeln vorn wehrlos 28 

29 Tarsalklauen mit 2 Reihen von Zähnen. Nemesia Sav. et Aud. 

Tarsalklauen nur mit einer Reihe Zähne. Ärhanitis L. K. 

28 6 Spinnwarzeu. Hexathele Auss. 
4 Spinnwarzen 29 

29 6 Augen. Mäste ria L. K. 
8 Augen 30 

30 An Beinpaar I und II eine Scopula 31 

An den Beinen keine Scopula 34 

31 Tarsalklauen mit einer geschwungenen Reihe lauger Zähne. Spinn warz^n 

kürzer als das Abdomen. Tibia I und II seliv verdickt. 

Euagrus nov. subg. 

Tarsalklauen mit zwei Reihen von Zähnen. Tibien nicht auffallend ver- 
dickt 32 

32 Spinnwarzen so lang oder länger als das Abdomen. Scopula an Tarsus III 

und IV getheilt. Diplura C. K. 

Spinnwarzen kürzer als das Abdomen; Scopula fehlt entweder an Tarsus 
III und IV, oder wenn vorhanden, ist dieselbe nicht getheilt ... 33 

33 Aeussere Spinnwarzen mehr als halb so lang als das Abdomen. Nur die 

Tarsen der beiden vordersten Fusspaare mit Scopula. Ixalus L. K. 
Aeussere Spinnwarzen kürzer als das halbe Abdomen. Die Tarsen und 
Metatarsen der beiden vordersten Fusspaare mit Scopula. 

Brachythele Auss. 

34 Lippe nur halb so laiii^ als ain Grunde breit. Füsse 4, 3, 2, 1. 

Ischnothele «. subg. 
Lippe so lang als am Grunde breit. Füsse 4, 1, 2, 3. 

Macrothele Auss. 



136 



Dr. Anton Äusserer. 



»)5 An den Mandibeln über der Insertion der Klauen ein Rechen von 

Zähnen 36 

Mandibeln wehrlos 39 

36 Äugen in 2 weit getrennten Gruppen . 37 

Augen gehäuft 38 

3'5' Die 4 Augen der dritten Reihe liegen in einer stark gebogenen Linie mit 
der Concayität nach vorne, die der ersten Reihe unmittelbar am Kopf- 
rande. Strophaeus n. subg. 
Die 4 Augen der dritten Reihe liegen in gerader Linie und die der ersten 
Reihe stehen um ihre längere Axe vom Kopfrande ab. Tritame L.K. 

38 Vordere Augenreihe so schwach gebogen, dass eine die Basis der Mittel- 

augen verbindende Gerade in ihrer Verlängerung die vorderen Seiten- 
augen durchschneiden würde. Leptopelma Auss. 
Vordere Augenreihe so stark gebogen, dass eine die Basis der Mittelaugen 
verbindende Gerade in ihrer Verlängerung weit über die vorderen Seiten- 
augen zu stehen käme, daher die vorderen Mittelaugen fast in die hintere 
Augenreihe zu liegen kommen. Idioctis L. K. 

39 Augen in 2 weit von einander getrennten Gruppen, ähnlich wie bei Idiops 

Perty. . Idiommata Auss. 
Augen gehäuft 40 

40 Scopula an Tarsus IV durch ein breites Band von Stachelborsten ihrer 

ganzen Länge nach getheilt, oder es finden sich an der Spitze der 
Tarsen unten Rhomben, gebildet aus solchen Stachelborsten ... 41 
Scopula an Tarsus IV nicht durch ein breites Band von Stachelborsten 
der ganzen Länge nach getheilt, es finden sich höchstens in der unteren 
Hälfte vereinzeinte Borsten 50 

•1-1 Vordere Mittelaugen so hoch stehend, dass eine Gerade von ihrer Basis 
zu den Seitenaugen gezogen über denselben zu stehen käme; Kopf hoch 

und gross 42 

Vordere Mittelaugen so tief stehend, dass eine Gerade von ilirer Basis 
zu den Soitenaugen gezogen, letztere durchschneiden, oder an der Basis 
bfrührcn würde 43 

4S Scopula an 'i'arsus III und IV durch ein breites Band von Stachelborsten 
getrennt Cycloslernum Auss. 

Scopula nur au Tarsus IV getheilt. Cyriosternum n. gen. 

43 An der Scopula all'^r Tarsen und des Endgliedes der woihlichen Tulpen 
an der S))itze ein Khomi)UK aus zi<!mlif;h Htarkcn dunklen Borsten. 

(Jhaetorhomhus Aus«. 

[)fr BorHi<;nrlioiiibu.s f»;hlt an <ler Scopula . .... 44 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae. 



137 



44 Scopula an Tarsus III und IV getheilt 45 

Scopula nur an Tarsus IV getheilt 47 

45 Die Theilung an Tarsus III nur durch ein sehr dünnes Borstenband an- 

gedeutet. Scopula sehr dicht und breit. Kückengrube tief, nach vorne 
gebogen. Hapalopus nov.'subgen. 
Die Theilung an Tarsus III sehr deutlich durch ein breites Borstenband 
hergestellt. Scopula weniger dicht 46 

46 Rückengrube seicht transversal . oder halbmondförmig mit der Concavität 

nach vorne. Ischnocolus Auss. 

Rückengrube sehr tief und breit mit der Concavität nach hinten. 

Chaetopelma Auss. 

4'S' Füsse wehrlos; ihr Längenverhältniss : 1, 4, 2, 3. Vordere Augenreihe 
gerade. Phrictus L. K. 
Füsse bestachelt; ihr Längenverhältniss: 4, 1, 2, 3. Vordere Augenreihe 
durch das Höherstehen der Mittelaugen gebogen 48 

48 Vordere Seitenaugen unmittelbar am Kopfrande stehend; hintere Mittel- 

augen rund, den vorderen Mittelaugen näher stehend als den hinteren 
Seitenaugen. Harp ax ibius Anss. 
Vordere Seitenaugen mehr als um ihre Länge vom Kopfrande entfernt; 
hintere Mittelaugen den hinteren Seitenaugen viel näher stehend als den 
vorderen Mittelaugen 49 

49 An Femur IV innen eine dichte Bürste aus abstehenden Federhaaren. 

Callyntropus n. subg. 

An Femur IV keine solche Bürste, die Haare an dieser Stelle einfach, 
lang und anliegend. Crypsidromus Auss. 

50 Scopula an Tarsus III und IV so dünn, dass man durch dieselbe hin- 

durch die Chitinhaut sieht 51 

Scopula sehr dicht. Klauen hinter dichten Haarbüscheln versteckt . . 52 

51 Scopula aller Tarsen so dünn, dass mau die Chitinhaut hin durchsieht. 

Füsse 4, 1, 2, 3 sehr dünn und lang. Klauen doppelreihig lang ge- 
zähnt, weit vorstehend. Trechona C. K. 
Scopula der beiden vorderen Fusspaare sehr dicht, nur die der beiden 
letzten Beinpaare dünn. Füsse 4, 1, 3, 2 robust. Klauen hinter starken 
Haarbüscheln versteckt, die des Weibchens zahnlos, die des Männchens 
einfach bezahnt. Thalerommata n. gen. 

5S Erstes Fusspaar wenigstens um seinen Tarsus länger als das vierte. Füsse 
wehrlos. Scurria C. K. 
Erstes Fusspaar kürzer als das vierte, oder wenn länger, sind die Füsse 
deutlich bestachelt. ( Selenocosmia) 53 

Z. B. (Jea. B. XXV. Abh. 18 



138 



Dr. Anton Äusserer. 



53 Vordere Mittelaugen so hoch stehend, dass eine Gerade von ihrer Basis 

zu den Seitenaugen gezogen, über denselben zu stehen käme ... 59 
Vordere Mittelaugen so tief stehend, dass eine Gerade von ihrer Basis 
zu den Seitenaugeil gezogen, dieselben durchschneiden würde ... 54 

54 Vordere Mittelaugen so tief als die vorderen Seitenaugen und doppelt 

so gross. Die kurzen Füsse in ihrer Länge wenig verschieden, wehrlos. 

Tapinauchenius Auss. 
Vordere Mittelaugen höher stehend, als die vorderen Seitenaugen; Füsse 
bestachelt 55 

55 Erstes und viertes Fusspaar in ihrer Länge wenig verschieden, beim 

das erste Paar sogar etwas länger als das vierte. Cephalothorax stark 
gewölbt, mit halbmondförmiger nach vorn gebogener Rückengrube. 

Selenocosmia Auss. 

Letztes Fusspaar wenigstens um seinen Tarsus länger als das erste . 56 

56 Vordere Mittelaugen grösser als die vorderen Seitenaugen, so tief stehend, 

dass eine Gerade von ihrer Basis zu den Seitenaugen gezogen, dieselben 
fast etwas unter ihrer Mitte durchschneiden würde. 

Äcanthopalpus Dol. 

Vordere Mittelaugen kleiner als die vorderen Seitenaugen und zugleich 
so hoch stehend, dass eine Gerade von ihrer Basis zu den Seitenaugen 
gezogen, dieselben im obersten Drittel durchschneiden würde ... 57 

5'? An Femur IV innen eine Sammtbürste von Federhaaren. 

Acanthoscurria Auss. 
An Femur TV innen keine Sammtbürste 58 

58 Mandibeln am Grunde mitsammen kaum so breit als der halbe Cephalo- 

thorax. Vordere Mittelaugen so hoch, dass die Verbindungslinie ihres 
Unterrandes in ihrer Verlängerung die Seitenaugen am oberen Ende be- 
rühren würde. Euathlus n. subg. 
Mandibeln am Grunde wenigstens 7.-? hre'it als der Cephalothorax. 
Die Verbindungslinie des Unterrandes der vorderen Mittelaugen schneidet 
die vorderen Seitenaugen in ihrer Verlängerung im oberen Drittel. 

Mygalarachne Auss. 

59 Fiisse wehrlos. Tibia und Metatarsus IV in ihrer Länge kaum ver- 

schieden. Scopula sehr breit, vorne am breitesten, gerade abgeschnitten. 
Vordere Mittelaugen bedeutend grösser als die übrigen. 

Avicularia Lam. 

Füsse, besonders an Tibia und Metatarsus III und IV, mit vielen Stacheln 

bewaffnet 60 

00 Vordere Mittelaugen die grösstciu. Bulbus des Mannes vom Endgliede 
der Pulpen gerade; iiacii vorwärts gericlitet, lang, cylindrisch, vorn an 
(}oT Seite löffelförniig ausgehöhlt, mit Hcliurfem liande. 'i'ibia I des 
MiiniM's ohne Dorn. T/ieraphosa Wiil(;k. 



Zweiter Beitrag zur Keuntniss der Territelariae. 



139 



Vordere Mittelaugen nicht auffallend grösser als die Seitenaugen. Bulbus 
des Mannes birnförmig, nach unten und innen gerichtet 61 

61 Scopula au Metatarsus IV durch ein breites Längsband von Stachelborsten 
getheilt. Harpactira Auss. 

Scopula an Metatarsus IV nicht getheilt 62 

6S An der Innenseite von Fenmr IV findet sich eine dichte Bürste aus ab- 
stehenden Federhaaren 63 

An der Innenseite von Femur IV keine solche Saramtbürste, die Haare 
an dieser Stelle einfach, lang und anliegend 64 

63 Vordere Mittelaugen nahezu um ihren Durchmesser entfernt. Cephalo- 

thorax so breit als lang. Tibia des Mannes mit 2 gebogenen Dorn- 
fortsätzen. Lasiodora C. K. 
Vordere Mittelaugen um ihren Radius entfernt. Cephalothorax länger 
als breit. Tibia des Mannes ohne Dornfortsatz. Sericopehna n. subg. 

64 Metatarsus IV und Tibia IV in ihrer Länge kaum verschieden. 

Lasiocnemus Auss. 

Metatarsus IV auffallend länger als Tibia IV 65 

65 Vordere und hintere Mittelaugeu in ihrer Grösse kaum verschieden. 

Homoeomma Auss. 

Vordere Mittelaugen wenigstens doppelt so gross als die hinteren Mittel- 
augeu. Eurypelma C. K. 
Ad p. 17. 

Thorell zeigte (Remarks on Synonyms etc. p. 416 — 419), dass Black- 
walTs Atypus piceus zwei verschiedenen Arten angehört und zwar das 
Männchen zu A. anachoreta L. K., das Weibchen zu A. piceus Sulzer. 
Auch in Holland wurden teste Thorell (ibid.) von Dr. Hasselt beide Arten 
gefunden und zwar von A. anachoreta L. K. nur Männchen, von A. piceus 
Sulzer nur Weibchen. 

Dass aber Eichwald's A. affinis (Eichwald, Zool. spec. p. 73, T. II, 
Fig. 19) identisch ist mit A. anachoreta L. K., wie Thorell annimmt, 
scheint mir nicht ganz sicher zu sein, da in der ziemlich ausführlichen Be- 
schreibung nirgends der tiefen Runzeln des Kopfbruststückes Erwähnung ge- 
schieht, welche diese Art sofort von A. piceus Sulzer unterscheiden. 



M. E. Simon gibt in den Schriften der Entomologischen Gesellschaft 
von Frankreich eine. Beschreibung von 3 in Frankreich gefundenen Arten der 
Gattung Atypus, von denen 2 neu zu sein scheinen. Dieselben sind durch 
folgende vom Autor bezeichnete Merkmale ausgezeichnet: (Conf. E. Simon, 
Treis especes fran^aises du genre Atypus Latr. 1. c. p. HO). 
9 1 Kieferfühler oben gekielt (carenees), an der Innenseite ausgeschweift. 

A. Blackioallii E. S. 

Kieferfühler oben gewölbt, weder gekielt noch ausgeschweift .... 2 

18* 



140 



Dr. Anton Ansserer. 



2 Augenhügel zwischen den Mittelaugen vorspringend und konisch. 

Ä. piceus E. S. 

Augenhügel sehr niedrig, zwischen den Mittelaugen nicht vorspringend. 

Ä. bleodonticus E. S. 
Wie mir nun Herr E. Simon brieflich mittheilte, gehört sein Ä. piceus 
nach dem Urtheile Thoreil's, dem die Type mitgetheilt wurde, zu A. ana- 
choreta L. K. Merkwürdiger Weise spricht auch M. Simon in seiner Be- 
schreibung nicht von den tiefen Runzeln, die den Cephalothorax dieser Art 
auszeichnen. • 

Atypus Blackwalli E. S. wurde nur einmal in der Ober-Bretagne 
(Portrieux) und A. bleodonticus E. S. bei Digne (Basses Alpes) gefunden. 
Den breiten, wenig vorspringenden Augenhügel und den allmälig nach hinten 
abfallenden Cephalothorax hat letztgenannte Art übrigens mit jungen Thieren 
von A. piceus Sulzer gemein und verdient daher wohl genau verglichen zu 
werden. 

Ad p. 19. 

Eriodon rnbrocapitatnm Keyserl. in litt. 
Taf. V, Fig. 1, 3 und 4. 

. Durch die lebhaft rothe Färbung des Kopfes und der Mundtheile, 
durch die schlanken Beine und Palpen und die sehr schwach gewölbten, kleinen 
hinteren Mittelaugen auffallend von anderen Arten dieser Gattung verschieden. 

Cephalothorax gerundet, breiter als lang. Kopf massig hoch, steil an- 
steigend, wie der Thorax und die Mandibeln runzelig, mit einer von den 
Mittelaugen zu der Rückengrube verlaufenden glatten Furche, ähnlich wie bei 
E. rüg OS um. Der aufgeworfene Rand am Cephalothorax sehr deutlich. 

Augen verhältnissmässig klein. Vordere Mittelaugen kaum um ihren 
Durchmesser von einander, wenigstens dreimal so weit von den hinteren 
Mittelaugen und etwa um ihren doppelten Durchmesser von dem vorderen 
Kopfrande entfernt. Vordere Seitenaugen stehen vom Kopfrande etwas weiter 
ab als die vorderen Mittelaugen und übertreffen durch ihre Grösse und die 
starke Wölbung die übrigen. Hintere Seitenaugen stehen etwas weiter nach 
aussen als die vorderen Seitenaugen und sind von letzteren etwa um ihren 
doppelten Durchmesser entfernt. Die hinteren Mittelaugen sehr flach und 
klein, daher und wegen ihrer hellen Färbung schwer bemerkbar. Die Verbin- 
dungslinie der Basis beider genannter Augen wurde in ihrer Verlängerung die 
vorderen Seitenaugen in ihiem oberen Drittel durchschneiden und über die 
vorderen Mittelaugen zu stehen kommen. 

Mandibeln kürzer als der Cephalothorax; die BewalTnung an der Spitze 
nach innen nur aus 6—8 Stacheln bestehend. Der innere Falzrand mit vielen, 
(hr äussere rnit wenig Zähnen versehen. Maxillen \\\u\ Lippe ohne Auszeichnung. 

Sternunrj länger als breit, schön gerundet, die Grübchen gegenüber der 
Jnaertioii der Hüften sehr deutlich. 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae. 



141 



Füsse auffallend schlank und lang 1, 4, 2, 3, glatt und glänzend. Schenkel 
und Knie sparsam, Tihien, Metatarsen und Tarsen etwas reichlicher mit ab- 
stehenden Borstenhaaren bekleidet. Metatarsen und Tarsen der beiden letzten 
Fusspaare mit ziemlich dichter, die Tarsen der beiden ersten Fusspaare nur 
an der Spitze mit schwacher Scopula. 

Drei plumpe zurückziehbare, einreihig bezahnte Klauen; die Afterklaue 
mit 5 Zähnen. 

Palpen sehr lang, bis zum Grunde von Tarsus I reichend, schlank; das 
vorletzte Glied verdickt. Bulbus in eine lange feine Spitze auslaufend. 

Das Abdomen eingeschrumpft, runzelig, mit abstehenden Borsten von 
rothbrauner Farbe bekleidet. An der Bauchseite eine glänzende, nur wenig be- 
borstete, braune Chitinplatte bis zur Geschlechtsöffnung und die oberen Stigmen 
reichend. 

4 Spinnwarzen, die inneren dünn und kurz, die äusseren sehr dick. 
Das ganze Thier mit Ausnahme des hellrothen Kopfes und der Mandibeln 
glänzend braun. 

Dimensionen: 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 4'5 Mm. 

mit „ 7-5 „ 

Breite „ „ 5 5 „ 

Länge des ganzen Thieres: 12 Mm. 

Fqss I: 16, II: 15, DI: 14 und IV: 155 Mm. 

Australien. Sammlung des Herrn Grafen Keyserling. 



Eriodon rugosum n. sp. 
Taf. V, Fig. 5 und 6. 

cT. Mit Eriodon granulosum Cambr. nahe verwandt und hauptsächlich 
durch Stellung der Augen und Bildung der Copulationsorgane verschieden. 

Cephalothorax eckig, breiter als lang, durchaus tief runzelig. Kopftheil 
sehr hoch, vom niedrigen. Thorax und den Seiten steil ansteigend. Der ganze 
Rand des Cephalothorax aufgeworfen, am bedeutendsten jedoch in den Seiten 
und hinten. 

Augen in 3 der Gattung eigenthümlichen Gruppen. Die beiden Mittel- 
augen etwas mehr als um ihren Durchmesser von einander und wenigstens um 
den dreifachen Radius von dem Kopfrande entfernt. Die Seitengruppen bilden 
nahezu ein gleichschenkeliges Dreieck mit der kürzeren Basis nach aussen. 
Vordere Seitenaugen die grössten, stark gewölbt, vom Kopfrande kaum um 
zwei Drittel Augenbreite, von den hinteren etwas kleineren Seitenaugen fast 
um ihren doppelten Durchmesser und noch weiter von den sehr kleinen nach 
innen stehenden Augen dieser Gruppe entfernt; letztere stehen so hoch, dass 
die Verbindungslinie ihrer Mittelpunkte über den Mittelaugen und unter den 
hinteren Seitenaugen zu stehen käme. Mittelaugen etwas grösser, aber viel 
weniger gewölbt als die vorderen Seitenaugen. Mandibeln sehr stark und etwa 



142 



Dr. Anton Äusserer. 



um ein Drittel kürzer als der Cephalothorax, wenig granulirt und an der etwas 
verdickten Spitze nach innen nur mit wenigen kurzen Stacheln bewaffnet. 

Maxillen, Lippe und Sternum wie bei den übrigen Thieren dieser Gattung 
— ohne Bewaffnung. 

Bau der Palpen ähnlich wie bei E. granulosum Cambr., der lange 
dünne Fortsatz am Bulbus jedoch mit schaufeiförmig erweitertem Ende. (Fig. 6). 

Füsse ziemlich schlank, in ihrer Länge nicht auffallend verschieden. Die 
Patellen mit Raspel. Tibia, Metatarsus und Tarsus aller Beine mit in Reihen 
angeordneten Stacheln. Abdomen klein (eingeschrumpft), dichter behaart als 
die übrigen Körpertheile. 

Das ganze Thier pechschwarz, die Beine, namentlich die Hüften und die 
beiden Endglieder der Palpen schwach röthlichbraun angelaufen. Wimper der 
Mundtheile röthlich, Abdomen kaffeebraun. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 5 Mm. 

mit „ 9 „ 

Breite „ „ 7 „ 

Länge des ganzen Thieres: 13 Mm. 

Australien. Sammlung des Herrn Grafen Keyserling. 



Ad p. 137. I. Trionichi. 

Ad p. 140. 4. Pachyloscelis liodou u. sp. 

Taf. V, Fig. 7. 

cf. In Bildung des Kopfbruststückes und der Füssc auffallend mit 
P. picea Auss. übereinstimmend und davon liaui)tsächlich durch den unbe- 
stachelten Zahnvorsprung an den Mandibeln, die Bildung der Copulationsorgane 
und Stellung der Augen verschieden. 

Es stehen nämlich die grossen, runden vorderen Mittelaugen kaum um 
ihren liadius von einander, etwa um ihren doppelten« Durchmesser vom Kopf- 
randc und noch mehr von den vorderen Seitenaugen ab. Letztere sind durch 
ihre starke Wölbung und ihix) Grösse von den übrigen ausgezeichnet; sie 
stehen kaum mehr als um ihre Breite von dem vorderen Kopfrandc und etwa 
doppelt so weit von den hinteren Seitenaugen ab. Die kleinen hinteren Mittel- 
augen um ihren Durchmesser von den hinteren Seitenaugen entfernt und etwas 
mehr vorstehend als letztere. 

Mandibeln stark, der Zahnvorsprung über der Insertion der Klaue auf- 
fallend, wehrlos, nur mit wenigen, langen, röthlichen Borsten versehen. Falze 
zur Aufnahme der kurzen Fangklaue nicht blos an den Rändern mit starken, 
sondern auch innen mit schwächeren Zähnen bewaffnet. 

Fiisse 4, 3, 1, 2; 1 und 2 jedoch in ihrer Grösse kaum verschieden. 
Fcmur IIJ nach unten bauchig. Bewaffnung der Beiiie und Bildung der Klauen 
wie bei P. picea. 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Terriielariae. 



143 



Das Abdomen etwas länger als der Cephalothorax ohne Mandibeln, die 
Chitindeckel über den Respirationsorganen auffallend stark und glänzend. 

Cephalothorax und Mundtheile glänzend pechschwarz. 

Sternum, Palpen und Füsse, letztere namentlich an den Hüften röthlich. 
Abdomen schwarz, spärlich und kurz behaart. Beine und Palpen mit abstehen- 
den längeren schwarzen Borstenhaaren bekleidet. Die Bewimperung an den 
Maxillen und der Lippe ziegelroth. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 9 Mm. 

mit „ 14 „ 

Breite „ „ 8 „ 

Länge des ganzen Thieres 23 „ 

Fuss I: 25, II: 25, III: 26, IV: 34 und Palpe: 20 Mm. lang. 

Ein sehr wohl erhaltenes Männchen aus Uraguay iu der Sammlung des 
Herrn Grafen Keyserling. 

Ad p. 142 nach Closterochilus. 

Hadronyche L. K. 1873. 
L. Koch. Arachniden Australiens IX. Lief. p. 463. 

Cephalothorax länger als breit, Thoracaltheil niedrig, Kopf gewölbt, breit ; 
Rückengrube tief halbmondförmig mit der Oeftnung nach vorne. 

Die 8 Augen stehen auf einem gemeinsamen Hügel, der zweimal so 
breit als lang ist; hintere Augenreihe nicht breiter als die vordere, zurück- 
gebogen (recurva); die vordere durch das Höherstehen der Mittelaugen nach 
vorne gebogen (procurva). Hintere Mittelaugen von den vorderen Mittelaugen 
weiter, als von den Seiten äugen entfernt. 

Mandibeln ohne Rechen. 

Maxillen convex; Lippe länger als breit, vorn gerade abgeschnitten, 
hinten gerundet. 

Zwei Paar Spinnwarzen, das innere kurz, am Ende schräg abgestutzt, 
das äussere etwas länger, conisch, viergliederig. 

Füsse bestachelt, ohne Scopula, im Längenverhältnisse: 4, 1, 2, .3. Drei 
Tarsalklauen. Die Tibien des dritten Paares von regelmässiger Form. 

Nur eine Art: Hadronyche cerherea L. K. (1. c. p. 463) aus 
Sydney. 

Ad p. 147. 

6. Pachylomerus armatus n. sp. 

9. Besonders durch die Augenstellung von den übrigen hieher gehörigen 
Arten verschieden. 

Vordere Mittelaugen sehr gross, rund, kaum mehr als um ihren halben 
Radius von einander und wenigstens dreimal so weit von den vorderen Seiten- 
augen entfernt, zugleich so hoch stehend, dass eine Gerade von ihrer Basis zu 
den Seitenaugen gezogen, dieselben kaum berühren würde. 



144 



Dr. Antou Aus serer. 



Hintere Seitenaugen etwa halb so gross als die vorderen Seitenaugen, 
von ihnen mehr als um ihre Länge und von den hinteren Mittelaugen um drei 
Hälften ihrer Breite entfernt. 

Der Cephalothorax seitwärts steil abfallend, seine bedeutendste Erhebunff 
über Coxa II und hier zugleich am schmälsten. 

Die Mandibeln sehr kurz, aber stark mit den der Gattung eigenen Dornen. 

Lippe und Maxillen am Grunde mit sehr starken, kurzen, beweglich ein- 
gelenkten Stacheln, die eine Art Hechel bilden, bewaffnet. 

Sternum so lang als breit. 

Bau und Bewaffnung der Füsse, wie bei P. glaber Dol., nur fehlt der 
dicke Dorn auf Trochanter III. 

Die Tarsalklauen besitzen wenigstens einen starken Zahn, wodurch sich 
diese Art auch leicht von P. nidulans Fabr. unterscheidet, von der Latreille 
schreibt: „Les deux crochets ordinaires de l'extremite des tarses sont arques 
et simples, ou sans dentelures apparentes". 

Das Abdomen fehlt. Die Färbung des Thieres ist dunkelpechbraun. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 11'5 Mm. 

mit „ 13 „ 

Breite „ „ 9 5 „ 

Ein Exemplar in der Sammlung des Herrn Grafen Keyserling ohne 
Angabe des Vaterlandes. 



Ad p. 149. 

Analytische tJebersielit der Arten der Gattung Idiops (Perty). 

1 Drittes Fusspaar länger als das erste und zweite. Seitenaugen der zweiten 

Gruppe grösser als alle übrigen. Id. syriacus Cambr. 
Drittes Fusspaar kürzer als die übrigen 2 

2 Vordere Mittelaugen der zweiten Gruppe auffallend grösser als alle übrigen, 

die am Vorderraiide des Kopfes stehenden klein. Id. fuscus Perty. 
Vordere Mittelaugen der zweiten Gruppe nicht auffallend grösser als die 
übrigen 3 

:t Cephalothorax granulirt, nicht behaart. Augen der ersten Reihe um ihren 
Durchmesser vom Kopfrande entfernt. Id. Meadii Cambr. 
(Jephalothorax glatt, sparsam behaart. Augen der ersten Reihe unmittel- 
bar am Vorderrande des Kopfes stehend 4 

4 Vordere Mittelaugeri der zweiten Gruppe nur um ihren Radius von 
einander abstehend. Verbindungslinie des hinteren Randes der 4 Augen 
der letzten Reihe nur schwach gebogen mit der Concavität nach vorne. 

Id. neglectus L. K. 

Vordere Mittelaiigen der zweiten Grii|)pe um ihren Durchmesser von 
einander entfernt ^ 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae, 



145 



5 Von den 6 hinteren Augen die seitlichen ara grössten. Lippe etwas 

länger als breit, mit 2 Höckerchen an der Spitze 6 

Von den 6 hinteren Augen die vorderen Mittelaugen die grössten . . 7 

6 An den Patellen und Tibien des dritten^ und vierten Fusspaares nach 

innen keine Stacheln. Id. comx>actus Gerst. 

An den Patellen und Tibien des dritten und vierten Fusspaares nach 
innen vereinzelte kurze Stacheln. Verbindungslinie des hinteren Randes 
der letzten Augenreihe bildet eine Curve mit der Concavität nach hinten. 

Id. Petita Guerin. 

'S Hintere Mittelaugen der zweiten Gruppe einander näher als die vorderen 
Mittelaugen. Die Hauptkrallen der Tarsen mit 3 Zähnen bewaffnet. 

Id. TU reim Cambr, 

Hintere Mittelaugen der zweiten Gruppe rund, von einander weiter ent- 
fernt als die unbedeutend grösseren vorderen Mittelaugeo. Hauptkrallen 
der Tarsen nur mit 1 — 2 Zähnen. Lippe breiter als lang, vorn mit 
2 Reihen von je 6 Höckerchen. Verbindungslinie des hinteren Randes 
der letzten Augenreihe bildet eine Curve mit der Concavität nach vorn. 

Id. Cambridgei n. sp. 
TJeher Id. Kochii Cambr. siehe später (p. 166) die Gattung Strophaeus. 
Ob den beiden Arten Id. compactus Gerst. und Jt?. Thorellii Cambr. 
die richtige Stelle in der Tabelle eingeräumt wurde, lässt sich bei der etwas 
mangelhaften Beschreibung dieser Thiere nicht mit Sicherheit sagen; bei der 
ersten Art bleibt fraglich, ob die vorderen Mittelaugen der zweiten Gruppe um 
ihren Durchmesser entfernt sind, bei der zweiten aber wurden da^ wo die Be- 
schreibung keine Auskunft ertheilte, die Detailzeichnungen Cambridge's zu 
Rathe gezogen. 



Idiops Cambridgei n. sp. 

Diese neue Art aus St. Fe de Bogota unterscheidet sich durch ihre Klein- 
heit, die Stellung der Augen, Bildung des Sternums und Bezahnung der Lippe 
von der ihr am nächsten stehenden Art: Idiops Petita Guerin. 

Id. Petita Guerin. I Idiops Cambridgei n. sp. 

(Nach der Type in der Sammlung des Herrn 
Grafen Keyserling.) 



Vordere Mittelaugen der zweiten 
Gruppe von den hinteren Mittelaugen 
dieser Gruppe etwas mehr als um den 
Radius der vorderen Mittelaugen ent- 
fernt. 

Z. B. Ges. B. XXV. Abh. 



Vordere Mittelaugen der zweiten 
Gruppe von den hinteren Mittelaugen 
dieser Gruppe kaum um den Radius 
der vorderen Mittelaugen entfernt. 

19 



146 



Dr. Anton Äusserer. 



Id. Petita Guerin. 

Hintere Mittelaugen der zweiten 
Gruppe stehen weiter vor als die 
Seitenaugen dieser Gruppe und es 
bildet daher die Verbindungslinie des 
hinteren Randes der Augen dieser 
Gruppe eine Curve mit der Concavität 
nach hinten. 

Zwischen den beiden Mittelaugen 
der zweiten Gruppe 2 starke Borsten; 
dieselben stehen von dem Rande ge- 
nannter Augen wenigstens um den 
Radius der letzteren ab. 

Sternum um ein Viertel länger als 
breit. Lippe läiiger als breit, nach 
vorn etwas schmäler, mit 2 starken 
Zähnen an der Spitze. 
Cephalothorax ohne Mandibeln 12 Mm. 

„ mit „ 

Breite des Cephalothorax . 
Länge des ganzen Thieres 



15 
9 

30 



Idiops Camhridg ei n. sp. 
Hintere Mittelaugen der zweiten 
Gruppe stehen weiter zurück als die 
hinteren Seitenaugen dieser Reihe und 
es bildet daher die Verbindungslinie 
des hinteren Randes dieser Gruppe 
eine Curve mit der Concavität nach 
vorn. 

Eine nur sehr schwer bemerkbare 
Borste unmittelbar an der Peripherie 
jedes hinteren Mittelauges nach innen. 



Sternum nur so lang als breit. 
Lippe breiter als lang, vorn mit zwei 
Reihen von je 6 Höckerchen. 

Cephalothorax ohne Mandibeln 6 Mm. 

mit „ 7 „ 

Breite des Cephalothorax . . 5 „ 

Länge des ganzen Thieres . 14 

Cephalothorax, Beine und Mundtheile einfarbig, ziemlich hell pechbraun, 
glänzend; der mit sehr groben Höckern dicht besetzte Vorsprung an den Man- 
dibeln dunkel. Die kräftige Fangkralle, besonders gegen die Spitze, dunkel 
röthlichbraun. Hintere Mittel- und Seitenaugen hell bernsteinfarbig, die übri- 
gen dunkel. 

Abdomen gleichmässig aber sparsam mit sehr feinen kurzen Haaren 
zwischen welchen sparsam Borsten eingestreut sind bekleidet. Hell umbrabraun, 
in den Seiten, hinten und unten mit dunkleren unregelmässigen Flecken. 

St. Fd de Bogota. Sammlung des Herrn Grafen Keyserling. 



Idiops noglectns L. K. (in litt.). 

Diese neue Art steht in sehr naher Verwandtschaft zu Id. Petitii Gudr. 
Sie ist aber etwas kleiner, die Augen sind stärker gewölbt und einander etwas 
mehr genähert als bei Id. Pelitii. 

Die vorderen und hinteren Mittelaugen kaum mehr als um den Radius 
der letzteren von einander abstellend, zugleicli sind die vorderen Mittelaugen 
der zweiten Grnjjpc nur um ihren Radius von einander entfernt. Die Augen 
der letzten Reihe stehen in ein'T nur Hcliwach gebogenen Linie mit der Con- 
cavität nach vorn. 

Färbung inid Bekleidung uhniich wie bei J d. Petitii. 



Zweiter Beitrag zur Keimtniss der Territelariae, 



147 



Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln ' 10 Mm. 

„ „ ,. mit ,, 12 „ 

Breite „ , 7-5 „ 

Das Abdomen fehlt. 

Ein Weibchen in der Sammlung des Herrn Dr. L. Koch ohne Angabe 
des Vaterlandes. 

Idiops compactus Gerst. 
1873. Gerstäcker. Gliederthier-Fauna des Sansibargebietes, p. 480. 

Ein Weibchen aus Dafeta, das nach Gerstäcker von den durch Cam- 
bridge beschriebenen Arten durch den stark aufgeworfenen Yordertheil des 
Cephalothorax und durch die verhältnissmässige Kürze und Eobustheit der 
Beine abweicht. 

Ad p. 152. 

Simon beschreibt in Araneides nouveaux du Midi de TEurope, p. 34 das 
bisher unbekannte Männchen von Cteniza Sauvage i Rossi. Dasselbe unter- 
scheidet sich vom Weibchen durch den wenig gewölbten Kopf und den deut- 
lich granulirten Thoracaltheil. Die Palpen sind sehr lang und dünn, wehrlos; 
der Tibialtheil derselben besitzt nach unten eine Mähne langer Haare, der 
Tarsaltheil ist klein und gerundet. Der nahezu kugelförmige Bulbus ist nach 
unten wie gespalten und trägt einen sehr dünnen, borstenförmigen Fortsatz, der 
so lang ist als der Bulbus. 

Die Füsse sind verhältnissmässig sehr lang, übrigens ähnlich wie beim 
Weibchen bestachelt. 

Trotzdem das Weibchen auf Corsica ausserordentlich häufig ist, gelang 
es doch Herrn Simon nach mehr als Jahre langem Sammeln blos ein Männ- 
chen zu finden. 

Ad p. 155. 

6. Cteniza Moggridgii Cambr. 
1874. Cambridge. Specific descriptions of Trap-door-Spiders 1. c. p. 254—260. 
PI. XX. A. 

1878 Cteniza fodiens Cambr. Q in Harvesting Ants aud Trap-door-Spiders 
(J. T. Moggridge) p. 89. PI. VU. 

Wenn auch das Männchen dieser Art im allgemeinen Habitus ziemlich 
genau mit Ct. Sauvagei Eossi übereinstimmt, so unterscheidet es sich doch 
auf den ersten Blick durch die seichte halbmondförmige Furche, welche sich 
auf dem Kopftheile zwischen Augenhügel und Eückengrube vorfindet, und deren 
Convexität nach hinten gerichtet ist. 

Das Endglied der Palpen trägt an seiner Oberseite 12—14 kurze, starke 
Stacheln. Der kugelförmige Bulbus erscheint in einen langen, dünnen, sich 
allmälig verjüngenden Fortsatz vorgezogen. Die Zähne an den Mandibeln sind 
nicht gar stark, die Lippe ohne Höckerchen. 

19* 



148 



Dr. Anton Äusserer. 



Die Füsse bieten nichts Auffallendes; Tibia I ist weder verdickt, noch 
trägt sie einen Dorn; die Hauptklauen sind mehrzähnig. 

Das Weibchen, welches nach Cambridge's und Moggridge's Ver- 
niuthung zu dieser Art gehört, zeigt die eigenthümliche halbmondförmige Furche 
auf dem Kopfe nicht, seine Lippe ist mit Höckerchen bewaffnet, die Stellung 
der Augen und die Bewaffnung der Füsse ist verschieden. 

Mentone. 

7. Cteniza californica Cambr. 
1874. Cambridge 0. P. Specific descriptions etc. p. 260-264. PI. XV. Fig. B. 

9- Eine durch den breiten Kopftheil und die sehr in die Breite gezogene 
Augenstellung ausgezeichnete Art, welche sich unter den bekannten zunächst 
an Ct. orientalis Auss. anschliesst. Die Figur, welche von der Umgrenzungs- 
linie der 4 Seitenaugen gebildet wird, ist ein Eechteck, dessen Basis 2V2nial 
so gross ist als die Höhe. Die vorderen Seitenaugen sind bedeutend grösser 
als die übrigen und stehen unbedeutend tiefer als die vorderen Mittelaugen, 
welche von einander und von den vorderen Seitenaugen etwas mehr als um 
ihren Durchmesser, und noch weiter von den hinteren Seitenaugen entfernt sind. 

Durch die angegebenen Merkmale bahnt diese Art den Weg von Cteniza 
zu Cyrto careniim. 

Wurde zu Visalia, 350 (engl.) Meilen südl. von San Francisco in Califor- 
nien gefunden. 



Es stellt sich die Nothwendigkeit 
Subgenera zu theilen, welche sich durch 

Cteniza s. str. 
Cephalothorax nur wenig länger 
als breit; Kopftheil sehr steil an- 
steigend. 

Vordere und hintere Seitenaugen 
wenigstens um die Länge eines hinteren 
Mittelauges von einander entfernt. 

Die Scopula fehlt durchaus, da- 
für finden sich an den Tarsen und 
Metatarsen, sowie an den beiden p]nd- 
gliedcrn der Palpen Keihcn starker 
Stacheln. 

Die Tarsalklauen besitzen 1—0 
gleidiartige in gerader lioihe verlau- 
fende Zähne. 



heraus, die Gattung Cteniza in zwei 
folgende Merkmale unterscheiden. 

JEucteniza nov. subgen. 

Cephalothorax länglich oval, nach 
hinten sich allmälig verjüngend — 
Kopftheil verhältnissmässig wenig er- 
höht, nicht so breit wie bei Cteniza s. str. 

Vordere und hintere Seitenaugen 
höchstens um die Breite eines hinteren 
Seitenauges von einander entfernt. 

Tarsen und Metatarsen der beiden 
ersten Fusspaare mit deutlicher 
Scopula; die Stacheln sind an den 
genannten Gliedern in regelmässigen 
(seitlichen) Keihen angeordnet und 
verhältnissmässig schwach. 

Die Zähne der Tarsalklauen sind 
selir ungleich lang und verschieden ge- 
formt; sie stehen in einer geschwun- 
genen Reihe. 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae. 



149 



Eucteuiza mexicana n. sp. 
Taf. V, Fig. 8 und 9. 

9 Cephalothorax länglich, nach hinten sich zuspitzend. 

Eückengrube tief, weit zurückstehend, Kopftheil allmälig ansteigend, 
vorne ziemlich schmal. Radialfurchen mit Ausnahme der den Kopf vom Thorax 
trennenden seicht. Ein Augenhöcker ist nicht ausgebildet. Die vier ovalen 
Seitenaugen bilden ein Rechteck, dessen Höhe etwa der halben Basis gleich- 
kommt. Vordere Mittelaugen kaum mehr als um ihren Radius von einander 
abstehend, so hoch, dass eine Gerade von ihrer Basis zu den Seitenaugen ge- 
zogen, letztere in ihrer Mitte durchschneiden würde, zugleich sind sie von 
letzteren etwa um ihren Durchmesser entfernt. Augen der hinteren Reihe 
bilden eine nach vorne gebogene Curve und sind kleiner und flacher als die 
der vorderen Reihe. Hintere Mittelaugen von den vorderen Mittelaugen um 
ihren Durchmesser, von den hinteren Seitenaugen etwas weniger weit entfernt. 
Die vordem Seitenaugen sind die grössten und am stärksten gewölbt, darauf 
folgen die vorderen Mittelaugen und die hinteren Mittelaugen sind die kleinsten 
und am wenigsten gewölbt. 

Mundtheile ohne Auszeichnung, Raspel an der Lippe und den Maxillen 
wohl entwickelt. 

Füsse 4, 1, 2, 3. Die beiden Vorderpaare besitzen nur unten an den 
Tibien schwache, an den Metatarsen und Tarsen stärkere Stacheln. Die 
Stacheln an den Tibien, Metatarsen und Tarsen der beiden hinteren Fusspaare 
sind länger und schwächer, als die an den entsprechenden Gliedern der beiden 
Vorderpaare, übrigens finden sich auch bei diesem Thiere die für Cteniza 
charakteristischen, kurzen, dichtgedrängten Stacheln oben an Patella, Tibia und 
Metatarsus HI, sowie an der Spitze von Femur und Patella IV. 

Palpen in Bewaffnung und Bekleidung dem ersten Fusspaare ähnlich, 
Endglied etwas verdickt und mit einer unregelmässig bezahnten Klaue, sowie 
mit einer Scopula versehen. 

Abdomen ohne Auszeichnung, Färbung und Bekleidung wie bei blässer 
gefärbten Individuen von Cteniza Sauvagei Rossi. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 5'5 Mm. 

mit „ 8 „ 

Breite „ „ 4 

Länge des ganzen Thieres 17 „ 

Ein Weibchen aus Mexico in der Sammlung des Herrn Grafen Keyserling. 

Ad p. 16L 

** Mandibeln vorn gerundet und gleichmässig bezahnt, 
a. Tarsen, ohne Scopula, bestachelt. 
Bolostromus n. gen. 
(ßtoXoa-pofjLo? Erdschollen durchwühlend.) 
Diese neue Gattung nimmt eine Mittelstellung zwischen Cyrtauchenius 
Thoreil und Cteniza Latr. ein, während nämlich die Mundtheile vorn gerundet 



150 



Dr. Anton Äusserer. 



und rait ziemlich schwachen Stacheln besetzt sind, entbehren andererseits die Tarsen 
der dichten Scopula und sind, wenn auch mit schwachen Stacheln, bewaffnet. 
Bildung des Cephalothorax wie bei Cteniza, der Augenhügel nur wenig über 
den Kopf sich erhebend. Die 4 Seitenaugen bilden ein Rechteck, dessen Höhe 
kaum der Basis gleichkommt. Die runden vorderen Mittelaugen sind die 
grössten und stehen unbedeutend höher als die vorderen Seitenaugen. 

Mandibeln stark, oben an der Wurzel etwas eingedrückt, nicht in eine 
Spitze vorgezogen, über der Insertion der Fangklaue mit wenigen, ziemlich 
schwachen, langen Stacheln bewaffnet. Fangklaue kurz, stark, innerer Falzrand 
mit Zähnen bewaffnet. 

Maxillen unbedeutend länger als breit. 

Lippe fast so lang als breit. 

Füsse 4, 1, 2, 3, ziemlich schwach. 

Scopula fehlt; alle Tarsen seitwärts mit einer Reihe ziemlich langer 
Stacheln bewaffnet. 

Zwei zweireihig bezahnte Hauptkrallen und dazwischen eine ungezähnte 
stark gebogene Afterklaue. 

Vier Spinnwarzen, das untere Paar sehr klein, das obere bedeutend länger. 

liolostromiis venustus n, sp. 
Taf. V, Fig. 10, 11 und 12. 

Cephalothorax länglich oval, mit hübsch gerundetem Rande; der Kopf- 
theil ziemlich steil ansteigend, verhältnissmässig schmal; die Rückengrube tief 
halbmondförmig nach vorn offen. 

Augen auf schwach erhöhtem Hügel, einander und dem Kopfrande sehr 
genähert. Die vorderen Mittelaugen rund, von einander wenigstens um ihren 
Durchmesser und etwas weniger weit von den vorderen Scitenaugen abstehend, 
zugleich so hoch, dass eine Gerade von ihrer Basis zu den Seitenaugen ge- 
zogen, letztere in der unteren Hälfte durchschneiden würde. Vordere und 
hintere Seitenaugen einander sehr genähert und wie die hinteren Mittelaugen 
oval. Mandibeln oben mit steifen Borsten, die am vorderen Rande 2 Reihen 
von Stacheln Platz raachen, besetzt. 

Lippe schön gerundet, oben fast gerade abgeschnitten. Maxillen und 
Lippe ohne Raspel. 

Füsse ohne Auszeichnung. Vorderseite der Patella und Oberseite von 
'J ibia nnd Metatarsus des dritten Fusspaares mit kurzen, starken Stacheln be- 
waffnet, 'i'ibicn und Mctatarscn aller Füsse unten mit sehr langen, dünnen 
Stacheln, die 'J'arsen unten mit 2 Reihen etwas kürzerer Stacheln bewaffnete 

Hauptkrallen zweireiiiig bezahnt; die Zähne der Innenreihe länger und 
/ahlr';icher als die an der äusseren Reihe. 

Palpen niässig lang. Das Endglied bestachelt, mit einer gebogenen 
Kralle, weiche narh innen zu eine I.'eilie von 14 zicjnlich langen Zähnen trägt. 



Zweiter Beitrag zur Kenutnisa der Territelariae. 



151 



Das Abdomen ohne Auszeichnung. 

Obere Spinnwarzen etwas länger als Metatarsus IV, die unteren sehr klein. 

Cephalothorax mit Locomotionsorganen und Muudtheilen hellbraun ge- 
färbt — die Mandibeln röthlich braun. — Das Abdomen graubraun, oben dunkler 
als unten. Die Behaarung sehr spärlich, der Cephalothorax glatt. 



Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 2*2 Mm. 

mit , 3-5 „ 

Breite « „ 1"8 „ 

Länge des ganzen Thieres „ 



St. Fe de Bogota. Sammlung des Herrn Grafen Keyserling. 

ß. Tarsen mit Scopula. 
Cyrtauchenius Thorell. 

Ad p. 165. 

Cyrtauchenius terricola Luc. 

Nach einer mir vorliegenden Type aus der Sammlung des Herrn Grafen 
Keyserling gehört Cyrtocephalus terricola Luc. zu Cyrtauchenius 
Thorell uad unterscheidet sich von den anderen hierher gehörenden Arten auf- 
fallend durch die viel stärkeren, gerundeten Mandibeln, welche mit sehr zahl- 
reichen, kurzen und verhältnissmässig schwachen Zähnen bewaffnet sind, aus. 

Die Vorderaugen in ihrer Grösse wenig verschieden, von einander gleich- 
weit — fast um den doppelten Durchmesser — entfernt, sie stehen in einer 
geraden Linie. Auch die hintere Augerrreihe ist gerade und unbedeutend länger 
als die vordere. Hintere Seitenaugen von den vorderen Seitenaugen um die 
Länge eines vorderen Seitenauges, und von den hinteren Mittelaugen kaum um 
ihre Länge entfernt. Mittelaugen rund, Seitenaugen oval. Von vorn gesehen 
erscheint die vordere Augenreihe schwach gebogen. 

Cephalothorax bedeutend länger als breit. Scopula am vorletzten Gliede 
der Palpen nur an der Spitze und an den Seiten bemerkbar. 



Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 11 Mm. 

mit „ 15 „ 

Breite „ „ 9-4 „ 

Länge des ganzen Thieres 26 „ 



Cyrtauchenius elongatus E. S. 

1873. E. Simon, Arane'ides du Midi de l'Europe 2. Mem. p. 32. 

Nach E. Simon ist diese Art mit C. terricola Luc. verwandt und 
durch den Augenhügel und Stellung der Augen verschieden. Die Beschreibung 
dieses Thieres, namentlich die Worte: ,,la partie ce'phalique s'eleve ä partir 
du tiers posterieur, eile est beaucoup moins convexe que chez les especes alge'- 
riennes; les stries qui la limitent sont peu marquees et leur point de reunion 
presente une fossette transverse, droite; les stries thoraciques sont pres- 
que nulles" führen unwillkürlich auf die Annahme, dass diese Speeles nicht 



152 



Dr. Anton Äusserer. 



ZU Cyrtauchenius Thor, gehört. Leider fehlen in der Beschreibung An- 
haltspunkte zur sicheren Bestimmung der Gattung, doch dürfte eine Vergleichung 
mit der unten beschriebenen Leptopelma africana angezeigt sein, 

Ueber das Nest dieses Thieres siehe p. 128. 

Marokko (Al-Kassar). 



Ad p. 165. 

Zu Cyrtauchenius Thoreil gehört wahrscheinlich auch: 
Mygale gracilipes Lucas. (Expl. scient. de TAlgerie, p. 91, PI. I, 
Fig. 2), ihre Rückengrube ist nämlich nach vorn offen. 
Einzuschalten vor Tapinocephali: 

*** Mandibeln wehrlos. 
Aname L. K. 

1873. L. Koch. Arachniden Australiens IX. Lief. p. 465. 

Cephalothorax etwas länger als breit, nach hinten schmäler. Rückengrube 
tief halbmondförmig, mit der OefTnung nach vorn. 8 in 2 Reihen gestellte 
Augen auf ziemlich hohem Hügel. Vordere Augenweite durch das Höherstehen 
der kleinen Mittelaugen gebogen, hintere Seiten- und Mittelaugen sich be- 
rührend. 

Mandibeln über der Insertion der Klaue nicht mit Zähnen bewaffnet, 
Maxillen nach vorn divergirend, längs der Lippe rund ausgeschnitten, 
gekörnelt. 

Lippe sehr klein, gewölbt, breiter als lang. 
Am Tarsalgliede der Palpen eine Scopula. 

Vier Spinnwarzen, die äusseren lang, dreigliederig, das Basalglied und 
das dritte gleichlang; die inneren kurz, dünn. 

Füsse 4, 1, 2, 3. An den Tarsen und Metatarsen der beiden Vorder- 
paare eine Scopula. Die Hauptkrallen mit einer doppelten Zahnreihe aus- 
gerüstet; die sehr kleine Afterklaue wehrlos. 

Aname pallida L. K. 
L. Koch. 1. c. p. 465—67 T. XXXV. f. 8. 
Ein Weibchen von Bowen. 

Ad 1). 1G5. 

B, Tapinocephali, 

1. Mandibeln an der Basis kuieförmig hervorgewölbt. Kopf verhältniss- 
mässig hoch. 

MigiiH L. K. 

1873. L. Koch. Arachniden Australiens Lief. IX, p. 467. 

Ceplialothorax wenig länger als breit, vorn etwas schmäler, Ko])ftheil 
ziemlich hoch. Die I^iickcngrube halbmondförmig, nach hinten offen, tief und 
biH zu ilircn Enden breit. 



Zweiter Beitrag zur Keuntniss der Territelariae. 



153 



Die 8 Augen in 2 Keiheu, die vordere gerade um etwas mehr als Augen- 
breite vom Kopfrande entfernt. Vordere Mittelaugen am grössten, kaum um 
den Radius von einander und von den hinteren Mittelaugen, aber merklich 
weiter von den vorderen Seitenaugen entfernt. Augen der hinteren Reihe 
kleiner, je ein Seiten- und Mittelauge dicht beisammen. 

Mandibeln an der Basis stark knieförmig, hervorgewölbt 
und an ihrem vorderen Ende nach hinten gedrückt, sehr kurz und dick, glän- 
zend, nur sparsam beborstet. Das untere Ende nicht mit Zähnen bewehrt. 

Maxillen nach vorn an Breite zunehmend, an ihrem Ende die Palpen 
tragend. 

Lippe so lang als breit. ■ 

Füsse 4, 1, 2, 3. Tibien, Metatarsen und Tarsen der beiden Vorder- 
paare von oben nach unten zusammengedrückt. Eine Scopula fehlt. 

Drei Klauen. Die Hauptklauen mit 3 Zähnen versehen, die Afterklaue 
ohne Zähne. 

Vier Spinnwarzen, kurz. 

Migas paradoxns L. K. 
1873. L. Koch. Arachniden Australiens Lief. IX, p. 467—69, T. XXXVI, f. 1. 

Die eigenthümliche Bildung der Mandibeln entfernt dieses Thier weit 
von allen anderen Territelarien, das doch in der übrigen Erscheinung so viel 
mit den Minirspinnen, namentlich in Bezug auf den Bau und die Bewaffnung 
der Füsse mit Cteniza Latr. gemein hat. 

Ein Exemplar dieses merkwürdigen Thieres findet sich im k. k. Hof- 
Cabinete in Wien. Sein Vaterland ist Auckland. 

2. Mandibeln nicht knieförmig hervorgewölbt. Kopf niedrig, 
a. Mandibeln vorn mit einem Rechen von Zähnen etc. 

Nemesia Sav. et And. 

Analystischer Schlüssel zum Bestimmen der Männchen der 
Gattung Nemesia. 

1 Der verhältnissmässig kurze Fortsatz des Bulbus an seinem Ende kurz 

zweitheilig 2 

Der borstenförmige Fortsatz des Bulbus einfach 3 

3 Tibia I gegen das Ende stark verdickt, nicht auffallend länger als Patella I. 

N. Eleanora Cambr. 
Tibia I nicht verdickt, auffallend länger als Patella I. 

N. alpigrada E. S. 

3 Sporn an Tibia I mehrfach getheilt. Tibialtheil der Palpen lang, ohne 
Stacheln am oberen Ende. concolor E. S. 

Sporn an Tibia I in eine einfache, scharfe Spitze auslaufend .... 4 
Z. B. Ges. B. XXV. Abb. 20 



154 



Dr. Anton Äusserer. 



4 Tibia I auffallend verdickt 5 

Tibia I nicht auffallend verdickt. Tibialtheil der Palpen viel länger als 

das vorhergehende Glied, sich gegen die Spitze verjüngend und dort 
mit 3 Stacheln bewaffnet. N. angustata E. S. 

5 Tibialtheil der Palpen merklich länger als der Patellartheil . . . . • 6 
Tibialtheil der Palpen so lang als der Patellartheil 7 

6 Tibialtheil der Palpen nach unten stark bauchig aufgetrieben, fast zwei- 

mal so lang als der Patellartheil. Tibia I länger als Patella I. Vordere 
Augenreihe fast gerade. N. crassimana E. S. 

Tibialtheil der Palpen nicht bauchig aufgetrieben. Vordere Mittelaugen 
von einander weiter entfernt als von den vorderen Seitenaugen und etwas 
höher als die letzteren. Fortsatz des Bulbus stark gebuchtet, sein scharf 
zugespitztes Ende nach aussen gerichtet. N. meridionalis E. S. 

•J Vordere Mittelaugen nur um ihren Radius entfernt; der untere Rand 
derselben steht höher als der obere Rand der vorderen Seitenaugen. Alle 
Tarsen mit Scopula. Tibia I = Patella I. N. ManderstjernaeL. K, 
Vordere Mittelaugen fast um ihren Durchmesser entfernt; ihr unterer Rand 
tiefer als der obere der vorderen Seitenaugen 8 

8 Hintere Seitenaugen grösser als die vorderen Seitenaugen. Augen der 

vorderen Reihe um den Durchmesser eines vorderen Mittelauges entfernt. 
Maxillen nicht gekörn elt. Tibia I = Patella I. N. incerta Cambr. 
Hintere Seitenaugen kleiner als die vorderen Seitenaugen 9 

9 Vordere Mittelaugen untereinander weiter entfernt als von den vorderen 

Seitenaugen. Vorletztes Palpalglied oben mit 5 — 6 starken Stacheln. 
Cephalothorax = 5*5 Mm. N. dubia Cambr. 

Vordere Mittelaugen von einander etwas weniger weit entfernt als von 
den vorderen Seitenaugen. Maxillen an der Basis gekörnelt. Vorletztes 
Palpalglied oben mit 4 Stacheln. Tarsus IV ohne Scopula. Cephalo- 
thorax = 4'5 Mm, N. cellicüla Sav. et And. 



Nach Cambridge (Spec. Descr. of Trap-door-Spiders, p. 272) gehört 
N. alpiyrada E. S. zu N. Eleanora Cambr., ja Herr E. Simon selbst 
ist nach einer mir jüngst gemachten brieflichen Mittheilung derselben Ansicht; 
da jedoch die Diagnosen beider Formen in so wesentlichen Punkten auseinander- 
gehen, hielt ich es für ajigezeigt, dieselben hier gesondert aufzufülircn. 

In der Bildung des Bulbus ii^mwni N. caementaria Latr. nach Duges 
mit den beiden vorgenannten überein und man wäre fast versucht anzunehmen, 
dass N. Eleanora Cambr. zu N. caementaria Latr. gehört, würden nicht 
die Weibchen beider Arten durch Körperforni, namentlich aber durch ihre auf- 
fallend verschiedenen Nester von einander abweichen. 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae. 



155 



Ob aber N. alpigrada E. S. mit N. caementaria Latr. synonym 
ist, können erst weitere Untersuchungen feststellen. 

Ad p. 168. 

Nemesia cellicola Sav. et And. 

Thor eil beschreibt (in Remarks on Synonyms etc., p. 496) ausführlich 
das Weibchen. Der Cephalothorax ist länger als Tarsus und Metatarsus IV, 
sänuntliche Tarsen wehrlos, die Tarsen der beiden hinteren Fusspaare ohne 
Scopula, mit welcher die Tarsen und Metatarsen der 2 Vorderpaare versehen sind. 

Ad p. 171. 

In der jüngsten Zeit machten uns Cambridge und E. Simon mit 
einer Reihe von dieser Gattung angehörigen mediterraneen Formen bekannt; 
doch so ausgedehnt auch die Beschreibungen sind, dürfte es doch in den 
meisten Fällen sehr schwierig sein die Weibchen der vorgeführten Arten mit 
Sicherheit zu erkennen, und es darf wohl als sicher angenommen werden, dass 
der vorsichtige Cambridge viele dieser Formen nicht als gesonderte Speeles 
aufgeführt hätte, wären nicht durch die scharfsinnigen Beobachtungen 
J. T. Moggridge's so auffallende Abweichungen in der Lebensweise dieser 
Thiere, namentlich in der Art, wie sie ihre kunstreichen Wohnungen anlegen, 
constatirt worden. 

Ich beschränke mich auf eine Aufzählung der beschriebenen Arten, wo- 
bei ich kurz jene Merkmale anführe, wodurch sich die Weibchen unterscheiden, 
nachdem die wichtigsten Charaktere der Männchen schon in vorstehender Tabelle 
niedergelegt sind. 

Ueber die Wohnungen dieser Thiere vergl. p. 128. 

Nemesia meridioiialis E. Simon. 

1873. E. Simon. Araneides du Midi de l'Europe, p. 21. 

1874. Cambridge. Specific Descr. of Trap-door-Spiders, p. 289. 

Diese auf Corsica besonders häufige, aber auch in Italien und der Pro- 
vence vorkommende Art kann unmöglich zu Mygale meridionalis Costa 
(Fauna del Regno di Napoli, p. 14, T. I, Fig. 3) gezogen werden, von der 
Costa ausführlich sagt, dass sie nur 2 Tarsalklauen habe (p. 16 i loro tarsi 
sono armati di due unghiette curve) und dass das dritte und vierte 
Fussglied mit zahlreichen Stacheln, welche am ersten Paare und besonders am 
Endgliede derselben spärlicher auftreten, bewaflFnet sind, (Ed il terzo e quarto 
articolo [dei piedi] con molte spine lunghe, delicate, dritte, le quali nel primo 
pajo soltanto veggonsi in piü scarso numero, precisamente nell' ultimo articolo). 

Der Besitz von nur 2 Tarsalklauen weist der Mygale meridionalis 
Costa offenbar ihren Platz bei Leptopehna Auss. an, wo sie auch in dieser 
Abhandlung aufgeführt wird. 

20* 



156 



Dr. Anton Äusserer. 



Sollte aber auch Costa die kleine Afterklaue übersehen haben, in wel- 
chem Falle dieses Thier sicher zu Nemesia Sav. und And. gehören würde 
(„mandibulis spinarum serie unica"), so kann die fragliche Form wegen der 
Bestachelung der Tarsen auf keinem Falle mit N. meridionalis E. Simon 
identisch sein, denn nach Cambridge (und Cambridge erhielt seine Thiere 
von Simon), hat N. meridionalis E. S. 9 an den Metatarsen und Tarsen 
der beiden Vorderpaare eine geschlossene Reihe bürstenartiger Haare (Scopula), 
welche an den Hinterbeinen fehlen, der Stacheln wird aber keine Erwähnung gethan. 

Sowohl nach E. Simon als nach Cambridge ist beim Weibchen der 
N. meridionalis E. Simon das dritte Fusspaar das kürzeste, während Costa 
von seiner M. meridionalis ausführlich sagt, dass das zweite Paar das 
kürzeste ist und auch er beschreibt das Weib. 

Herr E. Simon zieht JV". badia Auss. als Synonym zu seiner N. meri- 
dionalis, wofür er leider keinen anderen Grund vorführt, als den, bei seinen 
zahlreichen arachnologischen Excursionen auf Corsica nur diese eine Art der 
Gattung Nemesia gefunden zu haben. ^) Herr Mann, dem das zool. Hof- 
Museum in Wien manchen schönen Fund verdankt, hat übrigens auf Corsica 
ausser N. badia Auss. auch noch N. caementaria Latr. gefunden. Wenn 
auch N. badia Auss. nicht gekörnelte Maxillen und sehr undeutliche Schief- 
fiecken auf dem Abdomen hat, während die Maxillen von JSf. meridionalis E. S. 
deutlich gekörnelt sind und sich dadurch beide Formen leicht unterscheiden, 
so ist doch ihre sehr nahe Verwandtschaft nicht zu läugnen und dürften viel- 
leicht eingehendere Studien ihre Identität sicher stellen — in letzterem Falle 
müsste aber nach dem oben gesagten der Name N. badia Auss. als der ältere 
beibehalten werden; vorderhand ist aber eine Trennung angezeigt und es kann 
der Name N. meridionalis E. S. so lange für diese Form gelten, bis nach- 
gewiesen wurde, dass beide letztgenannten Thiere identisch sind, oder bis es 
sicher steht, dass Mygale meridionalis Costa zu Nemesia Sav. gehört. 

Nemesia alpigrada E. S. 

1873. E. Simon 1. c. p. 27. 
Ihre Heimat ist Vaucluse bei Avignon. 

Nemesia angustata E. S. 
1873. E. Simon 1. c. p. 28. 

Auch von dieser Art fand K. Simon nur das Männchen. 
Malaga. 

Nemesia crnssimaiia E. S. 
1873. E. Simon 1. c. p. 29. 

Granja (Spanien). Nur das Männchen bekannt. 



•) „J'ai clitt88<^ aHHez lori({t<!rn|)<i «n (-'otho pour i-trii cortiiiii (jue cotio «Hpi'co (N. meridio- 
nalis E. 8.) eit la »enl du g«iire qiii K'y tronvo; la N. hadia AuHHeror n'oHl, donc (lu'une vari^tö 
(]« cüulcur.' E. Simon in AranAi'lßH dn Midi d« l'Europe, p. 24, 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae. 



157 



Neinesia coucolor E. S. 
1873. E. Simon 1. c p. 31. 

Die vordere Augenreihe ist gerade, die vorderen Seitenaugen etwas 
kleiner als die vorderen Mittelaugen. Der Cephalothorax verhältnissmässig 
breit und kurz, die Rückengrube tief. Beim Weibe sind die Füsse des dritten 
Paares etwas länger als die des zweiten; der Metatarsus I = Tarsus I. 

Syrien. 

Nemesia Eleanora Cambr. 

1873. Cambridge in Harvesting Ants and Trap-door-Spiders by J. T. Mogg- 

ridge, p. 108. PI. XII. 

1874. „ Specif. Descript. of Trap-door-Spiders, p. 272. 

Das Weibchen dieser Art steht besonders in Bezug auf Augenstellung 
in nächster Verwandtschaft zu N. Manderstj ernae L. K. Die Zeichnung 
des Cephalothorax bietet ein ziemlich gutes Erkennungszeichen. Es findet sich 
nämlich auf dem Cephalothorax ein schwach orangegelbbrauner Längsstreifen, 
der unmittelbar hinter den Augen beginnt und bis zur tiefen Rückengrube reicht. 

Diese Art scheint an der Riviera di Ponente keine Seltenheit zu sein, 
sie wurde gefunden bei San Remo, Mentone und Cannes. 

Nemesia Moggridgii Cambr. 
Syn. Nemesia caementaria Cambr., in Harvesting Ants etc., p. 93. 
— Nemesia Moggridgii Cambr., Specif. Descript. etc., p. 273. PI. XIX, Fig. C. 

Wohl kaum specifisch verschieden von Nemesia caementaria Latr. 
Nach Cambridge unterscheiden sich beide „Arten" fast nur durch die Zeich- 
nung des Cnphalothorax und die Rückengrube. Bei N. Moggridgii Cambr. 
laufen von der Rückengrube zu den Augen 3 orange, gelbbraune Streifen, von 
denen jedoch nur der mittlere die Augen erreicht, die beiden seitlichen ver- 
lieren sich auf der Hälfte des Weges. Rückengrube stumpfwinkelig. Bei 
N. caementaria (Latr.) laufen die 3 orange-gelbbraunen Längsstreifen bis 
zu den Augen und die Rückeugrube ist seicht, einförmig. 

San Remo, Mentone, Cannes, Hyeres und Marseille. Nur das 9 bekannt. 

Nemesia iucerta Cambr. 
1874. Cambr. 1. c. p. 276. PI. XIX, Fig. D. 

Es wurde nur ein einziges Männchen dieser Art bei Digne von E. Simon 
gefunden. 

Nemesia dubia Cambridge. 
Syn. Nemesia caementaria Simon. Aran. du Midi de TEur. p. 24. 
— Nemesia dubia Cambr. Specif. Descr. p. 280, PI. XIX, Fig. E. 
9- Vordere Seitenaugen etwas grösser als die vorderen Mittelaugen. 
Maxillen gekörnelt. Füsse des dritten Paares etwas länger als die des zweiten, 
fast so lang als die des ersten. 



158 



Dr. Anton Äusserer. 



Beide Geschlechter wurden von E. Simon gefunden: in Spanien, Lan- 
guedoc, Berberei; besonders gemein in den Pyrenäen. 

Nemesia Mauderstjernae L. K. 

Syn. 1871. Nemesia Manderstjernae L. K. in Ausserer's Beiträge etc. p. 170. 

— 1873, „ meridionalis Cauibr. in Trap-door-Sp. p. 101. 

— 1874. „ Manderstjernae Cambr. in Spec. Descr. p. 283, PL XX. 

Cambridge beschreibt das 9 ausführlich. Augen etwas kleiner als 
bei N. Moggridgii Cambr. Der helle Längsstreifen des Vorderkörpers setzt 
sich immer dünner werdend, bis zum hinteren Rande des Cephalothorax fort. 

Rückengrnbe ziemlich scharf gebogen. Maxillen gekörnelt. 

Nizza, San Remo, Bordighera, Mentone, Cannes. Hyeres. 

Nemesia congener Cambr. 
1874. Cambr. Spec. Descr. p. 293, PL XVIII, Fig. A. 

Q. Nur sehr schwer von N. caem-ent aria (Latr.) Cambr. zu unter- 
scheiden. Die Augen sind etwas kleiner, die Aussenseite von Patella III be- 
sitzt immer einen oder mehrere Stacheln, während bei N. caement aria Cambr. 
nur sehr selten einer auftritt. 

Hyeres. 

Nemesia snffnsa Cambr. 
1874. Cambridge. Spec. Descript. p. 295, PL XVII, Fig. A. 

9. Die langgestreckte Form unterscheidet diese Art von den verwandten. 
Der Thorax ist ziemlich stark gewölbt, meist einfarbig dunkel gelblichbraun. 
Augen auf ziemlich hohem Hügel, die der vorderen Reihe in gleichen Abständen 
von einander. 

Montpellier. 

Nemesia Simoni Cambr. 
1874. Cambr. Specif. Descript. p. 297, IM. XVI, Fig. A. 

9 Durch den hohen, breiten Kopftheil und die gedrängten Augen 
nähert sich diese Art sehr der N. macr acephala Auss. Der Cephalothorax 
ist glatt, nicht mit anliegenden Haaren bedeckt, die Scitenaugen berüliren sich 
fast. Die Beine sind kurz, die Fiul)nng des Thieres dunkel, die dunklen Schief- 
ficcken des Abdomens dcMitlidi. 

Bordeaux. 

ArhnniÜK L. K. 

1873. J'holcHon L. Koch. Arachn. Auslr. Lief. IX, p. 471. 

1874. Arhunüls L. Koch. „ „ „ X, p. 49L 

Di';KO neue (iattung nnterHchcidct sich von JNemenia. Sav. et And. 
hauptsächlich dadurch, dasH (Xw llaiipikralliMi der 'i'aräcn blos mit einer 
R«iho von Zähnen hewaffiiet «in«!. 



Zweiter Beitrag zur Kenntnies der Territelariae, 



159 



Der niedrige, im Umrisse ovale Cephalothorax ist etwas länger als breit 
und besitzt eine tiefe halbmondförmige Grube mit der Oeffnung nach vorn. 

Vordere Augenreihe durch das Höherstehen der Mittelaugen so stark ge- 
bogen, dass fast 3 Reihen gebildet werden. Die kleinen hinteren Mittelaugen 
den vorderen Mittel- und hinteren Seitenaugen gleich nahe, beide fast berührend. 

Die schwachen Mandibeln über der Insertion der Klaue mit einer Reihe 
lauger, starker Zähne bewalfnet. 

Maxillen, Lippe und Sternum wie bei Nemesia. 

Die 4 Spinnwarzen kurz, dickgliederig. 

Füsse 1, 4, 2, 3. Die Tarsen der 3 vorderen Fusspaare und die Meta- 
tarsen des ersten und zweiten Paares tragen eine Scopula. 
Nur eine Art bekannt. 

Arbanitis longipes L. K. 1873. 
Pholeuon longipes L. K. 1. c. p. 472—73, T. XXVI, Fig. 3. 

Ein Männchen aus Bowen im Museum Godeffroy. 
Ad p. 172. 

Hexathele Hochstetteri Auss. 

Eine ausführliche Beschreibung und Abbildung dieses Thieres findet sich 
in L. Koch's Arachniden Australiens, Lief. IX, p. 459—461, T. XXV, Fig. 7. 

Ad p. 177. 

Brachythele platypus L. K. in litt. 

9- Cephalothorax so lang als Tibia + Patella IV, niedrig, Rückengrube 
tief, quer. Die vorderen Mittelaugen etwas mehr als um ihren Radius von 
einander und nur halb so weit von den unbedeutend tiefer stehenden vorderen 
Seitenaugen entfernt. Die Entfernung der vorderen und hinteren Seitenaugen 
ist etwas grösser als die zwischen den vorderen und hinteren Mittelaugen, 
welche letztere die hinteren Seitenaugen fast berühren. 

Mundtheile ohne Auszeichnung. Maxillen reichlich gekörnelt, Lippe nur 
beborstet. 

Sternum bedeutend länger als breit, wie die Coxen reichlich mit kürzeren 
und längeren Borsten besetzt. Den Insertionen der Hüften gegenüber, weder 
Grübchen noch Erhöhungen. Die Füsse stämmig; alle Fussglieder mit Aus- 
nahme der Tarsen, besonders reichlich aber die Tibien und Metatarsen bestachelt. 

Das Endglied der Palpen, sowie Tarsus und Metatarsus I und II mit 
Scopula, welche an Tarsus II durch ein schmales Borstenband deutlich getheilt 
ist. An Tarsus III findet sich nur seitlich eine schmale Scopula, Tarsus IV 
aber entbehrt derselben vollständig. 

Die Hauptkrallen aller Tarsen mit 2 Reihen zahlreicher Zähne besetzt, 
auch die Tarsalklaue besitzt zahlreiche Zähne. 

Das Abdomen fehlt. 



160 



Dr. Auton Äusserer. 



Durch die schmutzig gelbbraune Behaarung sieht man überall die Chitin- 
haut durch. 

Länge des Cephalothorax mit Mandibeln 10 Mm. 

ohne „ 7-5 „ 

Breite „ „ S'S „ 

Neuholland. Sammlung des Herrn Dr. L. Koch. 

Ixalns L. Koch. 
1873. L. Koch. Arachniden Austr. Lief. IX, p. 469. 

Unmittelbar an Brachythele Auss. sich anschliessend unterscheidet 
sich Ixalus L. K. von letztgenannter Gattung fast nur durch die ziemlich 
langen, dünnen äusseren Spinnwarzen und dadurch, dass nur die Tarsen des 
ersten und zweiten Fusspaares mit einer Scopula bekleidet sind, während bei 
Brachythele auch die Metatarsen I und II eine solche besitzen. 

Cephalothorax länger als breit, im Umrisse breitoval, niedrig, mit nur 
wenig erhöhtem Kopftlieile. Die tiefe Rückengrube, gerade, quer. 

Augenhügel noch einmal so breit als lang, die vorderen Mittelaugen nur 
unbedeutend höher stehend als die Seitenaugen dieser Reihe. 

Mundtheile ohne Auszeichnung. 

Die dünnen, äusseren Spinnwarzen so lang als Metatarsus IV. 
Füsse 4, 1, 2, 3. Hauptkrallen zweireihig bezahnt. 
Nur eine Art bekannt. 

Ixalns varius L. K. 

1873. L. K. 1. c. p. 469-471, T. XXXVI, Fig. 2. 
Beide Geschlechter aus Bowen (Port Denisson) im Museum GodeiFroy. 
Ad p. 177. 

Diplura C. K. 

Die Gattung Diplura, welche auf Südamerika beschränkt zu sein 
scheint, zerfällt in 2 Subgenera: Diplura s. str. und Euagrus n. subg. 
Während Diplura s. str. durch sehr schlanken Körperbau, lange, dünne Beine 
und Spinnwarzen, deren Länge der des Abdomens wenigstens gleichkommt, 
ferner durch den Besitz von zweireihig gezahnten Tarsalklauen sich auszeich- 
net, ist im Gegensätze dazu Euagrus ziemlich plu»np gebaut, die Beine sind 
sehr robust, besonders das erste und zweite Paar, die Tibien der beiden Vorder- 
paare sind vrrdickt und die Tarsalklauen besitzen nur eine geschwungene 
Reihe von Zähnen ; auch sind die Spinnwarzen etwas kürzer als das Abdomen. 

EuagruH mcxicaiius n. sp. 

(s^jaypo;, glücklich auf der Jagd.) 
(Fig. V\ M, 15 und IG), 
cf. Cephalothorax etwas länger als breit, schon gerundet, fast flach, mit 
wenig gewölbtem Kopfe und runder tiefer Rückengrube, von der undeutliche 
Radialfurchen zu den Seiten verlaufen. 



Zweiter Beitrag zur Kenutniss der Territelariae. 



161 



Augen gedrängt, auf bohem Höcker. Die 4 Seitenaugen bilden ein 
Recbteck, dessen Höhe kaum der halben Basis gleichkommt. Vordere Mittel- 
augen rund, schwarz (alle andern oval, gelblich), höchstens um ein Drittel ihres 
Durchmessers von einander und kaum weiter von den vorderen Seitenaugen 
entfernt, so hoch stehend, dass eine Gerade von ihrer Basis zu den Seitenaugen 
gezogen, dieselben in ihrem oberen Drittel durchschneiden würde. Vordere 
Seitenaugen grösser als die vorderen Mittelaugen, vom Kopfrande nur um ihre 
Breite entfernt, die nur halb so grossen Seitenaugen der hinteren Reihe fast 
berührend. Hintere Mittelaugen die kleinsten, von den vorderen Mittelaugen 
um ihre Breite entfernt, die hinteren Seitenaugen fast berührend. 

Mandibeln schwach, Klauen lang und dünn. Am inneren Falzrande des 
Basalgliedes eine Reihe von 10—12 ziemlich starken, hinter dichten Seidenhaaren 
versteckten Zähnen. 

Maxillen ohne Auszeichnung, wehrlos. Lippe gerundet, kaum halb so 
hoch als an der Basis breit. Sternum länglich oval. 

Die Bildung der Palpen ist aus der Abbildung (Fig. 13 und 14) ersichtlich. 

Füsse sehr robust, besonders die des ersten und zweiten Paares. Tibia 
stark angeschwollen, unten und zum Theil auch innen mit zahlreichen sehr 
starten, langen Stacheln bewaffnet. Tibia II kurz und sehr verdickt mit nach 
innen vorspringendem Höcker, auf dessen Spitze 3 sehr lange Stacheln stehen; 
ausserdem finden sich zahlreiche Idirzere Stacheln an der sattelförmigen Ver- 
tiefung nach aussen (Fig. 15). 

Metatarsus II unten mit 2 vorspringenden Höckern, der grössere innen 
im obersten Viertel, der kleinere aussen im oberen Drittel; von beiden zieht 
sich eine scharfe Kante der Länge des Metatarsus nach herab. 

Fusspaar III und IV ohne Auszeichnung; alle stark behaart. 

Bestachelung: 

I. Feraur nur oben mit einer Reihe starker (Stachel-) Borsten. 

An Patella, unten an der äusseren Kante, eine dichtgedrängte Reihe 
starker Stacheln, die fast eine Art Rechen bilden. Tibia unten und innen mit 
zahlreichen unregelmässig vertheilten starken Stacheln. Metatarsus nur unten, 
aber ziemlich reichlich bestachelt. Am Tarsus unten beiderseits eine Reihe 
kleiner, schwer bemerkbarer Stacheln. 

II. Femur wie I. Patella wehrlos. Metatarsen gebogen, oben und aussen 
wehrlos, innen 1, 1, unten 5—6 Stacheln an der Spitze. Tarsus unten und in 
den Seiten mit wenigen, schwachen Stacheln bewaffnet. 

III. Femur nur oben mit langen, anliegenden Stacheln. 

Patella oben und unten wehrlos, aussen 1, 2, innen 1, 1. Tibia oben 1, 1, 
aussen 4 Stacheln in 2 Reihen; innen 1, 1, unten 2 an der Spitze. Metatarsus 
oben, unten und in den Seiten mit Längsreihen starker, Tarsus nur unten und 
seitwärts mit Reihen schwacher Stacheln. 

IV. Alle Glieder des vierten Fusspaares mit zahlreicheren und stärkeren 
Stacheln bewaffnet, als die des dritten Paares. 

Z. B. Ges. B. XXV. Abb. 21 



162 



Dr. Anton Äusserer. 



Abdomen ohne Auszeichunng. Spinnwarzen schlank, etwas kürzer als das 
Abdomen, die unteren kaum mehr als ein Drittel so lang als die oberen. 

Das ganze Thier dunkelbraun gefärbt und mit schmutzig gelben, fast 
metallisch glänzenden Haaren bedeckt. Sternum, Coxen und die Unter- und 



Innenseite der Beine sammtschwarz. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 7 Mm. 

„ „ mit „ 8-5 „ 

Breite „ „ 5 „ 

Länge des ganzen Thieres mit Spinnwarzen 22 „ 

„ n « V ohne „ 15 



9- Das Weibchen ist plumper gebaut als das Männchen, seine Vorder- 
beine sind ebenfalls auffallend dicker als die beiden Hinterpaare. Die vorderen 



Mittelaugen sind um ihren Radius von einander entfernt. 

Die Färbung, Bekleidung und Bewaffnung ähnlich wie beim Männchen. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln , 8 Mm. 

n mit „ 10 „ 

Breite „ „ 6 „ 

Länge des ganzen Thieres bis zur Spitze der Spinnwarzen .... 25 „ 

„ „ „ „ ohne Spinnwarzen 19 „ 



Aus Mexico. In der Sammlung des Rev. 0. P. Cambridge. 



Ad p. 181. 

** Ohne Scopula. 
§. Mit 8 Augen. 

Macrotliele Auss. 

Diese Gattung gliedert sich in 2 Subgenera: 1. Macrolhele s. str. mit 
M. calpetana W., luciuosu Luc. und Huttonii Cambr. und 2. Inchnothele mit 
der einzigen bekannten Art: I. caudata n. sp. aus Yucatan. 



Macrothele s. str. 

Vordere Mittelaugen nur halb so 
gross als die vorderen Seitenangcn, 
von einander und von den letzteren 
etwa um iliren Durchmesser entfernt. 

Lippe so lang als l)reit. 

Sternuni länglidi ovsil. 

Füsse 4, 1, 2, 3. 



lüchnofhele n. subg. 
(ta/vo? schlank und Or])./j Warze.) 

Vordere Mittclaugen grösser als die 
vorderen Seitenaugen, von einander 
und von den vorderen Seitenaugen 
kaum um ihren Radius entfernt. 

liippe nur lialh so lang als breit. 

Sternum schildförmig, nicht länger 
als breit. 

Füsse 4, 3, 2, 1. 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae. 



163 



Ad p. 182. 

3. Macrothele Huttouii Carabr. 
1873. Macrothele Huttonii Cambr. An introduction to the study of the Ara- 
neidea in New Zealand. Trans. N. Z. Inst. Vol. VI, p. 200, PI. VI, 
Figs. H— 19. 

lu ihrem Habitus namentlich in der Bildung der Tibia und des 
Metatarsus des ersten Fusspaares erinnert dieses Thier vielfach an den mexi- 
kanischen Enagrus mexicanus. Die Füsse sind nämlich in ihrer Länge 
nur unbeträchtlich verschieden (4, 3, 1, 2), die des ersten Paares sind aber 
stärker als die übrigen und zeichnen sich besonders durch die auffallend stark 
angeschwollenen Tibien, welche am vorderen Ende und nach innen mit zahl- 
reichen, nicht sehr langen, aber starken und stumpfen Stacheln bewaffnet sind 
und die stark nach unten gebogenen, nach vorn sich scharf erweiternden Meta- 
tarsen aus. Die vorderen Mittelaugen siud nicht ganz um ihren Durchmesser 
entfernt. Die Palpen bieten nichts Auffallendes, der Bulbus ist birnförmig in 
einen gebogenen, sich scharf zuspitzenden, ziemlich kurzen Fortsatz auslaufend. 
Die äusseren Spinnwarzen fast so laug als das Abdomen, dünn. 
Die Länge des ganzen Thieres beträgt 18 Mm. 

Das Weibchen ist etwas grösser und plumper, seine Füsse sind von 
regelmässiger Gestalt. 

Aus Wellington. Neu-Seeland. 

Ischuotliele caudata n. sp. 

9. Cephalothorax im Umfange fast kreisrund, sehr wenig geAvölbt. Kopf- 
theil nur undeutlich durch eine seichte Furche vom Thorax getrennt. Rücken- 
grube tief, quer, weit zurückstehend. Radialfurchen undeutlich, seicht. 

Augen gedrängt, auf wenig erhöhtem Höcker, derselbe fällt nach vorn 
und seitlich bteil, nach hinten allmälig ab. Vordere Mittelaugen rund, kaum 
um ihren Radius von einander und kaum weiter von den vorderen Seitenaugen 
entfernt, zugleich so hoch stehend, dass eine Gerade von ihrer Basis zu den 
vorderen Seitenaugen gezogen, letztere in ihrer Mitte durchschneiden würde. 
Sie stehen unbedeutend weiter zurück als die vorderen Seitenaugeu. Letztere 
oval und etwas kleiner, als die vorderen Mittelaugen. Vordere und hintere 
Seitenaugen einander sehr genähert; die hinteren Mittelaugen die kleinsten, die 
hinteren Seitenaugen fast berührend. 

Mandibeln verhältnissmässig schwach, stark comprimirt. Innerer und 
äusserer Falzrand mit einer Reihe von Zähnen bewaffnet, die der äusseren 
Reihe unbedeutend grösser. 

Maxillen mit Raspel. Lippe nur halb so hoch als breit, am oberen Rande 
eine Reihe kleiner Höckerchen tragend. 

Sternum schildförmig, nicht länger als breit. 

Füsse 4, 3, 2, 1 schlank, ohne Auszeichnung. 

Ein Weibchen aus Yucatan in der Sammlung des Herrn Grafen Keyserling. 

21* 



164 



Dr. Anton Äusserer, 



§§. Mit 6 Augen. 
Masteria L. Koch. 
1873. L. Koch. Arachn. Austr. IX. Lief. p. 457. 

Der niedrige Cephalothorax wenig länger als breit, mit kleiner runder 
Mittelgrube und kaum erhöhtem Kopftheile. 

Die 6 Augen dicht gedrängt auf einem kleinen, durch eine tief einge- 
schnittene Furche gespaltenen Hügel. Die Mittelaugen viel kleiner als die 
ovalen Seitenaugen. 

Mandibeln wehrlos. 

Maxillen kurz, an ihrer vorderen Fläche tief ausgehöhlt. Die sehr stark 
gewölbte Lippe nicht so lang als an der Basis breit. 

Zwei Paar Spinnwarzen — das innere so lang als das Basalglied der 
äusseren, das äussere fast so lang als das Abdomen, spitz zulaufend. 

Die schlanken Beine im Verhältnisse von: 4, 1, 2, 3, ohne Scopula, mit 
3 langgezähnten Klauen. 

Nur eine Art. 

Masteria hirsuta L. K. 
1873. L. Koch 1. c. p. 458-459, T. XXXV, Fig. 5. 
Ein Weibchen aus Ovalau im Museum Godelfroy. 
Ad p. 183. 

II. D i o n i c h i. 

Idiommata Auss. 
(Jebersicht der bekannten Arten : 

1 Cephalothorax und Rücken des Abdomens dicht mit Silberhaaren bekleidet, 

Füsse und Palpen dunkel, nahezu schwarz. Id. Blackwallii Cambr. 
Cephalothorax und Oberseite des Abdomens nicht mit Silberhaaren dicht 
bekleidet 2 

2 Vordere Mittelaugen der zweiten Gruppe wenigstens um ihren Durch- 

messer von einander entfernt. Rückengrube tief, halbmondförmig, mit 
der OefFnung nach vorn. Id. fusca L. K. 

Vordere Mittelaugen der zweiten Gruppe nicht um ihren Durchmesser 

entfernt. Rückengrube quer 3 

;| Metatarsus IV wenigstens doppelt so lang als Metatarsus III. Vordere 
Mittelaugen der zweiten Gruppe von den Augen der ersten Reihe nur 
um ihren Durchmesser entfernt und einander etwas näher gerückt. 

Id. lepida Gerat. 

Metatarsus IV nicht do))p<'ll. so lang als Metatarsus III 4 

4 Das bräunlichgelbe Abdornon na« Ii Art eines NcIzok dunkclrothbraun 
überzogen. /. ret iculata L. K. 

Da« Abdomen schwarzbraun, gelbbraun behaart, ohne netzartige Zeich- 
nung. 7. AuHsereri L. K. 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae. 



165 



2. Idiommata lepida Geist. 

1873. Gerstäcker A. Gliederthier-Fauna des Sansibar-Gebietes, p. 485. 

Nach Gerstäcker der australischen Idiommata Blackwaliii Cambr. 
habituell sehr ähnlich, aber beträchtlich kleiner (I2V2 Mm.), lichter gefärbt und 
durch Augenstellung abweichend. An den Tastern des Männchens das Schenkel- 
und das vorletzte Glied mit schwarzen Stachelborsten besetzt, das am letzten 
einschlagbare Copulationsorgan zwiebeiförmig, rotsroth, mit schwarzem End- 
stachel. 

Ein Männchen von Moschi. 

3. Idiommata reticulata L. K. 

1874. L. Koch. Arachn. Austr. X. Lief., p. 474, T. XXXVI, Fig. 4 und 5. 

Beide Geschlechter leicht an der netzförmigen Zeichnung des Abdomens 
kenntlich. 

Unter Steinen bei Sydney und Port Mackay. (Museum Godeffroy.) 

4. Idiommata Äusserer! L. K. 

1874. L. Koch. Arachn. Austr. X. Lief., p. 477-478, T. XXXVI, Fig. 6. 
Von den Pelew-Inseln. (Museum Godeffroy^) 

5. Idiommata fusca L. K. 

1874. L. Koch. Arachn. Austr. X. Lief., p. 478-480, T. XXXVII, Fig. 1. 
Von Rockhampton (Museum Godeffroy.) 

Trittame L. K. 

1874. L. Koch. Arachn. Austr. X. Lief., p. 482. 

Cephalothorax breit oval, niedrig, mit wenig erhöhtem Kopfti.ieile und 
tiefer halbmondförmiger nach vorn offener Rückengrube. 

Augen in 3 (2, 2, 4) Reihen angeordnet, ähnlich wie bei Idiommata. 

Mandibeln über der Insertion der Klaue mit einem Rechen von Zähnen 
bewaffnet. 

Maxillen und Lippe, wie bei Idiommata Auss. 
Füsse 4, 1, 2, 3, die Tarsen mit 2 zahnlosen Klauen. 
Spinnwarzen kurz, die äusseren jedoch etwas länger, aber noch immer 
kürzer als ein Tarsus des vierten Fusspaares. 



166 



Dr. Anton Äusserer. 



Diese Gattung zerfällt hauptsächlich nach der Augenstellung in zwei 



Subgenera: 



Trittame s. str. 



Augen der ersten Reihe kleiner als 
die der zweiten von dem Kopfraude 
um ihre Länge entfernt. 

Dritte Augenreihe gerade. 



Strophaeus n. subgen. 

(aTpocpato?, Beiname der Hermes, der als Hüter 
neben der Thürangel steht J 

Augen der ersten Reilie grösser 
als die der zweiten, unmittelbar am 
Kopfrande stehend. 

Dritte Augenreihe durch das Vor- 
stehen der Seitenaugen sehr stark ge- 
bogen. 



Trittame gracilis L. K. 

1874. L. Koch. Arachn. Austr., p. 482—484, T. XXXVII, Fig. 2. 

cf. Die Maudibeln besitzen 3 Querreihen kräftiger Zähne. Alle Tarsen 
und die Metatarsen der beiden Vorderpaare sind mit einer Scopula bekleidet. 
An der nicht verdickten Tibia des ersten Paares unten ein conischer lang- 
borstiger Fortsatz, welcher vorwärts gerichtet ist und vor seiner Spitze einen 
langen, gewundenen Sporn trägt; diesem Sporn gegenüber ein kräftiger ge- 
krümmter Stachel. Der birnfürmige Bulbus in eine feine, gCAVundene Spitze 
auslaufend. 

Bowen. (Museum Godeffroy). 

Strophaeus Kochii Cambr. 
1870. Idiops Kochii Cambr. Monogr, of the gen. Idiops in Proceed. of the 
Zool. Soc. Lond., p. 103. 

Aus dem Umstände, dass sich vor den Klauen dichte Haarbüschel finden, 
kann man wohl mit Sicherheit schliessen, dass die Aftcrklaue fehlt, auch gelang 
es Canibridge nicht eine solche zu finden. („Beuealh the two superior ter- 
minal claws of the tarsi is a compact brush, or small scopula of hairs, which 
prevented its being ascertained whether a third |or inferior) claw was present 
er not." Cambr. 1. c. p. 104). Dadurch scliliesst sich dieses südamerikanische 
Thier eng an Trittame fjracilis L. K. an und es bildet unsere Gattung 
eine Brücke zwischen Idiops Perty und Idiommat a Auss., indem sie den 
Besitz des Rechens an den Maudibeln mit erstgenannter Gattung, den Mangel 
der Afterkhiuc aber mit letztgenannter gemein hat. 

Aut.li die Bildung der Palpen niihert unsere Gattung sehr J dio mmata. 

Ji. Augen gelläuft, 
a) Maudibeln vorn mit Rechen. 
IdioctiH 1. Kocii. 
1874. L. Koch. Arachn. Austr. X. Lief., )». AHA. 
Cephalotliorax bclnrial mit erhöhtem, gewölbten Koi)itheile und tiefer, 
gerader, ^juerer Rückengiube. 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae. 



167 



Augen auf niedrigem, vorn verschmälerten Hügel in 2 "Reihen angeordnet. 
Die grossen vorderen Seitenaugen stehen am Kopfrande und sind durch ein 
niedriges beborstetes Hügelchen getrennt. Die vorderen Mittelaugen stehen so 
weit zurück, dass sie mit denen der hinteren Reihe in einer stark gebogenen 
Curve zu liegen kommen. 

Mandibeln über der Insertion der Klaue mit einem Bechen von Zähnen 
bewaffnet. 

Maxillen von gewöhnlicher Form, die Lippe breiter als lang. Beine 
stämmig, 4, 1, 2, 3. Alle Tarsen und die Metatarsen der drei vorderen Paare 
mit einer Scopula versehen. 

An der Vorderseite der Patellen des dritten Paares zahlreiche, kurze, 
zahnartige Stacheln. 2 hinter starken Haarbüscheln versteckte Klauen. 

4 verhältnissmässig kurze Spinnwarzen. 

Idioctis helva L. K. 
1874. L. Koch. Arachn. Austr. X. Lief., p. 484-486, T. XVII, Fig. 3. 

Von Ovalau. Museum GodelTroy. 
Ad p. 184. 

2. Leptopelma africana n. sp. 

9« Cephalothorax länglich oval, nach vorn allraälig ansteigend. Rücken- 
grube weit zurück, seicht; Radialfurchen schwach ausgebildet. 

Augenhügel ziemlich hoch. Augen der vorderen Reihe mehr als doppelt 
so gross als die der hinteren, nur die vorderen Mittelaugen rund und dunkel, 
die andern oval und hell gefärbt. Vordere Mittelaugen fast um ihren Durch- 
messer von einander und um ihren Radius von den vorderen Seitenaugen ent- 
fernt, so hoch stehend, dass eine Gerade von ihrer Basis zu den Seitenaugen 
gezogen, letztere in ihrem oberen Drittel durchschneiden würde. Vordere Seiten- 
augen fast um ihre doppelte Länge von einander und um ihre Breite von den 
hinteren Seitenaugen entfernt. Die 4 Seitenaugen begrenzen ein Rechteck, 
dessen Höhe kaum der halben Basis gleichkommt. Hintere Mittelaugen die 
kleinsten, kaum halb so gross als die hinteren Seitenaugen, dieselben nahezu 
berührend — fast um ihre Breite weiter vorstehend als die hinteren Seiten- 
augen, so dass sie mit denselben einen nach hinten offenen Bogen bilden; von 
den hinteren Mittelaugen stehen sie um ihre Länge ab. 

Mandibeln sehr gross, mit dem der Gattung eigenen Rechen aus zahl- 
reichen Zähnen. 

Maxillen mit breiter Raspel, ebenso die breite Lippe. Sternum herz- 
förmig, im unteren Drittel am breitesten. 

Füsse grösstentheils abgerieben, daher die Bestachelung unvollständig. 
Spitze der Schenkel, so wie Grund der Patellen der beiden hinteren Beinpaare 
oben und aussen mit dichtstehenden kurzen, starken Borsten bewaffnet. Scopula 
schwarz. 2 zahnlose Klauen und 2 Haarbüschel vor denselben an jedem Tarsus. 



168 



Dr. Anton Äusserer. 



Oberes Paar der Spiiinwarzen so lang als Tibia I, die 3 Glieder in ihrer 
Länge wenig verschieden; das untere Paar kaum halb so lang, als das Basal- 
glied der oberen. Cephalothorax dunkelbraun, die übrigen Theile heller gefärbt, 
mit schmutzig gelben Haaren dicht bekleidet. Füsse und Abdornen abgerieben ; 
letzteres gelblich, oben mit einem schwach gezackten Längsbande, das sich 
gegen das hintere Ende hin in Schiefflecken auflöst. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 7 Mm. 

niit „ 10 

Breite „ „ 5-6 „ 

Länge des ganzen Thieres 2r5 „ 

Pass sammt Trochanter: I = 17, II = 16, III = 13 und IV = . 19 
Aus Marokko. In der Sammlung des Rev. 0. P. Cambridge. 

3. Leptopelma lueridioiialis Costa. 
Syn. Mygdle meridiondlis Costa. Fauna del ßegno di Napoli. Arachn, p. 14, 
T. 1, Fig. 8 (1835). 

Gehört wahrscheinlich hierher. Man vergleiche das darüber bei Nemesia 
meridiondlis E. Simon Gesagte. 
Neapel, Gaeta, Ischia. 

Ad p. 185. Ischnocolus Auss. zerfällt in 3 Subgenera: Ischnocolus s. str.. 
Chaetopelma Auss. und Haj) alopus n. subg. 

1. Subgenus. Ischnocolus s. str. 

Analystische Uebersleht der Arten dieser Gattung: 

1 Tibien und Metatarsen der beiden Hinterpaare ohne Stachelreihen, höch- 

stens unten gegen das Ende der betreifenden Metatarsen einzelne 

Stacheln 2 

Tibien und Metatarsen der beiden Hiuterpaare mit Längsreiheu starker 
Stacheln 3 

2 Metatarsus II unten gegen das vordere Ende wclirlos. Hintere Seiten- und 

Mittelaiigeti gleich gross. /. lucubr ans L. K, 

Metatarsus II unten gegen das vordere Ende und seitlich mit einem 

kur/fn und in den Haaren versteckten Stachel bewaffnet. Die hinteren 

Mittelaugen kleiner als die hinteren Seitenaugen. /. inermis Auss. 

:l Vordere Mittelaugen nur halb so gross als die vorderen Seitenaugen 4 
Augen der vordrrc n l.'cilic in ihn'r Grösse kaurn verschieden ... 5 

4 Scopula, besonders an Tarsin III und IV schwach. Seitliche Spinnwar/en 
mehr als halb so lang, als das Abdomen. Körper schlank. Füsse dünn 
und lang. /• (ßracilis Auss. 

Scoj)Ula sehr dicht. Seitliche Spinnwar/en höchstens halb so lang als das 
Abdomen Fühhc stämmig. /. syriucus Auss. 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae 



169 



5 Tibia I und II wehrlos 6 

Alle Tibien bestachelt 8 

6 Die sehr dichte Scopula nur an Tarsus III und IV getheilt, Eückengrube 

tief, ^-förmig", nach vorn offen. 7. sericeus n. sp. 
Scopula auch an Tarsus II deutlich gotheilt 7 



'S' Alle Tibien wehrlos. Das vierte Fusspaar unbedeutend länger, als das 
erste. Eückengrube u-förmig, mit der Oeffiiung nach vorn, seicht. 

I. hirsutus n. sp. 

Tibia III und IV unten mit einzelnen Stacheln bewaffnet. Ein Fuss des 
vierten Paares um seinen Tarsus länger als der des ersten Paares. 
Eückengrabe quer, tief. I. obscurus n. sp. 

8 Abdomen ohne dunkle Schiefflecken. Cephalothorax 16 Mm. lang. 

I. Doleschallii Auss. 

Abdomen mit dunklen Schiefflecken. Cephalothorax nicht über 8 Mni. 
lang 9 

Füsse mit silberweissem, Thorax mit ebensolchen , ins Gelbe spielenden 
Seidenhaaren dicht bekleidet. /. triangulifer Dol. 

Die Seidenhaare der Füsse und des Thorax schmutzig gelbbraun. 

I. holosericeus L. K. 

Ad p. 186. 

3. Ischnocolus liolosericens L. K. 

Das Männchen besitzt bestachelte Patellen der Hinterbeine. Bulbus mit 
geradem Fortsatze. 

Die dunklen Schiefflecken sind wohl nur an abgeriebenen Stellen be- 
merkbar, nicht von der Behaarung, sondern von der Färbung der Haut her- 
rührend, wie das aus Betrachtung mehrerer Exemplare aus Carthagena und 
Malaga, mitgetheilt durch Rev. 0. P. Cambridge deutlich hervorgeht. 

Genauere Vergleichung zahlreicher, erwachsener Thiere wird zeigen, ob 
I. triangulifer Dol. und holosericeus L. K. nicht zu I. valentinus L. Dafou zu 
ziehen sind. 

Ad p. 189. 

6. Ischnocolns DoleschalHi Auss. 

Die Scopula aller Tarsen, sowie des Enlgliedes der Palpen und der 
Metatarsen der 3 letzten Paare sehr deutlich getheilt. 

Ad p. 190. 

8. Ischnocolus sericens n. sp. 

9- Von den übrigen Thieren dieser Gattung hauptsächlich durch die 
dichte Scopula, welche nur an den Tarsen der beiden Hinterpaare durch ein 
Borstenbaud getrennt ist, so wie durch die tiefe halbmondförmige nach vorn 
offene Rückengrube ausgezeichnet. 

Z. B. Ges. B. XXV. Abb. 22 



170 



Dr, Anton Äusserer. 



Der Cephalothorax von hinten allmälig, in den Seiten steiler ansteigend, 
mit ziemlich hohem, durch Furchen getrenntem Kopftheile; die Radialfurchen 
sehr deutlich. Die Augen gedrängt, auf niedrigem, breitem Hügel. 

Die schwarzen vorderen Mittelaugen stark gewölbt, ihr Durchmesser länger 
als die Breite der vorderen Seitenaugen, aber kürzer als die Länge der letzteren, 
von einander kaum um ihren Radius und noch weniger weit von den vorderen 
Seitenaugen entfernt, so tief stehend, dass eine Gerade von ihrer Basis zu den 
Seitenaugen gezogen, letztere unter ihrer Mitte durchschneiden würde. Hintere 
Seitenaugen kaum halb so gross als die vorderen Seitenaugen und von letzteren 
kaum um ihre halbe Breite entfernt. Die hinteren Mittelaugen sehr schwach 
gewölbt, etwa halb so gross als die hinteren Seitenaugen, sowohl die vorderen 
Mittelaugen als auch die hinteren Seiten äugen nahezu berührend. 

Mandibeln und Maxillen ohne Auszeichnung; die breite Lippe, sowie der 
Innenrand der Maxillen mit zahlreichen Höckerchen. Sternum ohne Aus- 
zeichnung. 

Füsse, sowie Palpen stämmig gebaut, mit stark gebogenem Pemural- 
gliede, im Verhältnisse von: 4:1:2:3. Das vierte Paar bedeutend länger als 
das erste. Die Metatarsen aller Beine, sowie die Tibia des dritten Paares und 
das Tibialglied der Palpen deutlich bestachelt. Tibia IV nur unten gegen das 
Ende, sowie die Patellen an den Seiten mit einem schwer bemerkbaren Stachel; 
die übrigen Glieder wehrlos. Die Klauen hinter sehr dichten Haarbüscheln 
versteckt. 

Das Abdomen ohne Auszeichnung; die Spinnwarzen schwach, fast so 
lang als Tibia IV, End- und Basalglied in ihrer Länge kaum verschieden. 

Die schmutzig gelbe Behaarung des ganzen Körpers lässt überall die 
Chitinhaut hindurchblicken, nur die Scopula i«t dicht. 



Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 6*3 Mm. 

„ „ '„ mit „ 9 „ 

Breite „ „ 5 „ 

Länge des ganzen Thieres 18 „ 

„ eines Fusses des vierten Paares 20 „ 

Wahrscheinlich ein junges Thier. 



Yucatan. Sammlung des Herrn Grafen Keyserling. 

9. Ischiiocolas hirsiitiis n. sp. 

Q. VAna durch den schlanken Bau, die wenig zahlreichen, aber langen 
und abstehenden Haare, womit Mundlheile und Locomotionsorgane bekleidet 
sind, ferner durch die wenigen Stacluln und die langen, dünnen Sj)innwarzcn 
hinlänglich ausgezeichnete Art. 

I)ie grossen schwarzen vorderen Mittelaugen stehen kaum um ihren 
Kadius von einander und wenig<!r weit von den etvviis khiiueren vorderen Seiten- 
augen ab und so hoch, dass eine Gerade von ihrer Basis zu den Seitenaugen 
gezogen, letztere mitten durchHclinciden würde. Die hinteren Seitenaugen noch 



Zweiter Beitrag zur Kenntnis« der Territelariae. 



171 



kleiner als die vorderen Seitenaugen und von denselben etwa um ihre Breite 
abstehend, den sehr kleinen hinteren Mittelaugen recht nahe. 

Cephalothorax niedrig, Radialfurchen deutlich, Rückengrube halbmond- 
förmig mit der Concavität nach vorn. 

Mandibeln und Maxillen ohne Auszeichnung, letztere, sowie die niedrige 
Lippe (sie ist nur halb so hoch als breit) reichlich gekörnelt. Sternum vorn 
sehr breit, nicht länger als breit. 

Füsse 4, 1, 2, 3, schlank. Theilung der Scopula an allen Tarsen, be- 
sonders auffallend aber an denen der 3 letzten Paare sehr deutlich bemerkbar, 
ebenso auch am Endgliede der Palpen. 

Alle Schenkel, Patellen, Tibien und Tarsen wehrlos, Metatarsen I und II, 
sowie das Tibialglied der Palpen unten und an der Spitze mit einem Stachel, 
Metatarsen III und IV besitzen an derselben Stelle 3, ausserdem Metatarsus III, 
unten in der Mitte zumeist noch einen, Metatarsus IV aber an derselben Stelle 
mehrere Stacheln. Die 2 schlanken, mit kurzen Zähnchen bewaffneten, Krallen 
hinter starken Haarbüscheln versteckt. 

Abdomen klein; die Spinnwarzen dünn, die äusseren so lang als Meta- 
tarsus IV. 

Das ganze Thier ziemlich gleichmässig gelbbraun gefärbt, überall mit 
Ausnahme des Abdomens ist durch die ärmliche Behaarung hindurch die 
Chitinhaut sichtbar. Das Abdomen mit langen, abstehenden, röthlichgelben 
Borstenhaaren dicht bekleidet, die Haarbekleidang manchmal metallisch schil- 
lernd. An allen Tarsen, sowie am Tarsalgliede der Palpen langgestielte, spatei- 
förmige Haargebilde zwischen den abstehenden Borstenhaaren. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 3'2 Mm. 

r „ « mit „ 4-6 „ 

Breite „ „ 3 

Länge des ganzen Thieres 10 „ 

von Fuss I: 12, II: 10, III: 10 und IV: 12-5 Mm. 
Mehrere Weibchen aus Cuba in der Sammlung des Herrn Grafen 
Keyserling. 

In genannter Sammlung befinden sich auch 2 Thiere dieser Art aus 
St. Fe' de Bogota, von denen das eine vollkommen mit dem beschriebenen 
Exemplar übereinstimmt, das andere aber durch bedeutendere Grösse, dunklere 
Färbung und wohl auch durch Bestachelung sich unterscheidet; es finden sich 
nämlich unten gegen das Ende der Metatarsen 3, sowie auch an der ganzen 
Unterseite von Metatarsus III zahlreiche Stacheln, 

Dieses Thier misst 15 Mm, 

10. Iscimocolus obscnriis n. sp. 
Taf. VI, Fig. 19. 

. Der Cephalothorax wenig gewölbt, gegen den Augenhügel allmälig 
und ziemlich gleichmässig ansteigend, Koyftheil vorn schmal, seitlich ziemlich 
steil abfallend. 

22* 



172 



Dr. Anton Äusserer. 



Rückengrube tief, quer; Radialfurchen deutlich. 

x\ugen auf massig hohem Hügel, die der vorderen Reihe mehr als doppelt 
so gross, als die der hinteren Reihe. Vordere Mitlelaugen gross, rund, von 
einander etwas mehr als um ihren Radius und kaum mehr als halb so weit 
von den ovalen, schiefliegenden und nur unbedeutend kleineren, vorderen 
Seilenaugen entfernt, zugleich so hoch stehend, dass eine Gerade von ihrer 
Basis zu den Seitenaugen gezogen, letztere etwas unterhalb der Mitte durch- 
schneiden würde. Hintere Seitenaugen von den vorderen Seitenaugen um zwei 
Drittel ihrer Breite entfernt und wie letztere auf eigenen Höckern stehend. 
Hintere Mittelaugen den hinteren Seitenaugen sehr geuähert, von den vorderen 
Seitenaugen fast um ihre Länge und von den vorderen Mittelaugen nur halb 
so weit entfernt. 

Mundtheile und Sternum ohne besondere Kennzeichen. 

Beine: 4, 1, 2, 3; das vierte um seinen Tarsus länger als das erste. 
Tibia I mit 2 stumpfen, wehrlosen Dornfortsätzen, von denen der vordere dicker 
ist. Schenkel, Patellen und Tarsen aller Füsse, sowie Tibia I und II ohne 
Stacheln. An Metatarsus I und II unten, ebenso an Tibia III und IV unten 
vereinzelte, an Metatarsus III und IV in Reihen angeordnete Stacheln. 

Die Palpen reichen bis zum ersten Drittel der Tibien des ersten Fuss- 
paares, sind wehrlos und die beiden Endglieder verdicken sich allmälig. Der 
Bulbus genitalis ist verbältnissmässig kurz, plump und nach aussen gerichtet. 
Der Fortsatz gedreht, mit scharfen Kanten, welche vor der Spitze 2 scharfe 
Zähne bilden. 

Das Abdomen etwas eingeschrumpft, kleiner als der Vorderleib. Die 
Spinnwarzen dünn, etwa so lang als Tarsus III. Das Endglied fast so lang 
als die beiden anderen zusammengenommen, das mittlere das kürzeste. Ein- 
farbig schmutzig gelbbraun, das Abdomen zottig. Die Unterseite heller als die 



Oberseite. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 7 Mm. 

„ „ „ mit „ 10 „ 

Breite „ „ 7 „ 

Länge des ganzen Thieres 18 „ 



Fuss I: 26, II: 23-5, III: 23, IV: 26 Mm. 

Q. Das Weibchen unterscheidet sich vom Manne durch den stäiiiniigoien 
Bau. Der Cepbalothorax iwt stäiker gewölbt und mehr länglich. Die Mandibeln 
bedeutend massiver, nach unten weiter vorragend, 

Füsse robust. 'J'lniliing der Scopula viel deutlicher als beim Manne. 
BcHtacbelung nicht wesentlich von der des Mannes abweichend. Spinnwar/en 
Hlärker als beim das Endglied unbedeutend länger als das lUsalglied. Auch 
iht das Weibchen etwas dunkler gefärbt, 

Länge des (Jeplialolliorax ohne Mtindibrln 8 Mm. 

mit n 12 „ 

Breite „ „ 7 „ 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Teiritelariae. 



173 



Länge des ganzen Thieres 22 Mm. 

Fuss I: 22, II: 20, III: 19*5, IV: 25 Mm. 

St. Fe de Bogota. Sammlung des Herrn Grafen Keyserling. 

11. Ischnoeolus locubrans L. K. 
1874. L. Koch. Araohn. Austr. X. Lief., p. 487 und 488, T. XXXVII, Fig. 4. 

Mit der auf Java lebenden Art: 1. inermis Auss. habituell überein- 
stimmend und hauptsächlich, wie aus der Tabelle ersichtlich ist, durch die Be- 
stachelung verschieden. 

Nur ein Weibchen von Port Mackaj im Museum Gocleffroj. 

In diese Gattung gehörtn noch folgende von E. Simon im Jahre 1873 
(Araneides du Midi de l'Europe [2 Mem.]) publicirten Arten, die, mit den oben 
aufgeführten Arten noch genauer verglichen werden müssen. 

Ischnoeolus andalasiacns E. S. 

Syn. Avicularia andalusiaca. E. S. und Q 1. c. p. 13. 
In Andalusien unter Steinen an trockenen Abhängen; 

Isehuocolus maroccanns E. S . 

Syn. Avicularia maroccana E. S. (Q und cT) 1. c. p. 15. 

„Extrenement voisine de A. andalusiaca" urd, wie mir scheint, von der 
vorhergehenden Art kaum verschieden. Die Beschreibungen beider Formen 
passen gut auf I. holosericeus L. K. und dürfte namentlich erstere wohl damit 
synonym sein. 

Von E. Simon bei Ftz (Marocco) gesammelt. 

Ischnoeolus striatocanda E. S. 
Syn. Avicularia striatocauda E. S. 1. c. p. 19 — 21 (Q und cf 

Wenn ich diese Art zu Ischnoeolus stelle, so geschieht das haupt- 
sächlich auf eine briefliche Mittheilung Herrn E. Simon's hin, der geneigt ist, 
sie für Ischnoeolus zu halten; ich habe bei der Durchsicht der Beschreibung 
mehr an Chaetopelma gedacht. 

Die Augengruppe ist zweimal so lang als hoch und steht auf einem 
niedrigen Hügel. Die Augen der vorderen Reihe stehen in einer geraden Linie, 
die vorderen Mitttlaugen .>ind sehr klein um ihren Durchmesser von einander 
und weniger weit von den vorderen Seitenaugen entfernt. Die Lippe so hoch 
als breit und wie die Maxilleu gekörnelt. Die Tibia I des Männchens etwas 
verdickt, am Ende mit 2 Dornfortsätzen, der kleinere innere ist gegabelt, der 
grössere (untere) schräg abgeschnitten, an der Schnittfläche mit tiner Reihe 
von 18—20 kleinen Zähnen bewaffnet. Die langen rothgf-lben Spinn warzen 
sind unten mit einem dunklen Längsstreifen aus schwarzen Haaren geschmückt. 

Das Weibchen besitzt keine verdickten Tibien. 28 Mm. lang. 

Lebt am Libanon unter Steinen. 



174 



Dr. Anton Äussere 



Die Bemerkung E. Simon's, dass Ischnocolus syriacus Auss. be- 
deutend kleiner sei, beruht wohl auf einem Missverständnisse, da 1. syriac. 
circa 40 Mm. misst. 

Ad p. 192. 

Chaetopelma long-ipes L. K. in litt. 
Taf. VI, Fig. 20 und 21. 

cT. Cephalothorax schwach gewölbt, mit sehr verschmälertem nicht deut- 
lich vom Thorax durch Furchen abgesetztem Kopftheile. Rückengrube tief un- 
bedeutend gebogen, mit der Convexität nach vorn. 

Vordere Mittelaugen kaum um ihren Radius und unbedeutend weniger 
weit von den vorderen Seitenaugen entfernt, so hoch, dass eine Gerade von 
ihrer Basis zu den Seitenaugen gezogen, letztere etwas über der Mitte durch- 
schneiden würde. Vordere Mittelaugen die grössten. Hintere Seitenaugen von 
den vorderen Seitenaugen um ihre halbe Breite abstehend, die hinteren Mittel- 
augen fast berührend. 

Mandibeln länger als am Grunde mitsammen breit und schwach. Lippe 
und Maxillen reichlich gekörnelt. 

Die Füsse sehr lang und schlank, die dichte aber schmale Scopula nur 
an Tarsus III und IV getheilt. 

Die unbedeutend verdickte Tibia I trägt unten 2 Dornfortsätze, von denen 
der innere fast gerade und kurz, der äussere lang und stark gebogen ist, an 
beiden liegt nach innen zu ein starker, beweglicher Stachel an. Alle Tibien 
und Metatarsen mit Reihen starker Stacheln. Femur I und II tragen nach 
innen eine Bürste. 

Die beiden, hinter dichten Haarbüscheln versteckten Klauen, besitzen 
eine Reihe sehr kurzer Zähnchen. 

Das Abdomen klein, ohne Auszeichnung. 

Die Spinnwarzen schlank, etwas kürzer als Tarsus III. 

Das ursprünglich getrocknete und später in Spiritus gelegte, mir vor- 
liegende Kxomplar hut sehr gelitten und vielfach die Behaarung verloren; die- 
selbe scheint übrigens ziemlich dicht und schmutzig gelbbraun gewesen zu sein. 
Abdomen mit langen zicgelrothen Borstenhaaren dicht bekleidet. 

Die Bildung der Piilpcii ist aus der Fig. 20 zu ersehen; sie reichen nur 
bis zur Mitte von Tibia T. 

Länge des Cejdialothor.'ix ohne Mandibeln 13 Mm, 

niit „ 18 „ 

Breite „ „ 8 „ 

Läng'? des ganzen Thieres 33 „ 

Fu8H I: 48 5, II: 45, III: 42, IV: 40-5 Mm. 

Ein Männchen aus Porto Cabello in der Sammlung des Herrn Dr. L. Koch. 



Zweiter Beitrag zur Keniitniss der Territelariae 



175 



Zu Chaetopehna gehört wahrscheinlich: 

Ayicularia tetramera E. S. 
(1873. E. Simon. Araneid. du Midi de l'Europe etc. p. 17). 

Q. Die Spinuwarzen sind sehr lang, aus 4 (?) gleichlangen Theilen zu- 
sammengesetzt und unten mit feinem Sammte bekleidet. 30 Mm. lang. Die 
Angabe E. Simon's, dass diese Art die grösste Spinne der mediterranen 
Fauna sei, beruht auf einem Irrthume, (Conf. Ischn. syriacus und Chaeto- 
pelma ae gyptiaca). 

Ad p. 192. 

3 Subgeuus: Hapalopus n. 

(a7:aXdc zart und jiou; Fuss). 

Von den beiden vorhergehenden Untergattungen hauptsächlich durch die 
breitere und dichtere Scopula der beiden hinteren Beinpaare verschieden. Die 
Theilung an der Scopula von Tarsus III nur durch ein sehr dünnes Längsband 
angedeutet. 

Vordere Mittelaugen rund, die grössten, weiter zurückstehend als die 
vorderen Mittelaugen, so hoch, dass eine Gerade von ihrer Basis zu den Seiten- 
augen gezogen, letztere fast etwas ober ihrer Mitte durchschneiden würde. 
Augenhügel ziemlich hoch. Rückengrube tief, halbmondförmig mit der OeiFnung 
nach vorne. 

Hapnloyus formosiis n. sp. 

Taf. VI, Fig. 17 und 18. 

C^'. Cephalothorax länglich oval, etwa um ein Viertel länger als breit, 
wenig gewölbt, mit deutlichen Radialfurcheu. 

Augenhügel hoch. Augen der hintereu Reihe viel kleiner als die der 
vorderen und letzteren sehr genähert. 

Mundtheile ohne Auszeichnung, 

Füsse auffallend lang, ihr Längenverhältniss 4, 1, 2, 3. 

Tibia I mit 2 Dornfortsätzen, einem längeren dünneren und kurzen 
dickerem, beide stumpf und unbewaffnet. Scopula aller Tarsen sehr dicht und 
breit, die beiden schön geschwungenen Klauen hinter starken Haarbüscheln 
versteckt, mit wenigen kurzen Zähnen bewaffnet. 

Tibien und Metatarsen aller Beine unten, die der beiden letzten Fuss- 
paare auch seitlich mit langen Stacheln bewaffnet. 

Abdomen so lang als der Cephalothorax; Spinnwarzen dünn, so lang 
als Tarsus I. 

Der ganze Körper mit Ausnahme des Abdomens mit niederliegenden, 
ziemlich langen, rehfarbenen Haaren bedeckt; der Cephalothorax oben abge- 
rieben; ausserdem die Gliedmassen mit abstehenden, dunkleren Borstenhaaren 
ziemlich dicht bekleidet. Maxillen roth bebartet, am Grunde ebenso wie die 
Lippe mit zahlreichen Chitinhöckerchen, 



176 



Dr. Anton Äusserer. 



Abdomen sammtschwarz, oben und in den Seiten mit lebhaft gelb ge- 
färbten Flecken, die oben ein unterbrochenes Längsband bilden, geziert. Am 
Bauche ein breites schwarzes Längsband. Die Zeichnung rührt von glänzenden, 
niederliegenden, kurzen Seidenhaaren her, zwischen welchen sehr lange gelb- 
liche eingebettet sind. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 10 Mm. 

« « mit „ 12-5 „ 

„ „ ganzen Thieres 22 „ 

Ein wohlerhaltenes Männchen aus St. Fe de Bogota findet sich im zool. 
Hofmuseum in Wien. 

Ad p. 192. 

Cyclosterimm Auss. 

An Femur IV findet sich nach innen keine Bürste aus abstehenden 
Federhaaren. 

Ad p. 193. 

Unmittelbar vor Crypsidromus einzuschalten: 

Cyrtostermim nov. gen. 
(xupTo?, gewölbt und axipvov Brust.) 

Durch Augenstellung und Bildung des Sternums sich an Cyclosternum 
Auss., durch Bekleidung der Tarsen an Grypsidromus Auss. sich an- 
schliessend und daher beide Gattungen mitsammen verbindend. 

Der bedeutend längere als breite Cephalothorax trägt die halbmond- 
förmig nach vorn offene Kückengrube im hintersten Drittel, der breite Kopf ist 
durch tiefe Furchen vom Thorax getrennt. 

Der Augenhügcl hoch, die vorderen Mittelaugen so hochstehend, dass 
eine Gerade von ihrer Basis zu den Seitenaugen gezogen dieselben nicht mehr 
berühren würde. 

Das Basalglied der Mandibeln kräftig, mit langer starker Klaue. 
Die Maxillen kaum doppelt so lang als breit, die Lippe im Umfange fast 
quadratisch. 

Das Sternum sehr stark gewölbt, so lang als breit. 
Füssc 4, 1,2, 3, robust. Schenkel ohne Bürste. Scopula sehr dicht und 
nur an Tarsus IV durch ein Längsband von Stachelborsten getrennt. 
Das äussere Paar der Spinnwarzen etwa so lang als Tarsus IV. 

('yriostc^rniim ciirKor n. sj». 

9- Augen der vorderen Ueihc bedeutend grösser als die der hinteren. 
Vordere Mittelaugcn gut um ihren Durchmesser von einander und ebenso weit 
von den vorderen Seitonaugen entfernt. Die kleinen hinteren Seitenau^en fast 
um ihre Ijünge von den vorderen Seittmaugeji cntferni, den ganz unbedeutend 
gewölbten hinteren Mittelaugcn sehr genähert. 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae. 



177 



Der ganze Körper gleichmässig mit schmutzig gelbbrauner, anliegender 
Wolle bekleidet; die Fransen am Randi des Cephalothorax, sowie die abstehen- 
den langen Borstenhaare, die sich namentlich an dem Abdomen, sowie an den 
Mundtheilen und den Füssen zahlreich vorfinden, etwas ins ßöthliche spielend. 
Die Bebartung des Mundes roth. Lippe und Maxillen reich gekörnelt. Die 
2 fast sämmtlichen Dionichi zukommenden hellen Längsstreifen der Beine und 
Palpen, besonders an den Patellen und Tibien sehr deutlich. 

Die wenigen Stacheln meist anliegend und zum Theil unter der Wolle 
versteckt. 

Das Abdomen so lang als der Cephalothorax, die Spinnwarzen massig 
lang und dick; das Endglied der äusseren das längste und dünnste. 



Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 13 Mm. 

mit 18 „ 

Breite „ „ 10 „ 

Breite der Mandibeln an der Basis zusammen 7 „ 

Fuss I: 38, U: 33, UI: 31'5, IV: 40 Mm. 



In der Sammlung des Herrn Grafen Keyserling finden sich mehrere 
Weibchen dieser Art aus St. Domingo. 

Ad p. 193. 

Crypsidromus Auss. 

Diese Gattung zerfällt in 3 Subgenera: Crypsidromus, Callyntro- 
pus und Harpaxihius. 

Die bilden erstgenannten Subgenera unterscheiden sich vorzüglich durch 
die Bekleidung der Beine. 

Callyntropus hat an der Innenseite der Schenkel des vierten Fuss- 
paares eine deutliche Bürste aus abstehenden Federhaaren, welche Crypsi- 
dromus fehlt. 

Crypsidromus s. str. 

Uebersicht der Arten: 
1 Vordere Mittelaugen um ihren Durchmesser von einander entfernt . . 2 
Vordere Mitteiaugen höchsten um ihren Radius von einander entfernt . 4 

3 Vordere Mittelaugen so hoch stehend, dass eine Gerade von ihrem Unter- 
rande zu den vorderen Seitenaugen gezogen, letztere im oberen Drittel 
durchschneiden würde. Schenkel wehrlos. Cr. intermedius n. sp. 
Vordere Mittelaugen so tief stehend, dass eine Gerade von ihrem Unter- 
rande zu den vorderen Seiten äugen gezogen, letztere in ihrem unteren 

Drittel durchschneiden wurde. Schenkel bestachelt 3 

Z. B. Ges. B. XXV. Abb. 23 



178 



Dr. Anton Au. s serer. 



3 Schenkel nur am Ende mit einem Stachel. Das obere Paar der Spinn- 
warzen so lang als Tarsus IV, die 3 Glieder in ihrer Länge wenig ver- 
schieden. Cr. isabellinus Auss. 
Schenkel seitlich mit einer Reihe anliegender Stacheln. Spinnwarzen 
wenigstens um ein Drittel kürzer als Tarsus IV, das Endglied doppelt 
so lang als das Basalglied. Cr. pernix n. sp. 

•4 Obere Spinnwarzen länger als Tarsus IV. Ein Fuss des vierten Paares 
mehr als um seinen Tarsus länger als der des ersten. 

Cr. innocuus Auss. 

Obere Spinnwarzen kürzer als Tarsus IV. Ein Fuss des vierten Paares 
nicht um seinen Tarsus länger als der des ersten. Cr. macrop us n. sp. 

Ad p. 195. 

Crypsidromus pernix n. sp. 
Taf. VI, Fig. 22, 23 und 23 a. 

Eine mit Cr. isabellinus Auss. sehr nahe verwandte Art, durch 
x\u gen Stellung und Bildung der Spinnwarzen verschieden. 

Cephalothorax oval, mit breitem, weuig erhöhtem, durch eine tiefe Furche 
vom Thorax getrenntem Kopfe. Rückengrube sehr tief. Radialfurchen deutlich. 

Augen auf schwach erhöhtem Hügel; die 4 ovalen schwach gewölbten 
Seitenaugen bilden ein Rechteck, dessen Höhe einem Drittel der Basis gleich- 
kommt; die runden vorderen Mittelaugen fast um ihren Durchmesser von 
einander entfernt und etwas weniger weit von den vorderen Seitenaugen, 
übrigens so tief stehend, wie bei Cr. isabellinus Auss. 

Mundtheile ohne Auszeichnung, Beine lang und schlank. Schenkel des 
ersten Paares nach innen mit einer Reihe, die der übrigen Paare auch 
nach aussen mit einer Reihe anliegender Stacheln. Patellen wehrlos. Tibia I 
mit 2 gebogenen Dornen, der nach innen gerichtete der kleinere. Tibien und 
Metatarsen aller Beine unten und an den Seiten mit Stachelreihen. 

Die männlichen Palpen reichen fast bis zur Spitze der Tibien des ersten 
Paares und sind ähnlich bestachelt, wie die betreffenden Theile der Füsse. Be- 
gattungsorgan stark glänzend, kugelig, mit stark gebogenem, am Grunde 
breitem und spitz zulaufenden Fortsatze. 

Das Abdomen etwa so lang als der Cephalothorax ohne Mandibeln, 
schmal. Die Spinnwarzen zart, wenigstens um ein Drittel kürzer als Tarsus IV, 
zugleich ist das Endglied nahezu doppelt so lang als das Basalglied. 

In Färbung und Hckleidung stimmt diese Art übrigens mit Cr. isabel- 



linus überein. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 11 Mm. 

„ mit „ 15 „ 

Breite „ „ 1) „ 

Länge des ganzen Thieres 31 Mm. 



FuöH I: 35, II: 34, III: 33-5, IV: 43 Mm. 

Piz d'Ori/aba, Mexico. Sammlung dos Herrn Grafen Keyserling. 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae. 



179 



Crypsidromus macropus n. sp. 
Fig. 24 und 25. 

Durch die einander sehr genäherten Augen der Koch'schen Mygdle 
fiisca (Crypsidromus mutatus Auss.) am nächsten stehend. 

Bedeutend grösser und langbeiniger als Cr. per nix. Der Cephalo- 
thorax ist nach hinten bedeutend breiter, der Kopftheil stärker gewölbt und 
schmäler als bei vorgenannter Art. Die Rückengrube tief, quer, die Radial- 
furcben weniger deutlich als bei Cr. pernix. 

Augenhügel stark gewölbt; Augen der vorderen Reihe um das 
mehrfache grösser und stärker gewölbt als die der hinteren 
Reihe. Vordere Mittelaugen rund, grösser als die vorderen Seitenaugen, 
von ihnen kaum um ihren Radius und fast ebensoweit von einander entfernt, 
so hoch stehend, dass eine Gerade von ihrer Basis zu den vorderen Seiten- 
augen gezogen, letztere etwas unter ihrer Mitte durchschneiden würde. Hintere 
Seitenaugen etwa um ihre Länge von den vorderen Seitenaugen entfernt, die 
kleinen hinteren Mittelaugen den vorderen Mittelaugen und den hinteren Seiten- 
augen fast gleich nahe stehend. 

Mundtheile und Sternum ohne Auszeichnung. 

Füsse sehr lang und schlank. Schenkel der 3 ersten Fusspaare oben 
nach innen mit einem anliegenden Stachel, an Patella I unten ein grosser und 
daneben ein paar kleinere Stacheln. Die übrigen Patellen wehrlos. Tibien 
und Metatarsen mit den der Gattung eigenen Längsreihen von Stacheln. 

Tibia I gegen die Spitze nur mässig verdickt und an Stelle der beiden 
Dornfortsätze, die so vielen Männchen dieser Familie zukommen, findet sich 
ein ganz unbedeutender Vorsprung, an welchem sich auf einer warzenförmigen 
Erhebung ein starker Stachel und daneben auf kleineren Wärzchen je ein un- 
bedeutender Stachel abhebt. 

Die Palpen reichen etwa bis zum ersten Viertel der Tibien und die ein- 
zelnen Glieder derselben sind ohne Auszeichnung. Der Bulbus birnförraig, all- 
mälig in eine wenig gebogene kurze Spitze auslaufend. 

Das Abdomen kürzer und schmäler als der Cephalothorax; Spinn warzen 
sehr dünn, das obere Paar kürzer als Tarsus IV, das Endglied fast so lang 
als beide zusammengenommen. 

Cephalothorax, Mundtheile und Locomotionsorgane mit anliegenden, 
schmutzig rostbraunen Haaren bedeckt; die Fransen am Cephalothorax und die 
langen abstehenden Haare an den Mundtheilen und Füssen ebenso gefärbt, 
aber im Vergleich zu Cr. pernix ziemlich sparsam auftretend. 

Abdomen zottig, von langen, dichtsteheuden rostbraunen Borstenhaaren. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 12 Mm. 

„ „ „ mit Mandibeln 16 Mm. 

Breite „ „ 11 „ 

Länge des ganzen Thieres 29 „ 

Fuss I: 45, IV: 48 Mm. 

23* 



180 



Dr, Anton Äusserer. 



9. Das Weibchen stimmt in den wesentlichen Merkmalen mit dem 
Manne überein, ist etwas stämmiger gebaut, die Beine sind verhältnissmässig 
etwas kürzer und plumper, der Cephalothorax breit und ziemlich hoch. Die 
Rückengrube halbmondförmig und nach vorn offen. 

Mandibeln sehr stark. 

Sämmtliche Schenkel oben nach innen zu mit einem Stachel bewaffnet, 
die Patellen wehrlos. 

Die Behaarung dichter und etwas lebhafter gefärbt als beim c^. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 12*5 Mm. 

mit „ 17 „ 

Breite „ „ 10 

Länge des ganzen Thieres 32 „ 

Oryzaba, Mexico. Sammlung des Herrn Grafen Keyserling. 

Andere Exemplare aus Maurica (?) sind etwas heller gefärbt und die 
Augen des Männchens stehen noch etwas gedrängter als bei dem beschriebenen 
Exemplare. 



Crypsidromus intermedius n. sp. 

Q. Diese Art steht in der Mitte zwischen Cr. isah ellinus und Cr. 
pernix und unterscheidet sich von beiden hauptsächlich dadurch, dass die 
vorderen Mittelaugen, die übrigens von einander um ihren Durchmesser und 
von den vorderen Seitenaugen um ihren Eadius entfernt sind, so hoch stehen, 
dass die Verbindungslinie ihres ünterrandes die vorderen Seitenangen in ihrem 
oberen Drittel durchschneiden würde. Die vorderen Seitenaugen sind etwas 
grösser als die vorderen Mittelaugen und stehen von den kleineren hinteren 
Seitenaugen etwa um die Breite der letzteren ab. Die hinteren, kaum ge- 
wölbten Mittelaugen berühren nahezu die hinteren Seitenaugen. 

Die Bildung des Cephalothorax und der Mundtheile weicht nicht von 
der der übrigen Arten dieser Gattung ab. Die Rückengrube sehr tief u-förmig, 
mit der Oeffnung nach vorn. 

Das Sternum fast kreisförmig; gegenüber von Coxa III ein schiefstehen- 
des, ovales Grübchen (ein bedeutend längeres läuft bei einzelnen Exemplaren 
von der Lippe herab). 

Die Beine bieten nur in ihrer Bestachclung Abweichendes. Die Schenkel 
und Pat( Ih.'n sämmtlich wehrlos, an den Tibien und Metatarsen der beiden 
Vorderi)aare nur unten einzelne, in den Haaren versteckte Stacheln. An Tibia III 
beiderseits eine Reihe von 2—3, unten aber nur einzelne Stacheln. An Meta- 
tarHUH III seitlich je eine, unten 2 Reihen von 2 — 4 Stacheln. Tibia IV besitzt 
nur nach hinten (innen) eine Reihe Stacheln; Metatarsus IV unten und seitlich 
reichlich bf-sta^helt. 

Die Hchlankon, hinter starken Haarbüscheln vcröteckten Krallen mit einer 
li'ihe kurzer Zähnchen. 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae. 



181 



Die Spinnwarzen an den vorliegenden Exemplaren nDangelhaffc. Behaarung 
und Färbung die dieser Gattung eigenthümliche. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 11 Mm. 

r, „ mit „ 14 ,', 

Breite „ „ 9-5 „ 

Länge des ganzen Thieres 30 „ 

Südamerika? 

Ad p. 195. Nr. 3. 

Callyntropus n. subg. 

(xaXXuvTcov, Bürste und rou? pes.) 

Für Crypsidromus convexus C. K. musste ein neues Subgenus: 
Callyntropus cieirt werden, da Femur IV nach innen eine Bürste von ab- 
stehenden Federhaaren besitzt, welche dem Subgenus Crypsidromus fehlt. 



Ad p. 196. Nach Harpaxibius striatus Auss. einzureihen: 

Phrictüs L. K. 

1873. L. Koch. Arachn. Austr. IX. Lief., p. 454. 

1874. „ „ „ X. „ p. 488. 

Cephalothorax länglich oval, niedrig. Rückengrube halbmondförmig, mit 
der Concavität nach vorn. 

Augenhügel breiter als lang. Die 4 Vorderaugen stehen in gerader 
Reihe und sind grösser als die der stark gebogenen hinteren Reihe. 

Mandibeln wehrlos. 

Lippe nicht länger als breit, vorn rund ausgeschnitten und wie der 
Grund der Msxillen gekörnelt. 

Füsse und Palpen stämmig, ohne Stacheln. Längenverhältniss der 
Beine: 1, 4, 2, 3. Tarsen und Metatarsen und Tarsaltheil der Palpen mit 
Scopula, welche am Tarsus IV und am Tarsalgliede der Palpen durch ein 
Borstenband getheilt ist. 

Die äusseren Spinnwarzen wenigstens viermal so lang als die inneren 
und der Länge von Metatarsus IV gleichkommend. 

Die Theiiung an Scopula von Tarsus IV nähert unsere Gattung sehr 
Crypsidromus, namentlich dem Subgenus: Harpaxibius, während ander- 
seits das Längenverhältniss der Beine und vorzüglich der Umstand, dass sich 
an denselben keine Stacheln vorfinden, sie mehr an die ceylonische Gattung 
Scurria C. K. anschliesst. Nur eine Art bekannt. 

Phrictus crassipes L. K. 
1874. L. Koch. Arachn. Austr. X. Lief. p. 489-90, T. XXXVII, Fig. 5. 

Ein Exemplar aus Bowen (Port Denisson) im Museum Godeffroy. 



182 



Dr. Anton Äusserer. 



Ad p. 198. 

Thalerommata n. g. 

(OaX£po[j[j.aTo?, mit blühenden, kräftigen Augen). 

Cephalothorax länglich oval, Kopftheil sehr schmal, nicht höher als der 
Thorakaltheil. Rückengrube seicht, quer; Radialfurchen schwach angedeutet. 

Augenhügel hoch. Augen gedrängt. Die 4 Seitenaugen schliessen ein 
Rechteck ein, dessen Höhe der halben Basis gleichkommt. Vordere Mittelaugen 
so hoch, dass eine Gerade von ihrer Basis zu den Seitenaugen gezogen, die- 
selben über der Mitte durchschneiden würde. 

Mandibeln schwach, wehrlos. Maxillen und Lippe ohne Auszeichnung, 
letztere kaum halb so hoch als breit. 

Füsse 4, 1, 3, 2. Scopula an den beiden ersten Fusspaaren dicht, an 
den beiden letzten so dünn, dass man die Chitinhaut hindurch sehen kann. 

Zwei, nur beim Männchen, bezahnte Krallen hinter starken Haarbüscheln. 

Vier Spinnwarzen, die oberen so lang, als Tarsus II, die unteren kaum 
halb so lang als das Basalglied der oberen — sehr dünn. 

Thalerommata gracilis n. sp. 
Taf. VI, Fig. 26, 27, 28 und 29. 

(f. Eine durch ihren kleinen, zartgebauten Körper ausgezeichnete Art. 
Die Ocellen an dem vorderen Kopfrande auf ziemlich hohem Hügel dicht ge- 
drängt; die der vorderen Reihe stehen in stark gekrümmten Bogen. Die runden 
vorderen Mittelaugen sind fast um ihren Durchmesser von einander und weniger 
weit von den ovalen vorderen Seitenaugen entfernt. Augen der hinteren Reihe 
kleiner, als die der vorderen Reihe in gerader Linie, hintere Seiten- und Mittel- 
augen einander sehr genähert. 

Mandibeln schwach, etwa um ein Drittel länger als am Grunde mit- 
sammen breit, mit starken Borsten besetzt, wehrlos. 

Klaue lang und schwacli, Falzrand innen mit schwachen, ziemlich dicht 
stellenden Zähnen besetzt. Maxillen ohne Auszeichnung, die Raspel am inneren 
Rande ziemlich unscheinbar. 

Sternum länglich oval. 

Füsse ziemlich robust, das vierte Paar bei weitem das längste. Tibia I 
verdickt, innen mit einem knieförmig gebogenen, kräftigen Dorne, vor dem- 
selben ein ziemlich hoher, stark beborstcter Höcker. Die 'J'arsen und Mcta- 
tarsen der drei ersten Fu88j)aare in ihrer Grösse wenig verschieden; Meta- 
tarHOS IV aber fast doppelt so lang als 'J'arsus IV. Alle Schenkel oben, die 
Tibien und Metatarsen unten und an den Seiten, die des vierten Paares auch 
oben bestachelt. I*alpen kräftig, kurz. Das löffolförmige Fndglied vorn etwas 
gchjialten, mit starken Stacheln bewatlnet. Hulbns mit geschwungenem, spit/en 
EndHtachel. 

Das Abdomen Hchniäclitig, kaum s<. I.hil^ ;i1 <b"r rcpli:il(.11i«irax mit den 
Mandib'-ln. 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae. 



183 



Cephalothorax mit den Mimdtheilen und Locomotionsorganen glänzend 
brauuroth — die Behaarung grösstentheil abgerieben — , das Abdomen heller 
gefärbt. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 3 Mm. 

„ „ „ mit ^ 4 „ 

Breite „ „ 2'6 „ 

Länge des ganzen Thieres 8 „ 

9- Das Weibchen ist im Allgemeinen kräftiger gebaut als das Männ- 
chen, stimmt mit demselben jedoch in Habitus und Färbung übereiu. Die Tarsal- 
klauen sind bei ihm ungezähnt, beim Manne jedoch zweireihig schwach bezahnt. 

In der Sammlung des Herrn Grafen Keyserling findet sich ein Pärchen 
dieser Art aus St. Fe de Bogota. 

Ad p. 200. 

In der Diagnose von Tajpinauchenius Auss. soll es heissen: 
„Vordere Mitfelaugen rund etc. — wenig mehr als um ihren Halbmesser 
(nicht Durchmesser) von den vorderen Seitenaugen entfernt. 

Ad p. 201. 

Tapmauclienius latipes L. Koch in litt. 
Taf. VI. Fig. 30. 

cf. Eine mit T. plumipes K. sehr nahe verwandte und fast nur durch 
Augenstellung verschiedene Species. 

Die sehr grossen, etwa um zwei Drittel ihrer Breite vom Kopfrande ab- 
stehenden vorderen Mittelaugen von einander um ihren Radius und etwa halb 
so weit von den vorderen Seitenaugen entfernt; zugleich stehen sie unbedeutend 
höher als letztere. Die vorderen Seitenaugen kaum so lang und unbedeutend 
mehr als halb so breit denn die vorderen Mittelaugen; sie stehen von den viel 
kleineren hinteren Seitenaugen kaum um die Breite der letzteren ab. 

Der Cephalothorax sehr niedrig, schön gerundet, die Trennung des Kopfes 
vom Thorax nur durch eine seichte Furche angedeutet. 

Mandibeln verhältnissmässig klein. Lippe unbedeutend länger als breit 
und wie die langgestreckten Maxillen dicht gekörnelt. Das Sternum um ein 
Drittel länger als breit. 

Füsse 1, 4, 2, 3. Das erste und vierte Paar in ihrer Länge wenig ver- 
schieden. Tibia I mit 2 starken Dornen, der innere kleiner und fast gerade 
mit einem eng anliegenden Stachel; der äussere grösser und gebogen, an der 
Wölbung mit einem starken kurzen Stachel bewaffnet — beide wie der übrige 
Fuss behaart. Sämmtliche Fussglieder wehrlos. Die Scopula breit — an Meta- 
tarsus IV, sowie dem untersten Theile von Tarsus IV ist die Theilung durch 
ein dünnes Borstenband angedeutet. 

Die Bildung der Copulationsorgane ist aus Fig. 30 ersichtlich. 

Die den ganzen Körper bekleidenden Haare sind sehr weich, au den 
Seiten der Beine lang und abstehend, gelbbraun. 



184 



Dr. Anton Äusserer 



Länge des Cephalothorax mit Mandibeln 15 Min. 

r, „ „ ohne „ 11 „ 

Breite „ „ 10 „ 

Länge des ganzen TMeres 28 „ 

Fuss I: 43, II: 40, III: 33, IV: 42 Mm. 

Ein Männchen aus Paito Cabello in der Sammlung des Herrn Dr. L. Koch. 

Ad p. 201. 

Avicularia Testiaria De Geer. 

Tibia des Mannes nach unten mit einem Dornfortsatze, der mit zahl- 
reichen Stacheln, die eine Art Hechel bilden, bewaffnet ist. 



Avicularia rutilans n. sp. 

Taf. VII, Fig. 34. 

cf. Eine prachtvolle, ihrer Färbung nach mit Äv. diversipes C. K. 
verwandte Art, die sich besonders durch den Mangel eines Dornfortsatzes an 
Tibia I von den übrigen bekannten Arten dieser Gattung unterscheidet. 

Der Cephalothorax ist bedeutend länger als breit, wenig gewölbt, der 
Kopftheil unbedeutend erhöht und durch tiefe Furchen vom Thorax getrennt. 
Rückengrube sehr tief, halbmondförmig nach hinten gebogen, Radialfarchen 
deutlich. Augenhügel mässig hoch. Vordere Mittelaugen schwarz, die übrigen 
blass bernsteinfarbig. Die 2 grossen vorderen Mittelaugen etwas mehr als um 
ihren Radius von einander und ebensoweit von den vorderen Seitenaugen ent- 
fernt. Vordere und hintere Seitenaugen in ihrer Grösse nur wenig verschieden 
und von einander etwa um ihre Breite entfernt. Hintere Mittelaugen den 
hinteren Seitenaugen sehr genähert und fast um die Hälfte kleiner; sie stehen 
von den vorderen Mittelaugen kaum um ihre halbe Breite ab. 

Muiidthcile ohne Auszeichnung. Sternum um ein Viertel länger als breit. 

Füsse in dem der Gattung eigenen Längenverhältnisse, vollständig wehrlos. 

Anstatt des Dornfortsatzes findet sich an Tibia I des Mannes nach innen 
ein breiter, gerade abgeschnittener Chitinfortsatz der mit zahlreichen, ziemlich 
kurzen Stacheln bewaffnet ist. Die Palpen reichen unbedeutend über Patella 1 
hinaus. Das Endglied kurz, vorn abgeplattet, mit 2 nackten, ovalen Stellen, 
die von einer sehr dichten Scoj)ula un)g<;ben sind; oben ein kurzer, dicker, 
ziemlich stumpfer Dorn von dunkler Färbung. Der Bulbus schön gerundet, 
glänzend, mit sehr langem, dünnen, gewundenen Fortsatze. 

Der Cephalothorax dicht mit nach oben und gegen die Mittelgrube ge- 
wendeten, anliegenden, metallisch gelbgrün glänzenden Haaren bedeckt; am 
Rande denselben findet sieh eine ziemlich lange Frans. 'iieinf'assung von schwach 
rotbbrauner Färbung. Die anliegenden Haare der Beine, J'alpen utid Mandibeln 
etwas weniger lebhaft gefärbt, als die des Kopfbruststückes — die sehr langen 
abateheudcn Borbtenhaare lebhaft metallisch, schwach ins Weinrothe 8i)ielend, 



Zweiter Beitrag zur KenntDiss der Territelariae. 185 

sie bilden einen ziemlich dichten Pelz. Die sehr dichte, breite Öcopula gelb- 
braun, in gewisser Richtung grün, oder gelb schillernd. 

Die zottige Behaarung des Abdomens sehr lang und dicht, lebhafter 
roth gefcärbt, als die der Beine; an der Basis erscheint dieselbe fast ziegelroth. 

Obere Spinnwarzen etwa so lang als Tarsus I und wie die kurzen unteren 



dicht behaart. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 20 Mm. 

mit „ 26 „ 

Breite „ „ 17 „ 

Länge des ganzen Thieres 48 „ 



Fuss I: 64, II: 60, III: 55, IV: 65 Mm. 

Neu-Granada. Sammlung des Herr Grafen Keyserling. 

Ayicularia metallica n. sp. 

Q. Eine durch die prächtig metallisch glänzende Färbung und die sehr 
lange Behaarung der Beine ausgezeichnete Art. 

Der Augenhügel etwas mehr gewölbt und verhältnissmässig weniger breit 
als bei Av. vestiaria De Geer; die Augeustellung übrigens wie bei letzt- 
genannter Art. 

Tibia IV etwas länger als die beiden Endglieder der Palpen mitsammen 
(von oben gemessen), bei Av. vestiaria ist die Tibia IV kürzer als die ge- 
nannten Glieder der Palpen. Cephalothorax mit grünlich glänzender, anliegen- 
der Wolle bekleidet. Mandibeln, Palpen und Füsse, aber namentlich die 
Schenkel mit anliegenden kupfergrünen Haaren bedeckt; an allen Gliedern sehr 
lange, abstehende, stärkere Haare von brauner Farbe mit heller Spitze. Diese 
langen Haare sind besonders dicht an der Unten- und Aussenseite der Schenkel, 
an allen Tibien und den Metatarsen des vierten Paares. 

Scopula sehr breit, weich, unter gewisser Beleuchtung metallisch grün 
glänzend, sonst aschgrau. Spitze der Tarsen oben mit breitem, rothen Bande. 

Sternum, Unterseite der Coxen, sowie Maxilleu und Lippe sammtschwarz, 
Mandibeln und Maxillen roth bebartet. Abdomen mit sammtschwarzen, an- 
liegenden Haaren bekleidet; ausserdem zahlreiche abstehende Borstenhaare von 



derselben Färbung und Grösse wie an den Beinen. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 21 "5 Mm. 

mit „ 28 „ 

Breite „ „ 20 

Länge des ganzen Thieres 50 „ 



Ein getrocknetes Q aus Surinam im zool. Hofmuseum in Wien. 
Ad p. 204. 

5. Harpactira tigrina n. sp. 



Die schönste und auffallendste unter den bis jetzt bekannten Arten dieser 
Gattung. 

Z. B. Ges. B. XXY. Abb. 24 



186 



Dr. Anton Äusserer. 



Der Cepbalothorax in den Seiten schön gerundet mit stark erhöhtem 
Kopfe. Eückengrube tief, halbmondförmig, nach hinten offen, ßadialfurchen 
deutlich. 

Vordere Mittelaugen um ihren Durchmesser von einander und um ein 
Drittel weniger weit von den vorderen Seitenaugen entfernt. Vordere Seiten- 
augen von den hinteren Seitenaugen unbedeutend weiter entfernt, als von den 
vorderen Mittelaugen und verhältnissmässig klein. 

Mundtheile und Sternum ohne Auszeichnung. 

Füsse: 4, 1, 2, 3, das vierte Paar nur um seinen halben Tarsus länger 
als das erste. 

Die beiden vorderen Fusspaare vollständig wehrlos. Tibien und Meta- 
tarsen der beiden Hinterpaare unten mit einzelnen Stacheln, die des vierten 
Paares auch oben bestachelt. 

Die Palpen reichen bis zur Spitze der Tibia I und tragen unten an der 
Spitze ihres Metatarsalgliedes einzelne versteckte Stacheln. 

Das Abdomen schön gewölbt, fast so lang als der Cepbalothorax mit den 
Mandibeln. Spinnwaizen ohne Auszeichnung. 

Der Grund des Kopfbruststückes von anliegenden, kaffeebraunen Haaren 
dunkel, der Rand, sowie zahlreiche von der Rückenlinie ausgehende und bis 
zum Rande verlaufende Strahlen aschgrau, die Seiten des Kopfes ebenfalls 
aschgrau. Mandibeln oben mit anliegenden aschgrauen Haaren und ausserdem 
mit abstehenden röthlich braunen Borsten bekleidet. Die grauen abstehenden 
und langgefiederten Haare an den Seiten der Mandibeln bilden eine Art feiner 
Bürste. (Eine solche Bürste kommt übrigens auch bei den anderen Arten 
dieser Gattung vor). 

Maxillen, Lippe, Sternum und Coxen unten dunkel kaffeebraun, die Be- 
bartung um don Mund hell ziegelroth. 

Füsse und Palpen, wie die Mandibeln grau, oben auf den Schenkeln und 
weniger wohl ausgebildet auf d'/n Patellen und Tibien dunkle Längsstreifen. 
Die Scopula dicht, erdfarbig. 

Das Abdomen oben und in den Seiten aschgrau, unten etwas dunkler 
ins Kaffeebraune. Oben am Grunde ein schwarzer Mittelstreif von der Länge 
der Tibia des vierten Fusspaares, am Ende desselben beiderseits ein schwarzer 
Punktfleck, dann folgen der Länge nach 2 rhombische und seitwärts 5 schiefe 
Flecken von dunkler Färbung. 

Länge des Cepbalothorax ohne Mandibeln 14*5 Mm. 

ojit n 19 

Breite „ „ 11 '5 „ 

Länge de« ganzen Thieres 42 „ 

Fuss I: 37, II: 'Si, III: 31, IV: 30 Mm. 

Algoa Bai fSiulost-Afrika). Sammlung des Herrn Grafen Keyserling. 

Im zool. HofmuHCum in Wien findet sich diese Art ebenfalls aus Port 
?]li8abeth (8.-0. -Afrika;, jedoch mit weniger deutlicher Zeichnung. 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae. 



187 



6. Uarpactira constricta Gerst. 

1873. A. Gerstäcker, Gliederthier-Fauna des Sansibar- Gebietes, p. 486. 

Q. „Etwas kleiner als H. coracina K., lichter gefärbt und durch die 
Form des Cephalothorax, die Grösse des Ocellenhöckers u. s. w. verschieden. — 
Ocellenhöcker, trotz der geringeren Körpergrösse beträchtlich umfangreicher als 
bei H. coracina, quer oval, sehr viel breiter als der beiderseits verbleibende 
horizontale Theil der Oberfläche; die Ocellen der beiden vorderen Querreihen 
mehr als gewöhnlich auseinander gerückt. — Schenkel des vierten Paares 
merklich länger als die des ersten u. s. w." Länge des Thieres 27 Mm. 

Ein Weibchen aus Dafeta. 

7. Harpactira cliordata Gerst. 

1873. A. Gerstäcker. Gliederthier-Fauna des Sansibar- Gebietes, p. 487. 

cT- „Von H. coracina K. durch ansehnlichere Grösse, breiter eiförmigen 
.Cephalothorax, verhältnissmässig längere Beine, die deutliche helle Längs- 
streifung der Schenkel und Schienen und dichtere Körperbeliaarung u. s. w. 
verschieden. — Der Copulationsapparat mit blutrother, zwiebeiförmiger Basis 
und deutlich gedrehtem, sehr feinspitzigem, dunklerem Endstachel. Schenkel des 
dritten Beinpaares stärker als die übrigen, um ein Viertheil kürzer als die- 
jenigen des ersten, welche am längsten sind. — Der Endhaken der männlichen 
Vorderschienen ziemlich platt, säbelförmig gekrümmt, röthlich pechbraun. 
Hinterleib dicht und gleichmässig umbrabrauu beborstet." Länge des Thieres 
33 Mm. 

Ein Männchen aus Dafeta. 

Ad p. 204. 

Selenocosmia Auss. 

Die Schenkel des vierten Beinpaares besitzen nach innen keine Bürste 
aus abstehenden Federhaaren. 

Selenocosmia lanipes n. sp. 

Fig. 32 und 33 (conf. Fig. 31.) 

. Der S. javanensis W. sehr nahe stehend und hauptsächlich durch 
die Bildung des Bulbus genitalis verschieden. Der Fortsatz desselben ist näm- 
lich fast doppelt so lang als der gerundete Bulbus, etwas unregelmässig ge- 
I bogen und vorn mit breiter, gebogener Schneide ausgerüstet. Bulbus stark 
I glänzend; Zahnfortsatz längs gerunzelt, an der Spitze glänzend, glatt, am 
j Grunde matt. Am Bulbus nach innen dem Zahnfortsatze gegenüber eine Längs- 
! spalte (Oeffnung?). 

Vordere Mittelaugen kaum um ihren Radius von einander und ebenso- 
weit von den vorderen ovalen grossen Seiten äugen abstehend, 

24* 



188 



Dr. Anton Äusserer. 



1 


20-5 


12 


II 


16-5 


10 


III 


14-5 


9 


IV 


19 


10 



Der ganze Körper dicht mit kaffeebraunem Pelze bekleidet; etwas heller 
als S. javanensis W. Tibien, Patellen und Schenkel aller Beine oben mit 
nackten Längsstreifen. Schenkel der beiden Vorderpaare und Ferauralglied der 
Palpen ausserdem noch nach aussen, Schenkel der beiden Hinterpaare nach 
innen mit einem ebensolchen nackten Streifen. 

Länge des Cephalothorax 23 Mm. 

Breite „ „ 19 „ 

Fuss: Femur: Patella: Tibia: Metatarsus: Tarsus: 

18 14-5 9 Mm. 

14 12-5 9 

10-5 12 8 
15-5 20 9 
Länge des Abdomens: 26 Mm. Spinnwarzen: 13 Mm. Palpus: 34 Mm. 
Länge des ganzen Thieres 70 Mm. 
Neu-Guinea. Stuttgarter Museum. 

Ad p. 206. 

Acanthoscurria ^eiiiculata C. K. 

Der Dornfortsatz an Tibia I des Mannes vorn gerade abgeschnitten und 
mit kurzen, starken Stacheln, die eine Art Egge bilden, bewaffnet. 
Vor My galarachne einzuschalten: 

2. Subgenus: Eualhliis n. 

(eliaGXo?, glücklich kämpfend.) 
Von Acanthoscurria hauptsächlich durch den Mangel der Bürste an 
der Innenseite von Femur IV verschieden. Ferner hat die Tibia des Mannes 
2 Dornfortsätze und entbehrt dafür das Tibialglied der Palpen des Dornes 
Bulbus mit korkzieherförmig gebogenem, spitzem Fortsatze. 

Eiiathliis truculeiitns L. K. in litt. 
Fig. 35. 

Cephalothorax niedrig, länglich oval, mit schmalem, vom Thorax durch 
eine tiefe Furche getrenntem Kopfe. Die Rückengrube sehr tief, dreieckig, mit 
der Basis nach hinten. Die Radialfurchen tief. Augenhügel hoch, die vorderen 
Mitielaugen um zwei Drittel ihres Durchmessers von einander und höchstens 
um ihren Radius von den vorderen Seitenaugen entfernt, so hoch stehend, dass 
eine Gerade, die von ihrer Basis zu den Seitenaugen gezogen wird, dieselbe 
am oberen Rande berühren würde. Die vorderen Seitenaugen bedeutend grösser 
als die vorderen Mittelaugen. Die hinteren Mittelaugcn von den vorderen 
Mittelaugen etwa cbenHOweit entfernt, als letztere von den vorderen Mittelaugcn, 
mehr als dop}»elt so lang als breit, von den hinteren Seitenangen etwa um ein 
Viertel ihrer Breite entfernt. Vordere und hintere Seitenangen etwa um die 
Breite eiiifs hintr-ren Mittolauges von einander abstehend. 

Mafidibfln verhältniHsrnäsKig schwach, mitHammen am Grunde nicht halb 
bo br<'it al« der Thorax, übrigens ohne Anszeif:hnniig. 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae. 189 

Die Maxillen mehr als doppelt so lang als breit, durchaus gleich dick, 
mit nach innen vorspringendem Zahne. 

Die Lippe etwas länger als breit, vorn gerade abgeschnitten und wie 
die Maxillen gekörnelt. Das Sternum doppelt so lang als breit, ohne Grübchen. 

Die Palpen reichen fast bis zum Ende von Tibia I. Das Tibialglied 
schön geschwungen, ohne Dorn ; sowohl nach innen , als nach aussen mit 
Stacheln bewaffnet. Die Bildung des Bulbus ist aus Fig. 35 ersichtlich. 

Die Beine sehr schlank. Die Coxen sehr lang, der Trochanter wohl ent- 
wickelt, die Schenkel stark, besonders die des dritten Paares, alle sowohl nach 
innen als nach aussen mit Reihen von Stacheln bewaffnet. Die Patellen lang 
und bestachelt. 

Tibia I mit 2 sehr robusten, gebogenen, stumpfen Dornen; der innere stark 
glänzende trägt an seiner Innenseite (dem zweiten Dorne zu) einen kurzen, dicht 
anliegenden Stachel. Alle Tibien beiderseits mit in Reihen angeordneten Stacheln. 

Metatarsen der beiden vorderen Fusspaare, sowie sämmtliche Tarsen 
wehrlos. Metatarsus III und IV mit zahlreichen, langen Stacheln bewaffnet. 
Metatarsus IV viel länger als Tibia IV. 

Die Scopula breit und dicht, die Klauen vollständig versteckend. Das 
Abdomen etwas kürzer als der Cephalothorax und nicht so breit; die Spinn- 
warzen etwas kürzer als Tarsus IV, das Endglied das längste und nur halb so 
dick als das Basalglied. 

Die Behaarung ist grösstentheils vom braunrothen Chitinpanzer abge- 
stossen ; die noch vorhandene ist lang und schmutzig gelbbraun gefärbt. 



Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 20 Mm. 

„ „ r niit „ * 25 „ 

Breite „ „ 17 „ 

Länge des ganzen Thieres 44 „ 

Fuss I: 57, III: 52, IV: 65 Mm. 



Capstadt. (Ob hier nicht eine irrige Vaterlandsangabe vorliegen dürfte ?) 
Sammlung des Herrn Dr. L. Koch. 

Ad p. 206 

3 Subgenus Mygalarachiie Auss. 

Ad p. 207. 

4 Subgenus Acanthopalpus Dol. 

Ad p. 208. 

Eurypelma C. Koch. 
Diese umfangreiche Gattung gliedert sich in 5 Subgenera 
1. Am Schenkel des vierten Beinpaares findet sich nach innen eine 
Bürste aus abstehenden Federhaaren. 

]. Subgenus: Lasiodora C. Koch. 

Ad p. 209. 

1. Lasiodora Klngii C. Koch. 
Diese Art besitzt auch an Femur I nach innen eine Sammtbürste. An 
dem sehr grossen, glatten, nach oben erweiterten und gerade abstehenden 
Dorn ist kein anliegender breiter Stachel bemerkbar. 



190 



Dr. Anton Äusserer. 



2. Lasiodora spiuipes Auss. 
Femur III nicht dicker als die übrigen. 

3. Lasiodora striatipes Auss. 

Syn. Eurypelma striatipes Auss. Beiträge etc., p. 212. 

Diese Art muss, da sich innen an Femur IV eiae Bürste findet, zu La- 
siodora gezogen werden. Femur III stark verdickt, 

4. Lasiodora robusta n. sp. 

Fig. 42. 

cf. Eine sehr grosse lang behaarte Art, die sich besonders durch die 
Bildung des Bulbus genitalis von den verwandten unterscheidet. 

Cephalothorax unbedeutend länger als breit, wenig gewölbt. Kopftheil 
durch tiefe Furchen vom Thorax getrennt. Rückengrube tief halbmondförmig, 
nach vorn offen. Die Radialfurchen sehr deutlich. 

Vordere Mittelaugen um ihren Radius von einander und ebensoweit von 
den ovalen und unbedeutend kleineren Seiten äugen entfernt. Hintere Seiten- 
augen von den vorderen Seitenaugen um ihre Breite entfernt, den hinteren 
Mittelaugen sehr genähert. 

Mandibeln sehr stark, übrigens ohne Auszeichnung. 

Maxillen fast dreimal so lang als in der Mitte breit, oben nach innen 
zu mit einem ziemlich langen Vorsprunge. Lippe ohne Auszeichnung. Sternum 
gerundet, kaum länger als breit. 

Die Füsse schlank, in dem der Gattung eigenen Längenverhältnisse. Die 
beiden Dornfortsätze an Tibia I gebogen, der untere fast doppelt so gross als 
der obere. Die Bestachelung ähnlich wie bei den verwandten Arten. Die 
Schenkel des dritten Paares sind auffallend verdickt (etwas weniger denn halb 
so dick als lang), die zahlreichen kurzen Stacheln, welche dem 9 dieser Art 
zukommen, fehlen dem 

Palpen massig lang, ohne Auszeichnung. Der Bulbus gross, birnförmig 
gewunden, mit löffeiförmigem, gefurchtem Fortsatze, dessen Ränder sehr scharf- 
kantig, fast schneidig sind. 

Oberseite des Cephalothorax, der Schenkel, des Femuraltheiles der Palpen 
und namentlich des Hinterleibes mit dichtem, schwarzem Sammte bekleidet; der 
ganze übrige Körper mit Ausnahme der nackten Mandibularklaue und des Bulbus 
genitalis; «owie der nur mit abstehenden Borsten bekleidet<!n Maxillen und Lij)po 
mit anliegender, dichter, schmutzig ockergelber Wolle bedeckt. Hinterleib oben 
und in den Seiten mit besonders langen, zottigen, die Füsse, Mundtheile und 
Palpen mit nur wenig kürzeren, ziegelrothen Haaren ziemlich dicht, Sternum, 
Ojxen und Unterseite des Abdomens mit abstehenden, ziegelrothen Borstenhaaren 
bekleidet. 

Das Abdomen ist nur wenig länger als der Cephalothorax ohne Mandibeln. 
Obere Sjjinnwarzen länger als; 'I'arsus IV. 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae 



191 



Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 25 Mm. 

r> n mit „ 31 „ 

Breite „ „ 23 „ 

Länge des ganzen Thieres 65 „ 

Füsse I: 75-5, II: 715, III: 71, IV: 92 5 Mm. 

Ein zweites Exemplar ist bedeutend grösser, es misst das ganze Thier 74 Mm. 

9. Das Weib stimmt in Farbe und Grösse mit dem Manne überein und 
unterscheidet sich von den verwandten Arten ausser durch die Färbung, durch 
die sehr langen Maxillen, die kurze Lippe, das breite, fast kreisrunde Sternum 
und die wie beim stark verdickten Schenkel des dritten Fusspaares (sie sind 
halb so dick als lang). 

Femur IV nach innen mit einer Bärste aus Federhaaren, an den übrigen 
Theilen von zahlreichen, meist in der Wolle versteckten, kurzen Stacheln, die 
in der grössten Menge auf der Unterseite auftreten, rauh. An der Innenseite 
von Femur III ist die Bürste nur rudimentär ausgebildet, dafür finden sich an 
diesem Gliede noch viel zahlreichere kurze Stacheln als au Femur IV. An 
Femur I und II treten diese kurzen Stacheln fast nur auf der Unterseite auf. 
Tibien und Metatarsen, besonders der beiden Hinterpaare mit zahlreichen langen, 
starken Stacheln bewalFnet. Die (oberen) Spinnwarzen so lang als Tarsus IV. 

Llanos. St. Fe de Bogota. Sammlung des Herrn Grafen Keyserling. 

5. Lasiodora cauta n. sp. 

cf. Habituell der Eurypelma mordax Auss. sehr nahe stehend, aber 
ausser durch die Bürste an Femur IV noch durch Bewalfnung der Dornfortsätze 
an Tibia I, durch Augenstelluug und durch Bildung der Spinnwarzen verschieden. 

Der Augenhügel massig hoch. Die vorderen Mittelaugen sehr gross, 
mässig gewölbt, von einander nur um ihren Radius und unbedeutend mehr von 
den stark gewölbten und kleineren vorderen Seitenaugen entfernt. Vordere und 
hintere Seitenaugen kaum um die Breite eines vorderen Seitenaus^es von einander 
abstehend. 

Mandibeln ziemlich schwach, am Grunde mitsammen kaum so breit als 
der halbe Cephalothorax. Maxillen und Lippe ohne Auszeichnung. 

Füsse verhältnissmässig sehr lang und dünn. Tibia I des Mannes etwas 
verdickt, mit 2 stark gebogenen Dornfortsätzen versehen, beide stumpf. Der 
grosse etwas unter seiner Spitze nach innen (resp. oben) mit einem platt- 
gedrückten, kurzen, anliegenden Stachel; der kleine weniger gebogen und nach 
hinten (dem grossen Dorne zu) mit einem ähnlichen aber fast doppelt so laugen 
Stachel bewaffnet. 

Die Scopula schmal, an Tarsus III und IV durch eine sehr dünne und 
in der unteren Hälfte auch mit anliegenden Borsten versehene Furche in eine 
rechte und linke Hälfte getheilt. Die Bestachelung nicht auffallend von den 
anderen Arten dieser Gattung verschieden. 

Die Palpen reichen nur bis zum ersten Viertel von Tibia I. Der Bulbus 
birnförmig, mit schwach gedrehtem, gebogenem Stachel von massiger Länge 



192 



Dr. Anton Äusserer. 



(etwas länger und dünner als bei Ewr. moräax Aiiss.). Das Tibialglied aussen 
mit mehreren starken Stacheln. 

Das Abdomen etwas länger und schmäler als der Vorderleib. Das obere 
Paar der Spinnwarzen sehr dünn, bedeutend länger als Tarsus IV; das End- 
glied unbedeutend länger als das Basalglied, das mittlere am kürzesten. 

Erdfarbig, die Unterseite dunkler. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 15 Mrn. 

n « mit „ 21 „ 

Breite „ „ 13 „ 

Länge des ganzen Thieres: 43, der Spinnwarzen: 8 Mm. 
Fuss I: 55, II: 52, III: 46, IV: 58 Mm. 

Ein anderes Exemplar misst 53 Mm. 

5 Exemplare in der Sammlung des Herrn Grafen Keyserling, ohne 
Angabe des Vaterlandes. Darunter fand sich kein Weibchen, aber ein Eiersack 
ähnlich dem der Lycosiden von sehr starker Seide und einem Durchmesser 
von 50 Mm. In demselben waren etwa 500 junge Thierchen enthalten, die 
aber von den erwachsenen ganz beträchtlich abweichen. Sie sind nämlich hell 
gefärbt, nur sehr sparsam behaart, die Scopula an den Tarsen noch gar nicht 
angedeutet, die Klauen der Füsse und Palpen langzähnig, stark gebogen. 

Die beiden vorderen Mittelaugen wohl entwickelt, die übrigen sehr 
schwach gewölbt, sich kaum von der übrigen Chitinbekleidung abhebend. Das 
ganze Thier ist nur 6 Mm. lang. 

6. Lasiodora nigricolor n. sp. 

Fig. 36. 

cf. Cephalothorax unbedeutend länger als breit, mit sehr tiefer Rückeu- 
grube und tiefen Radialfurchen. 

Der Angenhügel gross, die Augen stark gewölbt. Die vorderen Mittel- 
augen um ihre Breite von einander und um ein Drittel weniger weit von den 
vorderen Seitenaugen entfernt; letztere sind etwas kleiner als erstere. Die 
hinteren Mittelaugen um ihre Breite von den vorderen Mittelan gen und etwa 
halb 80 weit von den hinteren Seitenaugen entfernt, zugleich soweit vorstehend, 
dass die gerade Verbindungslinie ihrer hinteren Enden, die hinteren Seiten- 
aagen mitten durchschneiden würde. 

Die Mandibeln stark und hoch, die Maxillen lang mit nach innen vor- 
springendem Zahne. Die Lip|)e länger als breit. Das Sternum doppelt so lang 
als breit. 

Die Füsse in gewühnlichem Verhältnisse, sehr lang, das vierte Paar um 
seinen Tarsus länger als das erste. 

Tibia I mit 2 Spornen, der äussere sehr gross und fast im Halbkreise 
gebogen iriit ziemlieh Ktumi)fer S|»itze, welcher ein breiter, plattgedrückter 
Stachel nach oben fin der Biegung) anliegt. Der innere Sporn fast gerade 
stumpf, mit einem etwas längeren, plattgedrückten, breiten Stachel nach inn<m, 
dem zweiten Sjtorn zu. Die Schenkel in iiirer Stinke nicht auffallond von 



Zweiter Beitrag zur Kenntnies der Territelariae. 



193 



einander verschieden; sie tragen oben, nach innen zu, eine Reihe anliegender 
starker Stacheln, die der beiden letzten Paare auch aussen gegen die Spitze zu 
einen solchen. Die bei verwandten Arten zahlreichen, in der Wolle versteckten, 
kurzen Stacheln fehlen hier. Die Patellen vorn mit anliegendem Stachel. 
Tibien und Metatarsen mit zahlreichen Stacheln bewaffnet. 

Das Abdomen kürzer und schmäler als der Vorderleib. Das obere Paar 
Spinnwarzen etwas kürzer als Tarsus IV. Das untere sehr klein, in der Wolle 
versteckt. 

Die Bildung der Palpen ist aus Fig. 36 ersichtlich. 

DnnkelkafiFeebraun, der Cephalothorax, die Mandibeln, die Oberseite der 
Füsse und Palpen metallisch roth-violett schillernd. Die Unterseite erdfarbig, 
die Bebartung des Mundes schmutzig roth. Das Abdomen dunkler; die ab- 
stehenden Borstenhaare an demselben sehr lang, ziegelroth- Nur die Unterseite 
der Schenkel, sowie die Tarsen und Metatarsen der beiden Hinterpaare tragen 



zahlreiche abstehende, braune Borsten. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 26 Mm. 

mit „ 33 „ 

Breite „ „ 25 „ 

Länge des ganzen Thieres 65 „ 



Fuss I: 90, II: 85, III: 84, IV: 102 Mm. 

Q. Das Weib besitzt den röthlich schillernden Metallglanz des (J^ nicht, 
ist schmutzig kaffeebraun, die Färbung der Füsse und des Hinterleibes, sowie 
der ganzen Unterseite übrigens wie beim ; ebenso die Behaarung. 

Der Cephalothorax ist mehr länglich, die Ptückengrube noch tiefer, der 
Augenhügel höher. Augenstellung wie beim Manne, ebenso die Bildung der 
Mundtheile und des Sternums. Die Bürste an Femur IV deutlich, anFemurlll 
nur rudimentär. Die Bestachelung wie beim Manne. 



Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 30 Mm. 

mit „ 37 „ 

Breite ,. 25 „ 

Länge des ganzen Thieres 68 „ 



Fuss I: 73, U: 72, IH: 71, IV: 85 Mm. 

Ein zweites Weibchen ist bedeutend kleiner, sein Cephalothorax verhält - 
massig breiter, der röthliche Metallglanz auf der Höhe des Kopfes schwach 
sichtbar. 

Neu-Granada. Sammlung des Herrn Grafen Keyserling. 
In der Sammlung des Herrn Dr. L. Koch findet sich ein Weibchen aus 
St. Domingo, Haiti. 

7. Lasiodora fortis n. sp. 

9- Eine mit L. nigrieolor in nächster Verwandtschaft stehende und 
sehr schwierig zu unterscheidende Art. Die Bekleidung ist weicher, die an- 
liegende Wolle sehr fein, die Färbung etwas heller kaffeebraun. 

Z. B. Ges. B. XXV. Abh. 25 



194 



Dr. Autou Äusserer. 



Lasio dora fortis. 

Vordere Mittelaugen um ihren Ra- 
dius von einander und fast um ihren 
Durchmesser von den vorderen Seiten- 
augen entfernt. Hintere Mittelaugen 
unbedeutend länger als breit, von den 
vorderen Mittelaugen um zwei Drittel 
ihrer Breite entfernt. 

Sternum unbedeutend länger als 
breit. 

Endglied der Spinnwarzen um Va 
länger als das vorhergehende. 

Cephalothorax so lang als Tibia -f- 
Patella IV. 

Metatarsus IV so lang als Tibia + 
Patella III. 



Lasiodora nigricolor. 
Vordere Mittelaugen fast um ihren 
Durchmesser von einander und unbe- 
deutend weiter von den vorderen Seiten- 
augen entfernt. Hintere Mittelaugen 
unbedeutend länger als breit, um ihre 
Breite von den vorderen Mittelaugen 
entfernt. 

Sternum fast doppelt so lang als 
breit. 

Endglied der Spinnwarzen fast 
doppelt so lang als das vorhergehende. 

Cephalothorax um die Breite eines 
Tarsus kürzer als Patella -f- Tibia IV. 

Metatarsus IV kürzer als Tibia -}- 
Patella III. 

Die Bestachelung und Bekleidung stimmt bei beiden Arten überein, 
ebenso die Grösse. 

St. Fe de Bogota. Sammlung des Herrn Grafen Keyserling. 

8. Lasiodora ferox n. sp. 

9. Etwas heller gefärbt und rauher behaart als L. fortis, in Grösse 
und Form übereinstimmend, durch Augenstellung verschieden. 

Die vorderen Mittelaugen wenigstens um ihren Durchmesser von einander 
und ebensoweit von den vorderen Seitenaugen entfernt. Die hinteren Mittcl- 
augen doppelt so lang als breit, von den vorderen Mittelaugen mehr als um 
ihre Breite entfernt. 

Im Längenverhältniss der Glieder, in Behaarung und Bewaffnung der- 
selben mit L. nigricolor übereinstimmend und vielleicht nur Varietät der- 
selben Art. 

Zahlreiche Excmi)lare aus Neu-Granada in der Sammlung des Herrn 
Grafen Keyserling. 

9. Lasiodora imnianis n. sp. 

9. In Grösse und Körj>erform sehr mit ni^rricoZor übereinstimmend, 
dunkler gefärbt und durch das Längenverhältniss der Fussglieder und die 
Augenstellung vcrKchieden. 

Cf.'jjhaiothorax unbedeutend länger als Metatarsus IV, so lang als Tibia 
-{- Patella I, ko breit als Tibia -\- Patella II, schön gerundet, mit sehr tiefer 
liückengrube. 

Augenliügcl mässig hocli. Vordere Mittelaugcn kleiner und weniger ge- 
wölbt alH die vorderen Seitenaugen, von einander um ihren Durclimesser und 
weniger weit von den vorderen Seitenaugen entfernt. 

Stcrnuni unbedeutend länger als breit. 



Zweiter Beitrag zur Kenntniss der Territelariae. 



195 



Füsse verhältnissDiässig sehr laug, die Schenkel in ihrer Stärke nicht 
auffallend verschieden. Metatarsus IV länger als Tibia - Patella II. 

Bestachelung nicht wesentlich von L. nigricolor verschieden. 

Metatarsus fast seiner ganzen Länge nach unten und zum Theile 
auch aussen mit dichter Scopula bekleidet, während bei verwandten Arten 
(L. ferox, fortis, nigricolor) nur unten gegen das Ende dieselbe auftritt. 

Das Abdomen etwa so lang als der Vorderleib. Die oberen Spinnwarzen 
fast so lang als Metatarsus I: das Endglied nur unbedeutend länger als das 
Mittelglied. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 28 Mm. 

mit „ 38 „ 

Breite „ „ 25-5 ^ 

Länge des ganzen Thieres 81 „ 

Fuss I: 82, II: 76, III: 74, IV: 97 Mm. 

Bei dem einen grossen Thiere glänzen die Füsse unter gewisser Be- 
leuchtung tief stahlblau, der Vorderleib spielt ins Ziegelrothe; bei einem 
zweiten kleineren Exemplare (70 Mm. lang) ist der stahlblaue Schimmer weniger 
deutlich. 



2. Subgenus Sericopelma n. 

(ar^pixoc, seiden und —"Aua Fusssohle.) 

Durch die unbewaffnete Tibia I des Mannes und die Augenstellung von 
L asiod ora verschieden. 

Durchmesser der runden vorderen Mittelaugen um ein Drittel grösser als 
die Breite der vorderen Seiten äugen; erstere um ihren Radius von einander 
und etwas weiter von den vorderen Seitenaugen entfernt, so tief, dass eine Gerade 
von ihrer Basis zu den Seitenaugen gezogen, letztere fast schneiden würde. 
Güntere Mittelaugen die kleinsten, von den hinteren Seiteuaugen mehr als um 
ihre Breite, von den vorderen Mittelaugen ebensoweit entfernt. 



Sericopelma rubronitens n. sp. 
Fig. 37. 

Cephalothorax etwas länger als breit, mit sehr tiefer gerundeter Rücken- 
grube, deutlichen Radialforchen und mässig hohem, etwas schm.alem Kopftheile. 
Mandibeln lang und stark. Maxillen ohne Auszeichnung. 
Lippe etwas höher als breit. 

Sternum länglich, den Insertionen der Extremitäten gegenüber mit nackten 
Grübchen. 

Beine sehr lang und stark, 4, 1, 2, 3. 

Scopula aller Tarsen sehr dicht, sammtartig. metallisch glänzend. Die 
Metatarsen der beiden Vorderpaare ihrer ganzen Länge nach mit Scopala, an 
Metatarsus III nnr im ersten Drittel mit solcher. Metatarsus IV ohne Scopula. 

25* 



196 



Dr. Anton Äusserer. 



Klauen nur von oben sichtbar, schwach bezahnt. Tibia I ohne Dorn- 
fortsatz. 

Bestachelung: 

Femur I: aussen 1, innen 1. Patella I: innen 1, 1. Alle Tibien und 
Metatarsen vorn und unten mit einer Reihe von Stacheln; besonders zahlreich 
und stark die Stacheln an Tibia und Metatarsus III und IV. 

Die Bildung der Palpen ist aus Fig. 37 ersichtlich. 

Abdomen etwas kürzer als der Cephalothorax; die Spinn warzen so lang 
als Tarsus I. 

Kaifeebraun, die Unterseite etwas dunkler. Der Rand des Cephalo- 
thorax, die Mandibeln, die Penmralglieder der Palpen und Füsse nach 
oben und innen mit feinen anliegenden Haaren bekleidet, die unter bestimmter 
Beleuchtung bald rosenroth, bald violett erscheinen. Die abstehenden braunen, 
langen Borstenhaare, womit die Extremitäten ziemlich dicht bekleidet sind, lassen 
an den Patellen und Tibien zwei, an den Metatarsen blos eine kürzere Längs- 
linie frei. 

Maxillen und Mandibeln roth bebartet. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 26 Mm. 

„ « mit „ 34 „ 

„ „ ganzen Thieres 67 „ 

Fuss I: 85, II: 77, III: 78, IV: 91. 

Panama. K. k. zool. Hof-Museum in Wien. 

2. Am Schenkel des vierten Paares findet sich keine Bürste aus abstehen- 
den Federhaaren, die Haare an dieser Stelle sind einfach, lang und anliegend. 

Ad p. 210. 

3. Subgenus. Lasiocnemus Auss. 

4. Subgenus. Hoinocoinma Auss. 

Ad p. 211. 

Hoiiioeoiiiina vorsicolor Walck. 
Bildung der (>ij)ulalionsorgano Fig. 38. 

U. Sul)genuH. Kiirypcliiia (' K. (s. str.) 

Ad p. 212. 

2. Eiiryp(;liiia HtriatipeH Auss. 
Siehe darüber: Lasiodora ntriatipe h Auss. 



Zweiter Beitrag zur Kenutniss der Territelariaa 



197 



Ad p. 215. 



7. Eurypelnia spinicrns Latr. 



Die Bildung der männlichen Copulationsorgane ist in Fig. 39 dargestellt. 
Man sehe übrigens über diese Art das bei der Beschreibung von E. Stein- 
dachneri (Nr. 12) Gesagte. 



cf. In Form, Grösse und Färbung mit Mygale Reichii C. K. ziem- 
lich übereinstimmend und hauptsächlich durch die Bildung des Bulbus gen. 
verschieden. Derselbe erinnert am meisten an den yon Lasio dora rohusta, 
ist aber im Ganzen etwas schlanker, der scharfkantige Fortsatz etwas nach 
aussen gewendet, verhältnissmässig tiefer löffeiförmig ausgehöhlt, mit einem 
Längskiele in der löffeiförmigen Höhlung. Bei L. rohusta ist der Fortsatz 
vorn schön halbkreisförmig gerundet, bei E. vagans zugespitzt. 

Der Cephalothorax in der der Gattung eigenen Form, die Rückengrube 
sehr tief, quer und nicht breiter als der Augenhügel. Vordere Mittelaugen etwa 
um zwei Drittel ihrer Breite von einander und wenig weiter von den vorderen 
Seitenaugen entfernt. 

Mundtheile ohne Auszeichnung. Füsse ziemlich stämmig, ein Fuss des 
vierten Paares nur um seinen halben Tarsus länger als der des ersten. Tibia I 
trägt die der Gattung eigenen, gebogenen Dornfortsätze. Der nach aussen 
liegende, grössere, besitzt etwas unter seinem stumpfen Ende auf einer warzen- 
förmigen Erhebung einen kurzen, dicken, stumpfen Stachel. 

Die Tibien und Metatarsen des ersten Fusspaares nur unten, die Tibien 
des zweiten Paares auch aussen und die der beiden letzten Paare unten zu 
beiden Seiten bestachelt. Die Stacheln an den Schenkeln sind anliegend und 
meist unter der Wolle versteckt. Die Patellen vorn mit einem versteckten 
Stachel. Die Palpen reichen nahezu bis zur Mitte der Tibia I, das Tibialglied 
trägt nach innen 2 Reihen von Stacheln, das Ferauralglied innen 2 Stacheln. 

Das Abdomen kleiner und schmächtiger als der Vorderleib, das obere 
Paare der Spinnwarzen so laug als Tarsus IV. 

Die Behaarung des ganzen Körpers ist weich, die Färbung stimmt, wie 
schon bemerkt, mit der von M. Reichii C. K. überein. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 20 Mm. 



8. Eurypelma cancerides Latr. 



Vide Fig. 40 a und 40 b. 



10. Eurypelma vagans n. sp. 
Fig. 41. 



Breite ,. „ 

Länge des ganzen Thieres 

Fuss I: 62, II: 58, III: 53, IV: 66 Mm. 



mit 



25 
18 
49 



198 



Dr. Anton Äusserer. 



9 . Das Weib ist etwas stärker gebaut, der Vorderleib mehr gewölbt, die 
Eückengrube halbmondförmig mit der CoDcavität nach vorD. Die Palpen reichen 
bis zur Spitze von Tibia I und ihr vorletztes Glied ist unten und innen mit 
Längsreihen starker Stacheln bewaffnet; die beim cT an der Spitze des Femural- 
gliedes nach innen vorkommenden und anliegenden Stacheln fehlen auch dem 
Weibe nicht. 

Bestachelung der Beine im Wesentlichen wie beim Manne, auch stimmen 
beide, in Bezug auf Färbung und Behaarung, mitsammen überein. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 19 Mm. 

„ „ „ mit „ 25*5 „ 

Breite „ „ 17*5 „ 

Länge des ganzen Thieres 49 „ 

Fuss I: 54, II: 58, III: 45, IV: 58 Mm. 

In der Sammlung des Herrn Grafen Keyserling finden sich Thiere 
dieser Art aus Yucatan und Neu-Granada. 

Darunter ist auch ein Männchen, das nur 40 Mm. misst. 



11. Eurypelma mollicomnm n. sp. 

9- Eine durch den sehr hohen Augenhügel und die kleinen, weit von 
einander abstehenden Augen ausgezeichnete Art. 

Der Cephalothorax bedeutend länger als breit, schön gerundet, mit 
breitem, von den Seiten steil ansteigendem Kopftheile, mit halbmondförmiger, 
nach vorn offener, tiefer Rückengrube und deutlichen Radialfurchen, 

Der Augenhügel so hoch als am Grunde breit. Die vorderen Mittel- 
augen um ihren dreifachen Radius von einander und fast ebenso weit von den 
vorderen Seitenaugen ab- und zugleich so hochstehend, dass die Gerade, welche 
die Basis beider verbindet, wenigstens um Augenbreite über letztere zu stehen 
käme. Vordere und hintere Seitenaugen in ihrer Grösse kaum verschieden, 
fast doppelt so lang als breit und fast um ihre Länge von einander abstehend. 
Die hinteren Mittelaugen unbedeutend kürzer als die hinteren Seitenaugen, 
doppelt so lang als breit, von den hinteren Seitenaugen mehr als um ihre 
Breite nnd von den vorderen Mittelaugen um zwei Drittel ihrer Länge 
abstehend. 

Die Mandibeln sehr stark, die Maxillen ohne Auszeichnung, 
Die Lippe etwas länger als breit. Das Sternum länger als breit, zwischen 
der Insertion der Hüften des zweiten und dritten Paares am breitesten, nach 
hinten schön gerundet, nach vorn sich allmälig gegen die breite Lippe hin 
verjüngend. 

Die FüHse von mäHsiger Länge, die Schenkel in ihrer Dicke nicht anf- 
fallend verschieden, verhältnissmässig wenig bestachelt; selbst die Tibien und 
M<;t;itar8en (h-r beiden }Iinterj)aare nnr unten mit anliegenden, langen, wenigen 
StaclM-ln hfwafltH't. Die I'alpen reichen bis an die Basis von Metatarsus 1. 



Zweiter Beitrag zur Keuntniss der Territelariae. 



199 



Das Abdomen etwa so gross als der Cephalothorax. Die Spinnwarzen so laug 
als Tarsus IV. 

Die anliegende Seide, womit der Körper bedeckt ist, grau, die langen 
abstehenden Haare am Eande des Thorax, an den Mundtheilen und den Loco- 
motionsorganen, sowie an dem Hinterleibe röthlich gelb, sehr weich, besonders 
auf der Unterseite zahlreich. Die Bebartung des Mundes roth, die Unterseite 
nicht dunkler als die Oberseite. 

Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln , . 21 Mm. 

mit „ 30 „ 

Breite „ „ 19 „ 

Länge des ganzen Thieres 55 „ 

Fuss I: 58, II: 54, HI: 52, IV: 63 Mm. 

Ein Weibchen aus Uraguay in der Sammlung des Herrn Grafen 
Keyserling. 

12. Eurypelma Steindachueri n. sp. 

Fig. 43 und 44. 

cT. Mit Eurypelma sj^inicrus LsLir. in Grösse und Körperform über- 
einstimmend, durch weichere und dunklere Behaarung, durch Bildung des Bulb. 
genitales und durch verhältnissmässig etwas längere Beine verschieden. 

Bei jE". spinicrus sind die vorderen Mittelaugen höchstens um ihren 
Radius entfernt, bei E. Steindachneri fast um ihren Durchmesser. Der Cephalo- 
thorax etwas weniger gewölbt und mit breiterer, nach vorne offener Rücken- 
grube. Bau der Mundtheile und des Sternums bei beiden Arten nicht ver- 
schieden. 

Grösse und Form der beiden Dornfortsätze an Tibia I stimmt bei beiden 
Arten im Wesentlichen überein, doch ist der grosse Dorn bei E. spinicrus 
mehr zugespitzt, oben schön gerundet, glatt, nach aussen mit einem ziemlich 
langen, eng anliegenden, starken Stachel bewaffnet; an dem kleineren geraden 
Derne findet sich ein ähnlicher Stachel an der dem grossen Dorne zugekehrten 
Seite. Bei E. Steindachneri hingegen ist der grosse Dorn oben gerade 
abgeschnitten und mit mehreren sehr dicken, kurzen Stacheln bewaffnet. Dem 
kleineren Dorne fehlt übrigens der lange, der Innenseite zugekehrte Stachel nicht. 

Der Bulbus gen. ist bedeutend schlanker als bei E. spinicrus, mit 
längerem, sehr spitzem Fortsatze. 

Locomotionsorgane, Mandibeln und Cephalothorax mit dicht anliegender, 
graubrauner, lebhaft glänzender Seide bekleidet. Die Fransen des Thorakal- 
randes und die abstehenden Haare der Füsse, Palpen und Mandibeln ebenso 
gefärbt und weich. Die Unterseite dunkler; Coxen, Stornura und Bauch 
saramtartig. 

Die Bebartung des Mundes lebhaft roth. 

Hinterleib wie der Cephalothorax gefärbt; ein die ganze Breite ein- 
nehmender und fast bis in die Mitte vorreichender, ovaler Fleck auf der hin- 



200 



Dr. Anton Ansser&r. 



teren Hälfte des Abdomens tief sammtbraun ; die zahlreichen demselben ent- 
springenden langen Borstenhaare ziegelroth. 

Spinnwarzen massig lang, ohne Auszeichnung. 

Scopula der Tarsen schwach metallisch schimmernd. 

E, Steindachneri. E. spinicrus. 



Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 16 Mm. 16 Mm. 

mit „ 22 „ 23 „ 

Breite „ „ 13-5 „ 14 „ 

Länge des ganzen Thieres 47 „ 45 „ 



E. Steindachneri. Fuss I: 57, II: 55, III: 50, IV: 63 Mm. 
E. spinicrus. Fuss I: 62, II: 61, III: 55, IV: 67 Mm. 

9 . Das Weib ist bedeutend grösser, plumper gebaut und dichter behaart. 
Leider ist der Augenhügel bei dem einzigen, vorliegenden Exemplare miss- 
gebildet und scheint an der Stelle das Thier in seiner Jugend verletzt worden 
zu sein. Der Hügel ist nämlich platt gedrückt, ganz an den Vorderrand ge- 
schoben, nur die rechte Hälfte der Augen ausgebildet, die linke verkümmert. 
Die Färbung ist dunkel kaffeebraun, die helleren Streifen oben an Femur, Pa- 
tella und Tibia aller Beine sehr auffallend. Der ganze Hinterleib sammtschwarz, 
mit langen, abstehenden, ziegelrothen Borsten. 



Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 27 Mm. 

mit „ . 38 „ 

Breite „ „ 22 „ 

Länge des ganzen Thieres 70 „ 



Fuss I: 70, II: 65, III: 57, IV: 78 Mm. 

Von Custos Dr. Stein dachner aus St. Diego in Californien an der 
Grenze Mexicos mitgebracht. Das Thier lebt auf lehmigem, ganz vegetations- 
losem Boden in der Ebene; das Nest, an dessen Grunde das Thier in der 
Regel sizt, ist circa 1 Schuh tief, hat kaum 1 Zoll im Durchmesser, und der 
Deckel passt so genau, dass er nur mit grösster Mühe vom Boden unter- 
schieden werden kann. 

In der Sammlung des Herrn Dr. L. Koch finden sich 2 Männchen dieser 
Art vom Pecos River in Texas. 

13. EurypeliiiJi rapax n. sp. 
Fig. 45. 

cf. Eine durch ihre kleinen, weit von einander entfernten Augen, den 
niedrigen, breiten Ccj)halothorax, die sehr langen äusseren Spinnwarzen und 
die einfache Bildung der Copulationsorgane ausgezeichnete Art. 

Vordere Mittelaugen kleiner und schwächer gewölbt als die vorderen 
Seitenaugen, von einander wenigstens um ihren Durchmesser und kaum mehr 
ah halb so weit von den vorderen Seitenaugen entfernt. Hintere Seitenaugen 
unbedeutend kleiner, aber dunkler gefärbt als die vorderen Seitenaugen und 
von ihnen etwas mehr als um ihre Breite entfernt. Die hinteren Mittelaugen 



Zweiter Beilrag zur Kenntniss der Territelariae. 201 

mehr als doppelt so lang als breit, fast um zwei Drittel ihrer Breite von den 
hinteren Seitenaugeu und doppelt so weit von den vorderen Mittelaugen ent- 
fernt. Sie stehen nicht weiter zurück als die hinteren Seitenaugen. Augen der 
vorderen Reihe hell bernsteinfarbig, die der hinteren dunkel. 

Cephalothorax so breit als lang, mit schmalem, wenig erhöhtem Kopf- 
theile, tiefer, weit zurückstehender Mittelgrube, die wenigstens so breit ist als 
der Augenhügel und mit tiefen radiären Furchen. 

Die Mandibeln von gewöhnlicher Form und Grösse, die Maxillen doppelt 
so lang als breit, und wie die im Umrisse quadratische Lippe mit zahlreichen 
Körnchen in der Mundgegend besetzt. Das Sternum vorn gerade abgeschnitten, 
nach hinten sich erweiternd, nicht länger als breit. 

Das Abdomen schmal, etwas länger als der Cephalothorax; die äusseren 
Spinnwarzen sehr gross, sammthaarig, so lang als Tibia IV (bedeutend länger 
als Tarsus IV). Die einzelnen Glieder in ihrer Länge wenig verschieden, das 
Basalglied jedoch etwas länger und stärker als die übrigen. 

Die Beine lang und stark, aber von gewöhnlicher Form. Tibia I wenig 
verdickt, die beiden Dornfortsätze kurz und stark, der innere kürzere gerade, 
mit stumpfem bestacheltem Ende, der untere stark gebogen. Temur III un- 
bedeutend verdickt. 

Die anliegende feine Wolle schmutzig gelb, die abstehenden Haare borsten- 
artig, ziemlich dicht, besonders am Rande des Cephalothorax, den Beinen und 
an der Oberseite des Abdomens — ins Röthliche spielend. Die Scopula dicht, 
dunkel. 

Die Bildung der Copulationsorgane ist aus Fig. 45 ersichtlich. 



Länge des Cephalothorax ohne Mandibeln 18 Mm. 

V » mit „ 23-5 „ 

Breite „ „ 17-5 „ 

Länge des ganzen Thieres von den Mandibeln bis zur Spitze der 

Spinnwarzen 50 „ 

Südamerika. Sammlung des Herrn Grafen Keyserling. 



Nachtrag. 

In einem .soeben veröifentlichten Aufsatze („Diagnoses aranearum 
europaearum oliquot novarum" in: Tydschrift voor Entomologie. 
Deel. XVIII, p. 102, 's Hage & Leiden, 1875) gibt Thoreil Beschreibungen zwei 
neuer Theraphosinen aus Torre Vieja in Spanien, von denen eine einer neuen 
Gattung angehört. 

Indem ich die kurzen Diagnosen wiedergebe, füge ich nur die Bemer- 
kung bei, dass das neue Genus ümmidia Thor, nach den angegebenen Merk- 
malen in nächster Verwandtschaft z\x Eucteniza steht. Der niedrige Cephalo- 

Z. B. Ges. B. XXV. Abh. 26 



202 



Dr. Anton Auöserer. 



thorax dürfte wohl, wie bei den verwandten Gattungen: Cteniza, Cyrtocarenum 
und Cyrtauchenius nur ein Characteristicum des Männchens sein. Das Längen- 
verhältniss der Beine, die Verengerung der Tibia des dritten Paares oben am 
Grunde, besonders aber die Scopula an den Tarsen und Metatarsen der Vorder- 
paare unterscheiden das neue Genus leicht von den bekannten. 



,,Ummidia n. g. subfani. Theraphosinarum. Cephalothorax non multo 
longior quam latior, humilis, fovea ordinaria media sub forma sulci fortissimi 
procurvi apicem partis cephalicae pariim elevatae circumdanti. Oculi aream 
parvam in tuberculo forti prope marginem clypei occupant. Lahium non 
longius quam latius. Mandibulae breves, apice intus in tuberculum acumina- 
tum productae et hie dentibus paucis armatae. Pedis prop. 4, 1, 2, 3, tibiis 
tertii paris supra versus basin angustatis, tarsis et metatarsis anterioribus 
scopula instructis et ad latera aculeatis, tarsi u/nguicuUs trinis praediti. 
Mamillae breves. 

„Ummidia picea cephalothorace nigro-piceo, supra crasse rugoso ; 
sterno, labio, maxillis et coxis subter testaceo-fuscis, pedibus praeterea sub- 
piceis, apice clarioribus, quarti paris ce]jhalothorace circiter duplo et dimidio 
longioribus; dbdomine sub-testaceo-nigricanti, granulis parvis et setis brevibus 
consperso. — ad. Long, circa 12 millim. 

„Nemesia Dorthesii cephalothorace tibiam quarti paHs longitudine 
aequanti, fusco testaceo, vitta longitudinali media lata obscure testaceo-fusca, 
antice furcata, utrinque radianti notato; diametro longiore oculorum lateralium 
anticorum diametrum oculi medii antici aequanti: palparum parte tibiali ad 
apicem aculeis multis (circa 12) armato; pedibus fusco testaceis, aculeis multis 
undique munitis, tarsis inermibus; tibia i^rimi paris supra, antice et postice 
aculeis 1, 1, 1, subter 2, 2, 2, praeter Spina in apice subter, armatis; patellis 
aculeis antice 1, 1, postice 1, posterioribus praeterea supra 1, 1, instructis, 
quarti paris pedibus cephalothorace quadruplo saltem longioribus; abdoininc 
fusco-tesiaceo, maculis nigris variatum. — ad. Long, circa millim.''' 



Erklärung der Abbildungen. 

Talel V. 

Fig. ] Eriodon rubrocapitatum Keys, Unterseite in dreifacher Vergrösserung 

2 CyrtauoheniusDoleschalliiknHH. „ „ „ „ c/', 

um den Unterschied in der Bildung der 
Maxillen zu zeigen. 

hh-iodon rubrocapitatum Koyserl. Tarsalklauen des dritten Paares, in 

fünfzigfacher Vergrösserung. 

1 — - Scilcnansicht der Palpen, in vierfacher Vcr- 

grOsserung (von innen). 



Zweiter Beitrag zur Keiintniss der Territelariae. 



203 



Fig. 5 Eriodon rugosum n. sp. Seitenausicht des Palpus, in vierfacher Ver- 

grösserung (von innen). 

„6 — — Bulbus gen. in ^4 Profil. 

„ 7 Pachyloscelis liodon n. sp. Palpus, in dreifacher Vergrösseruug. 

„ 8 Eucteniza mexicana n. sp. Palpalklaue des Weibchens. 

„9 — — Tarsalklaue des dritten Paares (9)- 

„ lü Bolostromus venustus n. sp. Augeastellung. 

„11 — — Palpalklaue des Weibchens. 

„ 12 — — Tarsalklaue des vierten Paares (9). 

„ 13 Eaagrus mexicanus u. sp. Palpus von aussen, in vierfacher Vergröss. 

„ 14 — — Bulbus gen. stark vergrössert. 

„15 — — Ein Fuss des II. Paares vom Männchen, in vier- 
facher Vergrösserung. 



Tafel VI. 

Fig. 16 Eaagrus mexicanus Tarsalklaue des ersten Paares. 

17 Rajßalo'pus formosus u. sp. Palpus von aussen, in vierfacher Vergröss. 
„18 — — Ein Fuss des ersten Paares, in zweifacher Vergr. 

„ 19 Ischnocolus obscurus n. sp. Vorderansicht des männlichen Palpus, in 

sechsfacher Vergrösseruug. 
„ 20 Chaetopehua longipes L. K, Vorderansicht des Palpus, in dreifacher 

Vergrösserung. 



21 — — Tibia I des Männchens, in zweifacher Vergröss. 

22 CrypsidrOTtius pernix n. sp. Augenstellung, 

23 — — Männlicher Palpus von innen. 

2oa — — „ „ „ aussen. 

24 — macropus n. sp, Augenstellung. 

25 — — Männlicher Palpus von innen, in dreifacher 

Vergrösserung. 

26 Thalerommata gracüis u, sp. q. Augenstellung. 

27 — - — Männlicher Palpus, in zwölffacher Vergröss. 

28 — . _ Tibia I des Männchens. 

29 — — Tarsalklauen des dritten Paares [(j'^). 

30 lapmauchenius latipes L. K. Männlicher Palpus, in zweifacher Vergr. 

31 Selenocosmia javanensis C. K. Männlicher Palpus von innen, unbe- 

deutend vergrössert. 



Tafel VII. 

Fig. 32 Selenocosmia lanipes n. sp. Männlicher Palpus von aussen. 
„33 — — „ „ „ „ vergrössert. 

26* 



204 



Dr. Anton Ausfierer. 



Fig. 34 Avicularia rutilans n. sp, Männl. Palpus, vergross ert. 
„ 35 Euathlus truculentus L. K. Männl. Palpus, in V/^f&cher Vergröss. 
36 Lasiodora nigricolor n. sp. „ „ von aussen, in natürlicher 

Grösse. 

„ 37 Sericopelma rubronifens n. sp. Männl. Palpus von aussen, in natür- 
licher Grösse. 
„ 38 Homoeomma versicolor W. Bulbus genitalis. 
„ 39 Eury2:)elma spinicrus Latr. „ „ 
„ 40a — cancerides Latr. „ „ von innen. 

„ 40b — — „ „ „ „ aussen. 

„ 41 — vagans n. sp. Männl. Palpus in zweifacher Vergrösserung. 
„ 42 Lasiodora robusta n. sp. „ „ „ 2"5facher „ 
„ 43 Eurypelma Steindachneri n. sp. Männl. Palpus, wenig vergrüssert. 
,, 44 — — Männl. Palpus von innen, in dreifacher Vergr. 

„ 45 — rapax n. sp. „ „ „ zwei Seiten, unbedeutend 

vergrössert. 



Register. *) 



Äcanthopalpus Dol. p. 138, 189. 
Acanthoscurria Auss. p. 138, 188. 

— geniculata C. K. p. 188. 

Actinopus Perty. p. 131, 134. 
Aepicephali Auss. p. 131, 133. 
Aepiccphalus Auss. p. 134. 
Aname L. K. p. 134, 152. 

— pallida L. K. p. 152. 
Antrodiaetus Auss. p. 133, 
Arhanitis L. K. p. 131, 135, 158. 

— longipefi L. K. 159. 
Afypinae Thorell. p. 130, 132. 
AtypuH Latr. p. 128, 130, 133. , 

— afßnis Eichw. p. 139. 
anachorefa L. K. p. 139. ; 
Blackwallii E. S. p. 139. \ 

— hleodonlicus E. S. }». 139. | 

— piceufi Sul'/er. )>. L)9. ' 
Avicularia Lain. p. J31, 13!-!. 

— anduluHiaca E. S. ]>. 173. i 

— mar occana E. S. p. 173. 1 



Avicularia metallica n. sp. p. 185. 
~ rutilans n. sp. p. 184. 

striatocaudaFi.^.^Al^. 

— tetramera E. S. p. 175. 

— vestiaria De Geer. p. 184. 
Bolostromus n. g. p. 135, 149. 

— venustus n. sp. p. 150. 
Brachythele Auss. p. 131, 135. 

— platypus L. K. p. 159. 
Calommata Luc. p. 130, 133. 
Callyntropus n. subg. p. 137, 181. 

— convexus C. K. p. 181. 
Catadysas Henz. p. 131. 
Catadysoidae Thorell. p. 131. 
Chaeiopelma Auss. p. 130, 137, 168. 

longipes L. K. ]). 174. 

— (?) tetramera Vj. S. p. 175. 
ChaetorhomhuH Auss. p. 136. 
(Jhorizops Auas. p. 131, 133. 

Clont erochiluH Auss. p. 130, 131, 134. 
Crypsidromus Auss. p. 131, 137, 177. 



') Namen mit gCKperrti^r S(;l)rif'f. «ind Synonym« 



Zweiter Beitraer zur Kenntniss der Territelariae. 



205 



Crypsidromus convexus C.K.y. 181. 

— innocuus Auss. p. 178. 

— intermedius n. sp. p. 177, 

180. 

— isabelUnus Auss. p. 178. 

— macropus n. sp. p. 178, 

179. 

— mutatus Auss. p. 179. 

— pernix n. sp. p. 178. 
Cteniza Latr. p. 130, 131, 134. 

— aediftcatoria Westw. p. 128. 

— californica Cambr. p. 128, 148. 

— Moggridgii Cambr. p. 128, 147. 

— Sauvagei Rossi. p. 128, 147, 
Cyclocosmia Auss. p. 130, 134. 
Cyclosternum Auss. p. 132. 

— Schmardae Auss. p. 132, 

176. 

Cyrtauchenius Thorell. p. 130, 135. 

— elongatus E. S. p. 128, 

151. 

— i?)graciUpes Luc. p. 152. 

— terricola Luc. p. 151. 
Cyrtocephalus terricola Luc. 

p. 151. 

Cyrtocarenum Auss. p. 131. 

— Arianum W. p. 128. 

— jonicum S. Saunders. 

p. 128. 

Cyrtosternum n. gen. p. 136, 176. 

— Cursor n. sp. p. 176. 
Dionichi n. p. 131, 133, 164. 
Diplura C. K. p. 131, 135, 160. 
M'iodon Latr. p. 131, 133. 

— rubrocapitatum Keys. p. 140. 

— rugosum n. sp. p. 141. 
JEriodontinae Auss. p. 130. 132. 
Euagrus n. subg. p. 135, 160. 

— mexicanus n. sp. p. 160. 
Euathlus n. subg. p. 138. 188. 

— truculentus L. K. p. 138. 
Eucteniza n. subg. p. 134, 148. 

— mexicana n. sp. p. 149. 
Eurypelma C.K.p. 131, 139, 189, 196. 



Eurypelma cancerides Latr. p. 197. 

— mollicomum n. sp. p. 198. 

— rapax n. sp. p. 200. 

— spinicrus Latr. p. 197. 
Steindachneri n. sp. p. 128. 

199. 

— striatipes Auss. p. 190, 

196. 

— vagans n. sp. p. 197. 
Hadronyche L. K. p. 131, 133, 143. 

— cerherea L. K. p. 143. 
Hapalopus n. subg. p. 137, 168, 175. 

— formosus u. sp. p. 175. 
Harpactira Auss. p. 131, 139. 

— chordata Gerst. p. 187. 

— constricta Gerst. p. 187. 

— tigrina n. sp. p. 185. 
Harpaxibius Auss. p. 137. 
Hexathele Auss. p. 131, 135. 

— Hochstetten Auss. p. 159. 
Honioeo}nma Auss. p. 139, 196. 

— versicolor W. p. 196. 

Idioctis L. K. p. 131, 136, 166. 

— helva L. K. p. 129, 167. 
Idiommata Auss. p. 131, 136, 164. 

— J.wssem-iL. K. p. 164, 165. 

— Blackwallii Cambr. p. 164. 

— fusca L. K. p. 164, 165. 

— lepida Gerst. p. 164, 165. 

— reticidata L. K. p. 164, 165. 
Idiops Perty. p. 130, 131, 134. 

— Cambridgei n. sp. p. 145. 

— compactus Gerst, p. 145, 147. 

— fuscus Perty. p. 144. 
Kochii Cambr, p. 166. 

— Meadii Cambr. p. 141. 

— neglectus L. K. p. 144, 146. 

— Petita Guer. Menv. p. 145. 

— syriacus Cambr. p. 144. 

— Thorellii Cambr. p. 145, 
Idiosoma Auss. p. 131, 134. 
Ischnocolus Auss. p. 130, 131, 137, 168. 

— andalusiacus E. S. p. 173. 

— Doleschallii Auss. p. 169. 



206 Dr. Anton Äusserer. Zweiter Beitrag: zur Kenntuiss der Territelariae. 



Ischnocolus gracilis Auss. p. 168. 

— hirsutus n. sp. p. 169, 170. 

— holosericeus L. K. p. 169. 

— inermis Auss. p. 168. 
lucubrans L. K. p. 168, 173. 

— obscurus u. sp. 169. 171. 

— sericeus n. sp. p. 169. 

— (?) striatocauda E. S. p. 173. 

— syriacus Auss, p. 168, 

— triangulifer Dol. p. 169. 

— valentinus L, Duf. p. 169. 
Ischnothele n. subg. p. 135, 162. 

— caudata n. sp. p. 163, 
Ixahis L. K. p. 135, 160, 

— varius L. K. p, 160. 
Lasiocnemus Auss. p, 139, 196. 
Lasiodora C. K. p. 131. 139, 189. 

— cauta n, sp. p. 191. 

— ferox n. sp. p. 194. 

— fortis n. sp. p. 193. 

— immanis ii. sp. p. 194. 
Klugii C. K, p. 189. 

— nigricolor n. sp, p, 192, 194, 

— robusta ii. sp. p. 190. 

— spinipes Auss. p. 190. 

— striatipes Auss. p. 190. 
Leptopelma Auss. p. 130, 136. 

— africana n. sp, p, 167. 

— meridionalis Costa p. 128, 

168. 

Liphistioidae Thorell. p. 132. 
Liphistius Schiödte. p. 132, 

— desultor Schiödte. p. 132. 
Macrothele Auss. p. 131, 135, 162.^ 

— Huttonii Cainbr. p. 163, 
Madogtiaiha Auss. p. 130, 134. 
Masteria L, K. p. 135, 164, 

— hirsuta L. K. p. 164. 
Migas L. K. p. 135, 152. 

— paradoxus L. K. p. 153. 
Mygalarachnc Auss. j). 138. 189. 
Myyalc Walck. 

fuHca C. K. p. 179. 

(j racilipes Luc. p, 152, 

meri dio nalis Costa. ]), 168. 

— lieichii C K, p. 107. 
Nemesia »Sav. et Aud, p. 130, 131, 135, 

153. 

— alpigradd i'l. S p. 1 53, 1 55, 1 56, 
angantala E. S. ]), 15;», 156, 
hadiu AusH, ]>, 156. 
cac.mentaria Latr, p. 128, 155. 
caemeniar ia Canibr.p. 157. 



Nemesia caementaria E. S. p, 157. 

— cellicola Sav. et Aud. p, 128, 

154, 155. 

— concolor E. S. p, 153, 157, 

— congener Cambr, p. 129, 158. 

— crassimana E, S. p. 154, 156. 
Dorthesn Thor, p. 202. 

— dubia Cambr. p. 154, 157. 

— Eleanora Cambr, p. 129, 153, 

157. 

— incerta Cambr, p. 157. 
macrocephala Auss. p. 158. 

— Manderstjernae L. K. p. 129. 

— meridionalis E. S. p. 154, 155. 

— m eridionalis Cnmbr.p, 158. 
MoggridgiiGdim\)Y. p. 128,157. 

— Simoni Cambr, p. 158. 

— suffusa Cambr. p. 129, 158. 
Pachylomerus Auss. p. 130, 133. 

— armatus n. sp. p. 143. 

— nidulans Fabr. p. 128. 

144, 

Pachyloscelis Luc. p. 131, 133. 

— liodon D. sp. p. 142. 
Pelecodon Dol. p. 130, 133. 
Pholeuon L. K. p. 158. 

— longipes L. K, p. 159. 
Phrictus L. K, p. 137, 181. 

crassipes L. K. p, 181. 
Scurria C, K. p, 131, 137. 
Selenocosmia Auss. p. 131, 138. 

— javanensis W. p. 187. 

— lanipes n. sp. p, 187. 
Sericopelma n. subg. p. 139, 195. 

— rubronitens n. sp. p. 195, 
Strophaeus n. subg. p. 136, 166. 

— Kochii Cambr. p. 166. 
Tapinauchenius Auss. p. 138, 183. 

— lafipes L, K. p, 183. 
TapinocephaH Auss. p. 131, 152. 
Thalcrommata u. gen. p, 137, 182. 

— gracilis n. sp. p. 182. 
Theragretes Auss. p. 130, 133. 
Tliera])hosa W. ]>. 138. 

Blondii Latr. )). 128, 
'l7i('i'aphosinae Tliorcll. )). 130, 132. 
The^'aphosoidae ThorcU. ]>. 133. 
Trcckuna C. K, )>. 137, 
Trionichi ii, \). 131, 133, 142. 
TrUame L, K. p, 131, 136. 166, 

gracilis L, K. j). 166, 
Ummidiu Tliorell. p. 202. 

picea Tli. p. 202. 



Beiträge zur Kenntniss 

der 

nordamericanischen Nachtfalter, 

besonders der Microlepidopteren 

von 

Professor P. C. Zeller 

in Giüuhof bei Stettin. 

Dritte Abtlieilung-. 
Mit Tafel VIII-X. 



(Vorgelegt in der Jaiiressitzung vom 7. April 1875.) 

Das vorliegende dritte und wahrscheinlich letzte Heft meiner Beiträge 
zur Nachtfalter-Fauna Nordamericas enthält einen grossen Theil der in meiner 
Sammlung und im Cambridger Museum vorhandenen Tortricineu und einen 
Nachtrag von Berichtigungen und Ergänzungen zu den zwei ersten Heften. 

Ueber die Tortricinen sind die zwei wichtigsten von Americanern ge- 
lieferten Arbeiten die von Brackenridge -Clem ens und Coleman Kobin- 
son. Ausserdem sind mehrere Arten, zum Theil mit ihrer Naturgeschichte von 
Harris, Fitch, Riley, Grote u. A. bekannt gemacht worden. 

Clemens' Aufsätze sind in den Proceedings of the Academy of Natural 
Sciences of Philadelphia und in den Proceedings of the Entomological Society 
of Philadelphia erschienen. In den ersteren (Jahrgang 1860. S. 345 — 62) sind 
40 Arten, in den letzteren in Vol. I (1862), S. 137 eine Art, in Vol. II (1863), 
S. 417—18 3, in Vol. III (1864), S. 510-20 25, in Vol. V (1865), S. 133-142 
22, also im Ganzen etwa 90 Arten beschrieben. 

Clemens erklärt (1860, S. 360. W. Stainton S. 154) die Wickler für die 
wahrscheinlich schwierigste Falterfamilie in systematischer Hinsicht, zugleich 
aber auch für die uninteressanteste von allen. Ich finde in dieser Behauptung 
einen Widerspruch, in den er nicht verfallen wäre, wenn er sich länger mit 
dem Gegenstand beschäftigt und ein reichhaltigeres Material gehabt hätte. Dass 
er hinsichtlich der Schwierigkeit, die Gattungen scharf und naturgemäss abzu- 
grenzen, Eecht hatte, kann nicht geläugnet werden. Wir sind noch so fern 
von einer guten Classification der Wickler, dass Wocke im Staudinger- Wocke 
Catalog die neueste, die H ei nemann'sche, nur theilweise angenommen hat. 
Eine befriedigendere aufzufinden, als dieGuenee-Wilkinson'sche, dieClemens 
allein zur Verfügung hatte, wäre doch gewiss keine uninteressante Beschäftigung 
gewesen. 



1 



208 



P. C. Zeller. 



Ungeachtet des Widerwillens, den er offenbar gegen die Wickler empfand, 
der sich aber sicher gelegt hätte, wenn ihm ein längeres Leben beschieden 
gewesen wäre, hat er sich doch gewissenhaft bemüht, seine Arten kenntlich zu 
beschreiben. Nun besitzt aber Nordamerica eine recht bedeutende Zahl, und 
viele derselben sind, wie die europäischen, entweder einander sehr ähnlich oder 
grosser Abänderung unterworfen. Bei aller Sorgfalt kann es daher nicht aus- 
bleiben, wenn das Material zu mangelhaft ist, dass manche Beschreibungen an 
Dunkelheit leiden und erst richtig zu verstehen sind, wenn man die Originale 
vergleichen kann. 

Dieser Schwierigkeit abzuhelfen hat Eobinson angefangen, indem er 
die Clemens'sche Sammlung zur Bestimmung der Arten benutzte und jede 
neu beschrieb und durch gute Abbildungen erläuterte. Leider hat ihn ein 
plötzlicher Tod gehindert, mehr als die drei Genera des Staudinger- Wocke 
Catalogs: Tortrix, Teras und Conchylis zu bearbeiten. Die Arbeit ist in den 
Transactions of the American Entomological Society 1869, S. 261—288 
(Tafel 1. 4—8) enthalten. Mit einem sehr beträchtlichen Material ausgerüstet, 
hat er nicht blos die Giemen s'schen, sondern eine Anzahl neuer Arten ge- 
liefert auf eine Weise, die fast nichts zu wünschen übrig lässt und wohl als 
Muster für künftige Arbeiter auf diesem Felde aufgestellt werden kann. 

In meiner vorliegenden Arbeit habe ich es also bei den drei von Eobin- 
son behandelten Gattungen leicht gehabt, und ich darf wenig befürchten, eine 
dahin gehörige ältere Art verkannt oder eine Art unrecht als neu aufgestellt 
zu haben, vorausgesetzt, dass sie nicht in einer mir verborgen gebliebenen 
nordaniericanischen Schrift vorkommt. Ganz anders steht es mit den Arten 
der übrigen Gattungen. Bei diesen werde ich manches Synonym geliefert 
haben! Da es aber jedenfalls weniger schädlich ist, eine Art unter zwei Namen, 
als zwei Arten unter einem vor sich zu haben, so habe ich, wo ich nicht völlig 
sicher zu sein glaubte, eine neue Beschreibung unter einem neuen Namen ver- 
fasst und raeine Bedenken gegen die Annahme einer älteren Benennung erwähnt. 
Wenn ich nun auch eine ganze Anzahl Arten überging, weil sie zu den schwer 
kenntlich zu machenden oder zu den in der Zeichnung veränderlichen gehören, 
so blieben doch viele, die ich nicht unerwähnt lassen wollte, die ich aber nur 
in einzelnen oder wenigen Exemplaren vor mir hatte. Um die Wahrscheinlich- 
keit, treffende Beschreibungen zu geben, zu erhöhen, bemühte ich mich bei 
nordarnericanischen Le])idoi»terologen um Vermehrung meines Materials; aber 
ungeachtet der mir bereitwillig gegebenen Versprechungen erhielt ich — ausser 
5 Exemplaren, die als zu hinreichend sichern Arten gehörig mir überflüssig 
waren — rein gar nichts. Da ein längerer Aufschub der Publication meiner 
Arbeit au« mehreren Gründen nicht angeht, so muss ich also die vielen auf 
unicis beruhenden Species ihr Heil versuchen lassen. P^inigermassen ist dem 
Verkennen dadurch vorgebeugt, dass ich von mancher Art die genaue Abbildung 
eines Flügels gebe; aber gerade bei den schwierigsten Arten, für welche diese 
Hilfe recht am Orte wäre, muRste ich dies unterlassen, weil bei ihnen blos 
Schwarz und Weiss nicht hinreicht, sondern llluminaiion erforderlich ist. Meine 



Beiträge zar Keimtniss der nordamericamsehen Nachtfalter. 



209 



Beschreibungen werden zum Theü für europäische Lepidopterologen verständ- 
licher sein als für nordamericanische, weil ich die Arten meist mit allgemein 
bekannten europäischen Terglicben habe. Die Xordamericaner können, wenn 
sie ihre Arten richtig kennen wollen, die Kenntniss der europäischen nicht 
entbehren, und so mag ihnen meine Wicklerarbeit mit Veranlassung sein, mit 
den europäischen Lepidopteristen mehr als bisher in Verkehr zu treten. 

Nachträge und Berichtigtingen, namentlich in der Synoujniie, hätte ich 
zu den zwei ftüheren Arbeiten zahlreicher liefern können, als geschehen ist; 
ich unterliess sie aber, wo mir die Mittel fehlten, mich zu überzeugen, dass 
ich eine -vrirkliche Berichtigung brächte. Ueberhaupt sind es aber schon mehr, 
als ich in so kurzer Zeit für möglich gehalten hätte. 

Als Abkürzungen habe ich angewendet: Vdfl. für Vorderflügel, Htfl. für 
Hinterflügel, Vdrd. und Htrd, für Vorder- und Hinterrand, K. und K. für 
Eückenschild und Kopf, Ex. für Exemplar. 



Teras Tr.^j 

Betrachtet man die Bilder der 7. Bobinson'schen Tafel, so scheint es 
leicht, fast in allen europäische Arten wieder zu erkennen. So sehen z. B. 
ausser Fig. 63. die Robinson selbst für Hastiana var. divisana erklärt, 
Fig. 60, 61. 62, 73 ^^ie Abänderungen unserer so veränderlichen Hastiana aus. 
Vergleicht man sie aber mit europäischen Ex., so wollen sie nicht in allen 
Punkten damit übereinstimmen, und das gilt auch von den Beschreibungen, die 
zum Theil wieder etwas von den Bildern abweichen. Robinson's Verfahren, 
solche Arten, die europäischen ähnlich sehen, aber sich nicht mit üeberzeugung 
für identisch mit ihnen erklären lassen, neu zu benennen, ist gewiss nicht zu 
missbilligen; er hätte aber jede Art mit der entsprechenden europäischen ver- 
gleichen und die von ihm aufgefundenen Verschiedenheiten angeben sollen. 
Mit ihm nehme ich an, dass die Identität mancher europäischen und ameri- 
canischen Tera-s- Arten sich erweisen werde; denn da fast alle als Schmetterlinge 
überwintern, so ist eine Verjjflanzung aus Europa nach Xordamerica bei ihnen 
so leicht ausführbar wie bei den Depressarien. 

Die Arten, welche auf den Vdfl. Schuppenhocker oder den Vdrd. von der 
Wurzel aus durch horizontal hervorstehende Schuppen rauh haben (Herrich- 
Schäffer's Charakter für Terasj, sind leicht als zu Teras gehörig zu erkennen 
(wobei nur hinsichtlich der zur Abtheüung Platynota gehörigen Tortrices die 
nöthige Vorsicht zu üben ist). Wo beides felilt. geben die verlängerten Fransen 
des Analwinkels der Htfl. •iie bei Robinson nur selten in der richtigen Länge 
dargestellt sindj, meist ein gutes Unterscheidungszeichen gegen Toririx (z. B. 
Teras lApsiana). Auch die Kürze der Taster, welftie nur sehr selten die 



Dieses Wort als Fem, zu bebandeln, ist so wenig genügender Grund vorbanden, wie bei 
Mxariema oder ArnZkrax: d-^ch überlasse icb die Einfübrung der für die Species nothwendigen 
Endungen Andern. Vgl. Marsball im EntomologiEt's Annual for 1874, p. 117 unter Dryot^eras. 
Z. B. Ges. B. XXV. Abb. 27 



210 



P. C. Zeller. 



doppelte Kopflänge haben, in der Kegel aber nur wenig über die Stirn heraus- 
reichen, und der durchgängige Mangel eines Vdrd.- Umschlages an den männ- 
lichen Vdfl. geben einen guten Unterschied von vielen Tor tr ix- Arten. Das 
sicherste Merkmal soll nach Heinemann der Verlauf der Ader 7 auf den 
Vdfl. bilden, indem diese bei Teras über der Spitze in den Vdrd., bei Tortrix 
unter der Spitze in den Htrd. ausläuft. Ob dieser feine Unterschied, nach 
welchem Hein e mann JSoZmmna allerdings mit- Recht zu Teras zieht, während 
sonst kaum weiter etwas dazu räth, ein generischer ist, möchte ich bezweifeln. 
In Lederer's Fig. 4 (Bhacodia = Teras) mündet Ader 7 so gut in den 
Htrd. wie in Fig. 5, 6 (Tortrix). 

Abth. Rhacodia. 
1. Teras peculiana u. sp. Taf. VIIl, Fig. 1. 

Alis ant. (costa profundius emarginata) albis, punctis fuscis asperis 
adspersis, macula triangida brunnea emarginationem amplectente, nebiüa 
dilutiore ex ejus apice ad dorsum usque producta. Q. 

Sehr ähnlich der Boscana F. und Deflectana Rbs., von ihnen zu unter- 
scheiden durch die ziemlich tiefe Ausrandung des Vdrdes. und den sie um- 
fassenden, gleichniässig gelbbraunen, nicht zusammengesetzten Fleck, aus dessen 
Spitze ein lichterer, breiter Nebelsireifeu bis zurn Innenrand horabläuft. Ich 
glaube nicht, dass diese Art sehr abändert; höchstens wird der Nebelstreifen 
unterbrochen oder verloschen sein. 

R. und K. weiss. Taster um die halbe Kopflänge über die Stirn hervor- 
stehend, weiss, am verdickten zweiten Gliede aussen gebräunt; Endglied sehr 
kurz, knospenformig. Beine hellbräunlich, die hinteren mit helleren Schienen- 
dornen. 

Vdfl. 3'" lang, etwas gestreckt, mit zugerundeter Spitze und convexem 
Htrd., am Vdrd. mit ziemlich tiefer Ausbuchtung, welche ohne abrupten Ucber- 
gang vor der Mitte anfängt und mit ebenso .sanftem Uebergang in den Vdrd. 
bei Vo eii'ligt; diti Sciiupi)en an ihrem Anfang sind ein wenig rauh. Die Grund- 
farbe ifit weiss und durch sehr verloschene graue, mehr oder weniger schräge 
und unterbrochene Querstreifen, die vor dem Hlrd. reichlicher und zusammen- 
hängender sind, nicht oder wenig g«trübt. Einzelne punktförmige, rauhe 
Schuppenhäufchen Bind schwarz. An der Ausbuchtung liegt ein von ihrem 
Anfang hin zum Ende reichendes, einfarbig gelbbraunes Dreieck mit gestutzter 
Sjntze. welche auf der liasalscite einen schwarzen Punkt trägt; unter diesem 
Punkt fängt der licht gelbbraune, breite Nebelnireif an, der schräg (|uerüber 
zieht, an »einer Hälfte ftasalwärts eine Ecke mit einem dunkeln J'unkt bildet 
und vor den Franwen (htn Innenrandes endigt, ohne ihn jedoch zu berühren; in 
der Falte enthält dieH<!r Nebel vorn und hinten ein schwärzliches Pünktchen, 
Die Fransen sind hhmiggrjiu ang(daufen. 



Beiträge zur Kermtniss der norilamericanischen Nachtfalter. 



211 



Htfl. ziemlich dunkelgrau, gegen die Wurzel heller, auf den helleren 
Fransen mit einer sehr verloschenen, gelblichen Linie umzogen, die die Flügel- 
spitze deutlich hervortreten lässt. 

Unterseite der Vdfl. bräunlichgrau mit undeutlichen, dunklern, schrägen 
Querlinien. Am Anfang der Ausbuchtung ist eine weisse Stelle, und hinter 
derselben enthalten die Ydrd.-Fransen zwei kleinere, weisse Wische. Htrd.- 
Fransen mit weisslicher Wurzel. Htfl. weisslichgrau, weisslich gefranst, in der 
Flügelspitze duukelgrau querfleckig. 

Vaterland: Texas (Boll;. Ein gut erhaltenes Q im Museum Cambridge. 

Abth. Teras. 
2. Ter, deflectana Rbs. 

Parva; al. ant. apice obtuso albis, triangulo costae p>osiicae hrunneo- 
fusco maculis tribus composito, lituris ante marginem posticum transversis 
brunneis, ciliis fuscescentibus. cf 9- 

— Robinson Trans. Am. Eni Soc. II (1868). p. 283, tab. 7, F. 71. 9. 

Sehr ähnlich der europäischen Boscana. Die zwei vorliegenden Ex. sind 
bedeutend kleiner als mein kleinstes der Boscana (Vdfl. 2^/^ — 3'" gegen 37* 
bis S^li"), haben aber gleiche Flügelgestalt, nur dass die Vdfl. etwas gestreckter 
und an der Spitze abgerundet sind. Das gelbbraune Costaldreieck besteht aus 
drei Flecken, deren unterster einen dicken, dunkeln Längsstrich bildet, der beim 
9 mit dem ersten Costalfleck zu einem Streifen mit sehr schrägem Basalrand 
zusammenfliesst. Unter dem Ende des zweiten Costalflecks geht ein gelb- 
braunes, schwarzfleckiges Gewölk, worin sich besonders ein breiter Schräg- 
streifen auszeichnet, gegen den Innenwinkel herab. (Bei Boscana sind blos 
graue und schwarze, zu Querlinien zusammenfliessende Qaerstrichelchen vor- 
handen, die gerade gegen den Innenwinkel am schwächsten und spärlichsten 
auftreten). Fransen gelbbraun, gegen den Innenwinkel am dunkelsten (bei 
Boscana ganz weiss), am Vdrd. weiss mit dunkeln Flecken. 

Htfl. gegen die Wurzel heller grau als im Apicalraum (Boscana ein- 
farbig wie die etwas helleren Fransen); die Fransen grau, um den Analwinkel 
und am Innenrand weiss. 

Ich bezweifle nicht, die richtige Deflectana vor mir zu haben. Robin- 
son hatte ofi'enbar nur 1 Ex. (aus Pennsylvanien) zur Verfügung. In der 
Abbildung ist es grösser als die mir vorliegenden und mit schärfer gespitzten 
Vdfl., was ich beides für Fehler des Zeichners halte. Dass das als ziemlich 
einfarbig abgebildete Costaldreieck nicht ganz richtig ist, zeigen die Worte: 
dark brown, except in the center, where it is paler. Die two brown dots 
near the base (des Vdrds.) in der Beschreibung wollen nichts sageTi. Wichtiger 
ist, dass in Bild und Beschreibung gegen den Htrd. keine dunklen Stellen er- 
wähnt werden aber dass nicht etwa Boscana dargestellt worden ist, geht 
daraus hervor, dass bei dieser das dunkle Costaldreieck auf drei stark getrennten 

27* 



212 



P. C. Zeller. 



Fleckchen besteht, von denen das untere weiter gegen die Flügelmitte hin er- 
weitert ist. Robinson's Ex. wird kein unversehrtes gewesen sein. 

Ein ziemlich gut erhaltenes Paar aus Texas (Boll) im Cambridger Museum. 

3. Teras ferrugana S. V. 

— Heinemann, Wickler S. 25. 

Ein schön erhaltenes (j^ dieser höchst veränderlichen Art, das noch am 
besten der (zu grossen) Fig. k auf Taf. 23 der F. R.'schen Beiträge entspricht, 
halte ich ohne allen Zweifel für Ferrugana. Die Grundfarbe des Vorderkörpers 
und der Vdfi. ist ein lichtes Grauochergelb. Die Gestalt der letzteren ist kaum 
ein wenig gestreckter als in der Regel. Schwarze, rauhe Punkte sind ohne 
Ordnung und nicht zahlreich ausgestreut. Am Vdrd. liegt an der gewöhnlichen 
Stelle ein verloschenes, dunkles, mit schwarzen Punkten bestreutes Dreieck, das 
sehr undeutlich aus drei Flecken zusammengesetzt und im Innern längs des 
Vdrdes. hohl ist. 

Die Htfl. sind, wie oft, lichtgrau und am Rande, besonders in der Spitze 
mit dunkelgrauen Fleckchen bestreut; Fransen noch heller grau. 

Da Ferrugana in Menge überwintert, so ist es sehr wahrscheinlich, dass 
sie erst durch die SchifFfahrt in Nordamerica eingeführt ist. Auch wird sie 
dort wohl in so veränderlicher Färbung auftreten wie bei uns. 

Das Ex. ist aus Ohio (Schläger). 

Robinson's Ter. semiannula (aus Pennsylvanien) Fig. 70, S. 282 
mag nur Ferrugana sein. Sie ist aber nicht so gut abgebildet (wohl auch zu 
gross) und beschrieben, dass nicht zu einem sicheren Urtheil die Ansicht eines 
Originals nöthig sein sollte. 

4. Ter. variolana n. sp. 

Parva; al. ant. ferrugineo-ochraceis, ferrugineo-pulveratis , pulvere 
posterius in strigas undulatas congesto, striola disci medii fusca; post. albido- 
ochraceis. cT- 

Am besten mit Quercinana zu vergleichen, da die Grundfarbe auch 
etwas Geglättetes hat. Ader 7 mündet dicht über der Spitze; 2 entspringt 
weit vor der Hälfte der Medianader. 

Die gespitzten Taster, der Kopf und das Rückenschild sind hell rostfarbig. 

Vdli. 3'" lang, länglicher als die von Quercinana, von der Gestalt der 
Ferrugana, nur an der Endhälfte des Vdrdes. und nur sehr schwach rauh- 
schui)pig, hell ochergelb, etwas geglättet, sehr reichlich mit groben, rostfarbenen 
Schuppf-n bestreut. Diese fiiossen mehr oder weniger zusammen und bilden 
auf der Endhälftc des P'lügels mehr oder weniger deutlich von einander ge- 
trennte, schräge, wellige Querlinien, welche durch die Adern in Punktiieckchen 
geschnitten werden. Im ?>nde der Mittclzelle liegt auf einer schwach einge- 
drückten Stelle ein verloschencK, braunes Längsstrichelchcn. Fransen blass 
roHtfarbig. 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



213 



Htfl. weisslich ochergelb, am Htrd. und in der Spitze grau gemischt. 
Fransen noch heller als die Flügelfläche. 

Unterseite einfarbig weisslicbgelb ohne Querstrichelchen. 
Vaterland: Texas (Boll). Ein cT im Museum Cambridge. 

5. Te7\ m.acuUdorsana Clem. 

Mis ant. ( costa vix scabra, postice suhrecta) cinereis, laevigatis, punctis 
nigris scabris adspersis, macula plicae ante medium majuscula fusca, fascia 
media ohliqua ohscura nebulosa, in medio ferruginea. cf 9- 

Cnephasia (?) Clem. Proc. Ent. Soc. Philad. III (1864), p. 514. 

Teras Robinson 1. c, p. 281, tab. 7, Fig. 64. 

Recht gut bei Rbs. abgebildet, nur zu gross und mit zu breiten Vdfl. 
Die Art gehört sicher nicht zu Hastiana, für deren mögliche Varietät Rbs. sie 
erklärt. Der auf den hintersten 2/3 gerade Vdrd. der Vdfl. ohne Einbiegung, 
der fast gänzliche Mangel rauher Costaischuppen, die abgerundete Flügelspitze, 
die glatte, wenn auch mit einigen rauhen Schuppen bekleidete Fläche — das 
Alles verweist sie in die Nähe von Maccana. 

Rbs. vervollständigt Clemens' gute Beschreibung. Die Schrägbinde, 
bei meinem Q sehr verloschen, enthält in der Flügelmitte eine roströthliche 
Stelle, die beim 9 kleiner und verloschener ist als beim cf. 

Mein Pärchen erhielt ich, wie Clemens das seinige, von Dr. Packard 
aus Maine oder Massachusetts, Rbs. kennt auch Pennsylvanien als Vaterland. 

6. Ter. Mastiana Linn. 

Var (?) pty chogrammos Z. dlis ant. cinereis, linea plicae longa 
lineaque disci medii nigris, triangulo costali ferrugineo-fusco. cf. 

Unter 175 Ex. der Hastiana, die ich zum Vergleich habe, ist kein ein- 
ziges, das mit dem vorliegenden übereinstimmt. Die Var. psorana Fröl. hat 
zwar die gekrümmte Linie des Mittelraumes, oft sogar schärfer, wenn sie auch 
nicht so weit nach hinten reicht; die Var. radiana Hbn. zeigt zwar öfters in 
der Falte eine Längslinie, ist aber sonst ganz anders, namentlich ohne das 
Costaldreieck. Da aber das americanische Ex. in Flügelbau und Beschuppung, 
auch des Vdrdes., mit Hastiana stimmt, und da selbst Rbs, eine ihm unzweifel- 
hafte Hastiana in der Var. divisana als nordamericanisch vorstellt, so ist es 
mir nur wenig zweifelhaft, dass ich eine blosse Varietät der Hastiana vor mir 
habe. — Hastiana überwintert wie Ferrugana sehr häufig, kann also ohne 
Schaden an ihrer Fortpflanzungsfähigkeit die Fahrt nach Nordamerica mit- 
machen, und so ist kein Grund denkbar, warum ihre dortigen Nachkommen 
nicht in so verschiedenem und selbst noch etwas modificirtem Gewände auf- 
treten wie ihre europäischen Verwandten. 



214 



P, C. Zeller 



Das Ex. ist nur so gross wie eine durch Hunger verkleinerte Hastiana. 
Vorderkörper und die langen Vdfl. grau, letztere hier und da mit ver- 

loschenen schwärzlichen Querstrichelchen. In der Falte zieht eine feine, 
schwarze Linie, welche bei verdünnt endigt. Aus der Schulter kommt (doch 
nur auf dem linken Flügel deutlich vorhanden) ein kurzer, dicker, schwarzer 
Strich. Von der Mitte des Vdrdes. an liegt ein verloschenes, rothbräunliches 
Costaldreieck, das auf der Basalseite von einer schrägen, welligen, rauhen, 
dünnen, schwarzen Linie begrenzt wird, die hinter dem Ende der Faltenlinie 
auf dem Innenrande endigt; der Vdrd. zeigt in diesem Dreieck vier durch 
weisslicligraue Eäume getrennte braune Fleckchen, und vor der Flügelspitze 
liegt noch eins. Unterhalb der gerade abgeschnittenen Spitze des Dreiecks 
und schon viel früher anfangend zeigt sich eine schwarze, nicht recht scharfe, 
feine Längslinie, welche im Mittelraum hinzieht, sich hinter dem Dreieck etwas 
hebt und vor ^4 des Htrdes. verschwindet. Der Htrd. ist durch undeutliche, 
zusammenfliessende, dunkelgraue Flecke von den grauen Fransen geschieden. — 
Htfl. sehr lichtgrau, in der Spitze braungrau. Die hintere Hälfte des Htrdes, 
ist von einer braungrauen Linie eingefasst. Auf der Unterseite sind in der 
Spitze und am Vdrd. braungraue Querstrichelchen ziemlich reichlich. 

Vaterland: Texas (Boll). 1 im Mus. Cambridge. 

7. Ter* trisfana H. 

Var. famula Z. alis ant. rufo-cinereis, punctis asperis atris achpersis, 
litura costae posHcae fuscescenti ohliterata. cT. 

Von der veränderlichen Tristana H. (Heinemann S. 17) gibt es dunkle, 
ziemlich einfarbige Varietäten, die sich von der H. S. 'sehen (zu kurzflüglig ab- 
gebildeten) Et'utana Fig. 9 durch das ganz verloschene, nur als dunkler Wisch 
erscheinende Costaldreieck unterscheiden, und die völlig mit den 4 vorliegen- 
den americanischen Männchen übereinstimmen. Ich glaubte einen specifischon 
Unterschied im Geäder der Htfl. aufgefunden zu haben : bei Trisiana-Ei'utana 
die Adern 3 und 4 nur an der Wurzel vereinigt, bei den Americanern beide 
eine Gabel mit kurzem Stiel bildend. Aber dieses ändert bei jenen so ab, dass 
sogar einzelne Ex. vorkommen, welche auf der linken Seite jene, auf der rechten 
diese Vorbindung aufweisen. Selbst bei den Americanern lässt sich ein Mehr 
oder Weniger erkennen. So bleibt nicht einmal die Bezeichnung der Varietät 
als americanisch möglich. Es versteht sich, dass die amcric. Ex. nicht haar- 
genau mit einander stimmen. Eins ist am meisten mit rauhen, schwarzen 
Punkten bestreut. Auch der grössere Punkt in der Falte, den Heinemann 
als wichtig hervorhebt, ist bei ihnen zu bemerken. 

Meine schön erlialtenen Ex. schickte mir Dr. Hagen ans d(!r Gegend 
von Cambridge. 

Anmerkung. Es scheint u\'\v leicht möglich, dass Ter. viburnana 
Cl. Kbs. Fig. 00 nur eine Vari<'tät der 'IHntana ist; aucli II einem an n führt 
Vihurnum als Nahrung8|)flanzc <ier Trifilana auf; doch würde sie nur zu 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



215 



Var. erutana gestellt werden können. Die Ansicht mehrerer americ. Ex. wird 
die Entscheidung sowohl über diesen Punkt wie darüber geben, ob nicht noch 
1 oder 2 Eobinson'sche Namen einzuziehen sind. 

Tortrioc (Linn). Lederer, Heinemann. 

Diese Gattung ist eine unnatürliche, die nothwendig in mehrere aufgelöst 
werden mnss, wozu sich auch Merkmale, wenn schon nur nach dem männlichen 
GeKSchlecht, hinreichend finden. Ich begnüge mich, den mir in der Natur be- 
kannten nordamericanischen Arten ihre Abtheilungen der Gattung Tortrix, wie 
wir sie bei Heine mann aufgestellt sehen, zuzuweisen. Nur eine darin nicht 
vorkommende erlaube ich mir sofort als eigenes Genus Cenopis zu trennen. 

Abth. Cacoecia H. (Led.) Heinemann S. 32. 
8. Tortr, (Cacoec) rosaceana Harris. 

Alis ant. (margine postico convexo, cT revolucro a hasi remoto, fusco, 
9 cücie apice acutangulo) , pallide liiteis , fascia media ohliqiia macidaque 
costae aiiteapicali briinnescentibiis ; post. canesceHtihus, Q pallide ochraceis, 
cT 9 interius einer eis. 

Tortr. rosaceana Kob. 1. c. p. 262, Fig. 3 cf, 1, 2 9. 

Sie steht der europäischen Decretana Tr. so nahe, dass Schläger mir 
ein 9 iinter diesem Namen schickte. Bei Decretana cf fängt der Vorderrand- 
umschlag der Vdfl. an der Flügelwurzel an und ist nicht viel dunkler als die 
Grundfarbe; Mosaceana hat einen kürzeren, der ziemlich weit von der Flügel- 
wurzel wie ein dreieckiger Zipfel von brauner Farbe herübergeschlagen ist. 

Bei Decreta)ia liegt nicht weit von der Basis unterhalb der Falte ein 
rostbrauner Fleck, welcher so wie die schimmernde Stelle hinter ihm bei Rosa- 
ceana cf fehlt. Die Htfl. sind bei letzterer in grösserer Ausdehnung auf der 
Apicalhälfte weisslichgelb (in Robinson's Abbildung sind sie fälschlich ganz 
einfarbig weisslichgelb). — Beide Geschlechter von Rosaceana haben unter der 
einfarbigen hellen Spitze der Vdfl. eine schwache Einbiegung des Htrdes., 
während diese bei Decretana beträchtlicher ist und die Spitze mehr hervor- 
treten lässt, welche letztere auch dicht an den Fransen eine schwarze Stelle 
enthält. Die Htfl. der Rosaceana 9 sind in viel grösserer x4.usdehnung blass 
ochergelb als bei Decretana 9 und gegen den Innenwinkel schwach grau an- 
gelaufen, statt hier in mehr als halber Flügelbreite braungrau, gewöhnlich recht 
dunkel, zu sein. 

Meine Ex. sind aus Massachusetts, Maine, New-York und Ohio. Ein 9 
ans Texas (Boll) ist im Mus. Cambridge. 

9. Tortr, (Cacoec) piirpurana Gl. 

Alis ant. 0^ (costa ante medium revoluta, margine postico valde con- 
vexo), riifescenti-luteis, violaceo-nitidulis, fascia media ohliqua suhinterrupta 



216 



P. C. Zeller. 



mactdaque costae anteapicali hrunnescentibus utrimque fusco-marginatis ; post. 
cmiesceiitibus, interius late fusco-cinereis, margine costali prope basim albido. 

9 -AI. ant. Costa ante apicem prominentem x)rofunde impressa, margine 
postico infra apicem excavato. 

cf Tortr. purpurana Rob. 1. c. p. 263, tab. 1, F. 4. 

Q — gurgitana Rob. 1. c. p. 263, tab. 4, F. 16. 

Beide Geschlechter sind sehr kenntlich abgebildet; nur sollte der Htrd. 
der Vdfl. noch stärker convex sein und beim dadurch die Spitze noch weiter 
zurücktreten. So auffallend verschieden das 9 seiner Färbung von ist, 
so zweifle ich doch eben wegen dieser sonderbaren Htrd. -Krümmung durchaus 
nicht an ihrem Zusammengehören. Beide Geschlechter stimmen auch darin 
überein, dass auf den Htfl. der dunkle, graue Raum von der Medianader und 
ihrem zweiten Ast (Ader 3) begrenzt wird. (Robinson's Abbildung entbehrt 
der dunkeln Färbung). 

Das in der Färbung und Zeichnung ziemlich veränderliche <^ hat am 
Vdrd. nicht eigentlich einen Umschlag, sondern der Vdrd. fängt nicht weit von 
der Basis an, sich aufwärts zu biegen, und krümmt sich erst weiterhin, in der 
Gegend des Anfangs der Binde, etwas gegen die Flügelfläche. Dies, dann die 
Convexität des Htrdes., die violettliche Beimischung in die Farbe der Vdfl, und 
die Begrenzung des Grauen auf den Htfl, — bilden die specifischeu Merkmale. 
Die Grundfarbe der Vdfl, ist mehr oder weniger getrübt und, wenn sie stark 
verdunkelt ist, fast ohne Zeichnung. Die mikroskopisch-pubescirenden Fühler 
haben über dem verdickten Wurzelgliede keinen Ausschnitt. 

Meine Ex. sind aus Maine (Packard) und New-York (Speyer). 

10. Tortr. (Cacoec) infamatana n. sp. 

Alis ant. (margine postico valde convexo, revolucro basali, appresso) niti- 
dulis, fusco-luteis, area basali, fascia media introrsus dilatata strigaque ante- 
apicali introrsm attenuata nigro-fuscis ; post. fuscis totis. Q. 

Der Purpurana dadurch verwandt, dass der Htrd. der Vdfl. auch uu- 
zierlich convex ist und die Flügelspitze sehr zurücktreten lässt; aber der Vdrd. 
des ist nicht, wie bei Purpurana, blos umgebogen, sondern hat einen fest 
anliegenden Umschlag , der von der Basis bis an die Mittelbinde reicht. — 
Durch ihre geglättete, ein wenig glänzende Vdfl. -Fläche und deren sehr dunkle 
Färbung, sowie durch die einfarbigen, dunkelbraunen Htfl. ist Infumatana vor 
allen bekannten Torlrix- Arten ausgezeichnet. In der Grösse steht sie hinter 
Purpurana merklich zurück. 

R. dunkelbraun, K. heller. Taster lehmgelb (9 heller), von l'/a Kopf- 
länge, nicht sehr stark, zuKammengedriickt, mit hervinstehendem dünneren End- 
gliede. Säugrüssel vorhanden. Mittel- und iJinterbrust scidenglänzend grau. 
Beine lehmgelb, die vorderen an Schiene und Fuss braun mit hellen Enden der 
Glieder. Hint'Tleib hellbraun, beim r/ an den Seiten schwarzbraun. 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericaaischen Nachtfalter. 



217 



Ydfl. 4'", Q ö'" lang, länglich, mit stark convexem, vor der Spitze 
nur schwach eingebogenem Vdrd., sehr convexem Htrd. (der unter der Spitze 
beim Q nur ein wenig mehr eingedrückt ist als beim cf), so dass die Spitze 
stumpfwinklig und wenig bemerkbar wird; die grosste Convexität des Htrdes. 
ist unter der Mitte. Der ganz fest aufliegende Umschlag des cf reicht von 
der Schulter bis zum Anfang der Mittelbinde. Die Flügelfläche ist geglättet 
und hat einen schwachen Fettglanz. Die Grundfarbe ist dunkel lehmgelb, aber 
zwischen der Zeichnung durch Violettgrau mehr oder weniger verdeckt, so dass 
sie nur am Vdrd. und als ßandlinien der Zeichnung rein bleibt. Die sehr 
dunklen, fast schwarzbraunen Zeichnungen sind folgende: das breite Basalfeld 
ist hinten zugerundet. Nach einem bindenfürmigen Eaura, der beim schmäler 
ist als beim Q, folgt die breite, gar nicht durchbrochene, schräge Mittelbinde: 
sie ist am Vdrd. am schmälsten, erweitert sich schnell sehr stark und endigt 
etwas verengert am Innenwinkel; ihr Innenrand bildet ungleiche, grosse Wellen 
und wird durch eine mehr oder weniger vollständige Linie der Grundfarbe 
ziemlich scharf abgegrenzt, während ihr Aussenrand, ausser am Anfange, wenig 
solche Begrenzung hat. wesshalb sie mit der verdunkelten und grau gemischten 
Grundfarbe zusammenfliesst. Vor der Flügelspitze geht vom Vdrd. ein fleck- 
artig anfangender, beim 9 schmälerer als beim cf , auf beiden Seiten lehmgelb 
eingefasster, schräger Streifen herab, der sich allmälig verdünnt und am unter- 
sten Drittel des Htrdes. endigt. Fransen lehmgelb, an der Fiügelspitze mit 
einem kurzen, schwarzbraunen Strichelchen. 

Htfl. einfarbig dunkel schwärzlichbraun, beim Q heller, Fransen einfarbig, 
etwas lichter als die Flügelfläche. 

Die ganze Unterseite einfarbig graubraun, beim Q etwas lichter, der 
Vdrd. der Vdfl. schmal, beim 9 ^i^i wenig breiter, lehmgelb, durch braune 
Querstrichelchen unterbrochen. 

Vaterland: Missouri. Zwei Paare, wahrscheinlich erzogen, erhielt ich 
von Piiley mit der Nummer 325. 

11. Tortr» (Cacoec) cerasivorana Fitch. 

Majuscida, dlis ant. latioribus, obfusis, satiirate ferrugineis, squamis 
lilacinis nitidulis copiosis punctisque fuscis raris adspersis, maculis 2 costae 
fuscis minaribus; post. laete ochraceis, f ascescenti-suffmis Q. 

Tortr. cerasivorajia Eob. 1. c. p. 275, tab. 6, Fig. 47. (f . 

Das cf, welches Robinson abbildet, scheint in der Flügelgestalt und 
Grösse ziemlich verschieden vom Q zu sein; es ist daher fraglich, ob ich die 
Art hier richtig anfüge. 

Sie ist durch ihre fast rostfarbigen Htfl. der gleich grossen Büeyana 
ähnlich, aber doch leicht von ihr zu unterscheiden, da eben diese Flügel bei 
ihr ausser am breiten Vdrd. bräunlich angelaufen, und die Vdfl. sehr reichlich 
mit schimmernden lilafarbenen Schuppenanhäufungen, welche unregelmässige 
Querstreifen bilden, bestreut sind. 

Z. B. Ges. B. XXV. Abb. 28 



218 



P. C. Zeller. 



Vaterland des einen Ex. meiner Sammlung Massachusetts (Beverly 23. Juli: 
Burgess), des anderen Maine (Packard). Nach Fitch, dessen Beschreibung 
ich nicht vergleichen kann, lebt die Art auch im Staate New- York. 

12. Tortr. (Cacoec.) laevigana S, V. 

Tortr. rosana Heineni. Wickler S. 34. Oxyacanthana H. Fig. 117. 

Die 2 vorliegenden Ex. kann ich durchaus nur für Laevigana 9 mitt- 
lerer Grösse ansehen. Sie haben genau deren Flügelgestalt, nur dass der Htrd. der 
Vdfl. kaum merklich weniger convex ist als bei den meisten europäischen Ex. 
Ihrer dunkeln Färbung nach gehören sie zu Oxyacanthana H., deren Htfi. -Spitze 
in beträchtlicher Ausdehnung tiefgelb und bräunlich punktirt abgebildet ist, 
statt dass sie sich bei den 2 Americanerinnen, wie bei manchen europäischen 
Ex., nur auf einem kleinen Raum zu einem gelblichen Ton lichtet. Der Art 
angemessen ist bei diesen Americanerinnen auf der Unterseite hier das Gelbe 
lebhafter und breiter als auf der Oberseite. Auf den trüb graubraunen Vdfl. 
tritt die Zeichnung, mit Ausnahme der braunen Querstriche, sehr wenig hervor. 
Das Gelbliche der Unterseite ist nicht lebhaft, aber in der Ausdehnung wie bei 
unserer Laevigana. 

Ich vermuthe daher, dass die cf ebensowenig specifische Unterschiede 
zeigen werden wie diese 2 aus New- York stammenden 9- Bei Robinson 
finde ich keine der Laevigana entsprechende Abbildung. 

Anmerkung. So wohl in Hübn. Fig. 302 wie in F. v. ß.'s Taf. 11 
haben die 9 Htö. einen so ausgedehnten gelben Raum, wie er in der Natur 
nie vorkommt; bei Hübn. nehmen sogar die Fransen an dieser Färbung Theil ! 
Bei F. R. haben sie — ein fast bei allen Wicklern seines Werkes vorkommen- 
der Fehler — eine ganz falsche Gestalt. Auch bei Duponchel's Oxyacan- 
thana pl. 238, F. 10 ist die Htfl.- Gestalt, nur in anderer Hinsicht, verfehlt. 

Da über den Namen Laevigana kein Zweifel stattfindet, so wähle ich 
ihn zur Bezeichnung der Art. Wie man Linne's Worte: ^,Alae omnes griseae 
seu dilute iestaceae tarn supra quam infra, ut et totum animaV auf sie 
anwenden will, sehe ich nicht ein, und wenn etwa Linne's Museum ein Ex. 
der Laevigana unter dem Namen Rosana enthält, so bestreite ich dessen Be- 
weiskraft. Wie gern ich auch Linneischc Namen annehme, so verbietet es 
sich mir in diesem Fall, wo die Worte der Beschreibung so entschieden wider- 
sprechen. Auch Werneburg's Beweis (I, S. 2(36), dass Linne's Ämericana 
zu Laevigana gehöre, erkläre icli für ganz verfehlt. 

Abth. Loxota(Miia (H. S.) Led. Heinem. S. 35. 

Diese Ablh<.'ihing ist nieiiier Ansicht nach nicht von Cacoecia verschieden. 
Das schon zw(;ifclhalte Geknicktsein (auf der Qiierader) der Vdfl. ist ein Merk- 
mal, darf beiri) Spannen völlig verschwindet. Es bleibt als Unterschied nur die 
weniger vortretende Flügelwpitze, eine Folge davon, dass der Htrd. unter ihr 



Beiträge zur Kenntnies der nordamericanischen Nachtfalter. 



219 



eine Einbiegung hat oder nicht. Sie fehlt allerdings bei Dumicolana, Histrio- 
7iana, Musculaua etc. Aber bei SemiaJbana (die Heineui. zu Cacoecia stellt) 
hat nur das 9 sie; bei TJnifasciana (bei Heinein, in Loxotaenia) ist sie, wenn 
auch schwach, in beiden Geschlechtern vorhanden. Dieses Merkmal würde die 
verwandtesten Arten auseinander reissen. 

13. Tortr, (Looßot.) furvana Roh. 

Majuscula, alis ant. (margine postico simplicite?' convexo) ochraceis, 
fusco-ferrugineo dense irroratis, maculis costalibus (una revolucro adjacente, 
una majore media subquadrangula, una parva apicali) albido-flavis, niti- 
dulis. Q. 

Tortrix — Robinson 1. c. p. 265, tab. 1, Fig. 9. 

Sie ist in der guten Abbildung sogleich zu erkennen; dafür macht die 
Beschreibung sie kaum kenntlich, weil hier die 3 oder vielmehr 2 charakteri- 
stischen weisslichgelben Costalflecke, welche sich nur noch bei Flaccidana vor- 
finden, gar nicht hervorgehoben werden. Diese Flecke sind übrigens von ver- 
änderlicher Gestalt und Grösse. Der erste ist dreieckig, schief nach hinten 
gelegt und unten zugespitzt, und wird an seinem Anfange beim durch den 
Umschlag verdeckt. Der zweite, an der Flügelmitte befindliche, ist gewöhnlich 
auch schief nach hinten gelegt, dabei rhombisch oder trapezoidisch oder selbst 
dreieckig; unterhalb seines unteren Endes ist ein schwarzer Punkt meist recht 
deutlich. Der dritte Fleck, der sich an der Flügelspitze befindet, ist der kleinste 
und verfliesst oft in die längs des fltrdes. gelichtete Grundfarbe. — Schimmernde 
Schuppen zeigen sich zahlreich in der Flügelfläche zwischen den schwer kennt- 
lichen Bindenzeichnuugen. 

Diese Art ist sehr verbreitet. Ich habe sie aus Missouri, Ohio, Illinois 
(durch Leder er, der sie als eine Ptycholoma sp. bestimmte), New- York, Mas- 
sachusetts (wo Burgess die ^ frisch und verflogen Mitte Juli fing) und 
durch den verstorbenen Lieutenant v. Müller (wenn seiner Angabe zu trauen 
ist) aus Californien. Boll brachte 1 9 aus Texas. 

14. Tortr, (Loxot,) flaccidana Rob. 

Majuscula, alis ant. (margine p)Ostico simpliciter convexo) ochraceis, 
opacis, maculis costalibus (una revolucro adjacente, una media triangii- 
lari, una apicali ter dissecta) albidis nitidulis, secunda in strigam angulatam 
producta, cf. 

Tortr. — Robinson, 1. c. p. 277, tab. 6, Fig. 53. 

Sie kommt der Furvana so nahe, dass ich sie, zumal da ich meine Ex. 
vermischt mit ihr erhielt, für eine verblasste Varietät derselben Art hielt. 
Robinson hat sie mit Recht von ihr getrennt, obgleich sie ganz dieselbe 
Grösse und den Flügelbau hat. Die Vdfl. sind ein wenig breiter. Die Grund- 

28* 



220 



P. C. Zeller. 



färbe ist ein gleichförmiges, mehr oder weniger gesättigtes, mattes Ochergelb, 
ganz ohne alle Marmorirung. Die Costalflecke sind weisslich, nur auf dem 
Vdrd. selbst matt, sonst schimmernd; die 2 ersten kleiner als bei Furvana, 
der ZAveite spitz dreieckig. Vom ersten gehen zwei mehr oder weniger deut- 
liche, divergirende, silbergraue, glänzende Streifen bis zur Falte herab. Vom 
zweiten geht ein zweimal winklig gebrochener, sehr deutlicher, solcher Streifen 
bis in den Innenwinkel. Der dritte ist vor der Flügelspitze, undeutlich drei- 
eckig, durch Querstriche in drei Stücke zerschnitten, von deren erstem eine 
kurze, glänzende Linie bis zur Htrd.-Mitte reicht. Ein Ex. hat unterhalb der 
Spitze des Mittelflecks auf der Querader ein schwarzes Strichelchen. Die 
Fransen sind sehr hell ochergelblich. 

Unterseite heller als bei Furvana; die Htfl. auf einem grösseren Raum 
verdunkelt. — Das Q ist mir unbekannt. 

Vaterland: Texas (Robinson, Boll), Illinois (Lederer). 

15. Tortr. (Loocot,) sescuplana n. sp. 

Parva, alis ant. acutis, düute griseo-ochraceis , obscurius strigulosis, 
(revolucro <^ basali brunneo-luteo) , macula costae mediae parva trianguloque 
costae postico cinereo-fuscis; posticis acutis, düute cinereis. 9- 

Verwandt mit Unifasciana und Semialbana, viel kleiner, spitz flügliger, 
besonders in den Htfl. Die grossere Peritana sieht ihr ähnlich, hat aber 
weniger gespitzte Flügel, und auf den Vdfl. gelbere Grundfarbe, ausserdem eine 
vollständige Mittelbinde und eine vom Costaldreieck herabgehende lehm- 
gelbe Linie. 

K. und R. wie die Vdfl. sehr hell grau ochergelblich. Fühler heller, 
gleichsam fein geringelt, beim mikroskopisch pubescirend. Taster fast um 
Kopflänge hervorstehend, aussen dunkel angelaufen, mit hervorragendem, dünnem 
Endgliede. Saugrüssel vorhanden. Beine blass. Rücken der 4 Vorderbeine an 
Schiene und Fuss braun, mit hellen P^nden der Glieder. Hinterleib lichtgrau; 
Analbusch des cf stark, so lang wie 3 Segmente, sehr blass gelblich; der des 
Q ärmlich und kurz. 

Vdfl. 3— 2'/^"' lang, länglich mit spitzem Vorderwinkel; der convexe 
Vilrd. läuft von der Hälfte an fast gerade und ist nur vor der Spitze schwach 
concav; der Htrd. ziemlich gerade, unter der Spitze kaum merklich eingebogen. 
Grundfarbe wie angegeben, reichlich mit bräunlichen oder schwärzlichen, nach 
hinten deutlicheren Querstrichelchen bestreut. Der Umschlag des cT reicht von 
der Wurzel bis nahe an den Costalflcck und ist bräunlich oder röthlich lehm- 
farben, v<;rloHch<;n braun gefleckt. Vor der Mitte des Vdrdes. liegt ein schräges, 
hraungraues Fh ckchtMi, vorn und hinten dunkel eingefasst; es ist der Anfang 
der Mittelbinde, von der sicii gewöhnlich keine Spur entdecken lässt; bei zwei 
ganz unversehrten zeigt sich die schattenhafte Andeutung einer nach unten 
erweiterten, an ihrem Innenrande ziemlich geradlinigen Binde, die auf dem 
Dor.-alrande des Flügels itn Hinlerwinkel, wo sie endigt, mit ein paar dunkel- 



Beiträge zur Kenntnißs der nordamericanischen Nachtfalter. 



221 



grauen Fleckchen bezeichnet ist. Nach diesem Costalfleckchen folgt ein mehr 
als doppelt so langes, braungraues, schmales Dreieck, das auf der Innenseite 
schwarz gerandet, ausserdem mit 2 — 3 schwarzen Costalfleckchen gezeichnet 
ist; aus seiner Spitze zieht keine Linie herab, und so ist auch der Htrd. durch 
keine dunkle Linie oder Flecke von den hellen Fransen geschieden. 

Htfl. mit etwas verlängerter Spitze, sehr hell grau; von der noch helleren 
Unterseite scheinen die zerstreuten dunkelgrauen, verdickten Querstrichelchen 
hindurch. 

Die Vdfl. sind auf der Unterseite grau, am Vdrd. und noch breiter am 
Htrd. bleich ochergelb und auf dieser Farbe mit dunkelgrauen Querstrichelchen 
bestreut. 

Vaterland: Maine (Packard), Texas (Boll, Beifrage — ein Paar hier am 
17. September gefangen). 

Anmerkung. Ein ungespanntes 9 ^^s Texas (Boll) hat die Grösse 
der kleinsten Sescuplana. Die Vdfl. scheinen weniger scharfspitzig, und sicher 
haben sie einen convexer verlaufenden Vdrd. Grundfarbe ohne graue Bei- 
mischung, also sehr blass ochergelb, mit dunkel braungelben Querstrichelchen 
bestreut. Die Mittelbinde ist vollständig, im mittleren Drittel lichter, am An- 
fang und Ende gleich dunkel, wesshalb der verdunkelte Costaltheil weiter nach 
innen reicht als der Costalfleck der gewöhnlichen Sescuplana ; der Innenrand 
dieser Binde ist fast gerade, verdunkelt und von einer hellen Linie der Grund- 
farbe begleitet. Statt des Costaldreiecks ist ein grösserer, halbeiförmiger, an 
den Kändern schwarz gefleckter Costalfleck, von dessen Mitte eine braun gelbe, 
wenig auffallende Linie nach dem untersten Drittel des Htrdes. herabgeht. So 
vielfach dieses Ex. von den mir vorliegenden 9 Sescuplana abweicht, so glaube 
ich doch, dass erst der Vergleich einer grösseren Zahl entscheidet, ob es eine 
eigene Art oder nur eine auffallende Varietät der Sescuplana ist. Zu Tortr. 
peritana Eob. Fig. 52, p. 277 gehört es nicht. Diese hat (nach meinem am 
29. Juni bei Beverly gefangenen 9) entschieden weniger gespitzte Flügel, auf 
den vorderen sowie auf E. und K. eine gesättigtere Ocherfarbe und eine deut- 
liche, vom hinteren Drittel des Costaldreiecks in den Htrd. dicht über dem 
Innenwinkel herabgehende rostbraune Linie. Auch sind die ganzen Zeichnungen 
stark mit Eostfarbe gemischt. (Wie der Vdrd. der cT Vdfl. beschaffen ist, zeigt 
Eobinson nicht an). 

16. Tortr, (Loxot.) Rileyana Grote. 

Majuscula, alis ant. obtusis (costa postice suhconcava, revolucro cT 
longiore), rufescenti-ochraceis, maculis 2 costae , una disci strigiilaque ante 
marginem posticum medium obscure cinnamomeis ; post. suh serieeis , dilute 
ferrugineis. cf Q. 

Tortr. — Grote. Transact. Am. Ent. Soc. 1868 (Sept.), p. 121. 

— — Eobinson 1. c. p. 271, tab. 4, Fig. 28 Q. 

— — Eiley: Nox Ins. I (1869), pL 2, Fig. 4, 5, p. 153. 
Eobinson's Abbildung des 9 ist sehr gut. 



222 



P. C. Zeller. 



Die ochergelbe Grundfarbe der Vdfl. ist mehr oder weniger rötblich an- 
gehaucht. Bei dem viel kleineren reicht der verdickte, etwas schmale Um- 
schlag von der Schulter bis zum ersten Costalfleck und nimmt also über Vs 
des Vdrdes. ein. Der dunkel zimmtbraune Fleck liegt an der Medianader 
zwischen ihrem ersten und zweiten Ast und hat gewöhnlich einen solchen Punkt 
über und unter sich. Die schräge zimmtbraune Querlinie vor dem Htrd, besteht 
aus 3 — 5 an einander gereihten Punktfleckchen, ist mit ihrem oberen Anfang 
gegen das Ende des zweiten Costalflecks gerichtet und endigt am Htrd. nicht 
weit vom Innenwinkel. 

Die Htfl. sind ganz rein hellrostfarben, seidenschimmernd, mit gleich- 
farbigen Fransen. 

Das Geäder zeigt die Merkwürdigkeit, dass beim cT — wenigstens dem 
meiner Sammlung — auf den Vdfi. die Adern 7 und 8 zu einer Gabel ver- 
wachsen sind, deren Stiel V4 so lang wie das Ganze ist, während sie bei den 
9 sich an der Wurzel kaum berühren oder auch zu einem kaum Vg der Länge 
betragenden Stiel vereinigt sind. 

Meine 6 Ex. erhielt ich durch Riley aus Missouri. 



Abth. Idiographis Led. Meinem. S. 31. 

Ich beschreibe hier eine sehr ausgezeichnete, als neuseeländisch 
erhaltene Art, die nach Led.- Hnm. 'scher Vertheilung zu Idiographis gehören 
würde, also mit Centrana H. S. (= Inopiana Haw.) zusammengestellt werden 
müsste. Meine Amplexana lebt ohne allen Zweifel wie die anderen Tortrix- 
Arten nicht in der Erde und in Wurzeln, wie Inopiana (s. Nolcken's Fauna 
V. Estl., Livl. und Curland S. 359) — die also schon darum aus dem Genus 
Torlrix entfernt werden muss. So bliebe meine Amplexana, um diesen Abthei- 
lungsbegriff: Ader 7 und 8 getrennt, Unjschlag der (j^ Vdfl. vorhanden, Taster 
wie bei der Abth. Capua ungewöhnlich verlängert, zu repräsentiren. 

17. Tof'tr, (Jdiof/r.) amplexana n. sp. VIII, Fig. 2. 

Faljns elonyalis, ulhidis, exterius brunneis; alis ant. acutis , albidis, 
fusco-sl rifjulosis, anyulo revolucrum amplectente lituraque dorsi medii trans- 
versa uslulalo-fuscis, triarujulo cosiae posticae fuscescenli, nigro-strigulato. cT« 

Sehr kenntlich an dem braridigbrauncn Winkclstreifen, der auf den weiss- 
lich<'n oder grauwcisscn Vdfl. den Ijusalunischlag einfasst, und dem brandig- 
braunen, nach hinten grau bcHchattetcn Querwiscli der Innenrandmittc. 

Kleiner als Costana. Ii. und Kopf hellgrau. Taster von dreifacher 
Kopflänge, zusammengedrückt, weisHgran, abwärts gelbbraun; Endglied kurz 
und geneigt. SaugrÜHsel kurz, aufgerollt. Fühhir grau, kurz ])ubcscircnd. Die 
4 vord<Ten lieine mit weissgrauen Mnden der (ilieder; die Mittelschiene mit 
weiHHlichem Bändchen iiriti;rlialb der Mitte; Hinterbeine einfarbig gelblichgrau. 



Beiträge zur Kenntnies der nordamericanischen Nachtfalter. 



223 



Hinterleib lehragrau, an den hintersten Segmenten mit rauhen seitlichen 
Schuppen; Analbusch länger als das letzte Segment, grau. 

Vdfl. lang, länglicher als bei Costana, mit graderem Vdrd. an der 

hinteren Hälfte und tieferer Einbiegung unterhalb der Spitze, die daher stärker 
hervorsteht. Der Umschlag befindet sich nahe der Basis, liegt fest an und ist 
mehr oder weniger dunkelbräunlich angelaufen. Grundfarbe weisslich, grössten- 
theils etwas durch Grau getrübt uud reichlich mit braungrauen, welligen Quer- 
strichelchen bestreut. Aus der Schulter geht ein kurzer, brandigbrauner Strich 
nach der Falte, wo sich ihm ein schräg aufsteigender, bis zum Vdrd. reichen- 
der, viel dickerer, in seiner Mitte mehr oder weniger verdünnter anschliesst; 
der dadurch gebildete rechtwinklige Haken umfasst den Umschlag und ein 
Stückchen der Flügelfläche unterhalb desselben. Vor der Mitte erhebt sich vom 
Innenrande, schräg einwärts geneigt, ein dicker, brandigbrauner, zweiwelliger 
Strich bis über die halbe Flügelbreitc ; auf der hinteren Seite geht er in einen 
doppelt so breiten, violettgrauen Schatten über. Wenig hinter seiner Spitze 
fängt das bräunliche, mit schwarzen, schrägen Querstrichen durchzogene, ein- 
wärts nicht scharf begrenzte Costaldreieck an, welches bis kurz vor die mit 
einem schwarzen Punkt bezeichnete Flügelspitze reicht. Vor der Mitte des 
Htrdes. liegt eine schräge, mehr oder weniger kurze, schwarze, aus Schüppchen 
zusammengesetzte, hinten grau schattirte Querlinie. Eine schwarze, ebenso 
zusammengesetzte und mehr oder weniger weit herabreichende Htrd. -Linie zieht 
vor den Fransen, deren grössere obere Hälfte auswärts gebräunt ist. 

Htfl. mit deutlicher Spitze, weisslichgrau mit gelblicher Beimischung und 
ziemlich reichlich mit verloschenen, brauugrauen, von der Unterseite durch- 
scheinenden Querstrichelchen bestreut. 

Unterseite der Vdfl. röthlich braungrau; der Vdrd. an der Wurzel, so 
weit der Umschlag reicht, graubraun, von da ab schmal grauweisslich und 
braun gefleckt. Fransen stärker verdunkelt als auf der Oberseite. Htfl. mit 
mehr gelblicher Beimischung und deutlichem Querstrichen als oben. Die 
Htrd. -Linie dünn, gelbbräunlich, auf dem Analwinkeldrittel fehlend. 

4, bis auf eins, gut erhaltene aus Neu- Seeland in meiner Sanimluug. 



Abth. Ptycholoma Stph. Heinem. S. 38. 
Getrennte Adern 7 und 8. Starker Umschlag des Taster sehr kurz. 

18. Tortr» (I^ychol,) melaleucana Walker. 

Media, palpis minutis; alis ant. elongatis (revolucro <^ ex basi longe 
ultra medium producto), alhidis, nitidulis, dorso latissime ustulato-fusco, in 
medio subinterrupto, macula costae anteapicali fuscescente. <^ 9- 

Tortr ix — Robinson 1. c. p. 271, tab. 4, Fig. 29. 

In Robinsou's Abbildung gut zu erkennen, wenn auch die Flügel zu 
wenig gestreckt und in der Grundfarbe nicht hell genug sind. Die Art hat 



224 



P. C. Zeller. 



ausser den Abtheilutigsmerkmalen nichts mit Lecheana und Magnificana ge- 
mein. Die Fühler entbehren der feinen Zähnchen der Lecheana und sind 
einfach borstenförmig, sehr zart pubescirend gefranst. Der Umschlag der Vdfl. 
reicht von der Wurzel au bis 2/3 des Vdrdes., und ist also länger als bei irgend 
einer bekannten Wicklerart; an seinem Basaldrittel ist er gelblich braungrau. 
Der sehr breite, braune, gelbumflossene und mit glänzend grauen, geglätteten 
Schuppen bestreute Wisch, der sich am ganzen Innenrand hinzieht, nim.mt mehr 
Raum ein als die gelblichweisse Grundfarbe und ist durch glänzend graue und 
rostbräunliche Beschnppung in zwei Flecke getrennt. — Das grössere 9 liät 
einen convexen Vdrd. und reineres Weiss, das an der Basis nicht verdunkelt 
ist. Auch verbindet sich der Costalfleck mit dem Dorsalwisch nur durch gelbe 
Linien, statt dass er beim 9 durch glänzendgraue und gelbbräunliche Färbung 
damit zusammenhängt. 

Meine 4 Ex. sind aus Ohio (Schläger). 

Anmerkung. Ohne Zweifel hat Robinson sich den Namen aus dem 
British Museum geholt. Denn an albo-cinereus und alae vitta postica latis- 
sima cinereo-fusca wird Niemand die Art erkennen. In der Beschreibung wird 
diese vitta, unserer Art entsprechend, an den Innenrand verlegt; aber über den 
Costalfleck schweigen Diagnose und Beschreibung. — Clements Beschreibung 
(Proceed. E. S. Phil. 3, p. 518, wo auch das Geäder und der Kopf abgebildet 
ist) als Ptycholonia? semifuscana ist äusserst genau. 



Abth. Lophoderiis (Stph.) Keinem. S. 41. 

Vdfl. ohne cf Umschlag, mit wenig convexem Vdrd. und getrennten 
Adern 7 und 8. Scutellum mit einem Schuppenhöcker. Taster kurz. 

19. Tortr. (Liophod,) lutosana Clemens. 

Parva, alis ant. (costa leviter convexa, revolucro nullo) subochraceis, 
fascia media ohliqua superius fusca, infra striölam nigram dilatata cinna- 
momea, triangulo costae posticae fusco cum macula sux>er angulo dorsali po- 
Hita conjunclo; post. ohscure cinereis. cT 9. 

Tortr. — Clemens Proc. E. S. Philad. V. (1865), p. 138. 
— — Robinson 1. c. p. 279, tab. 6, Fig. 59. 

Ich habe nur 2 cf und 1 sicheres 9 ^^r mir; nach ihnen ist mir die 
specifische Verschiedenheit von Politana Haw. sehr zweifelhaft. Die sind 
kleiner als meine Ex. von Politana und haben auf den Vdfl. eine gelblichere, 
hellere Grun^lfarbe als diese gewöhnlich; aber der Flügelbau und die Zeich- 
nungsanlage ist ganz dieselbe. Die Binde geht von der Mitte des Vdrdes. 
Hchräg nach dem Jnnenrand; sie erweitert sich auf den unteren 2/3 so, dass ihr 
Htrd. bis in den Innenwinkel reicht; sie ist auf dem obersten Drittel dunkel 
gelbbraun bis zu einem tiefschwarzen, sie durchschneidenden Längsstreifen, der 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



225 



auf der Basalseite zahnförmig gebogen hervorsteht, über welchem die Binde 
verengert ist, wodurch der von ßobinson bemerkte helle Fleck an ihrer 
Basalseite entsteht; unterhalb des schwarzen Längsstreifens ist die Farbe leb- 
haft dunkel ocher- oder zimmtbraun. Ganz so sind deutlich gezeichnete Ex. 
der Politana, denen aber öfters der schwarze Längsstreifen fehlt. Der Raum 
zwischen der Binde und dem Costaldreieck, welcher sich auch auf der Unter- 
seite als weisslicher (bei Politana öfters getheilter) Fleck auszeichnet, bildet 
eine schmale, helle Binde, welche die Mittelbinde auswärts einfasst und in 
ihrem Costalanfang besonders scharf ist. 

Auf diesen Raum folgen bei deutschen Ex. der Politana gewöhnlich noch 
3 — 4 kleinere weisse Fleckchen; sie fehlen bei englischen meist ganz; bei den 
NAm. sind sie verloschen und dunkler gefärbt. Die untere Spitze des Costal- 
dreiecks hängt durch einen Faden mit dem eiförmigen zimmtbraunen Fleck zu- 
sammen, der zwischen dem unteren Theil der Mittelbinde und dem Htrd. über 
dem Innenwinkel liegt. — So bleibt für Lutosana ausser der Kleinheit und 
helleren Grundfarbe gar keine Auszeichnung vor Politana. 

Robinson bildet in Fig. 59 ein grosses 9 ab, dem der Fleck über 
dem Innenwinkel fehlt; aber er deutet ihn in der Beschreibung durch die 
Worte an: connected by a paler streak with internal angle, während Clemens 
darüber schweigt. Das vorliegende Q, das sicher hierher gehört, hat ihn sehr 
deutlich, aber verdünnt bis in den Innenwinkel fortgesetzt, und so ist es bei 
der europäischen Politana. 

Ich habe 2 Q aus Texas (Boll) vor mir, beide etwas grösser und breit- 
flügliger als das besprochene, von denen das eine ziemlich genau als Incer- 
tana bei Robinson in Fig. 58 abgebildet scheint. Der Raum zwischen Basis 
und Mittelbinde ist gesättigter, röthlich ochergelb ; das Schwarze am Innenrand 
tiefer und breiter. Auch ist die Mittelbinde ein wenig breiter und angenehmer 
braungelb an den unteren 2/3. Das Costaldreieck ist dunkler und ein wenig 
grösser, und der schmale bindenförmige Streifen zwischen seiner Spitze und der 
Mittelbinde ist schwärzlich bestäubt. Dieses Ex. hat, wie Fig. 58 es zeigt und 
wie Robinson und Clemens es beschreiben, den eirunden Fleck über dem 
Innenwinkel. — Die Zeichnungen haben aber alle die Lage wie bei der echten 
Lutosana Q, so dass nur die beträchtlichere Grösse und die schönere und ge- 
sättigtere Färbung als ungenügender Unterschied übrig bleibt. 

Das zweite abgeflogene Ex. ist offenbar dieselbe Art, nur mit blässerer, 
röthlicher Ocherfarbe und mit mehr gleichmässigem Schwärzlichbraun der 
Mittelbinde und des Costaldreiecks. Robinson's Fig. 57 Ijicertana 
stimmt mit diesem Ex.; das Bild ist schmalflügliger und zeigt — offenbar in 
Folge ungenauer, durch den verdunkelten schmalen Trennungsraum veranlasster 
Darstellung — die Mittelbinde mit dem Costaldreieck zusammengeflossen. Ro- 
binson gibt dem Endgliede der Taster eine schwärzliche Farbe, was ein Ver- 
sehen, jedenfalls nichts Beständiges ist. 

Z. B. Ges. B. XXV. Alib. 29 



226 



P. C. Zeller. 



Meiner Ansicht nach ist daher Incertana Cl. Rob. p. 278 nicht specifisch 
von Lutosana, und beide zusammen nicht specifisch von Politana verschieden^ 

Vaterland meiner 2 cT New-York, der 3 9 Texas (Boll). 

Anmerkung. Politana Haw. ist eine etwas veränderliche Art, nach 
Wilkinson (p. 271) sogar „sehr veränderlich, sowohl in der Färbung wie in 
der Intensität ihrer Zeichnungen". Sie ist nur in der englischen Varietät, die 
auch Heine mann S. 41 beschreibt, bei H. S. als Lepidana gut und kennt- 
lich abgebildet. F. v. R.'s. Sylvana, die ich von ihm selbst unter diesem 
Namen erhielt, ist die deutsche, gelblichere, weniger scharf gezeichnete Varietät 
und bei ihm Taf. 22, Fig. 4 ganz unkenntlich dargestellt. Wenn H. S. IV, 
S. 162 sagt, die 2 schwarzen Punkte der Abbildung seien „selten" vorhanden, 
so heisst das nichts Anders, als an seineu Ex. seien keine zu sehen. Meine 
12 deutschen und 9 englischen Ex. zeigen sie ebensowenig. 

Ich selbst fing bisher bei Glogau in einer Kiefern Schonung am 13. Mai 
2 und bezweifle die Richtigkeit der bei Treitschke zu lesenden (wohl 
von C. V. Tischer ihm gemeldeten) doppelten Generation. 



Abth. Arg-yrotoxa ^) Keinem. S. 48. 

R. glatt. Vdrd. der Vdfi. schwach convex oder auf der hinteren Hälfte 
gradlinig, ohne Umschlag des (j\ Ader 7 und 8 getrennt. 

20. Tortr, (Argyrot.) trifurculana n. sp. 

Alis ant. ohlonyis (revolucro nullo), pallide flavis, obsolete ochraceo- 
reticulatis, strigis 3 subangulatis, obliquis, ochraceis (una ante medium, una 
jiostica uti'imque f urcala, una ante apicem) ; post. niveis totis. Q • 

Aehnlich in Färbung und Zeichnung der folgenden Furcatana, bei wel- 
cher aber die Adern 7 und 8 eine Gabel bilden, während sie bei Trifurculana 
bis zur Wurzel getrennt bleiben. 

\i. und K. blassgelb, wie das Wurzelglied der beim zart pubescirend 
gefrantttcn Fiiblcr. Taster blas8 ochergelb, beim 9 von doppelter Kopflänge, 
beim kiirzer, ani Ende des zweiten Gliedes stark verdickt; das Endglied 
kurz. öaugiüsHel sehr kurz (oder fehlend?). Beine weisslich, die vurderon 
aubHCU ochergelbliclj angelaufen; Hinterscliienon wcis.s. Ifintcilcib gciblichweiss 
mit schwachem AnalbnHcb. 

Vdfl. 3^/4'", 9 lüug, länglich mit sanft coiivcxein, aii der hin- 

teren Hälfte ziemlich geradem Vdrd., deutlicher Spitze und sanlt convexem 
Htrd. ohne Eindruck unter (h;r .Spitze. Die biassgelbc (liiundfarbe ist reichlich 
mit blasrt ocliorj^rlbrii Kleckr-Iieii oder groben riinkten bestreut, welche, beim 9 

') Aryyrototu l^t. H*tYiW. i.ißzotumtit, iiIm ein Mciriciito, «hiK S t, |» ii n h hIiihi ilin K' ''"'liiH' l'"" 
Bu<;h»Ubfn zu können, Kri««hi«chi- WArter Ki!»iil<l«it lial, zu vtrw«(rl'«n. 



Beiträge zur Kenutuiss der nordamericaiiischen NacMfalter. 



227 



deutlicher getrennt als beim q^j wellige Querlinien bilden. Vor der Mitte geht 
eine starke, schwachwellige, hier und da verdickte, ocherbraune Querlinie vom 
Vdrd. bis hinter die Mitte des luneurandes. Ihr parallel ist die zweite Quer- 
linie, von hinter der Mitte des Vdrdes. bis zum Htrd. dicht über dem abge- 
rundeten Innenwinkel; an ilirem Anfang und Ende bildet sie eine kurze Gabel, 
und über ihrer Hälfte sendet sie einen Ast nach der dritten Querlinie. D.iese 
ist kurz, da sie vom Vdrd. nur bis zur Mitte des Htrdes. reicht: sie ist beim 
Q etwas zerrissen und am Vdrd. gleichfalls in eine kurze Gabel gespalten. 
Den Htrd. umzieht eine ocherbräunliche, gegen die weisslich gelben Fransen 
scharf abstechende Linie. 

Htfl. rein weiss, etwas seideuglänzend, mit gleichen Fransen. 

Unterseite Aveiss, beim (j^ besonders am Vdrd. der Vdfl. und gegen die 
Wurzel sehr blass ochergelb augelaufen. Ader 7 und 8 kommen einander an 
der Wurzel sehr nahe, ohne sich doch zu vereinigen, und Ader 8 endigt ent- 
schieden über der Flügelspitze in den Costalfransen. 

Das meiner Sammlung ist aus New- York (Speyer), das sehr schöne Q 
des Museum Cambridge aus Texas (Boll). 

21. Tortr, (Argyrot,) albicomana Clemens. 

Parva; alis ant. breviuscuUs (revolucro nullo, costa convexa), p^llide 
citrinis, strigis 3- 4 ohliquis, arcuatis, Ulacinis, nitidulis, saepe ferrugineo- 
ficsco marginatis; post. albis, saepe ad marginem posticum einer ascentihus. Q . 

Tortr. — Robinson 1. c. tab. 5, F. 41. 

Var. h) al. ant. basi et margine postico xmllide citrinis, ceterum fusco- 
ferrugineis, in medio ferrugineis, macula parva venae transversae albida, strigis 
Ulacinis dilatatis; post. cinereis. 9- 

Xanthosetia — Clem. Proc. E. S. Philad. V. (1865), p. 137. 

Tortr. — Robinson 1. c. p. 273, tab. 5. F. 42. 

Robinson vergleicht sie richtig mit Bergmanniana; jedoch ist bei 
dieser die Spitze der Vdfl. etwas deutlicher, und Ader 7 geht etwas tiefer unter- 
halb der Spitze in den Htrd. Die einfachste Färbung (Fig. 41) scheint er 
darum weiter nicht zu erwähnen, weil Clemens sie beschrieben hat. 

Beide Geschlechter dieser schönen Art kommen in beiden Färbungen vor; 
nur hat Var. b) wohl ohne Ausnahme dunkelgraue Htfl. 

Die Art scheint sehr verbreitet und stellenweise häufig zu sein. Bur- 
gess fing cT der Var. a) bei Beverly am 21. Juli. 

22. Tortr. (Argyrot.) coniger ana n. sp. Taf. VIU, Fig. 3. 

Alis ant. (costa leviter convexa, revolucro cf basali, appresso) saturate 
rufo- ferrugineis, postice brunneo purpureoque mixtis, macula costae triangu- 
lari vel trapezoidali nivea. Q. 

29* 



228 



P. C. Zeller. 



Nach dem schneeweissen Costaldreieck der Vdfl. scheint diese schöne 
Art mit der viel kleineren Teras JSolmiana L. verwandt; aber bei ihr geht 
Ader 7 deutlich unterhalb der Flügelspitze in den Htrd., und das hat einen 
ziemlich langen Umschlag. Es fällt mir sehr auf, dass ich, obgleich die Art 
nicht selten sein kann, bei Clemens keine auf sie passende Beschreibung 
finde. Robinson mag sie für ein anderes Genus, an dessen Bearbeitung ihn 
der Tod gehindert hat, aufgespart haben. Da sie aber nicht neben Holmiana 
gestellt werden darf, so findet sie wohl den geeignetsten Platz bei Unifasciana. 

Etwas grösser als Loeflingiana. E. und K. röthlich rostfarben, beim 
weniger lebhaft. Taster ziemlich dünn, um wenig mehr als die halbe Kopf- 
länge vorstehend. Saugrüssel klein. Fühler des borstenförmig , mit ge- 
drängten Gliedern, mikroskopisch pubescirend; graubräunlich, mit gelblichem 
Wurzelgliede. Die 4 vorderen Beine bräunlich mit helleren Enden der Glieder; 
die Hinterbeine grau mit verdunkeltem Rücken der Wurzel der Fussglieder. 
Hinterleib grau, au den Hinterrändern der letzten Segmeüte schuppenhaarig 
gefranst. Analbusch des stark, graugelblich, des 9 ärmlich, bleichgelb. 

Vdfl. 4"' laug, länglich mit von der Wurzel stärker, dann schwach con- 
vexem, beim Q fast geradlinigem Vdrd. und sehr schwach convexem Htrd. 
Grundfarbe gesättigt rostroth, bei % des Inneuraudes mit einem braunen Fleck- 
chen. Der Umschlag reicht von der Basis bis zum weissen Dreieck und ist 
mit einigen dunkelgrauen Fleckchen bestreut. An der Mitte des Vdrdes., von 
der Basis etwas weiter entfernt bleibend als von der Flügelspitze und kaum V3 
der Flügelbreite einnehmend, liegt ein schneeweisses Dreieck; beim Q ist 
seine Spitze abgeschnitten, Avodurch es ein Trapez wird. 

Eine sehr dunkel rostbraune, nach unten gebräunte Binde, die das Dreieck 
von der Basalseite begrenzt, läuft schräg zum lunenrand; hinter ihr ist der 
Grund gelichtet und hell purpurfarbig gemischt. Am Htrd. ist eine hell rost- 
braune, gelblich bestäubte (oder gelbliche, rostbraun fleckige) Binde, welche an 
ihrer Mitte mehr oder weniger stark eckig nach innen erweitert und auf der 
Basalseite von einem breiten, braun rostfarbigen Streifen eingefasst ist, wodurch 
ihr Raum um so schärfer bezeichnet wird. Fransen heller rostfarbig als die 
Grundfarbe. 

Htfl. grau, gegen die Wurzel und den Vdrd. gelichtet. 

Unterseite der Vdfl. hellgrau; das Costaldreieck scheint in gelblich- 
weisser, die Htrd. -Binde in gelblicher Farbe veiloschen durch; Fransen rost- 
bräunlich. Htfl. weissgrau, am Vdrd. und in der Spitze weisslicii. 

Meine Sammlung enthält 1 aus Maine (Packard), 3 9 aus Massachu- 
aettb (mit dem Datum 2G. Junij und 1 9 aus New- York (Speyer). 



Abtli. (M'iHMtira Gn., Meinem. S. 50. 

Taster von dreimaliger K(jpflän>,M;. Vdid. der Vdfl. des c^'' ohne Uni- 
Hchlag. Ader 7 un<l 8 m einer Gabi,l zusainmengefloHHen. 



Beiträge zur Keniitniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



229 



An PiUeriana, der eiuzigeu Art, auf welche Guenee und Le derer die 
Abtiieilun^ Oeiiectra gründen, benierke ich einen ganz kleinen Uui«cblag an 
der Wurzel des Vdrdes. und von ihm aus den Rand selbst fast bis zur Binde 
aufgebogen; der Umschlag scheint zwar nicht aus Haut, sondern nur aus ver- 
grösserten Schuppen zu bestehen. — Bei Ex u st an a Z. (Eni Ztg. 1866, 
S. 144), die ich darauf hin nicht untersuchen kann, weil ich nur 1 9 besitze 
(nicht 1 c?, wie dort gedruckt ist), ist der Stiel der durch Ader 7 und 8 ge- 
bildeten Gabel viermal so lang wie die beiden Gabeläste. — Die folgende Art 
hat in sonstigem Bau und Färbung so wenig Aehnlichkeit mit den beiden an- 
deren Oenectra-XiiQu, wie diese unter sich. 

23. Tortr» (Oenect.) violaceana Robs. 

Mediocris, palpis longis; dl. ant. subacutis, (costa leviier convexa, 
revolucro nullo), fusco-violaceis, hasi late aiirea nitidula, marcjine pof^tico 
ciliisque ochraceis; post. ohscure cinereis, subtus canis, cf. 

Tortr. — Robinson 1. c. p. 271, tab. 5, Fig. 31. 

Die Fühler sind borstenförmig, kaum gegen die Spitze schwach gekerbt, 
mikroskopisch pubescirend. Die spitzen Vdfl. haben einen schwach gekrümmten 
Vdrd. und einen solchen Htrd., so dass die Spitze nicht sonderlich scharf ist. 
Von einem Umschlag ist nicht die geringste Spur zu entdecken. — Eine Aehn- 
lichkeit mit Minütrmia, die Robinson sieht, ist der Art abzusprechen. Auch 
sehe ich bei ihr auf dem Scutellum keine Spur eines Haarschuppenhöckcrs. 

Meine 4 Ex. sind, wie die Robiuson's, aus den Staaten New- York und 
Massachusetts. 



Abth. Dichelia Led., Heinem,, S. 50. 

Taster kaum von doppelter Kopflänge. Fühler nur pubescirend ge- 
franst. Vdfl. ohne Umschlag. Ader 7 und 8 bilden eine Gabel. 

24. Tortr» (Dicliel.) j^tiritana Robin s. 

Alis ant. elongatis (costa sine revolucro), aureis, fascia perobliqiia, siib- 
angulata, macula costae posticae lituraque sub apice rufo-ferrugineis, lilacino- 
conspersis; posticis cinereis, Q dilutioribus. 

Tortrix — Robinson 1. c. p. 271, tab. 5, Fig. 30. 

Sie hat einige Aehnlichkeit mit der europäischen Strigana, aber eine 
schöner gelbe Grundfarbe. Die Taster, die bei meinem Paar abgebrochen sind, 
beschreibt Robinson als lang und rüsselförmig, wonach die Art sogar zu 
Oenectra gehören und ein noch bunteres Artengemisch hervorbringen würde. 

Das hat an den Fühlern etwas Besonderes, indem die Geissei vom 
"Warzelgliede abgeschnürt, dann lu 10—12 Gliedern etwas zusammengedrückt 



230 



P. C. Zeller. 



convex, an beiden Seitenränclern sägezähnig und borstig gefranst, von da ab 
einfach borstenförmig, gezähnelt und flaumhaarig ist. 

Die Binde der Vdfl. geht von V4 cles Vdrdes. nach dem Anfang des 
letzten Innenranddritteis hin, an dem sie sich zu einem bis in den Innenwinkel 
reichenden Streifen erweitert, was sie auch in der Falte thut, wodurch sie eine 
eckige Gestalt erhält. Der Stiel der Gabel von 7 und 8 hat kaum V3 der 
Länge des Ganzen. 

Vaterland meiner Ex. wahrscheinlich Maine. Robinson gibt für die 
seinigen Massachusetts und Illinois an. 

Anmerkung. Croesia? unifasciana Clemens (Proc. E. S. Phil. 3, 
p. 516), welche Robinson für seine Art hält, kann kaum hierhergehören, wenn 
sie nicht sehr abändert. Die Zeiclmung der Plügelspitze stimmt; aber von der 
Binde, die er als über der Falte unterbrochen beschreibt, soll dadurch das 
untere Ende als ein Fleck auf dem Innenrand ein wenig hinter der Mitte 
übrig bleiben, statt dass sie, wie ich beschrieben habe, und wie Robinson 
abbildet, sich von 2/3 des Innenrandes bis in den Innenwinkel fortsetzt. Ro- 
binson's Figur halte ich für die des cf ; sie hat aber blass gelbliche Htfl., 
blässer als bei meinem Q. Clemens gibt kein Geschlecht an und bezeichnet 
sie als blass braungelb. Diese Flügel mögen eine veränderliche Färbung haben. 

25. Tortr. (Dic/tel.) siUfui'eana Clem. 

Parva, palpis prominentibus ; dl. ant. (sine cT revolucro) aureis, niti' 
dulis, ferrugineo-reticulatis, fascia obliqua ex margine dorsali ramum emittente 
adversus marginem posticum directum et cum macula marginali connexum, 
puncto dorsi ante medium maculaque costae posticae lilacino-brunneis ; dl. 
post. obscure cinereis. Q. 

Tortr. — Robinson, p. 273, t. 5, Fig. 38 (zu gross), 39. 

Croesia? — Clem. Proc. Ac. Nat. Sc. Philad., 1860, p. 353. 
— ? virgineana Clem. Proc. E. S. Philad. 1864, p. 517. 

Robinson, der 100 Ex. zum Vergleich hatte, mag mit der Behauptung 
Recht haben, dass diese Art sehr veränderlich sei. Ich habe nur 5 sicher zu 
einer Art gehörige Ex. und zwei grössere (j^, die ich nicht mit Bestimmtheit 
damit vereinigen kann. Jene (3 rf, 2 9) stimmen mit Clemens' Beschrei- 
bung seiner Sulfureana, nur nicht in der der Htfl., die nach ihm whitish sein 
sollen, während sie bei meinen Ex. dunkel braun grau, beträchtlich dunkler 
sind als bei den 2 grösseren, in Anmerkung 1 erwähnten, und nicht in dem 
stripc along the inner niargin (der Vdfl.), von dem meine Ex. so wenig zeigen 
wie Robin so n's Figuren. In Rbs.' Fig. 39 nimmt ein dunkelrother Streifen 
fast den ganzen Htrd. ein. 

Meine Ex. sehen folgendermassen aus. Auf den Vdfl. ist die Grundfarbe 
ein schönes, scbimnierndes Goldgelb, mit rostrotlicn Gitterstrichen reichlich 
überzogen, die gegen die Basis hm ziemlich verloschen, gegen den Htrd. bin 



Beiträge zur Kenntniss der aordatnericanischen Nachtfalter. 



231 



um so deutlicher ausgedrückt sind; hier treten besonders die Adern in dieser 
Farbe scharf hervor. Eine violettiichbraune Binde fängt auf Vs des Vdrdes. 
einfach oder zu einem Fleck erweitert an und o^eht schräg und ziemlich gerade 
bis zum Innenrand hinter der Mitte, wo sie sich zu einem grösseren Fleck 
erweitert; von dessen hinterem Ende steigt schräg aufwärt«; ein starker Arm 
auf, der sich oberhalb der halben Flügelbreite ganz nach hinten wendet und 
sich durch verstärkte Adern mit einem Hinterrandfleck von verschiedener Länge 
und Deutlichkeit vereinigt. Am Innenrand liegt vor ','3 ein starker, gleich- 
farbiger Punkt und am Vdrd. vor der Spitze ein ebenso gefärbter dreieckiger 
Fleck. Die Fransen sind hellgelb. 

Die Q sind etwas grösser als die cf , mit schmäleren, spitzeren Ydfl., 
deren Vdrd. hinter der Mitte bis vor die Spitze sanft eingedrückt ist. Das 
Costaldreieck ist schmäler als beim cT, der Htrd. -Fleck kleiner und vom Htrd. 
abgerückt, so dass hinter ihm die rostfarbenen Adern deutlich hervortreten. 

Die Htfl. haben in beiden Geschlechtern in den Fransen dasselbe Dunkel- 
grau wie auf der ganzen Flügelfläche. Rbs. bildet sie gelblich ab, lässt aber 
aus der Beschreibung erratheu. dass sie von der Flügelfläche nicht abweichen. 
Der Stiel der Gabel, welche auf den Vdfl. die Adern 7 und 8 bilden, ist halb 
so lang wie das Ganze. — Die 2 9 haben dicke, lange, dunkelgraue Hinter- 
leiber; der kleine Analbusch des einen ist gelblich; aber die dunkelgrauen 
Deckhaare mögen abgerieben sein. 

Nach der Länge der Taster, die um etwas mehr als die Kopflänge her- 
vorstehen, würde diese Art auch zu Oenectra zu stellen sein: sie sind dreieckig 
verdickt, dann schnell verdünnt, mit dünnem, abwärts gerichtetem Endgliede. 

Meine Ex, sind aus Massachusetts (cf 29. Juni und 16. Sept.. Bur- 
gess), Missouri (ßiley) und Texas (BoU). 

Anmerkung 1. Die zwei grösseren Ex. (1 so gross wie die eben 
beschriebenen 9 5 ^^.s and-n-e noch grösser, beide jedoch kleiner als Puritana) 
haben zwar unter einander gleiche Fiügelgestalt, nämlich die Vdfl. ein wenig 
länger als bei den beschriebenen Sulfureana cf, sind aber in der Färbung 
unter einander etwas verschieden. Bei beiden stimmt die goldgelbe, schim- 
Ciernde Fläche ganz mit der von Sulfureana; es fehlt aber alle Gitterzeichnung, 
und die übrige Zeichnung ist rostbraun, mit violettlich schimmernden Schuppen 
überdeckt, so dass das Rostbraun nur schmal an den Eändern zum Vorschein 
kommt. Die Binde ist in 3 Flecke aufgelöst, von denen der mittelste weiter 
vom Dorsalfleck absteht als vom Costalfleck; der Dorsalfleck, der grösste, 
streckt gegen den Mittelfleck eine Spitze hervor und sendet hinten einen Arm 
schräg in die Höhe, der sich auf der Querader zu einem Fleck verdickt und 
hier endigt. Hinter und über diesem Fleck ist bei dem kleineren Ex. der 
Grund ganz reingelb; bei diesem zieht dicht vor dem Htrd., ihn nicht be- 
rührend, aus der Flügelspitze ein breites Band herab, das sich unten verdünnt 
und durch einen dünnen Randstreifen mit dem Dorsalfleck verbindet. Ebenso 
ist auch der dunkle Dorsalpunkt auf dem Innenrande durch rostgelbe Schuppen 
mit dem Dorsalfleck verbunden. Das Costaldreieck, welches vor dem Quer- 



282 



P. C. Zeller. 



aderfleck anfängt, ist nach hinten sehr verengert und gelichtet und hängt nicht 
mit der Fliigelspitze zusammen. Bei dem grösseren Ex. erreicht es aber nicht 
nur die Flügelspitze, sondern fliesst auch mit dem Bande des Htrdes. zusammen; 
zwischen diesem und dem Queraderfleck ist noch ein Querfleck vorhanden, der 
mit diesem, sowie mit dem Mittelbande durch lichtere Rostfarbe wischartig 
verbunden ist. Die Gabelader ist wie bei Sulfureana. Die Fransen sind nur 
gelblich. Die Htfl. sind lichtgrau mit helleren, doch nicht gelblichen Fransen 

Was also diese Ex. (das kleinere aus Texas [Packard], das grössere aus 
Maine oder Massachusetts [gleichfalls von Packard]) von meiner Sulfureana 
unterscheidet, ist die beträchtlichere Grösse, der Mangel der Gitterzeichnung 
die in Flecke aufgelöste Binde, der Queraderfleck, das Htrd.-Band und die 
helleren Htfl. — Auf das kleinere passt Rbs. Fig. 40 gut, und ich würde sie 
für eine Darstellung desselben erklären können, wenn sie nicht eine vol 
ständige Binde zeigte. 

Anmerkung 2. Ich habe 3 cf, 1 Q von Beifrage aus Texas (die 
am 20. Juli und 1. August, das 9 am 30. Juli gefangen). Sie sind zum Theil 
sehr abgeflogen; nur das eine hat vollständige Fransen, woher sich mit 
Wahrscheinlichkeit annehmen lässt, dass auch die Flügelfärbung bei ihm nicht 
durch Abreibung verändert ist. Sie sind noch kleiner als meine Sulfureana, 
mit etwas längeren Vdfl., wie bei den in Anm. 1 beschriebenen. Die Grund 
färbe ist ein helles Goldgelb mit einigem Schimmer, und nur bei dem unab 
geflogenen cf in der Gegend des Innenwinkels mit einiger Spur von Gitterung 
Die Farbe der Zeichnungen und der Schulterdecken ist rostroth, schwach lila 
schimmernd. Die Binde ist in 3 getrennte Flecke aufgelöst; bei einem 
hängt jedoch der zweite mit dem grossen Dorsalfleck genau zusammen. Der 
grosse Queraderfleck ist mehr oder weniger weit vom Dorsalfleck entfernt 
jedoch bei demselben mit ihm durch einen dünnen Hals verbunden. Der 
Costalfleck ist klein und völlig frei. Der Htrd.- Streifen, der sich dem Htrd 
über dem Innenwinkel mehr nähert als oben, ist nach unten sehr verdünnt. 
Der Dorsalpunkt vor der Binde ist gross und dreieckig. -Auch die Basis des 
Vdrdes. ist fleckartig rostroth und durch solche Schuppen mit der Binde ver 
bunden. Die Gabelader wie bei Sulfureana,. 

Htfl. sehr hellgrau, auf der Unterseite fast gelblich. Hinterleib blas 
gelbgrau. 

Diese kleine Forjn nenne ich als Varietät oder als Art, falls sie sich al 
solche erweisen sollte, Belfrayeana. 

2^). Tortr. (JHrJieL) fi^rcatami Walker. 

AÜH ant. acutis (revolucro nuUof), palUde flavis, .mhreticulatis, fuffct 
media inferius furcata, ramo uUero cum macula dorsali conjundo, slrif/aq 
jKmiicd liiKinuata, in anyulo inferno cum macula dorsaii conjuncia fusco 
fi'.rriKjineis ; ])Osl. alhis. '1^. 

JJicftelia Wahker IJrit. Mus. 2H, |). 'MU. 

Tortr. — liobinMon I. c. p. 270, tub. 4, Fig. 27. 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



233 



Meine 2 Ex. sind grösser als die folgende Beticulatana und haben keine 
Taster; nach Walker sind diese kurz, während Robinson über ihre Länge 
schweigt. Der Vdrd. der Vdfl. ist vor der scharfen Spitze sanft eingedrückt, 
der Htrd. fast gerade, kaum ein wenig convex, ganz ohne Eindruck unterhalb 
der Spitze. Die Gabel der Adern 7 und 8 ist länger als der Stiel. 

Was diese Art besonders charakterisirt, ist der rostbraune Dorsalfleck, 
der von 2/3 <i®s Innenrandes, wo er den einen Arm der beiden, in die sich die 
Binde spaltet, aufnimmt, bis in den Innenwinkel hinein reicht. InRobinson's 
Bild ist er nicht ausgedrückt. — Die Art hat eine äussere Aehnlichkeit mit 
Trifurculana, bei welcher aber die Adern 7 und 8 der Vdfl. getrennt bleiben. 

Meine zwei Ex. sind aus den Staaten New-York und Ohio. 



Abth. Batoden Guen., Heinemann S. 49. 

Vdrd. der Vdfl. mit kurzem Umschlag; Ader 7 und 8 bilden eine Gabel. 
Taster bis zu doppelter Kopflänge. 

27. Tortrix (Bat,) reticulatana Clemens. 

Alis ant. acutis (revolucro cf parva), pallide aureis, ferrugineo-i-ecti- 
culatis, puncto dorsali, striga obliqua in maculam dorsalem dilatata maculaque 
costae posticae furcam in maculam dorsalem et in unguium internum demit- 
tente violaceo-fuscescentihus; post. alhis vel alhidis, in q ad marginis interni 
basim callosis. cf 9- 

Croesia? — Clemens Proc. Acad. Nat. Sc. Philad. 1860, p. 353. 

ToHrix — Robinson 1. c. p. 272, tab. 5, Fig. 33-35. 

?Var. })) mesospila Z. al. ant. striga ante medium maculaque costali 
nullis, macula dorsali magna. 9 • 

Mit Recht nennt Robinson die.se Art sehr veränderlich. Das (j wird 
aber wohl immer an der Beschaffenheit der Htfl. zu erkennen sein. An diesen 
ist nämlich der Innenrand auffallend kurz und wulstig verdickt, und weiter 
einwärts zieht in der etwas vertieften Fläche ein kurzer Wulststreifen herab. 
Die ganze Stelle ist blass ochergelb. Ausserdem ist der Flügel entweder so 
weiss wie beim 9j oäei gelblichweiss , in der Flügelspitze grau angelaufen. 
Die Taster reichen um wenig mehr als Kopflänge über die Stirn hinaus. — 
Der Umschlag des c^' liegt dicht an und ist ziemlich leicht zu übersehen; er 
reicht bis in den erweiterten Anfang des mehr oder weniger bindenförmigen 
Queratreifens. Das Costaldreieck ist hell und dunkel gegittert, und von seinem 
unteren Ende geht ein Stiel, der sich schnell in 2 gebogene Arme theilt, von 
denen der innere zu der dreieckigen Dorsalerweiterung des Querstreifens, der 
andere in den Innenwinkel reicht; beide ändern in der Deutlichkeit ab, und 
es fehlt bisweilen der eine oder auch beide. 

Z. B. Ges. B. XXV. Abh. 30 



234 



P. C. Zeller. 



Varietät h) unterscheidet sich durch die breiteren Vdfl., die auch 
unterhalb der Spitze gar keine Einbiegung haben, wie sie doch bei den drei 
anderen Ex., wenn auch sehr schwach, vorhanden ist. Der erste Querstreifen 
fehlt; doch ist der Anfang, wenn auch undeutlich, zu erkennen. Dafür ist der 
halbeiförmige Dorsalfleck desto grösser und dunkler und durch Schuppen auf 
dem Innenrand mit dem Innenrandpunkt verbunden. Auch das Costaldreieck 
fehlt und ist kaum durch verloschene Querstrichelchen angedeutet; wo sein 
Anfang sein sollte, geht eine dunkle, gebogene Querlinie in gleicher Richtung, 
wie bei den anderen Ex., in den Innenwinkel; die zum Dorsalfleck gerichtete 
fehlt völlig, wie auch die vor dem Htrd,, welche sonst bei (j^ und 9 vom 
Vdrd. schräg zum Htrd. geht und ihn über dem Innenwinkel erreicht. Die 
Gabel der Adern 7 und 8 hat einen kürzeren Stiel als bei den 3 anderen Ex., 
bei denen er Vs des Ganzen beträgt. Es ist also möglich, dass das Ex. (dem 
die Taster fehlen) wegen der Breite der Vdfl., des uneingebogenen Htrdes., der 
etwas anderen Zeichnung und der Gabelader zu einer verschiedenen Art gehört. 

Vaterland: Texas (1 cT), Maine oder Massachusetts (cT Q), New-York 
(Var. b). 

Anmerkung 1. ßobinson's Eig. 36 scheint ein darzustellen, dem 
die dünnen Querlinien und die Gitterung wie in Fig. 35 fehlen. Beide Figuren 
sind sicher nach Ex. mit weggewischtem Dorsalpunkt gemacht. In Fig. 36 ist 
das Dorsaldreieck sehr klein und gegen die Wurzel zu nicht so weit verlängert 
wie bei den anderen Ex., wesshalb seine Lage weiter gegen den Innenwinkel 
gerückt erscheint. Ich stimme Robinson bei, der beide Figuren als Varietäten 
hierherzieht. 

Anmerkung 2. Der l^Sima Beticulatana verträgt sich mit Beticulana E. 
und Reticulata Stt. in demselben Genus schlecht, da Verwechslangen nicht 
ausbleiben können. Ich würde daher Walker's Benennung Suhauratana 
(Teras — 40, p. 289) vorziehen, deren Beschreibung ungewöhnlich sorgfältig 
ist und, wenn man weiss, dass diese Art gemeint sei, zutrifft. 



Abth. AiiipIiiHii^) Curt. Coclostatliiria Clemens. 

Taster wenig länger als der Kopf, cj^ Fühler kammzäh nig. Vdll. des (/ 
ohne IJmHchlag. y\der 7 und 8 bilden eine Gabel. 

28. Tortrioß (Amph») di.scopunetana Clcm. 

J*ari:a, anlennis rj" hrevüer pectinalis; alis ant. aculis (costa convexa, 
/ evolucrn (f HuUo), jxdiide ockracciH, striyis 2 arcuaiis, hrn/mieis, priorc uague 

') Nicht Amjihyna, wirt \,(ii\(ir(u\ It c i n o in ;i ri ii iiiirl Amloro Kcliroilifin. H. (^urtiH iJritiHli 
Kntomolojfy, V (1H*2H). |». ÜO», H i i-, \t \\ *m\ h wiilillo «hilVir iti tU-u lIliistnitioiiH IV {iH'.'A), |i. Hl 

l'liiU.dour.. 



Beiträge zur Kenntnise der nordainericaiii?chen Nachtfalter. 



235 



ad punctum veiiae traiisversae nigrwn, posteriore icsque ad marginem posticum 
fasicwe instar colore brunnescenfi achimbratis ; p>ost. albidis. . 

Coelostathma — Clem. Proc. E. S. Philad. 1860, p. 355. 

Tortrix — Robinson 1. c. p. 276, tab. 6, Fig. 51. 

Der Stiel der aus 7 und 8 gebildeten Gabel ist halb so lang wie das 
Ganze. Auf der Unterseite sind die Vdfl. blassgelb, gegen die Wurzel hin grau- 
schattig, der Vdrd. schmal weissgelblich und gegen die Wurzel hin mit bräun- 
lichen und hinter der Mitte bis zur Spitze mit 4 starken, braunen Punkten 
gezeichnet, aus deren zweitem eine Querlinie bis in den Innenwinkel zieht. Der 
Queraderpunkt ist braun und nicht so deutlich wie auf der Oberseite. 

Ein cT', kleiner als Ro bin sou's Abbildung, aus Texas (Boll) im Museum 
Cambridge. 

Ein eben solches aus Dr. Rössler's Sammlung. 



Abth. Platynota Clemens. 

Taster von 2— Sfacher Kopflänge, vorgestreckt. Fühler einfach. Ydfl. 
mit rauhen Qu-irlinien und Schuppenhaufen. Umschlag des vorhanden. 
Ader 7 und 8 zu einer Gabel verwachsen. 

Diese durch ihre rauhen Vdfl. ausgezeichnete Abtheilung, die Clemens 
sehr genau charaktcrisirt, ist nicht mehr und nicht weniger als die anderen 
jTorfrüJ-Abtheilungen berechtigt, eine eigene Gattung zu bilden. Sie hat nicht 
blos in der Beschuppung, sondern auch in der Flügelgestalt mit den rauh- 
schuppigen Teras- Arten Aehnlichkeit. Nach Lederer's und Heinemann's 
Anordnung würde sie am besten hinter Capua zu stehen kommen. 

29. Tortr. (Plxityn.) sentana Clem. 

Alis ant. acutis, (revolucro hrevi), obscure fuscescenti-griseis, strigis 
obliquis asperis nigrls, striga media obliqua nigra exterius fasciae instar fus- 
cescenti-adumbrata, tria)iguJo costae posticae obsoleto fuscescente, pmncto voiae 
traiisversae aspero atro; post. fusco-cinereis, cf basi canescente. (j' Q. 

Platynota — Clemens Proc. Ac. Nat. Sc Philad. 1860, p. 348. 
Tortrix — Robinson 1. c. p. 277, tab. 6, Fig. 54 9. 

Sie ist veränderlich in der Grösse (doch das kleinste cf so gross wie 
Flavedana 9)> desgleichen in der Länge der Taster (bei dem einen grösseren 
nicht mn die ganze Kopflänge, bei dem kleineren cf um die volle Kopf- 
länge, beim 9 ^™ die doppelte über die Stirn hinausragend) und in der Farbe 
der letzteren (bei dem kleineren cf' oben dunkelgrau, bei den 2 anderen Ex. 
hell staubgrau). Nach den vorliegenden Ex., deren Htfl. -Farbe dunkel braun- 
grau ist, ändert diese wohl nie so ab, dass sie eine gelbliche Beimischung er- 
hält. Clemens nennt sie freilich yellowish fuscous, und da er die Möglich- 

30* 



236 



P. C. Zeller. 



keit annimmt, dass Flavedana nur Varietät der Sentana sei, so möchte seine 
Art gar nicht mit der Robinson'schen einerlei zu sein sclieinen; dafür be- 
schreibt er die Vdfl. so trelfend, dass ich gegen das Zusammengehören der 
Clemens'schen, Robinson'schen und meiner Sentana keinen Zweifel habe. 

Das wichtigste Unterscheidungszeichen, das weder Clemens, noch Ro- 
binson angibt, ist der Umschlag des cT; er reicht bei Sentana nicht bis 
zum Anfang der Binde und hat somit Vs oder Vg der Vdrd. -Länge; dabei ist 
er ziemlich schmal; bei Flavedana reicht er bis über die Hälfte des Vdrdes. 
und hat eine angemessene Breite. Einen anderen wichtigen Unterschied gibt 
die Färbung der cT H^A- ; bei Sentana ist nämlich von der Wurzel aus ein am 
Innenrand hinziehender, auffallend heller, dreieckiger Raum, der sich auf der 
Grundfarbe wie eine abgewischte Stelle ausnimmt. 

Auf den Vdfl. zeigt sich ein starker, tiefschwarzer Schuppenbusch auf 
der Querader als hintere Grenze der Binde, die gerade hier am hellsten und 
von zwei schwarzen, rauhen Längslinien durchzogen ist. Der Dorsaltheil der 
Binde ist am breitesten und bildet einen grossen, röthlich gemischten Wisch- 
fleck. Wie die Binde, so ist auch das verloschene, von schwarzen Querstreifen 
durchzogene Costaldreieck auf der sehr schiefen Basalseite durch eine rauhe, 
schwarze Linie begrenzt. 

Auf der Unterseite sind die Vdfl. bräunlichgrau, ringsherum hellgrau mit 
verloschenen, dunkleren Querstrichen; die Htfl. ganz hellgrau und sehr reich- 
lich mit zu unvollständigen Querlinien zusammenfliessenden braungrauen Quer- 
strichelchen bestreut. 

Clemens beschreibt die an Viburnum prunifolium lebende Raupe; 
den Schmetterling erhielt er daraus zeitig im Juli. 

Robinson, dessen kenntliche Abbildung die schwarzen Querlinien nicht 
genug hervortreten lässt, kennt als Vaterland: Massachusetts, New- York und 
Pennsylvanien. Aus den beiden ersten Staaten habe ich ^^^^ 9 ; ei" cT i"^ 
Museum Cambridge stammt aus Texas (Boll). 

30. Tortr. (Platyn,) flavedana Clem. 

Parva; alis pofst. f'uscescenti-liiteis ; ant. scabris, cT, (revolucro longis- 
fiimo) in basi anguste , ad marginem posticum latius lutescentüm.s, ceterum 
fuHCü nigi'oque mixtin ; 9 lutencentibus, fascia media ohliqua, superius angu- 
stiore Irianguloque costae pofiticae brunnescenlibus, fiisco tran-sversc scabriff. 

Platynota - Clemens. Proc Ac Nat. Sc. Pliü. 1860, |). 318. 
Tortrix Robinson I. p. 278, tab. fl, Pig. 55 
— laterana Rob. 1. c p. 278, tab. 6, Fig. 56 9- 

Von der vorhergehenden und den folgenden diircli den ungewöhnlich 
langen Umschlag des und ausser anderen Farbenvorschiedcnheiten durch die 
bräunlich lehmfarbonen Htfl. sehr sicher zu unterscheiden. Die beiden Ge- 
Kchlechter weichen dabei so sehr von einander ab, dass Clemens ungewiss ist, 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



237 



ob das <^ wirklich zu dem vorher als Flavedana beschriebenen 9 gehört, und 
Kobinson sie als zwei verschiedene Arten aufsstellt, von denen er sonder- 
barer Weise die eine, das Q, neu benennt und der anderen, dem für Giemen s 
zweifelhaften cf, den Namen Flavedana lässt. Robin son's Bilder machen 
die Art sehr kenntlich; nur sind sie, gegen die mir vorliegenden 3 cf, 3 9, 
zu gross, und keins der Q hat, obgleich sie in der Färbung etwas veränder- 
lich sind, so lebhaft gelbe Htfl. wie Fig. 56; er nennt sie, wie auch die ganze 
Unterseite, tiefrostfarbig, Clemens sogar röthlich safranfarbig. Auch zeigen 
die Htfl. der Fig. 55 die Basalhälfte nicht heller gefärbt als den Rest, wie sie 
doch nach der Beschreibung und nach der Natur sein sollten. 

Auch bei dieser Art sind die Q Taster länger als die männlichen; jene 
ragen um die doppelte, diese kaum um die anderthalbmalige Kopflänge über 
die Stirn hinaus. Der bis über die Hälfte des Vdrdes. reichende Umschlag hat 
dunkelbraune Farbe, ist aber auf seiner Unterseite wie der dadurch verdeckte 
Flügeltheil blasslehmfarbig. 

Die Htfl. des cf sind lehmgelbbraun mit röthlicher Beimischung an der 
Wurzel sehr gelichtet, wie verloschen; auf der Unterseite sind sie heller und 
einfarbig, aber auf der Costalhälfte und um die Flügelspitze mit bräunlichen 
Querstrichelchen bestreut, die jedoch auch verlöschen können. Beim 9 sind 
beide Seiten gleichfarbig, gewöhnlich viel heller als beim cf, und auf der 
Unterseite verloschener und spärlicher, oder gar nicht gestrichelt. 

Vaterland der mir vorliegenden Ex.: Texas (Boll), Washington (Osten- 
Sacken), Massachusetts, wo Burgess 2 gut erhaltene <^ bei Beverly am 
15. und 18. Juli fing. 

31. Tortr. (JPlatyn.) lahiosnna n. sp. 

Parva; alis omnihus ferriigineo-ochraceis, ant. brunneo-scabris (revo- 
liicro brevi), macula costali initiuni fasciae mediae referente, triangulo 
costae posticae striaque transversa ante-marginali brunnescentibus, puncto 
venae tramversae scabro atro; post. dilatioriüus, unicoloribus. (j' 9- 

Von der vorigen verschieden durch den kurzen Umschlag, die helle rost- 
gelbliche Ocherfarbe aller Flügel, die in beiden Geschlechtern gleiche Zeich- 
nung der vorderen, durch die nur in ihrem Anfange vorhandene Binde, und 
durch die an der Wurzel nicht gelichtete Farbe der Htfl. 

Grösse der Flavedana, das 9 wenig grösser und breitflügliger als 
das Männchen. Farbe auf R. und Flügeln ein rostgelb gemischtes Ochcrgelb, 
auf K., Hinterleib und Htfl. nur heller. Taster um mehr als Kopflänge schnabel- 
förmig über die Stirn hervorstehend, an den Seiten gelbbraun, Endglied läng- 
lich, kegelförmig. Fühler zart sägezähnig mit feinen Fransenhaaren. Beine 
ziemlich einfarbig, die 4 vorderen kaum nach unten verloschen heller punktirt. 
Analbusch nicht stark. 

Vdfl. 3— 3V2"' lang, ziemlich gestreckt, in der Gestalt wohl wenig von 
denen der Flavedana abweichend (worüber sich, da alle Fransen abgeflogen 



238 



P. C. Zell er. 



sind, nicht sicher urtheilen lässt). Der Umschlag, von der Wurzel bis zum An- 
fang des ersten Costalflecks reichend und kaum V4 <ier Vdrd.-Länge betragend, 
liegt fest an. Der Costalfleck, der vor der Vdrd. -Mitte anfängt, ist braun oder 
gelbbräunlich und dunkler begrenzt, schräg nach hinten gelegt, fast rhombisch, 
schon weit über der Falte gänzlich verschwindend. Das hintere, gleichfarbige 
Costaldreieck ist durch die Breite des Costaldreiecks von diesem getrennt und 
erreicht nicht die Flügelspitze; es ist auf der Basalseite dunkel begrenzt, und 
unter dem unteren Ende dieser Grenzlinie liegt auf der Querader ein dunkel- 
brauner Punkt. Das Dreieck ist hinter seiner Hälfte von einer braunen Schräg- 
linie durchschnitten, die sich in einer mehr oder weniger deutlichen Linie rauher 
Punkte gegen den Innenwinkel hin fortsetzt. Am Htrd. liegt ein dunkler 
Streifen, der weiter als bei Flavedana nach dem Innenwinkel hin reicht und 
sich nach unten verdünnt. Die dunkeln Querlinien sind wahrscheinlich bei un- , 
Versehrten Ex. alle rauh, und auch im Mittelraum werden sich rauhe, doch 
hellfarbige Punkte finden. 

Htfl. einfarbig, in beiden Geschlechtern gleich, mit helleren Fransen. So 
ist auch die Unterseite, wo jedoch der Vdrd. der Vdfl. einige dunkle Fleckchen 
und Punkte zeigt. i 

Vaterland: Texas (Beifrage). Die 3 meiner Sammlung wurden am 
25. Juni, 1. und 25. Juli, das 9 2. Juli gefangen. ' 

32. Tortr, (Platyn,) eocasperatana n. sp. 

Parva; alis ant. (revolucro brevi) ochraceo, fusco nkjroque mixtis^ 
dorso hasali margineque postico pallidis, litura costae ante medium maculaque 
quadranpida costae mediae pallidis ( Q albidis) ; post. cincreis, adversus 
basim albidis. c/' 9 • 

Die hellgelblichen und sehr reichlich braun gemischten und mit schwarzen 
Schuppenhäafchen bestreuten Vdfl. haben an der Mitte des Vdrdes. einen, be- 
sonders beim 9 reinen und scharfen, weissen, viereckigen Fleck, der die Art 
sclir auszeichnet. 

Grösse der Lahiosatia R. gelbgrauweisslich mit ]>räun]icher Vorderhälfte 
der Scliultcrdecken. K. und Taster noch heller als das R., bei einem weiss- 
licli. 'laster nach aussen verdunkelt, um Kopflänge hervorstehend, zuges])it2t, 
mit gciK-igtem Endglicde. Beine weissgrau, an den Füssen, die vorderen auch 
an den Scliieiien, dunkler grau mit liellen Enden der Glieder. Hinterleib des' 
hellgrau mit schmalem, ziemlich langejii, hellem Analbuscli; das 9 ff''^"^'' 
ochergclblichgrau, am Bauch scliwärzlich grau, mit sehr kleinem, ärmlichem, 
grauem Analbusch. 

Vdfl. 9 '^'A'" i"it sanft convcxcm Vdrd. und noch scliwä- 

fher convexcni HfnI., von Hclimuizigem Ausselien; der blassoclKirgelbe Grund 
ist dicht mit braunem, zuHammcngeflosHenem (iewidk ulxjr/og^ n, und dieses mit j 
zahlreichen, schwarzen öchu|)|)cnli»'»<;kern bestreut. Die Grundfarbe bleibt frei: 
in dnem groHHi-n Fleck an der Wurzel des Innenrandes, einem kleinen, ver- 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



239 



loscheuen Vdrd.-Fleck gleich hinter dem kurzen Umschlag, einem grösseren, 
viereckigen an der Mitte des Vdrdes. und in ziemlicher Breite längs des Htrdes. 
Der viereckige Costalfleck zeichnet sich beim 9 durch seine Grösse und rein- 
weisse Farbe aus; seine untere hintere Ecke ist nach hinten in eine Spitze 
verlängert. Vor der Mitte des Htrdes. liegt ein runder, verwischter, schwarz- 
brauner Fleck. Fransen heller als die Grundfarbe. 

Htfl. grau, beim 9 einfarbig, beim an der Wurzelhälfte ohne scharfe 
Begrenzung weisslich. 

Unterseite grau; die Vdfl, dunkler, am schmal weisslichen Vdrd. der 
ganzen Länge nach mit braunen Querstrichen; an der Mitte desselben ist ein 
kleiner, weisslicher, durchschnittener Fleck. Htfl. hellgrau, mit verloschenen, 
dunkeln Querstrichelchen bestreut. 

Vaterland: Texas (Boll) und New- York (Speyer), 9 in meiner, 9 
in der Cambridger Sammlung. 

Cenopis ii. g. 

xevo; inanis, w^' facies. 

Frons pr ofunde excavata ("9 integr'a?). 

Palpi labiales capite duplo longiores, articulo terminali äcuminato. 

Haust ellum brevissimum vel subnullum. 

Fasciculus analis brevis, exilis. 

Alae latae; anteriores oblongae, acutae, costa et margine 'posiico leviier 
convexis, venis 7 et 8 in furcam conjunctis, veno, 8 iri apicem exeunte; poste- 
riores subtus callo prope marginem internum decurrente, ciliis 
anguli analis reliquis paulo longioribus. 

Mir ist ausser der Sedenia biundulata weiter kein Schmetterling be- 
kannt, bei dem die Stirn so tief und zu einem so regelmässigen Loch einge- 
drückt wäre wie bei den vorliegenden zwei Wicklern ; es ist, als ob den Männ- 
chen nach Herausnahme des Gehirns die Hirnschale umgekehrt eingesetzt oder 
wegen des Fehlens der sonst darunter liegenden Masse eingesunken ist. Die 9 
werden, wie ich nicht bezweifle, mit ausgefüllter, vollständiger Stirn versehen 
sein, wie bei anderen Schmetterlingen, als ob ihnen das Denken für beide Ge- 
schlechter übertragen ist. Ausser diesem Merkmal haben die (j^ auf den Htfl. 
noch eine Auszeichnung. Auf der Oberseite zieht von der Basis neben dem 
etwas umgeschlagenen Innenrand eine furchenartige Vertiefung, welche auf der 
Unterseite als eine wurmförmig gekrümmte, nach unten verdünnte Beule her- 
vortritt. Der Bau dieser Flügel wird daher eigenthümlich sein; er lässt sich 
aber ohne Abschuppung nicht deutlich erkennen, wesshalb er künftig genauer 
angegeben werden muss. Das 9 scheint sich auch darin von den echten Tor- 
trices nicht zu unterscheiden. 

Im Uebrigen haben die Arten einigermassen das Aussehen der einfarbigen 
Tor^nx- Abtheilung Heterognomon ; ihre Taster sind jedoch länger, und die 



240 



P. C. Zeller. 



Adern 7 und 8 der Vdfl. sind nicht gesondert wie dort, sondern bilden eine 
langgestielte Gabel. — Der Umschlag ist ganz kurz und schmal und daher 
leicht zu übersehen. 

1. Ceti. Petfitana Robin s. 

Major; alis post. niveis ; ant. sidplmreis, humer o hrunneo, striga ex 
Costa ante medium luiescente ad plicam evanescen^e ; Q alhis, sericeo trans- 
verse undulatis. 

Tortrix — Robinson 1. c. p. 269, tab. 4, Fig. 21 cf, 22 9. 

Mein einzelnes 9 stimmt, mit Ausnahme der Farbe der Vdfl. genau mit 
Robinson's Fig. 22, mein einzelnes mit Fig. 21, ausser dass es auf seinen, 
allerdings sehr abgeriebenen Vdfl. keine Spur des zweiten Costalflecks zeigt; 
hiernach kommt es mehr mit Fig. 23 überein; aber dieses Bild hat kürzere 
Taster, und der Querstreif der Vdfl. liegt der Wurzel näher, so dass ich von 
dem Zusammengehören der in Fig. 21 und 22 abgebildeten Arten lange nicht 
so überzeugt bin wie Robinson. Merktv^ürdig ist es, dass er die so auffallende 
Stirnbildung des cT g'^i' nicht bemerkt hat. 

Der hellgelbe K. des ist von hinten nach vorn erhöht und dann hinter 
der Mitte der Augen ziemlich senkrecht abgeschnitten, in dem abgeschnittenen 
Theil aber mit einer grossen und tiefen querelliptischen, von einem Auge zum 
anderen reichenden Höhle versehen, durch welche aber das dunkle Obergesicht 
nicht verengert wird. 

Die Taster, etwas länger als beim 9» stehen um mehr als Kopflänge 
hervor, sind ziemlich schlank, zusammengedrückt, vor dem Ende des zweiten 
Gliedes verdickt, und das geneigte dritte Glied hat kaum ^'4 Länge des zweiten ; 
sie sind auswärts rostbraun angelaufen bis vor das Ende des zweiten Gliedes, 
welches wie das dritte hellgelb ist. Vom Saugrüssel ist kaum eine Spur zu 
erkennen. Fühler borstenförmig, gezähnelt, kurzborstig gefranst, mit verlängertem 
Endgliede. 

Die hell schwefelgelben, nach hinten noch helleren Vdfl. sind am Vdrd. 
von der Schulter aus nicht völlig bis zum Querstreifen sehr schmal rostbraun. 
Der Querstreifen geht von V4 des Vdrdes. schräg nach hinten abwärts; er ist 
erst wie ein schmales Band, das sich bald fleckartig erweitert; dann wird er 
dünn und verloschen und hört an der Falte ganz auf. Der Htrd. verläuft sehr 
schwach convex, fast geradlinig und ohne Einbiegung unter der Spitze bis zum 
abgerundeten Innenwini<el herab. 

Das 9 ich wenigstens für das meiner Pettitana halte) ist beträcht- 
lich grösser (Vdfl. gegen 5'"), Der gelblich weiss»; K. hat eine flach 
convexe »Stirn ohne Auszeichnung. Die 'i'aster, nur um Koi)flänge hervorstehend, 
sind auswärts och(;rbräunlich angelaufen. Der Saugrüssel ist dünn, aufgerollt, 
etwa von Rückenschildlänge. Bein»; weiss, die vorderen auf der Lichtseite 
ocherfarbig. — Die weissen Vdll. sind am Vdrd. vor der Mitte convcxer als 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



241 



beim cT, am Htrd. unter der Spitze sehr sanft eingebogen, am Innenwinkel 
noch stärker abgerundet als beim cf. Die schimmernden, sehr reichlichen 
Querwellen sind deutlicher als beim cf. Auf der Querader ist wie bei diesem 
eine beulenartig aufgetriebene Stelle. An der Gabel hat der Stiel die halbe 
Länge des Ganzen, beim cf aber volle drei Viertel. 

Das erhielt ich aus Missouri (Riley) mit der Angabe: „Raupe auf 
Eichen", das 9 aus New- York (Speyer). 

2. Cen, testulana n. sp. 

Alis ant. rufescenti-ochraceis, lituris 3 parvis, öbsoletis, obscuriorihus; 
post. flavescenti-cdbidis. c^. 

Sehr verschieden von der vorigen durch gestreckteren Flügelbau, auch 
dadurch, dass das Loch in der Stirn kleiner, weiter nach vorn gerückt ist und 
damit das Obergesicht sehr verengert. 

R., K. und Vdfl. röthlich ochergelb. Der Oberkopf ist sanft gewölbt und 
zeigt, von oben gesehen, das Loch gar nicht, weil es sich ganz vorne befindet; 
es ist kreisrund, viel kleiner als bei Petiitana und steht daher weiter von den 
Augen ab; an der oberen Hälfte hat es einen schmalen, weisslichen Rand. Die 
auswärts gebräunten Taster stehen um Kopflänge hervor, sind aber am Ende 
stark niedergebogen; das zweite Glied ist zusammengedrückt, an der Endhälfte 
stark erweitert, das dritte Glied deutlich. Saugrüssel kaum von Kopflänge. 
Fühler sehr kurz gezähnelt. Beine hell ochergelb, die vorderen dunkel geröthet. 
Hinterleib blass ochergelb mit schwachem Analbusch. 

Vdfl. 33/4'" lang, länglicher als bei Pettitana , am Htrd. und Innen- 
winkel mehr zugerundet, ohne Glanz und ohne Beule der Querader. Umschlag 
dicht an der Wurzel, klein, dicht anliegend, daher leicht zu übersehen. Die 
Fläche ist ziemlich reichlich mit kurzen, bräunlichen, sehr verloschenen Quer- 
strichelchen bestreut, welche nur vor dem Htrd. sich zu etwa 3 vollständigeren 
welligen Querlinien vereinigen. Unterhalb des Anfangs der sonstigen Binde ist 
ein dreieckiges, bräunliches Wischchen, und an der Mitte des Innenrandes eine 
bis über die Falte reichende, gekrümmte, kurze Querlinie; beide sind olfenbar 
die spärlichen Ueberreste der gewöhnlichen Binde, die vielleicht bei anderen 
Ex. vollständiger vorhanden ist. Ein gleichfarbiger Wisch liegt auf der Quer- 
ader, welcher, wie gesagt, die beulige Auftreibung fehlt. Fransen heller als die 
Grundfarbe. 

Htfl. schmäler und spitzer als bei Pettitana, schmutzig gelblichweiss, 
gegen die Wurzel weisslicher. 

Unterseite der Vdfl. sehr blass röthlich ochergelb, auf dem Vdrd. ver~ 
loschen dunkler gestrichelt. Htfl. unrein weisslich, längs des Vdrdes. blass- 
röthlich. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein im Museum Cambridge. 

Z. B. Gee. B. XXV. Abh. 31 



242 



P. C. Zeller. 



Coiichylis Tr. 

Ohne Zweifel ist diese Gattung in America nicht weniger artenreich als 
in Europa, und eine Menge Arten werden ebenso schwer zu unterscheiden sein. 
Zu der besonders schwierigen Gruppe der in den Stengeln des Alisma plantago 
lebenden Griseana werden Eobinson's Lepidana, Interrupto-faseiata, etc. 
gehören, die wohl alle nach wenigen und mittelmässig conservirten Ex. aufge- 
stellt sind und daher schwer wieder zu erkennen sein werden. Ich enthalte mich 
daher der Charakteristik einer kleinen Art aus Texas, obgleich ich sie in 6 Ex. 
vor mir habe, von denen 3, wie gewöhnlich zugerichtet, zu Ende Juni und 
Anfang Juli durch Beifrage gesammelt wurden. Sie ist so klein wie die zu 
derselben Zeit auf unseren Torfwiesen zwischen Triglochin palustre schwärmen- 
den Ex., von denen noch nicht fest steht, ob sie einerlei mit Griseana oder 
eigene Art sind. Mit ihnen haben die 6 Texaner grosse Aehnlichkeit. Soll 
aber Sicherheit über die specifischen Rechte gewonnen werden, so müssen 
durchaus unversehrte, zahlreiche, wo möglich aus der Raupe erhaltene Ex. zur 
Verfügung stehen. 

Dass es in Nordamerica Arten gibt, die der Gruppe der Latoniana und 
Parreyssiana angehören, zeigen Robinson's Fig. 1^—11. 

Ein aus New- York, von der Grösse der Baumanniana, stimmt in der 
Zeichnungsanlage mit Vulneratana und deren Var. Exsulana; seine Kleinheit 
und andere Färbung mögen individuell sein; aber nach einem einzelnen schlecht 
conservirten Ex. lässt sich hier nichts Sicheres sagen. 

1. Conch. argentilimitana Robins. 

Minor; alis ant. elongatis, exalbidis, plaga basali, fascia media fracta 
fasciaque marginis postici cum macula costae posticae cohaerente vitellinis, 
argenteo-marginatis. (f. 

C. — Robinson 1. c. p. 287, tab. 8, Fig. 82. 

Sie und die folgende Art, mit der sie nicht verwechselt werden darf, 
geliören wegen der silberglänzenden Einfassung der Zeichnungen in die Nähe 
der europäischen ^mmn^ana. Wenn sie auch nicht immer grösser sein mag, als 
Vitellinana, so hat sie doch anf den Vdfl. eine sehr helle, gelblichweisse Grund- 
farbe — nicht eine schön rein gelbe; ihre Mittelbinde steht senkrecht und ist 
in der Mitte fast rechtwinklig gebrochen; ihre hintere Binde zieht dicht am 
Htrd. und bildet mit dem Costalfleck einen starken Winkel, statt eine Fort- 
setzung dieses Flecks zu sein und fern vom Htrd, zu laufen. 

Statt des Basalfeides zeigt sich bei genauer Betraclilung in geringer 
Entfernung von der Basis eine stark gebrochene, auf beiden Seiten silberglän- 
zend eingefasste Binde, deren unterer, längerer Arm weiter gegen die Basis 
/urückgeht, als der obere, kürzere; <ier Vdrd. ist bis zu letzterem von der Wurzel 
au8 dottergelb mit «chwärzlicher Costaischneide. 



Beiträge zur Kenntniss der nordaraericanisclien Nachtfalter. 



243 



Robinson's Abbildung macht die Art wenig kenntlich, da die Zeichnun- 
gen zu bräunlich sind und der silbernen Einfassung entbehren. Die Beschreibung 
hebt aber jeden Zweifel. 

Vaterland: Texas (Boll). 2 im Cambridger Museum. 

2. Conch. vitelUnana n. sp. 

Minor; alis ant. angustulis, laete flavis, fascia media suhöbliqua, incurva, 
fasciaque postica recta vitellinis, argenteo-marginatis. cf. 

Xur ein cT, das aber an den in der Diagnose und bei Argentilimitana an- 
gegebenen Merkmalen zu erkennen sein wird. 

Kleiner als Argentilimitana; alle Flügel schmäler, die vordem mit weniger 
scharfer Spitze. 

R. hellgelb, K. mehr ins Weissliche. Taster ziemlich dick mit kurzem 
Endglied, gelblichweiss. Beine weisslich. Hinterleib ochergelblichgrau mit hell 
ochergelbem, schmalem Analbusch. 

Vdfl. 2%^" lang, schmal, ohne scharfe Spitze, mit convexem Htrd., rein- 
gelb, an der Wurzel kaum verdunkelt; vom Innenrand nahe der Wurzel geht 
ein bräunlicher Nebelstreif schräg aufwärts bis über die Falte. Die dottergelbe, 
auf beiden Seiten silberglänzend gesäumte Mittelbinde ist auf dem Vdrd. näher 
der Basis als auf dem Innenrand; sie erweitert sich allmälig nach unten und 
ist in der Mitte schwach gebogen. Die hintere, gleichfarbige Binde fängt an 
der Stelle des sonstigen Costaldreiecks an, ist grade, schmäler als die Mittel- 
binde, nur auf der verdunkelten Basalseite silberglänzend gesäumt, und endigt 
auf dem Htrd. über dem Innenwinkel. Auch die Flügelspitze ist in einem kleinen 
Fleck dottergelb und einwärts mit silberglänzenden Schuppen begrenzt. Fransen 
heller als die Grundfarbe. 

Htfl. spitz, einfarbig dunkelgrau wie die ganze Unterseite, wo aber der 
Vdrd. der Vdfl. gegen die Spitze weisslich ist; Fransen der Vdfl. wie auf der 
Oberseite. 

Vaterland; Maine oder Massachusetts. Ein von Packard erhaltenes Ex. 
in meiner Sammlung. 

3. Conch, bhnaculana Robin s. 

Minor; alis ant. elongatis, pallide griseo-ochraceis, macula disci curvato- 
ovali, adscendente maculaque flexa ante marginem posticum jacente laete cin- 
namomeis. 9- 

Conch. — Robinson 1. c. p. 285, tab. 8, Fig. 78. 

Leicht zu erkennen. In der Zeichnung mit keiner europäischen Art über- 
einstimmend, doch aber wohl zur Verwandtschaft der Jucundana zu rechnen. 

Der schiäg aufgerichtete, gekrümmt eiförmige Fleck im Mittelraum reicht 
mit seinem untersten Drittel über die Falte herunter. Der grössere Fleck vor 
dem Htrd. fängt verdünnt unterhalb der Spitze an, krümmt sich einwärts und 

31* 



244 



P. C. Zeller. 



ist auf seiner concaven, gebräunten Basalseite schimmernd weisslich eingefasst. 
Die hellen, am Ende braunen Fransen sind vor der Mitte mit einer feinen 
schwärzlichen Linie durchzogen. 

Htfl. dunkelgrau, auf der Unterseite hell mit verloschenen dunkleren 
Querstrichelchen. Fransen hell, nahe der Wurzel mit dunkelgrauer Linie 
durchzogen. 

Ein cT (Vdfl. nur 2"' lang) ist kleiner, mit feineren Zeichnungen als 
die 3 anderen. 

Vaterland: Texas (Boll). In meiner Sammlung und im Cambridger Museum. 



4. Conch» seriatana n. sp. 

Minor; alis ant. elongatis, acutis, exalbidis, linea ohliqua prope hasim, 
arcu ex costa media demisso maculaque inferius posita cinnamomeis, nigro- 
squamulatis, serie lineolarum fuscarum marginis postici; post. canis. cf. 

Nur ein c^, das jedoch, wenn es auch zu einer veränderlichen Art ge- 
hören sollte, sicher wieder erkannt zu werden scheint. Den schrägen Längs- 
strich in der Nähe der Wurzel, der hoffentlich ein beständiges Merkmal ist, 
sehe ich nur bei einzelnen Ex. der Smeathmanniana durch einen ganz ver- 
loschenen Nebelstreif angedeutet. 

Grösse der Kindermanniana ; die Flügel aber viel spitzer. Vorderkörper 
und Vdfl. fast weiss, mit sehr schwacher gelblicher Beimischung. Taster dick, 
um die halbe Kopflänge hervorragend, weiss, mit kurzem Endgliede. Vorder- 
beine gelbbraun; Hinterbeine weisslich. Hinterleib gelbgrau mit ansehnlichem 
zugespitztem, weisslichem Analbusch. 

Vdfl. fast 3'" lang, gestreckt, langgespitzt; Htrd. sehr schräg zurück- 
gehend, schwach convex. Breit von der Basis getrennt zieht im Mittelfelde ein 
grader, dünner, zimmtbrauner Längsstrich schräg über die Falte hinweg, die 
sie um Vn ihrer Länge überragt, und hinter der sie in gleichem Abstände vom 
Vorder- und Innenrand mit einem dunkeln Punkt endigt. Von der Mitte des 
Vdrdes. geht ein zimmtbrauner, schwarzbestäubter, nach aussen concavcr Bogen 
schräg herab bis zur Querader, unter welcher, mehr gegen die Basis zu, an 
der Falte ein eckiges, ebenso gelbes, schwarzbestäubtes Fleckchen liegt; beide 
Zeichnungen stellen die gewöhnliche, gebrochene Mittelbinde vor. Den Htrd. 
säumt eine Linie aus 4 schwarzschuppigen, gelblich beschatteten Strichelchen 
gebildet, deren oberstes bis an die Flügclspitze reicht. 

Htfl. unterhalb der Spitze recht merklich eingedrückt, wcissgrau, etwas 
seidenschimmernd, weissfranaig. 

Unterseite der Vdfl. braungrau; Fransen weisslich; die des Vdrdes. bilden 
eine bis vor die Flügclhälfte reicliende, nach hinten erweiterte, weisse Linie. 
Htfl. noch heller als auf der OberKcite. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein Ex. im Cambridger Museum. 



Beiträge zur Kenntaiss <ier uordamericanischen Nachtfalter. 



245 



5. Conch» glaucofuscana n. sp. 

Parva; alis ant. pdllide flavis, costa fusco-strigulata, fascia ex clorso 
medio obliqua fusca, atro-dissecta, limbo latissime fusco , qlauco nigroque 
miocto, ciliis glauco-fuscescentibus. 9 • 

Sie gehört in die Verwandtschaft der Posterana, hat aber eine dunklere 
Färbung und die des Htrdes der Ydfl. noch mehr verbreitert, so dass zwischen 
ihr und dem schräg nach aussen gelegten Mittelband ein schmaler Costalfleck 
die Grundfarbe behält und dadurch eine Uebereinstimmung mit Schreibersiayia 
entsteht. 

R. dunkel gelbbräunlich (verwischt); die Schulterdecken so wie die Ober- 
seite des Kopfes und die Taster schmutzig hellgelb; letztere zugespitzt mit 
kurzem Endgliede und an der Seite gebräunt. Beine weisslichgelb. Hinterleib 
braungrau mit weisslichgelbem Analbusch und hervorstehendem Legestachel. 

Vdfl. 2^12" lang, länglich, mit wenig vortretender, abgerundeter Spitze. 
Die schmutzig gelbliche (sehr hell ochergelbliche) Grundfarbe nimmt kaum 
einen so grossen Raum ein wie die dunkle Zeichnung. Der Vdrd. ist mit senk- 
rechten, schwarzbraunen Querstrichelchen gezeichnet, zwischen denen dicht an 
der Basis, dann bei V4 der Länge und hinter der Mitte je ein gelbbräuulicher 
Fleck liegt; der dritte, als sehr verdünnter Anfang der Miltelbinde, ist grüsser 
und dunkler als die beiden vorhergehenden. Von der Wurzel des lanenrandes 
aus ist ein breiter, aufwärts gebogener, bis unter das zweite Costalfleckchen 
reichender, ochergelblicher Streifen , ähnlich einem Oelstreifen. Die breite, 
braune, dunkel marmorirte Binde fängt vor der Mitte des Innenrandes an und 
steigt schräjg nach aussen aufwärts; bei Vs ihrer Höhe endigt sie tiefschwarz, 
indem sie hier mit dem Costalfleck, der ihr sehr verengertes oberstes Ende 
bildet, kaum in Verbindung steht. Ein eckiger Costalfleck der Grundfarbe, der 
zugespitzt bis zur Hälfte der Flügelbreite herabreicht, folgt dieser Binde. Alles 
üebrige bis zum Htrd. ist braun, mit Schwarz und noch mehr mit Violettgiau 
gemischt. Nur vor dem lunenwinkel liegen auf dem Innenrande ein paar Fleck- 
chen der Grundfarbe als Begrenzung der Binde. Man kann also die grössere 
hintere Flügelhälfte als dunkel betrachten mit einem grossen, hellgelben Costal- 
fleck und 2 — 3 solchen Dorsalfleckchen. Fransen dunkelbräunlich, violettschimmemd. 

Htfl. braungrau, — Unterseite der Vdfl. braungrau; der Vdrd. an der 
Endhälfte schmal hellgelb mit schwarzen Querstrichelchen; die Flügelspitze bis 
zum halben Htrd. herunter mit hellgelben Fleckchen. Htfl. hellgrau mit ziem- 
lich reichlichen braunen Querstrichelchen. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein in den Htfl. beschädigtes Q im Museum 
Cambridge. 

6. Conch. Biinteana Rbs.? 

Parva; al. ant. in triente basali pdllide ferrugineis, ceterum roseis, 
fascia media ochreo- nigricante in costam coarctata, plaga ajigidi dorsalis ro- 
tundata, superiiis fusca. Q. 

? Robinson 1. c. p. 288, tab. 8, F. 86. 



246 



P. C. Zeller. 



Robinson's Beschreibung mit ihrem outer third of the wing promi- 
nently tinged with pink (wovon jedoch die Figur gar nichts zeigt) und large 
patch (welcher aber irregulär sein soll) of duU brown scales scheint gut auf 
die vorliegende Art zu passen ; aber aus der Abbildung ist sie nicht zu erkennen. 
Vielleicht ändert sie ab. 

Sie ist verwandt mit der gleich grossen Mussehliana, der Alisma-Griseana, 
Notulana; nur hat sie etwas gestrecktere und hinten mehr erweiterte Vdfl. 
Sie würde durch die schöne Rosenfarbe der Vdfl., welche durch die braune, 
auswärts braun ochergelbe Mittelbinde gegen die hell rostgelbe Farbe des 
Basaldrittels sehr scharf abgegrenzt ist, leicht und unverkennbar charakterisirt 
sein, w^enn sie nicht abändert. 

R., K. und Oberseite der Taster wcissgelblich. Vorderbeine braun; Mit- 
telbeine heller mit weisslichen Enden der Fussglieder; Hinterbeine bleich gelb- 
grau. (Hinterleib fehlt.) 

Vdfl. lang, nach hinten etwas erweitert; das Basaldrittel hell dot- 

tergelb, auf dem Vdrd. mit verloschenen bräunlichen Querstrichelchcn. Die fol- 
gende schräge Binde ist gesättigt ocherbraun, mit schwarzen Schuppen bestreut, 
besonders basalwärts, und verengert sich in den Vdrd., den sie in der Mitte 
erreicht; sie fliesst hinten von der Mitte an gegen den Innenrand aus und 
umschliesst damit ein rosenfarbiges üorsalfleckchen, welches ebenso wie sie 
schwärzliche Dorsalpunkte, deren hinterster der stärkste ist, enthält. Vor der 
Flügelspitze geht vom Vdrd. ein ocherbrauner, etwas schwarz gesäumter Streifen 
gegen den Htrd. herab, den er mit seinem verschmälerten Ende an der Mitte 
erreicht. Zwischen diesem Streifen und der Mittelbinde liegt im Innenwinkel 
ein grosser, gerundeter, ocherbrauner Fleck, der bis zu der Flügelbreitc 
heraufreicht und hier schwarzbraun gefärbt ist, während "er sich nach unten 
lichtet und von dem ausgeflossenen Theil der Mittelbinde kaum getrennt bleibt; 
in ihm hat der Dorsalrand keine schwarzen Punkte. Der ganze, nicht von diesen 
Zeichnungen eingenommene Raum ist lebhaft rosenfarbig, mit schwarzen oder 
braunen ungleichen Punkten bestreut. Auch der Vdrd. enthält hier ungleiche, 
braune Fleckchen, besonders vor der Flügelspitze. Fransen ocherbräunlich. 

Htfl. braungrau ; die Fransen lichter mit gelblicher Basallinie. 

Unterseite der Vdfl. dunkel braungrau; die Endhälfte des Vdrdes. mit 
gelblichen, durcli die Grundfarbe getli eilten Fleckchen. Fransen dunkler als 
oben. Iltfi. heller, doch in der Spitze dunkel und mit einigen dunkleren Quer- 
strichelchen. 

Vaterland: Nordarnerica. Min in d(!ii Flügeln schön erhaltenes 9 
Dr. R')ssler's Suiriirilung. 

Hacira Stph. Aphelia Ihiincm. S. 130. 

R. glatt. Vdfl. ohne Umschlag, schmal, spitz ohne Sichelspit/e und ohne 
augenförniige Apicalzeichniirig, niif fast gradem Vdrd. und sehr schrägem, wenig 
convexem oder gradem Htrd. Htll. mit Ader, .'J, i und 5 aus einem Punkt. 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



247 



1. Bcictra lanceolana Hbn. 

Var. veratana, aUs ant. paJlide coriaceis, costa suhtüiter oblique 
nigro-striffulata, dorso nigro-punctato, signo fusco infra venam transversam 
öbsoleto, linea marginali nigra. cT' Q. 

Drei (j^ und zwei Q. unter einander in der Grösse und Färbung gleich, 
kommen den kleinsten Ex. der höchst veränderlichen Lanceolana so nahe, dass 
ich sie für nichts weiter als für Varietät davon halten kann. Ihre Vdfl. haben 
eine etwas stumpfere Spitze, indem der Htrd. unterhalb derselben gar nicht 
eingebogen ist. Die Grundfarbe ist ein blasses Ledergelb (wie oft bei Lanceo- 
lana). am lichtesten in der Älittelzelle. Der Vdrd. hat feine, schwarze, schräg 
gelegte Strichelchen, die sich auf der Basalhälfte allmälig in Punkte ver- 
wandeln ('so schwarz, kurz und fein sehe ich sie bei keinem meiner vielen 
Lanceolana cT 9)- Innenrand ist mit ziemlich groben, schwarzen Punkten, 
die sich leicht verwischen, gezeichnet. Den Htrd. fasst eine, nur auf den 
Aderenden unterbrochene, grade, ganz schwarze Linie ein. (Bei mancher 
Lanceolana ist der Innenrand auch schwarz punktirt. und bisweilen setzt sich 
die Punktirung aus dem Innenwinkel am Htrd. aufwärts fort, aber nie bis zur 
Hälfte desselben, geschweige dass sie zu einer Linie vereinigt bis zur Flügel- 
spitze gehen sollte, und ausserdem scheint sie sich etwas vom Htrd. zu ent- 
fernen). Fransen auswärts gebräunt. 

Auf der Unterseite haben die Vdfl. nur die hintere Hälfte des Vdrdes. 
gelblichweiss kleinfleckig (wie oft Lanceolana auch). 

Die schwarze Htrd. -Linie der Vdfl. machte mich anfangs geneigt, in diesen 
5 Ex. eine eigene Art anzuerkennen. Aber ein cT, das offenbar zu keiner an- 
deren Art als die übrigen gehört, gibt den Beweis, dass sie alle nur Lanceo- 
lana sind: es hat zwar dieselbe helle Grundfarbe wie die anderen; aber es 
fehlt ihm die schwarze Htrd. -Linie völlig, und der Vdrd. ist wie gewöhnlich mit 
hellbräunlichen Schrägstrichelchen bezeichnet. Daher geaügt es, die Varietät 
mit einem eigenen Namen zu versehen. 

Vaterland: Texas (Boll, Beifrage). Die 2 ziemlich gut conservirten Q 
meiner Sammlung wurden am 31. Juli und 16. August gefangen. 

2. Bactra farfarana Haw. 

ApJielia — Heinem., S. 135, 

— scirjKina HS., S. 243. Pauperana Fig. 302. 
Phoxopteris lamana Z. Isis, 1846, S. 257. 

Ein drei 9> welche mit einander in der hellen Färbung ziemlich über- 
einstimmen, wurden von Burgess in Massachusetts bei Beverlj vom 19. Juni 
bis 8. Juli gefangen. Sie gleichen den heUsten deutschen Ex., sind also von 
beträchtlich hellerer Grundfarbe als HS.' Figur und sowohl kleiner als viel 
lichter als «die englischen Ex. Weder Flügelbildung noch Zeichnungsanlage 



248 



P. C. Zeller. 



erlaubt, in den araericanischen Ex. eine verschiedene Art anzuerkennen. Da 
Furfurana auf sumpfigen Wiesen lebt und ihre Raupe sich von kleineren 
Binsenarten nährt, so lässt sich nur annehmen, dass sie in Nordamerica eine 
ursprünglich einheimische Art ist. 



Phoxopteris Tr. 

Anchylopera Stph., Clera. 

Taster kurz, durch Schuppenhaare verdickt, mit sehr kurzem Endgliede, ■ 
R. glatt. Vdfl. ohne Umschlag, mit verlängerter sichelförmiger Spitze, unter " 
welcher der Htrd. mehr oder weniger eingebogen und auf den Fransen mit j 
2 weissen Längsstrichen gezeichnet ist. Die stets verdunkelte Plügelspitze hat 
weissliche Costalhäkchen, ohne dadurch ein ocellenähnliches Ansehen zu erhal- 
ten. Der Spiegelfleck ist nicht völlig ausgebildet. i 

Mit Recht nennt Wilkinson diese Gattung eine sehr natürliche. Heine- 
mann kennt im Htfl.-Geäder der deutschen Arten keine Verschiedenheit (Wick- 
ler, S. 100.) Clemens unterscheidet (Proc. Ent. Soc. Philad. III., 1864), S. 51C 
die ihm bekannten NAm.- Arten in Gruppen, je nachdem die Medianader dei 
Htfl. sich in 3 oder 4 Aeste auflöst. Er behauptet von seiner Änch. striatana^ 
dass bei ihr eine Theilung bald in 3, bald in 4 Aeste stattfinde. — Gewöhnlich 
ist die Beschaffenheit der Medianader leicht und sicher auf der Unterseite zu 
erkennen ; ob aber die Mittelzelle der Vdfl. eine Nebenzelle besitzt (1. c. S. 509. 
Fig. 3 h), kann ich nur durch Abreibung der Schuppen erkennen, und es 
scheint mir zur Unterscheidung der Arten viel zu schwierig und darum wenig 
brauchbar zu sein. 

Die Gattung ist ofl'enbar in NAm. artenreich. Unter den mir vorliegenden 
10 finde ich nur für 2 die Namen aus den 16 Cleraens'schen mit Sicherheit 
heraus; einige der letztern erklärt der Autor selbst für vermuthlich nicht gut 
begründet; auch werden sie sich theilweise wegen ungenügender Beschreibung i 
schwer wieder erkennen lassen. | 

1. I*hoQß. mediofasciana Cl. Taf. VIII, Fig. 4. 

Magna; al. ant. caenio-cinereis, f'usco-marmoratifi, coRla laie nivca, nigra 
punctata, trabe fuRca media ex costa oblique porrecta, angulo dorsali albido- 
wibuloso. cT 9- 

Änch. — Clemens Knt. Soc. Philad. III, p. 511. (p. 509, Fig. 3.) 

Von der GriJsse der europ. IJnguicella, breiifiügeliger, sehr kcnntlicli an f 
der bdiiefcrgrauen Grundfarbe der Vdü. mit breit reinweissom, einmal dunkel- I 
braun «chicf durchKchnittejiem Vdrd. ■ 

Da die Mittelzelle der Vdfl. dcutlicli eine Nebenzelle hat, und auf den ■ 
Utfi die MiMÜanader in eine Gabel von veränderlicher Grösse — ausläuft,« 



Heiträge zur Keuntuiss der nordaraericanischeu Nachtfalter, 



249 



so gehört die Art in Clemens' dritte Gruppe, und da sein Ex. nach seiner An- 
gabe „in schlechtem Zustande'' war, so halte ich das Abweichende und Un- 
genügende in seiner Beschreibung für eine Folge dieses Zustandes, nicht für 
ein Zeichen von specifischer Verschiedenheit. 

Die 4'" langen Vdfl. haben zur Hauptfarbe ein dunkles, bläuliches, ver- 
loschen bräunliches Schiefergrau, aber längs des ganzen Vdrdes. einen schnee- 
weissen Streifen, der weniger als V3 Flügelbreite einnehmend, gegen das 
Schiefergrau nicht scharf abgegrenzt und auf den Vdrd. selbst mit schwarzen, 
vor der Flügelspitze vergrösserten Punkten bestreut ist. Von der Mitte des 
Vdrdes. kommt ein schräg nach aussen gelegtes, gegen den Innenwinkel gerich- 
tetes, braunes Band, das sich in der schiefergrauen Farbe verliert. Fast in der 
Mitte zwischen dem untersten Theile dieses Bandes und der Flügelbasis ist in 
der dunkeln Partie in der Falte ein starker, tiefschwarzer, nach hinten weiss- 
lich eingefasster Punkt. Der Raum des Innenwinkels ist in beträchtlicher Aus- 
dehnung weisslich mit hell bläulichgrauem Gewölk. Die etwas braunröthlich 
gemischte Flügelspitze enthält ein tiefschwarzes, nach hinten zugespitztes, dickes 
Strichelchen, unterhalb dessen die Fransen eine schneeweisse Längslinie und 
darunter einen solchen Punkt zeigen. Tiefer abwärts sind die Fransen weiss, 
auswärts braun, aber um den Innenwinkel ganz reinweiss. 

Htfl. hell bräunlichgrau, von den helleren Fransen durch eine feine 
bräunliche Randlinie geschieden und in der Spitze mit 1—2 bräunlichen Quer- 
schatten. Auf der Unterseite besonders deutlich, bildet Ader 3 am Ende eine 
längere oder kürzere Gabel; bei einem ist sie ganz einfach. 

Vaterland meiner Ex. New-York (Speyer); das eine trägt das Datum: 
14. Mai. 

2. Phooö. nuheculana Gl. Taf. VIII, Fig. 5. 

Media; alis ant. alhis, dorso ex hasi late fusco, postice cum margine 
postico caesio-nebuloso, costa in medio strigula caesia ohliqiia notata, postice 
einer eo-strigulata, apice ipso ohscure ferrugineo. (j^ Q. 

Anchyl. — Clem. Proc. Acad. Nat. Sc. Philad. 1860, p. 349. 

Sie hat Aehnlichkeit mit der gewöhnlich etwas grösseren Harpana H., 
bei welcher aber die braune Farbe des Innenrandes von der Wurzel aus breiter 
und mit weissem Gewölk gemischt, dagegen nach dem Innenwinkel, wo Nuhe- 
culana ein helles, mit Weiss gemischtes Grau hat, verdunkelt ist. Das bläulich- 
graue Gewölk des Innenwinkels und der schwache, hellgraue Querstreifen des 
Vdrdes. unterscheiden Nuheculana sogleich von den anderen mir bekannten 
Arten mit weisser Grundfarbe. 

R. hinten braun, vorn weiss wie die Schulterdecken und das Schildchen. 
K. hell oder röthlichbraun ; Stirn und Taster weissbehaart. Beine blass lehm- 
gelblichgrau ; Ftisse hell und dunkel punktirt. Hinterleib lehmgelbgrau mit 
blass ochergelbem Analbusch des ^. 

Z. B. Ges. B. XXV. Abli. 32 



250 



P. C. Zeller. 



Vdti. 3— 3V2'" lang, weiss. Der Innenrand ist braun mit hellen, ver- 
loschenen Querflecken von der Wurzel aus bis über die Mitte hinweg; dann 
folgt schiefergraues Gewölk, welches mit einem unregelmässig gerundeten, ver- 
dunkelten Fleck über die Falte hinwegreicht, zuletzt aber sich verengert und 
vor dem Innenwinkel durch die weisse Grundfarbe begrenzt wird; der bei den 
folgenden Arten so scharfe Dorsalfleck ist also eigentlich auch vorhanden, nur 
durch das angehängte Gewölk undeutlich und von unregelniässigerer Gestalt. 
Von der Mitte des Vdrdes. geht schief nach hinten, in der Richtung gegen den 
Innenwinkel, ein schmales, kurzes, graues, nur an seinem Anfange gebräuntes 
Bändchen herab. Unter seiner Spitze liegen bis in den Innenwinkel hellschiefer- 
graue Wolken, getrennt durch unregelmässige, weisse, linienförmige Räume, die 
jedoch am Htrd. gegen die Spitze hinauf am wenigsten vorhanden sind, von 
denen aber der nach dem Innenwinkel herabziehende gewöhnlich der breiteste 
ist. Hinter dem Mittelbändchen ist der Vdrd. mit schiefen grauen Strichelchen 
gezeichnet, die nach der Flügelspitze hin rothbräunlich und kürzer werden. 
Unterhalb derselben ist im grauen Gewölk ein kurzes, tiefschwarzes Längs- 
stricheichen von wechselnder Länge und Deutlichkeit. Die Flügelspitze ist braun, 
wie die über ihr befindlichen Fransen; unter ihr enthalten die Fransen eine 
scharfe, weisse Längslinie und unter dieser eine weniger scharfe. Die Htrd.- 
Fransen sind weiss, am reinsten an ihrer Wurzel; in der Concavität unterhalb 
der Flügelspitze sind sie in wechselnder Ausdehnung auswärts grau. 

Htfl. hellgrau, gegen die Wurzel ein wenig heller, beim 9 dunkler und 
überall gleichfarbig. Die auf der Unterseite sehr deutlichen Adern zeigen bei 
keinem meiner 6 Ex. eine Gabelung, 

Vaterland wohl aller Ex. Maijie, welches wenigstens bei dem einen an- 
gegeben ist; ich erhielt sie von Packard. 

Anmerkung. Clemens' Angabe: „in the middle of the wing beneath 
it (the oblique central fascia) is a grayish brown round spot" bezieht sich auf 
eine länglichrunde Wolke (wie das exterior to which is a short blackish dash 
lehrt), din nicht immer durch weissliche Räume abgesondert ist und also nicht 
verdient hervorgehoben zu werden. Da das Gewölk entschieden eine bläulich- 
hellgraue Farbe hat, so nennt er es wohl mit Unrecht grayish brown and 
brownish. Ich zweifle nicht an der Richtigkeit mein« r Bestimmung. Mehr als 
ein Ex. wird Clemens schwerlich gehabt haben. 

3. l*hox. sem/iovana n. s]). Taf. VIII, Fig. 6. 

Media; alis mit. niveis, macula dorsali semiovala ohscure hrunnea, irahe 
Cüslae mediue ohiiqiiu hrunnea cum parle alae posiica cinnamomeo-fuHca coa- 
lencenle, slrifju lraJ)i poHieriuH adjacenle nivea in/h'ius ampliala et truncata, 
Costa pOHlice alho-Htrigulata. 

Eine sehr schöni; Art, /n denen mit Hcharf'hcgrenztern braunen Dorsal- 
fleck gehörig, von ihnen unterschieden iliirch h< trächtlichere (irösse, rein weisse 
Grunüfarbe ih-\ V<lll und b('sond(;rK (intch den wciKsen hinter d<*ni braunen 



Bf-iträge zur Kenntuisö der nordainericanifcchen Nachtfalter. 



251 



Mittelband folgenden Scliräg-streifen, der sich nach unten erweitert und hier 
nach hinten zuspitzt. 

So gross wie die grössten Ex. der Derasana H. und Nuheculam Cl. 
R. gelbbraun, vorn und auf dem Schildchen weiss; Schulterdecken weiss, am 
Ende hellbraun. Die gesträubte, reichliche Kopfbehaarung ist auf der Stirn 
weiss, auf dem Hinterkopf weisslich mit gelbbräunlichen Spitzen, auf dem 
Scheitel braun. Taster ganz rein weiss, zusammengedrückt dreieckig mit kaum 
hervorstehe!] dem Endglied. Beine weisslich gelbgrau, die vordem auf der Licht- 
seite braun, die mittlem nur an der Schiene: die 4 hintern Füsse braun mit 
weisslichen Enden der Glieder. Hinterleib gelblichgiau mit reichlichem, weiss- 
lich ochergelbem Analbusch. 

Ydfl. 3V3'" lang, mit rein weisser Grundfarbe, die jedoch einen gerin- 
geren Raum einnimmt als das Braune. Auf dem Innenrand liegt, von dei Basis 
bis wenig hinter der Mitte ein halb ovaler, kaffeebrauner Fleck, der nur hinten 
gesättigter, sonst eintönig ist; er reicht schnell über die Falte binweg und ist 
am hintern zugeruudeten Ende in der Mitte sehr schwach eingedrückt. Den 
Rest des Flügels kann man als dunkel zimmtbraun, heller als den Halbovalfleck, 
gefärbt ansehen, nur dass er von diesem Fleck durch einen schmalen, weissen, 
linienförmigen Raum getrennt ist, auf welchen schwarzbraune Bestäubung auf 
weissem Grunde folgt. Der Costaltheil dieses zimmtbraunen Raumes wird durch 
einen ziemlich schmalen, streifenförmigen, schrägen, scharfbegrenzten, verdun- 
kelten Balken gebildet, der auswärts seiner ganzen Länge nach durch einen 
anfangs schmalen, dann nach unten erweiterten und hier nach hinten ausge- 
zogeneu Streifen begleitet wird, unter dessen grade abge&chuittenem Ende zwei 
schwarze, nicht sehr auffallende Längslinien liegen. Der Vdrd. trägt hinter 
diesen weissen Querstreifen 7 weisse, durch braune Linien getrennte Häk- 
chen, unter denen der Grund etwas gelichtet ist. Die Flügelspitze ist dunkler: 
die Fransen darüber ebenso, nur an der Wurzel lichter: die darunter sind weiss 
mit einer schwarzen Längslinie. Die übrigen Htrd. -Fransen sind glänzend weiss- 
grau,- am Ende gebräunt; an ihrer Wurzel ist der Htrd. in den untern zwei 
Dritteln ganz schmal reinweiss mit ein paar schwarzen Pünktchen. 

Htfl. ziemlich hellgrau, nur um die Spitze mit einer dunkleren Linie ein- 
gefasst. Die helleren Fransen werden durch eine weissliche Basallinie von der 
Flügelfläche getrennt. Auf der helleren Unterseite treten die Adern scharf 
hervor ; die dritte ist ganz einfach. 

Vaterland: New-York (Speyer). Ein schön erhaltenes cf in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Bei diesem Ex. ist der halb ovale Fleck nicht reddish 
brown, und der weisse Streifen hinter der oblique fascia, die of the same hue 
sein soll, ist zu auffallend, als dass er — wenn er constant ist — unerwähnt 
bleiben könnte. Ohne diese Abweichungen, die jedoch vielleicht veränderlich 
sind, würde ich raeine Art für Clemens' Spireaefoliana halten, aber den 
Namen in Spiraeifoliana verwandeln, weil Clemens die Raupen auf einer 
Spiraea fand. 

32* 



252 



P. C. Zeller. 



4. PhoQß» Burgessiana n. sp. Taf. VIII, Fig. 7. 

Media; alis ant. albis, maeula dorsali semiovata hrunnea, fascia costae 
mediae obliqua fusco-ferruginea cum parte alae postica riifo-fermginea coale- 
scente et exterius albido - marginata , costa postice albido fuscoque strigu- 
lata. 9. 

Von der etwas grösseren Semiovana sogleich durch die rostrothe, nicht 
zimmtbraune Hinterhälfte der Vdfl. zu unterscheiden. Ausserdem ist ihr Weiss 
nicht so rein; statt des Balkens hat sie «ine wirkliche Binde, und diese ist 
hinterwärts, statt mit einem auffallenden schneeweissen Streifen, nur mit einer 
weisslichen, nach unten bleifarbigen Linie gesäumt; der Vdrd. hinter derselben 
hat abwechselnd breite, braune und ganz kurze, dünne, weissliche Strichelchen; 
die Htrd.-Fransen sind röthlich; die Htfl. dunkler braungrau. — Die folgende 
Laciniana hat gleichfalls als augenfälligsten Unterschied eine mehr zimmt- 
braune, wenn auch mit etwas ßostgelb gemischte Endhälfte der Vdfl.; dazu ist 
das Weiss schon mit ein wenig Gelb versetzt und von geringerer Breite zwi- 
schen dem Vdrd. und dem halbovalen Fleck. Ferner ist die Schrägbinde 
schmäler und hat als äussere Einfassung einen Streifen fast von der Breite wie, 
bei Semiovana, jedoch schmutzig weisslich. — Burgessiana hat auch grosse 
Achnlichkeit mit der europäischen Lundana, bei der die Endhälfte der Vdfl. 
noch mehr mit Rostfarbe gemischt ist als bei Burgessiana; bei Lundana ist 
statt der weisslichen Grundfarbe ein sehr verblasstes Ochergelb; der helle 
Raum zwischen Vdrd. und Haibeifleck schmäler; die Schrägbindc beträchtlich 
schmäler, ein blosser Streifen, auswärts mit einer feinen Bleilinic eingcfasst, 
welche hinter den 2 schwarzen Längslinien sich in einen sehr spitzen Winkel 
bricht und dann erweitert bis in den Innenwinkel zieht. Die Costalhäkchen 
auf der Endhälfte des Flügels sind weisslich und wechseln mit breiten, schwarzen. 

Grosse der Lundana. II. gelbbraun; Schulterdecken ochergclblich weiss. 
K. gelbbraun oder rostbraun; Gesicht weisslich. Taster weiss, scheibenförmig 
zusaranicugedrückt mit kurzem Endglied. Beine hell staiibgrau; Füsseaufdein 
Rücken braun mit feinen weissen Enden der Glieder. Hinterleib dunkelgrau, 
Analbusch des stark, des Q schwach, bleich ochergelb. 

Vdfl. 'SV4" lang, auf der hinteren Hälfte lebhaft rostroth, auf der Wurzel- 
hälfte weiss, doch nicht ganz rein, welche Farbe einen geringeren Raum ein- 
ninirtit als der einfarbig gelbbraune oder braune Haibeifleck des Innenrandes. 
Dieser Fleck fängt von der Flügelbasis an, reiclit über die Falte weg und 
endigt, niclit bei allen Ex. gleichförmig abgerundet, hinter der Hälfte des 
Innenrandes. Um sein Ende zieht sich das Wciase in einer feinen Linie, hinter 
welcher bis zur Roatfarbe der Grund mit schwarzgrauon Schuppen dicht be- 
streut ist. Die verdunkelte, scliief nach aussen gelegte Mittelbinde verfliesst 
in die Rostfarbe und ist auswärts von einer rrtthlichweissen Linie begleitet; 
unterhalb ihres nach aussen gebogenen Krides liegen, wie bei Semiovana, zwei 
tiefiichwarzc, aber deulliehero Längnliiiien. Die röthlichwcisse Jiinie ist ilirer- 



Beiträge zur Kenntnis^ der nordamericanischen Nachtfalter. 



253 



seits auswärts von einer feinen Bleüinie gesäumt, welche um das hintere Ende 
der zwei schwarzen Linien in einem scharfen Winkel herum und dann abwärts 
zieht, um an einem kleinen, dicken, tiefschwarzen Längs stricheichen (das bei 
dem schlecht erhaltenen fehlt, vielleicht abgewischt ist) oberhalb des Innen- 
winkels zu endigen. Vor der Flügelspitze trägt der Vdrd. 4—5 rostbraune, 
stärkere, mit feinen, weisslichen wechselnde Häkchen. Die Flügelspitze ist 
dunkel rostbraun, die Fransen darüber etwas heller, die darunter mit zwei rein- 
weissen, durch eine schwarze Linie getrennten Wischen. Die übrigen Htrd.- 
Fransen sind schwach schimmernd hell röthlichgrau ; eine weisse, schwarz- 
punktirte Linie scheidet sie von der Flügelfläche. 

Htfl. einfarbig braungrau; Fransen hellgrau, den Htrd. mit feiner, gelb- 
licher Wurzellinie umziehend. Ader 3 ist ganz einfach. 

Vaterland: Massachusetts. 1 cf, 1 9> ^on Burgess bei Beverly am 
18. Juni und 3. Juli gefangen, 1 9 von Packard erhalten, in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Anch. fttsco ciliana Clem. (Proc. Ent. Soc. Philad. III 
[1864], p. 512) kann nicht diese Art sein. Die Worte: the apical half of the 
Costa, from the middle to the tip of the wing, is occupied by a dark ferru- 
ginous semioval patch lassen sich gar nicht auf sie anwenden, sondern deuten 
auf eine der Derasana nahe stehende Art. Es fehlen auch der Burgcssiana 
die dull leaden hued streaks zwischen den weissen Costalhäkchen , und ihre 
Htrd.-Fransen sind nicht whitish. 

5. JP/iooc. laciniana u. sp. Taf. VIII, Fig. 8. 

Media; alis ant. albis, macida dorsali semiovata bruiDiea, trabe costae 
mediae obliqua brunnea cum parte alae postica lutea coalescente, striga trabi 
posterius adjacente alba inf'eriiis ampliata et triincata; costa postice albido 
fuscoque strigulata. c^. 

Ihre Verschiedenheit von Burgessiana ist schon bei dieser angezeigt. 
Vor den folgenden, bei denen die hintere Costalpartie nicht wie bei Derasana 
ein dunkles, am Vdrd. hängendes Dreieck bildet, sondern die ganze hintere 
Flügelhälfte ziemlich gleichförmig verdunkelt ist, zeichnet sie sich durch ihre 
beträchtlichere Grösse aus (nur nicbt vor dem der Subaequana) , dann durch 
die Deutlichkeit des schrägen Querbalkens, der den Vdrd. mit der dunkel lehm- 
gelben Partie verbindet, und durch den ihn hinterwärts begleitenden weiss- 
lichen, nach unten erweiterten und hier nach hinten zugespitzten Streifen. Auch 
ist der dorsale Haibeifleck bei Laciniana hinten sanft zugerundet. 

Grösse der Burgessiana. R. vorn wie die Schulterdecken schmutzig 
gelblichweiss, hinten braun. K. obenauf verdunkelt, vorn weisslich. Taster 
viel weniger erweitert als bei Burgessiana, schmutzigweiss. Hinterbeine weiss- 
grau, verloschen braun punktirt. Hinterleib braungrau mit blass ochergolbem 
Analbusch; die mäniilicheu Haltzangen scheibenförmig, behaart, fast weisslich. 

Vdfl. 33/4— 3 lang, mit weisser Grundfarbe, die aber eine gelbliche, 
nach hinten verstärkte Beimischung hat. Der Dorsalfleck, von der Flügelbasis 



254 



P. C. Zeller. 



bis Über die Hälfte des Iimenraiides reichend, erhebt sich gerundet über die 
Falte und ist einfarbig gelbbraun, am abgerundeten Hinterende durch einen 
schmalen, nach hinten schlecht begrenzten Streifen der Grundfarbe gesäumt. 
Der weissliche Kaum zwischen ihm und dem Vdrd. ist schmäler als bei Bur- 
gessiana. Von der Mitte des Vdrdes. geht der schmale, balkenartige Binden- 
streifen, der auf dem Vdrd. selbst am dunkelsten gelbbraun ist, schräg in der 
Eichtung gegen den Innenwinkel und verliert sich in der Lehmfarbe der hin- 
teren Flügelpartie; ihn begleitet hinterwärts ein wie bei /S'miomwa gestalteter 
Streifen, der aber schmutzigweiss ist, und unter dessen gerade abgeschnittenem 
Ende 2 deutliche, tiefschwarze Längslinien liegen; um deren hinteres Ende 
biegt sich öfters eine linienförmige, helle Fortsetzung des weisslichen Stndfens 
nach innen zu, die weit vor dem Innenrande verschwindet. Der Vdrd. ist hinter 
der Mittelbinde mit 6 abwechselnd starken und schwachen gelbbraunen Schräg- 
strichelchen gezeichnet, zwischen denen der Grund als weisse Strichelchen er- 
scheint. Die Flügelspitze ist verdunkelt, die Fransen darüber etwas heller, 
zimmtbraun, die darunter mit zwei reinweissen, durch eine schwarze Längslinie 
getrennten Wischen. Die übrigen Htrd.-Fransen schmutzig gelblichweiss, an 
der Wurzel reiner weiss. 

Htfl. hellgrau, gegen die Basis heller, wie die Fransen. Die dritte Ader 
ist auf der lichteren Unterseite sehr deutlich, einfach. 

Ein cf (von Beverly) ist ein wenig grösser, mit noch weniger reinem 
Weiss, das schon bei der etwas breiteren Mittclbinde ganz gelblich wird; der 
sie begleitende weissliche Streifen ist viel dünner, nur eine unterwärts erweiterte 
Linie. Unterhalb der Flügelspitze liegen 2 weisse Längsstriche, indem die 
tiefschwarze Zwischenlinie stärker ist, Hill, viel dunkler, braungrau, ganz ein- 
farbig. — Ich halte das Ex. nur für Varietät. 

Vaterland: Massachusetts, von wo 3 cf durch Packard, 1 Q durch 
Burgess in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Anch. dubia na Clemens (Proc. E. Soc. Philad. IH 
[1861], p. 512), in welcher der Verfasser eine Varietät seiner Spireaefoliana 
verniutliet, ist nicht so genau beschrieben, dass ich ma'me Art mit ihr vereinigen 
könnte. 

6. Phox., Hubaefjuana n. sp. Taf. VHI, Fig. 9. , 

Parva vel media; alis anl. Dchraceo-alhidis, postice obscurioribus, ma- 
cula (lorsali Iriaiujida brunnea, superius f'usca, macula costae mediae parva 
fiiHca, macAÜa dinci pont mm lutea, atro-lrilineata, cosla postice allrido fuscoqiie 
Rtriffidata, apice fusco. cf 9- 

Sie hat znm Untcr.srhi<.'de von den vorigen schon eine entschieden 
ochergclblich weisse Grundfarbe der Vdfl., die auf der hinteren Hälfte nur ver- 
dunkelt und mit Grau gemischt ist, so dass nur ein schwacher Gegtmsatz gegen 
die Basalhälfte fntsteht. Unt'-r den europäischen Arten kommt ihr Myrtil- 
lana am nächsten, indem bei dieser auch der gelbbraune Dorsalflcck in seinem 



Beiträge zur Kenntniss der uovdamericanischen Nachtfalter. 



255 



hintersten Theil sich erhöht und so ein stumpfes Dreieck bildet, dessen Basis 
auf dem Innenrand ruht. 

Bei Myrtillana ist eine entschiedene Costalbinde vorhanden, die sich in 
der dunkeln hinteren Flügelpartie verliert, gegen welche sich im Innenwinkel 
ein grosser, eiförmiger, grauer Spiegelfleck abgrenzt; bei Subaequana ist statt 
der Binde nur ein angefangenes, schmales, braunes Schrägstreifchen vorhanden, 
das mit dem weiter nach hinten liegenden, lehmgelblichen, drei schwarze Striche 
enthaltenden Querfleck nicht in Verbindung steht. — Die kleinere Anguli- 
fasciana, deren auch ganz gelbliche Vdfl. auf der Endhälfte röthlich zimmt- 
braun sind, zeigt den Dorsalfleck halbeiförmig und ausserdem nicht nur eine 
vollständige Binde, sondern diese setzt sich auch, erweitert und über der Flügel- 
mitte nach aussen eine scharfe Ecke bildend und auswärts von einer hellen 
Linie gesäumt, beinahe über die ganze Flügelbreite fort. 

Das ist (vielleicht nicht immer) so gross wie Burgessiana, das 9 
beträchtlich kleiner, so gross wie Anguli fasciana. Taster, Kopf, Vordertheil 
des hellbraunen R. ochergelblichweiss. Beine grau; Fussglieder schwarz mit 
weissen Enden. Hinterleib bräunlich grau, mit hell ochergelblichem, beim 
kurzem Analbusch. 

Vdfl. cf 3V2> 9 '2^U'" lang, von schmutzig ochergelbweisslicher Grund- 
farbe, die sich, wenig verdunkelt, fast bis zur Flügelspitze verbreitet Der gelb- 
braune Dorsalfleck, von der Flügelbasis bis zur Hälfte des Innenrandes oder 
wenig darüber reichend, ist mehr dreieckig als bei den vorigen Arten, indem 
er sich mit seinem Enddrittel in einem stumpfen Zahn, in welchem die Farbe 
auch verdunkelt ist, stark über die Falte erhebt und dahinter (beim 9 steiler 
als beim ^f) gegen den Innenrand abfällt. Statt der gewöhnlichen Binde zeigt 
sich nur ein kurzes, schräg nach aussen gerichtetes, braunes Streifchen, das 
sehr schnell aufhört. Der Vdrd. trägt vor ihm 2 sehr kleine, braune, dahinter 
bis zur Spitze 7 längere, abwechselnd feine und starke, alle durch Weiss ge- 
trennte Strichelchen. Die Farbe tiefer abwärts zwischen Dorsal dreieck, Htrd. 
und Innenwinkel ist gelblichgrau nebelig; von ihr wird das Dorsaldreieck durch 
eine feine, weisslichere Linie geschieden. In dieser nebeligen Partie liegt ein 
gelbbräunlicher, hinten concaver und durch eine weissliche, schimmernde Linie 
scharf begrenzter Fleck, der oberwärts 272 tiefschwarze Längslinien enthält und 
unterwärts verlöscht, unter sich aber im Innenwinkel ein bräunliches Fleckchen 
hat. In der Flügelspitze bildet die tiefbraune Farbe ein scharf begrenztes, 
längliches Fleckchen, das durch die weissen Costalhäkchen und unterhalb durch 
zwei weisse, fein schwarz getrennte Wische in den Fransen noch mehr gehoben 
wird. Die übrigen Htrd. -Fransen sind reinweiss, aber unterhalb der 2 Wische 
auf der Aussenhälfte mit einer breiten dunkelgranen Stelle, welche auf der 
Unterseite noch auffallender hervortritt. 

Htfl. hell braungrau, einfarbig; Ader 3 einfach. 

Vaterland: Maine oder Massachusetts; 2 cT, 1 9» von Packard er- 
halten, in meiner Sammlung. 



256 



P. C. Zeller. 



7. Phox, angulifasciana x\. sp. Taf. VIII, Fig. 10. 

Parva; alis ant. ochraceo-alhidis, postice subcinnamomeis, macula dorsali 
semiovata hrunnea, fascia costae mediae angusta brunnea in maculam postice 
angulatam exterius linea alba marginatam producta, costa post eam albido 
brimneoque strigulata. cf 9- 

Noch etwas kleiner als Subaequana. Ausser den bei dieser ansfezeigten 
Verschiedenheiten hat sie in den Htrd,- Fransen unterhalb der weissen Be-* 
grenzung der Spitze nur einen kleinen oder gar keinen dunkelgrauen Fleck. 
Von Compt ana unterscheidet sie sich sofort durch den Vdrd., der zwischen 
Basis und Mittelbinde rein bleibt, bei jener dagegen mit schwarzbraunen Quer- 
strichelchen gezeichnet ist. Auch ist bei Comptana der Eaum zwischen Vdrd. 
und Dorsalfleck viel schmäler, und des letzteren obere Seite ohne alle scharfe 
Abgrenzung. 

R. hinten gelbbraun, vorn sowie die Schulterdecken und der K. röthlich 
weissgrau. Taster ziemlich stark behaart, zusammengedrückt, reiner weisslich, 
gegen die Spitze etwas gebräunt. Beine hell braungrau; die hinteren hellgrau; 
alle Füsse braungrau mit weisslichen Enden der Glieder. Hinterleib dunkelgrau 
mit gelblich weissem Bauch und kurzem, blass ocherfarbenem Analbusch. 

Vdfl. 272'" lang, trüb ochergelb weisslich, welche Farbe den Dorsalflec 
hinten als eine feine weissliche Linie einfasst, worauf der Grund allmäli 
ochergelb und dann zimmtbraun wird. Der von der Flügelbasis bis zur Innen 
randmitte reichende halboiförmige Dorsalfleck ist gelbbraun, in der über di 
Falte hinwegreichenden, nicht zahnförmigen Partie und hinten verdunkelt un 
überhaupt gegen die Grundfarbe scharf abgegrenzt. Die schräg nach ausse 
gelegte streifenförmige Binde der Costalmitte ist mehr oder weniger lebha 
gelbbraun und setzt sich in gleicher Farbe erweitert bis unter die Flügelliälf 
fort, wo sie hinterwärts einen scharfen Winkel bildet, in welchem nicht imme 
zwei schwarze Längsstriche zu erkennen sind; sie wird auswärts von eine 
dünnen, weisslichen, etwas glänzenden Linie als scharfer Begrenzung eingefass 
welche unterhalb des Winkels eine bleiglänzende Färbung annimt und sicli bis 
weilen erweitert. 

Der Innenrand hat hinter dem Dorsalfleck auf weisslichen» Grunde zw 
braune Qu'THtrichclchen und im Innenwinkel einen braunen, schlecht begren/ie 
Fleck. Der Vdrd. trägt vor der Binde keine Querstriche, aber hinter derselbe 
bis zur Spitze 5 — 7 braune Strichelchen, von denen drei verdickt, alle abe 
durch weisaliche Strichelchen getrennt sind; unterhalb derselben ist die Grund 
färbe hell ochergelblich. Die FlügelKpitze ist dunkel zimmtbraun, unterwärt 
durch einen reinweisslichen Fransenwisch hervorgeiioben, w< Iclieni unter eine 
schwarzen Linie ein breiterer, weisser folgt. Die lltrd. -Fransen sind gelblich- 
weiHS, an der Aussenhälfte schwacli glänzend, mit einem ;;ran<n Flccliclicn, das 
bisweilen fehlt, unterhalb der Ausrundung. 



Beiträge zur Kenntnißs der nordamericanischen Naclitfalter. 



257 



Htfl. einfarbig dunkelgrau; die helleren, beim bisweilen weissgrauen 
Fransen mit feiner, gelblicher Wurzellinie. Ader 3 sehr deutlich, einfach. 

Vaterland: Ohio (Schläger), Massachusetts (Burgess). Vier cf, ein 9 in 
meiner Sammlung. 

8. Phooß» comjytana Frölich. 

Parva: alis ant. cinereis, postice lutescentibus, costa tota fusco-strigu- 
lata, macula dorsali lata, triangula, brunnea, superius exolescente, parte spe- 
culari cinerea maculam ex dorso adscendentem luteam continente. 

Tortrix — Frölich Tortr. Würtemb. p. 99. 

Phoxopteryx - Herrich Sch. IV, p. 286, Fig. 310. 

Grapholitha — Heinemann Tortr., p. 225. 

Anchylopera — Wilkiason Tortr., p. 141. Stainton Man. H, p. 225. 

— Fragariae Walsh. Riley First report nox. Ins. of Missouri 

(1869), p. 142, Fig. 80 und tab. 2, F. 26, 27. cf. Entom. 
Zeitung 1871, S. 178. 

Veränderlich in der Grösse, in der sie meist über AnguUfasciana steht, 
und in der Helligkeit und Dunkelheit der Vdfl. -Färbung und Zeichnung. 

. Der gelbbraune Dorsalfleck der Vdfl. reicht weit hinauf gegen den Vdrd. 
und verengert die Grundfarbe mehr als bei allen vorhergehenden Arten; er ist 
gegen diese nicht so scharf abgegrenzt, ja wenn diese recht dunkel grau ist, 
fliesst er sogar mit ihr zusammen; nach hinten verdunkelt er sich und wird 
durch eine dünne, hellgraue, ihn säumende Linie noch mehr hervorgehoben. 
Dieser Linie folgt ein grauer, bandförmiger Streifen, der bis zum Innenrand 
heruntergeht, sich hier erweitert und sich dann über dem Innenwinkel als 
Spiegelfleck erhebt. In diesem Spiegelfleck liegt dicht vor den Innenwinkel 
ein schräg nach hinten aufgerichteter, gerundeter, lehmgelber Fleck, der öfters 
oben mit der lehmgelben Partie zusammenhängt; zwischen ihm und dem unte- 
ren, erweiterten Ende der Binde ist der verengerte Raum gewöhnlich weisslich 
und von einer braungrauen Linie durchzogen. Der Vdrd. ist fast von der Wur- 
zel aus mit schwarzbraunen Schrägstrichelchen gezeichnet — eine Auszeichnung, 
die unserer Myrtillana nur einigermassen zukommt, und welche Suhaeqiiana 
in sofern theilt, als sie vor dem Mittelstreifchen doch 2 solche Strichelchen 
aufweist. Comptana hat gleichfalls an der Mitte des Vdrdes. ein gelbbraunes, 
mehr oder weniger schmales Schrägband, das sich nach unten erweitert und 
aussen von einer hellen Linie begleitet wird. Hinter ihm ist der Vdrd. mit 7 
abwechselnd dünnen und dicken brauneu Strichelchen versehen, mit einem 
weisslichen zwischen je zwei braunen. Die gelbbraune Flügelspitze hat unter 
sich in den Fransen 2 reinweisse, durch eine tiefschwarze Linie getrennte 
Wische oder Linien. Die darunter folgenden Htrd.-Fransen sind heller oder 
dunkler grau, einwärts am hellsten. 

Die Htfl.-Fransen des cf sind oft ganz so dunkel wie die des 9 • Ader 3 
spaltet sich ganz deutlich in eine Gabel mit Va so langem Stiel. Die Vdfl. 
haben ganz sicher keine Nebenzelle. 

Z. B. Ges. B. XXV. Abh. 33 



258 



P, C. Zeller. 



Eine sehr verbreitete Art, die in Livland von Hrn. v. Nolcken beob- 
achtet wurde und in Deutschland überall in der Fläche wie auf den Höhen 
vorkommt. Im südlichen England, wo sie an vielen Stellen lebt, fing ich selbst 
sie bei Mickleham und auf den Graubündner Alpen über 4000' hoch. Am süd- 
lichsten in Europa scheint sie durch Mann in Toscana, am östlichsten durch 
Christoph bei Sarepta beobachtet zu sein. — In Nordamerica hat sie gleich- 
falls eine grosse Verbreitung. Riley gibt Nord-Illinois, Indiana und Canada an. 
Boll brachte 1 Ex. (ein helles cf) aus Texas. Aus Massachusetts erhielt ich sie 
von Burgess, und die von Packard erhaltenen mögen aus Maine stammen. 

Die Flugzeit ist zuerst, selbst in Norddeutschland, zu Ende April und 
Anfang Mai (in Livland zu Ende Mai und im Juni); dann im Juli (nach Wil- 
kinson erst im August; ich fing die Art aber in England selbst im Juli). In 
den Alpen scheint nur eine jährliche Generation stattzufinden, da die Art mir 
dort nur im Juli vorkam. Ihr Wohnort sind sonnige, trockene, blumige Wald- 
stellen. Die Futterpflanze der Raupe ist auf Sandboden wohl vorzugsweise Po- 
tentilla argentea, an der ich sie gezogen habe, vielleicht auf Kalk die von 
Stainton erwähnte Pot. verna, zu welcher er noch Poterium sanguisorba und 
Dryas octopetala fügt. Nach Riley lebt sie aber auf Fragaria und ist für die 
Erdbeerbeete sehr schädlich. Da sie sich in solcher Hinsicht bei uns nie be- 
merklich gemacht hat und nicht einmal als Bewohnerin der Erdbeere bekannt 
ist, so scheint sie nicht zu den in America eingewanderten Arten zu gehören. 
Riley gibt, so viel ich weiss, die erste Beschreibung der Raupe, deren zweite 
Brut im Puppenstande überwintert. 

9. Phox. floridana n. sp. 

Parva; al. ant. area basali fasciaque postica fr acta inferius dilatata 
laete fusco-ferrugineis, fascia interjecta maculaque speculari plumbeis, costa 
fere ex basi strigulata, strigulis posticis albis; post. fusco-cinereis. c^. 

Von der folgenden etwas kleineren Art ist sie verschieden durch die 
deutlich verlängerte Spitze ihrer Vdfl., durch die schön rostbraune Hauptfarbe 
derselben und durch die nach hinten an Länge zunehmenden weissen Strichel- 
chen auf der Kndhälfte des Vdrdes. — Auf Floridana folgt naturgemäss unsere 
viel grössere Mitterpacheriana, die auch lebhaft rostfarbene Vdfl. hat, aber, 
ohne Schimmer, ohne bleiglänzende Mittelbinde und ohne solchen Spiegelfleck. 

Grösse eines grösseren der Comptana. K. und Vorderrücken ocher- 
gelb , Hinterrücken gelbbraun ; Stirn blass ochergelb. Taster gelblichweiss. 
Beine weissgrau; Hinterfüsse dunkelgrau mit weissen Enden der Glieder. (Hinter- 
leib fehlt.) 

Vdfl. 2'/'/" lang, länglich, weniger gestreckt als bei Comptana. Statt 
des Dorsalflecks int ein Basalf«;ld, de8S(!n eckiger Htrd. auf der unteren Hälfte 
durch eine grade, einwärts gerichtete Linie gebildet wird; es ist in der Dor- 
salgegend lebhaft rostfarben, an seinem Htrd. und noch breiter gegen den 
Vdrd. in Gelbbraun übergehend. Der Vdrd. ist an ihm bis zur Subcostalader 



Beiträge zur Kenntuiss der nordaraericanischen Nachtfalter. 



259 



so schimmernd schiefer- oder bleigrau wie bis zur rostbraunen Binde, und 
dieses Grau zieht sich als schmale Binde um das Basalfeld herum, also nach 
aussen einen Winkel bildend bis zum Innenrand. Die darauf folgende, beson- 
ders in der Mitte lebhaft rostfarbene, nach unten verdunkelte, auf dem Vdrd. 
rostbraune Binde ist an ihrem obersten Viertel viel schmäler als weiter abwärts, 
wo sie fast 3mal so breit ist wie die vorhergehende schimmernd graue Binde; 
sie ist auf Va zu einem Winkel gebrochen mit fast • graden Schenkeln, von 
denen der obere vom Vdrd. aus hinten von einer dünnen Bleilinie begleitet 
wird. Diese Bleilinie erweitert sich unten in einen dicken, bis zum Innenwinkel 
reichenden Streifen, hinter welchem der schmale Raum bis zum Htrd. hellrost- 
gelb ist. Der Winkel der Rostbinde enthält ein paar schwarze, kurze Längs- 
linien. Vor ihr zeigt der Vdrd. zwei Paar weissliche Querstrichelchen, hinter 
ihr vier Paar weisse, die an Länge und Schärfe bis vor die Flügelspitze zu- 
nehmen: sie sind durch abwechselnd dünnere und dickere braune Striche ge- 
trennt. Unterhalb derselben ist der Grund zwischen Binde und Htrd. ziemlich 
hell rostfarbig, am Htrd. unterhalb der Spitze durch Braun verdunkelt. Die 
Flügelspitze ist rostfarbig und wird oberhalb durch die zwei letzten weissen 
Costalhäkchen, unterwärts durch einen weissen Fransenwisch hervorgehoben, dem 
abwärts ein schwarzer Längsstrich und noch ein weisser folgt. Tiefer abwärts 
sind die Htrd.-Fransen grau mit Bleischimmer. 

Htfl. dunkelbraungrau, gegen die Wurzel wenig, die Fransen viel heller. 
Auf der hellen Unterseite ist die dritte Ader sehr deutlich in eine kurzstielige 
Gabel gespalten. 

Vaterland: Ohio (Schläger). Ein io meiner Sammlung. 

10. Phox, Amblygona n. sp. 

Parva; al. ant. apice obtuso, cinnamomeis, area basali fuseo-ferruginea 
postice per strigam alhidam terminata, parte spemüari cinerea maculam brun- 
neam ex dorso adscendentem eontinente, costa inde a basi oblique nigro- 
strigulata. Q . 

Dadurch, dass die Vdfl.- Spitze fast gar nicht hervortritt, ist sie von 
allen vorhergehenden Arten verschieden, dagegen der europäischen Obtusana 
sehr ähnlich, auch nach der rostbraunen Färbung. Wie diese, - stimmt sie mit 
Comptana darin, dass der Vdrd. von der Flügelspitze an fast bis zur Basis 
schwarzbraun gestrichelt ist. Aber bei Obtusana bilden die weissen Costalstriche 
zwischen der Binde und der Flügelspitze vier Paare und sind sehr deutlich, 
und auch diesseits der Binde sind die Zwischenräume der schwarzbraunen 
Strichelchen weiss; bei Amblygona lassen sich keine Paare unterscheiden, son- 
dern nur dunkle Strichelchen mit fein linienförmigen Zwischenräumen von der 
gelichteten Grundfarbe. Ferner entsteht bei Obtusana, als der einzigen mir 
bekannten Phoxopteris, durch die Abrundung der Flügelspitze ein wirklicher 
Apical-Ocellus, indem das letzte weisse Costalstrichelchen sich im Bogen gegen 
den Htrd. herumzieht und sich an den einzelnen, ziemlich langen, reinweissen 

33* 



260 



P. C. Zeller. 



Längsstrich der HtrcL-Fransen anschliesst; auch sind die Apicalfranseii weiss- 
lich, nur oberwärts und auswärts braun. Bei Ämblygona dagegen ist zwar ein 
sehr kurzes, weissliches Costalstrichelchen als letztes vorder Spitze vorhanden; 
es reicht aber bei weitem nicht bis zu dem sehr kurzen, weissen Doppelstrich 
der Htrd. -Fransen, und die Fransen um die Spitze sind ganz braun, so dass 
also kein abgerundeter, einwärts umschriebener Augenfleck gebildet werden 
kann. Endlich sind auch die Htrd.-Fransen bei Obtusana auswärts hell ocher- 
gelb, selbst gelblichweiss, und nur unterhalb des weissen Striches dunkelgrau; 
bei Ämblygona sind sie einfarbig grau. 

Kleiner als Obtusana. K. und Vorderrücken hell ochergelb. Taster viel 
heller, länglich, auswendig und am Ende verdunkelt. Beine hell braungrau; 
Füsse braun mit weisslichen Enden der Glieder. Hinterleib zugespitzt, braungrau. 

Vdfl. wenig über 2'" lang, mit wenig vortretender Spitze und schwach 
eingedrücktem Htrd. unter derselben. Grundfarbe röthlich zimmtfarben. Der 
gewöhnliche Dorsalfleck ist viel gesättigter, röthlicher und nach hinten ver- 
dunkelt, gegen den Vdrd. zu gar nicht abgegrenzt und lässt sich daher als 
verdunkeltes, auf dem Vdrd.-Drittel gelichtetes Basalfeld ansehen, das hinten 
sehr schräg abgeschnitten ist und den Innenrand hinter der Mitte erreicht; es 
ist an seinem verdunkelten Ende mit einer feinen weissen, vom Innenrand bis 
zur Subcostalader hinaufreichenden Linie eingefasst. Hinter ihr ist der Innen- 
rand, wie bei Gom'ptana, breit grau, welche Farbe sich am Innenwinkel zu 
dem grossen, grauen Spiegelraum ausdehnt. In diesem erhebt sich aus dem 
Innenwinkel ein oben nach aussen geneigter, schmaler, oben abgerundeter, 
gelbbrauner Streifen, den oberwärts eine feine, weissgraue Linie umzieht. Der 
Spiegelraum selbst ist oben ebenso hell weissgrau gesäumt und sticht dadurch 
von der Grundfarbe sehr ab. Von der Wurzel aus bis zu der sonstigen Mittel- 
binde hat der Vdrd. kleine, sehr schräge, schwarze Strichelchen; hinter dem 
schwachen und schmalen, dunkeln Anfang der Binde zieht aus dem Vdrd. eine 
sehr feine, helle, auswärts schwärzlich gesäumte Linie schräg gegen den Htrd., 
verschwindet aber vor den zwei weissen Htrd. -Strichen. Auf diese Linie folgen 
bis zur Fliigelspitzc nicht recht deutliche, braune, mit hellen der Grundfarbe 
abwechselnde Strichelchen. Unterhalb der verdunkelten zimmtbraunen Spitze 
enthalten die Htrd.-Fransen zwei sehr kleine, weisse, durch eine schwarze 
Linie getrennte Längsstrichelchen, unterhalb deren die Fransen grau sind. 

Htfl. einfarbig braungrau; die wenig helleren Fransen mit sehr feiner 
heller Linie an der Wurzel. Die Adern sind nicht deutlich zu erkennen, scheinen 
aber mit denen der Obtusana übereinzustimmen, bei welcher die dritte Ader 
in eine fast bis zu ihrem Anfang reichende Gabel gespalten ist. 

Vaterland: Washington, wo Baron Osten-Sacken mein einzelnes 9 f^®" 
fanden liat. 

11. I'hoon. marcidana n. sp. 

Media; al. ant. pallide rufo-ferrugineis, ad cos/um latius exalhidis, 
foficifi anffURla ex conta ftlriguUsque post eam, coslalihm obsolete ferruginei$f 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



261 



striolis 2 nigris ante marginis postici trientem supremum; post. pallide 
ochraceo-grisescentibus. cf 9- 

Sie sieht wie ein Albino aus und würde, wenn sie einen scharf um- 
schriebenen Dorsalfleck hätte, wegen der schmalen, weisslichen hinteren Ein- 
fassung der Mittelbinde gleich hinter Laciniana zu stehen kommen. Die ver- 
loschene, hell roströthliche Färbung ihrer Vdfl., die gegen den Vdrd. ins Gelb- 
lichweisse übergeht, und worin die Adern als dunklere Linien hervortreten, und 
die sehr hell graugelblichen Htfl. zeichnen die Art vor den mir bekannten aus. 

R., K. und Fühler von der hell ochergelblichweissen Farbe des Vdrdes. 
der Vdfl. Taster und Beine noch weisslicher, nur die Vorderbeine mit Grau 
gemischt, ungefleckt. Hinterleib hell ochergelb, beim Q noch heller. 

Vdfl. von der Gestalt und wechselnden Grösse der Laciniana. Grund- 
farbe hell röthlich rostfarben, ohne sichere Grenze in die ochergelblichweisse 
Farbe des Costaldrittels übergehend , am dunkelsten am Htrd. Das Dorsal- 
dreieck ist dadurch wenigstens angedeutet, dass sich die Farbe hinter der 
Flügelmitte lichtet, um sich gegen den Htrd. wieder zu verdunkeln. Die Adern 
bilden wenig deutliche, dünne, etwas verdunkelte Längslinien. Von der Mitte 
des Vdrdes. geht eine schmale, rostfarbene Binde sehr schief nach hinten und 
verliert sich in der Grundfarbe; wo sie sonst ihre untere Ecke hat, der Ein- 
buchtung des Htrdes. gegenüber, sind zwei wenig deutliche, tieföchwarze Längs- 
streifchen neben einander; als hintere Einfassung dieser Binde lässt sich blos 
ein schmaler, weisslicher Streifen erkennen. 

Bis zu der dunkelrostrothen Flügelspitze ist der Vdrd. mit 6 -7 Schräg- 
strichelchen, die die Grundfarbe haben, bezeichnet. Fransen hell roströthlich, 
unterhalb der Spitze mit zwei verloschenen, weissen Längsstrichelchen. 

Htfl. sehr hell ochergelblichgrau , in der Spitze mehr ochergelblich , 
Fransen lichter. Medianader dreiästig; erster Ast weit vom zweiten entfernt, 
und dieser mit dem dritten aus einem Punkt an der Spitze der Mittelzelle. 

Die ganze Unterseite heller als die Htfl. oben. Die Spitze der Vdfl. 
braunrostfarben, die Fransen etwas heller. 

Vaterland: Nordamerica. Ein kleineres cT aus Texas (Boll) im Museum 
Cambridge; ein grösseres Paar aus nicht angezeigter Localität in Dr. Rössler's 
Sammlung. 

Euchromia Stph. Ch-apholitha Heinemann, Wickler S. 100. 

1. Euchr, hemidesma n. sp. Taf. VIII, Fig. 11. 

Media; alis ant. latis, fuscis, postiee fuscescenti-riLbiginosis, fascia media 
nigro-fusca, inferius flavido tenuiter marginata; post. fuscis. 9- 

Der Färbung nach verwandt mit Mygindana; doch kann ich nicht er- 
kennen, ob Ader 3 und 4 der Htfl. genau aus der Ecke der Mittelzelle ent- 
springen oder, wie es fast scheint, einen kurzen gemeinschaftlichen Stiel haben. Die 
Flügel, die vorderen ohne Einknickung, sind auffallend breit; die braunrothe 



262 



r. C. Zeller. 



Farbe in der Endhälfte der vorderen und die wenigstens an der unteren Hälfte 
fein gelblich gesäumte dunkelbraune, schmale Binde zeichnen die Art vor den 
mir bekannten aus. 

Grösse einer mittleren Mygindana. E. glatt, von der Farbe der Vdfl.- 
Basis. K. mehr grau. Taster um Kopflänge hervorstehend, nach vorn ver- 
dickt, zusammengedrückt, vorn schräg abgeschnitten, dunkelgrau, am Ende, so- 
wie das stumpfe Endglied braun. Beine plump, lehmig grau; Mittelschienen 
aussen ziemlich dicht anliegend behaart; Hinterschienen mit langen, starken 
Dornen , auf der Innenseite, sowie die Füsse hell gelblichgrau. Hinterleib 
braungrau, am Bauch hell; der Legestachel versteckt. 

Vdfl. 4"' lang, breit, mit stark convexem Vdrd., abgestumpfter Spitze und 
schwach convexem Htrd. Grundfarbe auf der Basalhälfte röthlicli braun, hinter 
der Binde ziemlich hell braunroth, welche Farbe sich in der Fiiigelspitze bräunt. 
Von der Mitte des Vdrdes. geht eine schwarzbraune, etwas schmale Binde nach 
2/3 des Innenrandes. Sie ist an mehr als der unteren Hälfte (ich verrauthe, bei 
manchen Ex. noch weiter hinauf) auf beiden Seiten mit einer scharfbegrenzten 
gelblichen Linie gesäumt; die innere bildet zwei Ecken: in der Falte und an 
der Subdorsalader; die äussere macht in der Mitte, wo die Binde einen Vor- 
sprung hat, eine nach aussen convexe Krümmung, unterhalb welcher sie schwach 
convex verläuft. Sonstige Zeichnungen sind nicht vorhanden, wenn man nicht 
ganz verloschene dunklere Costalstrichelchen, die von der Flügelbasis bis hinter 
die Binde reichen, als Zeichnung ansehen will. Fransen einfarbig braun. 

Htfl. braungrau, gegen die Basis heller. Fransen hell gelblichgrau, von 
einer starken dunkelgrauen Linie durchzogen. 

Unterseite dunkelbraun, auf den Htfl. etwas heller. Besonders auf diesen 
treten die Adern stark hervor, doch nicht so, dass sich der Ursprung der 
Adern 3, 4, 5 bestimmt erkennen Hesse. Fransen einfarbig braungrau. 

Vaterland: Massachusetts. Ein 9» von Burgess bei Beverly mit meh- 
reren am 3. Juli gefangen, in meiner Sammlung. 

Penthina Tr. Antithesia Stph. Clem. 
1. Alheolana n. sp. Taf. VIII, Fig. 12. ' 

Aliü ant. obtusiorilms, albia, n hasi ultra medium cinereo-nebulosis, 
praesertim juxta dorsum, macula costae mediae adhaerente obscmiore infra 
per Uneam nigram. ferminata, npice alae cinereo-liturata. c^. 

Ein oinzclneH cf, «0 rein weiss und so wenig grau nebelig, wie JJart- 
m^nniana bei nns nie vorkommt. Das Auffallendste ist aber der Fleck der 
Costalmitte; er ist kleiner als bei jirner Art und basalwiirts nicht schräg, son- 
dern faßt senkrecht begrenzt, indem der soji.stige dunkle Tlieil des Flecks blos 
durrli wenige diinkclgrauc Punkte auf weissem Grunde vertreten ist; der Fleck 
wird wie bei Ilarfmanniana an der Medianander du'ch eine kurze, tiefschwarze 
Langslinie abgc-ichnitten. Hinter deren Endo zeigt sich auch das schwarze, 



Beiträge zur Kenntnise der nordamericaiiischeii Nachtfalter. 



263 



schräge Strichelchen, das am AusseDrande des grauen Gewölks liegt. Unter- 
halb der schwarzen Längslluie folgt nach einem weissen Zwischenraum allmälig 
graues Gewölk bis zum Innenrande, das aber nicht so dunkel ist wie der 
Costalfleck (was bei Hartmanniatia gewöhnlich der Fall ist, nur nicht in Hüb- 
ner's Fig. HO [Scriptana] , welcher also Alheolana am besten entspricht). In 
dem reinweissen Endtheil des Flügels liegen vor der abgerundeten Spitze zwei 
liehtgraue, gebogene Querstreifen, deren oberster bei Hartmannimia fehlt. 
Vdrd. auf der Endhälfte mit ein paar grauen Fleckchen bestreut. Fransen weiss, 
gegen die Flügelspitze grau, durch eine scharfe graue Htrd.-Linie von der 
Flügelfläche gesondert, die jedoch den Innenwinkel nicht erreicht. 

Htfl. grau, einwärts gelichtet; Fransen weisslich mit grauer Schatten- 
linie nahe der Wurzel. 

Unterseite wie bei Hartmanniana, auf den Vdfl. an der Basis und längs 
des ganzen Vdrdes. weiss und letzterer mit graue □ Fleckchen bestreut. 

Wenn Alheolatm nicht abändert und sich nicht durch Uebergänge mit 
Hartmarmiana verbindet, so sind ihre Hauptmerkmale die gerundete Spitze und 
das viel reinere Weiss der Vdfl. 

Vaterland: Massachusetts, wo Burgess das ziemlich gut erhaltene cf 
meiner Sammlung mit mehreren am 15. August fing. 

Anmerkung. Es ist mir nicht klar, warum mau Linne's Worte: 
Alis cinereis, superioribus linea nigra albae adnata auf Hübner's Scriptana 
(die zwar auch in Schweden vorkommt) und nicht lieber auf Ha wort h's Semi- 
fasciana anwendet. Fischer v. Röslerstamm, von dessen Urtheil Treitschke 
sich vielfach leiten Hess, besass lange Zeit nur Semifasciana und hielt Scrip- 
tatia H. für Varietät, bis er im Jahre 1834 in meiner Sammlung eine Anzahl 
echter Scriptana sab, deren Artrechte er sofort anerkannte. Charpentier 
scheint umgekehrt Semifasciana nicht gekannt und daher Scriptana für 
Linne's Hartmanniana erklärt zu haben. Es mag also eine stillschweigende 
auf keiner Ueberzeuguug beruhende Annahme sein, nach welcher alle Autoren 
der Hübner'schen Scriptana die Benennung Hartmanniana L. geben, ohne 
an der linea nigra albae adnata, die eigentlich keine der beiden Arten besitzt, 
Anstoss zu nehmen. 

Heinemann ertheilt der Hartmanniana (Scriptana), S. 106, August 
und September als Flugzeit. Die Wahrheit ist, dass der Wickler von den 
letzten Tagen des Juni an bis in den Anfang des August auf der Rinde der 
Weidenstämme sitzt. 

2. Penth. nimbatana Clem. Taf. VIII, Fig. 13. 

Media; alis ant. brevioribus, Costa convexa, a basi ad tertium trientem 
usque fuscis, nigro-marmoratis, fuscedine arcuatim terminata, postice albis vel 
exalbidis, ante apicem rotundatum vix cinerascentibus. cT Q 

Antithesia — Clem. Proceed. Ac. Nat. Sc. Philad 1860, p. 346. 



264 



P. C. Zeller. 



Eine sehr nahe Verwandte der Pruniana, doch weiter von ihr entfernt 
als Pruneticolana (deren Artrechte etwas zweifelhaft sind), aber verschieden 
von beiden durch abgerundetere Vdfl., an deren Spitze die gelbliehweisse Grund- 
farbe kaum grau getrübt ist, und durch den Mangel des schwarzen Punktflecks, 
der bei Pruniana und Pruneticolana an der Mitte des hinteren Randes des 
Brauneu sehr deutlich hervortritt. Ochroleueana, welche Clemens in der 
Nimbatana vermuthet, ist gewöhnlich grosser, immer mit gestreckteren, 
spitzeren, gesättigter gelben Vdfl., deren Fransen, ausser gegen den Innen- 
>vinkel, grau oder doch graufleckig sind. 

R. (bei Pruniana einfarbig dunkelbraun, bei Pruneticolana ein wenig 
heller) weissgrau mit braungrauem Kragen, dunklem Querschatten über die 
Mitte und dunkel gelbbraunem Scutellumshöcker. Mittelbeine wie bei Pruniana 
dunkelgrau mit schmutzig weisslichbandirter Schiene und braungrauen, am Ende 
weisslichen Fussgliedern. Hinterbeine trüb gelblichweiss ; Schiene stark zu- 
sammengedrückt, auf der Basis der Rückenschneide mit einem abstehenden, 
bleichen Haarbüschchen. 

Vdfl. S^IJ" lang, ziemlich breit, am Vdrd. etwas convexer als bei Pruniana, 
mit etwas zugerundeter Spitze, von der Basis an auf 2/3 ein Gemisch von Gelb- 
braun, schwarzen Fleckchen und violettlichera Grau, mit ein paar trüb weiss- 
lichen Stellen. Unter der Subdorsalader liegen fast in der Hälfte dieser dunkeln 
Farbe zwei weisse Punkte hinter einander, die sich auch vergrössern und zu- 
sammenfliessen und dann sich zu einem hellen Fleck- bis an den Innenrand 
ausdehnen. Der Htrd. des Braunen ist convex, doch nicht scharf begrenzt und 
reicht vom Anfang der Innenrandfransen bis zur Mitte des Vdrdes.; aus ihm 
steht gar kein schwarzer Punktfleck (wie bei den zwei Verwandten) hervor, 
wenn auch an der ' Stelle ein schwarzes Querstrichelchen den Rand des Dunkeln 
bildet. Von da an ist die Grundfarbe gelblichweiss. In ihr ist der Vdrd. bis 
zur Spitze mit kleinen, verloschenen, grauen Flecken oder Punkten bezeichnet. 
Dicht vor der Flügelspitze liegen ein paar graue, verloschene Querstreifchen 
am Htrd. herunter, welcher an seiner Apicalhälfte mit einer grauen Linie ein- 
gefas.st ist. Fransen weiss, ungefleckt. 

Htfl. lichtgrau, beim 9 dunkler; die Fransen weisslich mit grauer 
Schatteniinie nahe der gelblichen Wurzel. 

Unterseite der Vdfl. dunkelgrau, am Vdrd. oline helle und dunkle Flecke, 
längs des Innenrandes weisslich wie die Htfl. 

Vaterland nach Clemens: Massachusetts, Pennsylvanien, Illinois. Meine 
Ex. wurden von Burgess bei Beverly in der ersten Hälfte des Juli an ver- 
schiedenen Tagen gefangen. 

Die Raupe lebt nach Clemens zwischen zusammengezogenen Blättern 
der Kosensträucher. 

Anmerkung. Cl e um* ns verniuthete in seiner Nivihatana die Htib- 
ner'Kche OcAro/ß?/car/a bauj»tHäclilic.h wohl w(!gen der Raupennahrung. Grade 
diese int der beste (irund, warum sie nicht Varietät der Pruniana sein kann, 
indem J*rufiiana nur an Schlclicn und I'llauinen lebt. Pruniana fängt zu Ende 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



265 



Mai. zu fliegen an und findet sich ganz ausnahmsweise und verflogen noch An- 
fang Juli. Dieser Monat, den Heinemann neben dem Juni als Flugzeit auf- 
führt, gilt kaum von Gebirgsgegenden. Kimhatana scheint ihre beste Zeit zu 
Ende Juni und in den allerersten Julitagen zu haben. 

3. (Penth,?) Chionosema n. sp. 

Alis ant. ohscure schistaceis, transverse nigro-uyidaiis, macida costae 
posticae semiovata nivea. Q. 

Sehr nahe verwandt mit der europäischen Sehr eher iana, kleiner, mit 
weniger dunklen Vdfl., deren schneeweisser Costalfleck weniger weit in die 
Flügelfläche hineinreicht. 

Grösse wie von Exart. albofasciatum. K. (beschädigt) dunkel schiefer- 
grau; der Schuppenhöcker des Scutellums viel kleiner als bei Schreheriana. 
K. oben und vorn röthlich hellbraun. Taster keulenförmig, zusammengedrückt, 
etwas über die Stirne hervorstehend, inwendig hell braunröthlich, aussen braun, 
mit hellem Bande vor der Spitze: Endglied knospenförmig. Beine innen sehr 
hell staubfarbig: die vorderen und mittleren aussen braun, hellfleckig. Hinter- 
beine einfarbig; die Schienen verdickt, zusammengedrückt, auf der Rücken- 
schneide mit etwas flach liegenden Haarschuppen ohne Flocke (also wie bei 
Schreheriana). ^) Hinterleib fehlt. 

Ydfl. o^/i" lang, länglich, wie bei Schreheriana gestaltet, aber mit con- 
vexerem Htrd. Grundfarbe dunkel schiefergrau, schwarz quermarmorirt. Ein 
stumpfwinkeliges Querband bildet die Grenze des fleckigen Basalfeldes. Hinter 
der Mitte hängt am Ydrd. ein halbeiförmiger, nach hinten gespitzter schnee- 
weisser Fleck, der nicht ganz bis 2/3 der Flügelbreite herabreicht und auf dem 
Vdrd. mit 6 — 7 abwechselnd ungleichen, tiefschwarzen Punkten bezeichnet ist; 
gegen die Flügelfläche ist er breit schwarz eingefasst. Von dem Anfang dieser 
Einfassung geht durch die Flügelhälfte ein schwarzer Streifen zum Innenrand, 
und von dem hinteren Ende erst ein schwärzlicher, schwarzgesäumter bis vor 
den Innenwinkel und dann ein anderer bis zur Mitte des Htrdes., an dem er 
sich zugespitzt herabzieht. Der von den letzteren zwei Streifen eingeschlossene 
graue Baum bildet einen au? dem Innenwinkel aufsteigenden bandförmigen 
Streifen, der bis über 2/3 der Fitigelbreite reicht, am Ende zugerundet ist und 
ziemlich grade Ränder hat. (Bei Schreheriana ist er kürzer, unregelmässig und 
wie zerrissen.) Zwischen der schwarzen Flügelspitze und dem schneeweissen 
Costalfleck trägt der Ydrd. ein weisses Doppelhäkchen, Htrd. -Linie schwarz. 
Fransen dunkelgrau, am Innenwinkel bräunlich. 



^) Schreheriana Q hat an der Wurzel der Bückensehneide eine abstehende, gekrümmte 
Haarflocke von i 3 der Schienenlänge (Lederer, Taf. 2, Fig. i4) ; aber in der Seite fehlt die Kinne 
nnd der darin ruhende Haarbusch (wie Heinemann Tortr. S. 103 richtig angibt) : sie gehört daher 
und wegen sonstiger Beschaffenheit nicht zu Pinthin's Tr. 

Z. ß. Ges. B. XXV Abh. 34 



266 



P. C. Zeller. 



Htfl. mit abgerundeter Spitze und unter dieser schwach eingedrücktem 
Htrd., braun grau, in der Spitze am dunkelsten; Vdrd. unter den Vdfl. weisslich. 
Fransen weisslich mit dunkelgrauer Linie nahe der Wurzel durchzogen. 

Unterseite der Vdfl. einfarbig schwarzgrau. Der helle Costalfleck sehr 
scharf, ochergelblich. (Bei Schreheriana schimmert er von der Oberseite ver- 
loschen durch, und nur der Vdrd. ist in einer gefleckten Linie ochergelblich.) 
Htfl. grau, am Vdrd. heller. 

Vaterland: Nordamerica. Ein Weibchen in Dr. Kö sslers Sammlung. 

Ecdytolopha n. g, 

e/.Sucü promineo — Xo'cpo; penicillus. 
Äntennae hreves, simpUces, setaceae. 
Palpi hreves, compresso-cylindrici, squamati, articulo terminali hrevissimo. 
Haust ellum breve. 

Pedum posticorum femora ac tihiae compressae, hae rohustae, pilis ap- 
pressis, apicem versus productis vestitae. 

Scutellum tuberculo squamoso instructum. 
Fasciculus cf analis tumidus, rotundatus. 

Alae anteriores angustae, subobtusae, sine revdlucro cf , macula obscura 
triangida anguli interni pictae, speculo nullo; venis apicalibus separatis. 

Alae posteriores latae, vena mediana trifida, rami tertii basi a venae 
quartae origine distante; superne penicillo ex sulco juxta venae me- 
dianae basim eminente. 

Das wesentliche, aber sicher nur dem cT eigenthümliche Merkmal besteht 
in dem gelblichen Pinsel, der auswärts an der Wurzel der Medianader aus 
einer Furche hervorragt und nicht mit der anders gefärbten Behaarung der 
Medianader verwechselt werden darf; an dieser Stelle sind auch die Adern 
gleichsam etwas verkrüppelt, weshalb der Flügel hier Längsfalten wirft. 

Der Schuppenwulst auf dem Scutellum, der Mangel eines Umschlags 
und die Färbung der Vdfl.: von der Basis aus dunkel, am Ende hell, mit 
einem schrägen, dunklen Strich am Htrd. unterhalb der Flügelspitze — weisen 
diese Gattung in die Verwandtschaft von Penthina Tr. 

Ecd. insiticiana u. sp. Taf. VHL Fig. 20. 

Magna; alae ant. angustae, fuscae, postice albidae, fuscedinis termino 
oblique ex dorso medio extrorsus adver sus costam adscendente, albedine nitir 
dule tramverse undulala, macula parva triangida fusca anguli dorsalis. t^. 

hl der Flügelgestalt, selbst in der Zeichnung des Endtheils der Vdfl. 
hat diese Art einige Achnlichkeit mit der gegen sie zwergliaften Tmet. oeel- 
lana; sie weicht aber von ihr sowie von allen Penthiiien ab durch die schräg 
auswärts vom iniioiirand nacli dem Vdrd. aufsteigende Grenze des braunen 
Wurzeifeldes, 

Viel grösser als die grüsste Penth. salicella. II. und K. braun. Taster 
wenig über di<^ Stirn hervorragend, aussen braun, innen hell. Wulst des Scu- 
tellums dunkelbraun. Hinterleib bräunlich staubgruu, ziemlich schlank, nach 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



267 



hinten besonders an den Seiten lockerschnppig: der helle Analbuseh stark, ab- 
gerundet, breiter als lang. Beine staubgrau; Mittelschienen aussen dunkel mit 
hellem Mittelbändchen und solchem Ende; Füsse an den vier Endgliedern 
etwas verdunkelt, mit verloschenen, hellen Spitzen. 

Vdfl. 5—6"' lang, schmal, nach hinten erweitert; Vdrd. fast grade: 
Spitze zugerundet; Htrd. schwach convex, wenig zurückgehend. Grundfarbe auf 
mehr als der Basalhälfte braun, dunkler marmorirt, grob- und lockerschuppig; 
diese Farbe hat eine von der Mitte des Innenrandes schräg nach 2/3 des Ydrdes. 
gehende Grenze und verlängert sich hier schmal bis in die Flügelspitze, vor 
welcher ein braunes, tiefschwarz gesäumtes Streifchen, das nicht immer voll- 
ständig ist, bis zur Mitte des Htrdes. herabgeht. Der Vdrd. ist undeutlich 
heller und dunkler gestrichelt. Die übrige Farbe des Flügels ist schmutzig 
weisslich oder hellgrau, mit helleren, etwas schimmernden, unregelmässigen 
Querwellen, welche aus grösseren und lockerer liegenden Schuppen bestehen 
als der matte Grund. Im Innenwinkel ist auf dem Innenrand ein kleiner, nach 
oben gespitzter, brauner, mehr oder weniger tiefschwarz verdunkelter Fleck. 
Fransen an der Flügelspitze braun, tiefer abwärts dunkelgrau, undeutlich gefleckt, 
an der unteren Hälfte weisslich oder lichtgrau, wie der angrenzende Flügeltheil. 

Htfl. braongrau, gegen die Basis wenig gelichtet. Der Haarpinsel sehr 
hellgelb. Fransen weissgrau, nahe an ihrer gelblichen Wurzel mit einer dun- 
kelgrauen Schattenlinie durchzogen. 

Unterseite der Vdfl. dunkelgrau, auf der Endhälfte des Vdrdes. mit brau- 
nen Fleckchen in gleichen Entfernungen: Htrd, hell mit braunen, verloschenen, 
schräg gegen ihn herabgehenden Querlinien. — Htfl. lichtgrau, am Vdr.- und 
Htrd, mit verloschenen braunen Strichelchen. Ader 5 entspringt, weit von der 
Medianader getrennt, aus der sehr feinen oder vielleicht nicht vorhandenen 
Querader und steht von 4 und 6 fast gleichweit ab. 

Vaterland: Massachusetts (Burgess), Die 5 cf meiner Sammlung wurden 
zwischen 16. Juni und 18, Juli gefangen, und scheinen keiner sehr seltenen 
Art anzugehören; jedoch erhielt ich kein 9- 

Tmetocera Lederer. 

Der Ausschnitt des Fühlers über dem Wurzelgliede ist schwach und 
nur in gewisser Richtung gut sichtbar; sein oberes Ende wird durch ein Knöt- 
chen bezeichnet. 

Ocellana Fabr. Heinemann S. 206. Wilkinson p. 118. 

Crrapholitha oculana Canadian Entomologist 3, p. 13, Fig. 9. 

Zu den besten Merkmalen der in der Färbung des hellen Vdfl.-Theiles 
veränderlichen Art gehört das kleine, braune, schwarzfleckige, an seiner Spitze 
tiefschwarze Dreieck dicht vor dem Innenwinkel und die 3 oder 8^/2 tief- 
schwarzen Längsstriche auf dunklem Grunde vor und unterhalb der Flügelspitze. 

34* 



268 



P. C. Zeller. 



Die zwei vorliegenden sind klein und gehören zu der hellen gewöhn- 
lichen Färbung; nur ist das eine auf der Costalhälfte des Weissen graugewölkt. 
Ich erhielt letzteres von Speyer aus New-York, das andere von Packard mit 
der Angabe: Salem, 1. Juli. 

Ich bezweifle nicht, dass die Art in Nordamerica eingewandert ist und 
dort ebenso abändert wie bei uns. Der Holzschnitt im Cauad. Ent. stellt die 
gewöhnliche Färbung recht kenntlich dar. Nach der hier von W. Saunders 
gegebenen Auskunft ist die Eaupe, die in Aussehen und Lebensweise ganz mit 
der europäischen übereinstimmt, in Canada in den kleinen Gärten dem Obst 
sehr verderblich. 

Der Name Gr. oculana scheint aus irgend einer mir nicht bekannten 
(Garten?) Schrift genommen zu sein. 

Exartema Clem. Eccopsis Led. ^) 

Schildchen mit schwachem Schuppenwulst. Vdfl. ohne Umschlag, mit der 
Zeichnung von Sericoris. Htfl. des an der Wurzel des Innenrandes mit 
linienförmigem Hautanhang. 

Diese Gattung, die bei uns nur mit einer, oder wenn mit Lederer S. 374 
seine Cymolomia Hartigiana dazu gezogen wird, mit zwei Arten vertreten ist, 
kann in Nordamerica nicht arm an Arten sein. Dass Clemens das Genus 
Exartema später einzog, mag weniger daher kommen, dass er den Werth des 
Hauptmerkmals verkannte, als weil er bei Wilkinson keine entsprechend 
charakterisirte Gattung fand. 2) 

Auffallend ist mir, dass, während ich sieben nordamericanische Arten 
kenne, mir nicht eine aus Texas vorliegt. 

Exartema erfordert nach den Sprachregeln die Speciesnamen im säch- 
lichen Geschlecht. 

1. Exart, quadrifidum n. sp. Taf. VIII, Fig. 14. 

Alis ant. acutis, margine postico infra apicem suhimpresso, griseo-fus- 
cescentibus, dorso lituraque costae mediae obscuratis, vena mediana exalbida 
in ramoH 4 tenues albos fifisa, stria marginali obliqua fuscescenti obsoleta. cf. 

Die grösste mir bekannte Art, kenntlich an der verstärkten, schmutzig 
weiöslichen Medianader der Vdfl., deren vier sehr feine Aeste mehr oder weniger 
deutlich und gleichfalls hell sind. 

') Wickler in d. Wien. Zeitschr. 185!), S. 288. JAoine Gattung Eccopaia (Micropt. (Juffr., p. 79) 
kann «h nicht »ein, wenn ihr wirklich der riauturihanf^ fehlt; ich habe keinen bemerkt, und da 
ich kein Kx. der africaninchen Art beiützo, ho wird daH Stockholmer MuKOum am ersten entscheiden 
k^nnfsn, ob ich ihn überi-iehen, odur mit Itecht unerwähnt KelaHKCn habe. 

9o libcrffenau auch WilkinHon die Lilnffe der TaHtfirj^Iieder maes und daa Flügel- 
geWer untersuchte, nm die «chlechten Gu e n e'«chen Genera zu begründen, ho hat er doch an der 
ihn gauz wohl bekannten I.ulifaniana den Hautanhang nicht gotiehen. 



Beiträge zur Keuntniss der uordamericanischen Nachtfalter. 



269 



E. und K. gelbbräunlich, Gesicht heller. Taster von doppelter Kopflänge, 
aufgebogen und bis zur Höhe der struppigen Scheitelhaare heraufreichend, 
cylindrisch, zusammengedrückt, schmutzig gelblichweiss ; Endglied etwas her- 
vorstehend. Beine von der Farbe der Taster ; die vier vorderen auswärts braun- 
grau, an den Enden der Glieder und in einem Mittelbändchen der Schienen 
weisslich. Hinterbeine unverdunkelt; die Schienen stark zusammengedrückt, auf 
der Rückenschneide mit langen, locker aufliegenden Haaren ziemlich reichlich 
bekleidet, auf der Innenseite in einer Furche mit langem, schwärzlichem Haar- 
pinsel. Hinterleib dünn, grau; Analbusch bleich ochergelb, fast doppelt so 
lang wie breit, nach hinten erweitert. 

Ydfl. über 4"' lang, etwas gestreckt, nach hinten erweitert, am Vdrd. 
schwach convex, mit ziemlich scharfer Spitze, unter ihr an dem ziemlich graden 
und steilen Htrd. schwach eingedrückt, mit wenig deutlichem Innenwinkel. 
Grundfarbe giaugelbbraun , mit hellen Schuppen überstreut und dadurch hell 
erscheinend; am Innenrand bis zur Falte fehlen die Schuppen, und so ist die 
Farbe hier dunkel gelbbraun, nach Jiinten ins Helle übergehend. Ein grosser 
Wischfleck, eigentlich die wegen der lichten Schuppen bis zur Medianader 
reichende JMittelbinde, nur nach hinten erweitert, hat dieselbe gelbbraune Fär- 
bung. Die Medianader erscheint als ein heller, schmutzig gelblichweisser Längs- 
streifen, der von der Schulter anfängt und sich in vier feine, weniger helle 
Aeste auflöst; von diesen Aesten sind die zwei untersten die deutlichsten und 
etwas abwärts gekrümmt; der oberste ist der kürzeste, undeutlichste und wie 
der zweite grade; keiner erreicht den Htrd. Der gelbbraune Querstreifen, der 
bis unter die Mitte des Htrdes. herabreicht, ist durch die dichte, ihm auf- 
liegende Beschuppung sehr verloschen. Der Vdrd. ist von der Wurzel aus, doch 
bis zur Mitte undeutlich, mit allmälig längeren, gelbbraunen Querstrichelchen 
gezeichnet, zwischen welchen der Vdrd. selbst blass gelblich ist. Die Flügel- 
spitze enthält einen undeutlichen braunen Fleck, der auswärts auf den Fransen 
etwas röthlich schimmert. Fransen hell, nahe der gelblichen Wurzel mit 
einer grauen Linie durchzogen und an der Endhälfte noch dunkler grau; 
im Innenwinkel sind diese Färbungen ganz verloschen, und ihre Farbe 
daher hell. 

Htfl. hell braungrau, gegen die Wurzel allmälig hellgrau. Das An- 
hängsel ist streifenförmig, hell, gefranst: das anliegende kleine Feld des Flügels 
mit dunkelgrauen Schüppchen belegt. Fransen weissgrau, dicht an der gelb- 
lichen Wurzel mit grauer Schattenlinie durchzogen. 

Unterseite der Vdfl. dunkelgrau, an der Endhälfte des Vdrdes. ziemlich 
breit bleichgelb mit dünnen, dunkelgrauen Querstrichelchen. Htfl. einfarbig 
weissgrau. 

Vaterland: Massachusetts. Burgess fing am 6. Juli mehrere, von denen 
das beschriebene in meiner Sammlung ist. 



270 



P. C. Zeller. 



2. Exart. eocoletum n. sp. 

Alis mit. acutis, margine postico infra apicem non impresso, pallide 
fuscescenti-griseis, crebrius fuseescenti-strigulatis, puncto apicis rotundato nigro, 
litura fusca ex dorso ante medium oblique adscendenfe. c^. 

Ich bin nicht sicher, ob dies nicht eine blosse Abänderung des Exart. 
quadrifidum ist, von dem es sich hauptsächlich durch den Mangel der hellen 
Adern auf den Vdfl. unterscheidet. 

Ex. exoletum ist bedeutend kleiner als Quadrifidum. Die Vdfl. sind 
nämlich nur B^/i" lang, im Bau zwar sonst gleich; nur ist der Htrd. gänzlich 
ohne Einbiegung unterhalb der Spitze, also gleichraässig schwach convex. Die 
Grundfarbe der Vdfl. ist heller, licht bräunlich staubgrau, reichlich mit braunen 
Querstrichelchen wellig überzogen (jedoch bei dem einen Ex. blässer und weniger 
gedrängt, als bei dem zweiten). Die Adern entbehren gänzlich der helleren 
Färbung. Ader 3 hat zwar deutlich die Krümmung wie bei Quadrifidum, ist 
aber am Ursprung von Ader 4 völlig getrennt, also nicht wie dort mit ihr an 
der Wurzel zusammengeflossen. Vom Innenrand, nahe der Basis, erhebt sich, 
schräg gegen die Mitte des Vdrdes. gerichtet, ein bindenförmiger, brauner Wisch, 
der bis über die Falte hinwegreicht und sich dem dunklen, doch verloschenen 
Nebel der Costalmitte anschliesst. In der Flügelspitze liegt ein starker, schwarzer 
Punktfleck, und vor ihm trägt der Vdrd. einige wechselnd breitere und schmälere 
Querstrichelchen. Von dem Querstreifen, der von der Htrd.-Mitte schräg zum 
Vdrd. zieht, lässt sich nur bei dem weniger dunkel gestrichelten Ex. eine Spur 
entdecken. Fransen hellgrau, über der Mitte an der Aussenhälfte fleckartig braun. 

Htfl. auffallend spitzer als bei Quadrifidum, dunkler braungrau und gegen 
die Basis weniger gelichtet. Fransen nicht verschieden. Auf der Unterseite 
sind diese Flügel dunkler grau. 

Vaterland des von Packard erhaltenen Ex. Massachusetts; das des an- 
deren, in Dr. Rössler's Sammlung befindlichen, ist mir unbekannt. 

3. Exar^t. nitidanum Clem. Taf. VIII, Fig. 15. 

Alis ■ ant. dilutc einer eo-purpureis, rnacula dorsi ante medium, fascia 
media postice iridentala slriaque ohliqua ovata ante marginem posticum- me- 
dium nigro-hrunneis, pallide tenuiter marginatis. c^. 

Exartema nitidana Cl. Proceed. Ac. Nat. Sc. Philad. 1860, p. 356. 
Sericoris — Cl. Proceed. Ent. Soc. Philad. 1865, p. 133. 

ObghMrli ich nicht zweifeln darf, daHs mein Ex. mit (Um Clemens- 
Bchen zu einerlei Art gehört, ho finde ich es doch, da kleine Abweichungen 
obwalten, rath.sam, selb«! eine Beschreibung zu verfassen, Grade die hell pur- 
purrothe Grundfarbe int für die Art Hehr eharaktcriKtisch ; ClernonH bezeichnet 
sie 18G0 paHHend duU sordid criruHon, dagegen 1865 reddish brown, als ob er 
nicht mehr dicHelbe Art vor Rieh gehabt hätte. 



Beiträge znr Kenntuiss der nordamericanischen Nachtfalter. 



271 



Nitidanum ist kleiner als Quadrifidum, mit gleichfalls etwas gestreckten, 
aber nach hinten weniger erweiterten und stumpferen Vdfl., ganz ohne Ein- 
biegung des Htrdes. 

Die Grundfarbe ist ein angenehmes, blasses Purpur- oder Karminroth, 
etwas mit violettlichem Grau, am reichlichsten auf der Basalhälfte gemischt. 
Die Zeichnungen sind tief gelbbraun. Näher der Mittelbinde als der Basis 
trägt der Innenrand einen bis zur Medianader reichenden, oben nach hinten 
gebogenen, auf der hinteren Seite seicht ausgehöhlten Fleck. (Von einem gleich- 
farbigen Streifen [streak] über demselben zeigt mein unverwischtes Ex. keine 
Spur). Die Mittelbinde ist in den oberen 2/3 ziemlich schmal, im untersten 
Drittel doppelt so breit und in der Mitte durch eine gelblichweisse Längslinie 
fast zerschnitten; ihr Basalrand ist wellig, tief ausgebuchtet, am tiefsten an 
der Stelle, wo die gelblichweisse Linie in sie hineintritt ; auf der abgewendeten 
Seite zeigt sie bei Va einen scharfen Zahn, an der Mitte einen grösseren, 
schlecht abgerundeten (unter welchem sie einen tiefen Einschnitt hat) und nahe 
am Innenrande einen breiten, zugespitzten. Der schräge Keilstreifen erweitert 
sich stark, ist mit einem Costalfleck durch eine feine Linie verbunden und be- 
rührt mit seinem unteren, verschmälerten und gelichteten Ende den Htrd. unter 
der Mitte. Diese drei Zeichnungen sind, doch theilweise undeutlich oder wirk- 
lich unterbrochen, mit einer feinen, hellen Linie eingefasst. Vor dem Innen- 
winkel ist ein kleines, helles, leicht zu übersehendes Dreieck. Der Vdrd. ist 
von der Wurzel bis zur Mitte etwas undeutlich gelbbräunlich gestrichelt, hinter 
der Mitte bis zu dem nicht recht scharfen Apicalfleckchen deutlicher; zwischen 
diesen Strichelchen liegen in gleichen Abständen drei gelbbraune, dreieckige 
Fleckchen, etwas schräg nach hinten gerichtet; das erste ist dasjenige, welches 
mit dem Keilstreifen zusammenhängt. Eine gelbbraune Linie, die unterhalb 
des Keilstreifens verschwindet, fast den Htrd. ein. Die Fransen sind röthlich- 
grau, am hellsten am Innenrande; an der Flügelspitze und dem Keilstreifen 
gegenüber braun, ausser an der Wurzel. 

Htfl. (nach Cl. dark fiiscous) ziemlich hell braungrau, gegen die Wurzel 
heller, an der Wurzelhälfte des Vdrdes. grauweiss. Fransen an der Flügelspitze 
dunkelgrau, sonst weissgrau, mit einer grauen Linie nahe der gelblichen Basis 
durchzogen. Das behaarte Anhängsel ragt bis ans Ende der Fransen des 
kleinen angrenzenden Flügelfeldes. Ader 5 entspringt ziemlich nahe an 4, doch 
etwas höher, aus der Querader. 

Unterseite der Vdfl. dunkelgrau; Vdrd. streifenartig bleichgelblich, von 
feinen, braunen Querstrichelchen durchschnitten und mit vier grösseren braunen 
Flecken, deren grösster auf der Mitte liegt. 

Die Hinterschiene scheint auf dem Rücken auch eine Furche mit schwärz- 
lichem Haarbusch zu haben. 

Vaterland: Maine oder Massachusetts (Packard). Ein gut erhaltenes <^ 
in meiner Sammlung. 



272 



P. C. Zeller. 



4. Exart, albofasciatum n. sp. 

Alis ant. alhis, area hasali fasciaque lata media fusco, nigro plumbeoque 
mixtis, Costa postice alba, nigro-strigulata , Stria marginali ohliqiia fusco- 
lutea. cf. 

In der Färbung und Zeichnung schon ganz wie die gewöhnlichsten Seri- 
com-Arten, von diesen, so wie von den anderen Exarteiiia- Alten durch die als 
weisse Binde vor der Mitte hervortretende Grundfarbe und die weiss und schwarz- 
wechselnde Vdrd.-Zeichnung zu unterscheiden. 

Grösse der Serie, cespitana. R. und K. schwarzbraun, ersteres weisslich 
gefleckt. Taster um eine halbe Kopflänge hervorstehend, länglich, zusammen- 
gedrückt, mit abstehender Behaarung, weiss, obenauf graugetrübt; Endglied 
dünn, stumpf, hervorstehend. Beine unrein gelblichweiss ; die vier vorderen und 
alle Füsse aussen schwärzlich, weissgefleckt ; die Hiuterschienen zusammen- 
gedrückt, durch die reichlichen, langen, locker liegenden Haare auf der Rücken- 
schueide erweitert, auf dem Rücken mit schwarzer Längsfurche. Hinterleib 
grau, an den Enden der Segmente locker haarschuppig; Analbusch mässig, 
bleich ochergelblich. 

Vdfl. 3— lang, länglich, wenig nach hinten erweitert, am Vdrd. 
mässig convex, am Htrd. mit schwacher Concavität. Die weisse Grundfarbe 
nimmt kaum Y3 des Flügelraumes ein und zeigt sich vorzüglich als Band vor 
der Mitte. Das Basalfeld ist klein, von etwa Ys der Flügellänge, braun, mehr 
oder weniger mit bleigrauen und schwarzen Flecken querdurchzogen und (nicht 
immer) mit gelblichen Haarschuppen bestreut; der Htrd. dieses Feldes ist un- 
regelraässig convex. Die folgende weisse Binde ist ebenso breit oder schmäler, 
oben am breitesten, mit 2 — 3 schwarzen Costalpunkten und ein paar schwärz- 
lichen, unregelmässigen Punkten in der Mitte. Auf sie folgt die breite, braune, 
ßchwarzfleckige und mit Bleistreifen durchzogene und mehr oder weniger mit 
lelinigelben Haarschnppen bestreute Mittelbinde; bei genauer Betrachtung ist 
sie am Vdrd. schmal wie gewöhnlich und scheint nur so breit, weil Bleigrau 
sie hinten oberwärts bis zu den Costalflecken säumt und diese als einen Theil 
der Binde erscheinen lässt; eben so erscheint der halbeiförmige, aufrechte, 
schwarzbraune, gelbbestreute Dorsalfleck vor dem Innenwinkel, weil er nur 
durch einen dünnen Bleistreifen von der Binde geschieden ist, als ein Theil 
der hitzteren. Der schräge Keilstreifen ruht mit seinem verbreiterten Untertheil 
auf dem Iltrd. unter der Mitte und ist braun, mit lehmgelben Schuppen theil- 
weise verdeckt. Zwischen ihm und dem Haibeifleck des Innenrandes bildet die 
Grundfarbe einen aus dem Innenwinkel aufsteigenden, schrägen, zugespitzten 
Streifen, der in der Mitte durch bleigrau getrübt ist. Vdrd. bis zur Spitze weiss 
mit abwechselnd schmalen und breiten, schwarzen Schrägstrichen. In der Flü- 
gclspitzo ist ein schwarzes, gerundetes Fleckchen an der braunen, unterwärts 
verlöHche/iden Iltrd. -Linie. Fransen weiss, an der Flügelspitze braun, tiefer ab- 
wärts mit einem solchen Fleckchen und am Keilstreifen breit schwarzbraun; 
tii.fer bleibt die Farbe bis zum Haibeifleck rein. 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



273 



Htfl. braungrau, nur an der Basalhälfte des Vdrdes. weisslich. Fransen 
weisslich, mit einer deutlichen grauen Linie nahe an der gelblichen Wurzel 
durchzogen. Das behaarte, weissgraue Anhängsel reicht bis über das Ende der 
Fransen. Ader 5 entspringt fast dicht an 4. 

Unterseite der Vdfl. braungrau, im Dorsalfelde weisslich; der Vdrd. schmal 
weisslich gefleckt, die Flecke durch Braun getrennt und jeder durch einen 
braunen Querstrich durchschnitten. Htfl. weissgrau; die Fransen heller, ohne 
dunkle Linie. 

Vaterland: Ohio (Schläger); Illinois (Lederer). Drei in meiner 
Sammlung. 

Anmerkung. Exart. fasciatana Clem. (Proc. Acad. Philad. 1860, 
p. 357) kann nicht wohl meine Art sein, welche kein silvery white band hat 
(nur im Sonnenschein schimmert das weisse Band, so wie auch die Fransen 
und noch mehr die Bleistellen), und bei welcher der Keilstreifen nicht bis zum 
Vdrd. reicht, sondern von dem Costalstrich, gegen den er gerichtet ist, deutlich 
getrennt bleibt oder höchstens mit ihm durch eine feine Linie verbunden wird. 

5. Exart, permundanum Gl. 

Alis ant. area hasali, fascia media postice tridentata, macula semiovata 
anguli dorsalis striaque marginali ohliqua luteo-hrunneis, pallide marginatis, 
spatiis interjectis angustis, plumheis. 9- 

Exartema permundana Clem. Proc. Ac. Philad. 1860, p. 356. 

? Sericoris — Clem. Proc. Eut. Soc. Philad. 1865, p. 134. 

Dadurch, dass alle dunkle Zeichnungen der Vdfl. hell gesäumt sind, hat 
diese Art eine gewisse Aehnlichkeit mit Sericoris rivulana (conchana H.), und 
sie unterscheiden sie von den anderen Exartema- Arten. Nur bei dem auch sonst 
nicht ähnlichen, hell purpurfarbenen Nitidanum hat die Mittelbinde drei Zähne; 
bei dem näher verwandten Appendiceum sind die trüben, verflossenen Zeich- 
nungen nicht hell gesäumt. 

Etwas grösser als Alhofasciatum, in der Färbung etwas veränderlich; 
wenigstens ist mein einzelnes 9 bedeutend dunkler, wofür die hellen Einfas- 
sungen der Zeichnungen desto reiner hervortreten. 

K. mit etwas aufgerichteten Haaren, heller als das gelblichbraune R., 
im Gesicht noch heller. Taster hellgelblich, fast um Kopflänge hervorstehend, 
beim 9 dünner als beim c^, besonders unten behaart; die Endl)aare des zwei- 
ten Gliedes mit bräunlicher Spitze; das hervorstehende Endglied dunkelbraun. 
Vorderbeine gelbbraun, hell gefleckt; Mittelschienen verloschen braun und hell 
gezeichnet; Hinterschienen zusammengedrückt, grau, auf der Rückenschneide 
dicht mit langen, etwas aufgerichteten Borstenhaaren gefranst; Hinterfüsse 
dunkler grau mit hellen Enden der Glieder. Hinterleib dunkelgrau mit hellerem, 
länglichem, reichlichem Analbusch des cT; beim 9 ist er kurz, von der braun- 
grauen Farbe des Hinterleibes und hat am vorletzten Segment zu jeder Seite 
ein hellgelbes Büschchen. 

Z. B. Ges. B. XXV. Abb. 35 



274 



P. C. Zeller. 



Vdfl. 33/4'" lang, wie bei ATbofasciatum gestaltet. Als Grundfarbe, die 
zwischen den Zeichnungen sehr eingeengt ist, muss man die hellen Säume der- 
selben und die von ihnen eingeschlossene schwach glänzende Bleifarbe ansehen. 
Die Zeichnungen sind gelbbraun, beim cf theilweise mit lehmgelben Haar- 
schuppen verdeckt, beim 9 i'ein» braunen scharfen Rändern, so dass bei 
ihm ihre Gestalt recht deutlich ausgedrückt ist. Der Htrd. des Wurzelfeldes ist 
in der Mitte eckig, beim 9 etwas unregelmässig. Der bindenförmige Raum der 
Grundfarbe zwischen ihm und der Mittelbinde ist schmal, am Vdrd. über das 
Basalfeld hin gegen die Wurzel erweitert. Die Mittelbinde ist auf der Basal- 
seite wellig, saumwärts über der Mitte mit zwei starken, spitzen Zähnen; unter- 
halb des zweiten ist sie sehr zusammengezogen, dann wieder erweitert und mit 
einem kurzen breiten Zahn auf der Subdorsalader versehen. Der halbeiförmige 
Fleck des Innenwinkels reicht ziemlich nahe an die Mittelbinde heran und lässt 
auch zwischen sich und dem Mittelzahn derselben und ebenso zwischen sich 
und dem Keilstreifen nur einen schmalen Raum. Der schräge Keilstreifen, der 
unterhalb der Mitte auf der braunen Htrd. -Linie ruht, erweitert sich nach oben 
etwas und steht beim durch einen dünnen Hals, beim 9 11^^ durch einen 
hellen Faden mit dem ersten der drei gelbbraunen Costalfleckchen in Verbin- 
dung. Die Costalfleckchen, welche zwischen sich helle Ocherfarbe mit dünnem, 
braunen Querstrich haben, spitzen sich nach unten und hinten zu. Alle Räume 
zwischen den gelblichgesäumten Zähnen und Flecken sind, wie schon ange- 
geben, mit Bleifarbe ausgefüllt. In der Flügelspitze ist ein braunes, nicht scharfes 
Fleckchen, und an diesem die gelblichen Fransen schwarzbraun. Einen jedoch 
lichteren Fleck tragen die Fransen auch am Keilstreifen. Beim 9 sind sie aber 
ganz braun grau, nur um Innenwinkel ein wenig heller. 

Htfl. des bräunliohgrau, gegen die Wurzel sehr gelichtet; beim 9 
einfarbig graubraun. Fransen weisslich, beim 9 gi'au, an der gelblichen Wurzel 
mit einer dunkelgrauen Linie durchzogen. Das Anhängsel des <^ reicht bis ans 
Ende der Fransen des Innenwinkels. Beim 9 Felder der freien Innen- 

randadern gar nicht ungewöhnlich verkürzt. Ader 5 entspringt nahe an 4. 

Unterseite der Vdfl. braungrau, am Vdrd. des cf mit 6, des 9 J^i* 4 
gelblichen, von je einem braunen Querstrich durchschnittenen Fleckchen. Htfl. 
heller als auf der Oberseite. 

Vaterland: Missouri (Riley), Washington (Osten-Sacken). und 9 1" 
meiner Sammlung. 

Anmerkung 1. Ein aus Illinois unterscheidet sich wahrscheinlich 
als eigene Art durch Folgendes: Alle Flügel sind breiter, die hinteren einfarbig 
hell graubraun, die vorderen heller und von gelblicherem Ton als bei der be- 
schriebenen Art. Die helle Binde hinter dem Basalfelde ist am Vorder- und 
Innenrand erweitert, enthält gar keine Bleifarbe und ist hell ochcrgelb, gar 
nif;lit vorn und liinteri durch scharfe, hollere Ijinien begrenzt. Auch sind die 
Zeichnungen im hinteren Fliigelr;ium nur und' utlich hell gesäumt, so dass die 
Zwischenräume breiter scheinen. D»;r Koilstroifen ist oben plötzlicher erweitert. 
AnaihuHf li ittt länger und bleichgelblich. 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



275 



Anmerkung ?. Clemens gibt an der zweiten Stelle eine Diagnose, die 
nicht zu der Beschreibung an der ersten stimmt: „Vdrd. an der Basis ocher- 
weisslich, ohne scharfe helle Bäume hinter dem Basalfleck (das sinnlose fascal 
wohl Druckfehler für basal) und hinter der Mittelbinde". Ich besitze ein schlecht 
erhaltenes aus Ohio, auf welches diese Bezeichnung ziemlich gut passt; es 
ist sicher von Permundanum verschieden, aber zur Beschreibung nicht gut genug. 

Anmerkung 3. Als Synonym zu Sericoris permundana C\. führt Grote 
Walker's Sciaphüa Me ander ana (!) XXVIII, p. 341 auf (Trans. Am. Ent. 
Soc. 1868). Aus der Beschreibung lässt sich, um von Anderem zu schweigen, 
die Angabe: Forewings with transverse black streaklets nicht auf die vorliegende 
Art anwenden. 

6. JExart, appendiceum n. sp. 

Alis mit. area hasali, fascia media superius nigro-fusca, maeula semio- 
vata anguli dorsalis striaque marginali obliqua^ fuscescentibus squamisque 
luteseentibus obtectis, fascia ante medium angusta, pallida, fuscescenti-strigu- 
lata, spatio angidi dorsalis albido, nitidulo, puncto apicali nigro. 9. 

Eine unscheinbare Art, von oberflächlichem Aussehen der Sericoris lacu- 
nana oder noch mehr der Lucivagana. Sie mag dadurch etwas abändern, dass 
sich die gelben Schuppen abreiben, wodurch dann die Zeichnungen in schwarz- 
brauner Färbung hervortreten. Beim cf (wenigstens dem einzelnen Ex., das ich 
besitze) zeichnet sich das Anhängsel der Htfl. durch seine Länge aus, indem es 
über die Fransen des Analwinkels hervorsteht und das Aussehen eines verküm- 
merten Beines hat. Auf den Vdfl. hat die Art das auffallende, schwarze, ge- 
rundete Fleckchen in der Spitze mit Albofasciatum gemein ; die Binde hinter 
dem Basalfelde ist schmal, hellgrau, mit braunen Querstrichelchen bestreut; am 
weissesten und etwas schimmernd ist der zugespitzte Streifen, der sich, aus 
dem Innenwinkel schräg aufwärts steigend, allmälig zuspitzt. 

Kleiner als Fermundanum, von derselben Gestalt der Flügel, nur die 
hinteren ein wenig spitzer. R. und K, trüb graubraun, blassgelblich gemischt; 
Gesicht des weisslich. Taster um die halbe Kopflänge hervorstehend, läng- 
lich, unten und am Ende behaart, weisslich, beim Q dunkler; das Endglied 
hervorstehend, nicht dunkler. Vorderbeine braun, hellfleckig. Hinterbeine hell, 
staubgrau, ziemlich kräftig, zusamnaengedrückt, beim Q auf der Rückeuschneide 
mit reichlichen, sehr geneigten Haaren, beim cf auf der Innenseite mit einer 
Längsfurche, die einen langen, schwärzlichen Haarbusch einschliesst ; die vier 
letzten Fussglieder grau mit hellen Enden. Analbusch des Q kurz und braun- 
grau, des cf länglich, bleichgelblich, an der Wurzel obenauf grau, 

Ydfl. 3V4'" lang, in der Gestalt wie bei Permundanum, trüb graugelb- 
bräunlich, auf den sehr beschränkten lichten Stellen ins schoutzigweissliche. 
Das Wurzelfeld ist durch braune Querstriche raarmorirt und hinten in der 
Mitte eckig begrenzt. Die schmale, darauf folgende, helle Binde, beim cf deut- 
licher braun quergestrichelt als beim Q , erweitert sich am Vorder- und Innen- 

35* 



276 



P. C. Zeller. 



rande. Die Mittelbinde liegt in ihrem ersten Drittel schräg; dann ist sie am 
breitesten und hat eine fast senkrechte Eichtung, worauf sie sich am untersten 
Drittel wieder verengt: in der obersten Hälfte ist sie dunkelbraun, dann — 
wie die zwei folgenden Zeichnungen — durch gelbliche Schuppen verdeckt, und 
an der hintersten Ecke der breitesten Stelle befindet sich ein undeutlicher, 
schwarzer Punkt. Der Haibeifleck des Innenwinkels ist breit, von der Mittel- 
binde durch einen schmalen hellen Streifen getrennt. Der schräge Keilstreifen 
ist breit, nach oben etwas verengert, mit der breiten Basis auf dem Ende der 
feinen, schwarzbraunen Htrd.-Linie aufliegend. Beide Flecke schliessen einen 
weisslichen, etwas schimmernden, länglich dreieckigen, auf dem Innenwinkel ruhen- 
den Streifen ein, an welchem auch die Fransen am hellsten sind, während sie 
darüber die Farbe des Keilstreifens haben und an der Flügelspitze am dun- 
kelsten sind. Der Vdrd. ist von der Wurzel aus braun gestrichelt, hinter der 
Mitte auf hellem Grunde; hier liegen drei dreieckige Fleckchen, mit je einem 
braunen Strichelchen zwischen sich. In der Flügelspitze ist ein schwarzer, nicht 
recht scharf begrenzter Punkt. 

Htfl. braungrau, gegen die Wurzel gelichtet. Fransen weisslich, von einer 
scharfen, grauen Linie an der gelblichen Wurzel durchzogen. Ader 5 entspringt 
etwas höher und gesondert von 4. Der freie Hautstreifen reicht bis über die 
Fransen des Analwinkels hervor. 

Unterseite der Vdfl. braungrau; der Vdrd, mit fünf hellen, braun unter- 
brochenen Streifchen. 

Vaterland: Massachusetts. Ein cf, ein 9> "^on Burgess bei Beverly am 
10. Juli gefangen, in meiner Sammlung. 

Phaecasiophora Grote. 

Diese, durch die beim <^ dichtwolligen, wie in einen Schimraelpelz ge- 
hüllten Hinterschienen ausgezeichnete Gattung gehört, wie Clemens richtig 
erkannte, zu den Sericoriden, weil die Vdfl. drei dunkle Costalfleckclien vor 
der Spitze und ein Basalfeld, eine Mittelbindc, einen Keilstreifen am Htid. und 
einen Halbeifl»!ck (auf dem Innenrand dicht vor dem Innenwinkel) haben. Da 
das 9 gewöhnlich gebildete Schienen hat, so sind die beiden Geschlechtern 
gemeinschaftlichen M<!rkmale: aufhteigende, dem Gesicht anliegende, dicht be- 
8chui)pt'; Taster mit deutlichem Endglied — Schildchen mit Schuppenwulst — 
Hinterleib stark und weit über die Htfl. hinausreichend. — Der Keilstreifen 
der Vdfl. den Htrd. mit zwei Spitzen b (3 rührend. (Dass das Wurzel- 
fcld und die Mittelbindc vom Innenrande scharf getrennt bleiben, und der Halb- 
eiflf'ck sehr nach innen geneigt ist, mag vielleicht nicht gencrisch sein.) 

i*/iaec» mMtahUana Clem. 

SericortH mulaJnlana Gl. Proc. Ent. Soc. Philad. 1805, p. 135. 
Pfioecasiophora — Grote: Bulletin of the Buifalo Soc. of Nat. Sc. 1 
(1873), p. 90, t. 2, Fig. 4-6. 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



277 



Aus Clemens' Worten hätte ich diese Art sicher nicht erkannt. Das 
Basalfeld der Vdfl. ist nur am Enddrittel dunkel und gegen den Innenrand fein 
hellgesäumt und dadurch scharf begrenzt. Dass die Mittelbinde unterhalb der 
Falte abgeschnitten und weisslich gesäumt ist, übersieht Clemens, und auf 
das whitish discal dot legt er ein zu grosses Gewicht. Der Keilstreifen, den er 
als vollständige Binde behandelt, ist nur ungewöhnlich breit und nur bis nahe 
an das erste und zweite Costalfleckchen verlängert, ohne sich mit ihnen zu ver- 
binden; er theilt sich unten in zwei Enden, deren oberes wie gewöhnlich auf 
dem Htrd. aufsitzt, während das untere ihn mit einer Spitze berührt. — Der 
Analbusch des cf ist dunkler graubräunlich als der Hinterleib, der des Q hell- 
ochergelb. 

Bei Grote ist das 9 kenntlich abgebildet. Ich erhielt von ihm beide 
Geschlechter. 

Vaterland: New- York, Pennsylvanien, Virginien (Grote). 

Anmerkung. Grote's zweite Art, Phaee. niveiguttana 1. c. p. 91, 
Fig. 15, stimmt wenigstens in der Eigenthümlichkeit des Keilstreifens mit 
Mutabilana; ob auch die Mittelbinde vor dem Innenrande abbricht, ist aus 
dem Bilde nicht wohl ersichtlich. 

Sericoris Tr. 

Schildchen mit schwachem Schuppenwulst. Vdfl. ohne Umschlag, mit 
dunklem Wurzelfeld, solcher Mittelbinde und einem Keilstreifen der Htrd. -Mitte, 
der sich bisweilen als schräge Binde bis zum Vdrd. verlängert, selten ganz fehlt; 
im Innenwinkel ist ein halbeiförmiger oder kurz kegelförmiger Fleck, der oft 
mit der Mittelbinde zusaramenfliesst. Die Fransen ohne die gedrängte Atomen- 
reihe von Semasia. Htfl. ohne den streifenförmigen Anhang von Exartema. 
Hinterschienen des cT mit langen, anliegenden Haaren und oft mit langem Haar- 
busch in einer Längsrinne. 

A) Vdfl. mit Metallpunkten oder Metallstreifen; der Keilstreifen in eine 
Binde verwandelt oder ganz fehlend. 

1. Serie» argyroelana n. sp. 

Alis ant. subangustis, pallide ochraceis, einer eo-ciliatis, area basali fas- 
ciaqiie media nigro-sparsis, plumbeo-pimctatis, fascia postica plumheo-margi- 
nata, costa suhtiliter nigro-punctata , strigula anteapicdli plumbea; poster. 
fuscis, cinereo-ciliatis. cf. 

Ganz nahe verwandt mit unserer hochalpinen Metalliferana, welche aber 
auf dem Vdrd. grobe, schwarze, nach hinten weisslich wechselnde Fleckchen 
hat (bei Argyroelana sind ganz feine Querstrichelchen, die gegen die Flügel- 
spitze hin nur etwas lichtere Grundfarbe zwischen sich haben) und des Blei- 
streifchens der Argyroelana vor der Flügelspitze entbehrt; auch ist bei ihr die 
hintere Binde breiter und geht grader bis in den Innenwinkel herab, und endlich 
sind ihre Beine sehr dunkel. — Die folgende Coruscana steht der Argyroelana 



278 



P. C. Zell er. 



dadurch etwas ferner, das s ihre Vdfl. spitzer sind; ausserdem unterscheidet sie 
die helle, fast weissliche Farbe aller Fransen, der helle Analbusch und die hellen 
Beine am leichtesten von Argyroelana. 

Etwas kleiner als die folgende. K. und K. bleich ochergelb, ersterer 
schwarz gefleckt und punktirt. Fühler stark, bräunlich. Taster um eine halbe 
Kopflänge hervorstehend, zusammengedrückt, unten reichlich behaart und nach 
hinten verstärkt, aussen vor der Spitze mit einem schwärzlichen Punkt; End- 
glied kurz, vorstehend, hell, mit schwarzem Fleckchen vor der Spitze. Beine 
bleichgelb, die vorderen vorn braun, hell punktirt; an den mittleren und hinteren 
die Schienen vor der Spitze mit verloschenem, grauem Bändchen; alle Fuss- 
glieder obenauf schwarz mit weisslicher Spitze; die Hinterschiene scheint keinen 
Haarpinsel zu haben. Hinterleib dunkelgrau; Analbusch an der Wurzel ebenso, 
an der Endhälfte trüb ochergelblich. 

Vdfl. 3V2'" lang, etwas gestreckt, nach hinten erweitert, an der Spitze 
abgerundet, von blass ochergelber, aber sehr beschränkter Grundfarbe. Das 
Basalfeld ist nur durch zerstreute tiefschwarze Stäubchen angedeutet und un- 
ordentlich mit groben, lebhaft bläulich bleiglänzenden Flecken oder Punkten 
bezeichnet. Diese lassen das darauf folgende schmale Feld der Grundfarbe nur 
an der Costalhälfte rein erscheinen. Die Mittelbinde ist wie das Basalfeld, nur 
reichlicher, schwarz bestäubt; mit ihr fliesst der schlecht ausgedrückte Halb- 
eifleck des Innenwinkels so zusanamen, dass nur am Innenrande ein schmaler, 
kurzer Streifen der Grundfarbe zu erkennen ist. Der Keilstreifen ist in eine 
breite, nach oben einwärts gebogene, vorn und hinten durch eine Bleilinie scharf 
begrenzte Binde verwandelt, in welcher unter den ochergelblichen Haarschuppen 
durch Abreibung schwarze Stäubchen mehr oder weniger hervortreten; sie reicht 
bis an den Vdrd., wo zwei schwarze Costalpunkte in ihr liegen; die innere 
Bleilinie reicht bis in den Innenwinkel herab und begrenzt dessen helle Grund- 
farbe so, als ob diese den unteren Theil der Binde bildete. Hinter der Binde 
ist ein schmaler, nach oben erweiterter Streifen der Grundfarbe, in welchem 
vor der Flügelspitze ein bleiglänzendes Querstreifchen liegt. Der Vdrd. ist ein 
wenig heller als die Grundfarbe, von der Wurzel aus mit schwarzen, kleinen, 
kaum gebogenen Querstriclielclien gezeichnet. Eine Htrd. -Linie fehlt. Fransen 
braungrau, am Innenwinkel heller. 

Htfl. dunkel braungrau, an der Basalhälfte de.s Vdrdes. wcissgrau. Fransen 
dunkelgrau mit weisslicher Basallinie. 

Unterseite dunkelgrau. Vdfl. im Dorsalfelde bis zur Falte hell; der Vdrd. 
alH ein schmaler Streifen hellgelblich, mit schwarzen Querstrichen ziemlich weit- 
läuftig durchschnitten. Fransen an der Wurzel hellgelblich, sowie ein sehr 
Hchmaler Streifen vor dem Htrd. Htfl. einfarbig grau, nur am Vdrd. gelblich 
und grau besprengt. 

Vaterland: New- York. Zwei von Dr. Speyer erhaltene in meiner 
Sammlang. 



Beiträge zur Eenntniss der nordamericanischen Nachtfalter, 



279 



2. Serie, eoruseana Clem. (?) 

Alis ant. subangustis, acutis, pallide ochraceis, exalhido-cüiatis, area 
basali fasciaque media nigy'O-sparsis, plumbeo-jjunctatis, fascia postica lüuynbeo- 
marginata, costa nigro-strigulata, strigula plumbea anteapicdli ; post. fuscis, 
albido-ciliatis. cf. 

fAntithesia eoruseana Clem. Proc. Ac. Nat. Sc. Philad. 1860, p. 346. 
fSericoris — Clem. Proc. Ent. Soc. Philad. 1865, p. 134. 

Es ist rein willkürlich, die Clemens'sche Benennung auf diese Art an- 
zuwenden, da die Beschreibung ebensogut auf die vorige Art passt; ich nehme 
aber den Namen an, weil ich zwei so bezeichnete Ex. von Grote erhielt, der 
sich vielleicht von der Identität in der Clemens'schen Sammlung überzeugt 
hatte. Die Beschreibung lässt sich sogar mit ihren hindwings dark brown 
ganz bequem auf Constellatana anwenden, da die Grösse nicht angezeigt ist. 

Die Hauptverschiedenheiten zwischen dieser Coruscana und Argyroelana 
sind bei letzterer angezeigt. 

Coruscana ist etwas grösser. Die Fühler sind gegen das Ende merklich 
verdünnt, auf dem Eücken von der Wurzel aus bleichgelblich. Taster an der 
Spitze des zweiten Gliedes verdunkelt, sonst wie bei Argyroelana. Beine mit 
breiteren hellen Stellen. Die vier hinteren Schienen und Füsse sehr bleichgelb- 
lich, fast weisslich; die Hinterschienen oben und unten locker langhaarig; die 
Hinterfussglieder nur ganz an der Wurzel obenauf schwarz. Hinterleib dunkel- 
grau, an den Hinterrändern der Segmente locker weisslichschuppig und am 
Bauch weisslich. Analbusch hell, nur am Basaldrittel obenauf dunkelgrau, daher 
länger scheinend als bei Argyroelana. 

Vdfl. mit sehr deutlicher, nicht abgerundeter Spitze und graderem Htrd. 
als dort. Grundfarbe und Zeichnung wie bei jener. Wurzelfeld und Mittelbinde 
reichlicher schwarz bestäubt, besonders in der Mitte. Der Vdrd. ist an der 
Endhälfte heller, die Querstrichelchen aber ebenso klein. Fransen fast gelblich- 
weiss, nur an der Flügelspitze und unter der Mitte fleckartig grau. 

Htfl. so dunkel wie dort. Fransen wie der ganze Vdrd. gelblichweiss, 
nahe der Wurzel von einer braungrauen Linie durchzogen. 

Unterseite der Vdfl. dankelgrau; der Vdrd. als eine breitere, nach hinten 
erweiterte Linie gelblich, schwarz gestrichelt. Die gelblichweissen Fransen an 
der Flügelspitze fleckartig grau und unterhalb der Mitte an den Enden schwärz- 
lich. Htfl. hellgrau, an der Endhälfte zwischen den gelblichen Adern staubig 
dunklergrau; Fransen einfarbig weisslich. 

Vaterland: Wahrscheinlich New- York. Zwei in meiner Sammlung. 

3. Serie* eonstellatana n. sp. 

Magna; alis ant. latis, subobtusis (Q angustioribus, acutioribus) , pallide 
ochraceis, nigro-punctulatis, area basali fasciaque media nigro-sparsis, plumbeo- 



280 



P. C. Zeller. 



punctulatis , fascia postica plunibeo-marginata, in costae punctum nigrum 
desinente, strigula anteapicali plumbea. c? 9« 

Grösser und breit- und stumpfflügliger als MetaUicana, bei welcher die 
hellen Stelleu der Grundfarbe bedeutend breiter und ganz rein bleiben, und die 
Bleifleckchen der Mittelbinde fast nur auf die Ränder beschränkt sind. Sie 
stimmt in der Flügelzeichnung sehr mit den zwei vorigen überein, ist aber viel 
grösser und in allen Flügeln viel breiter und kürzer, und die hintere Binde 
rundet sich oben so dicht vor dem Vdrd. ab, dass nur ein braunes Fleckchen 
desselben sie berührt. 

Fühler bräunlich. Taster um Kopflänge hervorstehend, buschig, zu- 
sammengedrückt, sehr bleich, am Ende gebräunt; das dritte Glied macht sich 
in den dunklen Haaren als helles Pünktchen bemerklich. Hinterleib wie bei 
Coruscana; der Analbusch des ganz hell, der des 9 Basaldrittel obenauf 
dunkelgrau. 

Vdfl. VW" lang, beim cf ansehnlich breit, nach hinten erweitert, an der 
Spitze abgerundet, am Htrd. sanft convex, beim Q schmäler, doch verhältniss- 
mässig nicht so schmal wie bei Coruscana, am Htrd. grader und daher mit 
mehr hervortretender Spitze. Grundfarbe ein bleiches Ochergelb, welches durch 
die Zeichnungen sehr eingeengt und durch mehr oder weniger zahlreiche 
schwarze Pünktchen verunreinigt wird. Der schmale Raum zwischen dem Basal- 
felde und der Mittelbinde wird dadurch und durch Bleifleckchen so verdeckt, 
dass sich nur am Vdrd. eine Stelle als dazu gehörig deutlich erkennen lässt, 
und dass es den Anschein hat, als ob die ganze Fläche von der Wurzel an bis 
weit hinter der Mitte auf bleichem Grunde reichlich schwarz quergestrichelt 
(am meisten in der Mittelbinde) und mit groben, recht glänzenden Bleifleckchen 
unregelmässig bestreut ist; in diesen. Raum ist auch der Haibeifleck des Tnnen- 
randes mit aufgenommen. Die hinterste Binde ist schwarzbestäubt und auf jeder 
Seite init einer Bleilinie ges-äumt; sie reicht vom untersten Drittel des Htrdes. 
(den keine schwarze Linie einfasst), etwas gekrümmt und nach oben schwach 
erweitert, mit ihrem abgerundeten Ende bis an die schwarzen Costalpunkte, von 
denen ein starker die Mitte dieses abgerundeten Endes einnimmt. Die Flügel- 
spitze ist ein bleiglänzender Querstrich wie bei Coruscana. Der Vdrd. ist in 
einer dünnen Linie gelblich und von der Basis aus mit schwarzen, fast quer- 
striclifönnigen Punkten bestreut, unter denen die hintersten sich wenig durch 
Stärke auszeirhnen. Fransen fast weisslich, vor der gelblichen Wurzel beim 9 
mehr als beim (/ mit einer bräunlichen Linie, die von der Flüg('lsi)itze anfängt, 
aber wohl nie bis zum Innenwinkel reicht; an der Flügelsj)itze sind sie braun 
angelaufen und auch oberhalb des Innenwinkels an ihrer Spitze streifenartig 
verdunkelt. 

Htfl. breit und zietiilirh abgestumpft, heim 9 s^icmlich dunkel braungrau, 
beim cT ^i''^!- 

Unterseite der Vdfl. braungrau, beim von der Querader einwärts heller. 
Vdrd. breiter gelblich und schärfer schwärzlich gefleckt und punktirt als oben. 



Beiträge ziir Eenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



281 



Auch die Fransen mit lebhafter braunen und breiteren Stellen. Htfl. des cf 
weissgrau, an der Apicalhälfte mit dunkeln Querstiichelchen auf gelblicherem 
Grunde, des Q dunkler grau, am Vdrd. und in der Spitze mit bleichgelben 
Querstrichelchen. Fransen ohne Schattenlinie. 

Vaterland: Ohio (Schläger), New- York (Speyer). Die Art scheint gar 
nicht selten zu sein, da ich sechs cT, zwei $ zur Verfügung habe. 

4. Serie, astrologana n. sp. 

Magna; älis ant. latis, subdhtusis, ochraceis, nigro-pulvereis, praesertim 
in medio, punctis majusculis nitide plumbeis copiosis inordinate sparsis, cüiis 
düutis; post. fuscescenti-cinereis, exalbido-eiliatis. cT. 

Sie weicht darin von der Regel bei Sericoris ganz ab , dass auf den 
Vdfl. alle sonstige Bindenzeichnung fehlt ; doch ist sie als Sericoris nicht wohl 
zu verkennen. 

R. und K. ochergelb, ersterer schwarz gefleckt und punktirt; Scutellums- 
busch klein, ungefleckt; Gesicht mit vier verwischten schwarzen Punktfleckchen. 
Taster um Kopflänge hervorstehend, stark, buschig, zusammengedrückt, am 
Ende abgerundet, hell ochergelb, aussen mit einem schwarzen Punkt vor den 
schwärzlichen Endhaaren des zweiten Gliedes, aus denen das dünne, ziemlich 
lange, helle Endglied hervorragt. Fühler mikroskopisch gefranst, obenauf ocher- 
gelblich; Basalglied vorn mit einem schwarzen Fleck. (Beine und Hinterleib 
fehlen). 

Vdfl. 4^2" lang, breit, doch nicht so sehr wie bei Constellatana, auch 
nicht ganz so stumpf und mit weniger convexem Htrd., nach hinten erweitert. 
Grundfarbe röthlich ochergelb, gegen die Spitze etwas heller und weniger röth- 
lich, auf den ersten zwei Dritteln sehr reichlich mit schwarzen Stäubchen be- 
streut, welche in der Flügelmitte zu einer grossen Querwolke angehäuft sind 
und am meisten längs des Innenrandes zu Querstrichelchen zusammentreten. 
Von der Wurzel aus liegen über die ganze Fläche hin bleiglänzende Punkte 
und runde Fleckchen sehr zahlreich (50—60) ohne bestimmte Ordnung, ausser 
dass sie gegen die Flügelspitze hin beinahe Querreihen bilden. Den Vdrd. 
nimmt von der Wurzel aus eine sehr feine, nach hinten ein wenig erweiterte, 
blass ochergelbe Linie ein, die wenigstens auf der Endhälfte nur unterwärts 
von schwarzen Pünktchen begrenzt ist, also auch der gewöhnlichen Costal- 
zeichnung von Sericoris gänzlich entbehrt. Fransen fast gelblichweiss, dicht 
an der Wurzel ochergelblich, nur oberhalb des Innenwinkels an ihren Enden 
ein wenig verdunkelt, dagegen um die Flügelspitze so hell wie am Innenwinkel. 

Htfl. nicht ganz so breit wie bei Constellatana, braungrau, an der Wurzel- 
hälfte gelichtet. Fransen gelblichweiss, nahe der Wurzel mit starker, dunkel- 
grauer Schattenlinie. 

Unterseite der Vdfl. dunkelgrau. Vdrd.- Strieme ziemlich breit hell ocher- 
gelb, mit nicht sehr reichlichen schwarzen Querstrichelchen, die auf der End- 

Z. B. Ges. B. XXV. Abk. 36 



282 



P. C. Zeller. 



hälfte sie nicht ganz durchschneiden; ebenso gelb ist eine sehr schmale Htrd.- 
Linie, vor welcher hellgelbe Stäubchen gestreut sind. Fransen sehr hell, an 
ihren Spitzen ins Graue. Htfl. weissgrau, in der Spitze und längs des Vdrdes. 
dankler, und an diesem mit gelblichen Stäubchen bestreut; der Htrd. mit einer 
so feinen gelblichen Linie umzogen wie die Vdfl.; die Fransen ohne Schattenlinie. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein Ex. in meiner Sammlung; mehrere ganz 
gleiche befinden sich nach Hagen's Angabe im' Cambridger Museum. 

B) Vdfl. ohne Metallzeichnung; der vom Htrd. unterhalb der Mitte aus- 
gehende Keilstreifen völlig ausgebildet. 

5. Serie, poana n. sp. 

Parva; palporum apice fusco; al. ant. subelongatis, pallide ochraceis, 
fusco-strigulosisj area basali, fascia media superne coarctata strigaque mar- 
ginis postici ohliqua cuneata fusco -brunneis, linea marginis postici superioris 
tenuissime exalbida, ciliis fuscescentibus. 9- 

Die zehn mir vorliegenden Ex. sind den kleinsten der Cespitana so ähn- 
lich, dass sie leicht als kleine, dunkle Form derselben angesehen werden können, 
für welche Dr. Rössler sie auch erklärte. 

Gestalt der S—B^/i" langen Vdfl. wie bei Cespitana. Die Grundfarbe, 
die im Raum hinter dem Basalfeide am reinsten hervortritt und etwas weiss- 
licher ist, läset die zahlreicheren, feineren und schwärzeren Querstrichelchen 
deutlicher zum Vorschein kommen. Das Wurzelfeld, die Mittelbinde, der Keil- 
streifen und ein aus dem Apicalfleck herabziehender Streifen, der mit dem 
Keilstreifen verschmilzt, sind schwärzlichbraun, faöt ohne gelbliche Beimischung, 
und durch diese Farbe fallen die Ex. am meisten auf. Der Keilstreifen hat 
eine veränderliche Gestalt, indem er sich nicht immer nach oben verengert, 
sondern auch bisweilen erweitert, und nimmt die Richtung gegen das erste 
starke Costalhäkchen, bleibt aber etwas weiter von demselben getrennt als bei 
Cespitana. (Bei dieser, wie bei Flavipalpana und Poana zieht über dem 
Keilstreifen dicht an der dunkelbraunen Htrd.-Linie eine feine hellgelbliche 
Linie, welche die schwarzbraune Flügelspitze nicht erreicht). Fransen dunkel- 
grau, am Keilstreifen und um die Flügelspitze braun oder doch verdunkelt. 

Htfl. und ganze Unterseite braungrau, nur die Vdfl. am Vdrd. mehr oder 
weniger reichlich mit gelblichen, einmal durchschnittenen Fleckchen, deren 
Zwischenräume braun sind, bezeichnet. 

Vaterland: Ohio (Schläger). Massachusetts, wo Burgess die Art wahr- 
Bcheinlich nicht selten bei Beverly vom lö. Juni bis 3. Juli sammelte. 

6. Serie, eampestrana n. sp. Taf. VHI, Fig. 17. 
Parva; palpis pallidis, exterius griseis; al. ant. subelongatis, albidis, 
area basali, fascia media superne angustaia strigaque marginis postici obliqua 
cuneata brunneis, linea marginis postici superioris subinterrupta albida, ciliis 
maculatis. (/ 9- 



Beitrüge zur Kenntniss der nordaraericanischen Nachtfalter. 



283 



Etwas grösser als Poana, mit gestreckteren Vdfl., weisserer Grundfarbe 
und heller gelbbraunen, schärfer hervortretenden Zeichnungen; die weissliche 
Htrd.-Linie zwischen Plügelspitze und Keilstreifen ist breiter und bis zur Flügel- 
spitze verlängert. Von Fuscalhana ist sie durch meist geringere Grösse, durch 
weniger reines Weiss der Grundfarbe und durch Schmalheit der Mittelbinde (welche 
nicht den ersten der drei Costalflecke mit umfasst) leicht zu unterscheiden. 

R. gelbbraun, hell gefleckt. Gesicht staubgrau. Taster um mehr als andert- 
halb Kopflängen hervorstehend, stark behaart, zusammengedrückt, bleichgelblich, 
aussen mehr oder weniger grau angelaufen; Endglied deutlich hervorstehend, 
bleichgelb. Mittelschienen braungrau mit blassem Mittelbändchen ; Mittelfüsse 
obenauf dunkelbraun mit bleichgelben Enden der Glieder. Hinterbeine staub grau, 
an den letzten Fussgliedern verloschen gefleckt; Schienen stark, zusammenge- 
drückt, auf beiden Schneiden etwas abstehend behaart, auf der Innenseite ober- 
wärts mit schwarzem, in einer Furche verstecktem Pinsel. Hinterleib grau mit 
länglichem, bleichgelbem Analbusch. 

Vdfl. bis 372''' lang, etwas gestreckt, mit deutlicherer Spitze als bei 
Foana. Grundfarbe unrein gelblichweiss, sehr schwach schimmernd, von der 
Farbe der gelbbraunen Zeichnungen stark abstechend; sie bildet zwischen dem 
Basalfelde und der Mittelbinde eine ziemlich schmale, von einer welligen unter- 
brochnen Mittellinie durchzogene Binde, deren Basalrand winkliger ist als der 
der Mittelbinde zugekehrte Rand ; letzterer ist veränderlich, bisweilen fast grade, 
wohl meistens in der Mitte mit einer ausspringenden Ecke. Die Mittelbinde ist 
am Vdrd. verengert (weniger als bei Poana), hierauf, indem sie den halb- 
eiförmigen Fleck des Innenrandes in sich aufgenommen hat, allmälig stark 
erweitert; ihr unregelmässiger Htrd. zeigt über dem Ende des Haibeiflecks 
einen unregelmässigen Einschnitt, über welchem eine verdunkelte, öfters schwarz- 
braune, zugerundete Ecke, die sich bisweilen punktförmig absondert, hervorsteht; 
diese Binde und besonders das Basalfeld sind dunkel marmorirt. Der breite 
Keilstreifen ist nicht immer nach oben erweitert und abgerundet; er ist mit 
dem dunkelbraunen Fleck der Flügelspitze durch einen bräunlichen Nebel ver- 
bunden, doch nicht so, dass beide nicht sollten zu unterscheiden sein. Zwischen 
ihm und der Flügelspitze zieht längs der braunen Htrd.-Linie eine weissliche 
Linie, stärker als bei Poana und fast bis zur Spitze hinaufreichend, abwärts 
bisweilen schwach unterbrochen. Das Weisse zwischen Mittelbinde und Keil- 
streifen enthält einzelne bräunliche Querstriche. Vor der Flügelspitze sind drei 
schwarzbraune Costalfleckchen, mit solchen Strichelchen abwechselnd. Fransen 
hell, über der Flügelspitze und am Keilstreifen bräunlich, 

Htfl. einfarbig grau; Fransen weisslich, mit grauer Schattenlinie durchzogen. 
Unterseite der Vdfl. braungrau, auf dem Vdrd. mit verloschen weisslichen, 
braun durchschnittenen Fleckchen. Htfl. weisslich grau. 

Das 9 ist kleiner, schmalflügliger und schärfer gezeichnet als das . 
Vaterland: Maine oder Massachusetts (Packard). 



284 



P. C. Zeller. 



7. Serie, fuscalbana n. sp. Taf. VIII, Fig. 18. 

Parva; palpis fuscescentihus ; dl. ant. alhis, area hasali, fascia media 
(punctum nigrum in margine suo medio postico continente) strigulaque mar- 
ginis postici medii ciineata hrunneo-fuscis, linea marginis postici superioris 
alba interrupta, ciliis albo fuseoque maculatis. . 

Von der vorigen sogleich durch die den ersten Costalfleck mit umfassende, 
also oben breitere Mittelbinde der Vdfl. zu unterscheiden, kommt sie der euro- 
päischen Bipunctana (Heinemann S. 129) am nächsten; sie ist aber kleiner, 
mit lichterem Schwarzbraun der Zeichnungen, in der Mittelbinde ohne die Aus- 
buchtung des hintern Bandes hinter dem weissen Pünktchen (wodurch diese 
Binde bei Bipunctana gewöhnlich eingeschnürt erscheint), dafür aber mit einem 
starken, tiefschwarzen Punkt in diesem Rande. Die weisse Linie am Htrd. 
zwischen dem schärferen Keilstreifen und der Flügelspitze reicht fast bis zu 
dieser hinauf, statt dass bei Bipunctana nur kurze Bruchstücke, bisweilen auch 
nichts davon vorhanden ist. Bei Tiedemanniana ist das Schwarz gleichfalls 
dunkler als bei Fuscalbana, und die zwei Binden, welche von der weissen Grund- 
farbe gebildet werden, sind beträchtlich schmäler. Bei Sieversiana ist die erste 
Binde in der Mitte unterbrochen, und die ganze Flügelspitze dunkel. 

Grösse der vorigen. R., K. und Taster braun, letztere bisweilen auf der 
Innenseite hell. Beine bunt; die hinteren staubgrau, mit braunem, bis über die 
Hälfte reichendem Furchenpinsel der Schiene; die vier Endglieder des Fusses 
an der Wurzel etwas verdunkelt. 

Vdfl. lang, von der Gestalt wie bei Bipunctana, weiss, mit schwärz- 

lichen Zeichnungen, die hier und da mit gelblichen Schuppen belegt sind. Das 
Basalfeld ist an seinem Htrd. schräg zugerundet und wellig, unter der Falte 
mit einiger Ausbuchtung. Die Mittelbinde ist, weil sie das erste der drei Costal- 
fleckchen mit urafasst (was bei einem Ex. jedoch nicht der Fall ist, weshalb 
sie hier nur so breit wie bei Campestrana ist), am Vdrde. breit, über der Me- 
dianader an ihrem Basalrande gewöhnlich mit einem Ausschnitt versehen und 
am untersten Drittel, weil der Haibeifleck ganz mit ihr zusammengeflossen ist, 
besonders breit; sie enthält auf dem Vdrd. ein weisses, querdurchschnittenes 
Fleckchen und auf der Verästelung der Querader, hinter einer weisslichen, ver- 
loschenen Stelle einen tiefschwarzen, ein wenig aus dem Htrd. hervorstehenden, 
gerundeten Punktfleck. Der Keilstreifen ist breit, nicht immer nach oben er- 
weitert, abgerundet oder auch zugespitzt, durch eine Verdunkelung oder ein 
Gitterwerk mit dem schwarzen gerundeten Apicalpunkt verbunden, von welchem 
aus bis zum Keilstreifen längs der schwarzen Htrd. -Linie eine weisse, dünne, 
etwas unterbrochene Linie läuft. Zwischen dem Apicalpunkt und der Mitttdbinde 
trägt der Vdrd. zwei schwarze, mit Häkchen wechselnde Fleckchen. Der weisse, 
binderiförmige Raum vor der Mitteibinde ist schmäler als das Basalfcld uud 
mehr oder weniger vollständig in der Mitte von einer braunen Querlinie durch- 
zogen. Fransen weisslich, an der Flügclspitze und am Keilstreifen auf ihrer 
Endhälfte bräunlich. 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



285 



Htfl. ziemlich hellgrau, einfarbig. Fransen weissgrau mit dunklerer 
Schattenlinie. 

Unterseite der Vdfl. braungrau, auf der Endhälfte des Vdrdes. mit vier 
verloschenen, weisslichen, querdurchschnittenen Fleckchen. Htfl. weissgrau. 
Vaterland: Ohio (Schläger). — Maine oder Massachusetts (Packard). 

8. Serie, eaesialhana n. sp. Taf. VIII, Fig. 19. 

Media; dl. ant. latiusciilis, albidis, area basali fasciaque media lata (in 
margine suo medio postico punctum majus nigrum continente) caesio fuscoque 
mixtis, strigula marginis postici medii cuneata cimrea obsöleta: alis post. 
einer eis canisve. 

Grösser als Fuscalbana und von ihr, sowie von der gleichgrossen Bi- 
punctana auffallend durch breitere, stumpfere Flügel verschieden ; auf den vor- 
deren tritt das Weisse mehr hervor, besonders in der Endpartie, wo der Keil- 
streifen verloschen und bruchstückweise erscheint; die schwarze Zeichnung 
dagegen ist blässer, weil in ihr das Schiefer- oder bläuliche Grau vorherrscht. 

R. und K. schwärzlichbraun. Taster um etwas über halbe Kopflänge 
hervorragend, buschig, länglichrund, zusammengedrückt, braun, nur ganz im 
Innern hellgrau; Endglied versteckt. Die vier vorderen Beine auswendig braun, 
mit weisslichen Spitzen der Fussglieder; Mittelschiene mit verloschenem hellen 
Bändchen. Hinterbeine sehr hell staubgrau; die Schienen auf der Rückenschneide 
reichlich behaart, nur mit hellem kurzem Pinsel. Hinterleib grau, nach hinten 
heller und ins Bleichgelbliche; Analbusch breit, abgestutzt, bleichgelblich. 

Vdfl. 4'" lang (bei einem Ex. nur B^/^"), breit mit zugerundeter Spitze 
und schwach convexem Htrd. Grundfarbe weiss, etwas schimmernd; die Zeich- 
nungen dunkel schiefergrau, mit schwarzen Querstrichen unregelmässig durch- 
zogen. Das Basalfeld hat hinten in der Mitte eine hervorstehende Ecke. Der 
folgende weisse Raum bildet eine halb so breite Binde, welche auf den Gegen- 
rändern einige deutliche, im Innern ein paar verwischte, dunkelgraue Quer- 
strichelchen enthält. Die Mittelbinde ist doppelt so breit, am Innenrande, wo 
der Haibeifleck völlig in sie aufgenommen ist, etwas breiter als am Vdrd., wo 
das erste Costalfleckchen gewöhnlich mit ihr zusammengeflossen ist, wodurch 
die vor diesem befindlichen zwei weissen Costalpunkte innerhalb der Binde 
erscheinen; sie ist über der Mitte merklich verengert und an dieser Stelle auf 
weisslichem Grunde mit einem schwarzen Mittelpunkt gezeichnet; in ihrem 
hinteren Rande trägt sie einen starken, schwarzen, etwas aus ihr hervorragen- 
den, gerundeten Punktfleck. Hinter ihr folgen bis zur Flügelspitze zwei dunkel- 
graue, mit je einem Querstrichelchen abwechselnde Costalfleckchen. Die Flügel- 
spitze enthält ein solches Fleckchen, das mit hellerem Nebel umgeben ist, der 
sich bis zu dem verloschenen Keiistreifen verbreitet. Dieser ist am Ende fleck- 
artig erweitert und bisweilen von seinem untersten Ende getrennt, das dann 
als Nebelfleck vor dem obersten Drittel des Htrdes. daliegt. Unter ihm ist die 
weisse Grundfarbe am reinsten. Fransen weiss, um die Flügelspitze am dunkelsten 



286 



P. C. Zell er. 



braungrau, tiefer abwärts mit zwei mehr oder weniger breiten verdunkelten 
Stellen, um den Innenwinkel ganz weiss. 

Htfl. breit, stumpfer als bei Fuscalbana und Bipunctana, hellgrau und 
einfarbig, oder weisslich und in der Spitze dunkelgrau angelaufen. Fransen 
weisslich, mit grauer, starker Schattenlinie an der Apicalhälfte des Flügels. 

Unterseite der Vdfl. dunkelgrau, auf dem Vdrde. wie bei Fuscalbana, 
nur verloschener, weissfleckig. Htfl. weissgrau oder weisslich; die Fransen der 
Flügelspitze auswärts grau, oder auch hier wie überall einfarbig weisslich. 

Vaterland: Massachusetts (Burgess). Ein Ex. wurde nebst mehreren am 
14. Juni gefangen. 

Grapholitha Tr. 

Es wäre mir lieb, wenn Herr C. G. Barrett, unter den Engländern 
gegenwärtig der beste Kenner der Tortricinen, sich ausführlicher über den 
Werth der jetzigen Wicklereintheilungeu ausgesprochen hätte. Er begnügt sich 
im Monthly Magazine IX, S. 124 zu sagen: „Dr. Wocke's neue Anordnung 
zu befolgen, hindert mich die Schwierigkeit, die ich empfinde, ein solches Genus 
wie Penthina anzunehmen, welches mit unserer Paedisea profundana anhebt 
und unsere Brachytaenien, eigentlichen Penthinen, Euchromien, Orthotaelien, 
Mixodien, Roxanen, die grösseren Arten von Sericoris und die Siderien 
umfasst". 

Die Arten, die ich hier als Grapholitha aufführe, haben nur das Gemein- 
schaftliche, dass sie nicht zu einer der vorhergehenden Gattungen gehören, 
aber, wie diese, mit Ausnahme einiger Tor^na^-Abtheilungen, im männlichen 
Geschlecht keinen Costalumschlag besitzen. 

Die ersten fünf Arten sind sowohl unter einander als auch mit der 
zweiten Abtheilung von Paedisea verwandt. 

1. Graph, Vestaliana n. sp. Taf. VIII, Fig. 21. 

Media; dl. ant. (sine <^ rcvolucrof) margine postico infra apicem sub- 
concavo, niveis, puncto venae transversae, slrigulis costalibus posticis lineaque 
marginis postici atris. Q. 

Eine schöne, sehr ausgezeichnete Art, durch die einfache Vdfl.-Farbe und 
Zeichnung: rein weiss und tiefschwarz, leicht zu erkennen, aber schwer einer 
europäischen Art anzuschlicssen, da sie keine Andeutung eines Spiegelflecks zeigt. 

Vorderkörper weiss. Taster um die halbe Kopflänge hervorstehend, 
Beine weisH; FüHse auf dem Rücken des ersten Gliedes bis vor die Spitze 
grau; die folgenden Glieder schwarz mit weissen Enden; Hinterschienen spindel- 
förmig, etwas verdickt, nur an der Spitze mit einigen über dieselbe hervor- 
stehenden Haaren. Hinterleib weissgrau, aui B}iuch weiss wie der starke, 
grade abgeschnittene Analbusch, in welchem der Legestachel ganz verborgen ist. 

Vdfl. 472'" lang, ziemlich gestreckt, mit gradem, nur an der Basis sehr 
wenig convexem Vdrd., deutlicher Spitze und unterhalb derselben sanft ein- 



Beiträge zur Kenntniss der uordamericanischen Nachtfalter. 



287 



gedrücktem Htrd. und stark abgerundetem Innenwinkel. Ob das einen 
Costalumschlag hat, ist noch zu erforschen. Grundfarbe schneeweiss mit tief- 
schwarzer Zeichnung. Auf der Endhälfte des Vdrdes. liegen vier länglich 
dreieckige Punkte und vor der Flügelspitze zwei Häkchen, das zweite doppelt 
so lang wie das erste; von dem dritten Punkt geht eine dünne, zweimal unter- 
brochene Linie schräg nach der Einbiegung des Htrdes. Die feine Htrd. -Linie 
fängt in den Apicalfransen an, folgt der Krümmung des Htrdes. und verlöscht 
in der Nähe des Innenrandes. Am Ende der Falte im Innenwinkel ist ein 
kleiner Punkt; ein grösserer auf der Querader unterhalb des Zwischenraumes 
des zweiten und dritten Costalpunktes. Fransen weiss, etwas schimmernd, an 
ihrer Wurzel in einer Linie reinweiss, in der Krümmung, dem Ende der Quer- 
linie gegenüber, mit einem dunkelgrauen Längswisch auf der Aussenhälfte. 

Htfl. länglich und spitz, aas der weisslichen Basalhälfte in entschiedeneres, 
in der Flügelspitze verdunkeltes Bräunlichgrau übergehend, mit weissen Fransen. 

Unterseite der Vdfl. dunkelgrau ; das Enddrittel des Vdrdes. schmal weiss ; 
die Apicalfransen mit dem braungrauen Anfang der nicht hervortretenden 
Htrd.-Linie, und ein solches Häkchen in den weissen Costalfransen ; der dunkle 
Wisch in den weissen Htrd. -Fransen grösser als auf der Oberseite. Htfl. weiss, 
am Vdrd. bis zur Subcostalader braungrau. 

Die Medianader 4 ästig; Ader 3 und 4 ziemlich nahe bei einander und 
an der Wurzel fast zu einem Stiel vereinigt; Ader 2 ihnen ein wenig näher 
als der Flügelwurzel; alle drei grade; Ader 5 etwas gebogen, mit der Con- 
cavität gegen 4. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein 9 (auf den Vdfl. etwas fettfleckig) im 
Cambridger Museum. 

2. Crraph, trivittana n. sp. Taf. IX, Fig. 22. 

Media; dl. ant. (revolucro nullo, margine postico infra apicem vix 
concavo) alhis, trabe longituditmli infra costam vittaqiie infra plicam dimidia 
luteo-griseis (aut al. ant. luteo-griseis, vitta costali ac trahe longitudindli siipra 
medium aTbis), costa postice strigis luteo-brunneis dissecta, speculo albo, atro- 
hilineato. cf 9« 

Bei dieser Art hat auf den Vdfl. entweder das Weisse die Oberhand, und 
das Gelblichgrau bildet die Zeichnung, oder es ist umgekehrt; in beiden Fällen 
bildet das Weisse eine mehr oder weniger breite Costalstrieme und einen nach 
hinten erweiterten und bis an den Spiegel verlängerten Balken. Eben dieser 
Balken gibt, wenn das Gelblichgrau die Grundfarbe ist, das sicherste Unter- 
scheidungszeichen von Spiculana, die bei der Veränderlichkeit der Trivittana 
leicht als Varietät davon angesehen werden könnte; er lehnt sich mit meist 
gespaltenem Ende an die Falte, welche hier eine schwarzbraune, bis an den 
Htrd. reichende Linie enthält. Bei Spiculana ist statt dieses Balkens eine 
scharf zugespitzte, sich von der Falte weit entfernende schneeweisse Vitta. 



288 



P. C. Zeller. 



Ausserdem enthält bei Trivittana die Cost^lstrieme schräge, gelblichgraue, vom 
Vdrd. selbst ausgehende Querlinien, während sie bei Spiculana sich unterwärts 
verästelt und vor der Flügelspitze ein gelbgraues Costalstreifchen trägt. 

In der Grösse etwas unter der ähnlichen europäischen Albidulatm (die 
aber einen Costalumschlag hat), am nächsten verwandt mit Wimmerana. K. 
und Vorderrücken reinweiss; hinter dem Kragen sind bei einem zwei 9 
schwarze Punkte (die bei den anderen durch Verölung verschwunden sein 
mögen); die Schulterdecken am Ende und einwärts lehmgrau. Taster zusammen- 
gedrückt mit kurzem, schwarzem Endglied. Beine weiss; die vier Endglieder 
der Füsse obenauf schwarz mit weissen Spitzen; die Hinterschienen schmutzig- 
weiss, kräftig, zusammengedrückt, auf der ganzen Rückenschneide etwas ab- 
stehend behaart. Hinterleib grau, Analbusch klein und weiss. 

Vdfi. 3V2— 4'" lang, länglich, ziemlich spitz (beim 9 spitzer) mit schwach 
convexem Vdrd. und unterhalb der Spitze schwach eingedrücktem, in den ganz 
abgerundeten Innenwinkel zurückgehendem Htrd. Als Grundfarbe wird, auch 
wenn das Weisse die Oberhand hat, wohl richtig die helle Lehmfarbe ange- 
nommen, welche über und unter dem Spiegel mit schwarzen Atomen dicht be- 
streut ist und etwas oder gar nicht schimmert. Den Vdrd. bildet eine weisse, 
sich bis zur Spitze erweiternde Strieme, welche auf ihrer Endhälfte mit drei 
sehr schräg nach hinten gelegten und zuletzt mit zwei kürzeren fast senkrechten 
Querlinien der Grundfarbe durchschnitten ist. Diese Querlinien ändern in der 
Stärke ab; bei einem (j^ sind sie fein und verlöschen schnell, so dass nur die 
erste das Weisse völlig durchschneidet; beim 9 ü^gt zwischen den drei ersten 
noch je ein kurzes Strichelchen, das mit der vorhergehenden Linie ein y bildet. 
Die mittlere, breitere Strieme zieht dicht am oberen Rand der Falte hin, welche 
weit hinter ihrer Hälfte eine braune Linie enthält; die Strieme, nach hinten 
erweitert, zeigt vor ihrem Ende zwei oder einen lehmiggrauen Längsstrich, wo- 
durch sie, wenn ein Querstreifen der Grundfarbe sie vom Spiegel trennt, wie 
drei- oder zweispaltig erscheint. Der Spiegel wird von zwei etwas glänzenden 
Linien eingefasst, ist weiss, höher als breit, und enthält zwei tiefschwarze 
Längslinien. Der Raum zwischen Falte und Innenrand ist entweder von der 
Grundfarbe, am lichtesten in der Mitte und an^der Basis des Innenrandes rein 
weiss; oder er ist weiss, im Mittelraum mit einer lichten Längswolke der 
Grundfarbe, und mit einer Strieme der Grundfarbe, welche aus der Basis, sich 
etwas verengernd, bis zur Flügelbälfte reicht. Die Fiügelspitze ist bis zur 
Htrd. -Hälfte lehniiggrau und gegen die weisse Costalstricme durch einen 
schwarzen Strich scharf geschieden. Htrd.-Fransen weiss, mit schwarzen, gegen 
die Flügelspitze verdichteten Atomen bestreut. 

Htfi. grau, am Innenrand hell. Fransen weiss, dicht bei ihrer Wurzel 
mit einer lichtgrauen Linie durchzogen. 

Unterseite der Vdfl. dunkelgrau, auf der hinteren Costalhülfte mit dunk- 
lern Fleckchen auf schmutzig hellgelhlicheni (irunde. Fransen weiss, gegen 
die Fiügelspitze hin immer reichlicher mit schwarzen Atomen. — Htfl. weisslich, 
auf der Subcostalader grauschattig; oder sie sind auch ganz lichtgrau. Ader 3 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



289 



und 4 bilden eine sehr enge Gabel mit kürzerem Stiel: Ader 5 ist am Ursprung 
von diesen getrennt. Beim Q ist die Gabel kürzer, aber viel weiter aus- 
einander gesperrt. Bei einem <^ aus Massachusetts, das ich doch durchaus 
nicht als eigene Art anerkennen kann, ist gar keine Gabel da, sondern die 
Medianader ist nur dreiästig. 

Vaterland: Texas (Boll), Ein daher in meiner Sammlung, mehrere 
genau stimmende im Museum Cambridge. Illinois (ein 9 von Lederer erhal- 
ten). Massachusetts, wo Burgess mehrere Ex. am 16. Juli bei Beverly fing, 
von denen ich eins erhielt. 

Anmerkung. Clemens gibt von seiner Anchylopera striatana 
(Acad. Xat. Scienc. Philad. 1860, p. 349) eine Beschreibung in Fabricischer 
Manier; aber unmöglich hätte er, wenn er meine Art vor sich hatte, diese für 
eine Anchylopera (Phoxopferis) ansehen können. Bei dieser Striatana haben 
die Htfl. eine zweiästige Medianader und einen medio-discalen Ast, d. h. die 
Medianader ist dreiästig wie bei dem obenerwähnten Ex. aus Massachusetts. 

3. Graph, spimilana n. sp. Taf. IX. Fig. 23. 

Minor; al. ant. (sine (j revoJucro) angustulis, acutis, luteo-griseis, vitta 
nivea costali postice ramosa, striam griseam costalem continente, vitfaque nivea 
media acuminata, ultra medium producta, speculo alhido lineolis duabus nigris 
dissecto. Q. 

Ihre auffallendsten Unterschiede von Trivittana sind bei dieser angezeigt. 

Etwas kleiner als Trivittana. Vorderrücken und Kopf einfarbig hellgrau; 
die zusammengedrückten, länglich dreieckigen Taster auf der Innenseite weiss- 
lich. Beine schmutzig gelblichweiss. an den Füssen kaum duukler. Hinter- 
schienen ziemlich dünn und cjlindrisch, ohne abstehende Haare. Hinterleib 
hell bräunlich grau: Analbusch klein, weissüch, abgestumpft kegelförmig mit 
etwas hervorstehendem Legestachel. 

Vdfl. 3 Vi''' lang, ziemlich schmal mit verlängerter Spitze, noch weniger 
convexem Vdrd. und am schräger nach hinten gehenden Htrd., wie es scheint, 
etwas tiefer concav. Grundfarbe lehmgelb, auf dem Enddiittel und am breiten 
Innenrand hellgrau mit sehr dichten, schwarzen Atomen. Die schneeweisse 
Vdrd.-Strieme ziemlich schmal, am Enddiittel unterwärts mit zwei sehr schrägen, 
einander parallelen, durch lehmgelbe Farbe getrennten Aesten: über dem zwei- 
ten fängt auf dem Vdrd. selbst ein nach hinten erweitertes Streifchen der Grund- 
farbe an, wodurch ein dritter Ast entsteht, der sich aber vor der Fiügelspitze 
erweitert. Die Mittelstrieme ist an ihrem Anfang etwas dünn, erweitert sich 
dann und läuft unterhalb des ersten Astes der Costalstrieme sehr spitz zu; sie 
wird unterwärts durch dunkelbraune Farbe grell gesäumt. Der Kaum zwischen 
ihr und der Costalstrieme ist hell lehmgelb, fast ochergelb : ebenso der Kaum 
unter ihr bis über die Fake. Der Spiegel ist schmal, vorn und hinten durch 
je eine dicke, etwas matt glänzende, weissliche Linie begrenzt und enthält zwei 
feine, an jedem Ende zu einem Punkt verdickte, schwarze Linien. Die Flügel- 

Z. B. Ges. B. XXV. Abk. 37 



290 



P. C. Zeller. 



spitze hat die Grundfarbe, sticht aber durch einen schwarzen Strich gegen das 
reinweisse Ende der Costaistriemen scharf ab. Die (beschädigten) Fransen sind 
wenigstens an ihrer Wurzel mit schwarzen Atomen dicht bestreut. 

Htfl. spitz, dunkelgrau. Fransen weiss mit gelblicher Basallinie. 

Unterseite der Vdfl. braungrau mit weissem Costalfleck vor der Spitze. 
Fransen weiss, am meisten an der Flügelspitze mit schwarzen Atomen. Htfl. 
brauweiss. Die dritte Ader ist einfach. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein 9 ini Museum Cambridge. 

4. Graph, stercoreana n. sp. 

Media; alis ant. acutis (revolucro cT nullö), luteis, litura obliqua dor- 
sali dbscuriore, costa postice brunneo nüideque alhido-strigulata, speculo di- 
stincto, lineis 2 - 3 atris signato, linea ciliorum hasali cinerea vel nuUa; post. 
ohscure einer eo-fuscis. Q. 

Nächst verwandt mit Äspidiscana und wie diese ohne Umschlag und 
dadurch sofort von Hohenwartiana zu unterscheiden. Die überall glänzenden 
weisslichen Costalstriche, die Feinheit oder der gänzliche Mangel der schwarzen 
Atomenlinie auf der Wurzel der Htrd.-Fransen, worin sie der Hohenwartiana 
nahe kommt, und die dunkelbraunen, weisslich gefransten Htfl. trennen Ster- 
coreana sicher von Äspidiscana. 

Grösse der grössten Äspidiscana. R. und K. lehmfarben. Taster um 3/4 
Kopflänge hervorstehend, zusammengedrückt, ein breites und stumpfwinkliges 
Dreieck bildend, vorn mit einem spitzen Winkel, aussen grau. Beine gelblich- 
grauweiss; die vier letzten Fussglieder obenauf dunkel mit weisslichen Enden; 
die Hinterschienen kräftig, wenig zusammengedrückt, auf den Schneiden locker 
behaart. Hinterleib bräunlich; der hell ochergelbliche Analbusch beim reich- 
lich, abgestutzt. 

Vdfl. 4— 4V2'" lang mit sanft convexem Vdrd., deutlicher Spitze und sehr 
schwach convexem Htrd. Grundfarbe lehmgelb, bis zur Mitte mit groben, haar- 
ähnlichen Schuppen. Bei Vs ist ein verdunkelter, oben nach hinten überhän- 
gender, dunkel zimmtbrauner Querwisch; hinter ihm bis zu der bindenartigen 
Verdunklung ist die Farbe gelichtet und bildet einen oben unvollständig be- 
grenzten Dor^alfleck, dessen Farbe auch die Costalhälfte des Flügels bis zur 
Basis zc'ii^t. Von der Mitte des Vdrdes. kommt ein schräg nach hinton gelegtes 
dunkles Band herab, von dessen unterem Ende, bei V3 (1er Flügelbreite, der 
Raum bis zum Spiegel und senkrecht herab bis zum Innonrand breit dunkel ist. 
Von dem Mittelbande an bis zur Flügelspitze trägt der Vdrd. abwechselnd 
dunkle und sehr schräg nach hinten verlängerte weissliche, metallglänzende 
Querstricholchen; das letzte ist bei einem cj^ reiner weiss und auswärts dunkel 
gf'Häumt; bei allen geht es bis dicht vor den Htrd. und schliesst sich der blei- 
glänzenden hintern Grenzlinie des Spiegels an. Diese biegt sich über dem In- 
nenwinkel nach vorn und verbindet sich mit dessen vorderer Grenzlinie, welche 
dicker und mondsiehelfönnig ist. Der Spiegel ist höher als breit, ochergelb mit 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanisciien Nachtfalter. 



291 



zwei schwarzen Längslinien und unterhalb des Längskniffs mit dem Anfang 
einer solchen. Fransen heil, beim 9 durch eine zimmtbraune Linie von der 
Bleilinie getrennt; beim cf fehlt sie, und dafür zieht auf den Fransen nahe 
ihrer Wurzel eine nach oben erweiterte Linie dichtgestreuter schwarzer Atome. 

Htfl. dunkel graubraun, einwärts nach und nach lichter. Fransen weiss- 
lich, dicht an der gelblichen Wurzel mit starker, dunkelgrauer Linie durchzogen. 

Unterseite der Ydfl. dunkelgran, auf dem Enddrittel des Vdrdes. mit ab- 
wechselnden, verloschenen, gelblichweissen und zimmtbraunen oder dunkelgrauen 
Querstrichelchen. Fransen an der Wtirzel weisslich, allmällig dunkler lehm- 
gelblich. — Htfl. hellgrau, auf der Costalhälfte dunkler; beim Q sind sie ein- 
farbig dunkelgrau. Ader drei ist in eine gesperrte Gabel gespalten, welche 
kürzer ist als ihr Stiel. 

Vaterland: Maine oder Massachusetts: drei cf ein Q durch Dr. Pack ard 
erhalten, in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Mit ihr verwandt, aber viel kleiner und angenehmer ge- 
färbt ist S. corcuJana Z. von der Vancouver-Insel. (Diese Verhandlung. 1874. 
Bd. XXIV, p. 433). 

5. Graph. Roessleri n. sp. Taf. LS, Fig. 24. 

Magna; dl. ant. (sine cf revoJucro) elongatis, infra apicem impressis, 
sordide albidis, inferius, praeseiiim ante maculam specidarem punctis 4 nigris 
notat^m, luteo-obseuratis, costa fusco-punictata; post. öbseure fuscis, oasim 
versus düutioribus, cano-cüiatis, suhtus totis exalbidis. cf . 

Noch grösser als Paed, monogrammana, besonders durch die auf der 
Oberseite dunkelbraunen, auf der Unterseite einfarbig schmutzig gelblichweissen 
Htfl. ausgezeichnet. R. und K. hellbräunlich grau. FüMer borsteniörmig, un- 
behaart, grau. Taster buschig, zusammengedrückt, niit sehr kurzem Endgliede. 
Sauger klein, gelblich. Vorder- und Mittelbeine hellgrau, lehmgelblich ange- 
flogen (Hinterbeine fehlen). Hinterleib bräunlich mit zum Theil hellgrauschup- 
pigen Segmenten, weissgranem Bauch und gespreiztem, gelblichem Analbusch. 

Vdfl. fast 7"' lang, sehr gestreckt mit vortretender Spitze, weil der Htrd. 
tmter ihr recht merklich eingedrückt ist. Grundfarbe lehmgelblichweiss, längs 
des Vdrdes. am hellsten, sonst lehmgelb nebelig, besonders längs des Innen- 
randes, wo der Grund durch verlängerte, gelbbraune Schuppen verdunkelt ist; 
die dunkelste Stelle, ein grosser Nebelfleck, befindet sich vor dem Spiegelfleck. 
Dieser ist gerundet, ohne scharfe Begrenzung ausser durch die Htrd. -Linie, 
hell wie die Costalpartie, und gegen den dunkeln Nebelfleck durch einen breiten 
Bleistreifen abgegrenzt; ausserhalb desselben liegen zwei tiefschwarze Punkte 
übereinander, und zwei iimerhalb; diese vier Punkle sind weit von einander 
getrennt und bilden die Ecken eines Quadrats. Der Vdrd. ist fast von der Basis 
an braun punktirt; die Punkte nehmen in Grösse und Dunkelheit gegen die 
rostbraune Flügelspitze zu und werden zuletzt dreieckige Costalstriohe. Eine 
weissliche Linie geht schräg vom viertletzten Costalstrich nach der eingedrückten 
Htrd--Stelle, wo die Fransen auch weisslich sind; ein eben solches Strichelchen 

37* 



292 



P. C. Zeller. 



kommt dicht vor der Flügelspitze aus dem Vdrd. herab. Zwischen der Flügel- 
spitze und dem Ende der weissen Querlinie, und in einem Fleck unterhalb der 
letztern sind die übrigens weisslichen Fransen schwärzlich. 

Htfl. etwas gegen die Spitze verlängert, schwarzbraun gegen die Basis 
gelichtet, am Innenrand hell bräunlichgrau. Fransen weissgrau, gegen die 
Flügelspitze weisslich, an der Wurzel mit einer braungrauen Linie durchzogen. 

Unterseite der Vdfl. dunkelbraun; der verloschen punktirte Vdrd. ist in 
einem schmalen Streifen weissgeblich ; die Fransen ebenso, an der Aussenhälfte 
wie auf der Oberseite gezeichnet. Htfl. einfarbig schmutzig weissgelblich; die 
Fransen um den Innenwinkel hellgrau, gegen die Flügelspitze weiss. Ader 3 
und 4 bilden eine Gabel, deren kürzerer Stiel mit Ader 5 fast aus einem 
Punkt kommt. 

Vaterland: Nordamerica. Ein schön erhaltenes in Dr. Rössler's 
Sammlung. 

6. Graphol» (JPoecilochroma) malachitana n. sp. Taf. IX, Fig. 25. 

Minor, fronte pdlpisque exalbidis: al. ant. (sine revolucro (^) purpu- 
reo-cinereis, plaga maxima, media, rotundata, virescente, älho-marginata, ad- 
versus costam canescente, arcu postico longitudinali nigra, superius albo- 
margmato. <^ Q. 

Keiner mir bekannten Art ähnlich, an dem grossen, runden, bräunlich- 
grünen Fleck der Vdfl.-Mitte leicht kenntlich. 

R. purpurgrau. Hinterkopf grau, Vorderkopf weissgelblich wie die Taster. 
Diese stehen u/n die halbe Kopflänge hervor und sind etwas gekrümmt, zu- 
sammengedrückt keulenförmig; das kurze Endglied ist frei und auf der Ober- 
seite grau. Saugrüssel kaum vorhanden. Fühler ziemlich dick, braun mit hell- 
gelblichem Wurzelglied. Brust weiss, seidenglänzend. Vorderbeine braungrau. 
Mittelbeine an den Schenkeln grau, seidenglänzend; ihre Schienen zusainmen- 
gedrückt, durch die reichliche, anliegende Behaarung länglich dreieckig, braun; 
Füsse braungrau, seidenglänzend, mit hellen Spitzen der Glieder. Hinterbeine 
grau mit SeiJenglanz; Schienen nur unterwärts etwas behaart; die vier letzten 
Fussglieder, dunkelgrau mit hellen Enden. Hinterleib ziemlich schlank, dunkel- 
grau mit blassgelblichem Analbusch des cT ; das weibliche Analglied kegelför- 
mig mit verstecktem Lcgestachel. 

Vdfl. 3— 3VV" lang, länglich, mit schwach convexem Vdrd. uml noch 
schwächer convexem Htrd. Grundfarbe auf der Basalhälfte schiefergrau, 
schwärzlich gefleckt, auf der Endhälfte purpurgrau und mit schwarzen Strichel- 
clien und Punkten bestreut. Ein sehr grosser, fast bis zum Innenrand reichen- 
der, gerundeter, basalwärfs etwas gespitzter, bräunlichgrüner Fleck nimmt den 
ganzen Mittelraum ein; er ist fein weisslich gesäumt und geht gegen den Vdrd. 
in weisKÜche Farbe über. Auf dem Innenrand vor dem Innenwinkel liogt ein 
kleines, schwarzes Dreieck, basal wärto weisslich gesäumt und von dem grossen, 
grünen Fleck durch einen schwarz b<;8täubten Raum getrennt. Von der Mitte 



Beiträge znr Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



293 



des Htrdes. reicht ein schwarzer, gegen den Vdrd. convexer und oberwärts 
weissgesäumter Streifen bis nahe an den grünen Fleck, Vdrd. auf den beiden 
Enddritteln mit schwarzen, sehr schrägen Querstrichelchen gezeichnet. Fransen 
einfarbig purpurgrau. 

Htfl. ziemlich schmal und spitz, braungrau, am Htrd. und in der Spitze 
am dunkelsten, die Adern braun. Fransen grau mit dunkler Linie nahe der 
Wurzel. 

Unterseite der Vdfl. dunkelbraungrau, am Innenrand hell, auf der End- 
hälfte des Vdrdes. schmal blass mit braunen Flecken. Htfl. heller. 

Vaterland: Missouri, von wo Riley mir ein Pärchen schickte; ein 
erhielt ich von Professor Hering mit der Angabe: Südamerica. 

7. Graphol. (Poecilochr,?) tisticana n. sp. Taf. IX, Fig. 26. 

Alis ant. (sine revölucro (^f) oblongis, ohtusis, cinereis, ohscurius stri- 
gulatis, area basali hrevi, truncata, plaga costae ^oosticae magna in marginem 
posticum medium coarctata punctoqiie apicali hadio-fuscis. 9- 

Von der Grösse und Gestalt der Achatana SV., sehr ausgezeichnet 
durch das scharf abgeschnittene rothbraune Basalfeld, den grossen, ebenso ge- 
färbten Costalfleck und den Mangel eines Spiegelflecks. 

R. rothbraun, K. heUer, Gesicht ins Gelbgraue. Taster hell gelbgrau, 
stark zusammengedrückt; das Endglied dünn, stumpf, deutlich hervorragend. 
Sauger kurz. Beine sehr hell staubgrau, die vorderen mit braunen, hell gering- 
ten Schienen und Füssen (die Mittelbeine fehlen) ; die Hinterbeine mit ziemlich 
verdickten Schienen, einfarbig. Hinterleib bräunlichgrau mit weisslichera Bauch 
und kaum hervorragendem Legestachel. 

Vdfl. fast 4"' lang, ziemlich breit mit abgerundeter rechtwinkliger Spitze 
und darunter convex hervortretendem Htrd. Grundfarbe hellgrau, mit bräun- 
lichen Querstrichelchen, welche auf Vorder- und Innenrand dunkle Punkte bil- 
den, wellig durchzogen. Das sehr kurze, hinten scharf und ziemlich grade und 
senkrecht abgeschnittene Basalfeld ist rothbraun, mit dunkleren Querstrichelchen 
bestreut. Hinter der Mitte hängt am Vdrd. ein rothbrauner, grosser, etwas tra- 
pezoidaler Fleck, der in einen schmalen Arm bis an die Mitte des Htrdes. aus- 
gezogen ist und auf dem Vdrd. in der Mitte in einer wenig bemerkbaren grauen 
Stelle drei schwarze Querstrichelchen enthält. Hinter ihm trägt der Vdrd. zwei 
verstärkte, rothbraune Striche, welche mit feinen abwechseln, und auf welche 
der gerundete rothbraune Apicalpunkt folgt. Die Stelle des Spiegelflecks ist 
wenigstens basalwärts durch eine verloschene, weissgraue, einwärts dunkel be- 
schattete Queriiuie abgegrenzt Htrd. -Linie braun. Fransen hellgrau, am Api- 
calpunkt und am Ende des braunrothen Arms des Costalflecks braun. 

Htfl. schwärzlichbraun. Fransen weissgrau mit schwärzlichgrauer Basallinie. 

Unterseite der Vdfl. schwarzgrau, am Vdrd. schmal ochergelblich und auf 
diesem Grunde abwechselnd mit schwarzgrauen Fleckchen und schwarzen Quer- 
strichelchen gezeichnet. Fransen blässer gefleckt als auf der Oberseite. — Htfl. 



294 



P. C. Zeller. 



hell gelblichgrau, in der Spitze hell und davor dunkler bestäubt. Eine dunkle 
Stelle befindet sich am Htrd. zwischen Ader 1 b und 2. Ader 3, 4 und 5 kommen 
fast aus derselben Stelle und stehen am Ende gleich weit von einander ab. 

Vaterland: Nordamerica. Ein gut erhaltenes 9 Rössler's 
Sammlung. 

8. Graph, subnisana n. sp. 

Capite palpisque canescentibus , al. ant. cinereis, ohscurius pulverosis, 
Costa grossius fuscescenti-strigulata, apice ocellari, macula dorsali fusca ante 
spatium dorsi medii canescens, macula anguli interni triangula transversa 
irunnea nigro-bilineölata. 9- 

Aeusserst ähnlich den ganz hellen, auf dem Innenrand der Vdfl. nur mit 
gelichteter Grundfarbe versehenen Ex. der Paedisca nisella L., aber oberhalb 
des Spiegelfeldes ohne dunkeln, mit schwarzen Längsstrichen gezeichneten 
Fleck, und beim ganz ohne Umschlag, wesshalb die Art nicht einmal 
mit Nisella nahe verwandt ist, sondern etwa in die Nähe der Graph, corticana 
gehört. Sie hat auch nicht geringe Aehnlichkeit mit Paed, tephrinana und der 
etwas grösseren Paed, tetraquetrana, bei welchen beiden der Umschlag sehr 
sichtbar ist, und die schmäleren Vdfl. gegen die Spitze eine lehmgelbliche Bei- 
mischung und ein glänzend eingefasstes Spiegelfeld haben. 

So gross wie kleine Paed, nisella oder tephrinana. R. weissgrau mit 
dunklerer Bestäubung; K. und Taster ohne dieselbe. Taster obenauf noch w.eiss- 
licher, auswärts dunkler ausser am Ende des zweiten Gliedes; sie ragen mit 
dem kurzen Endgliede um die halbe Kopflänge über die Stirn hervor. Beine 
weisslich; die vier vorderen Füsse aussen braun mit weissen Enden der Glieder; 
Mittelschienen breitgedrückt, auswärts braungrau mit weisslichem Mittelband 
und solcher Spitze. Hinterleib hell staubgrau, am Bauch weisslich; Analbusch 
blass, beim länglichrund, beim Q abgestumpft. 

Vdfl. Sy^'" lang, in der Gestalt wie bei Nisella, nämlich etwas gestreckt, 
nach hinten kaum erweitert, mit schwach convexem Vdrd. und solchem, unter- 
halb der zugerundeten Spitze eingedrücktem Htrd. Grundfarbe weissgrau, reich- 
lich dunkler grau bestäubt und unregelmässig mit kleinen Flecken bestreut. 
Das Basalfeld ist nur bei V3 durch einen vom Innenrand schräg auswärts auf- 
steigenden und bis über die halbe Flügelbreite reichenden, mehr oder weniger 
dicken, bräunlichgrauen, aussen schmal weissgrau gesäumten Querstreifen an- 
gedeutet. Der ganze Vdrd. ist mit etwa acht schwärzlichbraunen, dreieckigen, 
schrägen Querstrichen bezeichnet, welche nach hinten grösser werden und je 
eine feine, gleichfarbige Querlinie zwischen sich haben. Vor dem nur durch 
etwas hellere Färbung ausgezeichneten Spiegelraum liegt ein gclbbräunlicher, 
mehr oder weniger deutlicher, dreieckiger Dorsalfleck, dessen S})itze eine kurze 
und darunter eine etwas längere, tiefschwarze Längslinie enthält. Die Flügel- 
spitze ist ocellenartig braun, durch zwei weissliche Costalhäkchen abgegrenzt, 
die sich zu einem weisslichen Strich, der den Htrd. in der Krümmung erreicht, 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 



295 



verlängern. Htrd.-Linie braun, durch den weisslichen Strich an der Krümmung 
unterbrochen und nur bis zur Hälfte des Htrdes. herabreichend. Fransen 
bräunlichgrau, am Spiegel hellgrau. 

Htfl. ziemlich hellgrau, am lunenrand noch heller. Fransen weisslich, 
nahe der Wurzel mit einer grauen Schattenlinie durchzogen, die den Analwinkel 
nicht erreicht. 

Unterseite der Vdfl. braungrau, das Innenrandfeld hell; Ydrd. braun und 
weisslich wechselnd gefleckt. Htfl. noch heller als oben. 

Vaterland: Massachusetts oder Maine. Zwei cf, ein 9? <üe ich von 
Packard erhielt, in meiner Sammlung. 

9. Graphol. (Hedya) allutana n. sp. Taf. IX, Fig. 27. 

Minor; alis ant. elongatis (sine revolucro cf) pallidissime canieis s. 
ochraceis, lilacino-submicantibus, spisse fuscescenti tratisverse strigulosis, litura 
costae posticae fuscescente, speculo interius striga plumbea marginato, nigro- 
lineato. cf 9- 

' Eine nahe Verwandte der meist etwas grösseren, europäischen Minutana, 
doch ausser vielem Anderen von ihr dadurch verschieden, dass sich bei ihr auf 
den Vdfl. kein Basalfeld absondert, dass dagegen am Vdrd. hinter der Mitte 
ein verdunkelter Wischfleck hängt, der sich durchaus nicht zu einer Binde fort- 
setzt, und dass der Spiegel basalwärts mit einer Bleilinie eingefasst ist. 

K. und K. sehr blass ochergelb, gelbbräunlich gefleckt; Gesicht bisweilen 
fast weisslich. Taster klein, kaum über den K. hervorstehend, zusammen- 
gedrückt keulenförmig, blass, auswärts bis gegen die Spitze gebräunt; Endglied 
kurz, bräunlich. Saugrüssel kurz. Beine blass; die vier vorderen auf den 
Schienen auswärts braun gefleckt, und die vier letzten Fussglieder auswärts 
braun mit weisslichen Enden. Hinterleib grau, am Bauch weissgelblich; Anal- 
busch bleich, beim cT stark. 

Vdfl. 3— 3V4'" lang, ziemlich gestreckt mit sehr schwach convexem Vdrd. 
und convexem, unterhalb der Spitze eingedrücktem Htrd. Grundfarbe mit 
schwachem Lilaschiller, sehr blass ochergelbröthlich, nach hinten mehr röth- 
lich, reichlich mit hellbraunen Querstrichen, die sich hier und da zu Querlinien 
vereinigen und auf den Gegenrändern oft punktförmig verdunkeln, wellig durch- 
zogen. Hinter der Mitte hängt am Vdrd. ein bräunlicher, daukler Wisch, von 
dessen Anfang bis zur Flügelspitze der Vdrd. auf verdunkeltem Grunde mit 
abwechselnd feinen weisslichen iind breiteren, längeren, braunen Querstrichel- 
ch .n gezeichnet ist. Der Spiegel wird basalwärts von einer starken, unregel- 
mässig gekrümmten Bleilinie begrenzt, ist hell und glanzlos und enthält ein 
paar Bleiwölkchen und eine Querreihe schwarzer, nach oben zu Punkten ver- 
minderten Längsstrichen. Htrd.-Linie bräunlich, am Eindruck durch eine helle 
Stelle unterbrochen und weit vor dem Innenwinkel aufhörend. Die blass ocher- 
gelben Fransen, welche nahe der Wurzel vo: einer verloschenen grauen, mit 



296 



P. C. Zeller. 



der Htrd. -Linie aufhörenden Linie durchzogen sind, tragen unterhalb des Ein- 
drucks auswärts einen braunen Fleck. 

Htfl. hellgrau, gegen den Htrd. verdunkelt, beim Q ganz dunkelgrau. 
Fransen weisslich. 

Unterseite der Vdfl. braungrau, zwischen Medianader und Innenrand 
weisslich. Endhälfte des Vdrdes. schmal blassgelblich mit 4—5 breiten, braunen 
Querstrichen, die mit ebenso vielen schmalen wechseln. Htrd. blassgelblich 
gefleckt, Htfl. heller als oben. Ader 3 und 4 bilden eine Gabel, die kürzer 
ist als ihr Stiel, und deren Aeste näher an einander stehen als der erste (oder 
Ader 3) von Ader 2. 

Vaterland: Texas (Boll, Beifrage), wo ein Q am 26. Juli gefangen 
wurde; Massachusetts, wo Burgess bei Beverly ein abgeflogenes cf am 9. Juli 
fing; New-York, wo Tengström die Art sammelte. Ex. davon in meiner 
Sammlung und im Museum Cambridge. 

10. Graph, (Ephipp,) interstinctana Clem. Taf. IX, Fig. 28. 

Parva, palpis albidis: alis ant. ex hasi cinerascenti nigris, striguUs 
costae 8 subaequaliter distantibus, subobliquis, niveis, alternatim caerulescenti- 
terminatis, lunula geminata dorsi medii alba, strigula incrassata violascente 
speculari; post. fuscis, albido-ciliatis. Q. 

Stigmonota — Clem. Proceed. 1860, p. 351. 

Graphol. distema Grote, Bull. Buff". I (1873) p. 92. 

Unserer Coronillana gattungs verwandt und höchst ähnlich, von ihr 
nicht immer durch weissliche Htfl.-Fransen verschieden (denn diese sind bei Co- 
ronillana öfters eben so hell), sondern am sichersten durch die gelichtete, ins 
Graue gehende Farbe der Vdfl. an der Basis (bei Coronillana ist die ganze 
Fläche gleich dunkel), durch das von der Basis weiter abgerückte und den fol- 
genden weissen Costalhäkchen mehr genäherte Häkchenpaar und durch das 
weissliche, nicht graue Gesicht. Aehnlich, doch leichter zu unterscheiden ist 
die etwas grössere Pallifrontana; bei ihr ist das erste Häkcheiipaar noch 
weiter abgerückt und wie der gradere und aufgerichtetere Doppelstrich des 
Innenrandes gelblicher, und das Gesicht gelblich statt weiss. Mit Composi- 
tella ist Inlerstinctana kaum zu vergleichen, da sie jenen vierfachen Dorsal- 
raond und halbwei.sse Htfl. hat. Eher möchte Internana zu erwäiinen sein, 
deren Q schwarzbraune, wcissgcfranste Htfl. hat; bei ihr ist das Gesicht braun, 
und das erste Costalhäkchenpaar wie bei Coronillana abgerückt, und die 
Htfl. schneeweiss. 

Von Coronillana habf ich das Geäder bloagelegt und es mit den Gie- 
men «'sehen Angaben über seine Stigmonata übereinstimmend gefunden. Die 
Vdfi.-Z(;ll'' enthält ziemlich nahe an dor öubcostalader eine Ador, die eine sehr 
Hchmale Nebenzellc abscliHesst, und wird ausserdem durch eine Falte ziemlich 
nahe der Medianader durchschnitten. Das« Guende von dieser Beschaff'enheit 
der Zelle nichts wusste, ist sicher; er hat sein Oenm Stigmonata auf nichts 



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als die Zeichnung gegründet, und so hat sich erst Wilkinson, dann Cle- 
mens vergebens abgemüht, Gattnngsmerkmale dafür herauszubringen. 

Gewöhnlich kleiner als Coronillana. Gesicht und Vorderseite des Wurzel- 
gliedes der Fühler schmutzig weisslich. Taster ziemlich dünn, fein zugespitzt, 
horizontal, weisslich. Beine dunkelgrau, schimmernd. Hinterschienen flach, an 
der Spitze hell, die Dornen weiss; erstes Fussglied dunkelgrau mit weisslicher 
Spitze, die folgenden weisslich mit dunkler Wurzel. Rücken und Hinterleib 
schwarzgrau, letzterer an den Seitenrändern der hintern Segmente weisslich; 
Bauch mit breiten, weissen oder weisslichen Hinterrändern; Analbusch klein, 
beim an der Seite weisslich. 

Vdfl. 13/4 — 2'" lang, länglicb, beim cT etwas schmäler als beim 9? schwarz- 
braun, an der Basis, besonders am Vdrd. bis zu den Costalhäkchen ins Graue, 
ohne irgend scharfe Begrenzung. Der Vdrd. trägt von Va an bis vor die Spitze 
acht fast rein weisse, ziemlich kurze Querstrichelchen; die zwei ersten Paare 
sind schräger nach hinten gelegt, als die zwei letzten, und das erste Paar steht 
vom zweiten ein wenig weiter ab, als die übrigen unter sich; die zwei letzten 
Strichelchen sind senkrecht; 1, 3, 5 und 8 haben eine etwas glänzende, blaue 
Verlängerung. Auf der Mitte des Innenrandes liegen zwei durch eine feine 
schwarze Linie getrennte, weisse, doch ein wenig mit Gelblich versetzte, nach 
aussen gekrümmte Querlinien, welche die halbe Flügelbreite erreichen, sich 
dort zuspitzen und meist eine blaue Farbe annehmen. Ein ziemlich dicker, 
glänzend blauer oder röthlicher, gebogener Strich liegt im Spiegelfelde; sein 
oberes Ende nähert sich der blauen Fortsetzung des dritten Gostalstrichs; sein 
unteres ruht atif dem Innenwinkel, wohl meist als ein weisses Pünktchen. Den 
Htrd. fasst eine schwarze Linie ein, welche unterhalb der Flügelspitze gewöhn- 
lich von einem kurzen, weissen Längsstrichelchen durchschnitten wird. Fransen 
schimmernd dunkelgrau, über der Flügelspitze weisslich schimmernd. 

Htfl. einfarbig dunkel braungrau. Fransen weisslich, gegen die Flügel- 
spitze ins Hellgraue. 

Unterseite schwärzlich, mit bläulichem oder gelblichem Schiller. Nur 
die sechs hinteren Costalhäkchen deutlich und scharf. Fransen der Htfl. heller 
grau als die der Vdfl. 

Vaterland meiner sieben Ex. Massachusetts, wo Burgess sie vom 
L bis 12. Juni bei Beverly fing. Ein Ex. erhielt ich von Grote als sein 
JDistema mit der Nachricht, dass die Raupe in Kleesaat lebt. 

Anmerkung. Ich halte diese Art für einerlei mit der Clemens'schen, 
ungeachtet einiger Difi'erenzen: Die Gesichtsfarbe wird verschwiegen, da das 
head dark brown offenbar nur auf die Oberseite des K. geht; der dorsale 
Doppelmond soll etwas Glanz haben (somewhat silvery) — der Specularstrich, 
der violettlich oder bläulich ist, soll silvery sein ; die Costalstriche werden nicht 
so angegeben, wie ich sie beschreibe, sondern als yellowish white, slightly 
silvery hued; von der Farbe der Htfl.-Fransen geschieht keine Erwähnung. 
Grote, der seine Gr, distema ziemlich kurz beschreibt, meldet mir, dass er 

Z. B. Ges. B. XXV. Abh. 38 



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P, C. Zeller. 



sie hauptsächlich darum nicht für die Cl emen s'sche Art ansehe, weil bei dieser 
die Vdfl. brown sein sollen. 

11. Graph. (Ephipp,) eclipsana n, sp. Taf. IX, Fig. 29. 

Parva, palpis canis; al. ant. ex basi cinerea fuscis, strigulis costalibus 
aequaliter distantibus, niveis, caerulescenti-terminatis, primis duabus elongatis, 
perobliquis, speculo strigis duabus aureis incluso; post. niveis, apice fusco. (f. 

Bei genauer Betrachtung erkenne ich am Innenrand der Vdfl. des einzigen 
vorliegenden Ex. zwei Sichellinien in der Gestalt wie bei Interstinctana ; sie 
sind aber so undeutlich, dass sie als nicht vorhanden gelten können, jedoch 
die Vermuthung erregen, dass sie bei anderen Ex., namentlich beim Q, deut- 
licher auftreten und in die Diagnose aufgenommen werden müssen. Das lange, 
sehr schräge erste Paar der Costalstriche, der von zwei goldglänzenden Quer- 
streifen eingefasste Spiegel, die weissen, an der Spitze breit geschwärzten Htfl. 
machen die Art, wenigstens das cf, leicht kenntlich. 

Etwas grösser als Interstinctana. R. hell bräunlichgrau; K. heller, im 
Gesicht weissgrau. Taster cylindrisch, zusammengedrückt, von etwas mehr als 
Kopflänge, horizontal, weissgrau; Endglied dünn, hervorstehend, etwas abwärts 
geneigt. Beine grau; Mittelfüsse verloschen heller und dunkler geringelt 
(Hinterbeine und Hinterleib fehlen). 

Vdfl. lang, länglich, nach hinten allmälig erweitert. Aus der hell- 

grauen Wurzel sind sie nach und nach dunkler und zuletzt braun, mit gelb- 
lichem Schimmer, besonders gegen den Vdrd., am dunkelsten vor dem Spiegel 
und in der Flügelspitze. Der Vdrd. trägt acht weisse, durch dunkelbraune 
Querlinien getrennte Querstriche; nur das erste Paar, das viel grösser und 
schräger als die folgenden ist, steht etwas weiter von dem anderen ab, als diese 
unter sich; der erste Querstrich befindet sich bei V5 der Vdfl.-Länge und ist 
sowie der dritte, basalwärts dunkler gesäumt; die sechs hintersten nehmen eine 
immer weniger schräge Richtung an, bis der letzte mit dem Htrd. parallel läuft; 
die meisten schimmern an ihrem unteren Ende bläulich. Auf der Mitte des 
Innenrandes sind die zwei oben erwähnten Mondlinien, deren Anwesenheit nur, 
wenn man sich genau danach umsieht, erkannt wird. Der schmale Spiegel ist 
gelblich, von einer tiefschwarzen Querlinie durchzogen und von zwei röthlichen, 
glänzenden Streifen eingefasst, deren innerer, breiterer auf dem Innenwinkel 
rulit. Die schwarze Htrd. -Linie ist unterhalb der Flügelsi)itze von einem feinen, 
weissen Längsstreifchen durchschnitten. Fransen grau, heller schimmernd, am 
Innenwinkel verdunkelt. 

Htfl. weiss, in der Spitze breit graubraun. Fransen des Htrdes. grau, 
mit dunklerer Linie nahe der Wurzel; gegen den Innenwinkel hÜ! sind sie ein- 
farbig reinwoiss; die Vdrd. -Fransen sind dicht an der Flügel.spitze fleckartig 
schneeweisH. 

Unterseite d«r Vdfi. braungrau, rcifariig scliiminernd ; von den weissen 
CoHtalhäkchen sind die sechs hintersten rein, die zwei ersten sehr verloschen. 



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Htfl. weiss, in der Spitze in geringerer Ausdehnung braun als oben; der Vdrd. 
brauufleckig, die Flecke au der Flügelspitze auf schneeweissem Grunde. 
Vaterland: Texas (Boll). Ein im Cambridger Museum. 

12. Graphoh perflunna n. sp., Taf. IX, Fig. 30. 

Parva; aJis ant. siibelongatis, costa recta, plumbeo-cinereis, brunnescenti- 
strigatis, striga media angulata, hrunnea, inferius dilatata, macula dorsaJi 
post eam camscente, linea marginis postici incrassata atra. Q. 

Einigermassen verwandt mit Strobilella, Vacciniana, Corollana, und wohl 
am besten bei Strobilella einzuordnen; vor ihr und den anderen sogleich durch 
den graden Vdrd. der nach hinten erweiterten Vdfl. ausgezeichnet und beson- 
ders charakterisirt durch die starke, tiefschwarze, aus zusammenfliessenden 
Flecken gebildete Linie des ziemlich graden Htrdes, 

Grösse einer kleinen Vacciniana. R. und K. dunkelgrau. Taster weiss- 
grau, zusammengedrückt, vorn abgerundet, um die halbe Kopflänge hervor- 
stehend. Beine aussen grau; die Enden der Fussglieder weiss; die Hinter- 
schienen zusammengedrückt, vor der weisslichen Spitze schwarzbraun. Hinter- 
leib graubraun mit weisslichen Analschuppen: Bauch mit weissen Segmenträndern. 

Vdfl. 2^2"* lang, etwas gestreckt, nach hinten sanft erweitert, mit ganz 
gradem Vdrd., abgerundeter Spitze und fast gradem, einwärts gehendem Htrd. 
Die Grundfarbe ist bis zu der braunen Binde, also bis um die Mitte, ein schwach 
schimmerndes Schiefergrau, mit einigen dicken, kurzen Querstrichen und Costai- 
punkten bestreut: hinter der Binde gewinnt ein lehmgelbliches Braun die 
Oberhand, und das allmälig immer mehr glänzende Bleigrau erscheint darin 
als Querlinien von verschiedener Gestalt und Länge. Li der Mitte ist eine 
stumpfwinklig gebrochene, dunkelbraune Binde, deren oberer Arm kürzer und 
weiter gegen die Wurzel geneigt ist, während der untere den Inneurand halbirt ; 
diese Binde ist auswärts scharf begrenzt, einwärts ohne scharfe Grenze und 
gegen den Vdrd. hin schmäler und streifenartig; der untere Arm wird von 
einem schmalen, oben verengten, weissgrauen, hinten nicht scharf abgesetzten 
Fleck begrenzt, welchen verloschene, dunklere Querstreifen durchziehen. 

Vom Vdrd. gehen bis zur Flügelspitze sieben bleiglänzende .Querlinien 
aus. die vier ersten parallel mit dem oberen Arm der Binde, die drei folgenden 
mehr senkrecht; die drei ersten sind ziemlich kurz; die vierte reicht, zweimal 
gebrochen, bis zum Innenwinkel; die fünfte ist ganz kurz, sechs und sieben 
wenig länger und weiss. Von der Flügelspitze zieht am Htrd. eine dicke, tief- 
schwarze, sich nach unten verdünnende Linie bis unter die Hälfte herab; sie 
ist durch feine Trennuugslinien in fünf Punkte zerschnitten, am deutlichsten 
unterhalb der Flügelspitze, wo der Htrd. ein wenig eingezogen ist. Fransen 
glänzend hellgrau, am Ende -dunkler. 

Htfl. dunkelgrau, gegen die Basis hell; die schwärzKche Htrd. -Linie ist 
an der abgerundeten Flügelspitze am schärfsten ausgedrückt. Fransen heller grau. 

38* 



300 



P. C. Zeller. 



Unterseite der Vdfl. schwarzgrau; der Vdrd. von V3 vor die Spitze 
mit sieben weisslichen, durch Schwarz getrennten, au Länge und Schärfe zu- 
nehmenden Häkchen; die ersten sehr verloschen und halbirt, die zwei letzten 
ganz weiss. Die tiefschwarze Htrd.-Linie der Oberseite ist hier sehr deutlich 
in fünf gerundete Punkte aufgelöst, von denen die zwei stärksten obersten 
durch einen weissen Strich von den drei anderen abgesondert sind. — Htü. 
hellgrau, schillernd; der Htrd. vor der schwärzlichen Randlinie mit einer weiss- 
lichen, gegen den Innenwinkel verlöschenden Linie umzogen. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein gut erhaltenes 9 Museum Cambridge. 

13. ChraphoL Packardi n. sp. Taf. IX, Fig. 31. 

Parva; al. ant. einer eis, öbscurius transverse undulatis, fascia media 
fusco-cinerea, costa obsolete fusco-strigulata, spatio speculari vix nigro-signato ; 
post. dilute cinereis, postice obscuratis. ( 9 ?) 

Eine sehr nahe Verwandte der europäischen Funebrana Tr., noch kleiner 
als die kleinsten Ex. dieser Art, mit hellerer Grundfarbe der Vdfl. und sehr 
deutlicher, dunkler, fast senkrechter Mittelbinde. 

R. und Kopfiheile ziemlich dunkelgrau. Taster etwas aufgebogen, wenig 
über die Stirn hervorstehend, mit kurzem Endgliede. Beine grau; Füsse hell, 
die Glieder obenauf am Ende dunkelgrau; Hinterschenkel und Hinterschienen 
weisslichgrau, einfarbig. (Hinterleib fehlt). 

Vdfl. wenig über 2'" lang, länglich, von der Gestalt der Funebrana Q 
(deren Vdrd. convexer ist als der des cT), am Htrd. unterhalb der Spitze kaum 
merklich eingedrückt. Grundfarbe glanzlos grau, heller als bei Funebrana, auf 
der Basalhälfte deutlich dankelgrau querwellig; die Wellenlinien etwas ver- 
flossen, mehr oder weniger vollständig, hie und da verstärkt, meist oberwärts 
nach hinten geneigt. In der Flügelmitte folgt eine ziemlich breite, fast senk- 
rechte, dunkle Binde (bei Funebrana ist gewöhnlich eine bindenförmige Ver- 
dunkelung zu erkennen, die aber von der Costalmitte schräg nach dem Innen- 
winkel geht), am Innenrand verengert. Auf sie folgt im Innenwinkel ein ziem- 
lich deutliches, kleines, dunkelgraues Dorsaldreieck. Der Spiegelraura ist nur 
hell, etwas nebelig, in der Mitte mit Spuren von ein paar schwarzen Längs- 
Btrichelchen. Die Flügelspitze ist etwas verdunkelt. Die brauneu oder schwärz- 
lichen, dreieckigen Costalstrichelchen sind sehr undeutlich, weil sie auf dunklem 
Grunde liegen. Htrd.-Linie fein, braun. Fransen dunkelgrau. 

Htfl. Hehr hollgrau, am Htrd. und breiter in der Flügelspitze etwas ver- 
dunkelt; auch die Adern sind durch ihre dunkle Färbung kenntlich. Fransen 
grau, an der Wurzel mit dunkler Linie fast bis zum Analwinkel. 

Unterseite der Vdfl. ziemlich hollgrau, vor der Htrd.-Linie und auf der 
Endhälfte des Vdrdcs. schmal weisslich, wodurch die dreieckigen, braunen 
Cobtalhäkchen recht d<!utlich werden. Htfl. heller und am Rande viel weniger 
verduukelt als oben. Die Adern sind sehr deutlich ; 5 steht von 4 etwas weiter 
ab, als diese von und soweit wie 2 von 3. 



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301 



Vaterland: Texas (Boll). Ein wahrscheinlich weibliches Ex. im Museum 
Cambridge. Ich habe diese unscheinbare Art dem Herren Dr. Packard jun., 
dem ich so viele Beiträge zu meinen Arbeiten über die nordamericanischen 
Micropteren verdanke, zu Ehren benannt, weil sie ohne Zweifel wie ihre Ver- 
wandte, welche die Früchte der Pflaumen (und Schleheu) verdirbt, ein ökono- 
misch wichtiges Thier ist. Wie der Schmetterling von Funehrana sehr selten 
im Freien gesehen wird, so wird es auch mit Graph. Funehrana sein, und 
meine Vermuthung, dass sie in NAm. eine bisher ungeahnte Verbreitung hat, 
wird sich wahrscheinlich bestätigen. 

Paedisca Tr. 

Vdfl. länglich, beim mit Vdrd.-Umschlag an der Basis. Spiegel un- 
vollständig, bisweilen etwas glänzend, ohne Einfassung durch glänzende Linien. 
Haibeifleck am Innenwinkel meist vorhanden. Au der Mitte des Innenrandes 
ein heller, gegen die Flügelbasis hin durch einen dunkeln Fleck begrenzter, 
mehr oder weniger gegen den Vdrd. verlängerter Fleck. Apicalfleckchen oft 
ocellenähnlich. 

A) Fransen ohne einen dunkeln Atomenstreifen an der Basis. 

1. JPaed. inclinana n. sp. Taf. IX, Fig. 32. 

Media; dlis ant. svhangustis, violaceo-fuscis, macula dorsi medii alba 
angusta, angulata, inclinata, macula speculari alhida adversiis eam dentem 
porrigente. Q. 

Verwandt mit Paed, foenella L., bei welcher aber der weisse Dorsal- 
fleck weiter gegen den Vdrd. hinaufreicht und der. Specularfleck nie eine zahn- 
artige, gegen den Dorsalfleck gerichtete Verlängerung hat; auch ist ihre Grund- 
farbe nie dunkel violettbraun. 

Grösse einer kleineren Foenella. R. und K. chocoladenfarbig, Gesicht 
heUer. Fühler stark, einfach borstenförraig, Taster von mehr als Kopflänge, zu- 
sammengedrückt; zweites Glied keulenförmig, innen hell; Endglied knospen- 
förmig hervorstehend. Beine hell, an den Füssen etwas dunkler ausser an den 
Enden der Glieder; Hinterschienen stark, zusammengedrückt, auf dem Bücken 
mit niederliegender Behaarung. Hinterleib des dünn, des Q kräftig, staub - 
grau. Analbusch schwach, ins Hellgelbliche. 

Vdfl. 4— lang, ziemlich schmal mit deutlicher Spitze und schwach 
convexem Htrd., violettbraun, hie und da dunkel. Umschlag des cT dicht an- 
liegend, von 73 Länge des Vdrdes. Dieser von der Mitte an mit gedrängten, 
schrägen, nach hinten an Länge zunehmenden, dunkelzimmtbraunen Strichen; 
vor dem tiefbraunen, ocellenähnlichen Apicalfleckchen ist ein sehr deutliches, 
weissliches Costaldreieck, welches vor seiner vorderen Ecke einen braunen Quer- 
strich hat. Auf der Mitte des Innenrandes liegt ein bis über die Falte reichen- 
der, nach hinten überhängender, fast reinweisser Fleck von wechselnder Gestalt, 



302 



P. ,C. Zeller. 



der aber wohl immer gegen den Vdrd. hin zugespitzt ist und hinten oberhalb 
eine spitze Ecke führt. Der grosse Spiegelfleck reicht bis in den Innenwinkel 
hinein, ist schmutzig weisslich, über der Falte mit einem starken, abwärts ge- 
richteten Zahn versehen, dessen Farbe in der ihn einfassenden, verdunkelten, 
gelbbraunen Grundfarbe grell hervortritt; oberhalb enthält der Spiegelfleck, wo 
er durch Grau wolkig wird, 2 — 3 schwarze sehr kurze Längsstriche; sein oberes 
Ende verliert sich in die Grundfarbe und wird durch einen tiefgelbbraunen 
Fleck gegen das weissliche Costaldreieck abgegrenzt. Fransen bräunlich, an 
der Basalhälfte violettgrau bestäubt, am Innenwinkel um den Spiegelfleck 
weisslich. 

Htfl. dunkel braungrau, an der Basis kaum heller. Fransen hellgrau, 
gegen den Innenwinkel ins Weissliche, nahe der Wurzel von einer verlosche- 
nen, grauen Schattenlinie durchzogen. 

Unterseite der Vdfl. dunkelbrauugrau, auf der Endhälfte mit vier ver- 
loschenen, nach hinten deutlicheren und grösseren, zerschnittenen weisslichen 
Costalfleckchen. Htfl. etwas heller, am lichtesten an der Wurzel und am Innen- 
rand. Ader 3 und 4 bilden eine Gabel, deren Stiel etwas weniger als die Hälfte 
des Ganzen beträgt. 

Vaterland: New-York (Speyer), Texas (Boll). Ein cT, ein 9 meiner 
Sammlung, ein cT im Cambridger Museum. 

2. Paed* himaculana Don. 

Media; thorace et capite fuscescenti-ochraceis, alis ant. fusco ferrugi- 
neoque mixtis, macula dorsi medii lata, angulata, alba, macula speculari 
magna alhida, nitidula, dentem postice deorsus porrigente. 9- 

Grapholitha — Heinem. Wickler S. 145. 

Paedisca dissimilana Tr., Fr. R. Beitr. S. 170, Taf. 62, Fig. 2. 

Mit der bei uns im Spätsommer als vorletzte Paedisca auftretenden Bi- 
maculana stimmen drei durch Boll bei Cambridge gefangene Weibchen so 
genau überein, «dass ich sie nicht als eigene Art ansehen kann. 

Ihre Abweichungen sind folgende: Sie sind etwas kleiner, auf Jl. und K. 
lichter grauochcrgclb, fast ins Rostfarbene ziehend, die Htfl. heller grau. Hier- 
nach k')rinteii sie als Var. h charakterisirt werden: minor, thorace et capite 
griseo-ochraceis, alis post. dilute cinereis. Ob die Männchen damit überein- 
stimmen, und ob die Art eine ursprünglich americanische ist, bleibt noch zu 
entscheiden. 

Bei Jiimaculana hat der Htrd. der Vdfl. an der Mitte, etwas unter dem 
oberen Ende des Specuhirfiecks einen sehr sanften Kindruck. Der etwas glän- 
zende Specularfleck wird in seiner Mitte von oben nach unten durch einen 
glanzlosen, blas» ochergelben Streifen durchzogen, der aber nicht bis in den 
Innenwinkel reicht. Ader 3 und 4 bilden eine Gabel, deren Stiel '/s des Ganzen 
beträgt. In dem allen stimmen die americ. Ex. mit den europäischen. 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericaaisclien Nachtfalter. 



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3. Paed, clavana Schläg. in lit. Taf. IX, Fig. 33. 

Media; palpis longioribus; alis ant. acutis, rufescenti-cinereis, macula 
ante dorsum medium semiovata, fascia postica inferius attenuata, in plica 
constricta strigaque lata obliqua marginispostici brunneis, cano-marginatis. 9 • 

Diese ziemlich grosse Art steht trotz ihrer sonstigen grossen Verschie- 
denheit am besten bei Hübneriana und Junctana. ^) Sie ist durch die breite, 
schräge hintere Binde sehr auffallend gezeichnet, welche sich nach unten ver- 
engert und auf der Falte beim 9 eingeschnürt, beim cf wirklich durch- 
schnitten ist. 

Von der Grösse der grössten Hübneriana, mit scharfer Vdfl.-Spitze. R. 
und K. röthlichgrau, letzterer mit etwas gesträubten Haaren und weissgrauem 
Gesicht. Taster fast um doppelte Kopflänge hervorstehend, horizontal oder ge- 
neigt, stark, zusammengedrückt, weit vor dem Ende am breitesten, aussen röth- 
lichgrau, innen hellgrau; Endglied kurz, haarig, stumpf. Fühler des mikro- 
skopisch gezähnelt, mit gedrängten Gliedern. Beine röthlich